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Verbrannt, verunstaltet, aber voller Lebensmut! „Du bist der Richtige für mich“, lachte die Krankenschwester den Patienten an – und entführte ihn auf’s Standesamt!

Krankenschwester Bärbel aus Lübbecke ist mit 70 so vernarrt, wie Anfang 20 in der 1. Stunde ihrer Liebe: Sie küsste einen verbrannten, entstellten Patienten in ein neues Leben – feiert bald mit ihm den 50. Hochzeitstag!

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Sie rettete Manfred (68) aus einem Tal der Hoffnungslosigkeit, und ihr Herz pocht vor Freude wie schon bei der allerersten Begegnung. „Liebe kann nicht schöner sein“, strahlt sie über’s ganze Gesicht.

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Am 17.12.’60 wurde Augenoptiker-Lehrling Manfred – damals 17 – Opfer der schlimmsten Flugzeugkatastrophe in der Geschichte Münchens. Eine Convair 340 in Richtung Norfolk (England) streifte mit der linken Tragfläche den Turm der St.-Pauls-Kirche. 52 Menschen starben in einem riesigen Flammenmeer, 4.000 Liter Treibstoff explodierten mitten in der Stadt.

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Manfred kam gerade von der Arbeit und stand auf der Plattform einer Straßenbahn. Sekunden später hing seine Haut in Lappen vom Körper, keine Überlebenschance, glaubten alle. Doch es geschah ein Wunder! Völlig entstellt wurde der Scheintote nach 36 (!) Operationen binnen 5 Monaten aus der Klinik entlassen. Als er dann nach 4 Jahren zu einem Chirurgen fuhr, um sein Aussehen verbessern zu lassen, begegnete er einer Krankenschwester. Das war Bärbel, die holte ihn in ein wunderbares Leben zurück, heiratete ihn und schenkte ihm 2 Kinder.

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„Normalerweise gehört  meine Armbanduhr längst auf den Müll, die ist hin, das Lederband verkohlt, die Zeiger bewegen sich nicht mehr“. Manfred hält das zugrunde gerichtete, einstmals gute Stück in seiner rechten Hand. Mit den verkürzten fünf Fingern seiner linken nestelt er an dem zerstörten Zeitmesser herum. „Die Uhr“, erklärt er nachdenklich, „blieb um 14:09 Uhr stehen. Das ist der Grund, warum ich sie  nie wegwerfen werde“.

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Exakt um 14:09 Uhr des 17.12.’60 veränderte sich der Alltag des ehemaligen Druckereibesitzers dramatisch. Manfred Koch war schlagartig mitten drin im Chaos eines Flugzeugabsturzes!

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40 % seiner Haut im Gesicht, an den Beinen, an den Händen verbrannten. Die furchtbaren Spuren des Unglücks sind nach wie vor an ihm zu sehen. Ein Schönheitschirurg in Lausanne operierte ihm sensationell gut die total verkrüppelte linke Hand wieder gebrauchsfertig. Die legt er am liebsten um die Schulter seiner Frau, die sich damals in ihn im Klinikum verliebte.

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„Ich machte eine Lehre zum Augenoptiker, hatte Feierabend und fuhr mit der Straßenbahn nach Hause. Die Linie 10 am Hauptbahnhof erwischte ich in letzter Sekunde. Sie war schon abgefahren, ich rannte ihr nach, sprang auf die Plattform. Hätte ich bloß auf die nächste gewartet…“

An der Martin-Greif-Staße war die Fahrt zu Ende. „Ein  ohrenbetäubender Knall, dann überall Flammen“, erinnert sich Manfred Koch. „Ich dachte zuerst an einen Zusammenstoß mit einem Tankwagen. Ein Flugzeug sah ich nicht“.

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Es war ein zweimotoriges, in München-Riem gestartet, mit 12 amerikanischen Studenten an Bord. Eine Minute nach dem Abheben fiel der linke Motor aus. Bei Nebel in 150 m Höhe wollte der Pilot umkehren. Das Flugzeug legte sich in eine Rechtskurve, streifte mit der linken Tragfläche den Turm der St.-Pauls-Kirche, stürzte ab, der ausfließende Treibstoff verwandelte die Kreuzung Bayerstraße/Martin Greif-Straße in eine einzige Feuerhölle.

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„Ich wälzte mich auf dem Gras, neben einem Beet,  steckte meinen Kopf in Büsche, weil ich überall brannte und die Haare so zischten. Ich klopfte mir die Flammen aus der Hose. Meine Haut hing in Fetzen von den Händen. Irgend jemand lud mich in’s Auto, fuhr mich zum Krankenhaus „Links der Isar“, erzählt Manfred. Nach und nach registrierte er, wieviel Glück im Unglück er hatte. „Ein Sitzplatz in der Bahn, da wäre ich nicht lebendig rausgekommen – wie die anderen“. 52 Menschen starben. Monatelang stand Manfreds Leben auf der Kippe, er verlor 20 Kilo Körpergewicht.

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Auf der Station arbeitete Bärbel, die ihre Krankenschwesternausbildung in der Pflegevorschule in Bethel begann, das Examen im Kreiskrankenhaus Lübbecke ablegte, ein Jahr im Klinikum Minden arbeitete, danach im Nordstadt-Krankenhaus Hannover auf der Neurochirurgie. Anschließend ging‘s nach München in eine Privatklinik. „Eines Tages kam Herr Koch zur Tür herein“, erzählt lächelnd die Frau mit den blauen Augen und dem einst dunkelbraunen lockigen, nun in vornehmes grau verwandelten Haar. „4 Jahre nach dem Unglück sah ich ihn zum 1. Mal. Er unterzog sich einer Nasenoperation, blieb eine Woche bei uns“.

