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Fiese Freundschaft: Totgefahrener von Porsche-Mitarbeiter verraten und verkauft - hier sind die Beweise!

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Unschätzbar wertvolle Urkunden wurden bei Umbauarbeiten auf einem Dachboden in Bünde entdeckt! Sensationelle Enthüllung nach 3 Jahrzehnten: Ausgerechnet jener  Mann wollte steinreich werden, der den Tod des Filmidols einer ganzen Generation verursachte. Bei den hier Welt-exklusiv veröffentlichten spektakulären Dokumenten hält die Glitzerwelt den Atem an. Die späte Rache von James Dean.

 

Es ist ein beispielloser Krimi!

 

James Dean, ein Name, ein Mythos seit 55 Jahren. Er starb mit 24. Das Idol von Millionen Teenagern auf der ganzen Welt ließ am 30. September 1955 um 17:58 Uhr in der kalifornischen Wüste bei Paso Robles sein Leben. Neben ihm im Todesauto saß der Porsche-Mechaniker Rolf Wütherich (54). Er überlebte zwar schwerverletzt, doch der Schatten des Toten ließ den Ex-Rennfahrer nie mehr los. Die Tragödie auf der Kreuzung Highway 41./.Highway 466, 5 km vor Salinas zerbrach Wütherich. Er hatte den amerikanischen Schauspieler hinters Lenkrad seines Porsche Spyder 550 gelassen. Und damit den Tod des Leinwandhelden zu verantworten.

 

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Von diesem Tag an führte das Schicksal im Leben des Schuldigen Regie! In der Nacht des 20. Juli 1981 starb er selbst auf die gleiche Weise wie James Dean. Auch bei einem Unfall, auch hinterm Lenkrad eines Pkw. Wütherichs roter Honda Civic zerschellte an einer Hauswand. Wie es dazu kam, ist erst jetzt beim Auffinden einmaliger Original-Unterlagen bekannt geworden. Die Details sind so ungeheuerlich wie sensationell und entlarven Wütherich, mit dem viele Menschen Mitleid hatten, als skrupellosen, geldgierigen Porsche-Verkäufer,  der seinen umgekommenen besten Freund verraten und verkauft hat. Sagenhaft!

 

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Er kam vom Postamt Kupferzell, seinem Wohnort (5.698 Einwohner), wo er mit der Einschreib-Nr. 444 einen Vertrag abschickte, den er gerade unterzeichnet hatte und der ihn reich machen sollte. Es ging um James Deans Tod. Erstmals hatte sich Wütherich bereiterklärt, vor Fernsehkameras am Orte der Tragödie über seine Schuldgefühle zu sprechen. Doch dazu kam es nicht mehr. Die späte Rache des Filmhelden aus „Jenseits von Eden“, „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“ traf den überlebenden Ex-Freund wie ein Faustschlag aus dem Himmel und richtete ihn hin.

 

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Erst mit Wütherichs Tod riß die Briefflut ab, mit der ihn Teenager aus der ganzen Welt verfolgten und ihm wegen dessen Spritztour mit James Dean am Steuer und wegen Jimmys Genickbruch nach 200 gefahrenen Kilometern bittere Vorwürfe machten. „Diese Briefe sind wie James Deans langer Schatten“, sagte er zu seinem Vertrauten  in Bünde. Ihm übergab er  diese beeindruckenden Schriftstücke, dazu einige Privatfotos. Zwischen dem Bünder und Rolf Wütherich lief aber noch viel mehr! Ein bislang verborgen gebliebenes Geheimnis, das jetzt erst beim leerräumen eines Dachbodens gelüftet worden ist.

