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Zuerst verlor ich mein Herz, dann mein ganzes Vermögen an diesen skrupellosen Gauner – zum Schluss auch noch meine 2 Kinder

Ich wurde das Opfer dieses gerissenen Arbeitslosen, der als Polizeibeamter Jagd auf Frauen macht. Auf dem Pendlerparkplatz rechts vom Kreisverkehr an der A30 – Ausfahrt in Ennigloh traf ich ihn zum ersten Mal. Obwohl ich mich abgrundtief schäme, erzähle ich hier alles, damit andere Leichtgläubige nicht auch auf so einen Filou reinfallen!

Scheidungsstress nach 12jähriger Ehe. Sorgerechtsstreit um 2 gemeinsame Kinder, 13 und 16. Alimentenkrieg bis zum Nervenzusammenbruch. „Da kam er, mein Erlöser, ehemaliger Polizeibeamter, jetzt Privatdetektiv. Der wollte mir in dem Rosenkrieg gegen meinen Ex-Mann helfen und mir im Scheidungsverfahren zur Seite stehen“, seufzt Saskia Möcker (49) aus Stift Quernheim.

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Jetzt sah die Programmiererin ihren „Retter“ nach langer Zeit wieder. Im Amtsgericht Bückeburg, in Handschellen, angeklagt wegen schweren Betruges. Denn gerettet hat der falsche Polizist, der in Wirklichkeit ein arbeitsloser Kfz-Mechaniker ist, nur sich selbst. Er heißt richtig Ingo Wirth, geboren am 01.09.67 in Bünde, der sich unter den Falschnamen Peter Zänker und Peter Goslar–Wirth an seine arglosen Opfer ran schlich. Auch die vertrauensselige Saskia Möcker stürzte er  als Mister Anonymus  ins Unglück. Heute ist die Frau pleite! Sie verlor an den Hochstapler ihr gesamtes Vermögen, mehr als 100.000,- EURO. Obendrein das Sorgerecht für ihre beiden Kinder, denn denen konnte sie nicht mal mehr Essen und Trinken kaufen.

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Wenn einer Frau der hier abgebildete Herr mit dem runden Hamstergesicht und der Sehhilfe auf der Nase bekannt vorkommt, wenn sie von ihm belogen und betrogen wurde, sollte sie nun keine Scham mehr vor einer Strafanzeige haben, sondern sich sofort an die nächste Polizeidienststelle wenden. Denn dieser feine Gentleman-Polizist, der sich hinter Decknamen versteckt, gehört ein- für allemal weggeschlossen.   „Für solche Berufskriminellen wurde die Sicherungsverwahrung erfunden“, regt sich Saskia Möcker auf, eines seiner Opfer. Gegenüber denen riskierte er die große Lippe, vor Richter Dr. Dirk von Behren (46), Vorsitzender des Schöffengerichts, gab er sich dagegen schweigsam reuig. In sich zusammengekauert, wie ein verprügelter Hund, so saß er da, den gesenkten Kopf von dunklem Kurzhaarschnitt geschmückt, in schwarzen Schuhen, dunkelblauer Jeans mit schicker Brille an schwarzen Bügeln im Vollmondantlitz über’m feisten Doppelkinn. Bei seinem Anblick stöhnte Saskia hörbar auf. Aber wirklich!  Wie konnte sie bloß diesem Trauerkloß ins Netz gehen? Seine würstchendicken Finger zupften nervös in Nabelhöhe an der graugrünen Teddy-Jacke, Marke Jack Wolfskin.

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„Ja, wie ein Wolf im Schafspelz saß er den keine 2 Stunden dauernden Prozess ab. Das Reden überließ er seinem Anwalt.  Er machte auf taubstumm, gab sich schweigsam wie ein Grab, in sich gekehrt, ganz anders, als er wirklich ist. Da quasselt er einen schwindelig, wie ein Wasserfall sprudelt es sonst aus ihm raus“, erzählt Saskia www.boulevard-buende.de

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Bis zuletzt hoffte Herr Wirth auf Milde und Barmherzigkeit. Doch da machte Strafrichter von Behren nicht mit! Der nannte den Vertrauensmissbrauch Saskias ein „schamloses Ausnutzen“. Bezeichnete den Angeklagten als „Bewährungsversager“, der keine Nachsicht mehr verdient, weil er seit vielen Jahren „mit immer der selben Masche Frauen abzockt“. Er sei ein gerissener Arbeitsloser, „der sein ungeregeltes Leben systematisch nur mit Gaunereien finanziert und sich für seine rücksichtslosen Taten immer nur Frauen als Opfer sucht“.

