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Der verarschte Patient – Was für skandalöse Zustände – aber die meisten nehmen sie kampflos hin

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Eine Frau aus Bünde liest das 185 x 140 mm große Inserat der Zahnärztlichen und Kieferchirurgischen Gemeinschaftspraxis Großehelleforth in Bielefeld. Sie fährt hin, lässt sich beraten, unterschreibt einen implantologischen Behandlungsplan für 4 Einpflanzungen. Später stellt sie fest, dass in ihren Kiefer ein 5. Implantat eingebastelt worden ist. Stolz verkündet der Juniorchef als Operateur: „Das bekommen Sie von mir geschenkt!“

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Was er verschweigt: das „Geschenk“ ist teuer! Denn die Beschenkte muss den Aufbau des 5. Zahns, die Vollkrone, aus eigener Tasche bezahlen. Da schenkt ihr Dr. Felix G. (Mitte 40) nix dazu! Auch die Kontrolle sowie die Nachbehandlung gehen zu Lasten der Patientin. Eine Anfrage bei der Zahnärztekammer in Münster (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Auf der Horst 25, 48147 Münster, Telefon 0251/5070), ob sie mit ihrer Vermutung richtig liegt, sie werde finanziell mit diesem Präsent belastet, brachte ihr einen „krönenden“ Erfolg: die Schutzorganisation der Zahnklempner erkannte in dem Geschenk keine kritikwürdige Angelegenheit. Die aufgebürdeten zusätzlichen Kosten seien angemessen. Kein Wort davon, dass es sich bei der vorher nicht abgesprochenen, während der Betäubung durchgeführten 5. Implantat-Einpflanzung um vorsätzliche Körperverletzung handelt. Eine Bitte um Auskunft zu diesem Thema wurde von den Oberaufsehern gar nicht  erst beantwortet.

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Stattdessen informierten die Münsteraner Schiedsrichter ihren Bielefelder Kollegen über den Briefinhalt. Und wie reagierte Großehelleforth? Felix, der Jungfuchs im elterlichen Laden, hatte nichts Eiligeres zu tun als die Patientin aus der Praxis an der Alfred-Bozi-Straße Nr. 23 zu schmeißen! Das war allerdings zu verkraften! Weil damit die Reklamationsfahrten nach Bielefeld entfielen. Ein Provisorium nach dem anderen gab nämlich binnen kürzester Zeit den Geist auf. „Wenn Sie was Stabileres haben wollen, müssen Sie anstatt 250,- schon 1.500,- EURO opfern“, meinte der kleine Großehelleforth. Qualitätsvolle, nicht behelfsmäßige oder notdürftige Ersatzteillieferung wie bei Großehelleforth für die Wiederherstellung von Krone, Brückenglied und Verblendung schaffte zum vertretbaren Preis Dr. Ralf Borchers, Bahnhofstraße 14, Bünde, für 183,- EURO (05223/10222). Das Einfügen der Aufbauelemente sowie die Kontrolle des chirurgischen Eingriffs und die Nachsorge wurden hervorragend  in der Zahnarztpraxis Antoine de Jonckheere, Lübbecker Straße 52, Kirchlengern, durchgeführt (05223/761976).

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Wegen der harmlosen Anfrage in Münster brach Felix die Behandlung ab und überließ die Beschenkte ihrem Schicksal. Dies müssen Patienten wissen: Die Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen werden nicht nur von den Ärztekammern, sondern auch von den ärztlichen Berufshaftpflicht-Versicherungen und damit von den Gegnern der Patienten finanziert. Die Ergebnisse von Beschwerden oder auch nur negativ angehauchten Anfragen sind deshalb keine Überraschung: Patientenanliegen werden überwiegend abgewiesen.

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Ein anderer Fall: ein Patient ließ sich wegen des bei ihm von einem Bünder Arzt festgestellten Senk-Spreizfußes vom Orthopädietechniker Lothar Melches, Kilverstraße 173, Bruchmühlen, Einlagen für seine Schuhe anfertigen. Die kunstvoll handgearbeiteten Produkte rutschten in dem Laufwerk hin und her, ihnen fehlten ein paar Zentimeter. Der Proband rieb sich binnen 14 Tagen die Fußsohlen wund. Die Folge war eine bakterielle Infektion im rechten Bein. Der Patient landete mit einer Blutvergiftung und 40,1 Grad Fieber im Lukas Krankenhaus. Von einer Beschwerde nahm sich Melches nichts an. Die dramatische Erkrankung hätte nichts mit den viel zu kurzen Einlagen zu tun belehrte er den Halbtoten.