 

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Es war die Nacht vom Montag, 20.07.’81, 22:50 Uhr, freudetrunken raste Rolf Wütherich in seinem roten Honda Civic, KÜN-U-143, von Fessbach kommend  die L 1036 bergab nach Kupferzell hinein. In der kleinen Gemeinde, 76 km nordöstlich von Stuttgart, lebte der Rallye-Vizeeuropameister von 1966 seit einiger Zeit in einer Mietwohnung unterm Dach des Hauses Silcherstraße 6. Er hatte mit Freunden an seinem Stammtisch im „Gasthof Lamm“ in dem kleinen Dörfchen Belzhag gefeiert, den Grund aber für sich behalten. Niemandem  erzählte er, dass er auf dem Weg war, steinreich zu werden. Beim Postamt hatte er nämlich kurz vor Schalterschluss am 20.07.‘81 einen Vertrag zu seinem Manager nach Bünde abgeschickt, der ihm Hunderttausende garantierte. Allein vom österreichischen Fernsehen waren ihm Einnahmen von umgerechnet 20.000,- EURO sicher. Die Wiener Fernsehmacher waren als erste auf sein Angebot eingegangen, einen Film über sein Leben und James Deans Ende am Orte des tragischen Geschehens in der kalifornischen Wüste zu drehen. Der Titel war schon gefunden: „Das war mein Leben - der Tod von James Dean zerstörte es“.

 

Fernsehsender aus vielen Ländern standen neben dem ORF Schlange, boten sechsstellige Summen für Film-Kopien, deren weltweite Vermarktung der Bünder Vermittler  Rolf Wütherich vertraglich zugesichert hatte. In einem handgeschriebenen Begleitbrief als Anlage zum Vertrag kündigte er für den 27. Juli 1981 seinem Freund in der Elsestadt den Besuch im amerikanischen Konsulat Stuttgart an. Dort wollte er sich das USA-Visum für die Zeit der Dreharbeiten besorgen, die Anfang September ’81 absprachegemäß beginnen sollten, in James‘ Todesmonat. Diese und weitere bedeutungsvolle Urkunden waren Jahrzehnte lang verschollen und sind erst  jetzt wieder in Bünde  aufgetaucht.

 

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Seine Freunde ahnten nicht, warum er so fröhlich feierte

 

Wütherich hatte den unterschriebenen Vertrag im Postamt als Einschreiben mit der Registrier-Nr. 444 aufgegeben, den Umschlag mit einer 2,10 DM-Briefmarke frankiert, Motiv: die Schwanenburg in Kleve. Seine Freude war riesig! Sein Leichtsinn auch. Er traf sich mit Bekannten, trank Rotwein, lachte viel. In der geselligen Runde ahnte keiner, warum  er so fröhlich und ausgelassen feierte. Er fuhr nach Hause,  war nicht angeschnallt, verlor in einer langgezogenen Rechtskurve die Gewalt über seinen Honda. Der Wagen brach nach rechts aus, schoß durch einen Maschendrahtzaun, schleuderte in einen Vorgarten und prallte gegen die Hauswand des Schreibwarengeschäfts von Emma Hasenmajer (69), bei der er Kunde war und sich täglich eine Zeitung kaufte. Wütherich starb an Schädelverletzungen noch an der Unfallstelle in den Trümmern und mußte von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geschnitten werden.

 

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Wie  James Dean! Als der 26 Jahre zuvor in Rolf Wütherichs Porsche stieg, den Spyder 550 mit 160 PS-Motor, war gerade der Film „Giganten“ mit Liz Taylor abgedreht. In Rolfs Aufzeichnungen steht: „Ich wußte, daß Jimmy einen Austin 100 S bestellt hatte. Ich überredete ihn, den Porsche zu kaufen. Jimmy machte seinen Austin-Kaufvertrag rückgängig“. Drei Tage nach Ende der Dreharbeiten wollte Jimmy mit dem neuen Porsche-Spyder an einem Flugplatzrennen in Salinas teilnehmen. Rolf Wütherich sollte ihn als Automechaniker betreuen. „Wir sind Freunde, Rolf“, hatte James kurz vorher zu dem Deutschen gesagt. Und seinen Worten Taten folgen lassen. „In einer Raststätte streifte Jimmy seinen Brillantring vom Finger und schenkte ihn mir. ‚Er soll dir Glück bringen‘, sagte er“, berichtete Rolf Wütherich später. 200 km weiter kam es zu der Verderben bringenden Kollision. Wütherich überlebte, James Dean starb. 

