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Das ist christliche Nächstenliebe: Geldgeile Kirche kassiert von einer lebendigen Witwe Grabgebühren für eine falsche Tote!

„Das Halleluja bleibt mir im Halse stecken, wenn ich an die vom evangelischen Kirchenkreis Herford heimlich beiseite geschafften 48 Millionen EURO denke, gleichzeitig jedoch eine  Friedhof-Abzockerei miterlebe, gegen die ich als arme Witwe jahrelang ankämpfen musste“, schimpft die gelernte Dekorateurin und Plakatmalerin Hiltrud Meyer (72).  Geschlagene 5 Jahre rannte sie gegen Moralapostel an, die sonntags mit gefalteten Händen „Lobe den Herrn“ singen und sie ab Montagmorgen eiskalt als Bittstellerin abblitzen ließen. Am Ende wurde die Rentnerin von diesen Pharisäern mit einem Trinkgeld abgespeist.

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„Es ist unglaublich“, empört sich die 72jährige. „Da streite ich 60 Monate mit meiner evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde rum, will einen Teil der von mir bis zum 31.12.2023 bezahlten 934,- EURO Grabgebühren wieder haben, nachdem ich die Urne meines mit 65 Jahren  verstorbenen Ehemannes Horst nach nur 24 Monaten vom bezahlten Friedhof zu einem anderen an meinen neuen Wohnort bringen ließ. Aber die Kirche rückt nicht einen Cent heraus, sondern pocht auf die vertraglich vereinbarte Nutzungszeit von 20 Jahren. Und dies, obwohl in dem von mir bezahlten Grab längst eine Andere liegt, Elli Vogt, verstorben am 18.12.’05! Von deren Angehörigen kassiert die Kirche nun ebenfalls Gebühren. Doppeltgemoppeltes Geld für eine Grube, in der nur eine Tote liegt. Eine Riesensauerei!“

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Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – dieser Kirchengemeinde ist der Götze Geld aber viel  lieber als ihr langjähriges Gemeindemitglied Hiltrud Meyer. Ein Eindruck, der sich aus einem Verhöhnungsschreiben ergibt, das die Kirche absegnete und von ihrer Rechtsanwältin ans Verwaltungsgericht (Az.: 6 A 105/06) schicken ließ. In dem Brief wird die arme Frau hundsgemein verspottet. Ihre Forderung, doch bitte schön wenigstens einen Teil  bezahlter Grabgebühren zurückzuerstatten, wird hohnlachend mit einem Parkscheinautomaten verglichen, so:

„Es wird beantragt, die Klage abzuweisen, denn auch der, der irgendwo einen Parkschein für 4 Stunden löst, hat keine anteilige Gebührenerstattung zu erwarten, wenn er nach einer halben Stunde das Auto wieder vom Parkplatz beseitigt. Und zwar selbst dann nicht, wenn er kurz darauf feststellen muß, dass der Parkplatz wieder besetzt ist, der Parkuhrbetreiber also an dem Parkplatz doppelt verdient“.

„Es ist boshaft und pietätlos, die letzte Ruhestätte meines Mannes mit einem Parkplatz zu vergleichen“, wischt sich Hiltrud Meyer über die feuchten Augen. Die Streiterei mit der Kirche vor Gericht belastete die krebskranke Rentnerin 5 Jahre lang schwer. „Ich wollte keinen Prozess“, weint sie , „die Kirche aber stellte sich stur und hat mich obendrein auch noch betrogen“.

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Wie ging das denn?

„Die Kirchengemeinde sahnte bei mir eine Rasenschnittgebühr  von 145,- EURO ab! Eine Freundin informierte mich jedoch, dass rund um das Grab gar kein Rasen gesät worden ist. Als ich der Kirche Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung vorwarf, bekam ich kommentarlos mein Geld zurück, keine Zinsen, keine Entschuldigung. Niemand bedauerte die Gaunerei. Eine wahrhaft christliche Gemeinschaft von Scheinheiligen,“ erzürnt sich Hiltrud Meyer.

Die unsägliche Zofferei um die letzte Ruhestätte nach plötzlichem Herztod des aus dem Leben gerissenen Verkaufsleiters einer großen Brauerei begann 24 Monate nach der Beerdigung.  Witwe Hiltrud zog zu ihren zwei Töchtern. Die Urne mit der Asche ihres Mannes ließ sie für 450,- EURO von einem Bestattungsunternehmen auf den Friedhof ihrer neuen Heimatgemeinde transportieren. Die Grabgebühren für die  neue Ruhestätte bezahlte Frau Meyer natürlich sofort.

Für das nun leer geräumte Grabfeld U, Abteilung I a, Nr. 28, bat sie jedoch um Rückerstattung der Gebühren für 18 nicht genutzte Jahre. „Für eine Rentnerin, die von 1.083,46 EURO lebt, davon 660,- EURO Warmmiete für ihre Wohnung bezahlen muß, sind 840,60 EURO eine Menge Geld“.