Und wer beförderte das Wasser aus den geschwollenen, geröteten, schmerzenden Lymphknoten der würstchendicken Zehen sowie dem doppelt dicken Fußgelenk, die von den Viren und Pilzen mit infiziert worden waren? Er, Thomas Knipper und sein Streichelensemble im ProVitalis Therapie – Zentrum sind eine erstklassige Anlaufstelle, die keinen Feierabend kennt. Da wird bis abends um 20:30 Uhr gesundmassiert und dünngeknetet (05223/9944333).

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Ein anderer Fall: eine Patientin klagte über Rückenschmerzen. Sie suchte einen Orthopäden im Ennigloher Gesundheitszentrum an der Mühlenstraße auf. Die dort angefertigten Röntgenbilder erklärte ihr der Doktor so: „Schauen Sie, das ist alles Verschleiß“, meinte er mit kreisrunden Armbewegungen. „Sie sind über 60, viele Menschen in Ihrem Alter leiden an Osteoporose. Kann man nichts machen. Mit Tabletten kriegen Sie die Schmerzen in den Griff“.

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Vom Tablettenschlucken nach dem Müllverbrennungsprinzip hält die Hilfesuchende jedoch nichts. Sie suchte ihren Hausarzt auf, der ihr eine Überweisung für eine neurologische Untersuchung gab. Den schnellsten Termin erhielt die Frau in Osnabrück. Bünde, Herford, Bad Oeynhausen, Melle und Umgebung – alles für Monate im Voraus ausgebucht. „Wo tut’s weh?“ fragte die Frau im weißen Kittel. „Mein Rücken, ich kann so schlecht laufen. Und mit schmerzlosem Schlafen ist auch nichts“.

Es folgt die Messung der Nervenströme. „Sie sind gesund, da ist nichts Auffälliges“, fasst die Ärztin das Resultat zusammen. „Meinen Bericht schicke ich Ihrem Hausarzt“. „Und woher kommen meine Rückenschmerzen?“ Schulterzucken.

Die Patientin ließ sich, kaum in Bünde zurück, eine CD mit Kopien der Röntgenbilder geben, die der Ennigloher Arzt von ihrem Rücken angefertigt hatte. Damit ging sie in die Praxis Dr. Christian Erlinghagen (Mitte 40), Bismarckstraße, der beim Betrachten der Aufnahmen zu dieser Erkenntnis kommt: „Sie laufen mit 2 Wirbel- und 2 Kreuzbeinbrüchen rum. Außerdem plagt Sie ein Bandscheibenvorfall. Kein Wunder, dass Sie über Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle in den Beinen klagen“.

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Er überweist „sicherheitshalber“ an die Diagnostische Radiologie Dr. Michael Imort und Andreas Höcker in Bad Oeynhausen. Der Blick in den menschlichen Körper mit Hilfe der MRT-Magnetresonanztomographie bestätigt Erlinghagens Diagnose. Seine Empfehlung: „Sie werden vorläufig keinen Kraftsport treiben, Sie werden sich überhaupt nicht sportlich betätigen. Sie werden sich schön ruhig verhalten, keine Getränkekisten tragen, keine schweren Einkaufstaschen, keinen Staubsauger. Vermeiden Sie Treppensteigen! Legen Sie sich tagsüber zwischendurch mal hin. So fördern Sie den Heilungsprozess“.

Wie kommt der Mann auf Kraftsport? Deshalb: Nach dem nutzlosen Besuch der Neurologin war die Leidgeprüfte zum Klinikum Bielefeld an der Teutoburger Straße gefahren. „Herr Doktor“, klagte sie, „ich kann so schlecht laufen, mein Rücken! Vielleicht haben die Schmerzen was mit meiner Bauch-OP zu tun? Vor 4 Jahren wurde ich hier bei Ihnen wegen eines Nabelbruchs operiert“.

