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Klingelingeling – und die Menschenjagd fängt an

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Seit 45 Jahren beobachtet ein Bünder Journalist, wie Medien gefühlskalt und erbarmungslos auf Kosten argloser Mitmenschen Kasse machen. Dass sie Zucht und Ordnung predigen, aber Unmoral und Verunglimpfung praktizieren. Seine Recherchen und Ergebnisse stellt der Ermittler in 2, 3 Jahren in einem Buch vor, Arbeitstitel: Die Jagd nach dem nächsten Opfer. Was er enthüllt, macht fassungslos, ist beängstigend, schauderhaft. Die Geschichten über zweibeinige Schakale, Klingelgangster, Diebe, Hehler, Lügner in Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen jagen einem den Angstschweiß auf die Stirn. Da werden jede Menge Triebtäter losgeschickt, dem einzigen Ziel verpflichtet: Ahnungslose auf’s mediale Schafott zu führen!

 

Eiskalt, unbarmherzig, dem Trieb gehorchend, die Konkurrenz mit Gänsehaut erzeugenden Stories zu schlagen, die Auflage zu steigern, den Konzerngewinn zu maximieren, die Aktionäre zu begeistern, dieser selbst gestellten Herausforderung gehorchend, gehen die schreibenden und knipsenden Menschenjäger tagtäglich kriminell an ihr Vernichtungswerk.

 

Einer von denen, die’s ganz toll treiben, ist „Klingelingeling“-Reporter Jörg Völkerling. Wenn der braungebrannte Smarty vor deiner Haustür steht, Kurzhaarschnitt, modisches Sakko, Jeans, bewaffnet nicht mit Pistole oder Revolver, sondern mit modernsten Hightech-Kameras, lass ihn nicht rein! Meist klingelt er, wenn dich gerade ein Unglück wie’n Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat, du psychisch am Boden liegst und sich ein Familienangehöriger, guter Freund oder Nachbar als Leiche noch warm am Orte der Tragödie oder im Krankenhaus befindet.

 

 

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Die Sünden von „Klingelingeling“-Reporter Völkerling siehst und liest du beispielsweise in „BILD“ und „Frau im Trend“ als menschenverachtenden Ausguss einer schrankenlos gewordenen Pressefreiheit. Wegen „Klingelingeling“-Völkerling und Konsorten forderten erboste Trauerfamilien mehrfach Polizeischutz an.

 

Wenn die Knipserbande schellt und du ahnungslos die Tür öffnest – zackzack, wirst du gleich abgeschossen, digital verewigt und vermarktet wie Gemüse der Handelsklasse A. 

 

Wie Helga Liebler (85), Gefahr erkannt, aber nicht mehr gebannt, die geistesgegenwärtig noch abwehrend die rechte Hand vor’s Gesicht riss und schrie: „Kein Foto, nein, kein Bild von mir!“ Vom nächsten Morgen an konnte sich die allein lebende Witwe das vom „Klingelgangster“ Völkerling gegen ihren Willen angefertigte Konterfei in Zeitungen und Illustrierten begucken.

 

Heute lachst du vielleicht noch über Frau Liebler oder zeigst mit dem Finger auf deinen Nachbarn – und ahnst nicht, dass du selbst schon Morgen das nächste Medienopfer sein kannst!

 

Mit Sabine Hilschenz (45) ging das zum Beispiel so: Die lächelte dich am Montagmorgen aus der Farbgazette „DER SPIEGEL“ an – und du hattest nicht den leisesten Verdacht, für’s sauer verdiente Geld gerade Hehlerware gekauft zu haben. In dem Hochglanzheft wurde nämlich ein geklautes Foto veröffentlicht!

 

 

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Vielleicht hattest du dir bei ’ner Tasse Kaffee 24 Stunden zuvor gerade die „Welt am Sonntag“ reingezogen und vermutetest nicht, dass dich auf Seite 12 eine sympathisch wirkende Frau unter ihren dunkelbraunen Wuschelhaaren auf einem stibitzten Foto anlächelte.

 

Möglicherweise konsumierst du regelmäßig die „Superillu“ und glaubst, was Seriöseres als dieses bunte Bilderblatt gibt’s doch gar nicht. Flötepiepen! Auch da wurdest du, wie viele Leser, für ein Klaufoto abkassiert.

 

Bei soviel Konkurrenz wollte die 0,60 € kostende „BERLINER MORGENPOST“ nicht nachstehen – schwuppdiwupp wurde auch darin ein durch krumme Finger beschafftes Foto auf Seite 18 präsentiert!

 

Mensch, was die Kleinen können, schaffen auch die Großen! „STERN“ – Leser staunten über die Tüchtigkeit der Redakteure, wie schnell die das Foto einer Mama beschafften, die 9 Leichen ihrer Kinder in Blumenkästen auf dem Balkon ihrer Wohnung verscharrte. Der 3-seitige Bericht war wieder eine echte STERN-Schnuppe nach langer Zeit. Weil das Foto, das die Totengräberin Sabine Hilschenz zeigt, Plünderware ist! Für die Diebesbeute zahlte der „STERN“ dem Verkäufer Geld. Allerdings weitaus weniger, als 1983 an den am 27.06.38 in Löbau geborenen Kunstmaler Konrad Kujau, der dem Nachrichten-Magazin gefälschte Hitler-Tagebücher für 9,3 Millionen DM verscheuerte. Beide, Käufer und Verkäufer, wurden durch den Leserbetrug weltbekannt.

 

 

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Am Elend derer mitzuverdienen, die durch eine unheilvolle Katastrophe aus dem Alltagseinerlei gerissen worden sind, das ist das Prinzip derjenigen, die täglich in den Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen darüber grübeln, wo sie ein neues Schlachtopfer finden, um es zur medialen Hinrichtungs-Show auf’s öffentliche Schafott zu führen. Dabei wird vor der Veröffentlichung von Klaufotos nicht Halt gemacht. Wer erwischt wird, reagiert rotzenfrech, wie die Rechtsabteilung des „STERN“, die an den Urheber des entwendeten Fotos schrieb: „Seien Sie versichert, dass wir stets nachprüfen, wer die Verwertungsrechte an den Bildnissen hat, die wir abdrucken. Dies ist auch hier passiert…Mit freundlichen Grüßen  Dr. Kirsten Hendricks“. Das Schreiben ist 15 Zeilen lang.

