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Archive for the ‘aktuelle Stories’ Category

Wer die Hochzeitsfotos sieht, schüttelt den Kopf. Neben dem glücklichen Hochzeitspaar Claudia Melzer (46) aus Bielefeld und Ulrich Pankoke (50) aus Spenge (NRW) steht eine ältere Dame mit eisigem Blick. Das Gesicht ohne Regung. Wie in Stein gemeißelt. Das ist Hanna, die Mutter des Bräutigams. Sie weiß, den Kampf, ihn im „Hotel Mama“ als Dauergast einquartieren, beaufsichtigen, drangsalieren und versklaven zu können, hat sie verloren. Ihr Sohn gehört jetzt einer anderen. Was für ein herber Verlust, was für eine Niederlage! Der Junge kennt echt kein Mitleid. Wo sie doch 31 Jahre vorher ihren Mann Heinz (51), seinen geliebten Papa, nach einem Verkehrsunfall beerdigen musste.

 

 

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„Die Heirat hat sie mir nie verziehen“, sagt der Verwaltungsangestellte beim Finanzamt Herford über seine seit dem Hochzeitstag nur noch Hass schürende Mutter. „Wir wohnen im selben Haus, das meine Mutter und ich zu gleichen Teilen erbten. Aber wir benutzen nicht denselben Zugang. Meine Frau und ich gehen durch die Haustür und die 22stufige Treppe hoch. Sie schleicht durch die große Deelentür links am Haus in ihre Parterrewohnung“.

 

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Wenn wir uns trotzdem mal über den Weg laufen, grüßt sie nicht. Geht stumm mit Todesverachtung an uns vorbei“, erzählt die Schwiegertochter. Ulrich ergänzt mit verständnisloser Miene: „Fehlt nur noch, dass sie uns ins Gesicht spuckt“.  

 

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Für Hanna Pankoke traf es sich gut, dass ein halbes Jahr vor dem Tod ihres Mannes im Nachbarhaus Günter Diekmann (51) gestorben war. Der hatte sich aus Scham über eine Alkoholfahrt, nach der er seinen Führerschein verloren hatte, in der Scheune neben dem Wohnhaus erhängt. Witwe Hannelore (79) weinte an seinem Grab im Frühjahr 1980. Sechs Monate später starb Heinz Pankoke im Krankenhaus. Er war mit seinem PKW auf der Werther Straße in Lenzinghausen gegen einen Baum geprallt. Witwe Hanna und Halbwaise Ulrich schworen sich, das Leben fortan so gut es ging zu meistern, sich gegenseitig Halt und Trost zu geben.

 

 

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Aber die Mutter beäugte ihren Sohn wie eine Glucke. Sie versklavte ihn, er war ihr Knecht. „Die befahl mir, dieses zu tun und jenes zu unterlassen“, erzählt der 50jährige. „Claudia und ich wären längst fortgezogen. Aber ich flüchte nicht von meiner Heimatscholle! Mein Vater würde sich im Grabe umdrehen, wenn ich sein Erbe, sein Elternhaus verlassen würde, 1825 erbaut, das er mit Herzblut, eigener Schaffenskraft und nach seinen finanziellen Möglichkeiten renovierte, modernisierte und instand hielt. Ihm zuliebe halte ich durch“.

 

 

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Dieses in Ehren halten ist eine beinahe unerträgliche psychische und physische Last, die Ulrich und Claudia durchs Leben schleppen. Die Witwe unter ihnen und die von nebenan verstehen sich nämlich prächtig. Der Tod ihrer Männer hat sie zusammengeschweißt zu einem Herz und einer Seele. Sie treffen sich regelmäßig zum Kaffeeklatsch. Da wird geschnattert und gehetzt, aufgewiegelt und Unruhe gestiftet. Scharf gemacht und denunziert. Verleumdet und gehickhackt.

 

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Ach, was war die Hannelore doch für eine nette Trösterin, als sich Hanna über die Hochzeit ihres Sohnes Ulrich echauffierte! Nach dem Motto: „Was brauchste den Sohn, du hast doch mich!“, schaukelten sie sich hoch. Was dabei herausgekommen ist, landete als Schlammschlacht im Amtsgericht Herford (Az.: 12 C 551/10). Die stellvertretende Direktorin Jutta Wietfeld-Rinne (60) muss sich damit seit dem 23.04.’10 rumplagen. Und schiebt die Akte dieses Nachbarschaftswahnsinns am liebsten vor sich her. 

 

 

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Es geht darin um “Durchfahrt verboten!” Darum, dass der widerspenstige, nicht nach der Pfeife seiner Muter tanzende Sohn ja nicht auf den Gedanken kommt, in seinem PKW die 50 Meter bis vor seine Haustür zu fahren.

Wie eine Detektivin wacht Hannelore Diekmann tagsüber als Späherin hinter zugezogenen Gardinen in ihrem Haus „Am Schürhof“ Nr. 47 darüber, dass nur ihre Freundin Hanna im dahinter liegenden Haus „Am Schürhof“ Nr. 45 Autobesuch empfängt – auf keinen Fall der Junior! Für den und dessen Frau Claudia gilt – und nur für sie - das an der einzigen Zufahrt zu beiden Grundstücken aufgestellte Schild: „Privatgrundstück – Durchfahrt verboten“. 

 

 

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Ulrich Pankoke ist fassungslos: „Es ging los, als ich Claudia kennenlernte. Wollte ich weg zum Rendezvous, versuchte meine Mutter das zu verhindern. ‚Nein, du bleibst hier. Ich brauche deine Hilfe’. Als ich heiraten wollte, befahl sie mir, ‚Nein, du heiratest nicht. Die schon gar nicht! Dein Platz ist bei mir’. Nach dem Tod meines Vaters verbot sie mir, in Urlaub zu fahren, ‚Wen habe ich denn noch? Nur dich’. So ging das Tag für Tag, Jahr für Jahr“.

 

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 Aber: Hanna Pankoke musste zu ihrem Entsetzen erkennen: „Sie konnte ihren Sohn im “Hotel Mama” nicht wie einen Hund an die Leine legen und rumkommandieren“, erzählt Claudia. „Nach unserer Hochzeit hatten es Ulrich und ich dann plötzlich nicht mehr nur mit ihr allein, sondern auch noch mit der Witwe von nebenan zu tun. Die Hannelore Diekmann mischte sich ein“.

 

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Das sah dann so aus: Wenn Claudia und Ulrich über’s Wochenende verreisen wollten, hetzte die Alte aus Haus Nr. 47, sie hätten gefälligst zu Hause zu bleiben, den Gemüsegarten in Ordnung zu bringen. Tomaten, Kartoffeln, Salat, Möhren oder Bohnen zu ernten. Ulrich Pankoke: „Natürlich fuhren Claudia und ich weg“.

 

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Das konnten sie bis ins Jahr 2010 so machen. Sie verstauten vor der Haustür ihr Reisegepäck im Kofferraum, und los ging’s! Bis sie eines schönen Tages zurückkamen und mit dem Auto 50 Schritte vor ihrem Grundstück anhalten mussten. „Durchfahrt verboten“ und ein rotweißes Flatterband signalisieren ihnen seitdem, nun ist  Schluss mit lustig! „Wir wurden vor unserem eigenen Haus ausgesperrt“, ereifert sich Ulrich Pankoke.

 

 

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Er versuchte es zunächst im Guten. Berief sich auf sein Gewohnheitsrecht. Auch das bewegte die Zusperrer nicht zur Einsicht. Alle Bitten waren vergeblich. Bernd-Horst Deke (41) antwortete ihm. Der ist verheiratet mit Witwe Hannelores Tochter Annette (49). Er betonte, allen sei doch an einem „konfliktfrei nachbarschaftlichen Verhältnis gelegen“. Er verwies die Pankokes aber im selben Atemzug auf „die eigene Zufahrt über den Gemeindeweg“. Die an seinem Schafstall vorbei bleibe gesperrt.

 

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Der „Gemeindeweg“ ist ein Witz! Er führt durch ein Landschaftsschutzgebiet und darf deshalb nicht asphaltiert oder sonst wie befestigt werden. Ein Trampelpfad durch eine Wiese. Ein über 400 Meter weiter Umweg. Eine ganze Sportplatzrunde!

 

 

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Die Folgen dieses Adrenalin-Dauerschocks: Krankenwagen oder Feuerwehr dürfen im Notfall über die seit bald 200 Jahren bestehende Zufahrt nicht zum Haus Nr. 45. Möbelanlieferungen sind nicht möglich. Es sei denn, die Möbelpacker schleppen das Mobiliar fast einen halben Kilometer über die von Maulwurfshaufen übersäte Wiese im Landschaftsschutzgebiet. Eingekaufte Lebensmittel müssen die Pankokes vom ebenso weit entfernten Parkplatz zum Wohnhaus schleppen. Bei jedem Wetter, Hagel, Schnee, Regen, Sturm. Ihre Autos stehen unbeaufsichtigt weit weg an der nächst geteerten Straße. „Ein gefundenes Fressen für Demolierer und Diebe“, wird es Claudia Pankoke angst und bange.

 

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„Wie wir die nächste Öllieferung für unsere Heizung bekommen sollen“, fürchtet Ehemann Ulrich Schlimmes, „wissen wir nicht. Das letzte Tankfahrzeug ließen die netten Nachbarn nicht zu uns durch. Einen so langen Zuleitungsschlauch vom Tankfahrzeug bis zu unserem Einfüllstutzen am Haus, den gibt es leider nicht“. Den schwarzen Saft zum Betrieb ihrer Heizung bekamen sie schließlich nur, weil ihr Anwalt mit einem Polizeieinsatz drohte.

 

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Ein Ende der Streiterei? Nicht in Sicht.    

 

Was sagen Hanna Pankoke und Hannelore Diekmann zu alledem? „Kein Kommentar“, sind sie sich einig. „Das machen die Anwälte und das Gericht“.

 

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Hier spricht zum 1. Mal Opfer-Mutter Christine Klein (50) über Details, die noch keiner kennt. Über die Gefühlskälte des Mord-Regisseurs Dirk Isermann (42) aus Ennigloh. Der ganz heiß darauf war, ihr Schwiegersohn zu werden. Der Kinder mit ihrer Tochter Christine (28) zeugen wollte. Der ihr bei jedem Besuch eine Tüte Zucker mitbrachte. Und: „Der schenkte mir ständig Apfelmus, sogar noch, als er mein Kind längst auf dem Gewissen hatte! Wenn ich dran denke, dreht sich mir der Magen um!“

 

 

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Sie wünscht das keiner Mutter, was sie durchgemacht hat! „Als ich mein Kind vermisste, stand auf einmal ständig deren neuer Freund Dirk Isermann bei mir auf der Matte mit Apfelmus und Zuckertüten in den Händen. ‚Weil du das doch immer so gern isst’, sagte er zu mir. ‚Na ja’, antwortete ich, ‚das kann ich mir schon noch selber kaufen. Warum schenkst du mir denn soviel davon?’ Er lachte und meinte, er sei sehr sozial eingestellt und wollte mir ’ne Freude machen. Wir sprachen dann in meiner Wohnung darüber, wo meine Christine wohl sein könnte. Er zuckte mit den Schultern. ‚Weiß auch nicht’, antwortete er, und erzählte mir Gruselgeschichten über Serben und Türken. ‚Mit denen treibt sie’s! Deine Tochter hat es faustdick hinter den Ohren. Die ist wenig wählerisch. Ich habe sie am 21. Mai vor’m Autohaus Schnieder abgesetzt, seit dem ist Funkstille’.

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Ich guckte den Dirk ungläubig an, musste schlucken. Am Montag, 16. Mai, hatte ich Christine das letzte Mal gesehen. Sie war fröhlich, er hatte ihr gerade Klamotten aus dem Takko-Markt geschenkt, Blusen, T-Shirts, Jeans“, erinnert sich die Mutter.

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Nach 5 Tagen klingelte er wieder und empfahl ihr ‚Guck mal im Internet unter Kahle Wart-Mord. Die Polizei hat im Wiehengebirge eine Frauenleiche gefunden. 400 Meter von der Stelle, wo schon mal ein ermordetes Mädchen lag!’

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„Ich hatte beinahe im Stundentakt versucht, meine Tochter über’s Handy zu erreichen, aber sie meldete sich nicht. Wie auch? Das Handy lag in einem Acker an der Weser. Am 31. Mai kam die Polizei zu mir und ich erfuhr, dass die verbrannte Frauenleiche meine Christine war.  Bald darauf wurde der Apfelmusspender als ihr Mörder verhaftet. Ich glaub’ das heute noch nicht! Der hat doch noch Wochen zuvor bei mir um die Hand meiner Tochter angehalten! Die wollten heiraten. Sprachen über Hochzeit und über Kinder kriegen!

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Jetzt ist Christine tot. Mein beinahe-Schwiegersohn ihr Killer! Er sitzt mit seiner Komplizin, einer Freundin, die er schon lange vor Christine kannte, lebenslang im Gefängnis. Ich hätte ihm mehr gegönnt: Sicherungsverwahrung nach 15 Jahren Haft oder wenigstens die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Das hätte ihm noch mal 5 Jahre gebracht, so dass er einen Entlassungsantrag nicht, wie üblich, nach 15, sondern erst nach 20 Jahren im Knast hätte stellen dürfen. Schade, so viel Milde! 

  

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Diese Kaltherzigkeit! Ahnungslos nahm ich seine Geschenke entgegen und stellte die in den Vorratsschrank. Als ich die Wahrheit erfuhr, hab’ ich alles in den Müll geschmissen. Ich danke Gott, dass ich von dem Zeug nicht einen Löffel voll gegessen habe. Mir würde sonst jetzt noch speiübel!“ Die Reinemachefrau, die bei der Diakonie putzt schüttelt sich, als könne sie so das Gewesene ungeschehen machen.

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Leise erzählt sie weiter: „Stellen Sie sich vor, der Isermann wäre wirklich mein Schwiegersohn geworden! Viel hat daran nicht gefehlt, denn meine Tochter stand auf ihn! Die liebte ihn aus tiefstem Herzen. Dabei war sie wohl nur eine von vielen seiner Häschen, die er mit seinem Charme erlegte“.

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Was für Gedanken schwirren dieser Opfer-Mutter durch den Kopf! „Woher wusste dieser skrupellose Mensch, dass meine Christine nur 400 Meter von der Stelle im Wiehengebirge gefunden worden war, wo am 10.05.’92 schon mal eine Frauenleiche entdeckt wurde? Damals war es die 17jährige Sandra Zimmermann aus Bad Salzuflen. Heute wird mir ganz schwindelig bei der Vorstellung, dass in meiner Wohnung ein Lustmörder ein- und ausging, der mir Apfelmus und Zuckertüten in die Hand drückte. Mit denselben Händen, an denen das Blut meiner Christine klebt! Vielleicht auch das von Sandra! Trotz intensivster Fahndung konnte ihr Mörder bis heute nicht gefunden werden“.

 

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„Wir sind wieder intensiver dran“, so ein Sprecher der Bielefelder Mordkommission zu www.boulevard-buende.de. „Die Akte war aber sowieso nicht abgelegt. Bei Morddelikten sind wir stets hellwach und am Ball”.

 

Heißt der Killer Isermann? Der sich am liebsten nach Feierabend bei Imperial, heute Miele, wo er bis zum Tag seiner Festnahme 20 Jahre beschäftigt war, zu Hause die Fernsehsendung „XY… ungelöst“ anschaute. Ihn faszinierte die Bildschirm-Jagd nach Schwerverbrechern. „Diese Sendung zog ihn so in seinen Bann“, vermutet die Vorsitzende des Schwurgerichts Bielefeld, Jutta Albert (58), „dass er Christine Müllers Tod geplant haben könnte, um endlich mal selbst in seiner Lieblingssendung XY die Hauptrolle des Gesuchten zu spielen“. 

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Christines Mutter schlägt die Hände vor’s Gesicht. „Unvorstellbar, so ein Tatmotiv!“ ruft sie aus. „Damit der Mörder meiner Tochter im Fernsehen die Polizeijagd nach sich selbst verfolgen kann, hat er mein Kind umgebracht?“ Die Mutter erhebt sich schwer atmend aus dem tiefen Wohnzimmersessel, geht 5 Schritte bis zur Balkontür, öffnet sie weit. Sie braucht frische Luft, sonst zerreißt ihr diese irre Version das Herz. Minuten später steht sie vor der dunkelbraunen Schrankwand aus Nussbaumholz. Sie greift ins Regal und zieht ein eingerahmtes Bild hervor, das oben links mit einem schwarzen Trauerband geschmückt ist. „Mein Lieblingsfoto“, haucht die Mama und küsst die Stirn unter Glas. „Du wirst immer in meinem Herzen sein“, verspricht sie ihrer toten Christine.  

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Jeden Prozesstag saß die Mutter  im Schwurgerichtssaal 6 Meter entfernt Auge in Auge direkt dem Mörderpärchen gegenüber. Sie hörte genau hin, als die Richterin 55 Minuten lang das Urteil „lebenslange Haft für beide Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes“ begründete.

 

 

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Jutta Albert ist seit ’95 Strafrichterin in Bielefeld. Sie hat schon einiges an Dramen und Herzenskälte in den Sälen des Justizgebäudes erlebt. „Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, was Menschen anderen antun können, es ist schlimm“, wandte sie sich an den Sohn einer Schneiderin und eines Schneiders, der im Elternhaus oben ein Zimmer bewohnte, „wie Sie sich, Herr Isermann, verhalten haben. Sie benutzten Ihre Freundin zum Morden. Obwohl nur Sie ganz allein ein Interesse am Tod Ihrer neuen Geliebten hatten, legten Sie selbst nicht Hand an beim Töten. Für die Durchführung des arglistigen Verbrechens bedienten Sie sich einer Helferin, der Mitangeklagten“.

 

 

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Das war Christiane Milde aus Schieder! Sie war 15, als sich ihre Eltern trennten. Seit dem litt sie unter dem Verlust von familiärer Geborgenheit, Zuwendung, Liebe. Sie schaffte weder einen Schulabschluss, noch eine berufliche Ausbildung. Sie schlug sich mit Sozialhilfe durch. Sie versuchte es zwar mal als Zeitungsausträgerin. Das frühe Aufstehen war ihr jedoch lästig, so dass sie den mit 400,- EURO vergüteten Job schnell wieder verlor.

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7 Jahre waren sie und Dirk ein Liebespaar. Dann wollte er Abwechslung, Sex mit ’ner anderen. Dabei hing Christiane doch so an ihm! Er war für sie die große Liebe. Intellektuell lebte sie in seinem Schatten. Er betrog sie, begann am 16. März ’11 das Abenteuer mit Christine. Ihre Mutter weiß: 

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„Sie lernten sich auf der Geburtstagsfeier des Bruders der Milde kennen. Sie trafen sich heimlich zum Sex. Ab Anfang April kreuzten sie regelmäßig bei mir auf, redeten von Heirat, Kinder kriegen und dass sie nach Berlin ziehen wollen. Das war die Zeit der mörderischen Geschenke, Apfelmus und Zuckertüten“.  

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Christine war bei Dirk nur Zweitfrau. Ihrer Mutter erzählte sie, wie Herr Isermann sein Doppelspiel lange Zeit verbergen konnte: „Der erzählte der Milde, er gehe mit einer alten Bekannten zum Essen, ins Kino, ins Schwimmbad. Irgendwann hat die das aber nicht mehr geglaubt, und Dirk hat ihr reinen Wein eingeschenkt. Der war mit Christine sogar mal auf einer Spritztour in Leipzig“. 

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„Sie waren es, der dann beschloss, die neue Freundin sollte aus Ihrem Leben verschwinden. Auf einmal waren Ihnen zwei Frauen zuviel“, rief Richterin Albert dem Angeklagten zu. „Die Tötung erforderte ein gehöriges Organisationstalent. Sie kümmerten sich um alles. Sie besorgten den Opel Kleintransporter. Sie besorgten 2 Paar Gummihandschuhe. Sie ordneten an, dass sich Ihre Komplizin unter Decken im Laderaum des Autos versteckte. Sie fuhren zur Wohnung des Opfers und lockten Christine Müller unter einem Vorwand Samstag Abend, 21.05.’11 gegen 22 Uhr auf den Beifahrersitz“, so die Feststellung des Schwurgerichts.

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Das Mörderpärchen fuhr auf einen Parkplatz an die Weser, „um die Christine da in den Fluss zu schubsen“, sagte die Angeklagte. „Weil da aber an dem schönen warmen Abend noch viele Leute unterwegs waren, brach Dirk dieses Vorhaben ab und wir fuhren 20 Kilometer Richtung Nordwesten auf einen Wanderparkplatz“. Ziel war die „Kahle Wart“ in Oberbauerschaft, die Straße führt dort über den Wiehengebirgskamm hinunter nach Blasheim. Christine sah ihren Freund erstaunt an, als der anhielt. Der lächelte: „Komm, wir gehen zum Kofferraum. Ich habe ein Geschenk für Dich“.

 

 

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Neugierig öffnete die 28jährige die Klapptür. In dieser Sekunde hechtete die 100 Kilo schwere Christiane Milde der viel schmächtigeren, 65 Kilo leichten Christine entgegen. Beide stürzten zu Boden. „Die korpulente Angeklagte kniete sich auf die Brust des Opfers. Der Angeklagte reichte ihr Handschuhe, die zog sie an und begann mit dem Würgen. Als sie aufhörte, schrie das Opfer um Hilfe und flehte Herrn Isermann an, sie leben zu lassen. Doch der befahl‚weiter machen, weiter machen, die geht sonst zur Polizei!’ Da nahm Christiane Milde Laub vom Waldboden und stopfte es Christine in Luftröhre und Mund“.

 

 

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Regungslos sah sich Dirk Isermann das Todesdrama an. Als sich das Opfer nicht mehr rührte, ging er zum Auto und kam mit einem 5 Liter-Benzinkanister zurück. Sie schleiften die Leiche tiefer in den Wald hinter eine rotweiße Wegeschranke. Er öffnete den Kanister, leerte ihn über der Toten aus – und hielt inne. Bevor er nach dem abgebrochenen 1. Streichholz einen Anzündversuch mit dem 2. machte, zog er der Leiche die Schuhe aus. „Die sind noch gut“, lachte er Christiane an, „die schenken wir Deiner Mutter“.

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Die, Susanne Milde (56), kam nicht mehr in den Genuss des Geschenks. Zwar reinigte Christiane die schwarzweißen Schuhe noch in der Waschmaschine, aber vor der Weitergabe an die Mama standen Beamte der Mordkommission vor der Tür. Die 32jährige wurde festgenommen und legte ein detailliertes Geständnis ab.

 

 

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Richterin Albert schockiert: „Was für eine verachtenswerte Gesinnung! Das habe ich noch nicht erlebt, einer Ermordeten die Schuhe ausziehen, um sie zu verschenken“.  

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Das Schwurgericht Bielefeld verurteilte beide Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft. „Es war ein heimtückisches Verbrechen. Das Opfer hatte keine Chance, lebend zu entkommen. Es war stockdunkle Nacht, es war mitten im Wald, kein Mensch weit und breit, um sie herum nur die beiden Mörder, das nächste Haus viele hundert Meter entfernt. Es gab keine Fluchtmöglichkeit. Es war gemeinschaftlicher Mord. Sie beging die Tat, er bereitete alles vor“. 

 

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Christines Mutter: „Der Mörder meiner Tochter hat auch den Mord an der Kindergartenhelferin Sandra Zimmermann begangen“.

 

 

Fast 2 Monate blieb die seit dem 15. März ’92 verschwunden, bis sie am 10. Mai an der „Kahle Wart“ entdeckt wurde. Über 400 Spuren wurden überprüft, zusätzlich 1636 Opel Ascona und Opel Kadett. In so ein Fahrzeug war das Mädchen nach Zeugenangaben gegen 18 Uhr an der B 239 in Herford eingestiegen. Andere sprachen von einem roten Mercedes. Wo ihr Rucksack und ihr rechter Schuh geblieben sind, weiß man bis heute nicht.

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„Keiner ist mehr davon überzeugt als ich, dass Herr Isermann auch in diesem Fall der Mörder ist“, glaubt Christine Klein.

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Was für eine wahnsinnig starke Frau! 11 Jahre lang kämpfte die Floristin Ines Räper (50) für ihren gelähmten Freund gegen dessen ehemaligen Chef und die allmächtige Bau-Berufsgenossenschaft. Der Zimmermann Bernhard Solms (49), der durch die Schuld eines Arbeitskollegen aus 9 Meter Höhe vom Dach eines Neubaus gestürzt war, verlor seinen Prozess vor dem Sozialgericht. Wegen des Dachsturzes wollte er eine Verletztenrente haben. Zwar wurde ihm die in 1. Instanz verweigert, aber seine Freundin schaffte doch noch ein Wunder: Ihr schwerverletzter Freund, den sie als gesunden Kraftstrotz kennen lernte, dem sie unerschütterlich die Treue hält, bekam nicht nur die Anerkennung der Pflegestufe 1, sondern dank Ines vom Landessozialgericht eine 30 %ige Zusatzrente!

 

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Der Arbeitsunfall vom Donnerstag im August um 07:36 Uhr veränderte das Leben des Zimmerermeisters Bernhard Solms schlagartig. Weil sein Chef verschwieg, dass er von einem ungesicherten Dach gestürzt war! Der Boß gab im Krankenhaus an, Solms sei im Betrieb von einem 3 Meter hohen Regal gefallen.