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2 Chirurgen tasten den entblößten Unterleib ab, geröntgt wird nicht, der Korpulentere äußert sich so: „Da ist nichts, was operiert werden müsste. Alles ist bestens. Treiben Sie Sport? Wie gelenkig sind Sie? Zeigen Sie mal“. Die Bünderin führt Armstreck-, Dehn- und Beingymnastik vor, natürlich keinen Spagat, Handstand oder Überschlag. Die Zuschauer sind von der Demonstration angetan. „Machen Sie Kraftsport, dann haben Sie keine Schwierigkeiten mehr“, raten beide der Vorturnerin. Dr. Erlinghagen rät im Gegensatz dazu später dringend davon ab.

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Ein weiterer Fall: eine Patientin sitzt seit 6 Stunden im Wartezimmer für ein 3 ½ Minuten-Gespräch mit ihrem Doktor. Die Sprechstundenhilfe tröstet nach der Frage, wie lange es noch dauert: „Ich weiß es nicht, rauchen Sie getrost noch eine oder zwei“.

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Ein anderer Fall: eine Patientin wird als Notfall mit dem Rettungswagen zum Osnabrücker Marienhospital, Bischofsstraße 1, gebracht. Die Sanitäter warten nicht, sondern fahren verständlicherweise nach Bünde zurück. 3 Stunden später holt eine Verwandte die Patientin im privaten Pkw wieder ab. Die Barmer-Krankenkasse lehnt den finanziellen Ersatz für 93 gefahrene Kilometer = 30,00 EURO ab, obwohl die Erbsenzähler 650,- EURO für den nochmaligen Einsatz des Rettungsdienstes gespart haben.

Ein grotesker Fall: eine Patientin wird zur Notfallversorgung in die Praxis einer HNO-Ärztin in Ennigloh geschafft. Der Frau floss das Blut in Strömen aus der Nase. Die Ärztin verfügte nicht mal über ein Blutdruckmessgerät!

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Ein irrer Fall: Im „Sanitätshaus Gesundheitsforum GmbH“, Holzhauser Straße 4, (Telefon: 05223/654510) will ein Patient „medi-Kompressionsstrümpfe“ kaufen. Nach dem Vermessen seiner Beine entscheidet er sich für Klasse 2, Größe 4, Preis 59,- EURO. „Ich lasse Ihnen das Geld hier, nehme die Strümpfe mit und bringe Ihnen Morgen ein Rezept von meinem Hausarzt. Dann ziehen Sie von den 59,- EURO meinen 5,21 EURO – Zuzahlungsbetrag ab, den Ihnen die Krankenkasse nicht erstattet und geben mir das Restgeld zurück“.

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Die blonde Verkäuferin (Mitte 20) blickte den Kunden entgeistert an: „Nein, das geht nicht“. Der Patient: „Warum geht das nicht? Es ist Mittwoch Nachmittag, die Praxis meines Hausarztes geschlossen. Da erreiche ich erst wieder Morgen früh jemanden“. Verkäuferin: „Nein, das geht nicht“. Patient: „So erklären Sie mir doch, warum das nicht geht. Sie haben mein Geld! Ich klaue Ihnen doch nicht die Strümpfe!“ Die Hellblonde nimmt Rücksprache mit ihrer Kollegin, die 1 Meter entfernt hinter einer Sichtblende sitzt, wendet sich wieder dem Kunden zu und meint: „Nein, das geht nicht“. Patient: „Können Sie mir denn bitte schön erklären, warum es nicht geht?“ Verkäuferin: „Geht nicht“.

Der Mann fährt zum „Sanitätshaus Sieksmeier“, Eschstraße 60, Bünde-Mitte (Telefon: 05223/2523), bittet um ein Paar „medi-Kompressionstrümpfe“ Klasse 2, Größe 4. Er erhält die anstandslos, bezahlt die verlangten 62,- EURO und bietet, wie gerade eben im Gesundheitsforum, die selbe Regelung an. „Kein Problem“, meint die Verkäuferin. „Wir legen das Geld beiseite und wenn Sie Morgen mit der Verordnung Ihres Hausarztes wiederkommen, ziehen wir den Zuzahlungsbetrag ab, das wären 11,21 EURO“. Ist zwar mehr als doppelt soviel wie in dem anderen Laden, aber der Strumpfsucher hat wenigstens seine Beinkleider.