 

Auch DER SPIEGEL meldete sich fuchsteufelswild aus dem Justitiariat mit der frohen Botschaft an den tatsächlichen Fotobesitzer, „dass wir die Rechte zum Abdruck rechtmäßig erworben haben. Mit freundlichen Grüßen  Brigitte Rolofs“. Die erzürnten Blattmacher hätten besser daran getan, vorm Ankauf des kriminell beiseite geschafften Bildes dessen Herkunft abzuklären.

 

Das unterließen auch die Damen und Herren der „Superillu“, für die die Kanzlei eines Herrn Professor Schweizer aus München darauf hinweist, „dass das in Rede stehende Foto in gutem Glauben erworben und hierfür ein angemessenes Honorar geleistet wurde“. Wie schön! Denn die Honoraraufwendung für die ungeprüft gekaufte Hehlerware holte sich der Verlag hunderttausendfach wieder von ahnungslosen Lesern, die für teures Geld an den Kiosken die „Superillu“ mit dem Diebstahl-Schnappschuss kauften. 

 

Ach, und weil die Veröffentlichung des Plünder-Porträts für die von Herrn Schweizer vertretenen Druckerzeugnisse offenbar ein lukratives Geschäft gewesen ist, beeilte sich der Medienrechtsexperte für die Illustrierte „neue woche“ mitzuteilen, dass natürlich auch dieses Massenmedium „die Rechte ordnungsgemäß erworben und die dazu geforderte Lizenzvergütung entrichtet hat“. Diese Summe, das schreibt er selbstverständlich nicht, haben die nichts Böses ahnenden „neue woche“-Leser doppelt und dreifach durch den Kauf des Blättchens in die Verlagskasse zurückgespült. 

 

 

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Wieviel besser wäre es gewesen, die Damen Hendricks und Rolofs sowie die Herren Schweizer & Co hätten sich intensiver mit § 259 des Strafgesetzbuches beschäftigt, wo es heißt: Hehlerei – Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

 

Warum war das geklaute Foto für die mediale Hehlerbande so wertvoll? Das Diebesgut erwarben und druckten außer den bereits genannten noch jede Menge illustrierte Magazine und Provinzblättchen. So das französische Radaublatt „Detective“ auf dem Titel und im Innenteil auf Seite 6; die „BILD-Zeitung“ x-mal in ihren 21 Lokalausgaben; „BILD am SONNTAG“ war mit dabei; die „Märkische Oderzeitung“. Die ließ über die Berliner Medienrechts-Top-Kanzlei Weberling & Kleinke mitteilen, es sei nicht ihre Aufgabe, die Herkunft des Fotos zu ermitteln. Dreister geht’s nun wirklich nicht!

 

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Ins Rollen gebracht hat alles ein Mann namens Frank König (29), der machte Sabine Hilschenz, der Schwester seiner Mutter, den Garaus. Er ist der moralische Held in diesem Kriminalfall, der ganz Deutschland in Atem hielt! Dem jungen Familienvater war bewusst, was für eine Lawine er lostreten würde und wie sehr er die Familienehre beschmutzt, wenn er die Kripo anruft. „Es kam allerdings viel schlimmer, als ich dachte“, sagt er gegenüber www.boulevard-buende.de.

 

 

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 Die Erinnerung an das, was er entdeckte, nimmt ihm fast die Luft zum Atmen: „Sabine hatte mindestens 9 ihrer 13 Babys getötet und verscharrt. Ich fand beim Säubern des Grundstücks 22 Knochenreste in Blumenkästen, die ich ausleerte. Ich rief die Polizei und empfing die Kriminalkommissarin mit belegter Stimme: ‚Ich glaube, ich habe eine Kinderleiche gefunden…’ Die Beamtin forderte mehrere Kollegen an, alle durchsuchten dann das Gelände“.  

 

Sie kippten einen Blumenkasten nach dem anderen aus, stießen auf weitere Schädelteile und Knochenreste in Eimern. Franks grausige Vermutung bestätigte sich: „Hier lagen die Überreste mehrerer toter Babys. Als Täterin kam nur meine Tante Sabine in Frage“.

 

Bei den DNA-Untersuchungen stellten Ärzte fest, dass die Skelette von 7 Mädchen und 2 Jungs stammten. Die Prozesse zogen sich bis ins Jahr 2009 hin, am Ende lautete das rechtskräftige Urteil 15 Jahre Haft wegen Totschlags an 8 Babys. Wie das 9. gestorben war, konnte nicht geklärt werden. Die Beschuldigte sagte, es war eine Totgeburt.

 

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Auf psychologische Unterstützung ihrer eigenen Familie durch Mutter Marta (83) sowie die 3 am Leben gelassenen Kinder Stephanie (25), Danny (23) und Ivo (22) hofft die „Todesmutter“ in der Justizvollzugsanstalt Duben, 80 km von Frankfurt/Oder entfernt, vergebens. Keiner von ihnen besucht sie im Gefängnis. Sie haben sie im Gerichtssaal nicht 1 x angeguckt, obwohl ihr flehentlicher Blick geradezu um Augenkontakt bettelte. Die Kinder wandten sich demonstrativ ab. Nicht anders war die Begegnung mit ihrem Neffen Frank König. „Ich will mit meiner Tante nie mehr was zu tun haben“, erklärt er mit fester Stimme www.boulevard-buende.de

 

 

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Dabei hatte er es in der Hand, den Verbrechensfall aus Rücksicht auf die eigene Familie - er ist selbst Vater einer 6 Jahre alten Tochter – zu vertuschen. Hat er vielleicht doch einen Moment darüber nachgedacht, die Knochenstücke zu verscharren, zu verbrennen, zu entsorgen, um sich und seine Angehörigen vor Schlagzeilen und Polizeiverhören zu schützen? Denn eins war ihm sofort klar: „Die Überreste befanden sich in Behältern meiner Tante, die sie 2 Jahre zuvor bei uns abstellte. Nur sie allein konnte etwas über die Herkunft wissen, entweder als Täterin oder als Mitwisserin. Ich hätte sie danach fragen können, mein Verhältnis zu ihr war gut. Aber hätte ich von ihr die Wahrheit erfahren? Ob eigene Verwandtschaft oder nicht, hier durften private Interessen keine Rolle spielen. Ich musste die Polizei informieren“.

 

Frank hatte den Mut, die Familie bloßzustellen, sehr wohl wissend, was nach seinem Anruf bei der Kripo „auf uns alle zukommt. Ich hab’s geahnt, aber dann viel Entsetzlicheres erlebt. Am liebsten hätten wir uns alle in einem Mauseloch verkrochen. Oma erlitt einen Schock. Meine Mutter Jutta (58) konnte nur als Feuerwehrfrau verkleidet zum einkaufen gehen. Ohne diese Maskerade wäre sie tot fotografiert worden und nicht durch den Sperrriegel der Journalistenmeute gekommen. Der Belagerungszustand unseres Hauses war so nervig für uns, dass wir nachts keinen Schlaf mehr fanden“. 