 

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Jahrelang fielen Richter und medizinische Gutachter darauf rein. Nach der Prozessniederlage gegen die Berufsgenossenschaft BAU wollte Solms entnervt aufgeben, doch seine Freundin kämpfte sich auf eigene Faust durch ein Dickicht von Lügen – und schaffte aus Liebe Unglaubliches!

 

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Sie ermittelte, dass sich der Unfall bei der Errichtung des Dachstuhls auf einem abseits gelegenen Rohbau ereignet hatte und keiner seiner 3 Arbeitskollegen den Notarzt rief. Deshalb: Der auf der Baustelle anwesende Firmenchef spielte selbst den Krankenwagenfahrer und transportierte seinen schwer verletzten Betriebsleiter im Privat-PKW (!) zum Krankenhaus. In der Unfallaufnahme gab er an, der Mitarbeiter sei im Betrieb verunglückt. Die Wahrheit behielt er für sich: Solms arbeitete auf dem Neubau ohne Sicherungsvorkehrungen wie Fangnetz oder Gerüst! Ist für den Chef ja auch billiger.

 

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Alle hielten dicht, bis Ines Räper wie die legendäre Miss Marple als Privatdetektivin zu rotieren begann. Sie gab nie auf, opferte ihr Erspartes, ihre Witwenrente für teure Ermittlungen. Sie verkaufte sogar ihre große Leidenschaft, ihr liebstes Hobby, ihre berufliche Existenz, den gut gehenden Blumenladen, um für und mit dem pflegebedürftigen Freund die besten Ärzte aufzusuchen, Gutachter und juristische Medizinschadenexperten bezahlen zu können. Nach einer Reihe von Niederlagen und bitteren Tränen gelang ihr schließlich das sensationelle Finale!

 

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Unfallopfer Solms erinnert sich an den Unfalltagmorgen: „Ich stand auf dem obersten Balken des Dachstuhls. Plötzlich spürte ich einen heftigen Schlag von hinten. Ich verlor den Halt, stürzte in die Tiefe. Einer meiner Kollegen hatte vom Erdboden aus einen Kran mit Holzbalken am Haken bedient. Die zentnerschwere Last krachte mir in den Rücken“.

 

 

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Am Spätnachmittag erwachte er im Krankenhaus aus dem Koma. Nach 12 Tagen wurde er entlassen. Angeblich war nur ein Rückenwirbel gebrochen gewesen. Ein fataler Irrtum! Schmerzgepeinigt ließ er sich während einer Wochenendreise nach München in einer dortigen Klinik untersuchen.

 

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Die Ärzte entdeckten  drei nicht behandelte, zerbrochene Rückenwirbel! Blitz-OP, er blieb 3 Wochen stationär, es folgten 6 Wochen Reha. Als erwerbsunfähig wurde er entlassen. Der Kampf gegen die Berufsgenossenschaft begann. Die behauptete, die Verletzungen hätten nichts mit einem Sturz zu tun, sondern seien Folge einer 6 Jahre zuvor durchgeführten Bandscheibenoperation.

 

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Es ging um eine Menge Geld! Solms wollte nämlich von der BG-BAU Verletztenrente, berechnet von der Höhe des Lohnes, den er heute als gesunder Zimmerermeister bekäme, ca. 5.000,- EURO monatlich (30 % Rente davon: 1.500,- EURO). Die BG weigerte sich, hätte es lieber gesehen, wenn der Kläger 903,- EURO Arbeitsunfähigkeitsrente von der BfA erhält.

 

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Das Sozialgericht glaubte nicht dem Gutachten des Institutes, das die Verletzungen eindeutig einem Sturz aus größerer als nur 3 Meter Höhe zuordnete. „Wenn’s nach mir gegangen wäre, hätte ich nicht weiter gemacht. Gegen die übermächtigen Trickser der Berufsgenossenschaft fühlte ich mich chancenlos“, so Solms.

 

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Er unterschätzte jedoch die starke Frau an seiner Seite! Ines, die er erst 5 Monate vor dem Unfall kennengelernt hatte. Hinter ihr lagen 2 Fehlgeburten, jeweils im 4. Monat, und der Krebstod ihres 19 Jahre älteren Mannes Günter.

 

 

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Diesen drei Tragödien ihres Lebens folgte mit Bernhard die vierte, er kam als Pflegefall nach Hause. Sie verkaufte sofort ihren Blumenladen, um nur noch für ihren Freund dazusein. „Er ist hilflos wie ein kleines Kind“, gibt sie seinen Zustand preis.

 

 

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Sie fuhr zigtausend Kilometer, auch zu dem Haus, wo das Unglück geschah. Sie erfuhr vom Bauherrn Stefan Grohmann (42), was passiert war. Sie ermittelte, dass dem der komplette Dachstuhl von Bernhards Firmenchef geschenkt worden ist. „Damit über Bernhards Absturz Stillschweigen gewahrt wurde und die Unfallstelle in den Betrieb verlegt werden konnte. Wenn da ein Arbeiter vom Regal fällt, ist er selber Schuld. Stürzt er hingegen von einem ohne Baugerüst und Fangnetze gesicherten Rohbau, ist der Chef dran“.

 

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Nach dieser Enthüllung ließ Solms früherer Arbeitgeber aus Angst vor weiteren Enthüllungen von seinem Anwalt erklären, dass er „zum Zeitpunkt des Unfalls an der Baustelle war“. Scheibchenweise kam nun die Wahrheit ans Licht! Der Boss gab auch zu, den Krankenwagenfahrer gespielt zu haben. 

 

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Ein Sprecher der Berufsgenossenschaft äußerte sich auf Anfrage von www.boulevard-buende.de schockiert: „So ein krimineller Fall ist mir noch nie zu Ohren gekommen. Dieser Chef gehört hinter Gitter.“

 

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Ines Enthüllungen reichten dem Landessozialgericht! Das verwandelte Solms Niederlage aus der unteren Instanz in einen großartigen Sieg und verurteilte die BG Bau zur Zahlung einer Verletztenrente als Folge des Unfalls. Ausdrücklich wurde die Revision nicht zugelassen.

 

 

 

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Endlich bekommt das Unfallopfer nach 11 Jahre langem Kampf mit Gutachten und Gegengutachten, den seine Ines für ihn führte, das ihm zustehende Geld. Bis zuletzt wurde der arme Mann von der Berufsgenossenschaft verunglimpft, er sei  vor dem Unglück psychisch krank gewesen, hätte Suchtprobleme gehabt und neige zum Suizid.

 

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„Diesen unerträglichen Verhöhnungen erteilten die Richter eine Abfuhr“, freut sich Ines Räper heute und liest dieses aus dem Urteil vor: „Von Bedeutung ist, das die Qualität der nach dem Unfall gegebenen psychischen Beschwerden vor dem Unfallereignis nicht vorkam. Der Unfall war die Ursache dafür, dass Bernhard Solms ab diesem Zeitpunkt psychisch auffällige Verhaltensweisen in der vorliegenden Art entwickelt hat.

 

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Er leidet seit dem Unfall an Höhenangst und einem chronifizierten depressiven Syndrom, die in dieser Form vor dem Unfall nicht bestanden. Es kommt außerdem zu schweren Schlafstörungen mit nächtlichen Albträumen, in denen er von der Vorstellung heimgesucht wird, in ein schwarzes Loch zu fallen. Weiterhin leidet er seit dem Unfall an starken körperlichen Schmerzen.

 

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Sein bisheriger Lebensentwurf, der vorwiegend auf der Anerkennung und Steigerung des Selbstwertgefühls durch berufliche Leistungen beruhte, ist seiner Grundlage beraubt. Nach dem Unfallereignis ist eine psychiatrische Störung mit der Diagnose  ‘Anpassungsstörung längere depressive Reaktion’ aufgetreten”. 

 

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„Endlich rehabilitiert“, freut sich der Gelähmte. Dabei blickt er dankbar auf zu der Frau, die dieses Wunder aus Liebe fertig brachte.  

 

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Krankenschwester Bärbel aus Lübbecke ist mit 70 so vernarrt, wie Anfang 20 in der 1. Stunde ihrer Liebe: Sie küsste einen verbrannten, entstellten Patienten in ein neues Leben – feiert bald mit ihm den 50. Hochzeitstag!

 

 

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Sie rettete Manfred (68) aus einem Tal der Hoffnungslosigkeit, und ihr Herz pocht vor Freude wie schon bei der allerersten Begegnung. „Liebe kann nicht schöner sein“, strahlt sie über’s ganze Gesicht.

 

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Am 17.12.’60 wurde Augenoptiker-Lehrling Manfred – damals 17 – Opfer der schlimmsten Flugzeugkatastrophe in der Geschichte Münchens. Eine Convair 340 in Richtung Norfolk (England) streifte mit der linken Tragfläche den Turm der St.-Pauls-Kirche. 52 Menschen starben in einem riesigen Flammenmeer, 4.000 Liter Treibstoff explodierten mitten in der Stadt. 

 

 

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Manfred kam gerade von der Arbeit und stand auf der Plattform einer Straßenbahn. Sekunden später hing seine Haut in Lappen vom Körper, keine Überlebenschance, glaubten alle. Doch es geschah ein Wunder! Völlig entstellt wurde der Scheintote nach 36 (!) Operationen binnen 5 Monaten aus der Klinik entlassen. Als er dann nach 4 Jahren zu einem Chirurgen fuhr, um sein Aussehen verbessern zu lassen, begegnete er einer Krankenschwester. Das war Bärbel, die holte ihn in ein wunderbares Leben zurück, heiratete ihn und schenkte ihm 2 Kinder.

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„Normalerweise gehört  meine Armbanduhr längst auf den Müll, die ist hin, das Lederband verkohlt, die Zeiger bewegen sich nicht mehr“. Manfred hält das zugrunde gerichtete, einstmals gute Stück in seiner rechten Hand. Mit den verkürzten fünf Fingern seiner linken nestelt er an dem zerstörten Zeitmesser herum. „Die Uhr“, erklärt er nachdenklich, „blieb um 14:09 Uhr stehen. Das ist der Grund, warum ich sie  nie wegwerfen werde“.

 

 

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Exakt um 14:09 Uhr des 17.12.’60 veränderte sich der Alltag des ehemaligen Druckereibesitzers dramatisch. Manfred Koch war schlagartig mitten drin im Chaos eines Flugzeugabsturzes!

 

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40 % seiner Haut im Gesicht, an den Beinen, an den Händen verbrannten. Die furchtbaren Spuren des Unglücks sind nach wie vor an ihm zu sehen. Ein Schönheitschirurg in Lausanne operierte ihm sensationell gut die total verkrüppelte linke Hand wieder gebrauchsfertig. Die legt er am liebsten um die Schulter seiner Frau, die sich damals in ihn im Klinikum verliebte.

 

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„Ich machte eine Lehre zum Augenoptiker, hatte Feierabend und fuhr mit der Straßenbahn nach Hause. Die Linie 10 am Hauptbahnhof erwischte ich in letzter Sekunde. Sie war schon abgefahren, ich rannte ihr nach, sprang auf die Plattform. Hätte ich bloß auf die nächste gewartet…“

An der Martin-Greif-Staße war die Fahrt zu Ende. „Ein  ohrenbetäubender Knall, dann überall Flammen“, erinnert sich Manfred Koch. „Ich dachte zuerst an einen Zusammenstoß mit einem Tankwagen. Ein Flugzeug sah ich nicht“.

 

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Es war ein zweimotoriges, in München-Riem gestartet, mit 12 amerikanischen Studenten an Bord. Eine Minute nach dem Abheben fiel der linke Motor aus. Bei Nebel in 150 m Höhe wollte der Pilot umkehren. Das Flugzeug legte sich in eine Rechtskurve, streifte mit der linken Tragfläche den Turm der St.-Pauls-Kirche, stürzte ab, der ausfließende Treibstoff verwandelte die Kreuzung Bayerstraße/Martin Greif-Straße in eine einzige Feuerhölle.

 

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„Ich wälzte mich auf dem Gras, neben einem Beet,  steckte meinen Kopf in Büsche, weil ich überall brannte und die Haare so zischten. Ich klopfte mir die Flammen aus der Hose. Meine Haut hing in Fetzen von den Händen. Irgend jemand lud mich in’s Auto, fuhr mich zum Krankenhaus „Links der Isar“, erzählt Manfred. Nach und nach registrierte er, wieviel Glück im Unglück er hatte. „Ein Sitzplatz in der Bahn, da wäre ich nicht lebendig rausgekommen - wie die anderen“. 52 Menschen starben. Monatelang stand Manfreds Leben auf der Kippe, er verlor 20 Kilo Körpergewicht. 

 

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Auf der Station arbeitete Bärbel, die ihre Krankenschwesternausbildung in der Pflegevorschule in Bethel begann, das Examen im Kreiskrankenhaus Lübbecke ablegte, ein Jahr im Klinikum Minden arbeitete, danach im Nordstadt-Krankenhaus Hannover auf der Neurochirurgie. Anschließend ging‘s nach München in eine Privatklinik. „Eines Tages kam Herr Koch zur Tür herein“, erzählt lächelnd die Frau mit den blauen Augen und dem einst dunkelbraunen lockigen, nun in vornehmes grau verwandelten Haar. „4 Jahre nach dem Unglück sah ich ihn zum 1. Mal. Er unterzog sich einer Nasenoperation, blieb eine Woche bei uns“.

 

 

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Schwester Bärbel interessierte sich sofort für den „immer lustigen, gut aufgelegten Patienten. Weil der nie den Kopf hängen ließ, sein schlimmes Schicksal annahm und das Beste aus allem machte. Das imponierte mir, denn da kannte ich ganz andere Leute“.

 

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Nach der Verlegung vom 2-Bett- in ein Einzelzimmer kamen sie sich näher. „Obwohl er immer noch sehr entstellt ausschaute, erzählte er unbefangen von seinem Unglück“, berichtet Bärbel. Sie beobachtete, dass seine Psyche schwer angeschlagen war. „Er trank, wollte seine Depressionen im Alkohol ertränken“. Schwester Bärbel begriff, dass Manfred Zuspruch und Zuwendung brauchte. Aus der Sympathie für ihn erwuchs eine wunderbare Liebe.

 

Die vielen Narben störten ihn mehr als sie. Natürlich sind die Spuren des Unglücks auch heute noch über seinen ganzen Körper verstreut, die Brandwunden an der Stirn nicht wegradiert. Es war Bärbel, die den Anfang machte, sich mit ihm verlobte und ihm das Versprechen abrang, mit dem Trinken aufzuhören. „Was brauchst du Alkohol? Jetzt hast du mich!“

 

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„Einen schöneren Engel konnte mir der Himmel nicht schicken“, strahlt Manfred Koch. 50 Jahre sind sie 2015 verheiratet. Am Tag der Deutschen Einheit feiern sie ihren Hochzeitstag. Die Bilder ihrer Trauung sind beiden allgegenwärtig: „Eine Märchenhochzeit“, schwärmt Manfred. „Von so was Schönem hatte ich immer geträumt“, lächelt Bärbel. Sie sind Eltern  zweier Töchter, Ulla (41) und Angelika (40).

 

 

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Besonders dankbar ist Manfred Koch einem Schweizer Spitzenchirurgen in Lausanne, der sich vor einem halben Jahrhundert als einziger Operateur an einen komplizierten Eingriff wagte - mit sensationellem Erfolg: die Finger seiner linken Hand konnten nicht mehr geöffnet und nicht mehr gestreckt werden. Die Hand blieb zur Faust geballt, weil sich durch die Explosionshitze die Sehnen zurückgebildet hatten. „An diese Hand ging keiner ran. Als mir ein Arzt den Tip gab, es in Lausanne zu versuchen, ließ ich mir das nicht zweimal sagen“.

 

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Mit Bärbel fuhr er im Herbst ’64 dort hin, als Verlobte! „Der Arzt schaute mich an und meinte bloß, was er zuerst korrigieren solle, meine rechte Gesichtshälfte oder meine Hand. Ich war sprachlos, weil ich dachte, an meinem Gesicht gibt’s nix mehr zu verbessern. Natürlich antwortete ich sofort, er möge zunächst mein Gesicht operieren“.

 

 

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Das OP-Team arbeitete 8 Stunden daran. „Sie zogen mein rechtes Augenlid nach unten, bastelten einen neuen rechten Nasenflügel, der ganz fehlte. Sie korrigierten die Lippe. Viele Monate fuhr ich immer wieder zu ihm an den Genfer See“.

 

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Endlich kam die Hand an die Reihe. Von jedem Finger wurde soviel im Mittelstück abgeschnitten, bis die verkürzten Sehnen wieder die Fingerspitzen erreichten. Der Chirurg verzichtete sogar auf’s Honorar, nachdem sich Manfred Kochs Krankenkasse weigerte, die Kosten zu bezahlen mit dem Hinweis darauf, dass dies alles auch viel preiswerter in Deutschland hätte durchgeführt werden können. Auf einem Ärztekongress wurde der Mann, der in der Katastrophe seines Lebens die große Liebe fand, als Paradebeispiel dafür präsentiert, was in der plastischen Chirurgie alles möglich ist.

 

 

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Manfreds Leben heute? Ohne regelmäßiges Eincremen verhärten die Narben und schmerzen. Seinen Beruf musste er aufgeben. 1967 kam er in der Druckerei seines Onkels unter, absolvierte erfolgreich eine Reprofotografen-Lehre. 1981 übernahm er selbst die Druckerei. Seine beste Kraft im Betrieb wurde na, wer schon? Krankenschwester Bärbel, seine Ehefrau! 7 Jahre prozessierte er um Schadenersatz und Schmerzensgeld bis zum BGH. Am Ende bekam er lächerliche 13.000,- EURO! Was für ein Hohn!

 

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Wenigstens bekam er überhaupt was! Lesen Sie hierzu mal in www.boulevard-buende.de  die Geschichte: “Die warten doch nur darauf, dass ich mir den Strick nehme! Hoffentlich nicht Allianz versichert.” (Die Story finden Sie durch Anklicken des Links RSS FEED).

 

 

 

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Beide sind Rentner, leben nur noch für sein und Bärbels Hobby, Golfen, Schwimmen, Ski-Langlauf, Radfahren, Bergwandern. „Wir genießen nun auch viel öfter die kulturellen Möglichkeiten einer Großstadt mit Kino- und Theaterbesuchen“.

 

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Die Stadt München zog aus dem Unglück weitreichende Konsequenzen: es war Anlass dafür, dass die Bayerische Staatsregierung den Bau eines neuen Flughafens weit weg von der City plante und im Erdinger Moos, nordöstlich der Stadtgrenzen, mit dem Franz-Joseph-Strauß-Airport realisierte.

 

 

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„Wir machen den Weg frei!“ Wer kennt diese Werbung der Geld-Schluckspechte nicht? Aber für wen räumen sie denn Stolpersteine beiseite? Klaro! In erster Linie für sich selbst! Hinter den Kulissen dieser volksnahen Institution brüten Banker und ihre juristischen Berater atemberaubende Tricks aus, um am Ende des Geschäftsjahres ihre Bilanz aufgemotzt vorzeigen zu können. Beispielsweise so: 

 

 

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Umweht von einem Duft aus Lug und Trug, der sich wie eine stinkende Smogwolke auf die Filiale an der Bünder Eschstraße gelegt hat, manövrierten sich die Vorgesetzten der Mitarbeiter aus diesem schmucken Gebäude mitten im Bünder Bankenviertel durch einen selbst losgetretenen Prozess gegen einen Kunden in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Die Volksbänker forderten von dem Kunden Geld – was sonst? Der gute Mann wehrte sich und überzeugte seinen Anwalt durch die Vorlage von Beweisen zu dieser Formulierung: „Der Kunde ist von der Bank schamlos betrogen worden“. Wie geht das denn?

 

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Ganz einfach! Der gutgläubige Bünder ging bei dem Geldinstitut zig Jahre aus und ein. Er pflegte angenehmste Kontakte zu den diversen Filial- und Sachbereichsleitern wie beispielsweise zu den Herren Pieper und Kleinewächter. Anfangs wurden die Geschäftsbeziehungen noch per Handschlag oder durch Ehrenwort vor Vertragsunterzeichnungen geregelt. Das änderte sich mit dem Personenbeförderungskarussell, das kundenfreundliche Bosse raus, dafür harte Hunde hoch auf gut bezahlte Pöstchen hievte. Der Kunde ahnte noch nicht, dass von da an Argwohn gegenüber Seriöstuern im feinen Nadelstreifen angebrachter ist statt Vertrauensseligkeit.

 

 

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Das Dilemma fing damit an, dass der Kunde zunächst mündlich falsche Zinsabrechnungen beanstandete. Schriftlich deshalb noch nicht, weil für ihn bei Bankgeschäften der persönliche Kontakt eine wichtige Rolle spielt. In diesem Lebensbereich herrscht erwiesenermaßen eine große Treue zwischen dem Bankberater und dem Kunden.

 

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Diese jahrzehntelang gewachsenen Beziehungen, dachte jedenfalls der Kunde, belastet man nicht mit scharf formulierten Protestbriefen, die leicht das Klima vergiften können. Differenzen räumt man im direkten 4-Augen-Gespräch aus. „Mir ist der persönliche Draht zu den Mitarbeitern der Volksbank immer wichtig gewesen“, sagte er in einer der öffentlichen Hauptverhandlungen im Bielefelder Landgericht.

 

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Diese Einstellung war anfangs von Erfolg gekrönt, denn die Volksbank bewies durch Einzahlungen auf das Konto des Kunden, dass sie dessen Beschwerden ernst nahm und an finanziellen Korrekturen arbeitete.

 

Ein Trugschluss, wie der Kunde alsbald merkte. Es meldete sich nämlich ein sogenannter Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei dem perplexen Kritiker und forderte diesen auf, seine Kontoüberziehung innerhalb von 19 Tagen auszugleichen.

 

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„König Kunde“ weigerte sich und forderte seinerseits die Bank und den Anwalt Stefan Deichsel, geschätzte 48, (Motto: ” Meine Lebensplanung endet nicht in Rente!”) auf, die fehlerhaften Abrechnungen aus der Vergangenheit zu korrigieren, Fehlbeträge plus Zins und Zinseszinsen auf sein Konto einzuzahlen, damit anschließend festgestellt werden könne, ob die Bank gegenüber dem Kunden oder der Kunde gegenüber der Bank noch Forderungen hätte.

 

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Die Aufforderung zur Korrektheit traf die Geldvermehrer in Mark und Bein! Voller Wut schickten sie dem aufmüpfigen Gegner mit sofortiger Wirkung eine 2,5 %tige Zinssatzerhöhung ins Haus. Der Streitbare dachte nicht daran, an die „Wir machen den Weg frei!“-Raubkrieger auch nur einen Cent zu bezahlen. Stattdessen wies er den Volksbankern nach, dass die Zinssätze auf dem Geld- und Kapitalmarkt nicht erhöht, sondern im Gegenteil gesenkt worden waren. Daraufhin beeilte sich der Vorstand aus der Volksbank-Chefetage in Herford 9 Tage später zum Widerruf der Zinserhöhung mit diesen Worten: Die haben wir fristgerecht wieder zurückgenommen.

 

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Was sich die Volksbank dann einfallen ließ, spottet jeder Beschreibung! Sie leierte einen Prozess an, um sich auf Kosten des Kunden mit einem Trick zu bereichern. Die Schlawiner behaupteten, der Kunde habe  gegen das Kleingedruckte in den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ verstoßen, weil er gegen die einzelnen Quartalsabschlüsse keine schriftlichen Einwendungen erhoben hätte. Mündliche Beschwerden zählen nicht. Es liege eine Genehmigung durch Schweigen vor.

 

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Der Kunde, noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, erinnerte daran, dass er fortlaufend in der Volksbank-Filiale in der Bünder Eschstraße aufgekreuzt war und mündlich, aber auch per Fax seinem Unmut über die fehlerhaften, somit falschen Abrechnungen Luft gemacht hatte. Diese Beschwerden nahm die Bank auch ernst, indem sie Geld auf das Kundenkonto transportierte. Im Prozess legte der Verärgerte Beweise auf den Tisch: Einzahlungen und Gutschriften der Volksbank auf sein Konto! Diese Geldbewegungen, so behaupten die unaufrichtigen Schlitzohren allerdings bis heute, würden nicht von der Volksbank stammen. Der Kunde selbst hätte die persönlich veranlasst!

 

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Warum lügt die Vorstandsetage der „Wir machen den Weg“-Befreier? Das ist mit Händen und Füßen zu greifen! Würde ihnen nämlich bewiesen, dass sie nach den Protesten des Kunden Ausgleichszahlungen auf dessen Konto vorgenommen haben, bricht ihr ganzes Lügengespinst zusammen! Das Märchen, der Kunde hätte sich nie gegen die Quartalsabschlüsse oder überhaupt gegen fehlerhafte Abrechnungen und damit gegen falsche Kontostände zur Wehr gesetzt.

 

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Das Landgericht Bielefeld gab den Räuberpistolenhelden in vollem Umfang Recht. In der Prozess-Korrespondenz und den mündlichen Hauptverhandlungen ließen die Herforder Schwindler an dem Kunden kein gutes Haar. Der, so behaupteten sie, hätte das Konto mit Einzahlungen und Gutschriften ganz allein bewegt. Nicht ein einziger Euro stamme von Volksbankmitarbeitern. Die Richter glaubten dieses Jägerlatein und schickten den Bünder als Prozessverlierer nach Hause.

 

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Der durch diese hinterhältige Flunkerei Besiegte kam erst nach Prozessende dahinter, wie er den „Wir machen den Weg frei!“ – Gaunern das Handwerk legen konnte: durch die Vorlage von Primanotenbüchern! Das sind – wie früher in Tante Emma Läden – Kassenbücher, in die jede Kontobewegung eingetragen werden muss.

