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Artikel ‘Oberstaatsanwältin Ehresmann’

Heiteres, Nachdenkliches, Warnendes aus dem Gerichtssaal

Ein Rechtsanwalt lügt und fälscht. Legt einen Richter, eine Richterin und eine Oberstaatsanwältin auf’s Kreuz. Und – dreimal darf jeder raten…na? Was passiert?

Falsch! Noch mal falsch! Nee, auch nicht richtig.

Darauf kommt keiner: Der Legendensympathisant gewinnt mit seiner Strategie zwei Prozesse.

Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Prozessbetruges wird eingestellt.

Sachen gibt’s, die gibt es gar nicht – im lustigen Amtsgericht aber schon!

Also: Es will jemand eine Matratze kaufen? Ab in’s Internet!

Einen überkommt der Appetit auf exotisches Premiumfleisch vom südafrikanischen Strauß. Nichts leichter als das! Mensch, einfach googlen!

Im Fachgeschäft sind dir die Angelhaken zu teuer? Sofort online bestellen. 81 Stück für 11,79 Euro.

Eine Mutter möchte ihren Kindern einen Esel schenken. Computer einschalten, Wunsch eintippen, und schon hagelt es Angebote vom Himmel wie dieses: „Verkaufe unseren wunderbaren Esel. Er ist sehr lieb, gibt die Hufe. 1.800,00 Euro“.

Nun benötigst Du freilich weder was Zum Schlafen noch zum Essen und auch nichts für’s Karpfen fischen. Ein Grautier schon gar nicht! Du hast ein ganz anderes Problem und schon alles Menschenmögliche unternommen, es zu lösen.

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Vielleicht Ärger mit Deinem Nachbarn. Streit mit Deinem Vermieter. Krach mit einem zahlungsunwilligen Kunden. Unannehmlichkeiten mit einer Verkäuferin, die Dich vor versammelter Mannschaft fälschlicherweise als Dieb bezichtigte.

Irgendwann kommst Du jedenfalls zu der Erkenntnis: „Alleine schaffe ich’s nicht, das Unrecht aus der Welt zu kegeln. Ich brauche Hilfe!“

Ein Anwalt muss her!

Superidee!

Du kennst welche in Deiner Gemeinde, aber auch deren Honorare. Du weißt, nimmst Du einen von denen, klagst aber beispielsweise in Bielefeld, musst Du ihm seine Fahrtkosten von Deinem Wohnort Rahden, Vlotho, Minden, Gütersloh, Herford, Halle, Petershagen oder weiß der Kuckuck, wo du zu Hause bist, bezahlen.

Bei Benutzung des eigenen Pkw Kilometergeld und Parkgebühren. Nimmt er öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch, Bahn- und Busfahrkarten. In jedem Fall bekommt er auch noch Tagegeld für seine Abwesenheit im Büro. Plus 19% Mwst, versteht sich.

Schließlich will der Staat an Deinem Elend, na ja, an Deinem Notfall, auch noch mitverdienen.

Du machst Dich also aus Gründen der Kostenersparnis, weil der Streitwert nicht mal 500,00 Euro beträgt und die Fahrtkosten, Parkgebühren, Bahn- und Busfahrkarten, sowie das Tagesgeld eines Fürsprechers von außerhalb des Gerichtsortes dazu in keinem Verhältnis stehen, auf die Suche nach einem mit der Jurisdiktion vertrauten Menschen.

Aber wie kommst Du an einen kompetenten Unbekannten? An einen, zu dem Du Vertrauen fassen kannst?

„Du meine Güte! Nichts einfacher als das!“ glaubte ein Bünder Zeitgenosse. „Wofür gibt’s das Internet?“

Gedacht, getan. Flugs ließ er sich bei der Fahndung nach einem dieser Funktionäre, die ihre Qualitäten in ganzen Heerscharen feilbieten, von der beinahe alles Findende Suchmaschine Google helfen.

Ein Blick, dann „Puuuhhh! Da lauern sie wie Spinnen im Netz auf ihre Opfer.

Viel Glück! In der Masse von 562 (!) registrierten Bielefelder Rechtsanwälten finde mal den Richtigen!

Unser Mitbürger Michael Rask gab sich alle Mühe. Las sorgfältig die mit selbst verordneten Qualitätssiegeln garnierten Selbstdarstellungen der um Mandanten buhlenden, sich anbiedernden Redekünstler mit juristischem Staatsexamen, und wählte zum Schluss sieben Exemplare aus. Denen schickte er am 05.Oktober zwischen 18:44 – 19:01 Uhr Inhalt gleiche E-Mails.