 

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Kurz vor Paso Robles mißachtete der Student Donald Turnupseed in seinem Ford die Vorfahrt. James Dean rammte ihn mit dem Porsche, starb im zerfetzten Wrack. Wütherich kam mit Schädelbruch und zertrümmerten Hüften davon, wurde ein Jahr im Krankenhaus und in der Reha behandelt. Entlassen wurde er mit schweren Depressionen, Selbstvorwürfe quälten ihn: „Ich hätte James nicht fahren lassen dürfen“.

 

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In die Premierenvorstellung „Giganten“ in Hollywood humpelte Wütherich mit 2 Krücken, neben ihm heulte Liz Taylor bächeweise Wasser.

 

Wütherich schluckte zuerst Tabletten gegen Schmerzen, verlor seinen Posten bei Porsche, ging nach Deutschland zurück. Sein Inneres blieb zerbrochen. Zehnmal wechselte er den Job, viermal die Ehefrauen. Auf Doris ging er mit einem Messer los. Das Stuttgarter Schwurgericht schickte ihn nicht ins Gefängnis, sondern in die Psychiatrische Klinik Weissenau. Nach seiner Entlassung blieben Psychopharmaka seine täglichen Begleiter. 

Vergebens kämpfte er um seinen Arbeitsplatz bei Porsche.  18 Jahre war er für die Autofabrik tätig, war 1950 als 42. Betriebsangehöriger dort eingestiegen, erhielt “dann den Abschuss”, wie er es formulierte.  ”Von Chef Ferdinand höchstpersönlich kurz vor meiner Entlassung aus der Psychiatrie“. Der Porsche-Boss versprach in seinem Brief immerhin, Wütherich beim Aufbau einer “neuen Existenz, wo Ihre Umgebung Sie nicht kennt und infolgedessen auch Ihre Vergangenheit ruhen lässt, durch Fürsprache bei einer anderen Firma“ behilflich zu sein.

 

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James Dean – Fans ließen ihn nie zur Ruhe kommen

 

Der Gedanke an Porsche  lies ihn aber nicht los.  Wie eine Anklage trug Wütherich den 2-seitigen maschinegetippten Brief vom 23. Mai 1969, unterzeichnet von Dr. Ferdinand Porsche, mit sich herum. Im Tennisdress, beim Kegelabend, in seiner Monteurskluft in einer kleinen Werkstatt in Neuenstein, immer wieder zog er zwischendurch dieses Dokument aus der Tasche. Er konnte nicht fassen, dass Porsche ihn nicht mehr haben wollte. 8 Stellen hatte er mit Rotstift unterstrichen, Formulierungen, die ihm weh taten.  Heute ist dieses eindrucksvolle Original im Besitz des Bünders, Wütherich schenkte es ihm.

 

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Bis zum letzten Tag kämpfte Wütherich gegen den Fluch des toten Filmidols an. Briefe und Postkarten von James Dean-Fans aus der ganzen Welt wurden zu ihm gebracht. „Die verfolgen mich überall hin, die Leute kriegen immer meine Adresse raus, es ist schrecklich.  James  ist wie ein Gespenst hinter mir her“, vertraute er seinem Bünder Freund an.  Nach Kupferzell hatte er sich zurückgezogen, ein kleines Dorf, mit seinem Kater „Romeo“, weil er sich nach Stuttgart nicht traute. „Ich habe Angst, auf der Straße erkannt und beschimpft zu werden“, befürchtete er.

 

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Das Gefühl kannte er aus den Briefen, die er in seiner Dachwohnung mit Ofenheizung aufbewahrte und von Zeit zu Zeit persönlich beantwortete. „Das bin ich Jimmy schuldig“, sagte er stets. Da schreibt ihm Claudia (16) aus Ahrweiler: „Warum musste J.D. so früh sterben?“ Für Rolf Wütherich ein Stich ins Herz.

 

Karin (17) aus Jossa schreibt: „Bei ‘Jenseits von Eden’ habe ich vor dem Bildschirm gesessen und geheult. Ich will nie wieder einen Freund, ich denke nur an Jimmy. Wenn ich seine Bilder ansehe, glaube ich, dass er mich verstehen würde. Ich muss oft weinen, auch bei diesem Brief kommen mir andauernd die Tränen“.