Ein schockierender Fall: Samstag vor Pfingsten sagt eine Krankenschwester auf der Intensivstation im Klinikum Herford zur 55jährigen Ehefrau eines Patienten, der nach Herzinfarkt und Schlaganfall seit 10 Tagen im künstlichen Koma liegt, maschinell beatmet wird und dessen Herz mit Hilfe der Apparatemedizin schlägt: „Überlegen Sie sich bis Montag, ob es nicht besser ist, die Maschinen abzuschalten“. Was für ein Pfingst-Fest! Welch ein Albtraum! Wieviele Tränenbäche in den nächsten 48 Stunden! Ungezählte! Montag, die Stunde der Entscheidung ist gekommen! Die Frau traut ihren Augen nicht: der angeblich gehirntote Endfünfziger bewegt die Augen, den Mund, den Arm. Am nächsten Tag versucht er zu sprechen. 8 Tage später sitzt er im Bett, macht Witze, telefoniert mit Freunden. An seinem 36. Hochzeitstag küßt ihn seine Frau noch wacher, als er ohnehin schon ist. Er scherzt wie in alten Zeiten. Spricht vom Wanderurlaub im Harz, freut sich auf die Reha in Bad Oeynhausen. So kann’s gehen mit dem voreiligen Maschinen abschalten. Ein Organspender rettet schließlich bis zu 7 Menschenleben. Heute spaziert der Totgesagte quietschfidel durch seinen schönen Rosengarten.

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Ein an Skurrilität nicht zu übertrumpfender Fall: eine Patientin jammerte über Taubheitsgefühle in den Fingern und Schmerzen im linken Handgelenk, die in den Unterarm und in die Handfläche ausstrahlen. Konsultation des Hausarztes im Gesundheitszentrum Ennigloh. Drucktest, keine schlimmeren Reizungen. Er prüft das Tinel-Klopfzeichen, indem er mit dem Finger die Unterseite des Handgelenks abklopft. Aber die Patientin empfindet keinen stechenden Schmerz und kein Kribbeln. Überweisung zum Orthopäden gleich nebenan. Untersuchung ohne Befund. Die Hand röntgen? Nein! Wozu so ein Aufwand?! Weiter geht’s zur Nervenärztin Dr. med. Dr. phil. Margit Codero, Melle. Fragebogen ausfüllen mit Wißbegierlichem, das der 57jährigen die Schamröte ins Gesicht treibt. Hirnstrommessung, Karpaltunnelerforschung. Alles o.k.! Da drin ist nichts entzündet oder angeschwollen. Alles einwandfrei, kein Befund.

Nächste Station ist die Praxis Dr. Erlinghagen. Die Hand wird geröntgt, Diagnose: Kahnbeinbruch, 15 – 25 Jahre alt. Lukas Krankenhaus Bünde. Dr. Bernd-Wolfgang Bär, Unfall- und Orthopädischer Handwiederherstellungschirurg macht der Hilfesuchenden Angst:  „Das muß sofort operiert werden, am besten kommen Sie nächste Woche zur OP. Wenn Sie nichts machen lassen, bekommen Sie eine steife Hand, dann geht gar nichts mehr“.

„Bangemachen gilt nicht“, sagte sich die Unglückliche und macht sich auf zum Berufsgenossenschlaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum (0234/3020) . Empfehlung eines erfahrenen Handchirurgen: „Lassen Sie alles wie es ist. Eine Operation ist wegen des Alters der Bruchverletzung nicht mehr möglich. Jetzt würde das Kahnbein komplett entfernt. Die Gefahr einer Handwurzelfehlstellung danach wäre dann sehr groß. Jedenfalls können Sie jetzt mehr mit der kaputten Hand machen als nach einem chirurgischen Eingriff“.

Die Malheurin fuhr zum Universitätsklinikum Charité in Berlin (030/450450), wo der Bochumer Ratschlag voll bestätigt wurde. „Wenn ich Sie wäre“, meinte der Chirurg zu der Bünderin, „ließe ich alles so wie es ist. Wenn die Hand in 10 oder mehr Jahre wirklich steif ist, können Sie sie immer noch operieren lassen“.

Unser Tipp: suchen Sie einen 2. oder auch 3. Arzt auf und holen Sie deren Rat ein. Ihre Krankenkasse muß das bezahlen.

Falscher Krebsverdacht! Nora Niermann (33): „Kopfschmerzen nach Schutzimpfung – jetzt habe ich 9 Löcher im Schädeldach und bin behindert“.