Der erste Hecht biss sofort an: Eine Kanzlei nur 450 Meter von jener Arena entfernt, in der unser Hilfe suchender Elsestädter den Streit mit einem Kunden über eine nicht bezahlte Rechnung von einem juristischen Fachmann erledigen lassen wollte. Der Anwalt, der ihm dabei seine Unterstützung versprach und sich großspurig als Experte beim Eintreiben solcher Außenstände aufspielte, stellte sich als Marcus Beckmann vor. Der sieht so nach Mitte 60 aus. Also kein Jungspund mehr und nicht mehr grün hinter den Ohren. Ein Haudegen mit Berufserfahrung, will man meinen.

Was der Bünder in den folgenden 24 Monaten freilich mit dem erlebte, glich der Aufführung eines Lustspiels vom Ohnsorg – Theater während einer Tournee durch die Walachei!

Als Kläger Rask dem auserwählten Beistand zum ersten Mal begegnete musste er still in sich hinein lachen. Mimik, Gestik, ein nicht enden wollendes Dauerschmunzeln im Rotbäckchengesicht erinnerten ihn stark an den Komiker – Gott habe ihn selig! – Heinz Erhardt. Freundlich, charmant, nett, eine sympathische Frohnatur!

Mit diesem Double des Sohnes eines baltischen Kapellmeisters, Vater von vier Kindern, drei Töchter, ein Junge, geboren am 20.02.1909 in Riga, Russisches Kaiserreich, heute Lettland, gestorben am 05.06.1979 in Wellingsbüttel, Musiker, Komponist, Schauspieler, Kabarettist, konnte nichts schiefgehen, war sich der Bünder sicher.

Heinz Erhardt, Liebling von Millionen Lachern, saß der Schalk im Nacken – wie Marcus Beckmann.

„Schalk im Nacken“! Was ist das denn? Eine Redensart aus dem Mittelalter, die sich auf Leute bezieht, die gern mit anderen ihre Späße treiben. Solche Menschen sind von einem schalkhaften Dämon besessen.

Auch das noch, Dämon! Das Wort entstammt dem Griechischen, wird sinnverwandt auch als „Verhängnis“ bezeichnet. Ein Dämon verkörpert alles Böse, das man sich nur vorstellen kann.

Und mit so was vor den Kadi ziehen?

„Ich dachte, ich hätte einen ganz Tüchtigen aus der Masse der vielen Bielefelder Rechtsanwälte herausgepickt und keine Heinz Erhardt – Kopie“, stellt der Beckmann-Mandant aus Bünde heute ernüchtert fest.

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Fügt aber gleich selbstkritisch hinzu: „Das mit der Anwaltsuche im Internet war in diesem Fall zwar nix. Grundsätzlich würde ich es aber jederzeit wieder tun. Allerdings im Umgang mit jedem dieser Kandidaten die Daumenschrauben anziehen“.

Darum: Beckmann kassierte nämlich sein Honorar für die Anfertigung einer Klageschrift nach der Rechtsanwaltsgebührenordnung. Dazu das gesetzlich vorgeschriebene Entgelt für die Einreichung seiner schriftlichen Arbeit im Amtsgericht. Berechnet nach einem Streitwert bis 1.500,00 Euro. Diesen Betrag leite er sofort weiter an die Justizkasse, versprach er.

Aber, oh Schreck! Der gute Mann glänzte durch absolute Faulheit. Er produzierte gar keine Klage.

Was nun?

Der Reingelegte verklagte „Heinz Erhardt Nummer Zwei“, das Schlitzohr wegen Täuschung auf Herausgabe des abgesahnten Honorars und der Gerichtsgebühren. „Das musste bedauerlicherweise geschehen, denn freiwillig rückte „Onkel Marcus“ die Penunzen nicht mehr raus.

Dessen Masche ging so:

Am 05. Oktober zwischen 18:44 und 19:01 Uhr verschickte der Bünder an insgesamt sieben Bielefelder Rechtsanwälte eine inhaltgleiche E-Mail. Er fragte an, ob Interesse bestehe, seine Ansprüche gegen einen zahlungsunwilligen Kunden einzuklagen.