 

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Der Prozessverlierer ging in Berufung und forderte die Volksbank auf, dem Oberlandesgericht Hamm (I-31 U 110/10) diese Primanotenbücher vorzulegen. „Nur so kann festgestellt werden, wie verlogen die Volksbank ist, denn beim Blick in die Primanotenbücher wird festgestellt werden, dass Einzahlungen und Gutschriften aufs Konto des Kunden von der Volksbank stammen und nicht vom Kunden selbst“, trug der Gelackmeierte den Richtern vor.

 

Es geschah Unglaubliches! Die Volksbank lehnte die Vorlage dieser unbestechlichen Beweismittel ab mit der Begründung, darauf dürfe nicht zugegriffen werden, weil der Kunde sie verspätet zu seiner Verteidigung heranziehen wolle. Er hätte die Vorlage in der 1. Instanz in Bielefeld beantragen müssen.

 

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Der OLG-Senat folgte diesem Einwand und griff das generös erscheinende Angebot der Täuscher auf, die sich mit nur noch 1/3 (!) ihrer Forderungssumme einverstanden erklärten und 60 % der gesamten Prozesskosten übernehmen wollten. Der Kunde willigte ein. Damit ist der Zivilrechtsstreit für die Weiße-Kragen-Täter beendet. Bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld (Az.: 26 Js 583/11) geht’s dafür aber jetzt in die Vollen! Dort liegt dieses Dokument vor:    

 

Strafantrag gegen

 

1.     Firma Volksbank Bad Oeynhausen – Herford eG, vertr. d. d. Vorstand Werner Ladage, Walter Bernsmeier u. Michael Knoll, Werrestraße 67, 32049 Herford;

2.     Den Leiter deren Rechtsabteilung, Achim Breder, Werrestraße 67, 32049 Herford;

3.     Rechtsanwalt Stefan Deichsel, Lindenstraße 4, 32423 Minden;

 

 

wegen Betruges. Begründung:

 

Die Beschuldigten haben durch Vorspiegelung falscher und durch Entstellung und Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt, um sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen. Das ist ihnen erstinstanzlich voll umfänglich gelungen beim LG Bielefeld 5 O 45/09 und dann beim OLG Hamm I – 31 U 110/10, wo es zum Vergleich kam, der die Beschuldigte zu 1) um 3.751,26 EURO zzgl. Zinsen bereichert und den Beschuldigten zu 3) um dessen Anwaltshonorar.

 

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Darüber hinaus ist der Anzeigeerstatter mit eigenen Anwaltsgebühren belastet worden in 1. Instanz mit 1.581,51 EURO und für die Vertretung in der 2. Instanz mit 2.394,99 EURO.

 

Zu dem Vergleich ist es gekommen, weil alle 3 Beklagte hartnäckig die Vorlage von Primanotenbüchern verweigerten, in denen die dem Rechtsstreit zugrunde liegenden Beweise für ihr betrügerisches Verhalten enthalten sind. In der 2. Instanz in Hamm hatten sie Erfolg mit dem Hinweis auf verspätetes Vorbringen dieser Beweismittel. Dass derartige Primanotenbücher zu den Pflichtunterlagen bei Geldinstituten gehören, hat der Anzeigeerstatter erst nach Abschluss der 1. Instanz in Erfahrung gebracht.

 

 

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In den Primanotenbüchern sind Zahlungsvorgänge auf dem Konto des Anzeigeerstatters festgeschrieben worden, aus denen sich ergibt, wer wann in welcher Höhe Einzahlungen auf das streitgegenständliche Konto vorgenommen hat. Im Fall von Bareinzahlungen ist das Original des Einzahlungsbelegs mit der Originalunterschrift des Einzahlers 10 Jahre lang aufzubewahren. Im Fall einer Gutschrift ist im Primanotenbuch das Gegenkonto festzuhalten, von dem der Gutschriftbetrag stammt.

 

 

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Durch Einsichtnahme in die Primanotenbücher lässt sich der Beweis für die von der Volksbank vorgenommenen Geldtransaktionen erbringen, die Streitgegenstand dieses Prozesses gewesen sind. Der immer wiederkehrende Vortrag der Beschuldigten, zu keiner Zeit auf Grund der Proteste des Anzeigeerstatters gehandelt zu haben, wäre widerlegt. So steht im Primanotenbuch, wo die Volksbank am 20.08.2007 die Summe von 1.402,20 EURO entnommen hat; am 13.02.2006 den Einzahlungsbetrag 281,54 EURO; am 30.04.2007 den Einzahlungsbetrag 328,50 EURO; am 27.07.2007 den Gutschriftsbetrag 198,42 EURO; am 17.12.2007 den Einzahlungsbetrag 161,15 EURO.

 

 

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Von allen diesen Kontovorgängen behaupten die Beschuldigten, der Anzeigeerstatter hätte diese Summen auf sein eigenes Konto einbezahlt oder zur Gutschrift eingereicht. Diese Behauptung ist frei erfunden. Zu der Unwahrheit haben sich die Beschuldigten hinreißen lassen, um Schadensersatzansprüche des Anzeigeerstatters abzuwehren.

 

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Sie alle haben, indem sie sich erfolgreich gegen die Vorlage der Primanotenbücher zur Wehr setzten, 2 Gerichte mit unwahren Sachverhaltsschilderungen in den vom beschuldigten Rechtsanwalt Deichsel absprachegemäß verfassten Schriftsätzen getäuscht. Damit verstießen sie in extraordinärer Weise gegen ihre Erklärungspflicht über Tatsachen, weil sie ihre Erklärungen über tatsächliche Umstände nicht vollständig und der Wahrheit gemäß abgaben. Sie haben sowohl den Einzelrichter im Landgericht Bielefeld belogen, als auch den mit dem Fall befassten Senat des Oberlandesgerichts Hamm.

 

Der betrogene Volksbank-Kunde hat auch die BaFin (Bankenaufsicht) in Bonn, die Rechtsanwaltskammer in Hamm und den Anwaltsverein Minden e.V. informiert.

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Die Staatsanwaltschaft Bielefeld stellte das Ermittlungsverfahren gegen Rechtsanwalt Stefan Deichsel in Minden wegen Betruges mit der Begründung ein, der hätte nur die tatsächlichen Vorgaben seiner Mandantschaft an die Gerichte weitergegeben. Was soviel bedeutet: Wer Lügen weiterverbreitet, dem ist nicht beizukommen. Auch wenn er sich mit frechen Schriftsätzen an Gerichte zum Steigbügelhalter für – wie hier geschehen – Volksbank-Betrügereien an einem Kunden macht.

 

Oberstaatsanwalt Ulrich Hummler (61) beschwichtigte zunächst noch den von den Weiße-Kragen-Gaunern Reingelegten mit dem Hinweis, gegen die verdächtigten Angehörigen der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG würde unter dem Geschäftszeichen 42 Js 959/11 wegen Betruges weiterermittelt. Ermitteln heißt in diesem Fall, die Ermittler werfen einen Blick in die Primanotenbücher der „Wir machen den Weg frei!“-Ganoven.

 

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Große Worte, nix dahinter! Anstatt die Beweismittel aufzuklappen, blieb der neue Sachbearbeiter bei der Bielefelder Anklagebehörde, Staatsanwalt Rolf Richter (63), in seinem Sessel sitzen, verpasste dem Ermittlungsverfahren das neue Aktenzeichen 756 Js 132/12, und hatte im übrigen keine Lust zum Ermitteln. Also für’s herausfinden, nachforschen, ausfindig machen, in Erfahrung bringen, auf die Spur kommen, herauskriegen, aufstöbern. Anstatt diese Pflichtaufgabe zu erfüllen, wofür er vom Steuerzahler gesponsert wird, teilte er in einem 2 ½ Seiten kurzen Brief mit, die Staatsanwaltschaft Bielefeld hätte keine Lust zum recherchieren.

 

„Das Verfahren wurde ohne weitere Ermittlungen mit richterlicher Zustimmung eingestellt“. Begründet wird die Unlust des von öffentlichen Geldern hochdotierten Staatsbediensteten mit dem fehlenden öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung des Vorstandes der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford sowie deren Leiter der Rechtsabteilung, alle Werrestraße 67, Herford.

 

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Den absoluten Knalleffekt liefert der mit um die 5.000,- EURO pro Monat verdienende unkündbare Arbeitnehmer auf Lebenszeit in diesem hübsch formulierten Arbeitsverweigerungssatz: Es mache wenig Sinn, Zahlungsvorgänge aus den Jahren 2006 und 2007 aufzuarbeiten.

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Nur gut, dass Rolf Richter nicht Staatsanwalt in Hannover ist , wo seine Berufskollegen gegen den Filmunternehmer David Groenewold wegen Vorteilsgewährung herumstochern! Diesem schillernden Partyhengst gewährte die niedersächsische Landesregierung 2006 für eine seiner Gesellschaften eine Bürgschaft in Millionenhöhe. Als Dankeschön nahmen Ex-Bundespräsident Christian Wulff und seine sympathische Ehefrau Bettina Urlaube auf Sylt und eine Oktoberfest-Einladung an.

 

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Die Staatsanwaltschaft in Hannover ging dem Vorwurf der Vorteilsannahme auf den Grund. Die Folge war Wulffs Rücktritt am 17.02.2012 um 11:00 Uhr. Die Ermittler kamen gar nicht auf den Gedanken, Zahlungsvorgänge aus dem Jahr 2006 nicht aufklären zu wollen.

 

Wer mit solchen Begründungen Akten zustauben lässt, darf sich nicht wundern, wenn er sich dem Verdacht aussetzt, Betrüger schützen zu wollen, weil er vielleicht selbst Volksbank-Kunde ist.

 

Jedenfalls ist der § 336 StGB nicht sehr weit entfernt, wo es heißt: Ein Richter oder ein anderer Amtsträger, welcher sich bei der Entscheidung einer Rechtssache zugunsten oder zum Nachteil einer Partei entscheidet, macht sich der Beugung des Rechts schuldig.

 

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Krank „dank“ Volksbank wurde nach eigener Angabe der 61jährige Ludwig Hagemeier. „Das Geldinstitut hat mich ruiniert“, sagte er Polizeibeamten. „Die wollen mich in den Selbstmord treiben!“ Dabei geriet sein Nachbar Rudolf Entrup (63) als das personifizierte Volksbank-Unheil ins Blickfeld des Rentners. „Diesem Mensch, ehemaliger Mitarbeiter der Volksbank, habe ich jahrelang vertraut bis zu meinem Untergang“.

 

Am 22. Mai 2011 beschloss Hagemeier, seinen Nachbarn für den ihm entstandenen finanziellen Ärger büßen zu lassen. Er nahm aus dem Waffenschrank eine seiner Pistolen, ging nach nebenan und klingelte dort am Wohnhaus des verhassten Geldzählers. Um 09:42 Uhr an diesem Sonntagmorgen öffnete die Ehefrau des Ex-Bankers die Tür. Sie holte ihren Mann, nach dem Hagemeier gefragt hatte.

 

Kaum erschien der im Flur, zog der Pleitegemachte blitzschnell die Waffe und schoss, ohne noch eine Wort zu verlieren dem verhassten Bankberater aus nächster Nähe in die Brust. Das Projektil zerfetzte Herz und Lunge. Der Hingerichtete starb an schweren inneren Verletzungen.

 

Rechtsanwalt Heils nannte Einzelheiten der Vorgeschichte. Die Tat sei der Schlußakkord in einem über 20-jährigen Drama gewesen. Mitte der 80er Jahre habe er eine Lebensversicherung abschließen wollen und darüber mit seinem Nachbarn von der Volksbank gesprochen.  Er habe sich dann aber der besseren Konditionen wegen für einen anderen Anbieter entschieden.

„Das war der Anfang von Schikanen seitens der Volksbank”.  Bei privaten Zusammenkünften sei er auffallend links liegen gelassen worden. Einladungen von Jagdfreunden wären weniger geworden. An seiner Tankstelle seien jahrelange Kunden plötzlich nicht mehr vorgefahren. „Mein Mandant ist davon überzeugt, dass sein Volksbank-Nachbar überall die Hände im Spiel gehabt hat”.

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Am Tattag selber, so der Rechtsanwalt, sei sein Mandant in seine Tankstelle gekommen, habe gesehen, dass vieles nicht in Ordnung war und gedacht, dass hinter dem Fehlverhalten seiner Mitarbeiterin letztendlich auch die Volksbank stecke. Da sei er „völlig ausgerastet” und habe „unter dem Druck von 20 Jahren” seine Pistole geholt und die Tat ausgeführt. Auf eine Frage von Staatsanwältin Krüger sagt der Täter, er habe sich über viele Jahre „gedemütigt und isoliert” gefühlt. Dennoch hat er bis zuletzt sein Konto bei der örtlichen Volksbank behalten.

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Der Volksbank-Chef und heutige Vorstand beschreibt das Opfer als „sorgfältig, korrekt und Vorbild für die Mitarbeiter”. Das Opfer habe ihm zu Lebzeiten anvertraut, es fühle sich vom Nachbarn bedroht. „Der hätte gesagt, ich erschieße dich noch bevor du Rentner bist”. Der Bankmanger offenbarte dann dem Gericht Ungeheuerliches: „Ich habe den Hausarzt des Tankstellenbesitzers aufgesucht und dem die Angelegenheit geschildert”. Nein, den Angeklagten hatte er über diesen Alleingang nicht informiert. Auf die Frage der Richter, wie er zu sowas kommt, antwortete der Banker: „Weil das aus meiner Sicht krankhaft ist.”

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Gutachter Dr. Dirk Balgenort (56) bescheinigte dem Täter eine „schwere psychische Erkrankung”. Die Reaktion seiner Umgebung, die sich immer mehr zurückziehe, empfinde der Wahnkranke als Bestätigung seiner Annahme, man wolle ihn „in die Klapse bringen”. Abgesehen vom Volksbank-Syndrom sei seine Persönlichkeit nicht beeinträchtigt. Er habe sich durch das Geldinstitut existenziell bedroht gefühlt.

Der Psychiater glaubt, dass der Todesschütze in ähnlichen Situationen weitere Straftaten begehen könnte, wenn es zu keiner Behandung kommt.

Das Schwurgericht Osnabrück wies den Volksbank-Kranken deshalb für unbestimmte Zeit in eine Psychiatrische Klink ein.

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2 Witwen – 1 Schicksal! Sie wohnen hunderte Kilometer von einander entfernt, kennen sich nicht – und sind sich doch so nah! Vereint im selben Leid. Im selben Monat (Juli) geboren. Beide Witwe. Beide haben 2 Kinder. Beide verloren sie auf tragische Weise ihren Ehemann. Beide lernten sie, was es heißt, sich mit dem Versicherungsriesen Allianz rumschlagen zu müssen.

 

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Die Monteurin Iris Oest (43) freute sich mit ihrem Mann Ralf (45), Facharbeiter, über die Fertigstellung des im Schweiße ihres Angesichts mit den eigenen Händen fertig gestellten Einfamilienhäuschens.

 

 

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Glücklich waren auch ihre Töchter Jennifer (damals 13) und Cindy-Lisa (damals 10), denn endlich bekamen sie nach dem Umzug aus der viel zu eng gewordenen Mietwohnung ihre eigenen Zimmer.

 

 

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Noch vor Beginn der Bauarbeiten schlossen die Eltern bei der Allianz eine Risikolebensversicherung ab (BL-0707413655), Beginn 01.01.2002, Auszahlung im Todesfall 120.000,- EURO, vierteljährliche Beitragszahlung 53,74 EURO. Iris: „Wir wollten unsere Kinder absichern. Mein Mann und ich waren oft im Auto zu Konzerten in Dortmund, Essen oder Düsseldorf unterwegs“.

 

 

 

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8 Jahre, 4 Wochen + 27 Tage nach Versicherungsbeginn suchte Ralf Oest seinen Hausarzt auf. „Ich habe Grippe“, glaubte er. Doch er landete als Notfallpatient im Krankenhaus, bekam Bluttransfusionen, später Chemo. Die Grippe entpuppte sich als Leukämie!

 

 

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Sein 113 qm großes Eigenheim mit ausgebautem Dachgeschoss sah der Schwerkranke nur noch selten. Meist saßen seine Frau und die 2 Töchter bei ihm am Krankenbett in einer Spezialklinik.

 

 

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Wann immer die 3 konnten, fuhren sie mit dem Zug zu ihrem Papa. Trotz aller ärztlichen Bemühungen verstarb der Trainer und Betreuer einer Fußballmannschaft am 16.01.’11.

 

 

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„Gott sei Dank müssen wir uns finanziell keine Sorgen machen“, sagte Iris Oest zu ihren Kindern, „denn die Schulden, die noch auf unserem Haus lasten, können wir mit der Lebensversicherung abbezahlen“.

 

 

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Ein Irrtum, wie eine Dame namens Herrscher aus der Allianz-Zentrale „Mit freundlichen Grüßen“ am 02. März 2011 mitteilte. „Da wir die seit dem 01.08.2010 zu zahlenden Beiträge bis zum 25.09.2010 nicht vollständig erhalten hatten“. Einen Absatz weiter heißt es: „Den Betrag von 50,00 EURO überweisen wir auf Ihr Konto zurück“.

 

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Was hatte es damit auf sich? Auf den Schultern von Iris Oest lag seit der Erkrankung ihres Mannes die ganze Last einer Frau und Mutter, die nachts vor lauter Angst und finanzieller Sorgen nicht mehr schlafen konnte. Die körperlich und psychisch fertig war. Die miterlebte, wie aus einem kraftstrotzenden Ehemann und Sportler im Frühjahr 2010 ein Rentner wurde mit 929,82 EURO. Iris verdiente noch 400,- EURO hinzu, so dass von 1.329,82 EURO die gesamten Lebenshaltungskosten, die Hypothekenlast für’s Haus, die Fahrten zum kranken Mann und die Lebensversicherungsleistungen aufzubringen waren.

 

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Am 01.08.2010 löste die Volksbank den Einziehungsauftrag über 53,74 EURO an die Allianz nicht ein. Am 10.09.’10 erfolgte von der Versicherung eine Zahlungserinnerung. Am 20.09.’10 überwies Frau Oest 25,- EURO und am 28.09.’10 noch mal 25,- EURO. Es fehlten 3,74 EURO.

 

 

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„Nun ging ich davon aus, dass die Allianz regelmäßig weiter vom Konto abbuchen würde“, erzählt die Witwe. „Ich habe mich um die Finanzen nicht so regelmäßig gekümmert, mein Mann lag doch im Sterben! Ich lebte in einer Pension in der Nähe der Klinik, war täglich bei meinem Ralf auf der Intensivstation und hoffte, dass das Unmögliche noch möglich werden würde, die Lebensrettung. Inzwischen war in Amerika ein Knochenmarkspender gefunden und bei meinem Mann eine Transplantation vorgenommen worden“.

 

 

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Die Allianz hatte Frau Oest zwar auf das Wirksamwerden der Kündigung der Risikolebensversicherung mit den Worten hingewiesen: „Sind Sie bei Ablauf der Zahlungsfrist mit der Zahlung des Mahnbetrages noch im Verzug, wird die mit diesem Schreiben erklärte Kündigung mit Ablauf der Frist wirksam“.

 

 

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Da Frau Oest jedoch auf die 53,74 EURO–Mahnung mit  2 x 25,00 EURO-Überweisungen reagierte, war sie nicht mehr mit der Zahlung des Mahnbetrages in Verzug. Es fehlte nur noch der Teilbetrag von 3,74 EURO. Von einem Teilbetrag als Wegfall für den Versicherungsschutz war jedoch nirgendwo die Rede.

 

 

 

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Menschlich schäbig, juristisch zweifelhaft stahl sich die Allianz wegen der 3,74 EURO aus der Verantwortung mit einem Trick: sie buchte, ohne dies Frau Oest mitzuteilen, weder im Oktober ’10, noch im Januar ’11 die 53,74 EURO-Beiträge ab und schickte ihr stattdessen am 04. März 2011 (!) die 50,- EURO vom September 2010 (natürlich ohne Zinsen) einfach zurück.

 

 

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Dass die Oests 9 Jahre anstandslos zahlten, bis sie das grausame Schicksal Leukämie aus der Bahn warf, interessiert die Allianz nicht. Die schickte an die inzwischen zur Witwe gewordene 2-fache Mutter die Mitteilung: „Da keine Werte zur Bildung eines beitragsfreien Garantiekapitals (Versicherungssumme) zur Verfügung standen, ist diese Versicherung ohne Wert erloschen“. Warum schickte sie denn dann die 50,- EURO retour? Die anderen Beiträge, 9 Jahre lang bezahlt, steckte sie sich in die Tasche! Hauptsache, Allianz versichert …

 

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Nach einer Fernsehsendung in SAT1 schwante den Versicherern Böses, obwohl sie namentlich von Ulrich Meyer (56) in seiner „Akte 2011“ gar nicht genannt worden waren. Anstatt nun die 120.000,- EURO zu überweisen, boten sie der armen Witwe Oest im August 2011 einen Kuhhandel an: 60.000,- EURO auf’s Konto, für die restlichen 60.000,- EURO eine Verzichtserklärung.

 

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Die Witwe total sauer: „Diesen Affenzirkus mache ich nicht mit. Ich muss doch an die Zukunft meiner 2 Töchter denken“.

 

„Hätte Frau Oest meine Erfahrungen mit der Allianz gekannt, dann hätte sie gar nicht erst bei diesen Versicherern unterschrieben“, ist die Büroangestellte Birgit Thiel (48) sicher. Sie verlor bei einem Flugzeug-Absturz im Erzgebirge durch die Schuld des bei der Allianz versicherten Piloten Peter Mai (54) ihren Ehemann Dieter (37), selbstständiger Handelsvertreter. Es ging um 320.000,- EURO Schadensersatz plus Rentenansprüche für die Halbwaisen Alessa (8) und Marvin (6) im Schadensfall Nr. 30 LU 97/100094.

 

 

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Mit 2 Kleinflugzeugen war eine Gruppe von Immobilienhändlern, Hausverwaltern und Versicherungsmaklern Richtung Osten gestartet, um sich in Dresden ein Bauobjekt anzusehen. Unterwegs gerieten die Maschinen in dichten Nebel. Dem einen Piloten wurde der Weiterflug zu gefährlich, er drehte ab und landete sicher in Leipzig.

 

 

 

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Der als erfahrener geltende 54jährige Flugzeugführer Peter Mai traute sich jedoch den Weiterflug zu. Und das, obwohl er nur für Sichtflug ausgebildet war, nicht aber für einen Navigationsflug.

 

 

 

 

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Diesen Ausbildungsmangel umging er, indem er in beängstigend niedriger Höhe um die 50 Meter an der Autobahn Hof-Plauen entlang flog! Das ging so lange gut, bis er in tiefliegende Wolken geriet. Seine letzte Funkmeldung: „Ich muss die Maschine hochziehen”.

 

 

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Unmittelbar danach stürzte die Piper D-EDAC ab. Der Pilot und die 3 Passagiere starben. Wie ein Pfeil hatte sich das Flugzeug in den Boden gebohrt. „Anstatt die Maschine hochzuziehen, katapultierte sie der orientierungslose Pilot in den Wald“, kennt Birgit Thiel die Akteninhalte.

 

 

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Die Witwe warf dem Piloten grobe Fahrlässigkeit vor. „Er hätte umkehren müssen, anstatt in dem Schlechtwettergebiet auf gut Glück an der Autobahn entlang zu fliegen“.

 

 

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Im § 44ff des Luftfahrtgesetzes ist die Höchsthaftungsgrenze mit 170.000,- EURO festgeschrieben. „Es sei denn, es liegt grobe Fahrlässigkeit vor wie in diesem Fall“, hat sich die Witwe schlau gemacht.

 

 

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Sie forderte deshalb für sich und ihre vaterlos gewordenen Kinder den wesentlich höheren Mindestbetrag wegen dieses Verstoßes gegen die Luftfahrtregeln von der Allianz-Versicherung des Piloten, plus Rente für Sohn und Tochter.

 

 

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Der Geldkrieg wogte hin und her, wurde zur reinen Nervenschlacht. Der Prozess beschäftigte Richter und Gutachter im Land- und Oberlandesgericht. „Obwohl am Ende feststand, dass der Pilot verantwortungslos und damit grob fahrlässig gehandelt hat, lenkte die Allianz nicht ein. Die wartete doch nur darauf, dass ich mir den Strick nehme!“

 

 

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Nein, freiwillig wollten die nicht zahlen, keine Rente, kein Schmerzensgeld, keinen Verdienstausfall, nix. „Nach 10 Jahren nahm ich, seelisch am Ende, die 75.000,- EURO, die mir die Versicherung angeboten hatte. Nur, damit wir endlich unsere Ruhe hatten. Bei uns zu Hause gab’s bis dahin nur ein Thema, Papas Tod und meinen unendlich langen Kampf gegen die Allianz, um Geld für ein sorgenfreies Leben der Kinder, für Schulbildung, Studium, Beruf“.

 

 

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„Nicht anders ist es bei mir“, erklärt Iris Oest. „Ich will mich nicht bereichern, ich will kein Geld für ein Leben als lustige Witwe in Saus und Braus. Mir geht es allein um die Zukunftssicherung und die Lebensqualität meiner beiden Töchter, die ihren Vater verloren haben. Ich will ihnen wenigstens das Haus erhalten, das ich mit ihrem Papa baute“.

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Und was sagt die Allianz zu dieser Geschichte? Nichts! Sie hüllt sich in Schweigen, obwohl wir die Versicherer zu einer Stellungnahme aufgefordert hatten.