 

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Michaela (14) aus Königswinter will in ihrem Brief von Rolf Wütherich wissen: „Ist es wahr, dass sich Natalie Wood bei den Dreharbeiten zu ‘Denn sie wissen nicht, was sie tun’ in Jimmy verliebt hat? Er aber statt dessen lieber seinen Porsche küssen wollte? Verliebte sich auch Liz Taylor in James?“

 

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Birgit (15) aus Bad Neuenahr fragt: „Entschuldigen Sie, wenn ich vielleicht jetzt etwas unverschämt werde, aber ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Sie mir ein Bild zusenden würden, wo Sie und James Dean drauf sind“.

 

Aus Hagen schreiben Anja und Sibyll (beide 14): „Wir wissen nicht, wie Sie zu Ihrer Vergangenheit stehen. Wie starb James Dean wirklich? Was taten Sie nach seinem Tod?“

          

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Ulrich (20) aus Goch: „ Ich möchte keine Wunden aufreißen. Aber Sie müssen wissen, dass ich für ‘Jimmy’ geschwärmt habe. Was ist eigentlich seinerzeit mit dem Wrack des Sportwagens geschehen?“

 

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Das Wrack kaufte Autobastler Georg Barris, der Jimmy noch die schwarzen Reifen mit weißen Streifen bemalte. Er baute den Motor aus und verkaufte ihn samt Karosse an Dr. Troy McHenry aus Beverly Hills. Der  Amateurrennfahrer starb 5 Monate später, als sein Auto mit dem Dean-Motor gegen einen Baum raste. Auch der nächste Käufer, der Arzt William F. Eschrid, überschlug sich mit dem Vehikel, überlebte jedoch schwerstverletzt. Beim Abtransport rutschte das Wrack vom Transporter,  brach einem Monteur beide Beine. Barris stellte den Trümmerhaufen in einer Bowling-Halle aus. Eintritt 25 Cent, wer auf dem Fahrersitz Platz nehmen wollte, auf dem Jimmy starb, legte noch mal 50 Cent drauf. 750.000 Tickets wurden verkauft, 1 Million Dollar eingenommen.

 

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Rolf Wütherich glaubte nach der Todesmeldung James Deans, die in der ganzen Welt ähnlich einschlug wie das Ende von Rudolpho Valentino 30 Jahre früher,  dass er in Amerika weiterleben könne.  Als die Schreckensserie kein Ende nahm, sich junge Mädchen aus Fenstern, Liebespaare von Hochhäusern stürzten, Tausende von Teenagern zu James Deans Grab pilgerten, von dort Blumen, Gras und Erde mit nach Hause nahmen, die Universität Princeton Deans Totenmaske in ihrer Ruhmeshalle neben jenen von Goethe und Balzac aufhängte, und immer wieder der Name Rolf Wütherich in Verbindung mit dem Tod dieses Idols einer ganzen Jugend genannt wurde, flüchtete der „Täter“ nach Deutschland. Weg aus dem Land, in das er von Porsche geschickt worden war und am 4. März 1954 mit einer Lufthansamaschine einflog. Er betreute die Autos aus Zuffenhausen bei Flugplatzrennen an den Wochenenden. Dabei stieß er auf das Filmidol der 50er Jahre, dessen Wissensdurst unersättlich war. „Er wollte von mir alles über den Krieg und Paris wissen“, sagte Wütherich mal. Damals hatte er die erste seiner insgesamt vier Ehen bereits hinter sich. Julia, die schöne Ungarin, war ihm davongelaufen.

 

Bei dem Österreicher Johnny von Neumann in Los Angeles bekam Rolf Wütherich einen Mechaniker-Job für 650,- Dollar Anfangsgehalt. Kunden des Porsche-Spezialisten waren Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Filmemacher, Schauspieler.

 

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Jeden Mittwochabend saß Rolf in der Grand-Prix-Bar auf dem Sunset Strip in Hollywood, wo sich alles traf, was schnelle Autos und schöne Frauen liebte. Clark Gable, Bob Hope, Dean Martin, Errol Flynn, Gary Cooper und Frank Sinatra. Die Stars stellten sich damals ihre Ami-Schlitten in die Garage, flitzten lieber mit den zwar kleineren, aber spritzigeren und eleganteren exklusiven Automodellen aus Deutschland herum. Seit sich James Dean einen Porsche bei Rolf gekauft hatte, „wurde er Dauerkunde bei mir. Der schonte den Motor nicht, drehte immer voll auf. Motor- und Getriebeschäden waren bei ihm gang und gäbe. Der fuhr verrückt drauflos“, erinnerte sich Rolf Wütherich in einem seiner letzten Interviews.