Um 18:47 Uhr ging die Mail an Beckmann raus. Eine Viertelstunde später, um 19:02 Uhr, antwortete der schriftlich: „Selbstverständlich können wir die Sache für Sie übernehmen“.

In einem Telefongespräch am 06.Oktober wurden sämtliche prozessrelevanten Details besprochen. Dabei pickte sich der Jurist die Unterlagen heraus, die er für die Ausarbeitung einer substantiierten Klage benötigte.

Am 07. Oktober wurden ihm nach viel Arbeit im „Druck & Archiv Werk“ (früher Gabys Kopiershop) Blankensteinstrasse 62, 32257 Bünde (05223/878789) alle gewünschten Dokumente in 3-facher Ausfertigung zugesandt.

Am 15. Oktober schickte Beckmann seine Rechnung Nr. 01501 für die ausgearbeitete Klage. Der Bünder glaubte, die komme auf dem Postweg hinterher. Deshalb wartete er noch mit dem Bezahlen.

Statt des Exposés erhielt der Bünder jedoch am 30. Oktober die Anfrage nach dem Verbleib des Geldes.

Am 02. November überwies der Bünder die Kohle: 414,71 Euro – darin enthalten waren 213,00 Euro zu Gunsten der Gerichtskasse für ein Klageverfahren.

Vier Wochen später, am 03. Dezember, erkundigte sich der Mandant per E-Mail, wo denn die bezahlte Ware bleibt.

Der Rechtsanwalt antwortete prompt. Er entschuldigte seine Untätigkeit mit einer Erkältung und versprach, „die Klage ist in Kürze fertig und wird Ihnen vorab per E-Mail zugesandt“.

Am 06. Januar (!) fragte der Bünder erneut schriftlich: „Wo bleibt die Klage?“

Der Advokat, der die Feiertage und den Jahreswechsel schön hinter sich gebracht hatte, antwortete frech, er hätte keine Klage angefertigt, sondern am 31. Dezember – um die Verjährung zu retten – im Amtsgericht Hagen den Antrag für einen Mahnbescheid eingereicht.

Der Mandant reagierte empört! Ein paar Kreuzchen auf einem Vordruck in Kästchen malen, hätte jedes i-Männchen fertig gebracht.

„Wir haben“, schrieb er dem Filou, „nie darüber gesprochen, dass Sie anstelle einer Klage einen Mahnbescheid auf den Weg bringen“. Er solle bitte das zu Unrecht einkassierte Geld binnen vierzehn Tagen rausrücken. Ansonsten würde er verklagt.

Beckmann dachte nicht daran, sich von den 414,71 Euro zu trennen. „Sind Sie pleite? Benötigen Sie Geld?“ schrieb ihm der hinters Licht Geführte. Der glaubt heute, die Mücken hatte der Anwalt gar nicht mehr, sondern in Weihnachtsgeschenke für seine Liebsten investiert. Oder in Knallfrösche und Schampus für Sylvester.

In dem Prozess wehrte er sich jedenfalls mit Händen und Füssen. Nicht zu vergessen: Mit dem Heinz Erhardt Schmunzelantlitz!

So rechnete er sich von den 414,71 Euro beispielsweise Zaster in die Tasche, weil er angeblich mit einem Rechtsanwalt der Gegenseite telefoniert hätte. Wie der Gesprächspartner hieß, an welchem Tag um wie viel Uhr der Gedankenaustausch stattgefunden haben soll, behielt der Schlingel für sich.

Dem Bielefelder Amtsrichter Jürgen Meier (52) log „Die Spinne aus dem Netz“ dann auch noch skrupellos vor, sie hätte nie eine Anfrage mit der Formulierung „Geklagt werden soll…“ von dem Bünder erhalten. Die E-Mail vom 05. Oktober sei bei ihm nicht eingegangen. Die hätte irgendein anderer Rechtsanwalt bekommen. Er jedenfalls nicht!

Der gebluffte Herr Meier hörte sich das in aller Seelenruhe an – und schrieb:

„Im Namen des Volkes“ ( 411 C 13/16 ), „die Klage wird abgewiesen“.

Die 414,71 Euro blieben auf Nimmerwiedersehen in „Onkel Marcus“ Portemonnaie stecken.

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Eine Strafanzeige gegen ihn wegen Betruges und Unterschlagung wurde von der Staatsanwaltschaft Bielefeld eingestellt ( 126 Js 367/17 ).