 

 

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Die Familienangehörigen verweigerten jedes Interview. Die Herausgabe von Fotos lehnten sie rigoros  ab. Das war für die „Reporter des Satans“ kein Hinderungsgrund, Bilder zu klauen. Ein gefundenes Fressen bei der Suche nach Fotos der „Horrormutter“ war die Bereitschaft ihres letzten Freundes Bernd Behrends (64), für Geld die inhaftierte Lebensgefährtin den Medienhenkern auszuliefern; so ein Judas findet sich überall. Er, Erwerbsunfähigkeitsrentenbezieher, zuckerkrank, stellte alle Zimmer auf den Kopf, räumte unter den Blicken schlagzeilengeiler Journalisten Schränke aus, kramte in Kartons, entleerte Schubladen in der Wohnung, in der er zuletzt mit Sabine wohnte. Es lohnte sich! Er entdeckte Schnappschüsse, die Behrends Bett- und Herzens-Vorgänger von Sabine und deren und seinem Kind Elisabeth auf mehreren Ausflügen angefertigt hatte. Diese wertvolle Ware verhökerte Behrends auf der Stelle an jene, die beim Diebstahl der Aufnahmen auf seine langen Finger starrten.

 

 

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Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl über 5.000,- € wegen Diebstahls. Die Summe entspricht exakt jener, die Spitzbube Behrends nach eigenen Angaben für den Verkauf der Fotografien von BILD-Reportern bekam. Nachzulesen ist das in der Ermittlungsakte der StA Frankfurt/Oder (Az.: 256 Js 22860/07). Der Strafbefehl ist rechtskräftig.

 

Der Axel Springer-Verlag verkloppte dann die Diebesbeute, nachdem er sie selbst zunächst in seinen eigenen Medien an den Kiosken gewinnbringend fast 4 Millionen Lesern untergejubelt hatte. Käufer waren DER SPIEGEL, STERN, Superillu, neue woche, und, und, und. Reingelegt wurde der tatsächliche Eigentümer durch den hinter seinem Rücken stattgefundenen massenhaften Verkauf, Abdruck und die Ausstrahlung der Fotos durch Fernsehsender in der ganzen Welt.

 

 

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Durch tüchtige Anwälte sprang für den Nutzungsrechteinhaber wenigstens noch was heraus. Die Kanzlei Senfft und Partner, Schlüterstraße 6, 20108 Hamburg (Telefon: 040/4502410; Fax: 040/45024141) reichte Klage ein. Zum Prozess rückten der Dieb und seine Abnehmer allerdings gar nicht erst an. Die zahlten lieber vorher schnell einen 5-stelligen Betrag und vermieden so ein peinliches Aufsehen.

 

Heute kräht nach Todesmutter Sabine Hilschenz kein Hahn mehr. Das Geschäft mit ihr ist gelaufen. Am 26. August 2020 wird sie 55, bei guter Führung im Knast ist sie dann frei. Bis dahin hat die Medienmeute auf ihrer Jagd nach neuen Opfern längst wieder fette Beute gemacht. www.boulevard-buende.de kennt schon jetzt bereits jede Menge weitere öffentlich Hingerichtete. Zwei von ihnen erzählen hier anschließend ihr Schicksal. Es folgen in den nächsten Monaten noch viel mehr. www.boulevard-buende.de stellt in lockerer Folge weitere Täter und Opfer vor. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.

 

 

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Wie gewissenlos! Millionen Lesern wurde eine Todkranke als kerngesunde 4-fache Mutter verkauft



Freitag, 12:37 Uhr, nasskalt bei blauem Himmel. An einem frisch ausgehobenen Grab vor dem links 1 ½ Meter hoch aufgetürmten Lehmklumpenhaufen, der mit grünen Kunstrasenteppichen abgedeckt ist, bricht eine Frau im schwarzen Hosenanzug mit einem Schreikrampf zusammen. „Stephanie, Stephanie, verlass mich nicht, mein Kind!“ Die Trauergäste weinen, leisten der halb Ohnmächtigen Erste Hilfe.

 

 

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Es ist nicht der 13., und trotzdem ein schwarzer Freitag! Ein beschämender Unglückstag für die Schmiererzunft deutscher Lügenblättchen, die hier  nur symbolisch in der Gruft versenkt wird. Beerdigt werden eine säuische Moral, schweinische Verstöße, zum Himmel stinkende Missetaten neben der  im Kiefernholzsarg eingebetteten, an Leukämie verstorbenen Stephanie Kumfert, Tochter einer Hartz IV – Empfängerin, 56 Tage vor ihrem 28. Geburtstag. Begleitet von 114 Verwandten und Bekannten, Nachbarn, Hausbewohnern, Freunden, 7 Geschwistern, alles Mädchen, und von ihren 4 Jungs Brian (9), Kevin (7), Dwayne (6), Daimon (4), die sie alleine erzog, seit sie nach der Geburt des jüngsten Kindes vom Vater sitzen gelassen wurde. Beweint von ihrer wieder auf die Beine gestellten, von Verwandten gestützten, eben umgekippten Mutter Michaela (42).

 

 

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Zugeschaufelt wird mit der zuletzt nur noch knapp 40 Kilo wiegenden Toten eine zum Himmel schreiende, pervers perfektionierte Masche von Schmutzfinken, die in Zeitschriftenredaktionen ihr täglich Brot verdienen. Metaphorisch bestattet wird deren über Leichen gehendes Gewinnstreben und ihre ausgebuffte Sucht, vertrauensselige Mitmenschen über den Tisch zu ziehen.

 

Stephanies Tod war grausam.

 

 

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Als sie noch hoffte und lachte, standen bei ihr die Klingelgangster von der Unterhaltungspresse Schlange. Wenn eine junge Frau an Krebs erkrankt, lockt das niemanden der Journaille-Klamauktruppe vor die Tür. Wohl aber, wenn eine dem Tod geweihte alleinerziehende Mutter 4 kleine Kinder hat! Wie Stephanie. Da lassen sich schöne Geschichten stricken, Märchen erzählen, Käufermassen an die Kioske locken und für blöd verkaufen!    