 

 

 

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„Ich schneidere Phantasie-Kostüme für die ganze Welt,“ freut sich diese kreative Perfektionistin am Zeichenbrett, Zuschneidetisch und Bügelbrett über ihren tollen Erfolg.

 

 

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Sie entwirft und näht Kostüme für’s Fernsehen und Theater. Unter ihren geschickten Händen entstehen amüsante Maskottchen für Fußballvereine, die bei Borussia Mönchengladbach über den Rasen tanzen oder die Fans des 1. FC St. Pauli entzücken. Die Stoffschmiede des ehemaligen Schneiderlehrlings Stefanie Ludwig (41) aus Hagen im Teutoburger Wald  hat rund um den Erdball einen klangvollen Namen.

 

 

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Die Phantasie-Figuren der Designerin werden nach Singapur und Kanada ebenso exportiert wie zum Glasschmuckproduzenten Swarovski in Tirol oder zu einem Kindermusical nach Zürich. Auch für Michael Jackson – Doubles nähte sie die berühmten Glitzer-Klamotten.

 

 

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„Meine Selfmade-Karriere ist nichts Außergewöhnliches. Das schafft jede Frau mit eisernem Willen“, sagt Stefanie bescheiden. Ihre ersten Kostüme nähte die Schneidermeisterin für ein Schülertheater. Das und weitere Aufträge schaffte sie noch allein, heute nicht mehr. 3 Mitarbeiterinnen stehen ihr zur Seite: Elena (54), Maria (22), Katharina (22).

 

 

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Aus Stefanies Schneiderwerkstatt stammen Knödelkostüme für Pfanni, Schokoriegelkostüme für Snickers, Bounty oder Twix. Sie fertigte Kostüme für eine Theateraufführung von Shakespeares Sommernachtstraum und Phantasie-Kostüme für den Frankfurter Opernball. 2003 wurde sie Maskottchen-Weltmeisterin mit einem grünweißen Fußball für Rapid Wien.

 

 

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In Zürich strahlen die Augen von Jungs und Mädchen beim Anblick der Hauptdarsteller auf einer Bühne: Eichhörnchen Nikki, Esel Benjamin und Rotkehlchen Pieps sind die Lieblinge der kleinen Konzertbesucher.

 

 

 

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Die Schweizer Post ließ sich ebenso von Stefanie eine Werbefigur entwerfen, wie der Schweizer Lebensmittelkonzern Migros einen Dachs als Schmusetier im Kinderland.

 

 

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Für die Bundesgartenschau in Schwerin schuf die phantasievolle Künstlerin den Käfer Fiete. Für den Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern Möwe Maria und Rabe Victor. Auch für Happy Hippo in den Überraschungseiern von Ferrero schlug in Hagens Meisterwerkstatt die Geburtsstunde.

 

 

 

 

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Mit einer Nähmaschine auf dem Dachboden fing alles an. Stefanie fertigte Kostüme für eine Schüler-Theatergruppe, in der sie selbst mal mitgespielt hat. „Oooh, was sind das für tolle Sachen? Wo habt ihr die her?“ begeisterten sich viele Zuschauer. Von da an fuhr Stefanie zu Künstlermessen, präsentierte dort ihre Produkte. Sie stieß auf so große Begeisterung, dass sie ihre Dachbodenwerkstatt in einem malerischen Sandsteinhäuschen aufgeben und eine richtige Fabrik bauen musste.

 

 

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Wie hat sie ihre Bilderbuchkarriere verwirklicht? „Ich hatte Dusel, aber den nutze ich auch“, antwortet sie. Erwähnt ungern, dass sie nicht nur durch Glück zum Erfolg kam, sondern auch mit ungeheurer Energie zielstrebig Chefin dieser wundervollen Zauberwerkstatt geworden ist. Außerdem durch ihre Gradlinigkeit und ihr enormes Selbstbewusstsein. Durch Nackenschläge hat sie sich nie kleinkriegen lassen.

 

 

 

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 Sie machte ihr Abitur am Ratsgymnasium Osnabrück, studierte dort Kunst an der Uni. Sie absolvierte von 1990 bis ’93 eine Damenschneiderlehre, studierte Modedesign in Hannover. 1997 bestand sie die Meisterprüfung. Bereits vorher hat sie Show- und Künstlerkostüme entworfen und hergestellt.

 

 

 

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Dass für sie nur die Selbstständigkeit in Frage kam, war von Anfang an beschlossene Sache. „Das war mein Traum, dafür lebe ich“. Der Meistertitel im Schneiderhandwerk ist nicht Voraussetzung für die Selbstständigkeit als Kostümmacherin. „Aber den Titel wollte ich unbedingt in der Tasche haben. Meine Güte, ich habe auch Ehrgeiz und beruflichen Stolz“, lächelt sie.

 

 

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„Stefanie ist eine einzigartige Ideenverwirklicherin“, loben ihre Kunden rund um den Erdball. Pfauen, Drachen, Schneemänner und alle nur denkbaren Phantasie-Kostüme hat sie produziert. Bauchtänzerinnen treten in Stefanie Ludwig-Kostümen auf, Zauberer, Clowns, Künstler. Futurismen für Softwarehäuser stammen aus ihrer Werkstatt.

 

 

 

 

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Für das Jugendreiterfestival in Hagen, ein paar Straßenecken weiter, baute sie ein 4 m hohes Pferd, europablau mit gelben Sternen. 2000 stand es im Guiness-Buch der Rekorde.

 

 

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Für alles experimentiert sie selbst Lösungen herbei, vom Schuh bis zum Kunstkörper, formt mit Latex oder mit feinem Kaninchenstalldraht. Wehmütig macht sie der Gedanke, dass nichts, was ihre Werkstatt verlässt, Jahre überdauert.

 

 

 

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„Jedes anfangs noch so haltbare Stück zerschleißt natürlich im Dauereinsatz“,  weiß sie. Meist welken Unikate dahin. „Denn fast alles, was in meinem Kopf entsteht und mit meinen Händen verwirklicht wird, gibt’s nur einmal“.

 

 

 

 

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Exklusivität ist oberstes Gebot in der Ideenschmiede. Läuft sie selbst auch am liebsten in exklusiver Designer-Kleidung rum? „Ich bin kein Trend-Mensch“, erzählt sie, die einfache preiswerte Mode von der Stange anzieht. So ist es auch bei ihren Kostümproduktionen für die Show-Welt, dafür braucht es weder Samt noch Seide.

 

 

 

 

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 „Meine Kostüme leben von der Gestaltung und nicht vom Stoff. Wenn ich meine gedanklichen Skizzen umsetzen will, kann ich das aus jedem Textilstück machen, das günstig im Laden nebenan zu bekommen ist “.

 

Bei Stefanie ist nicht das Teure spitze, sondern die pfiffig verwirklichten Visionen, die sich jeder, wer was Extravagantes haben möchte, leisten kann.

 

 

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Klar doch, dass Stefanie auch bei Frank Acker, Shootingstar im Bereich Kindermusik („Halli, Hallo Kindershow“) vertreten ist. Wenn Frank mit seinen Freunden „Das Zappeltier“ und „Das Kirschmonster“ unterwegs ist, ahnen die wenigsten, dass die zwei Plüschbegleiter dieser gute Laune-Darbietung aus der Schneiderwerkstatt im Teutoburger Wald stammen.

 

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Stefanies Erfindung ist  der „Kirschmonster-Bus“, ein entkerntes, umgebautes Linienvehikel, in dem Kinder nach Herzenslust spielen und mit Kuscheltieren schmusen können. Ohne Verletzungsrisiko, wetterfest, beheizbar und das ganze Jahr über auch für’s kleine Portemonnaie buchbar. Eine phantasievolle Spielwiese mit weich gepolstertem Untergrund und Wänden, mit Höhlen zum Verstecken und einer Leseecke für die Stillen.

 

 

 

 

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Will’s einer wild, schnappt er sich eine Monsterkugel, steigt hinein und rollt eine Rampe mitten im Bus runter. Mit ihrem einmaligen 4-rädrigen Spielplatz hat Stefanie die Herzen aller Kinder in Hagen und weit darüber hinaus erobert. Die Phantasie-Welt der Erwachsenen liegt ihr sowieso längst zu Füßen.

 

 

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                                      Kontakt

                                   

Kostümwerkstatt Stefanie Ludwig

                                      Haselieth 9, D – 49170 Hagen a. T. W.

                                      Telefon: 0049/5401-98787

                                      Telefax: 0049/5401-98797

                                      E-Mail: werkstatt@stefanieludwig.de

 

 

 

 

 

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Nach 36 Jahren ist Johann Elbe (59) zwar immer noch nicht mit der ganzen Schufterei fertig, er strahlt aber trotzdem über beide Ohren.

 

 

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Weltbekannt wurde es durch einen Bünder. Der entdeckte das Wunderwerk des Baukünstlers Elbe, als es noch ein unansehnlicher  Rohbau war. Der ostwestfälische Kaufmann erkannte aber da schon die Einzigartigkeit dieser Idee und machte rund um den Globus auf die Baustelle 40 km östlich von Klagenfurt aufmerksam. Heute begehren Touristen von allen Kontinenten Einlass ins Schloß. Wollen mit eigenen Augen sehen, was man vom Hörensagen sonst nicht glauben kann.

 

 

 

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Die Besucher treffen nicht nur einen zufriedenen Schlossherrn an, sondern auch auf eine Frau, die Glück im Unglück gehabt hat! Nach 15jähriger Ehe verlor Ludmilla nämlich als 33jährige durch Unfalltod ihren Mann. Ein Zufall führte sie 48 Monate später mit Johann zusammen. Heute lebt die Witwe mit ihm in einem echten Schloß!

 

 

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„Sie ist meine Prinzessin“, lächelt Johann Elbe selig seine gleichaltrige Freundin an.  „Nach dem schlimmen Schicksalsschlag wollte ich ihr den Himmel auf Erden bieten. Ich steckte bis zum Hals in Arbeit, als wir uns bei einem Filmabend im Dorfgasthaus kennenlernten. Ich sprach dort über die Bauerei. Komm zu mir, hab’ ich gesagt, du wirst eines Tages in einem Traumschloß wohnen, und keinen Tag mehr an die Tragödie deines Lebens denken.“

 

 

 

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„Wirklich?“ fragte sie ungläubig  zurück. „Ganz bestimmt“, lachte er. Was sie als Spaß auffasste, Johann war es ernst! Er baute tatsächlich das angefangene Schloß mitten in seinem Heimatdorf Globasnitz (Österreich) Tag für Tag ein Stück weiter. „Mein eigenes Weltwunder“, strahlt er heute. Er baut immer noch daran. Gerade ist er in seiner Werkstatt mit Holzschnitzarbeiten beschäftigt. „Bis Ende des Jahres soll das Hoftor fertig sein“, hat er sich vorgenommen, der im Jahre 1976 mit der Grundsteinlegung begann. Heute hat das Kleinod 8 Zimmer, 2 Abstellkammern, ein riesiges, luxuriöses Treppenhaus aus sündhaft teurem, kostbarem Marmor, 320 qm Wohnfläche insgesamt. 

 

 

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Alles hat er allein gemacht als Architekt, Statiker, technischer Zeichner, Konstrukteur, Maurer, Tischler, Stukkateur, Maler, Bildhauer, Formenbauer, Polsterer, Dachdecker, Elektriker, Glaser, Spengler, Fliesenleger, Holzschnitzer, Schmied, Schlosser. In zartem Zitronengelb erstrahlen Türme und Mauern.

 

 

 

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Das Schönste für Schloßherr Johann ist jedoch: Ludmilla fühlt sich bei ihm als Prinzessin richtig wohl! 1992, nach 17jähriger Bauzeit, zog sie bei ihm ein, nachdem sie mit vielen anderen Neugierigen aus dem Ort und der Umgebung an einem Johann Elbe-Vortrag über den Schloßbau teilgenommen hatte. Heute ist sie Herrin auf „Schloß Elberstein“. Ein Bauwerk, das seinesgleichen sucht auf der ganzen Welt!

 

 

 

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Geplant, gebaut, bezahlt von einem einzigen Mann, dem Landwirtsspross Johann Elbe. Längst sind die 1652 Einwohner des Dorfes stolz auf „unser Schloss“, mit deren Grundsteinlegung Johann im Alter von 24 Jahren begann. „Das mit dem Stolzsein war nicht immer so“, berichtet die redseligere Ludmilla über die Anfangsjahre.

 

 

 

 

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Belächelt haben sie ihn, „diesen Verrückten“, als der Tischlergeselle mit den Planierungsarbeiten auf dem elterlichen Grundstück begann. „Das klappte nur, weil ich meinem Vater vorgeschwindelt hatte, die Landwirtschaft zu modernisieren“, erzählt Johann Elbe, noch immer ein wenig geplagt von Gewissensbissen. „Papa, hab’ ich zu ihm gesagt, wenn wir mit unserem Viehzeug überleben und wettbewerbsfähig sein wollen, dann muß der alte Kuhstall weg. Ich setz’ was Neues hin“. Der Senior willigte ein, ahnte jedoch nicht, was sein Sohn im Schilde führte.

 

 

 

 

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Im Beruf hat’s Johann Elbe „nur“ bis zum Tischlergesellen gebracht. Aber wie viele verschiedenartige, berufsfremde, phantastische Meisterwerke schuf er an und in seinem Schloß!

 

 

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Mutter Stephanie (81) und Vater Johann, der mit 69 starb, erlebten kopfschüttelnd mit, was der Sohn auf ihrem Grund und Boden in die Höhe wachsen ließ: nach Feierabend, in den Ferien, an den Wochenenden und bis spät in die Nacht hinein verfolgte er sein tollkühnes Ziel! Wenn’s knüppeldicke kam, packten schon mal 2, 3 Freunde mit an, schleppten Findlinge oder schweres Gerät. „Aber das war die Ausnahme“, beobachteten die Globasnitzer, deren anfängliche Abneigung in Hochachtung umschlug

 

 

 

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Alles atemberaubende Schöpfungen! Als Maler, Bildhauer oder Baumeister, genau, wie seine großen Vorbilder Leonardo da Vinci und Michelangelo, entstanden unter seinen Händen Fresken und Gemälde, mit Fries verzierte Außenfassaden und Innenräume, diese wunderhübschen waagerechten Streifenfelder mit figürlichem oder ornamentalem Schmuck.

 

 

 

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Der Herr auf „Schloß Elberstein“ wagte sich sogar an Frescomalereien, bis zum 19. Jahrhundert die wichtigste Form von Wandgemälden (italienisch fresco: frisch). In Wasser aufgelöste Farbe wird auf feuchten Kalkputz aufgetragen und geht beim Trocknen mit diesem eine feste Verbindung ein.

 

 

 

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 Johanns Eltern waren anfangs ärgerlich, weil sie sicher waren, daß ihr Sohn niemals seine „blöde Idee vom Schloßbau“ realisieren könne. Auch die Nachbarn waren dieser Meinung und hatten deshalb nichts gegen die Baupläne. Sie waren sicher: „Der reißt den ganzen Krempel eines Tages wieder ab! Das Ding ist einfach ‘ne Nummer zu groß!“ Als die ersten Schloßtürme auf den Grundmauern in die Höhe wuchsen, rissen sie noch ihre Witze: „Lieber ein Schloß im Dorfzentrum als noch ‘nen stinkenden Viehstall“.

 

 

 

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Nach und nach verschlug’s jedoch allen die Sprache, auch Ludmilla. „Du hast ’nen Knall“, meinte sie während der emsigen Bauerei, als Johann nur noch in seiner eigens für den Schloßbau eingerichteten Werkstatt anzutreffen war. Für Kino, Theaterbesuche, Bergwandern oder für’s Baden in einem der schönen Seen rundum fand der Mann keine Zeit. Er schnitzte, malte, formte, schweißte, schmiedete, polsterte oder trieb sich auf den Hinterhöfen von Abbruchfirmen rum, von wo er eines Tages Bleiverglasungen entsorgter Kirchenfenster mitbrachte. „Kulturgut, das ich vor der Vernichtung gerettet habe“, erzählt Johann Elbe stolz.

 

 

 

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Wer die Schnitzereien in den schweren Eichentüren sieht, mag nicht glauben, daß es sich dabei um echte Handarbeit des Johann Elbe handelt, und nicht etwa um restaurierte Türen vergangener Jahrhunderte. Den Sölker Marmor im Foyer und im Treppenhaus hat er selbst geschnitten und verlegt. Die Galerie, die Putten, Fenstersimse, alles wurde von ihm in handgearbeiteten Silikonkautschukformen aus Gips, Marmormehl und Weißzement gegossen.

 

 

 

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Wenigstens für die Parkettböden hat er sich bestimmt einen Fachmann ins Schloß geholt? „Gott bewahre, nein“, berichtet Ludmilla. „Für 2 Zimmerböden hat Johann 4 Kilometer Leisten zerschnitten und die Einzelteile wie ein Puzzle zusammengefügt“. In seiner Werkstatt zeigt Schloßbauer Johann, wie’s gemacht wird: „Ich verwende nur Hartholz, Nußbaum, Eiche, Ahorn, Esche oder Zwetschge, das mir die Bauern bringen. Hart muß es sein, damit es beim Begehen nicht nachgibt“, erklärt der Fachmann. 14.000 (!) Teile benötigte er für 2 Zimmerböden. Die Muster fügt er nach alten Überlieferungen aus Fachbüchern zusammen. Intarsienböden, auf denen vor Jahrhunderten Kaiser und Könige lustwandelten.

 

 

 

 

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 14.000 (!) Teile benötigte er für 2 Zimmerböden. Die Muster fügt er nach alten Überlieferungen aus Fachbüchern zusammen. Intarsienböden, auf denen vor Jahrhunderten Kaiser und Könige lustwandelten.

 

 

 

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Wie verbringt „Prinzessin Milli“ die Tage im Märchenschloß mit ihm? „Mit viel Arbeit“, sagt sie mit einem Anflug von Traurigkeit, fängt sich aber schnell und fügt lachend hinzu: „Um halb zehn am Abend muß ich ihn aus der Werkstatt holen, sonst würde er die ganze Nacht durcharbeiten. Denn natürlich ist unser Schloß noch nicht fertig“.

 

 

 

 

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Zum ersten Mal spürt Johann Elbe nach mehr als 4 Jahrzehnten Bauerei – im Januar 2012 wird er 60 - „dass mir am Ende meines Lebens vielleicht einige Jahre fehlen könnten. Mein Ischias macht mir zu schaffen. Klar, wenn ich die Restarbeiten im Galopp erledigen würde, hätte ich’s in ein paar Monaten geschafft. Ab in den nächsten Baumarkt, einige Quadratmeter Fertigparkett gekauft, damit ginge alles schneller! Aber das wollen Ludmilla und ich nicht. Jeder einzelne Winkel auf Schloß Elberstein soll unsere Handschrift tragen“.

 

 

 

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Fertiggestellt hat er endlich die Bibliothek. Dafür hat er allein 5 Jahre gebraucht. „Aber“, lächelt er, „die ersten Bücher stehen schon drin“. Was wohl? „Architektur vergangener Jahrhunderte“, schmunzelt Ludmilla.

 

 

 

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„Prinzessin Milli“ unterstützt ihn tüchtig. Sie häkelt die Blumengestecke, bemalt mit Sachverstand und Fingerfertigkeit die selbstgegossenen Putten. Sie sorgt für’s leibliche Wohl, kümmert sich um Saat und Ernte von Speisemais, Kartoffeln, Salat und Tomaten, macht Nudeln selbst. Im Dorf tauscht sie die Eier der schloßeigenen Hühner beim Bäcker gegen Zucker und Mehl. Fleisch holt sie vom Bauern, zahlt dafür mit selbstgebackenem leckerem Brot.

 

 

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„Geld ist knapp auf Schloß Elberstein“, lächelt Ludmilla. „Denn alles, was der Hans verdient, brauchen wir für unser Schloß“. Ein Traum, den beide nicht mehr missen möchten, auch wenn schon die ersten Reparaturen fällig sind. „Kürzlich wurden die Teerpapp-Schindeln vom Dach entfernt, die hatten durch Sturm, Hitze, Eiseskälte, Regen und Schnee arg gelitten. Alles wurde komplett mit aus Ton gebrannten Dachziegeln erneuert“, zeigt Johann Elbe hoch hinauf. „Das war ein Kraftakt“, meint er.

 

 

 

 

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„Trotzdem“, sagt er, „wollen Ludmilla und ich mit niemandem tauschen. Wir sind glücklich in unserem Märchenchloss der Liebe“.

 

 

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Besuch des 8. Weltwunders

 

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Täglich führen Johann Elbe und “Prinzessin Milli”

 Besucher von 09 - 17 Uhr durch Schloß Elberstein.

 

Telefonische Terminabsprache unter 0043-4230-667.

 

Übernachtungsmöglichkeit gibt es direkt nebenan beim Kirchenwirt

 Doppel-Zimmer, Ü/F p.P 25,00 EURO

 Telefon 0043-4230-212.

 

 Wer’s vornehmer haben möchte, kann 12 km vom Schloß entfernt

in St. Kanzian am Klopeiner-See buchen.

Hotel Alte Post (0043-4239-22260)

 Ü/F p.P. 23,00 - 61,00 EURO

 

Strandhotel Orchidee (0043-4239-2170)

HP p.P. 40,00 - 58,00 EURO

 

 

 

 

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▶ Comment


Sie schwafeln von Respektierung der Menschenwürde, und es gelte für jeden noch nicht Verurteilten die Unschuldsvermutung. In Wahrheit rauben sie jeden Tag nicht nur Frauen die Unschuld – auch Männern vom Schlage eines Jörg Kachelmann!

 

Einen seiner übelsten Scharfrichter führte der seiner Ehre beraubte Ex-Wetterfrosch Richtern vor. Es traf ausgerechnet den Foto- und Schlagzeilen – Flegel Jörg Völkerling, geschätzte 43. Der „BILD“-Zeitung-Buchstabenschinder schaffte es durch sein öffentliches Menschen-Abschlachten schon bis zu einem unserer Titelhelden in der Geschichte „Klingelingeling – Und die Menschenjagd fängt an“. Ein wahrlich zweifelhafter Ruhm! 

 

 

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Diesmal erhielt der Kopfjäger von Opfer Kachelmann richtig was auf die Mütze. Warum lesen Sie das nur in www.boulevard-buende.de? Weshalb nicht in Ihrer Morgengazette? Na, hören Sie mal! Die bringt doch nichts über Prozesssiege des als Frauenschänder durch den Dreck gezogenen Schweizers gegen deutsche Druckerzeugnisse! Wer weiß denn, welcher Postille als nächste das selbe Unheil blüht, das den netten Herrn Völkerling jetzt traf? Wer zeigt morgens mit dem Finger auf andere, wenn ihm am Nachmittag vielleicht auch eine Klage zugestellt wird? Da halten es die Damen und Herren von der schreibenden Zunft lieber mit dem deutschen Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen Gold.

 

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Keiner will sein Gesicht verlieren. Keiner eine teure Prozessniederlage einstecken von jenem Mann, der hilflos zuschauen musste, wie ihm als angeblichem Vergewaltiger von Redakteuren und Reportern sinnbildlich die Unterwäsche ausgezogen wurde. Wie er vor den Augen von Millionen lüsternen Voyeuren in seine Einzelteile Körper, Seele, Geist zerlegt worden ist. Und sich jede Menge Betthäschen aus der Deckung trauten, als Scheckbuchjournalisten winke winke machten.

 

Kachelmann musste lange auf seinen Gegenschlag warten. Der umtriebige, professionelle Rechtezertrampler von „BILD“, Klingelgangster Völkerling, hatte den Wetter-Guru nach dessen Verhaftung während einer Freistunde im Hof des Untersuchungsgefängnisses in Grund und Boden geschossen. Der Wolkenanalytiker drehte damals ahnungslos im abgemauerten Innenhof der Justizvollzugsanstalt Mannheim seine Frischluftrunde, als sich Scharfschütze Völkerling auf die Lauer legte.

 

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Es war Freitag, 13:00 Uhr, aufs Mittagessen konnte der Nimrod pfeifen, weil sein zweibeiniges Opfer zwischen Gitterfenstern und Stacheldrahtverhau ein gefundenes Fressen war für’s mehrmalige Sattwerden in einem 3 - 5 Sterne-Restaurant. Für einen einzigen Kachelmann-Volltreffer konnte die Galionsfigur aller Kachelmann-Abschießer gern auf Erbseneintopf oder Fastfood aus einer Dickmacher-Frittenbude verzichten. Das Honorar würde in Strömen fließen, wenn Unglücksrabe Kachelmann vom Heckenschützen Völkerling gut getroffen wurde.

 

Für die Erlegung des Wetterpropheten außer Diensten legte der Anschleicher für „BILD“ einen astreinen Hausfriedensbruch hin. Er drang ins 2. Obergeschoss des Vermögen- und Bau-Amtes des Landes Baden-Württemberg ein, wo er die Küche durch das Aufstellen von foto- und videotechnischen Geräten nebst Laptop kurzerhand in ein Fotostudio umfunktionierte. Auf diesem Hochsitz lauerte der Partisan hinter einem Fenster, durch das er die auf ein Stativ montierte Kamera mit starkem Teleobjektiv auf sein Opfer im Knastinnenhof richtete. Bis 13:45 Uhr klappte alles wunderbar. Erst da wurde der kriminelle Hinterhältler von einem Beamten gewaltsam an der Fortsetzung der Kamera-Schießerei gehindert.