Wie war diesem Arglistigen trotzdem beizukommen?

„Ich hab’s!“ glaubte der Bünder. Und verklagte Beckmann auf genau die Summe als Schadensersatz, die der im Mahnbescheid selbst errechnet und vom säumigen Zahler des Michael Rask eingefordert hatte: 1.229,48 Euro.

Alles wiederholte sich: Aktenstudium, monatelanges Gezerre, viel Schreiberei, Auftritte im Gerichtssaal. Und die erheiternde Schmunzelorgie des Heinz Erhardt – Doubles.

Am Ende gab’s als Fleißarbeit ein sechs Seiten langes Urteil der 50 Jahre alten Richterin Ilka Bäcker. Ihre geistige Schöpfung ließ sie drei Tage vorm 51. Geburtstag von der Justizbediensteten Kottkamp auf’s Papier gießen.

120 Stunden danach brach (vermutlich) 450 Schritte weg vom Büro der beiden Damen ein Mensch in grenzenlosen Jubel aus. Denn ein Seismograph im Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Ruhr-Universität Bochum soll auffällige Bodenschwingungen, die auf ein Beben im 137,48 km entfernten Bielefeld schließen ließen, registriert haben, so munkelte man. Heftiges Umherhopsen, Auf- und Niederspringen können solche Bewegungen auslösen.

Verursacher soll Marcus gewesen sein, der Heinz Erhardt – Doppelgänger, der mit seinem Jägerlatein und einer simplen Urkundenfälschung die gute Frau Bäcker trotz eines halben Jahrhunderts an Lebenserfahrung älter als 51 aussehen ließ.

Sie, am 08.03.1999 in den Oberlandesgerichtsbezirk Hamm eingeführte Richterin auf Probe, danach wegen ihrer Tüchtigkeit in den Staatsdienst übernommen, erklärte nämlich Herrn Beckmann trotz seiner Lügen und eines rückdatierten Dokuments zum Prozesssieger!

„Tja, so werden Verlierer gemacht“, meinte der Bünder nach der Show des Volkstribunals im Sitzungssaal 4077, als er die sechs tadellos runter getippten DIN A-4 Seiten (Az.: 419 C 49/17) durchgeblättert hatte.

Gleich auf Seite 1 tat ihm die keine Brötchen backende Frau Bäcker zwar einen Gefallen mit der Feststellung, dass Rechtsverdreher Beckmann 1. gelogen und 2. den Anwaltsvertrag, den er mit dem Mandanten aus Bünde abschloss, nicht erfüllt hatte. Aber gewinnen ließ sie den Elsestädter trotzdem nicht. Sie gab dem Täuscher aus der Niederung vor’m Teutoburger Wald den Vorzug!

Nun ja, nicht nur die Bäckerinnung muss zusammenhalten, auch Juristen kratzen sich untereinander nicht so leicht die Augen aus. Da muss es schon noch dicker kommen als nur so’n bisschen was Blaues vom Himmel herunter Gelogenes kombiniert mit einem Falsifikat für’n Prozessbetrug.

Tröstliches empfand der Unterlegene dennoch: Frau Bäckers Urteil wurde „Im Namen des Volkes“ gefällt und nicht, wie er zunächst argwöhnte, „Im Namen des Herrn Marcus Beckmann“.

Außerdem schreibt sie die Wahrheit – und stellt den Beklagten als Lügner bloß. Mit diesen Sätzen:

„Der Kläger wandte sich per E-Mail vom 05.10.15, Bl. 5 d.A., an den als Anwalt tätigen Beklagten, ob dieser ein Mandat übernehmen wolle. Der Beklagte bestätigte sein Interesse.

 Der Kläger beauftragte den Beklagten mit der Erhebung einer Klage. Der Beklagte erstellte unter dem 15.10.2015 eine Rechnung, mit der er Verfahrensgebühren und Gerichtskostenvorschuss geltend machte.

Der Kläger beglich diese Kostennote. Im Folgenden kam es dazu, dass der Beklagte einen Mahnbescheid beantragte. Eine Klage wurde nicht eingereicht“.

Obwohl Marcus Beckmann dem Bünder klar machte, die Forderung müsse unbedingt bis zum 31.12. mit einer Klage gerichtsanhängig gemacht werden, „sonst ist sie verjährt“, ließ er Klage Klage sein. Er lieferte einfach nicht.