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„Bei Ihnen ist nichts positives erkennbar“, schimpfte der Richter. „Schadenswiedergutmachung haben Sie nicht geleistet. Wovon auch? Sie haben das ganze Geld für Ihren privaten Lebensstil verpulvert, zeigen keine Reue, tragen keinerlei Verantwortung, zögerten diesen Prozess sogar noch bald 4 Jahre hinaus durch dreistes Fernbleiben und die Vorlage von ärztlichen Attesten.“

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Dabei sei er tatsächlich kerngesund und voll verhandlungsfähig, so Psychiater Hartmut Zimmer (54) aus Detmold. Der Angeklagte kenne den Unterschied von Gut und Böse ganz genau und wisse um das Unrecht seiner Taten.

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Saskia Möcker erfuhr erst im Gerichtssaal, mit wem sie sich eingelassen hatte. Sie ist nicht das einzige Opfer dieses Frauenjägers geworden. Schon das Amtsgericht Osnabrück verhängte gegen Ingo Wirth wegen 2-facher Fallenstellerei, in die seine weiblichen Opfer hineinstolperten, Geldstrafen. Danach beschäftigte sich das Amtsgericht Minden mit ihm, schenkte dem Trickser, unfassbar, 2 Jahre auf Bewährung wegen 12-facher (!) Übertölpelung von Paradiesäpfel-Trägerinnen. Die Justiz-Nachsicht gegenüber diesem notorischen Abkocher regte Richter von Behren sichtlich auf: „Noch während der Bewährungszeit fädelten Sie rücksichtslos die neuen Betrügereien ein“. Den Angeklagten beeindruckte die unüberhörbare Empörung ganz und gar nicht. Unbeirrt winselte er in seinem „letzen Wort“: „Es tut mir von ganzem Herzen leid. Wenn ich doch bitte wieder eine Chance kriege…“ Dabei guckte er vor sich runter, vermied jeden Blickkontakt mit der von ihm über den Löffel balbierten Saskia in der 1. Reihe des Zuschauerraums.

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„Der und nochmal Bewährung! Wirth hätte doch sofort weiter gemacht, schon sehr bald wäre die Nächste auf ihn reingefallen. Der ist so was von geschickt, so redselig, so überzeugend…da denkst du gar nicht lange nach, freust dich als Frau, einen so starken Mann an deiner Seite zu haben“.

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Saskia steckte seit 6 Monaten mitten drin im heftigen Scheidungskrieg, als sie in einer Single-Börse auf den Videotext-Seiten eines Fernsehsenders auf Ingo stieß. „Ich möchte ein Leben auf der Überholspur“, schrieb er. Das 1. Rendezvous fand auf dem kleinen Pendler-Parkplatz an der Autobahn-Ausfahrt Ennigloh an der A30 statt. Er fuhr im silbernen Mercedes vor. Sie stieg zu ihm, er grüßte mit den Worten, dass er nicht gern im Café rumsitze und sich begaffen ließe. Heute weiß die Frau, warum er die Öffentlichkeit scheute. „Unterwegs zeigte er mir eine Firma, die seinem Vater gehöre. Ich war sehr beeindruckt von dem riesigen Bürogebäude. Später erfuhr ich von der Kripo, dass er mich belogen hat, nix davon gehörte seinem Vater! Bei Gerry Weber in Halle ging er mit mir in den Fabrikverkauf, er beriet mich fachmännisch bei der Auswahl ausgefallener Damenoberbekleidung. Ich leistete mir Rock, Bluse, T-Shirt, bezahlt habe ich.

Er stoppte  an einer Imbissbude, wir aßen Bratwurst und Pommes. Er freute sich und lobte, ‚toll, dass Du nicht eine von diesen Tussis bist, die nur in Schickimickirestaurants Pfeffersteaks oder Krokodilschnitzel bestellen. Wir beiden sind auf einer Wellenlänge und nehmen Deinem Alten viel Geld ab. Glaub mir, der muss richtig bluten’. Das hat mir echt imponiert“, macht Saskia Möcker keinen Hehl aus ihrer damaligen Bewunderung für den Kämpfer, der sich draufgängerisch wie ein Prinz Eisenherz gab.