Nora feierte gerade ihren Geburtstag, sieht aus wie das blühende Leben – dabei sollte sie längst tot sein! „Sie stirbt an einem Gehirntumor, wenn Sie Ihre Tochter nicht sofort operieren lassen“, prophezeiten 2 Professoren und 2 Oberärzte meinen Eltern. Als 13jährige war ich aber gar nicht an Krebs erkrankt! Ich hatte nur eine gutartige Geschwulst“.

Um der angeblich tödlichen Krankheit auf den Grund zu gehen, kam es zu fatalen Eingriffen an 9 Stellen im Gehirn, die zu Lähmungen führten. Als Folge von 9 Gewebsentnahmen ist Nora heute körperbehindert, trotzdem glücklich! „Weil ich lebe“, strahlt sie unter ihrem dunkelbraunen Haar aus glänzenden Augen.

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Dabei waren sich die Krebsexperten absolut sicher: „Das Mädchen wird Weihnachten nicht mehr erleben. Es sei denn, es unterzieht sich einer sofortigen, allerdings riskanten Schädeloperation. Das Risiko ist groß, Lähmung, Rollstuhl oder Tod könnten die Folge sein“.

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„Was hat sie denn?“ fragten die besorgten Eltern den Chefarzt. „Verdacht auf einen Krebstumor. Der ist schon hühnereigroß“. Maschinenschlosser Helmut Niermann (57) und seine Frau Ursula (52) gaben sofort ihr Einverständnis für die empfohlenen Rettungsmaßnahmen.

„Ich kam gleich unter’s Messer“, weiß Nora noch. „Die Tumor-Fachleute haben mir den Kopf aufgebohrt und dem Gehirn Gewebe entnommen. Doch zu ihrer Überraschung fanden sie keine einzige Krebszelle“. Im Gutachten eines Professors der Uniklinik Düsseldorf steht auf Seite 22: „Die stereotaktischen Probeentnahmen haben keinen Beweis für einen krebsartigen Hirntumor ergeben, auch keinerlei Anhaltspunkte für einen entzündlichen Prozess“.

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Trotzdem wurde nach der 1. Bohrung immer weiter gebohrt, geschnitten, operiert, Gehirngewebe entnommen „weil die Krebsspezialisten unbedingt den von ihnen vermuteten bösartigen Tumor finden wollten“, sagt Nora kopfschüttelnd. Im Gutachten heißt es auf Seite 19 dazu: „Eine Schnellschnittuntersuchung zeigte abgestorbenes Material, doch die genauere Analyse erbrachte keinen Tumornachweis. Es gab stattdessen Hinweise auf ein gutartiges Gewächs, aber denen wurde nicht weiter nachgegangen“.

Nach der 9. Bohrung entstand eine hochgradige Lähmung des linken Armes, eine Lähmung des linken Beines und der linken Gesichtshälfte.

Da hatten die Eltern genug! Gegen den Willen der Ärzte holten sie ihre Tochter aus der Klinik. Die verärgerte Mutter sagte ihnen ins Gesicht: „Unsere Tochter ist doch kein Versuchskarnickel! Kopf auf, Kopf zu, immer unter Vollnarkose, das konnte doch nur schief gehen“.

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www.kirschmonster.de

Frage von www.boulevard-buende.de, die Zeitung in Bünde, an den Gutachter, wie es zu der Lähmung kam. Der Professor: „Bei einem Eingriff in den Trennbereich zwischen Kleinhirn und Großhirn birgt jede Gewebeentnahme das Risiko einer Schädigung von Gehirngewebe. Dort laufen sämtliche Nervenbahnen vom Großhirn zur linken Körperhälfte“.

„Seitdem bin ich hin“, erzählt Nora, die heute als Bürokauffrau ihren Lebensunterhalt verdient. Ihr Vater ist davon überzeugt: „Wenn wir unsere Tochter weiter in der Klinik gelassen hätten, wäre sie nicht mehr am Leben. Die Ärzte wollten die Sache durchziehen und uns zeigen: ‚Wir haben immer Recht’“.