Nach zig Mahnungen aus Bünde verstieg sich der Abkocher sogar mit einer E-Mail vom 03.12.2015 14:24 Uhr zu dieser Frechheit: „Die Klage ist in Kürze fertig und wird Ihnen vorab per E-Mail zugesandt“.

Die Klage war nicht „in Kürze fertig“ und es wurde keine „vorab per E-Mail zugesandt“.

„Sie waren zu faul, um noch rechtzeitig vor der Verjährung die Klage fertig zu stellen. Lieber widmeten Sie einer unbeschwerten Adventszeit, den Weihnachtsfeiertagen im Kreise Ihrer Familie und dem Jahreswechsel Ihre ganze Aufmerksamkeit und Schaffenskraft“ schrieb ihm voller Zorn der um die Klage Betrogene.

Mit seiner Vermutung lag er goldrichtig!

Denn am 31.12.2015 – unmittelbar vor der Verjährung eine Sekunde nach Mitternacht – ging beim Amtsgericht in Hagen der Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides gegen den Kunden des Bünders ein. Als Antragsteller gab Beckmann dreist den Namen des Mandanten an – ohne dessen Genehmigung für diesen Schachzug eingeholt zu haben.

Die Spinne aus dem Netz“ wusste genau, warum: Die Erlaubnis, einen Mahnbescheid zu beantragen, hätte sie niemals bekommen!

Denn der Anwaltvertrag war ja ein ganz anderer, wie sich aus den E-Mail-Protokollen klar und eindeutig ergibt:

05.10.2015   18:47 Uhr Mandatsanfrage aus Bünde, 1. Satz: „Geklagt werden soll…“

05.10.2015   19:02 Uhr Antwort von Beckmann: „Selbstverständlich können wir die Sache für Sie übernehmen…“

Es ist von einer Klage die Rede, nicht von einem Mahnbescheid.

Der Elsestädter verlangte nun von Beckmann jenen Betrag, den der selbst im Mahnbescheid genannt hatte: 1.229,48 Euro.

Dann ging’s los!

Beckmann verlor den Überblick. Wer lügt, muss ein gutes Gedächtnis haben. Beckmann hat es nicht. In seiner Klageerwiderung vom 27.04.2017 auf Seite 1 im 4. Absatz gibt er plötzlich gegenüber Amtsrichterin Bäcker zu, den vertrauensseligen Richter Meier im 1. Prozess belogen zu haben. Denn dem trug er vor, er hätte keinen Klageauftrag per EMail bekommen.

An Frau Bäcker schrieb er genau das Gegenteil: „Die Mandatierung erfolgte nach einer Anfrage per Email…“

Sei es wie es sei, so die Bäckerin, dem Kläger Rask stünden die 1.229,48 Euro sowieso nicht zu. Der Betrag sei völlig aus der Luft gegriffen. Es sei nicht mal richtig begründet worden, wie sich die Summe zusammensetzt.

Dabei stammte die ja von Beckmann höchstpersönlich! Der hatte den Betrag aus mehreren Summen addiert und im Mahnbescheid genannt! Wie er auf die 1.229,48 Euro gekommen ist, konnte er nicht sagen.

Damit nicht genug.

Die mit allen Wassern gewaschene „Heinz Erhardt Nummer 2“ präsentierte dem Gericht eine „Anlage B2“. Ein Schreiben mit Anhängseln, das vom 20.01.2016 stammen soll. Darin wird der Bünder darüber aufgeklärt, dass er schnellstens das Klageverfahren einleiten müsse.

Andernfalls entfalle die Verjährung unterbrechende Wirkung des Mahnbescheids.

Das Blatt Papier B2 ist eine plumpe Fälschung!

Beweis: Mit dem dazu gehörenden Anhang würzte er schon den 1. Prozess bei Amtsrichter Meier. Da war es „Anlage B3“ – aber die 1. Seite mit der Verjährungsaufklärung fehlte. Genau die wurde im neuen Prozess 1 ¼ Jahr später vorgelegt als „Anlage B2“!