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Um ihre Ansprüche wirkungsvoll durchzusetzen, müsse er über ihren Ex, ein erfolgreicher Unternehmensberater, Recherchen im In- und Ausland durchführen und einen Promi-Anwalt einschalten. „Wir wollen doch wissen, wo er die Vermögenswerte versteckt hat. Da wollen wir ran. Das schafft nicht irgendeiner, sondern nur ein Scheidungsexperte mit guten Verbindungen. Der wird Deinen Alten richtig lang machen“.

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Saskia glaubte dem 6 Jahre Jüngeren. „Wir waren uns inzwischen auch körperlich nahe gekommen. Ich mochte ihn, wir planten unsere gemeinsame Zukunft. ‚Wir richten ein eigenes Haus geschmackvoll für uns beide und für Deine Kinder ein’, versprach er mir. Zwischendurch zeigte er mir auf seinem Handy eine Polizei-Telefonnummer. ‚Meine Dienststelle, da hat schon mein Opa gearbeitet’.

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Heute frage ich mich natürlich, wie konnte ich bloß so naiv sein?  Nie misstrauisch werden? Er hat mich um den Finger gewickelt, und ich dumme Kuh ließ es geschehen. Ohne je zu fragen, wo er wohnt, wie viel er verdient, wo er arbeitet, wie seine Dienstzeiten sind. Wir trafen uns nie in seiner Wohnung, immer nur bei mir oder an fremden Orten. Ich kann mir meine Unbekümmertheit  nur mit meiner psychischen Ausnahmesituation erklären. Scheidung, Sorgerechtskrieg, das hat mich mürbe und für solche Annäherungen und Hilfsangebote anfällig gemacht. Da war kein Platz mehr für vernunftbetontes Denken“, glaubt Saskia.

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Sie gab dem angeblichen Polizist und Detektiv ihr ganzes Bargeld in 3 Raten: 35.000,- EURO, 37.500,- EURO, 27.500,- EURO. Sie finanzierte ihm 2 Handys, Laptop, Fernseher, PC, Navi und, und, und, die Tausender flogen nur so davon. „Als ich nichts mehr hatte, der Gerichtsvollzieher ständig bei mir klingelte, fuhr ich zur Schuldnerberatung, denn meinen „Traumprinzen“ für ein gemeinsames Leben sah ich nicht mehr wieder. Die Leute dort rieten mir zur sofortigen Privatinsolvenz“.

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Ingo Wirth telefonierte anfangs nur noch mit seiner 2-beinigen Milch- und Honigfabrik, zuletzt simste er. Bis sie sich auf die Mitteilung beschränkte: „Ich will mein Geld wieder haben, aber schnell“. Funkstille, dann Strafanzeige – aber bei einem echten Polizeibeamten. Von dem erfuhr sie, dass Ingo ein unechter ist und schon einiges auf dem Kerbholz hat. Details über seine Verbrecherkarriere hörte sie erst im Gerichtssaal, nach 3 ½ (!) Jahren, denn erst da gab’s endlich den Prozess gegen den Herzensdieb und Kontoplünderer.

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Ist Saskia mit dem Urteil zufrieden? „Ich bin kein Rachemensch“, sagt sie. „Aber mit einem Bewährungsurteil hätte ich nicht leben können. Ich habe mehrfach an Selbstmord gedacht, ich wollte mir meine Dummheit nicht eingestehen,  so einem Schuft auf den Leim gegangen zu sein.

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Als die Wahrheit rauskam, habe ich mich fürchterlich geschämt. Heute wäre ich nicht mehr so blöd! Mein Fehler war, dass ich nie nachgeforscht habe, woher er kommt, wer seine Eltern sind, wo er zur Schule ging. Ich habe ihm einfach blind vertraut und alles geglaubt. Eiskalt nutzte er meine psychische Notlage aus. Jetzt bin ich zwar arm, kann aber endlich mein neues Leben planen. Die Scheidung ist durch, meine Kinder leben beim Vater.

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Ich sage nur eins: Leute, seid vorsichtig! Ich bin ein abschreckendes Beispiel dafür, das sich eine Frau nicht leichtfertig dem Nächstbesten an den Hals werfen sollte“.

