Ihre spektakuläre Zeitung

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.

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Auf diesem flauschigen Blätterteppich

stürzte noch kein Stadtrat , fürwahr, das wett’ ich!

Sonst sähe es hier anders aus,

soooo picobello wie vor jedem anderen Haus.

Wo im Schweiß ihres feuerroten Angesichts

Bewohner wie Verrückte fegen als gäbe es nichts

anderes in der Freizeit zu bedenken,

als sich Bandscheiben auszurenken.

Nach den Statuten dieser Stadt

muss jeder kehren, wer’s Laub hingepustet bekommen hat.

Die Regel gilt offenbar nicht für öffentliche Gebäude,

denn wie man sieht, überwiegt bei dem Besitzer die Freude

über eingesparte Penunzen in der Kasse;

also der Mindestlohn für’s Laubwegfegen hier auf der Strasse.

Mengen dieses Abfalls müssen freilich bewältigt werden,

sonst türmen sie sich auf zu mächtigen Bergen.

Käme es so, ließe der örtliche Alpenverein

garantiert wegen Rutschgefahr das Klettern sein.

Im Rathaus rühren sie keinen Finger

gegen die Massen dieser gelbroten Dinger.

Den Damen und Herren jedweder Partei

sind die qualvollen Mühen privater Blattentferner einerlei.

Jene fleißigen Bürger, die städtisches Laub für Entgelt entsorgen lassen –

zur Freude des Schenkel klopfenden Kämmerers hinter seinen Kassen.

Im Rathaus warten sie einfach auf  Wind aus Osten.

So spart die Stadt – in diesem abgebildeten Fall – die Kosten

für das Entfernen der prachtvollen Blätter.

Die findet anscheinend niemand netter

als der Herr Bürgermeister;

Wolfgang Koch heißt er.

Der sitzt in seinem Glaspalast

und lacht sich einen mächtigen Ast

über die Bürger seiner Stadt,

die vor Wut kochend jedes Blatt

aus Gossen und von Gehwegen fegen.

Damit sich Müller, Meier, Schulze nicht hinlegen.

So geht das nun schon seit Jahr und Tag,

im Else – Stützpunkt ist nicht einer, der sich kümmern mag

und jemanden schickt zum Knochen verrenken,

um die rot-gelbe Hinterlassenschaft in Abfallcontainern zu versenken.

Die Regierungsstrategen schauen einfach weg.

Nachbarn öffentlicher Einrichtungen kümmern sich ja um den Dreck!

Das tun sie allein schon im eigenen Interesse,

damit niemand ausrutscht – und fällt auf die Fresse;

in so einem Fall nicht auch noch Schmerzensgeldzahler ist –

Herr Koch, der städtische Oberaufseher, lernte nämlich Jurist.

„Sie sind“, würde er dann wohl zum Hauseigentümer sagen,

„mit außerordentlich großer Dummheit beschlagen.

Für die von städtischem Grund zu Ihnen rüber gewehten Blätter

sind – hahahaha – Sie allein verantwortlich, aber doch nicht die Stadtväter!

Wir sind gegen Putins Ostwind glänzend versichert“,

würde mit ihm im Parlament, Bahnhofstrasse 13, lauthals gekichert.

Das Laub vor der Schule bleibt folglich einfach liegen.

Soll’n doch die Nachbarn weiterhin ihre Gelenke verbiegen

und zusehen, wo sie mit dem Zeug von den Bäumen bleiben.

Aber rasch! Denn der Ostwind wird alsbald die nächste Fuhre heran treiben.

Dabei kann Wolfgang gut umgehen mit Kehrblech und Besen.

Seine Fans erinnern sich, als sei es erst gestern gewesen:

Bei den Wahlen 2009 fegte er als CDU – Mann mit 34,71% keck

SPD – Gegenkandidat Horst Beck ( 30,09% ) erbarmungslos weg.

 Heiner Anderson

Liebe Bünder,

ihr vermutet es nicht: Drei Tage nach der Veröffentlichung von diesem Gedicht

schickte der Bürgermeister seine Vasallen. Die rückten den Blättern zu Leibe – wirklich allen!

Ruckizucki war der Dreck im Eimer. Das glaubt nur wer’s miterlebt hat, sonst keiner.

www.boulevard-buende.de ist eine der spektakulärsten Zeitungen in Bünde = bekannt als Tabak-,

Zigarren- und Banderolenstadt, als „Fairtrade Town“ und als Radfahrer-Eldorado.