Nora war als 12jährige – der Hausarzt wusste nach mehrwöchiger Behandlung nicht mehr weiter – in die Neurochirurgie eingewiesen worden. Sie litt unter Schwindelanfällen, hämmernden Kopfschmerzen und Brechreiz. In der Schule hatte sie sich während der Unterrichtsstunden mehrfach übergeben müssen. Nach vielen Untersuchungen dann die Hiobsbotschaft an die Eltern der inzwischen 13jährigen: „Verdacht auf einen bösartigen Tumor. Es besteht akute Lebensgefahr, es muss sofort gehandelt werden“.

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 www.heemeyer.de

Der Überdruck im Gehirn wurde durch die Einbringung eines Shunts in den Bauchraum abgeleitet. Die Suche nach bösartigen Krebszellen ging los. Nach 3 Monaten und 9 Bohrungen in den Kopf meinte ein Arzt zum Vater: „Wir haben was gefunden. Jetzt muss ganz schnell gehandelt und im Gehirn operiert werden. Dabei kann allerdings passieren, dass es beim Entfernen des Tumors zu einer weiteren geringfügigen körperlichen Einschränkung kommt“. Der Vater: „Aber unsere Tochter ist doch jetzt schon behindert. Soll sie vollends im Rollstuhl oder auf dem Friedhof landen?“ Der Doktor hob und senkte die Schultern.

Ein Experte zu www.boulevard-buende.de: „Der Wissenschaft sind 120 verschiedene Arten von Geschwülsten im Gehirnbereich bekannt. Krebsgeschwülste im Sinne eines Karzinoms gibt es im Gehirn nicht, nur als Tochtergeschwülste anderer Karzinome. Eine Chemotherapie hat zu etwa 95 % im Hirnbereich keine Wirkung, weil die eingesetzten Zellgifte die Blut- Hirn-Schranke nicht überwinden können“.

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Vater, Mutter, Tochter wollten nichts mehr riskieren! Sie fuhren zu einer Homöopathin, deren Adresse sich Noras Papa aus dem Branchenverzeichnis rausgesucht hatte. Die fand nach einer Augendiagnose heraus, dass die inneren Organe Milz, Leber, Nieren hochgradig vergiftet waren, vermutlich von einer Zeckenschutzimpfung, die Nora mit 10 Jahren bekommen hatte. Mit Enzymen und Milchsäuren wurde das Immunsystem des Mädchens gestärkt. Die kontinuierliche Verabreichung homöopathischer Mittel „ließ Noras Gesundheitszustand innerhalb weniger Wochen von 0 auf 100 emporschnellen“, erzählt der Vater glücklich.

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Seine Tochter: „Bei der letzten Kernspintomographie war von einer Geschwulst nichts mehr zu sehen. Beweis dafür, dass das gutartige Gewächs verschwunden ist“.

Nora ist glänzend drauf, obwohl sie herbe Enttäuschungen hinnehmen musste. So brach sie wegen ihrer Behinderung die Ausbildung zur Sozialpädagogin ab. Sie wollte Logopädin werden, um Menschen zu helfen, die wie sie selbst sprachlich geschult werden müssen. Aber ein 5-wöchiger Test im Berufsförderungswerk für berufliche Rehabilitation endete damit, dass sie sich diesen Wunsch nicht erfüllen kann! „Beim Reden fehlt mir ein variabler Gesichtsausdruck, mein Antlitz bleibt starr, es ist ja gelähmt, die Zunge zeitweilig blockiert, meine Aussprache nicht flüssig“.

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Mit dem Shunt lebt sie immer noch. Nora: „Ich will nicht riskieren, dass sich im Gehirn, aus welchem Grund auch immer, neuer Druck aufbaut. Ich kann mit dem Shunt-System gut leben“. Schmunzelnd fügt sie hinzu: „Schauen Sie mich an! Als ehemaliges Versuchskaninchen übereifriger Mediziner geht’s mir doch ganz gut, oder?“

So werden Hilfe suchende Patienten belogen und betrogen

Edeltraud Kaase (56) nahm wegen eines 23 Jahre unentdeckt gebliebenen Handbruchs Kontakt zu einem Dr. Bernhard Giese (59) auf, der die Ostwestfälin in seinem Tübinger „Institut für Medizinschaden-Begutachtung“ im weißen Kittel empfing. Wie es sich für einen Arzt eben gehört. Herr Giese ist jedoch gar kein Arzt, sondern Rechtsanwalt, der wegen vielfachen Patientenbetruges und strafbarer Werbung vom Landgericht Stuttgart (Az.: – 7 KLs 132/87 -) auf Grund einer Anklage der Staatsanwaltschaft Stuttgart (Az.: – 112 Js 48186/87 -) vom Bundesgerichtshof (Az.: – 1 StR 146/91 -) längst rechtskräftig verurteilt wurde. Das wusste unsere Rat und Hilfe suchende Frau Kaase jedoch nicht.