 

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Sein Lieblingsfoto war jenes Bild, das ihn zusammen mit James Dean zeigt. Am 30. September 1955 um 14:03 Uhr wurde es gemacht, unmittelbar vor dem Start der beiden nach Salinas. Der Ort liegt tausend Meilen von Los Angeles entfernt. Knappe vier Stunden später veränderte sich Rolf Wütherichs Leben dramatisch. Der Tod seines Freundes auf dem Fahrersitz im Porsche neben ihm warf Rolf völlig aus der Bahn.

 

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Vier Ehen – und alle gingen schief

 

Nach seiner Genesung stürzte er sich in eine 2. Ehe, diesmal mit Gudrun. Die 1. mit der rassigen Ungarin Julia war schon kaputt, als er 1954 amerikanischen Boden betrat. Er weigerte sich,  als braver Hausmann hinterm Ofen zu sitzen, wollte weiter Autorennen fahren. Darüber gab es mit seiner Frau harte Auseinandersetzungen. „Sie hielt mir vor, dass schon mein bester Freund in Autotrümmern starb, ob ich erst zufrieden sei, wenn ich mich ebenfalls totgefahren hätte und auf dem Friedhof läge. Ich drehte durch“. Er betrank sich, schlug das Mobiliar kurz und klein. Die Polizei kam, führte ihn in Handschellen ab. Ein Haftrichter entschied: „Kein Gefängnis, sondern Nervenheilanstalt“.

 

Nach seiner Entlassung lernte er Inge kennen, eine 29jährige Konstruktionssekretärin. Der schwarzhaarige Mann und die rassige Rothaarige beschlossen während eines Urlaubs in Rimini zu heiraten. Er wurde Vater. Den Sohn taufte er auf den Namen Bernd - Rolf Wütherich verehrte den verunglückten Rennfahrer Bernd Rosemeyer sehr.

 

Nach vierjähriger Ehe Scheidung. Wütherich lernte Doris, seine vierte Frau, kennen. In einem Stuttgarter Kino lief der Film „Giganten“,  Rolf ging hin, sah ihn sich an. Das hätte er nicht tun sollen! Jimmys Bilder ließen ihn nicht los, die Erinnerungen waren wieder da. An seinem Arbeitsplatz brach Wütherich schweißgebadet zusammen. Kollegen fuhren ihn zum Arzt. Er bekam Medikamente, wurde wieder heimgeschickt. Aus dem Haus traute er sich nicht mehr, ging nicht mal mehr Brötchen holen. Morgens um vier schnitt er sich die Pulsadern auf, setzte sich in die Badewanne. „Ich wollte sterben“, berichtete er später. Das Blut floss, Rolf Wütherich starb nicht. Er taumelte zurück ins Bett, küsste seine Doris wach. „Komm, lass uns zusammen sterben!“

 

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Das war am 1. Mai 1967. Die Ehefrau stieß ihn zurück, einen hohlwangig aussehenden, kalkweißen Mann. „Du bist verrückt“, schrie sie. Sie sah sein Blut, blitzschnell zog er unter dem Kopfkissen ein Messer hervor, rammte es Doris in den Körper. Die sprang aus dem Bett, er hinterher. Wie ein Wahnsinniger stach er immer wieder zu. Wegen seines großen Blutverlustes  wurde ihm schwarz vor Augen,  fiel um.

 

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Nach 14 Monaten Untersuchungshaft 1968 der Prozess vorm Schwurgericht Stuttgart. Drei Tage dauerte das Verfahren, dann das Urteil: kein Gefängnis, sondern Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Weissenau, damit Rolf Wütherich von seinem Jimmy-Verfolgungswahn geheilt wird, von seinen Selbstvorwürfen, mit denen er sich unentwegt seit dem Tode von James Dean herumplagte. Den Richtern hatte er in aller Offenheit erzählt, wie er und Jimmy Freunde wurden: „James Dean kam als Käufer zu mir. Ich war damals Porsche-Vertreter in Los Angeles. Der Filmstar interessierte sich für die tollen Autos aus Germany. Er erschien immer wieder auf der Bildfläche, da wusste ich, dass ich einen neuen Freund gefunden hatte.

