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Bankraub-Busen brachte kein Glück. „ Mich traf der Fluch einer bösen Tat!“

Im Sommer 2008 freute sich ganz Deutschland mit Swetlana (25) aus Hunnebrock über ihren „geklauten“ Busen. Freund Viktor (27) überfiel eine Bank, raubte 20.000,- EURO und investierte das Geld in die üppige Verschönerung seiner Räuberbraut! „Sweety“, so ihr Kosename, bekam von ihm zwei neue Brüste geschenkt, BH-Größe 75 B (vorher 70 A). Doch die 2 Appetithäppchen brachten dem Paar kein Glück!

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Der Busenräuber wurde schnell gefaßt und sitzt noch bis Ende 2013 im Knast. Er bekam 5 ½ Jahre für die Kassenplünderung in einer Volksbank-Filiale. Die beschenkte Swetlana hatte ebenfalls Pech, sie erkrankte an Brustkrebs, der sich bis in die Lymphknoten der Achselhöhlen ausbreitete. Der hübsche Busen fiel einer radikalen Mastektomie zum Opfer, wurde aber durch Implantate unter die Muskeln der Brustwand optisch ansprechend neu aufgebaut mit Warzenvorhof und Brustwarze.

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Traurige Swetlana? „Nein, sagt sie, „ich bin glücklich, ich lebe. Natürlich ist es schade, dass ich meinen schönen Busen verloren habe. Ich hatte viel riskiert, viel verloren und viel gelernt: Verbrechen lohnen sich nicht!“ Sie wendet sich ab und weint. Nachdem sie sich wieder gefangen hat, erzählt sie weiter:

„In seiner Phantasie verführte ich ihn mit meinem schönen Busen und er träumte davon, ihn zu streicheln und mit mir zu schmusen. Was konnte ich dafür, wenn mein oberweitenverrückter Verehrer eine Volksbank-Filiale überfällt, mir von der Beute eine 4.500,- Euro teure Schönheitsoperation bezahlt, damit meine Brust aufs doppelte vergrößert wird? Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, dass der mit einer Halloweengeistmaske getarnte Volksbank-Räuber mein Verehrer Viktor war!“ Swetlana schüttelt noch immer fassungslos den Kopf, wenn sie diese in der Justizgeschichte einmalige, kaum zu glaubende, aber wahre Räuberpistole erzählt.

Dunkelblonde Haare, braungrüne Augen, schlank, 1,72 m, 36/38er Konfektion, Schuhgröße 39. „Sie ist immer noch meine Traumfrau“, lächelte Maurer Viktor verliebt im Gerichtssaal. „Heiß und kalt lief es mir den Rücken runter, wenn wir zusammen saßen“.

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„Dabei war er nix weiter als mein Chauffeur“, erzählte Swetlana als Zeugin in dem Prozess gegen den Kraftprotz, einen 2-Meter-Mann. „Ich nannte ihn manchmal zwar Viki, sein Kosename, aber Gefühle hatte ich nicht für ihn – er dafür um so mehr für mich!“

Aus ihren Erzählungen wusste er, dass sie gern einen größeren Busen haben wollte. Er wusste aber auch, dass das für sie ein unerfüllbarer Traum war. „Wovon sollte ich eine Schönheits-OP bezahlen? Ich verdiene doch nix!“

Die arbeitslose Krankenschwester, die ihre Ausbildung abbrach, kannte Viktor aus ihrer Clique seit 4 Jahren.

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Einen größeren Busen wünschte sie sich seit dem 14. Lebensjahr: „Die Jungs gafften immer zuerst bei meinen Freundinnen auf das, was sich unter Bluse oder Pulli wölbte, erst danach folgte der Blick woandershin, ins Gesicht oder auf den Po“, beobachtete Swetlana. „Den anatomischen Nachteil gegenüber meinen Freundinnen wollte ich durch eine Brust-OP wett machen, damit ich auch mal Big Points in der Disco sammeln konnte. Beinahe platt wie ein Bügelbrett bekam ich beim Flirten keinen Stich.