 

Die Rücksichtslosigkeit dieser Vertrauensmissbräuchler beflügelte Stephanies Weg auf den Friedhof. Mutter Michaela erklärt weinend gegenüber www.boulevard-buende.de :„Sie litt unter den Lügen, die über sie öffentlich verbreitet wurden. Sie konnte nicht verstehen, dass in der „Glücks-Revue“ auf einer Doppelseite geschrieben stand „Mutterliebe war stärker als der Blutkrebs“. In Wirklichkeit kämpfte mein Kind mit dem Tod. Stephanies Kurzbesuche zu Hause wurden immer weniger, viel häufiger musste sie zu Daueraufenthalten auf die Intensivstationen von Spezialkliniken.

 

 

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Der Artikel war ein einziger Hohn!

 

Als Stephanie den Bildbericht las, wurde sie sehr traurig. Sie verstand nicht, wie das Märchenblatt schreiben konnte: „Nach 5 Monaten des bangen Wartens, buchstäblich in letzter Sekunde, fand sich endlich ein geeigneter Knochenmark-Spender für die Todkranke. Mit seinen Zellen konnte die junge Frau den Blutkrebs endgültig besiegen. Die Transplantation verlief erfolgreich – Stephanie Kumfert erholte sich überraschend schnell. Nach 8 Monaten konnte sie die Klinik endlich wieder verlassen“.

 

 

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Dabei war sie todgeweiht, sichtbar für alle!

 

„Nicht genug damit, dass mein Kind in der „Glücks-Revue“ durch den Dreck gezogen wurde, auch die „Neue Post“ schmierte munter drauf los, überschrieb ihre sogenannte Medizin-Reportage mit der Schlagzeile: „Meine Kinder gaben mir die Kraft, den Krebs zu überstehen“.

 

Während Stephanie im Klinikum Minden dem Tod näher war als dem Leben fern ab von ihren 4 Kindern, wusste es das „Goldene Blatt“ viel besser! Die geschäftstüchtigen Zeilenschinder legten Stephanie in den Mund, fettgedruckt, 14 cm breit, 2 cm hoch: „Meine Kinder gaben mir die Kraft, den Krebs zu besiegen“.

 

 

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Der Boulevard-Reporter Kurt Gather (64) trieb’s auf die Spitze! Er versprach Stephanie vor’m Interview und der Foto-Anfertigung ein Honorar von 100,- € nach der 1. Veröffentlichung.

 

Weder die 1. Veröffentlichung noch die 2. oder 3. legte der saubere Herr mit den grauen Schläfen der armen Stephanie vor. Ihre Mutter schimpft ärgerlich im Gespräch mit www.boulevard-buende.de : „Dieser Kerl rechnete wohl damit, dass Stephanie nach 2-maliger Knochenmarktransplantation nicht mehr lange lebt! Der Tod meiner Tochter als Honorarersparnis von lächerlichen 100,- €! Ich kann es nicht fassen“.

 

Durch Zufall hörte Stephanie schließlich doch nach 7 (!) Monaten von der „Goldene Blatt“ – Geschichte. Ob es die 1. war, erfuhren sie und ihre Mutter nie. Wutentbrannt schrieb sie an den Reporter:

 

„Sie missbrauchen meine Krankheits- und Leidensgeschichte für die Verfolgung eigener finanzieller Interessen. Sie vermarkten mich mit meinem persönlichen Schicksal. Schlimm, dass Sie für Ihr skandalöses Handeln auch noch Komplizen finden wie das Goldene Blatt und Glücks Revue. Ich werde für Sie und diese Blätter die richtige ‚Reklame’ machen“.

 

2 Tage später schickte Herr Gather einen Verrechnungsscheck der Stadtsparkasse Düsseldorf, Scheck-Nr. 0001007437335 über 100,- € mit dem Vermerk: Lt. Vertrag 9-06  Fotorep.: Krebs besiegt

 

 

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Weil Stephanie dem Honorarversprecher obendrein Betrug und Gaunerei vorgeworfen hatte, nahm der die Hilfe des Deutschen Journalisten-Verbandes in Anspruch, verlangte eine Unterlassungserklärung. Begründung: Er sei kein Ganove, denn das schriftlich vereinbarte Honorar von 100,- € habe sie ja erhalten. Der Vorwurf, Gather habe sie getäuscht, sei falsch.   

 

Kein Wort davon, dass die Zahlung dieses lachhaften Betrages nicht, wie vereinbart, nach der 1. Veröffentlichung erfolgte, sondern erst nach einer Stephanie Kumfert bekannt gewordenen 2., nämlich der in Glücks Revue! Ob und wie viele weitere Veröffentlichungen es vorher gegeben hat, ist bis heute unbekannt.

 

Die Krebskranke nahm den Vorwurf des Betruges nicht zurück. Es kam zum Prozess vorm Amtsgericht (Az.: 143 C 451/07), wo die Siegestrunkenheit des Klägers allerdings einen erheblichen Dämpfer bekam.

 

Physisch und psychisch angeschlagen, leichenblass, aufrecht gehalten durch Medikamente, nahm Stephanie um 13:12 Uhr, gestützt von ihrer Mutter, Platz im Gerichtssaal. Was besprochen wurde, nahm die nur für die Dauer dieser Verhandlung aus der Klinik entlassene Patientin gar nicht wahr.

 

 

Michaela Kumfert erinnert sich kopfschüttelnd: „Ich hielt ihre Hand, Stephanie zitterte, trug ein Kopftuch, um den durch Haarausfall kahl gewordenen Schädel zu verstecken. Sie sah mich aus traurigen Augen an und ich fühlte, was sie dachte: ‚Mama, ich halte nicht mehr länger aus!’“

 

„Auf dringendes Anraten“ des Gerichts, so steht es auf Seite 2, Zeile 7, schlossen Stephanie und Michaela Kumfert mit dem Reporter diesen Vergleich:

 

1.     Die Parteien sind sich darüber einig, die in der Vergangenheit liegenden Geschehnisse unaufgeklärt zu lassen.  

 

2.     Die Antragsgegnerinnen verpflichten sich, es zu unterlassen, sich Dritten gegenüber über die durch vom Antragsteller erfolgte Berichterstattung über sie und die damit im Zusammenhang stehenden Umstände zu äußern.

 

3.     Die Antragsgegnerinnen verpflichten sich weiter, gegenüber der Staatsanwaltschaft zu erklären, an einer Strafverfolgung des Antragstellers wegen einer zivilrechtlich erfolgten Einigung kein Interesse mehr zu haben.  

 

4.     Der Antragsteller verpflichtet sich, keine weitere Berichterstattung über die Antragsgegnerinnen in der Zukunft mehr vorzunehmen.

