Ihre spektakuläre Zeitung

Artikel ‘Ein intensiver Zungenkuss’

Es klingelte 1 ¼ Stunden nach Mitternacht. In freudiger Erwartung öffnete Peter Nelles (51) die Haustür. Lächelnd umarmte ihn seine blutjunge Geliebte Felicitas (22). Sie küsste ihn, zog ihn hinter sich her die Treppe hoch in sein Schlafzimmer. Auf dem Weg dorthin hauchte sie mit verführerischer Stimme: „Ich hab’ jetzt Lust auf Dich. Zieh Dich schon aus, ich komme gleich, wasche mich nur schnell“.

Wenig später stand sie vor ihm, nackt, wie Gott sie erschaffen hatte, mit knubbeligen Oberschenkeln, die kastanienbraunen, schulterlangen Haare nach hinten gekämmt. Der 29 Jahre ältere Mann hatte nur Augen für die prallen Brüste und das lächelnde rundliche Gesicht der nächtlichen Besucherin. Er streckte die Arme nach ihr aus, zog sie auf sich und liebkoste sie.

 

Diesen Rollentausch, die Frau oben auf ihm in der Reiterstellung, hatte er für sein Leben gern! Er hasste es, wenn der Sex in Akrobatik ausartete und er sich bewegen musste, als besäße er Gummigelenke. Die Reiterstellung, nix anderes, war sein Ding. Da hatte Felicitas die maximale Kontrolle über das gemeinsame auf und Nieder, über den Rhythmus und die Arten der Bewegung. Hier ist die Chance, gleichzeitig gemeinsam zum Orgasmus zu kommen, am größten, wusste er aus Erfahrung. Er schloss die Augen und gab sich den zärtlichen Gefühlen hin.

Den Schatten, der zur Tür reinhuschte, sah er nicht. Als er nach Atem rang, war es zu spät. Der „Schatten“ presste ihm mit Unterstützung der jungen Frau ein Kissen auf’s Gesicht. In diesen Sekunden endete der heiße Sex mit eiskaltem Mord.

 

Wohnungsnachbarin Sabine Schuster (32) wurde wieder wach, wie schon so oft in den vergangenen 4 Jahren, wenn es in der Mietwohnung über ihr nachts hoch her ging.

„War die pummelige Sexpuppe da, wackelten die Wände“, erzählt sie www.boulevard-buende.de. „Manchmal wurde auch meine 5jährige Tochter Annerose von dem Gestöhne und dem Quietschen des Bettes wach. Das war mir immer sehr unangenehm, weil ich ihr nicht erklären mochte, was sich da über unseren Köpfen abspielte“.

 

Anzeige

 

Lange Zeit glaubten die Leute in der Wohnsiedlung, Imbissbraterin Felicitas Uhlenhorst wäre entweder die Tochter oder die Enkelin des Fensterbauers Nelles. Der klärte die Leute nicht darüber auf, um wen es sich bei dem jungen Ding tatsächlich handelte. Viel lieber amüsierte er sich köstlich über das Getuschel und Rätselraten der Beobachter, denen erst nach und nach die Wahrheit dämmerte, was es mit dem ungleichen Liebespaar auf sich hatte.

„Bist Du nun ihr Opa oder was?“ wurde er gefragt, wenn er sich mit dem Mädchen am Wochenende in der Stadt zeigte, nach Feierabend in einem der drei Eiscafes saß, einen Amarena-Eisbecher leer schleckte. Und sie sich an Stracciatella und Haselnuss labte.

 

„Nach solchen Fragen lachten wir beide“, kicherte die Kindfrau im Schwurgerichtssaal, wo der Mordprozess gegen sie und ihren Komplizen, den Schattenmann, hinter verschlossenen Türen stattfand. Die Öffentlichkeit war an den 3 Verhandlungstagen ausgeschlossen. Sogar die Familienangehörigen mussten sich auf dem Gerichtsflur die Füße vertreten und erfuhren nichts von den Ungeheuerlichkeiten eines Verbrechens, das nicht zum Alltäglichen böser Menschen gehört.

Felicitas’ stramme Waden und Schenkel steckten in geflickten Bluejeans, die Füße in weißen Billig-Turnschuhen. Sneakers hätte sie gern gehabt. Aber wovon sollte sie die bezahlen? Die Chance, dass ihr Liebhaber Peter welche kaufte, hatte sie leichtfertig vertan.