 

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Die bereits eingesackten Kachelmann-Fotos des arglistigen Kriminellen von der nicht alltäglichen Zuschauertribüne veröffentlichten 2 Tage später alle seine Mitwisser und Unterstützer: „Bild am Sonntag“, die Züricher Boulevardzeitung „Blick“ und der wenig zimperliche Fernsehsender „RTL“.

 

Der ohne seine leiseste Ahnung und gegen seinen Willen abgeschossene, durch sämtliche Presse-Dreckschleudern gezogene, angebliche Notzüchter Kachelmann, marschierte gegen den Foto-Verschacherer vor Gericht.

 

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Es war gar nicht komisch, dass davon nirgendwo etwas in einer Zeitung stand. Stattdessen stimmten alle ein Klagelied an. Nicht nur Axel-Springer-Blättchenmacher bezeichneten es als einen Angriff auf die Pressefreiheit, als der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag, Siegfried Kauder (CDU), strengere Auflagen für die Berichterstattung über Sexualdelikte forderte. Überall, vom Flensburger Tageblatt bis zum Trostberger Anzeiger, setzte ein Sturm der Entrüstung der Medienproduzierer ein. Einleuchtend! Die Verleger befürchten natürlich, dass sie richtig bluten müssen, wenn ihre Verdachtsberichterstattungen über Menschen wie du und ich und Kachelmann angegriffen und teuer abgestraft werden.

 

Was so etwas kostet, hat Hausfriedensbrecher Völkerling gelernt. Wieder mal. Konsequenzen wird er nicht aus dem ziehen, was ihm Margarete Reske (58) im Urteil 28 O 318/10 untersagte. Sie ist seit 13 Jahren Vorsitzende Richterin im Landgericht Köln.

 

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Sie hält nichts von dem schöpferischen Erfindungsreichtum des Bildzeitungknipsers. Die resolute Dame in der schwarzen Robe verbot Menschenjäger Völkerling jede Weitergabe der mit zum Himmel stinkender Frechheit zustande gekommenen Kachelmann-Fotografien.

 

Sie drohte dem seit vielen Jahren solche Düngemittel im Blätterwald ausstreuenden Haudegen für jeden Fall der Nichtbeachtung des Veräußerungsverbots 250.000,- EURO Ordnungsgeld an. Zahlt er nicht, zieht er mit seiner Zahnbürste, aber ohne Fotoapparat, in ein Gefängnis.  

 

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Streitwert des Prozesses: 100.000,- EURO! Völkerling juckt das nicht, weil er von den 10.374,- EURO Prozesskosten selbst nichts bezahlen muss. Das erledigen diejenigen für ihn, die ihm seine rechtsbrecherische Fotobeute regelmäßig abkaufen, um sie anschließend mit viel tausendfachem Gewinn an ihre lüsternen Konsumenten zu verkloppen.

 

Der Weg zur Herstellung seiner persönlichen Ehre ist für Jörg Kachelmann noch ein sehr langer. Zum Glück verfügt er über genügend Kapital, um seine Quälgeister in den Verlagshäusern zur Strecke zu bringen. Das unterscheidet ihn von Lieschen Müller und Otto Mustermann. Die würden sowas nicht schaffen. Weil denen das nötige Kleingeld für solch teure Verfahren fehlt.  

 

Kachelmann hat auch einen Prozeß gegen eine Staatsanwältin aus Göttingen gewonnen. Die hatte die angeblich vergewaltigte Ex-Freundin des Wind- und Wolkenbeobachters als „Geschädigte” und „Opfer” bezeichnet. Das Kölner Landgericht verdonnerte die vorlaute Anklägerin zum Schweigen.

 

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▶ Comment


 

„Das Halleluja bleibt mir im Halse stecken, wenn ich an die vom evangelischen Kirchenkreis Herford heimlich beiseite geschafften 48 Millionen EURO denke, gleichzeitig jedoch eine  Friedhof-Abzockerei miterlebe, gegen die ich als arme Witwe jahrelang ankämpfen musste“, schimpft die gelernte Dekorateurin und Plakatmalerin Hiltrud Meyer (72).  Geschlagene 5 Jahre rannte sie gegen Moralapostel an, die sonntags mit gefalteten Händen „Lobe den Herrn“ singen und sie ab Montagmorgen eiskalt als Bittstellerin abblitzen ließen. Am Ende wurde die Rentnerin von diesen Pharisäern mit einem Trinkgeld abgespeist.

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„Es ist unglaublich“, empört sich die 72jährige. „Da streite ich 60 Monate mit meiner evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde rum, will einen Teil der von mir bis zum 31.12.2023 bezahlten 934,- EURO Grabgebühren wieder haben, nachdem ich die Urne meines mit 65 Jahren  verstorbenen Ehemannes Horst nach nur 24 Monaten vom bezahlten Friedhof zu einem anderen an meinen neuen Wohnort bringen ließ. Aber die Kirche rückt nicht einen Cent heraus, sondern pocht auf die vertraglich vereinbarte Nutzungszeit von 20 Jahren. Und dies, obwohl in dem von mir bezahlten Grab längst eine Andere liegt, Elli Vogt, verstorben am 18.12.’05! Von deren Angehörigen kassiert die Kirche nun ebenfalls Gebühren. Doppeltgemoppeltes Geld für eine Grube, in der nur eine Tote liegt. Eine Riesensauerei!”

 

 

 

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Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – dieser Kirchengemeinde ist der Götze Geld aber viel  lieber als ihr langjähriges Gemeindemitglied Hiltrud Meyer. Ein Eindruck, der sich aus einem Verhöhnungsschreiben ergibt, das die Kirche absegnete und von ihrer Rechtsanwältin ans Verwaltungsgericht (Az.: 6 A 105/06) schicken ließ. In dem Brief wird die arme Frau hundsgemein verspottet. Ihre Forderung, doch bitte schön wenigstens einen Teil  bezahlter Grabgebühren zurückzuerstatten, wird hohnlachend mit einem Parkscheinautomaten verglichen, so:

 

„Es wird beantragt, die Klage abzuweisen, denn auch der, der irgendwo einen Parkschein für 4 Stunden löst, hat keine anteilige Gebührenerstattung zu erwarten, wenn er nach einer halben Stunde das Auto wieder vom Parkplatz beseitigt. Und zwar selbst dann nicht, wenn er kurz darauf feststellen muß, dass der Parkplatz wieder besetzt ist, der Parkuhrbetreiber also an dem Parkplatz doppelt verdient“.

 

„Es ist boshaft und pietätlos, die letzte Ruhestätte meines Mannes mit einem Parkplatz zu vergleichen“, wischt sich Hiltrud Meyer über die feuchten Augen. Die Streiterei mit der Kirche vor Gericht belastete die krebskranke Rentnerin 5 Jahre lang schwer. „Ich wollte keinen Prozess“, weint sie , „die Kirche aber stellte sich stur und hat mich obendrein auch noch betrogen“.

 

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Wie ging das denn?

 

„Die Kirchengemeinde sahnte bei mir eine Rasenschnittgebühr  von 145,- EURO ab! Eine Freundin informierte mich jedoch, dass rund um das Grab gar kein Rasen gesät worden ist. Als ich der Kirche Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung vorwarf, bekam ich kommentarlos mein Geld zurück, keine Zinsen, keine Entschuldigung. Niemand bedauerte die Gaunerei. Eine wahrhaft christliche Gemeinschaft von Scheinheiligen,” erzürnt sich Hiltrud Meyer.

 

Die unsägliche Zofferei um die letzte Ruhestätte nach plötzlichem Herztod des aus dem Leben gerissenen Verkaufsleiters einer großen Brauerei begann 24 Monate nach der Beerdigung.  Witwe Hiltrud zog zu ihren zwei Töchtern. Die Urne mit der Asche ihres Mannes ließ sie für 450,- EURO von einem Bestattungsunternehmen auf den Friedhof ihrer neuen Heimatgemeinde transportieren. Die Grabgebühren für die  neue Ruhestätte bezahlte Frau Meyer natürlich sofort.  

 

Für das nun leer geräumte Grabfeld U, Abteilung I a, Nr. 28, bat sie jedoch um Rückerstattung der Gebühren für 18 nicht genutzte Jahre. „Für eine Rentnerin, die von 1.083,46 EURO lebt, davon 660,- EURO Warmmiete für ihre Wohnung bezahlen muß, sind 840,60 EURO eine Menge Geld“.

 

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Soviel wollte sie nicht mal, erbat nur 700,- EURO zurück. „Da hatte ich die Rechnung aber ohne die Kirche gemacht“, schüttelt Witwe Hiltrud ungläubig den Kopf.  „Die bewies mir durch ihr unsägliches Verhalten, dass auch für die Geld nicht stinkt. 42 Jahre lang haben Horst und ich mit unseren Kindern in der Gemeinde gelebt, immer brav unsere Kirchensteuern bezahlt – und dann das!“

 

Sie blättert mit ihren Gedanken in Erinnerungen: „Bei einem Fußballspiel lernten wir uns kennen, ich war Zuschauerin, Horst ein exzellenter Stürmer“.

 

Er traf volley  in ihr Herz bei einem gemütlichen Beisammensein nach so einer Kickerei. Sie schäkerten, schmusten, verliebten sich. Mit 21 grüßten sie als Verlobte, 12 Monate später feierten sie Hochzeit.   

 

Das 1-Zimmer-Appartement wurde bald zu klein. Umzug in eine geräumigere 3-Zimmer-Wohnung; dann Kauf eines Reihenhauses, schließlich Bau eines Eigenheims. Darin lebten die Meyers 22 Jahre glücklich mit ihren beiden Töchtern. „Bis ich morgens in den Spiegel schaute, erschrak ich vor mir selbst“, erzählt Hiltrud. „Ich litt schon tagelang unter Appetitlosigkeit, aber diese Leichenblässe im Gesicht…schrecklich!“

 

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Ab zum Arzt, von dort sofort ins Krankenhaus, Diagnose: Lymphdrüsenkrebs! Chemo, Operationen, mehrwöchige Aufenthalte in verschiedenen Reha-Kliniken. Zwischendurch ging’s auch Horst schlecht. Er konnte nicht mehr schmerzfrei laufen, bekam beidseitig neue Hüftgelenke.

 

Und dann war auf einmal dieser schwarze Freitag da, dieser unvergessliche Morgen, 07.30 Uhr! Hiltrud stand als erste auf, ging in die Küche und machte Frühstück. „Bleib du noch liegen, heute erledige ich das“, hatte sie zu ihrem Mann gesagt, und gar nicht erst seine Antwort abgewartet. Sie kochte Kaffee, stellte Käse, Wurst, Marmelade und O-Saft auf den Tisch, zündete, wie immer, eine Kerze an.

 

Dann ging sie ins Schlafzimmer, rief Horst beim Kosenamen: „Bummi, du kannst jetzt aufstehen, alles ist fertig“.

 

Horst lag auf dem Rücken, die Augen geschlossen – er reagierte nicht. Hiltrud ging zu ihm, ergriff seine Hand, spürte die Kälte nicht, sondern sagte lächelnd: „Nun komm schon, steh auf“. Dabei blickte sie in ein Gesicht, das ohne Regung blieb. Sie beugte sich zu ihm runter, erlitt einen Weinkrampf und rannte zum Telefon: „Mein Mann wird nicht wach, Sie müssen kommen!“ schrie sie verzweifelt.   

 

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Nicht lange danach stoppte ein Krankenwagen vorm Haus, Rettungssanitäter und ein Notarzt stürmten durch die von Hiltrud aufgehaltene Tür. Sie versuchten alles, Herzmassage, Beatmungsgerät – umsonst! „Herzstillstand“, schrieb der Doktor in den Totenschein. Hiltrud bekam gegen ihren Schock eine Infusion. 9 Tage später fand das Begräbnis statt. Horst hatte sich immer ein Urnengrab gewünscht.

 

 

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„Er würde aus der Asche wieder auferstehen, wenn er wüßte, was die Kirche mit mir macht“, weint Hiltrud. Den Prozess vor’m Verwaltungsgericht hat sie verloren.

 

In der Berufungsverhandlung  „ boten mir die Grabräuber dann ein Viertel des Betrages an, den ich verlangte. Ich habe die 175,- EURO genommen, weil ich mit den Nerven am Ende bin. Ich kann nicht mehr! Zuerst der Kampf gegen meine schwere Krankheit; und dann die Scherereien mit der habgierigen Kirche! Ich will nur noch eins: Ein paar schöne Jahre in Ruhe leben.”

 

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Sie blickt aus dem Fenster, sieht die Regentropfen an den Scheiben runterrinnen. „So, wie draußen, so sieht’s drinnen bei mir aus. Sollen diese heuchlerischen Schwarzkittel doch glücklich werden mit ihren 48 Millionen und ein paar Zerquetschten, die sie heimlich bei Seite rafften. Und sich auch weiterhin die Schädel darüber zerbrechen, wie sie die Klingelbeutelgeschenke Profit bringend anlegen. Ich habe für immer von der  Scheinheiligkeit all der Hosiannajubler die Nase gestrichen voll!“ 

 

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▶ Comment


Ach, du dickes Ei! Mit welchen Kinkerlitzchen müssen sich Richter beschäftigen! In Herford geht es vor dem in ganz Deutschland bei Millionen überschnellen Autofahrern beliebt gewordenen Tempoblitz-Gericht na, 3 x dürfen Sie raten, doch darauf kommen Sie nie! Um sündhaft teure Erdnüsse! Ja, echt, um diese Partyschleckerchen.

 

Die sind dem Herforder CDU-Politiker und Landrat Christian Manz (57) einen Batzen Steuergelder wert. Er unterstützt deshalb einen komischen Kauz, der als Revierpächter durch Wald und Flur am Hunnebrocker Waldschlößchen schleicht. Mit stets schussbereiter Büchse im Anschlag. (Lesen Sie hierzu auch unsere Geschichte  durch Anklicken von RSS Feed: Tolle Karriere: Rentnerpolizist als Rechtsbrecher).

 

Der Schiesskünstler und Rabenfeind warf der in einem malerischen Fachwerkhäuschen zwischen Autobahn und Sportplatz wohnenden Tierfreundin Eva-Maria (50) zunächst vor, sie verfüttere Fleischstückchen an Krähen. Beweisen konnte er das nicht. Trotzdem schickte der Herr Landrat durch seinen Handlanger Bernd Gundlach aus dem Amt für Sicherheit und Ordnung, Zimmer 1.28, Amtshausstraße 3 in 32051 Herford, der Pflegemutter von aus dem Nest gefallenen Piepmätzen einen atemberaubenden Drohbrief in ihre kuschelige Bude. Es gehe  an ihr Portemonnaie, wenn sie nicht auf der Stelle damit aufhöre, tierische Fette und tierisches Eiweiß an die Flatterviecher zu verfüttern. 

 

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Eva in ihrer Arche Noah ließ sich diese Behördenattacke nicht gefallen. Sie wehrte sich mit Händen und Füßen, wortgewandt und eloquent. Sie lege nur Erdnüsse und Trockenfutter aus, werfe aber doch nicht mit Bauchspeck, Schwarzwälder Schinken, Züricher Geschnetzeltem oder Häppchen vom Argentinischen Rindersteak um sich. Selbst Gulasch sei ihr für die schwarz gefiederten Freunde zu schade. „Das futtere ich lieber selbst“, lacht sie, ein vitaler Wonneproppen, von gutem Essen verwöhnt.

 

Weil’s keine Beweise gab, beispielsweise Fotos, auf denen die Tierfreundin mit einer Bratpfanne lecker duftender Schnitzel oder einem prallgefüllten Kochtopf voller dampfender  Schweinerippchen oder Rinderrouladen zu sehen ist, wurde der Vorwurf einer nicht artgerechten Fütterung fallen gelassen.

 

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Statt dessen die nächste Schikane! Eva-Maria wurde auf 3 Seiten Blatt Papier im  feinsten Amtsdeutsch (Az.: 32.21.64) von den eifrigen Dienstboten des Herrn Landrats beschuldigt, als Vogelscheuche arglose zweibeinige Flieger vor den schussbereiten Flinten des Revierpächters sowie weiterer Jagdgenossen vertrieben zu haben. „Um eine Bejagung zu verhindern“, heißt es. „Hierbei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach § 55 Abs. 1, Nr. 1 LJG NRW“. 

 

Na, da biste doch platt, was sich der komische Kauz mit der Schießbüchse alles einfallen lässt, um Eva zur Strecke zu bringen! Weil’s mit der Fleischspeise nicht klappte, probierte er’s so! Aber auch diese Unverschämtheit ließ sich Eva nicht gefallen. Sie forderte den Schlechtmacher zum Zweikampf auf. Eine 1. Runde fand vor Ringrichterin Sykulla statt.

 

Im Angesicht der Gerechtigkeit, mit festem Blick bestritt Vogelscheuche Eva vehement den Vorwurf des Vertreibens von Todeskandidaten. Woraufhin sich der Abgesandte des Herrn Landrats diesem Thema zuwandte: Erdnüsse! Beweise? Der Nimrod hatte keine parat!

 

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„Gegen 10.30 Uhr legten Sie am 09.05.2010 im Jagdbezirk Bünde-Hunnbebrock im Bereich der Carl-Severing-Straße auf dem dortigen Feldweg Erdnüsse aus, um Krähen zu füttern. Das Futter war auch für Schalenwild aufnehmbar. Dies stellt einen Verstoß gegen § 55 Abs. 1, Nr. 14 LJG NRW dar“.

 

In die verarmte Beamtenkasse des Kreises Herford sollte nach dem Willen des Rechts-, Staats- und Wirtschaftsstudierten der Ruhr-Universität Bochum, Landrat Manz, Vogelscheuche Eva-Maria 320, 55 EURO einbezahlen. 19 Tage Zeit waren ihr vom Motorradfahrer, Freizeitmusiker, DRKler und Feuerwehrmann Manz gegeben worden, um sich von diesem alle Vorstellungen sprengenden Erdnussgeld zu trennen. Zugunsten der Kreiskasse Herford, Konto 3806, Verwendungszweck Kz. 1615.000314.1-1615.

 

Als einziger Zeuge gegen die vogelfreundliche Dame trat dieser komische Kauz auf, der schießfreudige Revierpächter, ehemaliger Polizeibeamter in Führungsposition, jetzt Rentner, der anscheinend nix besseres zu tun hat, als hinter berockten Frauenbeinen herzujagen, um zu beobachten, in welche Himmelsrichtung die sich wenden und was von der Besitzerin an Fressbarem vor deren Füße geworfen wird.

 

Er war es,  der am 09.05.2010 bei seinem Sonntagspaziergang ein paar leckere Erdnüsse auf einem Feldweg entdeckte, über den täglich 30 Hundehalter und mehr ihre Vierbeiner ausführen, damit die dort und nicht vor der eigenen Haustür ihre Notdurft entrichten. Mit dem detektivischen Spürsinn eines Polizeibeamten im ich-will-nicht-in-den-Ruhestand-Fieber erkannte er: „Jetzt hab’ ich sie! Es ist nur bis zum 30.04. gestattet, überhaupt Rehwild zu füttern, mit Südfrüchten allerdings gar nicht. So steht es in § 55 Abs. 1 Nr. 14 des Landesjagdgesetzes Nordrhein-Westfalen. Jetzt liegen hier Erdnüsse rum. Hat sich die Vogelscheuche nicht damit verteidigt, sie verfüttere kein Fleisch, sondern sie bediene die arme Kreatur nur mit Erdnüssen und Trockenfutter?“

 

 

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Das unglaubliche Erdnussdrama nahm seinen Lauf! Die Früchte – der Same enthält bis zu 50 % Öl, Hauptanbaugebiete sind Indien und Westafrika - landeten  in Form einer Ermittlungsakte auf dem Tisch des Herrn Landrats, der sich am Tatort erstklassig auskennt, war er doch ab 1983 in Bünde an der Erich-Gutenberg-Berufsschule im Bereich Bundes- und Kommunalverwaltung tätig. Bis er am 30.08.09 mit 48,15 % der Stimmen seine Parteigenossin Lieselore Curländer ablöste. Eine seiner ausgefallensten Amtshandlungen ist der Brief mit dem Erdnuss-Inhalt: Südfrüchte an Rehe verfüttern stelle eine Ordnungswidrigkeit dar. Da mussten sogar erst einmal Eva-Marias Rechtsanwälte Gissel & Löffler, Bahnhofstraße 25, 32257 Bünde, Telefon (05223) 183080 heftig  schlucken. Aber keine Erdnüsse…

 

Nach genauem Hinsehen entpuppte sich das Geschreibsel als leere Luft. Der Erdnussspezi aus dem Herforder Bußgeldbescheidpalast brachte zwar viel auf’s Papier, über die Hülsenfrucht selbst weiß er anscheinend aber gar nichts. Bei seiner Forderung von 320, 55 EURO, übersieht er zunächst mal, wer die Erdnüsse ausstreute. War es  Eva-Maria? Sie sagt nein! Und mal angenommen, sie wäre bei der jagdgesetzlich verbotenen Leckereienfütterung erwischt worden, wer beweist dem Richter, dass es sich bei den Erdnüssen um echte Südfrüchte handelt, deren Verfütterung lt. Gesetz untersagt ist? Es könnte sich doch ebenso gut um welche handeln, die in einem Bünder Gewächshaus großgezogen wurden!

 

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Erdnusssamen kann heute nämlich jeder bei Spezialversendern einkaufen und das fertige Produkt nach 5 Monaten ernten. Im Wohnzimmer oder im heimischen Garten wächst aus der Samenrarität ein 50 cm hoher Strauch, der nach 8 Wochen gelbe Blüten ansetzt und sich selbst bestäubt. Die Blütenstiele wachsen danach weiter, senken sich in den Boden, wo sich Erdnüsse entwickeln. Die Zucht ist von Januar bis Oktober möglich. Erdnusssamen werden im raumwarmen Wasser vorgequellt, anschließend in leicht angefeuchtete Aufzuchterde gesetzt. Das Aufzuchtgefäß muss warm gestellt, aber nur mäßig gewässert werden. Die Keimdauer beträgt zwischen 5 Tagen und 3 Wochen. Am besten gedeiht Erdnusssamen an einem hellen West- oder Südfenster. Im Sommer wächst die Frucht auch im Freien. Ideal ist ein Topfdurchmesser von 20 – 30 cm.

 

Nichts fressen Vögel lieber als Erdnüsse! Insbesondere, wenn die Kerne auch noch schnabelgerecht zerkleinert worden sind. Wichtig: Sie sollen naturbelassen, nicht geröstet und nicht gesalzen sein.

 

Ach, du lieber Himmel, da hat der komische Kauz mit Unterstützung des Landrats dem Herforder Amtsgericht ja noch ’ne schöne Suppe eingebrockt! Und den Steuerzahlern erst!

 

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Die Erdnussrichterin machte mit dem ausgefallenen Streitgegenstand  kurzen Prozess. Sie will Erdnuss-Zeugen sehen und hören. Woher sollen die kommen? Der Anstifter des Erdnuss-Krimis, der komische Kauz mit dem Schießgewehr, macht sich gegenwärtig auf die Suche. Wär’ doch gelacht, glaubt er, wenn Vogelscheuche Eva nicht mit einem grandiosen Halali zur Strecke zu bringen wäre! Für eins hat er jetzt schon gesorgt:  Der Erdnussstreit ist zu einer teuren Provinzposse verkommen, über die ganz Deutschland lacht.

 

Am Donnerstagvormittag, 03.11.11, drückten sich 6 Zeugen (in Worten: sechs!) den Hintern platt vor Saal Nr. 005 im Amtsgericht Herford. Sie waren alle geladen worden, um etwas zur Wahrheitsfindung in dieser Erdnuss-Komödie beizutragen. Nach 42 Verhandlungsminuten und insgesamt 4020 Sekunden Rumsitzerei auf erdnussfarbenen Hartholzbänken rief Richterin Alexandra Sykulla (39) die 4 Männer und 2 Frauen zu sich, um ihnen mitzuteilen, sie dürften nun alle wieder nach Hause fahren. Ihre Aussagen würden noch nicht benötigt. Die Verdienstausfälle erstatte ihnen die Gerichtskasse. Justizdienerin Sykulla will sich in den nächsten Monaten Gedanken darüber machen, wie dieses denkwürdige Verfahren fortgeführt werden soll - und ob die Erdnüsse für den Steuerzahler nicht schon teuer genug geworden sind.

Fortsetzung der filmreifen Klamotte irgendwann in 2012.  

 

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„Wer wird Millionär?“ heißt es seit September ’99 auf dem Feuerstuhl bei Günther Jauch (55). Er selbst und seine Ehefrau haben in ihrem Leben beileibe schon einiges an Moneten eingeheimst, sind Millionäre, obendrein Haus-, Gründstücks-, Weinberg- und Weingutbesitzer. Dennoch gilt ja in diesen erlauchten Kreisen das Motto: „Wer schon viel hat, kann den Hals nicht voll genug kriegen“.

 

 

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Thea Sihler-Jauch (50) gelang mit Hilfe eines Hochzeitsfotos die nicht unerhebliche Aufbesserung ihres Taschengeldes von immerhin 15.000,- EURO! Die kassierte sie vom Burda Senator Verlag in Offenburg, weil die Zeitschrift „Freizeit Revue“ Thea mit ihrem Günther zeigte, ohne sie zu fragen. Dabei sieht der Schatten des Moderators auf dem Bild am Berliner Schloss Belvedere wie aus dem Ei gepellt aus, wunderschön verpackt in ein Hochzeitskostüm.