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Ein weiterer leckerer Festschmaus wurde für den Berufsgauner Michaela Gruber (44) aus Bruchmühlen. Weil er die Kontoristin vom 26.01. –  25.07.09 um sagenhafte 68.400,- EURO erleichterte, trat er aus der JVA Hannover im dunkelgrünen Häftlingsbus eine Überlandfahrt nach Osnabrück zu seinem nächsten Prozess vor’m Amtsgericht an (Az.: 201/Ls 221/11). Wieder ging es um atemberaubende Lügen und wieder trat das Opfer über eine Telefonnummer mit dem gerissenen Oberlumpen in Kontakt, die es im Teletext eines Fernsehsenders entdeckt hatte.

Was sich anbahnte, war die Fortsetzung der Profi-Lügner-Story, wie sie schon Saskia Möcker erlebte: Auch Michaela schüttete dem wildfremden Mann ihr Herz aus. Auch sie sprach mit ihm über ihre intimsten Gefühle. Auch sie lebte seit der Trennung von ihrem Mann allein. Sie sprach über Zukunftsängste, sie redete über ihre Arbeitslosigkeit. Es war Startsignal für Ingo Wirth, aus der psychischen und physischen Notlage der verzweifelten Frau Kapital für sich herauszuschlagen.

Wie ein Chamäleon schlüpfte er nun in eine andere Haut. Jetzt machte er nicht mehr auf Privatdetektiv und Ex-Polizeibeamten. Nun spielte er die Rolle eines gutbetuchten Geschäftsmanns aus Hamburg. Seinen aktuellen Status garnierte er noch mit diesem i-Tüpfelchen: „Ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr sehr engagiert und habe schon einige Menschenleben gerettet“.

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Das kam an! Was für ein angstfreier Wirbelwind! Und über was für phantastische Beziehungen der erst verfügte! In der Highsociety der politischen und wirtschaftlichen Ebene der Freien Hansestadt sei er mit den einflussreichsten Leuten per du.  Er bot Michaela die Verwirklichung ihres Jugendtraumes an, sich selbstständig zu machen mit einer Boutique mit dauerhaftem und sicherem Einkommen.

„Und glaub’ mir eins, erspartes Geld zu vermehren ist heute das einfachste auf der Welt! Ich kenne todsichere Anlageformen, die Zinsen sprudeln nur so!“ Womit hatte die vom Schicksal so schlimm gebeutelte Frau diese wunderbare Bekanntschaft verdient? Michaela Gruber glaubte an ein Wunder. „Endlich einer, der meine Notsituation erkannte und mir als ein echter Freund helfen wollte. Alles, was er sagte, war einfach der helle Wahnsinn!“

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Es ging nicht um die Befriedigung sexueller Bedürfnisse. Er war kein Lustmolch, der mit der 44jährigen in die Kiste steigen wollte. Auch sie suchte und wollte das nicht. Einfach nur jemanden haben, der einem zuhörte, der tröstete, der Mut machte. Mit persönlichen Auftritten hielt sich Ingo dezent zurück. Alles spielte sich am Telefon ab. Nur 3 x (!) begegneten sich „der echte Helfer in der Not“ und sein Schlachtopfer in den 6 Kontakt-Monaten.

Schon nach 8 Tagen half Michaela dem Herzensdieb mit 2 x 500ern aus der Klemme. Danach ging’s weiter mit vier- und fünfstelligen Beträgen. Damit das Geld sicher bei ihm landete, schickte er eine Büroangestellte, die nahm die Investitionssummen bar in Empfang für Wareneinkäufe, Kaution, Ladenmiete und den Erwerb einer Luxuskarosse. „Die Quittungen hefte ich sorgfältig ab, die kriegst du alle später“, ließ sich Michaela anschmieren.

Als sämtliche Ersparnisse abgeräumt waren, schaffte es der Bluffer sogar noch, dass die Überlistete ihr Auto verkaufte! Den Erlös kassierte der Blutegel. Für ihn nahm sie auch noch Geld vom Konto ihres Ex-Gatten.

Im Gerichtssaal schenkten sie sich keinen Blick. „Ich bin immer tiefer abgerutscht“, sagte Michaela Gruber zerknirscht. Das viele Geld kann sie abschreiben.