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Viktor mochte mich, aber der ging mir nicht ein einziges Mal an die Wäsche  

Von meinem Busen-Wunsch wusste jeder, natürlich auch Viktor! Für mich tat er alles, schwänzte die Arbeit, pfiff auf Verabredungen mit Freunden. Hatte ich Lust auf eine Shoppingtour nach Bielefeld, Osnabrück oder Hannover, rief ich einfach Viki an und fragte, ob er mich hinfahren würde in meinem roten Ford Mondeo. Ich traf mich da immer gern mit meinen Bekannten und wir tranken natürlich auch Alkohol. Bei Viktor wusste ich, der bringt mich sicher wieder nach Hause, denn der rührte kein Glas Bier an! Auf ihn konnte ich mich 100 %tig verlassen.

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Er war mein Verehrer und Chauffeur, auf ihn konnte ich zählen! Von ihm konnte ich alles haben, dieses Weichei! Für mich ist das kein Mann. Wenn ich den anlächelte, bekam er das Zittern in den Knien und eine rote Birne. Im Auto saßen wir schweigend nebeneinander, er fand nie den Mut, mich anzusprechen oder mir mal an die Wäsche zu gehen, geschweige denn seine Hand auf mein Knie zu legen. Er wartete stets darauf, dass ich zu reden anfing“, lacht die junge Frau amüsiert. „Dass es soviel Schüchternheit gibt, unfaßbar“.

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Ist der nie Zärtlich geworden? „Das ich nicht lache! Nicht für’n Kuss und schon gar nicht für’s Petting hat’s bei dem gelangt! Allerdings hätte ich ihn auch gar nicht rangelassen“, macht Swetlana eine wegwerfende Handbewegung. „Egal, ob ich mal eine flotte Haarfarbe ausprobierte, neues Make up auftrug, mir die Augenbrauen zupfte so schön wie Jennifer Lopez oder ein Parfum auflegte mit dem Duft von fruchtig-frischer Mandarine, wilder Rose und Pfirsichblüten, Viktor fand immer alles toll, verzog nie das Gesicht, hielt sich nie die Nase zu, kritisierte mich nie, für ihn war immer alles Beauty trendy.

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Diese Gleichgültigkeit hat mich innerlich wahnsinnig gemacht, gezeigt hab‘ ich‘s ihm nie. Wenn ich gewollt hätte, wäre der 10 x am Tag mit mir ins Bett gestiegen. Der glotzte mich mit Stielaugen an, unbeschreiblich! Der steht auf mich! Ist total in mich verknallt – heute noch!“

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In ihrer Clique lachte sich Swetlana über ihren Verehrer kaputt: „Viki? Geht mir am Arsch vorbei, ich kann ihn nicht leuchten seh’n“, kicherte sie sich über ihn halbtot, wenn er nicht dabei war.

Cool und schamlos nutzte sie ihn aus, das gibt sie offen zu. „Ich fand es himmlisch, wenn er heiß lief. Mit Lacksandalen, Longshirt und Stretchjeans kriegte ich das immer hin. Einfach köstlich, mit seinen Gefühlen zu spielen“.

Als Weihnachtsgeschenk dachte er sich echt was Schnuckeliges aus. „Ich bestücke dich mit deinem Traum-Busen“, versprach er mir. „Jetzt geht’s finanziell noch nicht, aber warte ab, ich mach‘ die Überraschung perfekt“, gelobte er, und behielt für sich, was er im Prozess ausplauderte: „Ich dachte, wenn ich ihr die neue Brust bezahle, wird sie mich als ihren festen Freund nicht mehr ablehnen können. Dann wird bestimmt was aus uns beiden“.

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Der Wunschtraum eines Liebes-Narren! Der Phantast jagte nicht nur in Gedanken seiner Einbildung hinterher – er handelte auch! Skrupellos, eiskalt.

„Ich mußte Geld beschaffen“, meinte er fast entschuldigend zum Richter.

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An einem Mittwoch kurz vor 20:00 Uhr stand er Therese Hartinger (87) an der Kasse ihrer Tankstelle gegenüber, wollte die Tageseinnahmen rauben. „Oma, jetzt wird‘s ernst“, schob er ihr die Pistole unter’s Kinn. Die Rentnerin lachte und ging zur Gegenwehr über: „Hau ab, du Bandit, von mir kriegst du nix! Höchstens was auf die Nase! Hier gibt’s kein Geld. Geh arbeiten, dann hast du genug Kohle in der Tasche“.