 

5.     Der Antragsteller verpflichtet sich weiter, an die Antragsgegnerinnen als Gläubigerinnen einen Betrag in Höhe von 500,00 € binnen einer Frist von 2 Wochen zu zahlen.  

 

Der Reporter zahlte innerhalb von 14 Tagen. Was dann jedoch passierte, spottet jeder Beschreibung! Sein Anwalt verlangte postwendend die Herausgabe des noch nicht eingelösten 100,- €-Schecks, den Stephanie wegen ihrer Erkrankung noch nicht zur Bank bringen konnte. 

 

 

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„Als meine Tochter von dieser frechen Schecksperre erfuhr, sackte sie vor meinen Augen am Küchentisch zusammen, stützte ihren Kopf in beide Hände und stammelte: ‚Mama, Mama, was habe ich verbrochen, dass ich so bestraft werde?’ weint Michaela Kumfert im Interview mit www.boulevard-buende.de.

 

Ein Bekannter der Familie sandte dem Reporter einen bitterbösen Brief, darin heißt es: „Da zahlen Sie aufgrund eines Vertrages, den nur Sie allein besitzen und von dem Sie der todkranken Stephanie nicht mal eine Zweitschrift zur Verfügung gestellt hatten, mit 7-monatiger Verspätung ein Honorar von 100,- € und das auch erst, nachdem Mutter und Tochter massiv bei Ihnen per Brief auf den Putz gehauen haben. Anschließend brechen Sie einen Prozess vom Zaun mit dem Ergebnis, dass Sie an Mutter und Tochter auf dringende Empfehlung der Richterin ein Zusatzhonorar bezahlen sollen. Danach haben Sie dann die Frechheit, den 100,- €-Scheck über Ihren Rechtsanwalt von der krebskranken Stephanie zurückzufordern.

 

 

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Schämen Sie sich eigentlich nicht? Denken Sie nur an Geld und nicht an das Leid dieses schwerkranken Menschenkindes? Wir haben im Familien- und Freundeskreis Ihre nicht mehr zu überbietende (soll ich sagen Charakterlosigkeit? Menschenverachtung?) diskutiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie sich Ihre 100,- € einrahmen können. Stephanie will dieses Geld nicht mehr von Ihnen. Sie wird aber den Scheck an Sie nicht herausgeben. Den hebt sie sich auf als Dokument für das Verhalten eines Mannes, der sich „Journalist“ nennt und dessen Verhaltensweise ab sofort jedes weitere Wort überflüssig macht“.

 

Der Brief endet grußlos. Michaela Kumfert: „Ich habe mein Kind nur noch weinen gesehen“.

 

Chemo, Tabletten, Infusionen, zuletzt im Rollstuhl sitzend neigte sich Stephanies gequältes Leben rapide dem Ende zu. Die tapfere junge Frau starb in den Armen ihrer Mama.

 

Von jenen, die mit einer Lügenstory über das Krebs-Schicksal Stephanies dicke Geschäfte gemacht und ihre Konzernbilanz aufgebessert haben, war beim Begräbnis auf dem Friedhof niemand zu sehen. Die Lug und Trug verkaufenden Verlage hatten nicht mal einen Kranz, Blumenstrauß oder ein Trauerkärtchen geschickt.

 

Michaela Kumfert ist davon überzeugt: „Meine Tochter ist ein Opfer dieser Schmierenjournalisten geworden. Nach deren Veröffentlichungen, sie hätte den Krebs besiegt, kam sie nicht mehr zur Ruhe. Die Unwahrheiten haben sie innerlich stets neu aufgewühlt. Bei diesen Erregungszuständen bekam sie Schweißausbrüche, litt unter einem Gefühl der Hilflosigkeit, weil sie arglos zum Spielball von Krawallreportern und Schagzeilenverkäufern geworden war. Von der ganzen geldgeilen Meute fühlte sie sich missbraucht. Sie erlitt bei der Behandlung und in der Rehabilitation schlimme Rückschläge. Ich habe den Verdacht, dass die gewissenlosen Skandalblattmacher Stefanies Krebserkrankung beschleunigten und die Verantwortung für ihr überraschend schnelles Sterben tragen“.

 

 

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Wissenschaftliche Forschungsergebnisse stützen diese Meinung, denn ein von Krebs betroffener Mensch verkraftet die vielfältigen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, Bestrahlung oder schweren Operation wesentlich besser, wenn er sich in einer guten körperlichen Verfassung und in einem guten Ernährungszustand befindet. Optimale Ernährung trägt zum Aufbau neuer Schleimhäute nach einer Chemo und zur Stärkung des Immunsystems bei.

 

Seit den frei erfundenen Veröffentlichungen über die angebliche Krebsheilung litt Stefanie unter Appetitlosigkeit. Enormer Gewichtsverlust in kurzer Zeit war die Folge. Mutter Michaela beobachtete:

 

„Die Aufregung über die Schwindler in den Zeitschriftenredaktionen verhinderten die Nahrungsaufnahme. Ständiges Erbrechen und Durchfall waren deutliche Faktoren für eine Störung des Flüssigkeitshaushalts. Es entwickelten sich erkennbare Symptome der Magersucht. Die Zusammenphantasierer haben den Tod meines Kindes beflügelt“.     

 

Noch Fragen?

 

Michaela Kumfert (Telefon: 0174-2912470)

 

Deutsches Krebsforschungszentrum

Im neuen Heimerfeld 280

D – 69120 Heidelberg 

Telefon: 06221/420

Telefax: 06221/42-2995

 

 

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Da kommt Freude auf, wenn ein 15jähriger 4 gleichaltrige Freunde totfährt

 

„Keiner werfe den 1. Stein, wenn er selbst im Glashaus sitzt!“

 

Petra Eckstein (48), stellvertretende Filialleiterin eines Drogeriemarktes, ist mit den Nerven am Ende. Die Mutter des 15jährigen Andreas wurde nach 2-tägigem Prozess wegen fahrlässiger Tötung in 4 Fällen zu 1 Jahr Haft auf Bewährung und 2.500,-€ Geldbuße verurteilt. Ihr Sohn erhielt 1 Jahr und 9 Monate Bewährungsstrafe, weil er ohne Führerschein in Mamas Auto 4 Freunde im Alter von 14 und 15 Jahren totgefahren hat. Den Pkw-Schlüssel stibitzte sich der Jugendliche vom Küchenschrank, wo er immer lag. Seine Mutter schlief, als er Samstag Nacht gegen 1:00 Uhr den Unfall mit den katastrophalen Folgen verursachte. Richter und Staatsanwaltschaft kreideten der Mutter an, dass sie die Autoschlüssel vor ihrem Sohn nicht sicherer verwahrte, obwohl sie von vorhergehenden Schwarzfahrten des Jungen wusste. Sie sei deshalb für den Tod der 4 Jugendlichen Jonathan (14), Sebastian (14), Maximilian (14) und Frank (15) mit verantwortlich.