Wieder ermittelte die Staatsanwaltschaft Bielefeld (126 Js 738/17) gegen Beckmann, diesmal wegen Urkundenfälschung und Prozessbetruges. Oberstaatsanwältin Ehresmann sah freilich keinen Grund für eine Anklageerhebung. Deshalb:

„Der Beschuldigte bestreitet, die ihm zur Last gelegte Tat begangen zu haben. Er lässt sich dahingehend ein, zu keinem Zeitpunkt ein Schriftstück nachträglich erstellt oder ein Schreiben rückdatiert zu haben. Letztlich könnte beispielsweise nicht ausgeschlossen werden, dass das Schreiben auf dem Postweg verloren gegangen ist“.

So verteidigt sich „Die Spinne aus dem Netz“!

Auf dem Postweg verloren gegangen?

In dem 1. Verfahren 411 C 13/16 fehlte das Anschreiben mit der Verjährungsaufklärung bei Beckmanns Klageerwiderung vom 29.02.2016 aber doch auch in der Gerichtsakte obwohl es zur Anlage B3 dazugehört hätte. Es fehlte also nicht nur Michael Rask in Bünde. Auch Amtsrichter Meier in Bielefeld hat es nie gesehen!

In dem Prozess bei ihm kam es allerdings nicht auf Verjährung an. Da ging es „nur“ um die dem Bünder mit falschen Versprechungen abgeluchsten 414,71 Euro für die Einreichung einer Klage.

Das strittige Schriftstück soll vom 20.01.2016 stammen. Es lag Beckmanns Klageerwiderung vom 29.02.2016 aber nicht bei. Obwohl es 40 Tage (!!) vorher auf seinem Computer produziert worden sein soll. Also knapp 6 Wochen zuvor.

Die Beschlagnahme der Schreibprotokolle, die Untersuchung der Festplatten in Beckmanns Computern im Büro und privat wäre für die Staatsanwaltschaft ein Klacks gewesen. Aber die „Ermittler“ haben das Herausfinden der Wahrheit nicht für nötig gehalten.

Ebenfalls nicht für notwendig hält es „Die Spinne im Netz“ den Bünder wegen Beleidigung anzuzeigen. Obwohl der ihn eindringlich darum gebeten hat. „Immerhin beschuldige ich Sie als Organ der Rechtspflege der Urkundenfälschung und des Prozessbetruges. Wenn Sie sauber sind, stellen Sie Strafantrag!“

Marcus Beckmann reagierte nicht.

Für den Hintergangenen lautet das Fazit dieser unschönen Geschicht’:

„Trau keinem noch so seriös schauspielernden Anwalt nicht!

Verlang erst die Ware, bezahl dann Dein Geld.

Also Kohle erst raus, wenn Dir die Klage gefällt “.

Der Prozess über die Forderung von 1.229,48 Euro wurde verloren. „Heinz Erhardt 2“ hat gut Lachen. Sein Widersacher musste ihm 307,50 Euro Honorar bezahlen, dem eigenen Anwalt Störmer 462,43 Euro. Dazu kommen noch die Arbeitszeiten von Herrn Meier und dessen Kollegin Ilka Bäcker, die als sogenannte „Gerichtskosten“ mit 318,00 Euro von der Justizkasse berechnet worden sind.

„Lustig war’s trotzdem“, lächelt der Bünder. Fügt aber nachdenklich hinzu: „So ist das im Leben! Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Ich fische mir in Zukunft nicht so schnell wieder eine Spinne aus dem Netz. Falls doch, lasse ich beim Vorausbezahlen größere Vorsicht walten“.

Um was für einen außergewöhnlichen Vertreter der Anwaltsrasse es sich bei Marcus Beckmann handelt, bemerkte der Kläger zum guten Schluss in der Sparkassenfiliale am Bünder Tönnies-Wellensiek-Platz am 06.12.2017 um 15:57 Uhr. Von dort wollte er 307,50 Euro zzgl. 5% Zinsen überweisen. Das ging nicht. Denn bei einer sorgfältigen Analyse des Briefpapiers stellte der Zahlungswillige fest: Rechtsanwalt Beckmann benutzt im schriftlichen Umgang mit Dritten weiße Blätter, auf denen weder eine Bankverbindung steht, noch eine Steuernummer. Folglich konnten ihm die Penunzen nicht bezahlt werden.

Der Bünder hat ihm daraufhin für die zeitraubenden Bemühungen die 5% wieder abgezogen und den Datenscheuen aufgefordert, sich das Geld in bar in Bünde abzuholen. Per Einschreiben/Rückschein sind ihm 3 verschiedene Termine genannt worden. Die Rückscheingebühren wurden von den 307,50 Euro in Abzug gebracht.

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