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Artikel ‘Rathaus zu Bünde’

„Mit den ersten Hitzetoten sinken die Abitur – Durchfallquoten“

Im Gymnasium am Markt

stöhnen Lehrer über zu kleine und schlecht isolierte Räume.

Stadt – Politiker veröffentlichen zu dem Thema bereits ihre aberwitzigsten Träume.

Hobby – Ingenieure und Laien – Architekten verspritzen gedanklich schon Hektoliter Isolier – Schäume.

Die UWG setzt auf eine automatische Sonnenstrahl-Vernichtungsanlage und schattenspendende Bäume.

Kopfschüttelnde Bürger machen über die schwarze Teerpappe auf’m Dach des in Bordeauxrot gehaltenen Anbau – Etablissements längst ihre Witze.

Die allein sei schuld an der unerträglichen Klassenzimmer – Hitze. Sie schimpfen: „Wie konnte man nur so eine Scheiße bauen?

Wer trägt die Verantwortung? Wem ist der Planungs – Murks zuzutrauen?“.

 

 

Sie blaffen: „Teerpappe als Dachabdeckung ist alles andere als ideal.

Das weiß doch schon jedes Kind über dieses Material“.

Es wurde 2011/2012 trotzdem verwendet auf dem neu gebauten Haus.

Nun wundern sich alle: Da drin halten’s weder Pädagogen noch Eleven aus.

Die flüchten taumelnd bei 40 Grad und mehr im Schatten

aus der Bratröhre wie gegrillte oder gegarte Ratten.

Jetzt wird darüber diskutiert,

was mit dem Pfuschbau denn passiert.

Wann endet für Lehrer und Schüler der Albtraum?

Wann unterrichten und lernen sie in einem klimatisierten Raum?

Die Lösung liegt doch auf der Hand!

Kopf hoch – den Blick zum Dach gewandt.

Und schon sieht jeder im Hirn fitte Bünder:

Da oben rumzuhandwerkern ist für’n Geldbeutel gesünder

als sich mit Neubauten zu befassen.

Die riesige Räumlichkeit eignet sich sogar für Dachterrassen.

Da ist Bewegungsfreiheit, Platz und Weite.

Dort eine Aula oder Klassenzimmer zu schaffen wäre das Gescheite.

Und nochmal: kostengünstig obendrein.

Mensch, Politiker, seht das schnell ein!

Eine Möpse sparendere Lösung kann es nicht geben,

als mal kurzerhand das Dach anzuheben.

Die Kids, die jetzt bei brütender Hitze über Vokabeln und Mathe schwitzen,

würden nicht mehr in ´nem Kabuff, sondern näher am Universum sitzen.

Mit wunderschönem Blick auf unsere Stadt,

den nicht mal ein Multimillionär aus seinem Penthouse hat.

 

 

Dort geht mal hin, ihr Demokraten,

jeder, der was zu sagen hat beim Beraten

über die wilden Pläne von An- und Neubau oder so.

Der Augenschein genügt – und ihr seid froh

für diesen Tipp zum Wohle der Steuer,

denn der Umbau Richtung Weltall ist nicht so teuer

wie eure Gedankenspinnerei.

Die endet, wie ja immer bei euch, mit ´nem Überraschungsei.

Schon in den roten Teerpappen – „Grill“ stecktet ihr 1,99 Millionen.

Wollt ihr einen Neubau nochmal mit soviel Steuergeld entlohnen?

Ihr seid blind! Überseht katastrophal

das einzigartige Potential,

was unter den roten Dachziegeln steckt.

Und nicht nur in Abi – Veteranen den Super – Architekten weckt.

Es handelt sich um eine enorme ungenutzte Fläche.

Für die ersehnte Nutzungserweiterung zeigt sie keine einzige Schwäche.

Anstatt zeitnah in neu geschaffener Sphäre die Einweihung zu feiern,

bevorzugt ihr im Stadt – Kabinett das sattsam bekannte Rumeiern.

Der Schulausschuß hat am 26. Juni 2019 hin- und herdebattiert,

aber keinen Cent für die im GaM heranwachsende Generation investiert.

Soll der doch weiterhin die Hitze auf den Schädel knallen,

4,2% sind in NRW beim Abi sowieso durchgefallen.

Anscheinend hofft ihr: „Mit den ersten Hitze – Toten

sinken ja wohl die Durchfallquoten.

Die schicksalbedingte Reduzierung der Schülerzahl

erspart uns dann die Qual der Wahl“.

Doch darauf will Schulchefin Karin Stallmann nicht warten.

Die verlangt unverzügliches Handeln, rasche Taten.

Sie will, dass sich die Zahlen ihrer Kopfschmerzpatienten reduzieren,

und die nicht vor’s Rathaus ziehen müssen, um zu protestieren.

Dann allerdings nicht als Teilnehmer an der „Fridays of Future“ – Offensive,

eher nach der: „Wir wollen mehr und gesündere Klassenräume“- Devise.

Vielleicht hilft: Ihr Politiker könnt ja mal bei Höllen-Wärme im GaM tagen,

euch dort mit Raumenge und Glutofen – Tortur rumplagen.

Die Pennäler ziehen umgekehrt in eure Wohlfühl – Zimmer im Rathaus ein.

Wetten dass? Nicht ein Sprössling klagt danach über Bullenhitze – Pein.

 

 

Mal gucken, wie lange es anschließend dauert,

bis eine Handwerkertruppe anrückt, installiert, zimmert und mauert.

Zum Wohle der Herz- und Kreislauf – Gestressten.

Ich bin sicher: Der Vorschlag wäre am allerbesten

für sämtliche Parteibonzen, denen Abstruses im Kopfe rumschwirrt.

Nach dem Intermezzo im GaM wäre ihr Verstand derart verwirrt,

da hülfe nur noch die Einweisung in die Psychiatrie.

Jammerschade: Zu dem Platztausch Rathaus/GaM kommt es aber wohl nie.

Was wird sich am Ende, und was wird sich nicht lohnen?

Wie immer zerbrecht ihr Steuergeldhamster im Rathaus euch den Kopf noch jahrelang über mögliche GaM – Investitionen.

Bis dahin müssen die Teenys im glutrot getäfelten Krater weiter schwitzen.

Wegen Erkrankung und Konzentrationsmangel bleiben dann eben ein paar mehr von ihnen sitzen.

Das ist den politischen Machthabern aber anscheinend egal.

Ehrlich gesagt: Schlimmer geht’s nicht mit anstoßerregender Unmoral.

Heiner Anderson

 

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