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Die Alte griff zum Telefon und rief die Polizei. Die kurz darauf vorfahrenden 4 Beamten in 2 Streifenwagen begrüßte sie mit den Worten: „Das Milchgesicht habe ich nicht für voll genommen. In die Richtung ist es abgehauen“,  wies sie mit dem ausgestreckten rechten Arm nach Südosten.

Keine 24 Stunden später, Donnerstagabend um 17:20 Uhr, betrat ein hünenhafter Mann, unkenntlich gemacht mit einer Halloweengeist-Maske, eine Volksbankfiliale. Den Kassierer bedrohte er mit einer silbernen Schußwaffe in der rechten Hand, hielt ihm einen Rucksack mit der linken hin und verlangte die Herausgabe von Geld. Der 30jährige Angestellte beschrieb den Täter später als „äußerst gefährlich“, packte ihm in das hellblaue Gepäckstück mit den grauschwarzen Aufnähern 20.000,- EURO. Dem Räuber war’s genug, er flüchtete, bekleidet mit weißgestreiften Handschuhen, weißen Mokkasin ähnlichen Schuhen an den Füßen,  Jogginghose mit weißen Seitenstreifen, einer dunklen Steppjacke mit weißen HH-Buchstaben auf der Brust und aus dem Kragen herausgerollter, über den Kopf gezogener Kapuze.

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Den geklauten Hehlerware-Busen durfte Swetlana behalten    

„Mit so viel Geld hatte ich nicht gerechnet“, staunte der Angeklagte noch im Gerichtssaal über „diese große Beute in der kleinen Bankfiliale“.

„Er kreuzte mit einem Bündel Geldscheinen bei mir auf, drückte es mir in die Hand und strahlte mich an. ‚Für deinen Busen’, sagte er. Ich fragte ihn, ob er im Lotto gewonnen hätte, ich konnte mein Glück nicht fassen! Ich wusste nicht, dass er 24 Stunden vorher eine Bank überfallen hatte.

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Seine Augen leuchteten, als ich das Geld einsteckte. Sein Gesicht bekam einen Glanz von Hoffnung und Freude, Optimismus und Zuversicht, Wonne und Lust, wie ich das noch nicht bei ihm erlebt hatte. Mir wurde beinahe unheimlich und ich dachte, pass auf, gleich fällt er über dich her und vernascht dich.

Wie sollte ich diesem Mann je sagen, dass ich ihn nicht ausstehen kann?

Eine Woche später lag ich unter’m Messer in einer Schönheitsklinik, mit dem Arzt hatte ich schon Monate vorher ein Informations- und Beratungsgespräch geführt. Wir waren so verblieben, dass ich, wenn ich das Geld beisammen hätte, kurzfristig einen OP-Termin bekäme. Und dann war es soweit!  „Endlich bekommst du deinen Wunsch-Busen und ich bin am Ziel meiner Träume angekommen!“, sagte Viktor zu mir, der mich zur Schönheitsklinik gefahren hatte.

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2 Silikonkissen wurden mir links und rechts durch einen kleinen Schnitt unterhalb der Brüste implantiert. Zur Beobachtung blieb ich nur über Nacht, am anderen Tag durfte ich schon mit meinem neuen Busen nach Hause. Viki holte mich ab und freute sich wie ein kleines Kind. Er glotzte mir ständig in den Ausschnitt, wagte aber nicht, mich zu fragen, ob er seine kleinen süßen Geschenke mal völlig bloß gelegt sehen darf“, kann Swetlana vor Lachen kaum noch Luft holen.

„Für meinen edlen Spender wurde der Traum-Busen teuer! Die Fahndung und die Veröffentlichung der Bilder aus der Überwachungskamera der Volksbank in den Lokalzeitungen und im Regionalfernsehen führten bereits nach 13 Tagen zum Erfolg. Nach einem anonymen Hinweis wurde Viktor festgenommen, ein Anrufer konnte Tipps zu der Halloweengeistmaske geben. Viki kriegte 5 1/2 Jahre Haft. Damit war er nicht nur seine Freiheit los, sondern natürlich auch mich. Busen hin, Busen her, ich wollte nicht, das ein Mann für mich eine Bank überfällt“, empört sich Swetlana schlecht schauspielernd.