Der gnadenlose Ingo kam unverständlich milde davon. Auf die 2 Jahre Haft ohne Bewährung aus Bückeburg brummte ihm der Osnabrücker Amtsrichter nur noch bescheidene 9 Monate oben drauf. Dem Richter imponierte anscheinend das Schlusswort des Lumpen, der allen Ernstes von sich gab, er wolle „den angerichteten Schaden wieder gut machen“.

Schade, dass ihn keiner fragte, wovon. Frau Gruber ist heute eine Illusion ärmer, dafür eine realistische Erfahrung reicher: „Mein Vertrauen in Männer ist futsch. Mein ganzes Geld ist weg, davon sehe ich nichts wieder“.

Die im wahrsten Sinn des Wortes arme Frau befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung. Der reiche Ingo sagt nicht, wo die vielen Moneten sind. Er freut sich im Knast auf den Tag seiner Entlassung und ein sorgenfreies Leben.

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Die Vorfreude dämpfte das Landgericht Detmold schnell. Das schickte den Frauenfänger mit dem Bierbauch wegen schweren Betruges an 7 weiteren Frauen für 4 Jahre ins Gefängnis. Wieder hatte Ingo seine Opfer über eine Internet-Single-Börse kennengelernt als „Andreas Zenker“. Beruflich sei er Unternehmer in Hamburg, treu, ehrlich, lustig und ein Sprachgenie. 4 Fremdsprachen beherrsche er perfekt. Seine liebsten Hobbys seien shoppen gehen und durch die Weltgeschichte reisen.

 

Arzthelferin Silvia (42) ist eine, die auf ihn reinfiel. „Andreas erzählte, er hätte Krebs. Zu allem Unglück müsste er zu den ernorm hohen Behandlungskosten, von denen die Krankenkasse nicht alles bezahle, sofort 10.000,- EURO Steuernachforderung leisten!“ Die Frau gab ihm das Geld, weil ihr Herzbube seins angeblich gewinnbringend angelegt hatte. 1 Woche später bekam die Ausgenommene eine SMS vom Handy ihres neuen Freundes: „Der Inhaber dieser Nummer ist verstorben“. 7 Monate später erfuhr Silvia von der Polizei, ihr „Andreas“ heißt echt Ingo Wirth und erfreut sich bester Gesundheit. Sie solle doch mal als eine von vielen Betrogenen zur Vernehmung ins Präsidium kommen.

 

Ein weiteres Opfer ist Witwe Irina Trieb (44). Die kämpft sich als Verkäuferin und Halbtagskraft seit dem Tod ihres Mannes gemeinsam mit ihrer Tochter durchs Leben. Heute steht sie vor einem Schuldenberg. Sie muss 40.000,- EURO zurückbezahlen. Geld, das sie Ingo in der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft gab. Schöne Lebensausichten hatte er ihr hoch und heilig versprochen.

 

Reingefallen ist auf den Serienbetrüger auch Heike Lalak (41). Die besaß zwar keine Ersparnisse, dafür aber ein Mazda Cabrio. Das verkaufte sie sofort, nachdem „Andreas Zenker“ ihr vorgeschwindelt hatte, sie bekäme von ihm einen Firmenwagen. Er hätte gerade in Bad Salzuflen ein Hotel gekauft, in dem er sie zur Chefin machen würde. Vor den Detmolder Richtern meinte die alleinerziehende Mutter tränenüberströmt: „Ich habe es nicht für möglich gehalten, je in meinem Leben einem Betrüger auf den Leim zu gehen. Ich habe stets gedacht, wenn ich so was in der Zeitung las, wie blöd müssen solche Frauen sein? Mir kann das nicht passieren“.

 

In Detmold ging es um 100.000,- EURO, die sich der Bünder Heiratsschwindler in die Tasche steckte. Richter Hans-Michael Reineke (64) betonte im Urteil: „Der Angeklagte hat das letzte Geld aus seinen Opfern herausgepresst. Alle Frauen haben nach schweren Zeiten gehofft, mit dem Angeklagten ein neues Leben zu beginnen. Stattdessen haben sie ihr ganzes Geld verloren, das sie nie mehr wiedersehen“.

 

Unglaublich: Ingo gestand unter dem Druck staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen in verschiedenen deutschen Städten den Betrug an erstmal einer weiteren Frau. Der nahm er 66.000,- EURO ab. Die Veröffentlichung in www.boulevard-buende.de trug dazu bei, dass immer mehr betrogene Frauen ihre Scheu verlieren und Anzeige erstatten.