Im Gerichtssaal hielt ein rotes, drei Finger breites Stirnband ihre Haare zurück und legte so ein Mondgesicht mit Pustebacken frei, dazu einen Piercing in der rechten Augenbraue. Allgegenwärtiges Schmunzeln bestimmte ihren Auftritt vor leeren Zuschauerbänken. Lachend beantwortete sie alle Fragen ihrer Verteidigerin, die des Staatsanwalts sowie die der Richter.

 

„Und ob“, lächelte sie die Kinder- und Jugendpsychiaterin an, als die von der Angeklagten wissen wollte, ob sie gut geschlafen hätte. „Nur ein bisschen aufgeregt bin ich“, ergänzte der Sex-Lockvogel. Das war verständlich. Würde Felicitas nämlich für voll schuldfähig eingestuft, war ihr „lebenslänglich“ sicher. Kamen Milderungsgründe in Betracht, konnte sie auf eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe hoffen.

Gar nicht aufgeregt war sie am letzten Novemberdonnerstag um 01:15 Uhr vor der Haustür ihres Liebhabers. Seit 4 Jahren gab sie ihm, was er suchte: die körperliche Nähe einer blutjungen Frau, Streicheleinheiten, Zärtlichkeiten, sexuelle Erfüllung. Sie liebte ihn nicht, benutzte ihn nur, um Geld aus ihm rauszusaugen.

 

Anzeige

Auch diesmal läutete sie ungerufen und unangemeldet an seiner Tür. Die enge Jeans saß wie eine zweite Haut, der tiefe Ausschnitt ihrer Bluse gab mehr frei als er verdeckte. Sie trug keinen BH, wozu auch? Als er sie mit seinen Blicken streichelte, strich sie ihm über die linke Wange, glitt mit der rechten Hand an seinen Nacken, reckte sich zu ihm hoch und küsste ihn leidenschaftlich.

„Ein intensiver Zungenkuss war’s“, ergänzte sie ungefragt. „So mochte es Herr Nelles. Ich merkte schnell, als ich mich an ihn presste, wie erregt er war. Er umfasste meinen Po – da wusste ich, dass keine Zeit mehr zu verlieren war“.

 

Der 51jährige gierte nach dem, was sie zu geben bereit war. Wie ein Hund schlich er hinter ihr her, bekam gar nicht mit, dass sie die Haustür nur leicht zugeschoben und nicht im Schloss hatte einrasten lassen. So konnte wenig später Landmaschinenmechaniker Markus Mohrenkämper (23) ungesehen hinter den Beiden die Treppe hoch schleichen. Er war der neue Freund des Mädchens und hatte mit diesem einen fürchterlichen Plan ausgeheckt:

„Wenn Du mich lieb hast, muss der andere aus Deinem Leben verschwinden. Ich will nicht, dass Du Dich zuerst von dem alten Opa vögeln lässt und danach zu mir kommst“, verlangte er dessen Tod als Liebesbeweis.

Sie versprach ihm Treue, aber er traute ihr nicht. Denn der 28 Jahre ältere Fensterbauer schenkte seiner Mätresse Geld, überhäufte sie mit Geschenken. Wollte er Sex, stellte sie Forderungen. Mal war’s ‘ne Rolex, Submariner, für läppische 6.500,00 Euro, dann ein Bernstein Collier für 3.195,00 Euro. „Da konnte ich nicht mithalten“, so Markus. „Ich war eifersüchtig. Um das Verhältnis mit Herrn Nelles zu beenden, gab‘s nur eins, wir mussten ihn töten. Da konnte mir Felicitas jeden Tag 1000 Mal versichern, sie fühle sich nur zu mir und nicht mehr zu dem alten Knacker hingezogen. Ich glaubte ihr das nicht“.

 

Anzeige

Der Richter zur Angeklagten: „Haben Sie denn die teuren Wünsche erfüllt bekommen?“

„Nö“, antwortete die, erzählte später der Verteidiger. „Aber er hat mich mit einer anderen, nicht so teuren Uhr und einer schönen Perlenkette bei Laune gehalten“.

Nelles war aus Ostdeutschland hergezogen. Er fand sofort Arbeit und eine Wohnung. „Aber zum Glücklichsein fehlt mir eine Frau“, erzählte er Nachbarin Sabine Schuster. Die staunte: „Vor 4 Jahren kam er mit diesem jungen Ding an. Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich ihnen händchenhaltend und schmusend in der Stadt begegnet bin“.