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Soviel wollte sie nicht mal, erbat nur 700,- EURO zurück. „Da hatte ich die Rechnung aber ohne die Kirche gemacht“, schüttelt Witwe Hiltrud ungläubig den Kopf.  „Die bewies mir durch ihr unsägliches Verhalten, dass auch für die Geld nicht stinkt. 42 Jahre lang haben Horst und ich mit unseren Kindern in der Gemeinde gelebt, immer brav unsere Kirchensteuern bezahlt – und dann das!“

Sie blättert mit ihren Gedanken in Erinnerungen: „Bei einem Fußballspiel lernten wir uns kennen, ich war Zuschauerin, Horst ein exzellenter Stürmer“.

Er traf volley  in ihr Herz bei einem gemütlichen Beisammensein nach so einer Kickerei. Sie schäkerten, schmusten, verliebten sich. Mit 21 grüßten sie als Verlobte, 12 Monate später feierten sie Hochzeit.

Das 1-Zimmer-Appartement wurde bald zu klein. Umzug in eine geräumigere 3-Zimmer-Wohnung; dann Kauf eines Reihenhauses, schließlich Bau eines Eigenheims. Darin lebten die Meyers 22 Jahre glücklich mit ihren beiden Töchtern. „Bis ich morgens in den Spiegel schaute, erschrak ich vor mir selbst“, erzählt Hiltrud. „Ich litt schon tagelang unter Appetitlosigkeit, aber diese Leichenblässe im Gesicht…schrecklich!“

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Ab zum Arzt, von dort sofort ins Krankenhaus, Diagnose: Lymphdrüsenkrebs! Chemo, Operationen, mehrwöchige Aufenthalte in verschiedenen Reha-Kliniken. Zwischendurch ging’s auch Horst schlecht. Er konnte nicht mehr schmerzfrei laufen, bekam beidseitig neue Hüftgelenke.

Und dann war auf einmal dieser schwarze Freitag da, dieser unvergessliche Morgen, 07.30 Uhr! Hiltrud stand als erste auf, ging in die Küche und machte Frühstück. „Bleib du noch liegen, heute erledige ich das“, hatte sie zu ihrem Mann gesagt, und gar nicht erst seine Antwort abgewartet. Sie kochte Kaffee, stellte Käse, Wurst, Marmelade und O-Saft auf den Tisch, zündete, wie immer, eine Kerze an.

Dann ging sie ins Schlafzimmer, rief Horst beim Kosenamen: „Bummi, du kannst jetzt aufstehen, alles ist fertig“.

Horst lag auf dem Rücken, die Augen geschlossen – er reagierte nicht. Hiltrud ging zu ihm, ergriff seine Hand, spürte die Kälte nicht, sondern sagte lächelnd: „Nun komm schon, steh auf“. Dabei blickte sie in ein Gesicht, das ohne Regung blieb. Sie beugte sich zu ihm runter, erlitt einen Weinkrampf und rannte zum Telefon: „Mein Mann wird nicht wach, Sie müssen kommen!“ schrie sie verzweifelt.

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Nicht lange danach stoppte ein Krankenwagen vorm Haus, Rettungssanitäter und ein Notarzt stürmten durch die von Hiltrud aufgehaltene Tür. Sie versuchten alles, Herzmassage, Beatmungsgerät – umsonst! „Herzstillstand“, schrieb der Doktor in den Totenschein. Hiltrud bekam gegen ihren Schock eine Infusion. 9 Tage später fand das Begräbnis statt. Horst hatte sich immer ein Urnengrab gewünscht.

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„Er würde aus der Asche wieder auferstehen, wenn er wüßte, was die Kirche mit mir macht“, weint Hiltrud. Den Prozess vor’m Verwaltungsgericht hat sie verloren.

In der Berufungsverhandlung  „ boten mir die Grabräuber dann ein Viertel des Betrages an, den ich verlangte. Ich habe die 175,- EURO genommen, weil ich mit den Nerven am Ende bin. Ich kann nicht mehr! Zuerst der Kampf gegen meine schwere Krankheit; und dann die Scherereien mit der habgierigen Kirche! Ich will nur noch eins: Ein paar schöne Jahre in Ruhe leben.“

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Sie blickt aus dem Fenster, sieht die Regentropfen an den Scheiben runterrinnen. „So, wie draußen, so sieht’s drinnen bei mir aus. Sollen diese heuchlerischen Schwarzkittel doch glücklich werden mit ihren 48 Millionen und ein paar Zerquetschten, die sie heimlich bei Seite rafften. Und sich auch weiterhin die Schädel darüber zerbrechen, wie sie die Klingelbeutelgeschenke Profit bringend anlegen. Ich habe für immer von der  Scheinheiligkeit all der Hosiannajubler die Nase gestrichen voll!“

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