 

 

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Dass sie so appetitlich frisch dargestellt worden ist, passte Thea aber überhaupt nicht in den Kram. Die Hübsche wollte Geld, der Verlag rückte jedoch den Zaster nicht freiwillig raus. Die Paparazzo-Finanzierer beriefen sich auf die Pressefreiheit, bezeichneten die Hochzeit des Fernsehlieblings mit seinem Anhängsel als zeitgeschichtliches Ereignis ersten Ranges. Dem folgte das Oberlandesgericht Köln (Az. 15 U 163/08) nicht. Die Wertsachverständigen schätzten den Schutz der Privatsphäre höher ein. Bluppp! Schon war die Millionärsgattin um 15.000,- EURO „Schmerzensgeld“ reicher! Da tat ihr nix mehr weh. 

 

 

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„Toll“, freute sich Hartz IV-Empfänger Holger Schade (48) aus Hüllhorst, und verplante schon seine zu erwartende 15.000,- EURO Hochzeitsfotosumme für die Anschaffung von Luxusgütern: „Einen Fernseher wollte ich mir gönnen, neue Tapeten an den Wänden. Endlich mal ein vernünftiges Bett! Die Roste ist 17 ½ Jahre alt, die Matratze hängt durch, ständig habe ich’s im Rücken“.

 

 

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Ein TV-Gerät für Hartz IV-Empfänger? In „Bild am Sonntag“  ereiferte sich Kolumnist Peter Hahne darüber, dass nach Meinung von Juratoren Minderbemittelte kein Recht auf einen Fernsehapparat haben. Der Hahn der Springer Medienwelt kikerikierte: „In welcher Welt leben eigentlich unsere Bürokraten, die Recht sprechen oder Gesetze machen? Ganz offensichtlich in einem Parallel-Universum mit überdurchschnittlichem Einkommen, wo ein sattes Leben den Blick in die Normalwelt unmöglich macht“. Pastor Hahne aus Minden regte sich über ein Urteil des Bundessozialgerichts Kassel auf, wonach ein armer Teufel, wie Holger Schade, keinen Anspruch auf Seifenopergucken hat. „Television ist Luxus“, entschieden die hessischen Rechtsgelehrten.  

 

 

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Na, lieber Peter Hahne, da kannten Sie aber noch nicht die zum Himmel stinkende Süffisanz der Kölner Juroren Andreas Zingsheim (60), Iris Schütze (57) und Dr. Anke Eilers (49), die den Habenichts Holger Schade eiskalt vor die Wand laufen ließen!

 

 

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Der wollte nämlich von dem selben (!) Oberlandesgericht Köln und vom selben (!) Vorsitzenden Richter Zingsheim wegen der Veröffentlichung seiner Hochzeitsfotos genau die 15.000,- EURO zugesprochen haben, die Thea Jauch bekommen hat. Doch der gelernte Kfz-Mechaniker kriegt – gleiches Recht für alle! – von Herrn Zingsheim und dessen 2 Kolleginnen keinen Cent! 

 

 

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„Was lernen wir daraus?“ rauft sich der Abgeschmetterte die Haare. „Wer nicht weiß, wohin mit seinen vielen Kröten, kriegt noch 15.000,- Pimperlinge obendrauf! Wer arm ist, wie eine Kirchenmaus, der guckt auch weiterhin aus dem Fenster anstatt in die Röhre!“

 

 

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Die gebildeten Jurisconsulti begründen ihre Ablehnung mit dem Verhalten von Holgers Ehefrau Annette, die wie kein Mensch zuvor die deutsche Gerichtsbarkeit bloß stellte. Als Retourkutsche ließen sich die Paragraphendeuter an Holger aus und versagten ihm eine Geldentschädigung, obwohl er nichts, aber auch rein gar nichts mit Annettes kriminellem Verhalten 8 Monate vor der Hochzeit zu tun gehabt hat.

 

 

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„Dabei sollten wir dieser Frau einen Orden verleihen, oder ihr ein Denkmal setzen, denn sie hat ein oft auftretendes, schwieriges Problem auf genial einfache Weise gelöst. An ihr können sich zigtausende Frauen ein nachahmenswertes Beispiel nehmen“, sagt Diplom-Psychologin Dr. Dr. Silke Wiltrup (43) zu www.boulevard-buende.de über Annettes Finesse, die einmalig zum kichern ist.

 

 

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Annettes Leidensweg ist dieser: Die Altenpflegerin, Mutter dreier minderjähriger Kinder, versuchte 5 (!) Jahre lang erfolglos, von ihrem trunksüchtigen und arbeitsfaulen Ehemann Hans-Jürgen (49) loszukommen. Während sie schuftete, als Alleinverdienerin das Geld reinbrachte, den Haushalt versorgte, für die Kinder da war, lümmelte er sich auf dem Sofa rum, guckte vom Aufstehen bis zum Schlafengehen in die Flimmerkiste oder vergnügte sich mit Computerspielen. 

 

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Wegen seiner Sauferei war dem Kraftfahrer der Führerschein entzogen worden, er war arbeitslos. Ein Selbstmordversuch sorgte für seine Zwangseinweisung in die Psychiatrie. Ehefrau Annette wollte die Scheidung, er verweigerte die Zustimmung, lachte sie aus: „Verheiratet ist verheiratet! Du hast mir doch Treue versprochen, bis der Tod uns scheidet, hahaha!“

 

 

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Von wegen hahaha!  „Wer zuletzt lacht, lacht am besten”, dachte sich Annette, sie griff  zu einer List! Sie fädelte die Scheidung ein, indem sie mehrfach die Unterschrift ihres Mannes fälschte, marschierte mit einem Fremden (nicht mit Holger) zur Scheidungsrichterin – und die, Eike Höcker (53), beging einen verhängnisvollen Fehler: Sie ließ sich nicht den Ausweis der zwei Scheidungswilligen zeigen, sondern fällte dieses Urteil “Im Namen des Volkes“: „Die am 15. August 1995 vor dem Standesbeamten in Bielefeld, Heiratsregister Nr. 117/1995, geschlossene Ehe der Parteien wird geschieden“.

 

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„Nach 10 qualvollen Jahren war endlich der Schlussstrich gezogen“, seufzt Annette im Interview mit www.boulevard-buende.de. „Ich muss an den Faulpelz als Rentenausgleich auch noch satte 7.494,60 EURO bezahlen, weil ich während der Ehejahre mehr verdiente und gearbeitet habe als er. Jeder Tag zusätzlich mit ihm unter einem Dach hätte mich außer Nerven noch ’ne Stange mehr Geld gekostet“, ist sie heilfroh, „aus dieser Katastrophen-Ehe mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein“.

 

 

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Das dicke Ende für Annette folgte auf dem Fuße! Sie wurde wegen Urkundenfälschung in 3 Fällen und wegen Betruges zu 8 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem musste sie 1.800,- EURO Geldstrafe bezahlen. „Aber“, sagt die rechtskräftig verurteilte Betrügerin zu www.boulevard-buende.de, „um den Alkoholiker loszuwerden, wäre ich sogar ins Gefängnis gegangen. Das war mir dieser Spaß wert“. Die Geldstrafe hat sie inzwischen in Raten bezahlt, die Bewährungszeit von 2 Jahren problemlos überstanden.

 

 

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Die Staatsanwaltschaft wollte sich jedoch mit diesem Urteil nicht zufrieden geben, sondern Annette sollte hinter Schloss und Riegel schmachten. Zu tief sitzt der Stachel der Blamage bei der Justiz. So landete der einzigartige Fall beim Oberlandesgericht, das sollte die Betrügerin nach dem Willen der Anklagebehörde zusätzlich wegen Führung einer Doppelehe bestrafen, weil sie nach ihrer erschwindelten Scheidung, 13. Juli 2004, 8 Monate und 5 Tage später, 18. März 2005, Holger Schade heiratete. „Das geht doch nicht“, polterte der leitende Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer (61), „die Schwindel-Scheidung zählt nicht, die Frau war noch mit Hans-Jürgen verheiratet, als sie Holger ehelichte“.

 

 

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Das Oberlandesgericht machte da nicht mit. „Geschieden ist geschieden, egal, wie“, urteilte es. Der Ankläger äußerte sich danach fassungslos über „diesen außergewöhnlichen Fall“. Während er meint, „eine clevere Frau hat ihren etwas weniger intellektuellen Mann gelinkt“, drückte der Amtsgerichtsdirektor, Chef der schlampig gearbeiteten Scheidungsrichterin Höcker, seine Meinung drastischer aus: „Die Angeklagte verkaufte die Justiz für dämlich, um ihre Trennung durchzukriegen“.  

 

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Diese Bloßstellung bis auf den letzten aller Knochen kann die blamierte Justiz der pfiffigen Frau nicht verzeihen! Obwohl sie als verzweifeltes Eheopfer nichts anderes wollte wie nur raus aus der desaströsen Partnerschaft. „Wie lange habe ich versucht, von meinem ständig die Kehle mit  Bier badenden Ehemann loszukommen! Dem der Alkohol lieber war, als seine Annette! Seine verfluchte Säufersucht hatte Vorrang vor der Verantwortung für seine 3 Kinder!“

 

 

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Längst vorbei war die Honigmond-Zeit, da nannte Hans-Jürgen seine Annette noch „meine Prinzessin“ auf dem Campingplatz in Eickum, wo er sich Knall auf Fall in sie verliebte. Er war dort Dauermieter mit Wohnwagen und Vorzelt, die gelernte Näherin besuchte regelmäßig eine Freundin nebenan. „Da hat es zoooom gemacht“, lächelt Hans-Jürgen im Gespräch mit www.boulevard-buende.de, „und unsere Familienplanung lief ab wie am Schnürchen! Zuerst kam Dennis-Pascale zur Welt, 12 Monate später Daniel, 2 Jahre danach Jennifer. Nach dem 3. Kind ließ sich Annette sterilisieren“.

 

 

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Das hat er ihr nie verziehen! „Ab dem Zeitpunkt war ich für meinen Mann keine richtige Frau mehr. Obwohl wir uns einig waren, nun ist mit dem Kinderkriegen Schluß! Er suchte sich heimlich eine andere, betrog mich mit der und verjuxte unser sauer verdientes Geld “.

 

 

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In dieser Katastrophenphase stand Annette nur ein einziger Mensch helfend zur Seite: Holger, ein Arbeitskollege von Hans-Jürgen, der unterstützte sie und die Kinder finanziell. „Ich war überglücklich, das es jemanden gab, bei dem ich mich aussprechen konnte. Ohne Holgers Hilfe hätten wir die Wohnung verloren“, erzählt Annette.

 

 

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Sie reichte die Scheidung ein, wurde allerdings nach einem Vierteljahr weich, weil ihr Hans-Jürgen auf Knien Besserung gelobte. Den Kindern zuliebe gab sie nach. So ging das 4-, 5- Mal, bis auch Dennis, Daniel und Jennifer den Trunkenbold, der alles benebelnde in sich reinschüttete und dann streitsüchtig wurde, nicht mehr ertragen wollten. Die Polizei war längst zum unerwünschten Dauergast bei dem Rumkrakeeler und seiner eingeschüchterten Familie geworden.

 

 

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Ach, du lieber Himmel, was hat Hans-Jürgen nicht alles versprochen! Nix hielt er von allem. Er soff weiter volle Pulle, Klinikaufenthalte wegen Alkoholentzugs brach er ab. Aus den Trinkerheilanstalten Rehburg-Loccum und Bad Lippspringe flüchtete er. Ein Richter ordnete seine Zwangseinweisung wegen Suizidgefahr in die Psychiatrie an, 1 x hatte sich Hans-Jürgen bereits im Delirium die Pulsadern aufgeschnitten. „Ein Festhalten an dieser Ehe wäre mein psychisches und physisches Ende gewesen“, glaubt Annette. „Und erst die Kinder“, fügt sie hinzu. „Unbeschreibliche Szenen haben die miterlebt“. Annette atmet schwer.

 

 

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„Wie komme ich von diesem Trunkenbold los?“ fragte sie sich grübelnd – dann der Geistesblitz! Ihr fiel der simple Trick mit der heimlichen Scheidung ein.

 

 

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Gedacht, getan, den Scheidungsantrag eingereicht, 3 Monate später klingelte der Postbote, um ihn Hans-Jürgen auszuhändigen. Der war aber nicht da, sondern mal wieder mit Zechern auf Achse. Und so setzte Annette in seinem Namen ein Schreiben folgenden Inhalts auf, das sie mit einer fotokopierten Unterschrift von ihm unterzeichnete:

 

 

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„Da ich schon seit mehr als 1 Jahr von meiner Ehefrau getrennt lebe, möchte auch ich wie sie die Scheidung. Ich zahle meiner Frau und den Kindern einen Unterhalt von 1.000,- EURO. Da ich Fernfahrer bin, habe ich mich mit meiner Frau geeinigt, dass ich die Kinder zum Wochenende bekomme. Einen Rechtsanwalt brauche ich nicht. Das Geld gebe ich lieber meinen Kindern. Die Ehe ist zerrüttet. Ich stimme der Scheidung zu“.

 

 

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Das Gericht setzte den Scheidungstermin fest, die Vorladung an Hans-Jürgen fing Annette ab. Mit wem sie dann vor der Richterin erschien, ist Annettes bestgehütetes Geheimnis! Jedenfalls gab sie ihren  Begleiter als ihren Ehemann aus. Vor Richterin Eike Höcker nickte der Fremde bejahend auf die Frage, ob er der Scheidung zustimme. Daraufhin verkündete das Gericht das Scheidungsurteil, das auch die Übertragung von Rentenansprüchen regelt.

 

 

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Die Zustellung des Verhandlungsprotokolls und des Urteils an den nun geschiedenen Hans-Jürgen wurde vom Postboten in den Briefkasten der früheren gemeinsamen Wohnung eingeworfen, aus der er aber ausgezogen war. Er lebte bei seiner neuen Flamme. Annette verwahrte das Scheidungsurteil, so dass ihr Ex keine Ahnung von seiner eigenen Scheidung hatte und deshalb auch keine Berufung  einlegen konnte. 6 Wochen später war alles rechtskräftig.

 

 

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8 Monate danach meldete die tollkühne Evastochter mit Holger Schade beim Standesamt die Eheschließung an. Hans-Jürgen bekam durch Verwandte Wind davon und erhob Einwände. Mit allen Mitteln versuchte er, die Heirat zu verhindern, versetzte das Paar in Todesangst, drohte, beide würden die Trauung um 10 Uhr im Rathaus nicht überleben. „Ich bringe euch beide um!“ Das verängstigte Brautpaar alarmierte die Polizei, so dass die Zeremonie dann doch noch über die Bühne ging.

 

 

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Wutentbrannt erstattete der Reingelegte, der sich immer noch als rechtmäßiger Ehemann betrachtete, Strafanzeige, erfuhr von seiner Scheidung und legte - viel zu spät - Berufung dagegen ein. Das Oberlandesgericht belehrte ihn, dass auch fehlerhafte Scheidungs-Urteile bindend sind.

 

 

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Welch ein Triumph für Annette! „Außer seinem Hass auf meinen Holger und  mich ist Hans-Jürgen nichts geblieben. Zwar bekam er für seine 3 Kinder Besuchsrecht, das kann er aber nicht ausüben, weil er wegen seiner Alkoholprobleme keinen Führerschein mehr besitzt. Für eine Zugfahrt fehlt ihm das Geld,  das er nach wie vor in Flüssigkeitsprodukte aus Hopfen und Malz investiert. Außerdem ist er ein Freund von Billigsprit, Fusel aus dem Supermarkt. So habe ich meine Ruhe vor ihm“, freute sie sich zu früh.

 

 

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Es war nämlich die berühmt-berüchtigte Ruhe vor dem Sturm! Hans-Jürgen wandte sich nach der erlittenen Schmach an Fernsehsender und Illustrierte. Die griffen das von ihm einseitig geschilderte Herz-Schmerz-Rührstück nur allzu gern auf. Der zum Deppen abgestempelte Hans-Jürgen verscherbelte Fernsehsendern wie RTL sowie Frauenzeitschriften Fotos seiner Ex, darunter auch Hochzeitsbilder, die Annette mit ihrem neuen Mann Holger zeigen.

 

 

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In der Sendung „unter uns“ des „mdr“ durfte sich der Trunkenbold selbst am meisten bemitleiden. Auch in der Königshauspostille „Neue Post“  ließ er an der Frau, die er mal geliebt hat, kein gutes Haar. Die Folgen für Annette und Holger waren entsetzlich: Sie erhielten anonym paketweise Pornozeitschriften zugeschickt, wurden übel verhöhnt. Sie gehörten mit ihrer sexuellen Zügellosigkeit in solche Matratzen- Blätter, sollten sich schämen für das, was sie dem armen Hans-Jürgen angetan hätten. Ein halbes Jahr lang wurden sie mit Telefonanrufen terrorisiert. Erst dann war die beantragte Rufnummernänderung durch. Die Kinder kamen weinend aus der Schule, verweigerten die weitere Teilnahme am Unterricht. Ihre Freunde kamen nicht mehr zu Besuch, weil ihnen die Eltern den Umgang „mit dieser asozialen Familie“ verboten hatten.

 

 

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An dem Kesseltreiben gegen Annette beteiligte sich schließlich noch als Heckenschütze Rechtsanwalt und Notar Dirk Linnemann aus 31683 Obernkirchen, Hans-Jürgens Beistand im Scheidungsverfahren. Der Typ kannte keine Hemmungen, um die Prozessgegnerin fertig zu machen, entnahm einfach Dokumente aus der Scheidungsakte des Familiengerichts (Az.: 50 F 164/08 S) und faxte die von seinem Anschluß 05724 - 391919   zum Autor des „Neue Post“-Artikels, einen Herrn namens Falko Reginald Schober (Pseudonym: Rex Schober und planetstories), An der Försterei 6, 16515 Oranienburg an dessen Fax-Anschluß 03301 - 526866.

 

 

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Danach ging’s rund! Die Medien schossen sich auf Annette und ihren Holger ein! „Dabei ist die Verzweiflungstat meiner Frau, von ihrem ständig betrunkenen Ex geschieden zu werden,  kein Grund, mich ohne meine Erlaubnis auf  Hochzeitsfotos Millionen Menschen vorzuführen als der neue Ehemann einer Scheidungsschwindlerin“, reichte Holger empört Klage in Köln ein. Warum gerade dort? Warum nicht beim Amtsgericht Lübbecke, Bünde, Bad Oeynhausen oder Landgericht Bielefeld?  Darum”, begründet er diesen Schritt gegenüber www.boulevard-buende.de:

 „Auf Seite 8 der Klagebegründung verweise ich auf die Entscheidung des Kölner Oberlandesgerichts, das den Offenburger Burda Senator Verlag zur Zahlung von 15.000,- EURO an Günther Jauchs Ehefrau Thea verurteilte für den ungenehmigten Abdruck ihres Hochzeitsfotos.

 

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„In meinem Fall“, sagt Hartz-IV-Empfänger Holger Schade, „besorgte sich die „Neue Post“ über den „Paparazzo“ Schober ohne mich gefragt zu haben Hochzeitsfotos, die mich mit Annette zeigen. Ich hatte in privatem Rahmen geheiratet – wie Thea ihren Günther. Die Bilder wurden privat von einem Verwandten angefertigt. Die besorgte sich Schober, ein von „Neue Post“ seit vielen Jahren engagierter Skandalreporter“, regt sich Holger Schade  auf. Schober „genießt“ beim Amtsgericht Oranienburg einen mehr als zweifelhaften Ruf, seit er die dortige Richterin Helga Hoffmann (63) im Verfahren 24 C 51/08 gnadenlos belogen hat. Er schwindelte ihr eiskalt im Schadensersatzprozeß einer Frau Ridda Gesellensetter (60) vor, deren Fotos ungenehmigt in die Schweiz verkauft zu haben. Das dafür erhaltene 500,- Euro Honorar mußte er an die Lehrerin Gesellensetter rausrücken. Erst nach Prozessende wurde der Gauner überführt, dass er die Fotos noch an einen Komplizen nach Florida verscherbelte, von wo sie in die schwedische Boulevardzeitung Aftonbladet lanciert wurden.

 

Na, da war Holger Schade ja in die Hände der richtigen Blattmacher-Mafia geraten!

 

 

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Er ließ seinen Anwalt noch dieses an die Kölner Richter schreiben: „Der Unterschied zwischen der Veröffentlichung des Jauch-Hochzeitsfotos und meiner Hochzeitsbilder ist ein gravierender: Das Jauch-Foto wurde einem seriösen Text zugestellt, in meinem Fall wurden die heimlich beschafften Privatbilder dazu benutzt, mich öffentlich hinzurichten, mich als Motiv für die kriminelle Tat meiner Frau identifizierbar darzustellen, mich als ihren angeblichen Geliebten zu beleidigen und mich als „Anstifter und Gehilfen“ einer beispiellosen Heiratsschwindelei bloßzustellen“.

 

 

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Gleiches Recht für alle? 15.000,- EURO auch für Holger Schade? So wie zuvor für Thea Sihler-Jauch? Es war doch das selbe Gericht, der selbe 15. Zivilsenat! „Na klar!“ glaubt jeder, „was der Millionärin recht ist, ist dem Hartz IV-er billig. Die Richter müssen doch nur das Urteil in Guttenberg’scher Manier abschreiben und anstelle des Namens Thea Sihler-Jauch den von Holger Schade einsetzen“, denkt man sich.

 

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Von wegen! Das Richter-Trio unter dem Vorsitz von Andreas Zingsheim schmetterte Holgers Forderung ab. Ihm wird vorgeworfen, dass er die falsche Frau geheiratet hat. Er müsse es sich gefallen lassen, auf Bildern öffentlich zur Schau gestellt zu werden. Wörtlich heißt es in dem Erguss (Seite 3, ab Zeile 7):

 

„Zwar ist seine jetzige Ehefrau die im Zentrum des nicht nur für die Justizgeschichte bedeutsamen Geschehens stehende Hauptdarstellerin. Ihr Verhalten gewinnt indessen daraus, dass sie auf der Grundlage der auf diese Weise erwirkten Scheidung erneut geheiratet hat. Selbst wenn dem Kläger das Verhalten seiner jetzigen Ehefrau im Zusammenhang mit der vorgängigen Ehescheidung bis dahin unbekannt gewesen sein sollte, ist er auf diese Weise in das Blickfeld des öffentlichen Informationsinteresses geraten und Beteiligter des Geschehens von zeitgeschichtlicher Bedeutung. Aus welchem Grund die betroffene Person mit dem zeitgeschichtlichen Ereignis in Verbindung kommt, ob absichtlich oder zufällig, gewollt oder gar gegen ihren Willen, ist ohne Bedeutung für die Beurteilung der Frage, ob auf Grund eines bestimmten Geschehens ein öffentliches Interesse an ihrem Bildnis besteht“. 

 

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Diese seltsame  Juristen-Welt-Anschauung bedeutet: 15.000,- EURO für Thea Sihler-Jauch  im Hochzeitskleid (Az. 15 U 163/08). Null EURO für Holger in seinen ebenfalls nett anzusehenden Zeremonienklamotten (Az. 15 U 184/10). Beide Urteile hat Oberlandesrichter Zingsheim unterschrieben. Verrückt, oder?

 

 

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▶ Comment


Als hätte er nicht schon genug durchgemacht, dieser 28jährige! Als seine kleine Tochter Lea (3) gestorben war, geriet er ins Visier von Betrügern, die sich auch gern Journalisten nennen. Die tauchten im Rudel vor seiner Haustür auf, da war die Kindesleiche beinahe noch warm.

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Sie schlugen wieder zu, die Klingelgangster, klauten Fotos, erfanden Geschichten. Ihre Komplizen in den Zeitungsredaktionen druckten freudig erregt die fette Jagdbeute. Und die Damen und Herren Verleger zogen erneut Millionen ahnungslosen Lesern massenweise die Euros aus der Tasche. Alle verdienten sich dumm und dämlich am Elend eines kleinen Mädchens durch kriminelles Tun, indem sie unerlaubt die Namen und den Wohnort nannten, obendrein auch noch frisch, fromm, fröhlich frei Haus und stibitzte Personen-Fotos unters voyeuristische Volk brachten.

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Der reingelegte Vater packt aus, wie er von Journalisten belagert, verfolgt, betrogen wurde.

 

„Ich bin Jens Walter,  28 Jahre alt und sage dies vorweg: Bravo Boulevard! Eure Geschichte Klingelingeling – und die Menschenjagd fängt an gehört in jeden Schul-Aufklärungsunterricht zum Thema ,Medien heute’. Was ich da lese, konnte ich anfangs nicht glauben – bis bei mir all das auch passierte.

 

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Ich bin ein Opfer dieser Beschaffungskriminellen, die sich Reporter oder Journalisten nennen und als Fotoklauer über Leichen gehen! Vor dieser rund um die Uhr lauernden Rufmordhorde aus Verlagshäusern muss unsereins wirklich Angst haben. Mein Erlebtes beweist es!  

 

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Ich habe meine Tochter Lea 43 Tage vor ihrem 3. Geburtstag verloren. Schuld an ihrem Tod war meine Frau Birgit (23), wir heirateten am 30.06.’06, inzwischen sind wir geschieden. Sie fand unser Kind tot auf der oberen von 2 Matratzen auf dem Fußboden des Kinderzimmers. Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits getrennt, meine Frau hatte mich rausgeschmissen.

 

 

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3 Nächte schlief ich im PKW, erst dann brachte ich den Mut auf, mich meinen Eltern anzuvertrauen. Die nahmen mich sofort auf.