 

Die Wohnung hatte Nelles von einem älteren Ehepaar gemietet, das die meiste Zeit des Jahres auf den Kanaren und in Bayern verbrachte. „Die waren weit weg und ahnten nicht, was sich in den vier Wänden ihrer Eigentumswohnung abspielte“, meint Frau Schuster kopfschüttelnd. „Wenn die gewusst hätten, dass es hier zuging wie in einem Freudenhaus, hätten sie ihren Mieter mit Sicherheit sofort an die frische Luft gesetzt“.

Felicitas kam und ging, wann es ihr Spaß machte. Mal trug sie die Haare schwarz, mal rot, mal braun. Sie ging regelmäßig zum Friseur, Peter zahlte ja! Ihre Eltern tolerierten das Verhältnis. Die Mutter: „Was sollten wir tun? Ihr Vorhaltungen machen? Dann wäre sie gar nicht mehr nach Hause gekommen“.

Daheim war sie selten genug. Wenn sie nicht bei ihrem 3 Jahrzehnte älteren Freund war, zog sie mit ihrer Clique durch Diskos oder machte Party. Im Imbiss war sie nur, damit sie nicht als arbeitsscheu ins Gerede kam. Spaß machte ihr das Würstchengrillen und Pommeseintüten nicht. Mehr Freude hatte sie mit ihrer „Arbeit“ bei Peter. „Da konnte ich viel mehr verdienen, ohne mich kaputt zu machen“.

 

Anzeige

„Manchmal flogen auch mal Sachen gegen die Wand“, weiß Nachbarin Schuster. Wenn sie Herrn Nelles darauf ansprach, weil sie nachts kein Auge zubekommen hatte und ihre Tochter weinte, antwortete der kichernd: „Sie wollte nicht so wie ich. Aber ich verspreche Ihnen, wir bessern uns“.

Wie sich die letzte Nacht im Leben des Herrn Nelles abspielte, las der Staatsanwalt aus der Anklageschrift vor: „Sie legte sich auf ihn und streichelte ihn, da schlich Markus Mohrenkämper heran. Mit einem Messer, das er sich aus der Küche besorgt hatte, schnitt er dem Opfer die Kehle durch und fügte ihm mehrere Stiche in die Brust zu. Sie trafen Herz und Leber. Vorher hatte das Paar ihm ein Kissen auf’s Gesicht gedrückt. Das Opfer, überrascht und wehrlos, verblutete und starb an Ort und Stelle“.

 

Es war Sabine Schuster, die nach 4 Tagen die Polizei alarmierte. Beinahe 100 Stunden war es mucksmäuschenstill in der Wohnung über ihr geblieben. „Ich habe Herrn Nelles Mittwoch Abend das letzte Mal gesehen und gedacht, da stimmt was nicht“.

Die Tür wurde aufgebrochen, das Opfer lag verblutet im Bett.

Den Tätern kam die Kripo schnell auf die Spur. Denn natürlich führte der erste Weg der Ermittler zu dem Betthäschen des Ermordeten.

Felicitas Uhlenhorst gab alles zu. Sie legte ebenso, wie ihr Komplize Markus Mohrenkämper, ein volles Geständnis ab.

Das Schwurgericht bestrafte den 23jähren wegen Mordes zu 9 Jahren Haft. Der 22jährige Lockvogel muss wegen Beihilfe zum Mord für 7 Jahre ins Gefängnis.

Beide Angeklagten wurden als vermindert schuldfähig eingestuft.

„Sie leidet an einer Persönlichkeitsstörung, er hat Alkoholprobleme“, sagte der Richter. Dabei bezog er sich auf das Gutachten eines Sachverständigen. Felicitas kommt zunächst in ein psychiatrisches Krankenhaus, Markus in eine Suchtklinik. Danach müssen sie in’s Gefängnis.

„Das Motiv für den Mord war die krankhafte Eifersucht von Herrn Mohrenkämper. Er war die treibende Kraft des Verbrechens. Er hat seine Freundin zum Mitmachen überredet“, hieß es in der Urteilsbegründung.

 

Anzeige

Unser Motto:

Der Wahrheit die Ehre.

Dem Lumpen den Pranger.

Dem Schwachen unsere Hilfe.

www.boulevard-buende.de ist die spektakulärste Zeitung in Bünde = bekannt als Tabak-,

Zigarren- und Banderolenstadt, als „Fairtrade Town“ und als Radfahrer-Eldorado.