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Als sie ihn fragte, welchen auf Ärztepfusch spezialisierten Rechtsanwalt er ihr empfehlen könnte, war sie bei ihm an der richtigen Adresse: er war ja Jurist! Obwohl ihn das Amtsgericht Tübingen längst abstrafte, weil er als Anwalt auftrat ohne Anwaltszulassung (Az.: – 1 OWi 526/82 -).

Dennoch unterhielten eine ganze Reihe von Kanzleien, auf Medizinschaden-Prozesse spezialisiert, wie beispielsweise der im Fernsehen hochgelobte „Patienten-Anwalt“ Dr. Georg Meinecke in Köln, beste Kontakte zum „Kollegen“ und „Experten“ Giese und ließen sich Sachverständigen-Gutachten bei ihm anfertigen. Meinecke besaß sogar die Frechheit, von einer Mandantin Gebühren abzukassieren, die er bereits von deren Rechtschutzversicherung eingeheimst hatte.

Meinecke und Konsorten unterstützten den Gauner Giese sogar noch nach der Anklageerhebung, stellten ihm beste Referenzen aus. Hier Auszüge aus Meineckes Lobhudelei: „Dr. Giese hat sich meiner Überzeugung nach auf dem Gebiet des Patientenschutzes historische Verdienste erworben. Die bisherigen Früchte seiner Tätigkeit in seinem Institut sind eine einzigartige (ca. 1800 erstattete Gutachten) Sammlung einschlägiger und unveröffentlichter Urteile (hunderte, die demnächst veröffentlicht werden) p.p.

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Die mir bekannte Anklage wegen Betrugs ist offensichtlich haltlos und nur verständlich aufgrund der Kampagne, die die Ärtzefunktionäre – gern unterstützt von Haftpflichtversicherungen – gegen ihn führen. Die negative Kritik an ihm ist Wasser auf die Mühlen seiner Gegner, zumal sie auch noch aus dem Lager der Patienten kommt“ .

Schließlich erklärte Rechtsanwalt Meinecke den „Doktor Giese“ sogar zum „Edelstein“. Das Ausmaß dieses weltweit einmaligen Massenbetrugs an ahnungslosen Patienten war nur durch solche „Rechts“anwälte möglich, die sich an solchen Medizinschaden-Verfahren eine goldene Nase verdienen. Das geht ganz einfach:

Patient Felix Müller hat realistische Ansprüche auf Schadenersatz sowie Schmerzensgeld in Höhe von 100.000,- EURO. Der Anwalt beschwatzt ihn, weitaus höhere Ansprüche zu stellen, etwa um die 700.000,- EURO. Der Mandant ist hellauf begeistert und unterschreibt eine Vollmacht, die dem habgierigen Juristen ein vielfach höheres Sonderhonorar im Kleingedruckten garantiert als das normal abzurechnende nach der Gebührenordnung für Rechtsanwälte. Wird der Kunstfehler-Prozess gewonnen, werden dem Patienten nur 100.00,- EURO zugesprochen, ist das Verfahren eine bittere Niederlage wegen der 7-fachen Streitwertüberhöhung! Die 100.000,- EURO gehen für Anwalts- und Gerichtskosten drauf sowie für Gutachten des Herrn Giese oder anderer Sachverständiger.

Alle reiben sich zum Schluss die Hände – nur Edeltraud Kaase nicht, der es so ergangen ist.

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Hirngeschädigt durch Ärtzepfusch

Diplomingenieur Heinz Althoff und seine Frau Sabine (33) haben ein behindertes Kind. Jeden Tag, wenn die Eltern Clemens (4) füttern, wickeln, mit ihm schmusen, mit ihm lachen und mit ihm weinen, werden sie daran erinnert, dass alles ganz anders sein könnte. Clemens könnte gesund sein. Wie andere Kinder spielen, sprechen und sich freuen. Dass er so ist, wie er ist, hilflos, haben sie einem Doktor zu „verdanken“, fanatischer Befürworter der natürlichen Geburt. Der verweigerte einen Kaiserschnitt zur rechten Zeit.