 

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Wir fanden durch Fachsimpeleien zueinander, sprachen über PS, über Motordrehzahlen, diskutierten über hochverdichtete Motoren, über Autorennen.  Auch an dem schönen Septembertag 1955 war das so.

 

‚Jimmy‘, habe ich gesagt, ‚komm, dreh mal ein paar Runden‘. Ich lud ihn ein zu der Todesfahrt, obwohl ich wusste, dass er nicht Autofahren durfte. Der Film „Giganten“ war gerade fertig geworden, James galt als die größte Hoffnung Hollywoods. Den Regisseuren war seine Autoleidenschaft bekannt, deshalb hatten sie ihm das Fahren verboten“.

 

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An dieser Stellte unterbrach Rolf Wütherich seinen Redeschwall im Gerichtssaal. Seine Augen blieben an den Menschen haften, die sich damals im Obergeschoß des Stuttgarter Justizgebäude im Zuschauerraum zusammendrängten: Freunde von einst, Nachbarn aus Bad Cannstatt. Da saß auch der Mann, der die Polizei gerufen hatte, als seine Doris blutüberströmt neben dem Kamin zusammengebrochen war!

 

Er, Rolf Wütherich, hockte apathisch daneben,  auf das blutbesudelte Messer starrend, das einen Meter weiter weg lag.

 

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Mit einer Handbewegung verscheuchte  Wütherich die Gedanken an das beinahe tödliche Geschehen. Ließ noch einmal den Augenblick lebendig werden, in  dem die Jugend der Welt eines ihrer größten Idole verlor:

 

„Die Tachonadel zitterte. Wir fuhren über 190.  Ich sehe noch den Asphalt vor mir. Es ging geradeaus, schnur geradeaus. Jimmy am Steuer, lässig, lächelnd. Ich sah ihm an, das Auto machte ihm Spaß! Plötzlich vor uns ein anderer Wagen. Um Himmels willen! Wo kam der weg? Dann war’s aus, aus und vorbei. Nach 4-tägiger Bewusstlosigkeit wachte ich im Krankenhaus Pasadena wieder auf!“

 

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Angst und Schuld wurden seine ständigen Begleiter

 

„Ein Jahr behandelten Spezialisten meinen Schädelbruch, meine Unterschenkel-, Oberkiefer- und Beckenfrakturen. Obwohl mich die Ärzte wiederherstellten, kam ich über den Tod meines Freundes nicht hinweg. Tagelang, nächtelang machte ich mir Vorwürfe. Das Erlebnis wurde zur stärksten seelischen Belastung meines Lebens!

 

Es ist eine untilgbare moralische Schuld, daran bin ich kaputt gegangen…. meine Ehen gingen daran zugrunde…. sein Tod zerstörte mein Leben!“

 

Warum scheiterten seine Ehen durch Jimmys Tod?

 

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„Weil ich seit damals Angst hatte, Angst vor allem, Angst vorm Autofahren, Angst vor Frauen, Angst zu versagen“.

 

Davor kannte Rolf Wütherich keine Furcht!  Obwohl den Test- und Todesfahrer, den Tausendsassa Bergungsmannschaften sehr sehr oft  heil aus völlig demolierten Autowracks herauszogen.  Ein halbes Dutzend Mal stürzte er bei Bergrennen und Autorallys in den französischen Seealpen in Abgründe. Er brach sich die Knochen, kam aber immer wieder auf die Beine. So sagte dann auch der Schwurgerichtsvorsitzende im Prozess damals: „Sie sind einer der wenigen Menschen, die neben viel Pech auch ungeheures Glück gehabt haben“.

 

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Wütherich nickte. „Ja, ja, Glück habe ich gehabt, wenn es um Motoren, um Sekunden, ums Zeitfahren und um Bergprüfungen ging. Aber im Leben? Glück im Leben, ich ?”  