 

Bis zu Leas Tod übten meine Ex und ich das Sorgerecht für beide Kinder gemeinsam aus, wir haben noch einen 2 Jahre älteren Sohn namens Felix. Weil ich als Lagerarbeiter 46 km von zu Hause weg berufstätig bin, wäre es verantwortungslos gewesen, um das Sorgerecht zu streiten. Die Kinder wurden die Woche über von meiner Ehefrau beaufsichtigt und erzogen, ich holte sie jeden Sonntag von 13-19 Uhr zu mir, jedes 4. Wochenende von Samstag, 16 Uhr, bis Sonntag, 19 Uhr. Das lief immer ohne Probleme ab.

 

 

 

 

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Nach Leas Tod schlug mir großes Unverständnis der Bevölkerung entgegen. Vorwürfe wurden laut, ich wäre mitschuldig am Tod meiner Tochter, weil ich Ehefrau und Kinder im Stich gelassen und die Scheidung eingeleitet hätte. „Er tat es wegen einer anderen, das Schicksal seiner Tochter war ihm schnuppe“, wurde hinterrücks über mich getuschelt.

 

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Dabei konnte ich einfach nicht mehr! Ich habe mir jahrelang meinen Mund wund geredet, irgendwann ging das nicht mehr. Denn die Frau, die ich heiratete, war eine andere als jene, die mich am 28.08.’09 vor die Tür setzte. Es ist nicht richtig, was die Leute erzählen, dass ich davongelaufen bin. Birgit hat Schluss gemacht, sie kapierte nicht, warum ich eine neue Freundin hatte. Anstatt, wie ich’s mir vorstellte, vernünftig darüber zu reden und eine Trennung in Freundschaft zu vollziehen, bekam sie einen Tobsuchtsanfall. Nach dem Rausschmiss und 3 Auto-Übernachtungen kam ich bei meinen Eltern 2 Häuser weiter unter.

 

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Bis dahin hatte ich mit Liebe und Geduld alles versucht, unsere Ehe zu retten. Obwohl Birgit völlig apathisch und gleichgültig geworden war, sie aß und trank sich rund und fett. Meine Bitten, meine Warnungen, ihre Gesundheit nicht zu gefährden, schlug sie arrogant und uneinsichtig in den Wind. Sie schrie mich an, sie benötige keinen Erzieher. Ich solle lieber als Ernährungsprofessor Vorträge in der Volkshochschule halten. Ihre unkontrollierte Völlerei ging immer weiter. Was dabei herauskam, sahen alle nach ihrer Verhaftung.

 

 

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Im Gerichtssaal stockte den Zuschauern der Atem angesichts der abnormen Körperfülle. Da tapsten 190 Kilo Lebendgewicht in und aus dem Saal. Die wulstigen Oberarme waren praller als ein normaler Oberschenkel, sahen aus, wie luftaufgeblasene, ballonartige Würste. Der Bauchspeck in der straff gespannten hellblauen Jeans fiel bis über den Schambereich, ihr Po wies eine 5-fache Vergrößerung als normal auf. Während unserer Ehe fing diese unerklärliche Fresssucht an. Birgit vernachlässigte ihren Körper erschreckend, des öfteren hat sie sich 3 Tage nicht gewaschen.

 

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Nein, ich habe von einer Kindesvernachlässigung oder Unterversorgung nichts bemerkt. Lea war dünn, klar! Aber meiner Meinung nach wurden sie und Felix von Birgit immer gut versorgt. Wäre mir was aufgefallen, hätte ich sofort Krach geschlagen. Als ich Lea am Sonntag Mittag zu mir holen wollte, meinte Birgit zu mir, das Mädchen leide unter leichtem Husten und Schnupfen, es schlafe jetzt. Das mit der Erkältung war nach meiner Überzeugung keine Ausrede, denn auch Felix war gesundheitlich angeschlagen.

 

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Ich bestand nicht darauf, Lea aus dem Bett zu holen, damit ich sie bei mir hatte und mein Erziehungsrecht ausüben konnte. ‚Lass sie liegen, sie soll sich gesund schlafen’, sagte ich. ‚Schlaf ist die beste Medizin’. 6 Tage später traf mich Leas Tod wie ein Keulenschlag! Ich hatte meinen kleinen Sonnenschein bis zu dieser Hiobsbotschaft 2 Wochen lang nicht gesehen. Mein Gott, was für ein Ende!

 

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Anfangs lebten wir mit unseren Kindern auf dem Land. Meine Frau litt jedoch unter Vereinsamung, denn ich war tagsüber in der Arbeit und sie wusste in der dörflichen Abgeschiedenheit mit sich und 2 kleinen Kindern ohne Auto, ohne Bahn- und mit miserabler Busverbindung nichts anzufangen. Ein zweites Auto konnten wir uns finanziell nicht leisten. 

 

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Meiner Frau und den Kindern zuliebe zogen wir in die Stadt und mieteten ein Einfamilienhaus nur 2 Grundstücke von meinen Eltern entfernt. Die Kinder nutzten täglich den Kontakt zu Oma und Opa, nur Birgit verkroch sich weiterhin in den 4 Wänden. Nach außen sah für unsere Umgebung alles normal aus. Was sich jedoch in Wahrheit hinter unserer Fassade abspielte, bekamen die Leute lange Zeit nicht mit.

 

 

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Meine Bitten, sie möge auf ihre Figur achten, bewusster essen, sich mehr bewegen, nicht bis tief in die Nacht vor’m Computer sitzen, brachten nichts. Meine Frau verfiel in einen mir rätselhaften Zustand von Gleichgültigkeit, Trägheit, Stumpfsinn und Nachlässigkeit. Wie sich ein Mensch innerhalb von so kurzer Zeit so schlimm ins Negative verändern kann, begreife ich bis heute nicht. Sie hatte eine Tischlerausbildung angefangen und abgebrochen. Sie probierte es in der Metallbranche und warf die Brocken hin. ‚Warum tust du das?’ fragte ich sie. ‚Beides ist nix für mich. Computer, Internet, das ist meine Welt’, antwortete sie mir.  

 

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In dieser Phase unserer Ehekrise traf ich eine alte Schulfreundin wieder. Auch bei der lief’s mit ‘nem Partner nicht optimal. Wir redeten miteinander, endlich war da jemand, der dem anderen zuhörte, nicht laut wurde, ruhig blieb, mit warmen Blicken tröstete. Wir verliebten uns Knall auf Fall ineinander, das war das Ende meiner Ehe.

 

 

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Heute lebe ich mit Lieselotte (27) und Leas Bruder Felix in einer neuen Wohnung weit weg vom Todeshaus. Mein Sohn versteht sich mit seiner neuen Mama gut. 

 

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Noch zu Leas Lebzeiten, bis zu deren bitterem Ende, verbreitete meine Frau im Bekanntenkreis und im Internet die Lüge, die Kleine sei auf Grund einer Chromosomenstörung so schwer erkrankt, dass sie nach Angaben des Kinderarztes bald nicht mehr laufen könne und im Rollstuhl sitzen müsse. Mit dieser erfundenen Geschichte erhoffte sie sich meine Rückkehr zu ihr, denn ich hing sehr an meiner Tochter, das nutzte Birgit aus. Auf einmal tat ihr mein Rausschmiss wohl leid.  

 

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Ja, Lea liebte mich mehr als die Mutti! Birgit versuchte zwar, das Vertrauen unserer Tochter zurückzugewinnen, doch Lea lehnte sie weiter ab. Birgit bot ihr Essen und Trinken an, aber Lea verweigerte die Nahrungsaufnahme. Wollte das Kind nicht so kugelrund wie seine Mama werden? “Von da an jedenfalls,” gestand meine Frau im Prozess‚ „war mir alles egal. Ich wurde wütend auf Lea. 3 Tage vor ihrem Tod ist sie nicht mehr rumgelaufen’.

 

 

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Als Lea starb, wog sie 8,2 Kilo, normal sind 14. Die Kleine aß das letzte Mal 48 Stunden vor ihrem Tod einen halben Becher Joghurt leer. Weil Birgit mit ihr nicht zum Arzt gegangen ist, verurteilte das Gericht sie zu 5 ½ Jahren Haft wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen und wegen Urkundenfälschung. Die regelmäßigen Arztbesuche, obwohl sie nie stattfanden, hatte Birgit für Lea und Felix selbst in die dafür bestimmten Unterlagen eingetragen.

 

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Ich wünsche meiner Ex nichts Schlechtes. Sie hat Leas Tod auf dem Gewissen. Wenn sie ihre Strafe verbüßt hat, hoffe ich für sie, dass sie wieder Tritt fasst. Vielleicht findet sie ja mit Hilfe von Therapeuten in ein normales Leben zurück“.

 

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Die Hilfe von Psychiatern sollte nach Jens Walters Meinung allerdings auch „die ausgekochte Informationsbeschaffer-Bande in Anspruch nehmen, die mein Leben nach Leas Tod zur Hölle machte! Das Telefon läutete im 5-Minuten-Takt, das war schon Körperverletzung.  Reporter standen Schlange, wollten Fotos von Lea, meiner Frau, von mir und Felix haben. Anfangs wurden 1.000,- € und mehr pro Foto geboten, zum Schluss 2.000,- €. Himmelherrgottsakra, die begriffen nicht, dass ich fix und fertig war und Leas Tod verarbeiten musste. Das ganze Drama war noch keine 24 Stunden her. Ich verkaufe meine Kinder doch nicht für Geld!

 

 

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Die Belästigungen nahmen kein Ende. Ich ergriff mit Felix die Flucht, wir zogen zu einem guten Freund, weil das ‚Tathaus’ und mein Elternhaus und die Wohnung meiner neuen Freundin von dieser Journalistenclique Tag und Nacht belagert wurden. Da standen Übertragungswagen der Fernsehsender vor der Tür. Die Häuser wurden von links und rechts, von vorn und hinten fotografiert, das Haus meiner Eltern sogar veröffentlicht, obwohl weder das Haus noch mein Vater oder meine Mutter irgendetwas mit Leas Tod zu tun hatten.

 

Heute sage ich: Die respektlose Menschenjagd der Reporter auf Felix und mich, die tagelange Hetze durch die Stadt waren belastender und fürchterlicher als die Nachricht von Leas Ableben. Weil ich nicht trauern durfte. Weil ich fliehen musste! Weil ich mich verstecken mußte!

 

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Ich habe es niemals für möglich gehalten, dass diese Zeilenschinder, Überschriftenvergewaltiger und Fotodiebe zu solchen skrupellosen Seelenmördern verkommen können. Zu Banditen, vor denen ich mich mit meinem Jungen verstecken musste, weil ich nicht gegen meinen Willen fotografiert und veröffentlicht werden wollte. Wer das, was ich erlebte, nicht mitgemacht hat, kann sich dieses Ausmaß von Informations- und Fotobeschaffungskriminalität nicht vorstellen!

 

Ließ ich mich in meinem dunkelblauen 523er BMW in der Stadt blicken, hatte ich sofort Verfolger hinter mir. Einmal parkte ich den PKW am Straßenrand, ein PS-starker Geländewagen stoppte, ein aufgeregter Mann stieg aus, blickte sich suchend um, klapperte die Läden ab und kam mit runtergefallener Kinnlade wieder zum Vorschein. Er stieg in sein Auto und wartete. Ich beobachtete die Szene aus der Wohnung eines Bekannten. Erst nach 2 ¼ Stunden gab der Kerl auf.

 

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Ein anderes Mal wurde ich von einem bekloppten Raser in der Bahnhofstraße überholt, der Beifahrer zeigte zu mir rüber und wollte, dass ich anhalte. Ich stoppte auch, drehte jedoch mit quietschenden Reifen, haute mit Vollgas ab und verschwand in den Hinterhof einer Arztpraxis. 

 

Unglaublich, wie diese schmierenden und knipsenden Halunken vorgehen, um an Fotos zu kommen! Die lügen und tricksen, da bleibt dir die Spucke weg.

 

 

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Einer, Studioleiter Peter Johannsen von SAT.1, stellte sich an der Haustür meiner Eltern so vor: ,Ich bitte Sie um Fotos von Lea, ich stehe immer auf der Seite der Opfer und unterstütze die’. Naja, als allererstes unterstützt er natürlich seinen Brötchengeber, sorgt für Einschaltquoten und damit für höhere Werbeeinnahmen. Bilder eines toten kleinen Mädchens ziehen immer, so was geht den Zuschauern in Mark und Bein. Und der Herr Johannsen hat dann bei der nächsten Gehaltserhöhung bessere Karten.  

 

Mit dem selben Foto-Wunsch blitzte auch Fernsehmacherin Petra Leyrer – Bleeck bei mir ab, Mitarbeiterin der Fernsehproduktionsfirma „Die Richtige Einstellung“.

 

Eine weitere lästige, aufdringliche Klinkenputzerin war eine Dame namens Katharina Nachtsheim aus Berlin, Redakteurin von BILD am SONNTAG. „Nein, Sie kriegen keine Lea-Fotos von mir“, fertigte ich sie ab.  8 Tage später traf mich fast der Schlag: BILD am SONNTAG veröffentlichte ganzseitig ein geklautes Foto meiner Tochter!

 

 

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Bei meiner Schwiegermutter Andrea klingelte die Presse-Meute ebenfalls Sturm, sie empfand den Belagerungszustand ihrer Wohnung durch die Wilderer aus dem Mediendschungel allerdings als so empörend und unzumutbar, dass sie die Polizei zu Hilfe rief. Die löste den Pulk der Plagegeister auf.

 

Alles Nein-sagen, Untertauchen, respektiert die beutejagende Zeitungsmeute nicht. Meine Tochter wurde von diesem Lügentrupp zum Showobjekt herabgewürdigt. Millionen Menschen erfuhren so unsere Namen, unseren Wohnort, unsere Adresse. 

 

Dabei weiß doch jeder: wer geklaute Fotos druckt oder im Fernsehen zeigt, begeht Rechtsbrüche der Extraklasse!

 

 

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Unfassbar für mich ist: Nicht ein Verlag, nicht eine Fernsehanstalt unterzog sich der Mühe, die Foto-Rechte zu überprüfen. Schon Montag – Lea starb Samstag – wurde munter drauf los veröffentlicht! Mit den gestohlenen Kinderbildern wurde skrupellos schwunghaft gehandelt. Es wurden superklasse geldgeile Geschäfte abgewickelt. Zig Verlage bereicherten sich schamlos, indem sie die ergaunerten Bilder meines Kindes unverfroren in ihren Blättern druckten und an ihre Leser verscherbelten.

 

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Ein Schicksalsblitz nahm mir mein Kind. Hatte ich kein Recht, still in mich gekehrt zu trauern? Anstatt in Ruhe die Beerdigung meines Kindes vorbereiten zu können, überrollte mich die Wirklichkeit in Form haarsträubender Lügengeschichten. Im Burda-Verlag wurde diese Räuberpistole gedruckt: „Als Lea stirbt, ist sie ganz allein in ihrem karg eingerichteten Kinderzimmer im Keller. Niemand hört die Schreie des kleinen Mädchens, sein verzweifeltes Wimmern, seine Todesnot. Ganz allein liegt Lea in ihrem Bettchen, als sie schließlich ihre Kräfte verlassen…“

 

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In Wirklichkeit befand sich das Kinderzimmer nicht im Keller, sondern in der 1. Etage des angemieteten Hauses. Lea hat auch nicht geschrien, nicht gewimmert und auch keine Todesnot gelitten. Die Wahrheit lautet: Lea war an einer viralen Lungenentzündung erkrankt, die auch bei Kleinkindern mit gutem Allgemein- und Ernährungszustand und sofortiger ärztlicher Behandlung tödlich verlaufen kann. Lea dämmerte kraftlos geworden ohne Qualen, ohne Schreie, ohne Wimmern in den Tod.

 

Weil sich Unwahrheiten gut verkaufen lassen, reihte sich die „Berliner Morgenpost“ mit dieser fetten Schlagzeile „Im Keller verhungert“ in die Gilde der Märchenpresse ein.

 

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Völlig abgekocht zeigte sich der Veröffentlicher dpa (Deutsche Presse-Agentur) in Hamburg. Die Sensationsverkäufer parierten eine Schadensersatzforderung meines Anwalts wegen Urheberrechtsverletzung mit der Ausrede, Leas Foto sei von einem Plakat abgelichtet worden, das am Hoftor jenes Hauses hing, in dem Lea starb. Für sowas gebe es kein Geld.

 

Ein Supertrick, den vermeintlich clevere Geschichtenschreiber schon seit Jahrzehnten anwenden. Das geht so: Ein gewitzter Klamaukreporter klaut ein Bild, klebt es auf ein Plakat, hängt es an die Haustür oder an einen Grabstein – und guckmaleineran, schon soll der Urheber leer ausgehen!

 

Der Kunstgriff zieht jedoch in meinem Fall nicht, weil - wie dpa - bei dieser Masche der Fehler gemacht wurde, nicht das ganze Plakat zu veröffentlichen, sondern nur das rausvergrößerte Lea-Bild. dpa verkaufte es mehrhundertfach für teures Geld. Aber auch andere fanden es witzig, mich reinzulegen! Beispielsweise DIE WELT, Passauer Neue Presse, Frau im Trend, Abendzeitung, auch die BILD-Zeitung.

 

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Wer den Mut hat, gegen die Gaunersippe vorzugehen, sieht sich mit bodenlosen Unverschämtheiten konfrontiert. So bietet der Zeitungsverlag tz München GmbH & Co. KG durch seinen Herrn Verleger Dr. Dirk Ippen für eine 3-malige Veröffentlichung des geklauten Fotos in 3 verschiedenen tz-Ausgaben das Wahnsinnshonorar von insgesamt 76,79 EURO an! Anwaltskosten will der Zeitungszar schon gar nicht berappen. Nun gut, dann muß ich ihn verklagen! Damit er lernt, was anständiger Journalismus ist.

 

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Es ist grausam, ein Kind zu verlieren. Ebenso grausam ist es, anschließend aus den Fingern Gesogenes lesen zu müssen, zusammengerührt  von eiskalten Schmierprofis, garniert mit dem Sahnehäubchen Klaufotos. Für so was bezahlen arglose Zeitungleser einen Haufen Geld.

 

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Beispiel: Verleger Dr. Dirk Ippen bringt von seiner tz jeden Tag 220.000 Exemplare an die Kioske. Die 76,79 EURO, die er für die rechtswidrige Veröffentlichung des vom Klauer erworbenen Lea-Fotos anbietet, hatte er mit 154 verkauften Zeitungen schon wieder in der Tasche. Schönes Geschäft, nicht wahr?

 

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Ich wünsche mir, dass www.boulevard-buende.de nicht nachlässt, diese und andere Zeitungs-Schweinereien anzuprangern! Herzlichst: Ihr Jens Walter“.

 

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Wer glaubt, damit sei die haarsträubende Geschichte zu Ende, der irrt sich! Denn jetzt will das Jugendamt dem Vater auch noch das 2. Kind wegnehmen, Sohn Felix. So „rächt” sich eine Behörde, die in hohem Maße mitschuldig ist an Leas Tod.

 

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Moralisch, leider nicht strafrechtlich, obwohl Versäumnisse eingeräumt werden mußten. Nachbarn hatten die vermeintlich guten Aufpasser bereits ein halbes Jahr vor der Ankunft des Leichenwagens auf mögliche Probleme im Hause der Mutter und deren 2 Kinder aufmerksam gemacht - der Kontrollbesuch blieb trotzdem aus. Die Schlafmützenbürokraten wurden angezeigt, die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen. Das Verfahren wurde eingestellt. Weil Lea an einer Lungenentzündung starb, die jedes Kind treffen könne, komme eine Straftat wegen eines Tötungsdelikts nicht in Betracht. Auch unterlassene Hilfeleistung scheide aus.

 

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Kein Wort davon, daß ein ausgemergelter Körper wesentlich anfälliger für Krankheiten ist als ein gesunder. Ein einziger Blick der Aufsichtsbürokraten nach Alarmierung durch Leas Nachbarschaft hätte ausgereicht, um jedem kalte Schauer des Entsetzens über den Rücken zu jagen. Das kleine Mädchen litt zu dem Zeitpunkt nicht nur an einem Wasserkopf als Folge einer nicht behandelten Hirnhautentzündung, auch beide Ohren waren ekelig eitrig erkrankt. Der Körper lag ausgetrocknet da, die Augen waren knallrot, der Unterleib war in Folge mangelhafter Hygiene mit Wunden übersät.

 

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Und dieses Jugendamt, das wegen seines Nichtstuns den Zorn der Bevölkerung auf sich lud, maßt sich jetzt an, im Sinne von Felix zu handeln, indem es ihn dem Vater entreißt, seiner fürsorglichen Oma und seinem Opa, an dem der Junge sehr hängt. Eine Gutachterin hat sich bereits auf die Seite der vermeintlichen Kindeswohlbehüter geschlagen.

 

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Jens Walter ist fassungslos: „Nach meinem Kampf gegen die Fernseh- und Presserüpel muß ich mich jetzt auch noch gegen den Entzug des Sorgerechts wehren. Es ist ein Skandal!”

 

Nervös, mit zittrigen Fingern, reißt Jens Walter den Brief vom Jugendamt auf. „Jetzt ist es endgültig so weit. Alles umsonst! Das ganze Geld futsch für Gutachter und Anwalt“, geht es ihm durch den Kopf. „Warum habe ich meine letzten Nerven geopfert und gegen die Wegnahme meines Sohnes Felix gekämpft?“

 

Es kam anders als befürchtet. Für Jens und Felix gab’s ein unerwartetes Geschenk! Das „Jugendamt mit Herz“ gab dem Willen des Vaters und dem Wunsch des Kindes statt. Wann lässt sich so etwas Berührendes über solch eine Behörde schreiben? Machten nicht oft genug Jugendämter in der Vergangenheit mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam?

 

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Im Fall Jens und Felix Walter verzichtete die Behörde auf die angedrohte Kindeswegnahme. Sie übertrug dem Vater das alleinige Sorgerecht für seinen Sohn. Es gab sogar noch eine zweite Entscheidung. Der Antrag der Mutter wurde abgelehnt, die allen Ernstes den Besuch von Felix bei ihr im Gefängnis erzwingen wollte. „Er muss regelmäßig zu mir kommen, damit er mir nicht entfremdet wird“, begründete sie ihre Forderung.

 

Anstelle des Kindes im Schwerverbrecherinnenknast in Aichach bekommt sie ab sofort nur Post von ihrem Ex. „Alle 3 Monate schicke ich meiner geschiedenen Frau ein Foto unseres Sohnes in den Knast. Das hat eine psychologische Gutachterin empfohlen. Wie kann eine Mutter bloß verlangen, dass sie von einem kleinen Kind in einer Strafanstalt besucht wird, in der nur Mörderinnen und Totschlägerinnen eingesperrt sind? Ich bin sehr glücklich darüber, dass das Jugendamt nun doch nach 2 angstvollen Jahren für ein schönes Happy End gesorgt hat“, strahlt Jens Walter.

 

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Ich wurde das Opfer dieses gerissenen Arbeitslosen, der als Polizeibeamter Jagd auf Frauen macht. Auf dem Pendlerparkplatz rechts vom Kreisverkehr an der A30 – Ausfahrt in Ennigloh traf ich ihn zum ersten Mal. Obwohl ich mich abgrundtief schäme, erzähle ich hier alles, damit andere Leichtgläubige nicht auch auf so einen Filou reinfallen!    

 

Scheidungsstress nach 12jähriger Ehe. Sorgerechtsstreit um 2 gemeinsame Kinder, 13 und 16. Alimentenkrieg bis zum Nervenzusammenbruch. „Da kam er, mein Erlöser, ehemaliger Polizeibeamter, jetzt Privatdetektiv. Der wollte mir in dem Rosenkrieg gegen meinen Ex-Mann helfen und mir im Scheidungsverfahren zur Seite stehen“, seufzt Saskia Möcker (49) aus Stift Quernheim.

 

 

 

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Jetzt sah die Programmiererin ihren „Retter“ nach langer Zeit wieder. Im Amtsgericht Bückeburg, in Handschellen, angeklagt wegen schweren Betruges. Denn gerettet hat der falsche Polizist, der in Wirklichkeit ein arbeitsloser Kfz-Mechaniker ist, nur sich selbst. Er heißt richtig Ingo Wirth, geboren am 01.09.67 in Bünde, der sich unter den Falschnamen Peter Zänker und Peter Goslar–Wirth an seine arglosen Opfer ran schlich. Auch die vertrauensselige Saskia Möcker stürzte er  als Mister Anonymus  ins Unglück. Heute ist die Frau pleite! Sie verlor an den Hochstapler ihr gesamtes Vermögen, mehr als 100.000,- EURO. Obendrein das Sorgerecht für ihre beiden Kinder, denn denen konnte sie nicht mal mehr Essen und Trinken kaufen.

 

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Wenn einer Frau der hier abgebildete Herr mit dem runden Hamstergesicht und der Sehhilfe auf der Nase bekannt vorkommt, wenn sie von ihm belogen und betrogen wurde, sollte sie nun keine Scham mehr vor einer Strafanzeige haben, sondern sich sofort an die nächste Polizeidienststelle wenden. Denn dieser feine Gentleman-Polizist, der sich hinter Decknamen versteckt, gehört ein- für allemal weggeschlossen.   “Für solche Berufskriminellen wurde die Sicherungsverwahrung erfunden”, regt sich Saskia Möcker auf, eines seiner Opfer. Gegenüber denen riskierte er die große Lippe, vor Richter Dr. Dirk von Behren (46), Vorsitzender des Schöffengerichts, gab er sich dagegen schweigsam reuig. In sich zusammengekauert, wie ein verprügelter Hund, so saß er da, den gesenkten Kopf von dunklem Kurzhaarschnitt geschmückt, in schwarzen Schuhen, dunkelblauer Jeans mit schicker Brille an schwarzen Bügeln im Vollmondantlitz über’m feisten Doppelkinn. Bei seinem Anblick stöhnte Saskia hörbar auf. Aber wirklich!  Wie konnte sie bloß diesem Trauerkloß ins Netz gehen? Seine würstchendicken Finger zupften nervös in Nabelhöhe an der graugrünen Teddy-Jacke, Marke Jack Wolfskin.  