 

 

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Mutter und Sohn nahmen den Schuldspruch an, verzichteten auf Berufung: „Damit die Familien der toten Kinder ihre innere Ruhe finden“, begründet Petra Eckstein diese Haltung gegenüber www.boulevard-buende.de. Fügt aber leise hinzu: „Ob ich jemals meinen Frieden finde, das bezweifle ich“. Dass sie ihn nicht findet, dafür sorgen anonyme Briefeschreiber, die die Mutter übel beschimpfen, aber auch anonyme Anrufer, die ihrem Hass freien Lauf lassen: „Ich kaufe hier nicht mehr ein. Wenn ich auf die Straße trete und ins Auto steige, spüre ich die Blicke der Menschen in den Häusern ringsum. Ich hoffe für alle Eltern, die mich verteufeln, dass sie immer genau wissen, was ihre Kinder tun. Sage niemals nie, denn vor dem, was in den Köpfen von Kindern vorgeht, ist keine Mutter gefeit“.

 


Ein schöner Sommerabend, Andreas Eckstein ist bei Freunden zu einem Grillfest verabredet. Übernachtet werden soll in einem Baumhaus. Der 15jährige freut sich so sehr, dass er schon um 17 Uhr mit seinem Mofa vom Elternhaus losfährt. Die Schlüssel für Petra Ecksteins Ford Fiesta, silbermetallic, Baujahr ’95, liegen dort, wo sie immer sind. Einer hängt vor Omas Wohnung am Schlüsselbrett auf dem Flur, der zweite liegt bei der Mutter auf dem Küchenbüffet im Untergeschoß. Andreas schnappt sich mal diesen, mal jenen Schlüssel, wenn er an dem Kleinwagen bastelt oder „mein Auto“ eifrig putzt.

 

 

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Unter der Woche hat Andreas im Ford Fiesta seiner Mutter immer was zu tun. Längst trägt der 75 Ps-starke Wagen seine Handschrift: in den Aschenbecher hat er eine kleine Lampe eingebaut. Die hinteren Scheiben sind mit dunkler Folie zugeklebt. Aus zwei installierten Boxen dröhnt ein ohrenbetäubender Sound.

 

An dem Unglücksabend fährt er auf dem Mofa vor. Einige Kumpels sind schon da, auch ein paar Mädchen, Andy zieht die Blicke aller auf sich mit der Bemerkung: „Heute Abend hole ich noch das Auto“. Später erinnern sich die Zeuginnen: „Das hat er häufiger gesagt, ich habe das nicht ernst genommen“. Eine andere: „Ich dachte, der macht Witze“. Eine Klassenkameradin: „Der war schon immer ein Prahlhans gewesen“. Und noch eine: „Der wollte angeben, immer bewundert werden“.

 

Die Jungs wissen es besser: „Die Schlüssel liegen nachts auf dem Küchenbuffet“, hat er uns erzählt. „Das Auto konnte er immer nehmen“. Mit über 100 hätte ihn die Polizei schon mal geblitzt, hat er gegenüber den staunenden Freunden behauptet. Später weihte er eine Freundin ein, er habe das nur erfunden, um sich wichtig zu machen. 

 

Einer Freundin hat er versprochen, er komme nachts bei ihr vorbei „und hinterlasse dabei meine Visitenkarte. Eine Bremsspur meines Ford Fiesta“. Die 14-, 15-jährigen schauten zu ihm auf, Andreas genoss die Bewunderung und erinnert sich im Interview mit www.boulevard-buende.de : „Die meisten haben gesagt, ist ja voll krass, dass du schon Auto fährst“.

 

 

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Die Unglücksnacht. Petra Eckstein legt sich schlafen, nachdem sie in den vergangenen Stunden zweimal mit ihrem Sohn telefoniert hat. „Ich habe ihm angeboten, ihn jederzeit abzuholen, wenn er nach Hause will“, sagt die Mutter zu www.bouleard-buende.de. „Er hatte sein Handy mit, hätte sich jederzeit melden können“. Ihr Angebot lehnt der Sohn ab. „Nein danke, ich schlafe bei meinen Freunden“.

 

Die Mutter glaubt ihm, geht zu Bett, schläft sofort ein. Sonst hätte sie das Knattern eines Mofas gehört. Andreas ist zurückgekommen. „Ich bin ums Haus gegangen und habe gesehen, dass bei Oma noch das Licht an war. Deshalb bin ich nicht nach oben zu ihr rein“. Er schleicht statt dessen in Mutters Wohnung, macht kein Licht, greift auf’s Küchenbüffet, dort hin, wo immer der Autoschlüssel liegt. Auf Zehenspitzen macht er sich wieder davon, lässt den Ford Fiesta an, der vor der Garage steht, und fährt zurück zu den Freunden. Rund ums Baumhaus ist es still geworden eine halbe Stunde nach Mitternacht.

 

Strahlemann Andreas lässt sich am Steuer des Fiesta von 4 Freunden bewundern. Die steigen alle hinten ein, wollen zu einem Wald-Fest ein paar Kilometer weiter. Angeschnallt ist keiner. Unterwegs steigt vorne rechts noch ein 21jähriger ein, den sie zufällig aufgabeln. Andreas zieht den Fiesta runter durch eine Senke, links rüber dann auf eine Höhe. Kurz vor’m Ziel sieht er eine Polizeistreife, kriegt Angst, dreht, fährt zurück. Auf der ansteigenden Geraden mit den zwei leichten Rechts- und der einen Links-Kurve gerät er mit den rechten Rädern vom Asphalt ab auf das Bankett bei Tempo 115.

 

Andreas verreißt in Panik nach rechts und links. Der Pkw schleudert gegen den 5. Apfelbaum, hinterlässt eine 32 m lange Spur des Schreckens. Der Beifahrer kann sich später an nichts mehr erinnern. Er kommt mit Kopfplatzwunden davon. Andreas ist eingeklemmt, schreit um Hilfe. Nach der Bergung liegt er 10 Tage im Koma, 4 Wochen auf Intensiv, 5 Wochen auf Normalstation mit Rippenserienbrüchen, Kreuzbandriss im linken Knie, Leberriss, Milzriss, Nierenriss, eingefallener Lunge, schwerer Gehirnerschütterung, gequetschtem Lendenwirbel. Für die 4 Mitfahrer hinten kommt jede Hilfe zu spät. Sie können nur noch tot aus dem Wrack und vom Acker geborgen werden.