 

Schwere Schuld habe er auf sich geladen und reihenweise Unglück gesät, meinte er. Schuldig fühle er sich auch am Tod der beiden jungen Mädchen, die sich am 19. Oktober 1959 aus dem 14. Stockwerk eines Hamburger Hochhauses in die Tiefe stürzten. Bevor die Teenager aus Kummer über Jimmys Tod starben, ritzten sie sich mit einer Rasierklinge ein großes „J“ und ein großes „D“ in den Arm.  Dann hörten sie gemeinsam  das „Ave Maria“ und mit dem Ruf „Jimmy, wir kommen!“ beendeten sie ihr Leben.

 

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Nach einem Jahr in der Psychiatrie war er wieder frei. Seine Freunde von einst blickten weg. Porsche setzte ihn auf die Straße. Unter dem Rausschmiß litt er furchtbar. Er wollte es „denen da oben zeigen“, machte sich selbständig, das ging schief, weil er mit Depressionen und Selbstmordgedanken ins Krankenhaus eingewiesen wurde und die Arbeit liegenblieb. Danach stellte ihn eine Motorenbaufirma ein. Nach 3 Jahren wurde er Vertreter einer Ölfirma. Das Geschäft lief solange gut, bis sich die Amerikaner entschlossen, nur noch über den Großhandel zu vertreiben, dafür nutzten sie die von Wütherich aufgebaute  Infrastruktur.  Der Geschaßte fing bei einer Stuttgarter Gebäudereinigungsfirma an, fuhr 1975 sein letztes Rennen: 6 Stunden Hockenheim.

 

Ein Fehler, denn zu Hause holten ihn die Erinnerungen in Form der Briefe von James Dean-Fans wieder ein.  Er flüchtete vor ihnen, zog mehr als ein dutzendmal (!) um. Doch die Briefflut ebbte nicht ab.  Günter (23) aus Mülheim/Ruhr schreibt: „Ich bin ein so großer Fan von Jimmy, dass ich mir seinen Namen auf die linke Brust tätowieren ließ“.

 

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Oder Monique aus As in Belgien: „Besuch uns mal und erzähl uns was über Jimmy. Ein Hotelzimmer ist für dich im ‘Le Meridien’ schon reserviert“.

 

Viele Briefe waren wochenlang unterwegs, wurden von einer Stadt in die andere geschickt, immer zum nächsten Wohnsitz. Wie dieser, der in Fulda abgestempelt ist:„Herrn Rolf Wütherich, Siegburg, Stadtrand“. Rolf Wütherich schweißgebadet in seinem letzten Interview: „Ich komme von James Dean nicht los“.

 

All diese Dokumente einer Filmepoche übergab Rolf dem Bünder, der sie auf seinem Dachboden verwahrte.  Sie  würden dort immer noch verstauben, wenn sie bei Sanierungsarbeiten in einem alten rissigen Lederkoffer nicht entdeckt worden wären.

 

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“Der Tod”, sagt der Freund aus der Zigarrenstadt, “hat beide auf schockierende Weise vereint: Beide starben in einem Auto, Jimmy in der Wüste Kaliforniens, Rolf in einem Vorgarten in Kupferzell”.

Immer am 30. September wird die Erinnerung an sie wach, der Todestag von James Dean. Er war 24, als er starb. Eine magische Zahl! Denn mit 24 träumte Rolf Wütherich vom Leben in Amerika.  Drei Jahre später flog er hin, wollte Karriere machen, viel Geld verdienen. Einen  märchenhaften Aufstieg erleben wie den eines Tellerwäschers zum Millionär. Für den Porsche-Mechaniker war dieser Sprung zum Greifen nahe.

 ”Aber James‘ Schutzengel ließen  nicht zu, dass Rolf Wütherich durch makabre Geschäfte mit dem Tod seines besten Freundes Reichtum scheffeln wollte”, sagt  der Bünder  nachdenklich.

 

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Im und rund um das James Dean - Museum in Fairmount findet alljährlich ein Riesen-Festival statt (2011: 22. - 25.09.).

E-Mail-Kontakt: Fairmount Historical Museum