 

Als bei Frau Althoff um 19:20 Uhr die Wehen einsetzten, wusste der Gynäkologe längst, bei der Erstgebärenden liegt eine akute Beckenenge vor. Für den Arzt war deshalb höchste Vorsicht geboten. Das Skalpell für einen Kaiserschnitt musste sozusagen parat liegen.

 

Doch der Doktor leitete die künstliche Geburt nicht ein. Er starrte auch dann noch auf das Aufzeichnungsgerät, als die Herzschlagfrequenz des Babys auf 40 Schläge pro Minute absackte. Anstatt nun die Vorbereitungen für einen Kaiserschnitt zu treffen, ließ der Gynäkologe die werdende Mutter im wahrsten Sinne des Wortes weiter zappeln. Stunden lang wartete der Medizinmann mit dem Kaiserschnitt. „Einer von nur fünf bei insgesamt 507 erfolgreichen Geburten“, machte er aus seiner schnipp-schnapp-Abneigung und seiner Vorliebe für die natürliche Entbindung keinen Hehl.

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Nie war ein Kaiserschnitt dringender geboten als der bei Sabine Althoff. Sie war Erstgebärende und das Baby befand sich zudem in einer unglücklichen Steißlage. „Ich bin ein erfahrener Arzt, seit 16 Jahren habe ich Berufspraxis“, lobte er sich selbst im Gespräch mit www.boulevard-buende.de. Ein ebenfalls befragter Sachverständiger hält dem entgegen: „Das CTG war wahnsinnig schlecht und zeigte ganz markante Veränderungen an“. Auf die Frage, warum er angesichts dieser alarmierenden Herzfrequenz des Kindes bei der Cardio Topographie immer noch nicht reagiert habe, meinte er: „Ich hoffte, den Steiß in Kürze fassen zu können, denn der war schon am Beckenboden. Frau Althoff hätte dann auf natürliche Weise entbinden können. Für jede Frau ist es das schönste Erlebnis, wenn sie ihr Kind normal zur Welt bringt“.

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Abwarten, zaudern, zögern – für Sabine Althoff wurde der Geburtsvorgang zur Qual. Was sie nicht sah, erkannte ihr Arzt: „Die Füßchen befanden sich am Kopf des Babys. Ich schaute auf das CTG, konnte die Herztöne nicht genau einordnen. Waren es die der Mutter – oder die des Kindes? Ich war mir nicht sicher, ob die Aufzeichnung der Herztöne überhaupt korrekt war“. Wahnsinn: er war sich nicht sicher – und ließ die Katastrophe über Sabine Althoff hereinbrechen.

 

Anstatt nun endlich zu handeln, überprüfte der Geburtshelfer die Apparatur! Verschwendete keinen Gedanken daran, einen Kaiserschnitt zu setzen. Stattdessen hielt er es für wichtiger nachzuschauen, ob die Elektrode richtig am Herzen anlag. Er hängte sie ab, führte eine Messung mit dem Ultraschallgerät durch. Die Kontrolle mit dem elektronischen Stethoskop zeigt jedoch nur an, ob das Baby überhaupt noch lebt oder nicht mehr. „Was taten Sie denn jetzt für das Kind?“ wollte www.boulevard-buende.de wissen.

 

„Ich stellte fest, dass mit Beginn der Presswehen ein weiterer Abfall der Herztöne einherging. Aber das war noch nicht alarmierend für mich“.

 

Erst um 01:30 Uhr entschied er sich zum Kaiserschnitt. Um 02:13 Uhr kam Clemens zur Welt. Durch den stundenlangen Sauerstoffmangel ist das Kind irreparabel hirngeschädigt.

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Haben Sie Ähnliches erlebt? Schreiben Sie per Mail an redaktion@boulevard-buende.de oder per Post an Boulevard, Postfach 16 40, 32257 Bünde, die Zeitung im Kreis Herford, berichtet was andere verschweigen.

Googlen Sie unter Ärztepfusch und Anwaltsgaunerei, dann stoßen Sie auf eine weitere skandalöse Patienten-Geschichte .

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