Weil der Bankräuber ausplauderte, dass er seine Angebetene mit Beute-Geld für einen neuen Busen bestückte, musste sich die Räuberbraut wegen Hehlerei vor Gericht verantworten. „Wer Geld aus einem Bankraub annimmt, macht sich der Hehlerei schuldig“, sagte der Oberstaatsanwalt. „Da ist es egal, was der Beschenkte mit diesem Geld macht, ob er sich neue Möbel oder einen neuen Busen kauft“.

Der Richter ließ Gnade vor Recht ergehen und bestrafte Swetlana nicht. Weil sie auf das bei einer Hausdurchsuchung von der Polizei sichergestellte und für eine eventuelle  Busenkorrektur-OP bei Seite gelegte Geld verzichtete, insgesamt 2.025,- EURO, wurde das Strafverfahren eingestellt.

„Bestraft worden bin ich trotzdem“, weint sie. Die 25jährige erkrankte an Krebs und verlor ihre geschenkte Brust.

„Mich traf der Fluch einer bösen „Tat“, glaubt Swetlana heute voller Reue.

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Mehrere tausend Frauen wurden in Deutschland mit minderwertigen Brustimplantaten versorgt. Allen Betroffenen wird zu einer Kontrolluntersuchung geraten. Dringenden Handlungsbedarf gibt es, wenn eine Hülle gerissen ist. Frauen, die bei einem Blick in den Implantatausweis feststellen, dass dort weder von einem PIP-Implantat noch von einem M-Implantat die Rede ist, können sich beruhigt zurücklehnen. Wer jedoch „PIP“ oder „M“ im Implantatausweis findet, benötigt nur dann einen dringenden Kontrolltermin bei seinem Operateur, wenn klinische Veränderungen fühlbar sind. Wenn das Implantat sich also weicher als sonst anfühlt oder sich die Form verändert hat. „In so einem Fall wird der Operateur per Ultraschall und/oder Kernspin klären, ob eine rasche Entfernung nötig ist“, sagt Professor Marita Eisenmann-Klein (51) von der Klinik für plastische und ästhetische Wiederherstellungs-Chirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg.

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Vorsicht, es gibt aber auch Fälschungen! Im Brustimplantat steckt das verbotene Industriesilikon, und im Pass steht ein ganz anderer Name! Vertrauen ist gut, Selbstkontrolle besser.

Sind keine Veränderungen fühlbar, reicht ein Kontrolltermin in den nächsten Monaten, meint Dr. Matthias Gensior (48) von der Praxisklinik Mühlenstraße in Korschenbroich. Nach der 1. Untersuchung reiche eine Kontrolle alle halbe Jahr.

Schwieriger ist die Situation bei einem im Ausland eingesetzten Implantat. Da nimmt man es mit den Angaben in Implantatausweisen überhaupt nicht genau. So kann es auch da durchaus sein, dass PIP drin ist, obwohl es nicht drinsteht. Diese Frauen sollten sich generell untersuchen lassen.

Kein Arzt hat Schadensersatzzahlungen zu befürchten. Die Kunststoff-Implantation in einen menschlichen Körper ist immer ein Risiko, das weiß jeder Patient. „Jede Frau, die aus Verschönerungsgründen dieses Risiko auf sich nimmt, hat auch die Verantwortung dafür zu tragen“, meint Dr. Frank Stepner (46) aus Salzgitter, Fachanwalt für Medizinrecht. Nur wenn ein Arzt vor einer Operation nicht vollständig aufklärte oder beim Eingriff Fehler beging, muss er selbstverständlich dafür einstehen. Dafür ist jeder Arzt haftpflichtversichert. Eine darüber hinaus gehende Verantwortung gibt es nicht. „Ärzte müssen darauf vertrauen dürfen, dass Medizinprodukte, die von der Aufsichtsbehörde des Bundes (BfArM) in Deutschland für den Handel freigegeben sind, Patienten keinen Schaden zufügen.“

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Will eine geschädigte Patientin den Verzicht des Arztes auf sein Honorar oder die Rückzahlung von bereits geleisteten Ratenzahlungen erreichen, geht das nicht aus berufsrechtlichen Gründen. Ärzte dürfen auf ihre Gebühren nur bei Verwandten, Kollegen oder bei mittellosen Patienten verzichten.