 

Morgens um 04:30 Uhr klingelten am Hause der geschiedenen Mutter der Feuerwehrkommandant, ein Pfarrer und ein Polizist Petra Eckstein aus dem Schlaf. Verwirrt öffnete sie im mandarinfarbenen Bademantel, starrte die drei Männer an, die von ihr wissen wollten, ob Andreas zu Hause ist. Sie verneinte, wusste ja, dass er bei den Freunden schläft. Einer der Besucher forderte die Mutter auf, doch mal nachzusehen. Sie ging hoch - sein Zimmer war leer.

 

Als sie wieder unten war, fragte der Polizist nach dem Auto. Die Mutter: „Das steht doch vor der Garage!“ Sie ging hinaus, „weil mir das alles auf einmal so komisch vorkam“. Der Fiesta war weg! Dafür war das Mofa da und Andys Helm. Jetzt erst erfuhr die Mutter die Wahrheit. Ein schwerer Unfall, bei dem 4 Jugendliche umgekommen seien. Die Mutter bekam Herzklopfen: „War mein Andreas dabei?“ Angeblich wussten sie es nicht, weil noch nicht alle Autoinsassen identifiziert werden konnten. Um 08:30 Uhr telefonierte Petra Eckstein mit der Klinik. „Ja“, sagte ein Arzt, Andreas sei eingeliefert worden. Man habe seine Papiere gefunden. „Es ist sicher ihr Sohn!“

 

Die Mutter fuhr zu ihm, musste beim Anblick weinen. Schläuche überall, Infusionsflaschen, künstliche Beatmung, Pumpgeräusche und unaufhörliches Piepsen. „Ich habe gebetet, dass Andy durchkommt“.

 

 

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Kaum zu Hause, stand ein Reporter vor Petra Ecksteins Tür, bettelte um ein Foto von Andreas. Die geschockte Mutter weiß noch, wer das war: Tausendsassa „Klingelingeling“ Jörg Völkerling! Petra Eckstein jagte „den Aasgeier“, wie sie ihn empfand, zum Teufel.

 

Ihr Sohn kam durch – für die Medienmeute, die sich nun wie ein verrückter Hornissenschwarm auf den Todesfahrer stürzt! Beim Prozess waren alle da. Aus dem vermeintlichen Schutzbereich, dem Gerichtssaal konnten weder Mutter noch Sohn vor den Kamerabewaffneten Jägern flüchten. Denen war auch völlig wurscht, daß der Richter ein Fotografierverbot verhängte, zum Prozess das Publikum aussperrte und Pressevertreter nur in den Verhandlungssaal einließ mit der Verpflichtung, die Angeklagten zu anonymisieren, ihre Namen nicht zu nennen, keine Fotos von ihnen zu publizieren. Die Reporter pfiffen auf Verbote! Sie lauerten hinter jeder Ecke, im Hof, auf den Fluren, vor der Toilette. 21 Monate Gefängnis bekam Andreas, 2 Jahre Führerscheinsperre und 100 Stunden Sozialarbeit. Die mitangeklagte Mutter erhielt 12 Monate Bewährungsstrafe und 2.500,- € Geldbuße, in Raten zu zahlen an eine Gemeinnützige Einrichtung.

 

Die Strafen sind gering im Vergleich zu dem, was Mutter und Sohn während des Prozesses und danach durchmachen mussten. Fotoreporter verfolgten sie gnadenlos, schossen sie per Tele in Grund und Boden. Dass Petra Eckstein anonym bleiben wollte, der Sohn erst 15 war, spielte für die Henker aus den Zeitungsredaktionen keine Rolle.

 

 

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„Durch die Bildnisveröffentlichung ist Andreas überall erkannt worden und er ist erheblichen Anfeindungen ausgesetzt. Die ganze Familie leidet seit der identifizierbaren Berichterstattung unter psychischen Problemen. Die Mutter verlor ihren Arbeitsplatz, Andreas fand keine Lehrstelle. Alles geschah nach der Veröffentlichung und nicht nach dem Unfall!“ heißt es in der Schmerzensgeldklage gegen den Axel Springer Verlag.

 

Und weiter: „ In dem Wohnort zerbrachen alle Kontakte zu Nachbarn und Freunden. Sämtliche sozialen Bindungen sind abgeschnitten. Dies erfolgte unmittelbar nach der schuldzuweisenden, nicht anonymisierten Berichterstattung in der Bildzeitung - und nicht nach dem Unfallereignis, was nochmals ausdrücklich hervorgehoben wird“.

 

 In dem Artikel sei der 15jährige zu einem Verbrecher abgestempelt und es sei bewusst verschwiegen worden, dass es sich bei der angeklagten fahrlässigen Tötung nicht um schwere Kriminalität (Verbrechen) handelt, sondern „lediglich“ um ein Vergehen. Andreas sei mit einem Bewährungsurteil davongekommen, ein Grund mehr, die an ihm begangene schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung durch die Namens- und Fotoveröffentlichung zu unterlassen. Ein Urteil auf Bewährung beinhalte, dass der Resozialisierungsgedanke Vorrang habe vor der von der „BILD-Zeitung“ an dem Jungen praktizierten gravierenden Verletzung seines Persönlichkeitsrechts.

 

Der Mitarbeiter des Sensationsblattes habe Andreas unbemerkt und ohne seine Zustimmung im Schutzbereich des Gerichtssaals nach Paparazzi-Art abgelichtet und für jedermann erkennbar veröffentlicht.

 

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Gegen die Klage wehrten sich die medialen Scharfrichter mit geradezu unverschämten Frechheiten. Der 15jährige (!) sei eine relative Person der Zeitgeschichte durch das Unfallgeschehen geworden. Dass Andreas beanstande, er werde als „Totraser“ in dem Artikel bezeichnet, sei eine „wohl kaum zu überbietende Uneinsichtigkeit. Das Foto des Jugendlichen durfte abgedruckt werden“. Er müsse grundsätzlich dulden, dass das von ihm selbst durch seine Tat erregte Informationsinteresse der Öffentlichkeit in einer nach dem Prinzip freier Kommunikation lebenden Gemeinschaft auf dem dafür üblichen Weg befriedigt werde. Wörtlich verteidigt das von einigen respektlos als „Revolverblatt“ titulierte Druckerzeugnis die öffentliche Hinrichtung des Jugendlichen so:

 

„Der Kläger verkennt, dass Berichterstattungen der streitgegenständlichen Art veranlasst sind, weil insbesondere jugendliche Leser erkennen müssen, zu welchen Folgen derart leichtfertiges und verantwortungsloses Verhalten wie das des Klägers führen. Es ist die Aufgabe der Presse, dem Leser die rechtlichen Folgen derartiger Straftaten zu verdeutlichen. Insofern hat die Pressefreiheit hier Vorrang gegenüber dem Persönlichkeitsrecht des Klägers“.