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Schwester Bärbel interessierte sich sofort für den „immer lustigen, gut aufgelegten Patienten. Weil der nie den Kopf hängen ließ, sein schlimmes Schicksal annahm und das Beste aus allem machte. Das imponierte mir, denn da kannte ich ganz andere Leute“.

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Nach der Verlegung vom 2-Bett- in ein Einzelzimmer kamen sie sich näher. „Obwohl er immer noch sehr entstellt ausschaute, erzählte er unbefangen von seinem Unglück“, berichtet Bärbel. Sie beobachtete, dass seine Psyche schwer angeschlagen war. „Er trank, wollte seine Depressionen im Alkohol ertränken“. Schwester Bärbel begriff, dass Manfred Zuspruch und Zuwendung brauchte. Aus der Sympathie für ihn erwuchs eine wunderbare Liebe.

Die vielen Narben störten ihn mehr als sie. Natürlich sind die Spuren des Unglücks auch heute noch über seinen ganzen Körper verstreut, die Brandwunden an der Stirn nicht wegradiert. Es war Bärbel, die den Anfang machte, sich mit ihm verlobte und ihm das Versprechen abrang, mit dem Trinken aufzuhören. „Was brauchst du Alkohol? Jetzt hast du mich!“

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„Einen schöneren Engel konnte mir der Himmel nicht schicken“, strahlt Manfred Koch. 50 Jahre sind sie 2015 verheiratet. Am Tag der Deutschen Einheit feiern sie ihren Hochzeitstag. Die Bilder ihrer Trauung sind beiden allgegenwärtig: „Eine Märchenhochzeit“, schwärmt Manfred. „Von so was Schönem hatte ich immer geträumt“, lächelt Bärbel. Sie sind Eltern  zweier Töchter, Ulla (41) und Angelika (40).

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Besonders dankbar ist Manfred Koch einem Schweizer Spitzenchirurgen in Lausanne, der sich vor einem halben Jahrhundert als einziger Operateur an einen komplizierten Eingriff wagte – mit sensationellem Erfolg: die Finger seiner linken Hand konnten nicht mehr geöffnet und nicht mehr gestreckt werden. Die Hand blieb zur Faust geballt, weil sich durch die Explosionshitze die Sehnen zurückgebildet hatten. „An diese Hand ging keiner ran. Als mir ein Arzt den Tip gab, es in Lausanne zu versuchen, ließ ich mir das nicht zweimal sagen“.

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Mit Bärbel fuhr er im Herbst ’64 dort hin, als Verlobte! „Der Arzt schaute mich an und meinte bloß, was er zuerst korrigieren solle, meine rechte Gesichtshälfte oder meine Hand. Ich war sprachlos, weil ich dachte, an meinem Gesicht gibt’s nix mehr zu verbessern. Natürlich antwortete ich sofort, er möge zunächst mein Gesicht operieren“.

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Das OP-Team arbeitete 8 Stunden daran. „Sie zogen mein rechtes Augenlid nach unten, bastelten einen neuen rechten Nasenflügel, der ganz fehlte. Sie korrigierten die Lippe. Viele Monate fuhr ich immer wieder zu ihm an den Genfer See“.

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Endlich kam die Hand an die Reihe. Von jedem Finger wurde soviel im Mittelstück abgeschnitten, bis die verkürzten Sehnen wieder die Fingerspitzen erreichten. Der Chirurg verzichtete sogar auf’s Honorar, nachdem sich Manfred Kochs Krankenkasse weigerte, die Kosten zu bezahlen mit dem Hinweis darauf, dass dies alles auch viel preiswerter in Deutschland hätte durchgeführt werden können. Auf einem Ärztekongress wurde der Mann, der in der Katastrophe seines Lebens die große Liebe fand, als Paradebeispiel dafür präsentiert, was in der plastischen Chirurgie alles möglich ist.

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Manfreds Leben heute? Ohne regelmäßiges Eincremen verhärten die Narben und schmerzen. Seinen Beruf musste er aufgeben. 1967 kam er in der Druckerei seines Onkels unter, absolvierte erfolgreich eine Reprofotografen-Lehre. 1981 übernahm er selbst die Druckerei. Seine beste Kraft im Betrieb wurde na, wer schon? Krankenschwester Bärbel, seine Ehefrau! 7 Jahre prozessierte er um Schadenersatz und Schmerzensgeld bis zum BGH. Am Ende bekam er lächerliche 13.000,- EURO! Was für ein Hohn!

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Wenigstens bekam er überhaupt was! Lesen Sie hierzu mal in www.boulevard-buende.de  die Geschichte: "Die warten doch nur darauf, dass ich mir den Strick nehme! Hoffentlich nicht Allianz versichert." (Die Story finden Sie durch Anklicken des Links RSS FEED).

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Beide sind Rentner, leben nur noch für sein und Bärbels Hobby, Golfen, Schwimmen, Ski-Langlauf, Radfahren, Bergwandern. „Wir genießen nun auch viel öfter die kulturellen Möglichkeiten einer Großstadt mit Kino- und Theaterbesuchen“.

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Die Stadt München zog aus dem Unglück weitreichende Konsequenzen: es war Anlass dafür, dass die Bayerische Staatsregierung den Bau eines neuen Flughafens weit weg von der City plante und im Erdinger Moos, nordöstlich der Stadtgrenzen, mit dem Franz-Joseph-Strauß-Airport realisierte.

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