 

Vorm Landgericht siegte Goliath über David – der Unterlegene gab jedoch nicht auf, Andreas zog vor’s Oberlandesgericht. Dort führte sich BILD mit Arroganz und Häme wie der leibhaftige Zeitungsgott auf: „Ob und wie eine Berichterstattung bebildert wird, ist Sache der Presse. Gerade die Bebilderung macht deutlich, welche Folgen absolut unverantwortliches Verhalten von Jugendlichen, aber auch der Erziehungsberechtigten haben können. Es ist Aufgabe der Presse, hierüber zu berichten“.

 

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„Gern“, meinte Andreas, „aber ohne meinen Namen und ohne mein Foto, alles nur anonym. Ich will nicht für den Rest meines Lebens von der Gesellschaft geächtet werden. Ich habe einen Fehler gemacht, die Folgen davon sind schrecklich. Darunter leide ich. Dafür bin ich bestraft worden. Es geht jedoch nicht an, dass dieselbe Verfehlung noch ein 2. Mal geahndet wird, indem mich die Sensationspresse öffentlich züchtigt“.

 

Genau dieser Meinung war auch das Oberlandesgericht. Als das die Richter vorm Urteil unmissverständlich zum Ausdruck brachten, ergriffen die Medienhenker die Flucht nach vorn, wollten sich selbstbeweihräuchernd noch als Gönner in den Gerichtsakten verewigen. Nach dem Motto „BILD hat ein Herz für Kinder“, versuchten sie allen Ernstes unmittelbar vor der drohenden Prozessniederlage den Wohltäter zu spielen. Boten unverfroren hochherzig plötzlich die geforderten 5.000,- € zur Bezahlung an – aber nicht an Andreas, den sie durch den Dreck gezogen hatten, sondern bei den geschädigten Familien wollte “BILD” Pluspunkte sammeln. Die sollten das Geld erhalten. Andreas lehnte ab mit dem Argument, er müsse sich “dank” der Medienhetze ein neues Umfeld suchen, eine neue Wohnung nehmen, in eine andere Stadt ziehen. Dort, wo er jetzt lebe, schlage ihm nur Hass entgegen. Es sei nicht mehr auszuhalten.

 

 

Das Oberlandesgericht (Aktenzeichen 18 U 2758/09) änderte das Urteil des Landgerichts ab und sprach dem Jugendlichen die geforderte Geldentschädigung in voller Höhe zu. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Personen erst durch den Artikel den Zusammenhang zwischen der Tat und Andreas hergestellt hat. Besonders ins Gewicht falle, dass die Boulevardzeitung die Persönlichkeitsrechtsverletzung vorsätzlich begangen hat. Es sei in Pressekreisen allgemein bekannt, dass über die Identität eines jugendlichen Straftäters grundsätzlich nicht berichtet werden darf.

 

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“BILD” habe gewusst, dass eine identifizierende Berichterstattung nicht in Betracht kam,  dieses Wissen ergebe sich daraus, weil ungenügende Schritte unternommen worden seien, die Identifizierbarkeit von Andreas in dem Artikel zu vermeiden. So sei auf seinem Foto eine Pixelung angebracht, Vorname und abgekürzter Nachname verändert worden. Die Pixelung sei jedoch nicht ausreichend gewesen, auf diese Weise habe es die Zeitung zugelassen, dass Andreas bewusst an den Pranger gestellt wurde. Abgebildet worden sei zudem auch seine mit angeklagte Mutter – ohne Pixelung, ohne Augenbalken, voll identifizierbar.

 

Überschrift und Text des Artikels seien darauf gerichtet gewesen, den 15jährigen als gewissenlosen und uneinsichtigen Menschen darzustellen. So werde durch die Wortwahl „totraste“ und die Schilderung, Andreas habe im Sitzungssaal kein einziges Wort des Bedauerns über die Lippen gebracht, der Eindruck erweckt, er habe den Tod seiner Mitfahrer bewusst in Kauf genommen und sei hiervon unberührt.

 

Den Lesern sei Gelegenheit gegeben worden, dem negativen Bericht über den Täter auch noch eine konkrete Person zuzuordnen. Andreas sei damit einer begrenzten Öffentlichkeit als Täter vorgeführt und den durch den Bericht geschürten negativen Gefühlen eines Teils der Leserschaft gezielt ausgeliefert worden. 

 

Der 15jährige bekam die 5.000,- €, die er haben wollte, seine Mama 10.000,- € Schmerzensgeld.

 

Möglich machten das diese Anwälte: Roman Bauer, Marktlar Str. 15 b, 84489 Burghausen (Telefon: 08677/7048820, Fax: 08677/704882-99) für Andreas,

Reinhard Schmid, Augustenstraße 2/2 a, 96047 Bamberg (Telefon: 0951/982420, Fax: 0951/26188) für Petra Eckstein.

 

 

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Wer nun glaubt, mit solchen Urteilen seien Schmierfinken und Paparazzi zur Raison zu bringen, der muss den Glauben neu erfinden. Presseschweinerein werden mit solchen „Trinkgeldern“ aus der Verlags-Portokasse nicht eingedämmt.  Der Vernichtungsfeldzug gegenüber, meist wehrlosen Bürgern wird jeden Tag haarsträubender und krimineller. Nichtachtung ist das Gebot der Stunde. Da wird eine Unschuldige zur Kindesmörderin abgestempelt. Trauernde müssen Polizeischutz anfordern, den Friedhof hermetisch abriegeln lassen, um unbeobachtet von mit Kameras bewaffneten Menschenjägern wenigstens ein paar Minuten unbehelligt am Grab ihrer Lieben trauern zu können.

 

Sie ist pervers runtergekommen, die Medienwelt, die nach noch mehr investigativem Journalismus schreit, aber natürlich nicht, um Nachforschungen über eigene Unzulänglichkeiten anzustellen. Sondern munter andere aufzuhängen. 

 

Freuen Sie sich auf weitere irre Enthüllungen in www.boulevard-buende.de