 

 

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„Ja, wie ein Wolf im Schafspelz saß er den keine 2 Stunden dauernden Prozess ab. Das Reden überließ er seinem Anwalt.  Er machte auf taubstumm, gab sich schweigsam wie ein Grab, in sich gekehrt, ganz anders, als er wirklich ist. Da quasselt er einen schwindelig, wie ein Wasserfall sprudelt es sonst aus ihm raus“, erzählt Saskia www.boulevard-buende.de

 

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Bis zuletzt hoffte Herr Wirth auf Milde und Barmherzigkeit. Doch da machte Strafrichter von Behren nicht mit! Der nannte den Vertrauensmissbrauch Saskias ein „schamloses Ausnutzen“. Bezeichnete den Angeklagten als „Bewährungsversager“, der keine Nachsicht mehr verdient, weil er seit vielen Jahren „mit immer der selben Masche Frauen abzockt“. Er sei ein gerissener Arbeitsloser, „der sein ungeregeltes Leben systematisch nur mit Gaunereien finanziert und sich für seine rücksichtslosen Taten immer nur Frauen als Opfer sucht“.

 

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„Bei Ihnen ist nichts positives erkennbar“, schimpfte der Richter. „Schadenswiedergutmachung haben Sie nicht geleistet. Wovon auch? Sie haben das ganze Geld für Ihren privaten Lebensstil verpulvert, zeigen keine Reue, tragen keinerlei Verantwortung, zögerten diesen Prozess sogar noch bald 4 Jahre hinaus durch dreistes Fernbleiben und die Vorlage von ärztlichen Attesten.”

 

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Dabei sei er tatsächlich kerngesund und voll verhandlungsfähig, so Psychiater Hartmut Zimmer (54) aus Detmold. Der Angeklagte kenne den Unterschied von Gut und Böse ganz genau und wisse um das Unrecht seiner Taten.

 

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Saskia Möcker erfuhr erst im Gerichtssaal, mit wem sie sich eingelassen hatte. Sie ist nicht das einzige Opfer dieses Frauenjägers geworden. Schon das Amtsgericht Osnabrück verhängte gegen Ingo Wirth wegen 2-facher Fallenstellerei, in die seine weiblichen Opfer hineinstolperten, Geldstrafen. Danach beschäftigte sich das Amtsgericht Minden mit ihm, schenkte dem Trickser, unfassbar, 2 Jahre auf Bewährung wegen 12-facher (!) Übertölpelung von Paradiesäpfel-Trägerinnen. Die Justiz-Nachsicht gegenüber diesem notorischen Abkocher regte Richter von Behren sichtlich auf: „Noch während der Bewährungszeit fädelten Sie rücksichtslos die neuen Betrügereien ein“. Den Angeklagten beeindruckte die unüberhörbare Empörung ganz und gar nicht. Unbeirrt winselte er in seinem „letzen Wort“: „Es tut mir von ganzem Herzen leid. Wenn ich doch bitte wieder eine Chance kriege…“ Dabei guckte er vor sich runter, vermied jeden Blickkontakt mit der von ihm über den Löffel balbierten Saskia in der 1. Reihe des Zuschauerraums.    

 

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„Der und nochmal Bewährung! Wirth hätte doch sofort weiter gemacht, schon sehr bald wäre die Nächste auf ihn reingefallen. Der ist so was von geschickt, so redselig, so überzeugend…da denkst du gar nicht lange nach, freust dich als Frau, einen so starken Mann an deiner Seite zu haben“.

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Saskia steckte seit 6 Monaten mitten drin im heftigen Scheidungskrieg, als sie in einer Single-Börse auf den Videotext-Seiten eines Fernsehsenders auf Ingo stieß. „Ich möchte ein Leben auf der Überholspur“, schrieb er. Das 1. Rendezvous fand auf dem kleinen Pendler-Parkplatz an der Autobahn-Ausfahrt Ennigloh an der A30 statt. Er fuhr im silbernen Mercedes vor. Sie stieg zu ihm, er grüßte mit den Worten, dass er nicht gern im Café rumsitze und sich begaffen ließe. Heute weiß die Frau, warum er die Öffentlichkeit scheute. „Unterwegs zeigte er mir eine Firma, die seinem Vater gehöre. Ich war sehr beeindruckt von dem riesigen Bürogebäude. Später erfuhr ich von der Kripo, dass er mich belogen hat, nix davon gehörte seinem Vater! Bei Gerry Weber in Halle ging er mit mir in den Fabrikverkauf, er beriet mich fachmännisch bei der Auswahl ausgefallener Damenoberbekleidung. Ich leistete mir Rock, Bluse, T-Shirt, bezahlt habe ich.

 

Er stoppte  an einer Imbissbude, wir aßen Bratwurst und Pommes. Er freute sich und lobte, ‚toll, dass Du nicht eine von diesen Tussis bist, die nur in Schickimickirestaurants Pfeffersteaks oder Krokodilschnitzel bestellen. Wir beiden sind auf einer Wellenlänge und nehmen Deinem Alten viel Geld ab. Glaub mir, der muss richtig bluten’. Das hat mir echt imponiert“, macht Saskia Möcker keinen Hehl aus ihrer damaligen Bewunderung für den Kämpfer, der sich draufgängerisch wie ein Prinz Eisenherz gab.

 

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Um ihre Ansprüche wirkungsvoll durchzusetzen, müsse er über ihren Ex, ein erfolgreicher Unternehmensberater, Recherchen im In- und Ausland durchführen und einen Promi-Anwalt einschalten. „Wir wollen doch wissen, wo er die Vermögenswerte versteckt hat. Da wollen wir ran. Das schafft nicht irgendeiner, sondern nur ein Scheidungsexperte mit guten Verbindungen. Der wird Deinen Alten richtig lang machen“. 

 

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Saskia glaubte dem 6 Jahre Jüngeren. „Wir waren uns inzwischen auch körperlich nahe gekommen. Ich mochte ihn, wir planten unsere gemeinsame Zukunft. ‚Wir richten ein eigenes Haus geschmackvoll für uns beide und für Deine Kinder ein’, versprach er mir. Zwischendurch zeigte er mir auf seinem Handy eine Polizei-Telefonnummer. ‚Meine Dienststelle, da hat schon mein Opa gearbeitet’.

 

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Heute frage ich mich natürlich, wie konnte ich bloß so naiv sein?  Nie misstrauisch werden? Er hat mich um den Finger gewickelt, und ich dumme Kuh ließ es geschehen. Ohne je zu fragen, wo er wohnt, wie viel er verdient, wo er arbeitet, wie seine Dienstzeiten sind. Wir trafen uns nie in seiner Wohnung, immer nur bei mir oder an fremden Orten. Ich kann mir meine Unbekümmertheit  nur mit meiner psychischen Ausnahmesituation erklären. Scheidung, Sorgerechtskrieg, das hat mich mürbe und für solche Annäherungen und Hilfsangebote anfällig gemacht. Da war kein Platz mehr für vernunftbetontes Denken“, glaubt Saskia.

 

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Sie gab dem angeblichen Polizist und Detektiv ihr ganzes Bargeld in 3 Raten: 35.000,- EURO, 37.500,- EURO, 27.500,- EURO. Sie finanzierte ihm 2 Handys, Laptop, Fernseher, PC, Navi und, und, und, die Tausender flogen nur so davon. „Als ich nichts mehr hatte, der Gerichtsvollzieher ständig bei mir klingelte, fuhr ich zur Schuldnerberatung, denn meinen „Traumprinzen“ für ein gemeinsames Leben sah ich nicht mehr wieder. Die Leute dort rieten mir zur sofortigen Privatinsolvenz“.

 

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Ingo Wirth telefonierte anfangs nur noch mit seiner 2-beinigen Milch- und Honigfabrik, zuletzt simste er. Bis sie sich auf die Mitteilung beschränkte: „Ich will mein Geld wieder haben, aber schnell“. Funkstille, dann Strafanzeige – aber bei einem echten Polizeibeamten. Von dem erfuhr sie, dass Ingo ein unechter ist und schon einiges auf dem Kerbholz hat. Details über seine Verbrecherkarriere hörte sie erst im Gerichtssaal, nach 3 ½ (!) Jahren, denn erst da gab’s endlich den Prozess gegen den Herzensdieb und Kontoplünderer.

 

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Ist Saskia mit dem Urteil zufrieden? „Ich bin kein Rachemensch“, sagt sie. „Aber mit einem Bewährungsurteil hätte ich nicht leben können. Ich habe mehrfach an Selbstmord gedacht, ich wollte mir meine Dummheit nicht eingestehen,  so einem Schuft auf den Leim gegangen zu sein.

 

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Als die Wahrheit rauskam, habe ich mich fürchterlich geschämt. Heute wäre ich nicht mehr so blöd! Mein Fehler war, dass ich nie nachgeforscht habe, woher er kommt, wer seine Eltern sind, wo er zur Schule ging. Ich habe ihm einfach blind vertraut und alles geglaubt. Eiskalt nutzte er meine psychische Notlage aus. Jetzt bin ich zwar arm, kann aber endlich mein neues Leben planen. Die Scheidung ist durch, meine Kinder leben beim Vater.

 

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Ich sage nur eins: Leute, seid vorsichtig! Ich bin ein abschreckendes Beispiel dafür, das sich eine Frau nicht leichtfertig dem Nächstbesten an den Hals werfen sollte“. 

 

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Ein weiterer leckerer Festschmaus wurde für den Berufsgauner Michaela Gruber (44) aus Bruchmühlen. Weil er die Kontoristin vom 26.01. -  25.07.09 um sagenhafte 68.400,- EURO erleichterte, trat er aus der JVA Hannover im dunkelgrünen Häftlingsbus eine Überlandfahrt nach Osnabrück zu seinem nächsten Prozess vor’m Amtsgericht an (Az.: 201/Ls 221/11). Wieder ging es um atemberaubende Lügen und wieder trat das Opfer über eine Telefonnummer mit dem gerissenen Oberlumpen in Kontakt, die es im Teletext eines Fernsehsenders entdeckt hatte.

 

Was sich anbahnte, war die Fortsetzung der Profi-Lügner-Story, wie sie schon Saskia Möcker erlebte: Auch Michaela schüttete dem wildfremden Mann ihr Herz aus. Auch sie sprach mit ihm über ihre intimsten Gefühle. Auch sie lebte seit der Trennung von ihrem Mann allein. Sie sprach über Zukunftsängste, sie redete über ihre Arbeitslosigkeit. Es das Startsignal für Ingo Wirth, aus der psychischen und physischen Notlage der verzweifelten Frau Kapital für sich herauszuschlagen.

 

Wie ein Chamäleon schlüpfte er nun in eine andere Haut. Jetzt machte er nicht mehr auf Privatdetektiv und Ex-Polizeibeamten. Nun spielte er die Rolle eines gutbetuchten Geschäftsmanns aus Hamburg. Seinen aktuellen Status garnierte er noch mit diesem i-Tüpfelchen: „Ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr sehr engagiert und habe schon einige Menschenleben gerettet“. 

 

 

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Das kam an! Was für ein angstfreier Wirbelwind! Und über was für phantastische Beziehungen der erst verfügte! In der Highsociety der politischen und wirtschaftlichen Ebene der Freien Hansestadt sei er mit den einflussreichsten Leuten per du.  Er bot Michaela die Verwirklichung ihres Jugendtraumes an, sich selbstständig zu machen mit einer Boutique mit dauerhaftem und sicherem Einkommen. 

 

„Und glaub’ mir eins, erspartes Geld zu vermehren ist heute das einfachste auf der Welt! Ich kenne todsichere Anlageformen, die Zinsen sprudeln nur so!“ Womit hatte die vom Schicksal so schlimm gebeutelte Frau diese wunderbare Bekanntschaft verdient? Michaela Gruber glaubte an ein Wunder. „Endlich einer, der meine Notsituation erkannte und mir als ein echter Freund helfen wollte. Alles, was er sagte, war einfach der helle Wahnsinn!”

 

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Es ging nicht um die Befriedigung sexueller Bedürfnisse. Er war kein Lustmolch, der mit der 44jährigen in die Kiste steigen wollte. Auch sie suchte und wollte das nicht. Einfach nur jemanden haben, der einem zuhörte, der tröstete, der Mut machte. Mit persönlichen Auftritten hielt sich Ingo dezent zurück. Alles spielte sich am Telefon ab. Nur 3 x (!) begegneten sich „der echte Helfer in der Not“ und sein Schlachtopfer in den 6 Kontakt-Monaten.

  

Schon nach 8 Tagen half Michaela dem Herzensdieb mit 2 x 500ern aus der Klemme. Danach ging’s weiter mit vier- und fünfstelligen Beträgen. Damit das Geld sicher bei ihm landete, schickte er eine Büroangestellte, die nahm die Investitionssummen bar in Empfang für Wareneinkäufe, Kaution, Ladenmiete und den Erwerb einer Luxuskarosse. „Die Quittungen hefte ich sorgfältig ab, die kriegst du alle später“, ließ sich Michaela anschmieren.  

 

Als sämtliche Ersparnisse abgeräumt waren, schaffte es der Bluffer sogar noch, dass die Überlistete ihr Auto verkaufte! Den Erlös kassierte der Blutegel. Für ihn nahm sie auch noch Geld vom Konto ihres Ex-Gatten.

 

Im Gerichtssaal schenkten sie sich keinen Blick. „Ich bin immer tiefer abgerutscht“, sagte Michaela Gruber zerknirscht. Das viele Geld kann sie abschreiben. 

 

Der gnadenlose Ingo kam unverständlich milde davon. Auf die 2 Jahre Haft ohne Bewährung aus Bückeburg brummte ihm der Osnabrücker Amtsrichter nur noch bescheidene 9 Monate oben drauf. Dem Richter imponierte anscheinend das Schlusswort des Lumpen, der allen Ernstes von sich gab, er wolle „den angerichteten Schaden wieder gut machen“.

 

Schade, dass ihn keiner fragte, wovon. Frau Gruber ist heute eine Illusion ärmer, dafür eine realistische Erfahrung reicher: „Mein Vertrauen in Männer ist futsch. Mein ganzes Geld ist weg, davon sehe ich nichts wieder“.

 

Die im wahrsten Sinn des Wortes arme Frau befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung. Der reiche Ingo sagt nicht, wo die vielen Moneten sind. Er freut sich im Knast auf den Tag seiner Entlassung und ein sorgenfreies Leben.    

 

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Knoten in der Brust - Fehldiagnose. Busen weggeschnippelt - Schmerzensgeld bekommen. Aber die meiste Kohle davon kassierte ein rechtsgelehrter Spitzbube, der sich Rechtsanwalt nennt.

 

Das Schicksal von Annegreth Mattausch (56) macht fassungslos! Trotz allem, was sie durchgemacht hat, gibt sich diese betrogene Mutter nicht geschlagen.

 

In guten wie in schlechten Zeiten…auweiah! Annegreth Mattausch weint viel seit Juli ’87, als sich ihr Leben radikal veränderte. Damals war sie 32, hübsch, ein fröhlicher Mensch in der Blüte ihres Lebens!

 

 

 

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 „Wenn ich morgens vor dem Spiegel stehe, kommen mir oft die Tränen, obwohl ich nicht weinen will. Den Anblick meines entstellten Busens ertrage ich jedoch nur schwer. Unterm Bademantel verhülle ich seit fast 25 Jahren alles, auf was ich mal richtig stolz war, die 95er Oberweite, den makellosen Körper. Früher wirbelte ich als Kellnerin von Tisch zu Tisch, das ist vorbei“, erzählt sie www.boulevard-buende.de.  Verstümmelnde Schnitte in einem Krankenhaus veränderten radikal ihr Berufs- und Privatleben.

 

 

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Die verunstaltete Frau wohnt in einem Einfamilienhaus, geht wieder unter Menschen. Viele Jahre tat sie das nicht, weil sie sich schämte. „Keiner bewunderte mehr mein pralles Dekolleté. Ich bin platt wie ein Bügelbrett, oben rum ein Wrack. Ich ging nicht mehr schwimmen, nicht mehr in den Kegelclub. Heute denke ich anders, kann nur sagen, kein Schicksalsschlag ist so furchtbar, als das man sein Leben nicht mehr genießen könnte. Ich tu’s jetzt wieder!“

 

 

 

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Warum versteckte sie sich über ein Jahrzehnt vor der Öffentlichkeit? „Mir wurde gesagt, ich hätte Krebs. Die Brustfalte sollte vorsichtig geöffnet und das kranke Gewebe entfernt werden. Damit war ich einverstanden, angeblich ging’s um mein Leben “, berichtet Annegreth www.boulevard-buende.de. Ein Gutachter-Professor bestätigte, „dass die vorgenommene Maßnahme richtig gewesen ist, um ein Krebsrisiko zu minimieren“.

 

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Heute ist Annegreth Mattausch 70 % schwerbehindert, bekommt 740,- EURO Erwerbsunfähigkeitsrente. Selbst wenn sie wollte, kann sie ihren Job nicht ausüben. „Mein linker Arm ist gefühllos. Mir fällt jedes Bier- und Weinglas hin, jeder Suppenteller, jede Kaffeetasse, Sprudelflasche. Kellnerin, mein Traumberuf, das war einmal! Am allerschlimmsten ist jedoch, die OP musste gar nicht sein, ich hatte gar keinen Krebs“. 

 

 

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Sie beauftragte Rechtsanwälte mit einer Schmerzensgeldklage gegen den schnipp-schnapp-Doktor. Die Juristen rieben sich die Hände, denn bei dem Streitwert von 100.000,- EURO blieb für die richtig was übrig. Sie kassierten ein sattes 4.000,- EURO-Voraushonorar - und rührten keinen Finger. Sie ließen, man mag’s nicht glauben, die Akten im Schrank verstauben. Als Frau Mattausch Krach schlug, reagierten die Rechtsverdreher frech wie Rotz: „Ihre Klage hat sowieso keine Aussicht auf Erfolg!“

 

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Annegreth suchte sich eine neue Kanzlei. Ihre Wahl fiel auf Kölner Anwälte, die in einer Fernsehsendung und einer Illustrierten als Spezialisten für Arzthaftungsfälle gerühmt wurden. Kaum kontaktet, nahmen die das Mandat auch sofort an und imponierten mit solch einschmeichelnden Sprüchen: „Angesichts Ihrer besonderen Belastung, angesichts des Umstandes, dass Sie bereits einmal erheblichen Schiffbruch mit einer Anwaltskanzlei erlitten haben…“ Das ging bei Annegreth runter wie Honig! Menschenskinder, was sind das für nette Leute.

 

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Vertrauensselig unterschrieb die Frau eine 3-fach überhöhte Honorarvereinbarung, denn was sollte schon schiefgehen bei diesem schriftlichen Versprechen: „Sie gehen keinerlei Risiko ein! Können wir Ihren Prozess nicht gewinnen, wird diese Honorarvereinbarung von uns nicht eingefordert werden“. Einen Absatz weiter heißt es im selben Brief (Reg.-Nr. 1993/00411): „Können wir Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass Ihre Rechtsschutz-Versicherung auf unser intensives Betreiben hin tatsächlich Kostendeckung für den gesamten Prozess übernommen hat“. Kein Wort davon, dass die Versicherung natürlich nur die gesetzlich anfallenden Gebühren erstattet, aber keine 3-fach höheren! Nicht eine Silbe auch darüber, was Annegreth denn berappen muss, wenn’s gar nicht zu einem Urteil kommt, sondern „nur“ zu einem erfolgreichen Vergleich.

 

 

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Jedenfalls empfand die juristisch ungebildete, ihrem Anwalt blind vertrauende Annegreth alles ganz toll. Weniger toll war’s nach 12 Jahren: Der Prozess wurde nicht gewonnen, die Juristen schlossen einen Vergleich über 30.677,51 EURO. Die eine Hälfte zahlte das Krankenhaus, die andere die arroganten Schlafmützen-Rüpel, die die Akten einfach nicht bearbeitet hatten.

 

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Die Gesamtsumme wurde an die Kölner Anwälte überwiesen - und die Lauselümmel dachten natürlich zuerst einmal an sich! Die erfüllten nämlich die 3-fach überhöhte Honorarvereinbarung mit Leben, forderten 13.928,92 EURO, normal wären 4.642,90 EURO gewesen, reduzierten den Betrag „großzügig“ auf 8.896,48 EURO (den Differenzbetrag holten sie sich von der Rechtsschutzversicherung), so dass Annegreth Mattausch von der 1. Rate in Höhe von 10.225,84 EURO noch ganze 1.329,36 EURO bekam.

 

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„Eine Frechheit“, schimpft sie, „denn angeblich zahlte doch meine AdvoCard alles“. Erst nach dieser Schmumacherei ging ihr ein Licht auf. Warum hat sie gegen die Kölner Anwälte nichts unternommen? „Nach 16 Jahren Kampf wegen meines verunstalteten Busens war ich zermürbt“.

 

 

Wie äußerten sich die Kölner Anwälte über diesen Beschiss gegenüber www.boulevard-buende.de? So: „Frau Mattausch hatte uns in einer Situation mandatiert, die an sich aussichtslos war. Die zuvor tätigen Kollegen hatten die Ansprüche der Geschädigten der Verjährung anheimfallen lassen, mit der Konsequenz, dass wir dieses Verfahren sowohl gegen die Kanzlei führen mussten als auch gegen die Klinik, ein äußerst komplexes und schwieriges Unterfangen… und haben letztendlich das Unmögliche wahrgemacht, dass nämlich Frau Mattausch trotz denkbar schlechtester Voraussetzung dennoch eine angemessene Abfindung erhielt“. Das Schreiben endet mit der Drohung: „Wenn sie jedoch Wert drauf legt, können wir natürlich die Dinge auch ordnungsgemäß abrechnen… streng genommen steht uns dann noch ein Honorar von über 5.000,00 Euro zu. Hochachtungsvoll Dr. B. M.“

 

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Die AdvoCard Hamburg (Werbeslogan: „AdvoCard ist Anwalts Liebling“) teilte zur Leistungs-Nr. 94-037 195-8S W mit: „In der Schadensersatzangelegenheit… haben wir die gesetzlichen Gebühren getragen. Von einer Honorarvereinbarung hatten wir keine Kenntnis“.

 

Die Staatsanwaltschaft stellte gegen die Anwälte ein Verfahren wegen Betruges, Untreue und Gebührenüberhöhung ein, obwohl sich die Saubermänner noch auf andere Weise unredlich bedienten: Die kassierten nämlich für ihre Abrechnung mit Frau Mattausch 217,54 Euro „Hebegebühren“, die sie aber nicht ihr, sondern der Rechtsschutzversicherung in Rechnung stellen mussten.

 

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Lesen Sie zum Thema „Hebegebühren“ in  www.boulevard-buende.de  diese Geschichte: Vorsicht vor Winkeladvokaten - der große Bluff mit dem kleinen Geld.

 

Erst mit Hilfe neuer, nun die 3. Rechtsanwälte (Graf von Westphalen, Köln) kam die gebeutelte Frau zu dieser unrechtmäßig einbehaltenen Summe. Wegen ihrer Rückforderung von 8.896,48 EURO aus der viel zu hohen Honorarvereinbarung mit den Geldeinheimserspezialisten bot ihr zwar ihre neue DAS- Rechtsschutz-Versicherung Kostendeckung für den Klagefall an. Doch die 56jährige ist mit den Nerven am Ende: „Noch ein Prozess, und ich lande im Irrenhaus. Ich kann nicht mehr,“ sagt sie weinend zu www.boulevard-buende.de.

 

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Annegreth Mattausch, was für ein Schicksal! Ihr erster Mann Reinhold (47) verließ sie, weil er keine entstellte Frau wollte. Sie fand einen neuen, FernfahrerLudwig (57). Von ihm bekam sie Sohn Werner (heute 22).

 

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Annegreth blättert gedankenversunken in einem Fotoalbum. Auf der 3. Seite hält sie inne. Ihr Blick fällt auf eine attraktive, vollbusige Blondine im Bikini. Der locker über beide Schultern geworfene knielange weiße Bademantel wird in Bauchnabelhöhe durch eine Kordel zusammengehalten. Barfuss läuft die Frau am Sandstrand entlang, vorbei an grünen Seetanghaufen. Der Seewind bläst ihren Bademantel vorn auseinander, gibt den Blick frei auf eine bronzebraune anmutige Gestalt. „Auf meinen Busen war ich echt stolz“, lächelt Annegreth Mattausch beim Betrachten dieser Bilder. „Kucken Sie mal genau hin, da passten alle Proportionen. In meinem letzten Sommerurlaub wurden die Fotos aufgenommen, ein Jahr vor der verheerenden Brustoperation“.

 

 

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Annegreth klappt das Buch mit den schönen Erinnerungsbildern zu, blickt an sich hinunter. Die gelernte Restaurantfachfrau sagt heute über sich: „Meine schönen Brüste sind weg, einfach abgeschnitten, wegamputiert. Ich bin verstümmelt worden, wie’s schlimmer nicht geht“. Erst nach den Radikalschnitten kam das Gewebe zur Untersuchung in ein Labor. Ergebnis: Alles nicht bösartig, kein Krebs!

 

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Als Annegreth das erzählt, kommen ihr die Tränen – oh nein, diese Erinnerung!

 

„Ich war 18, kam mit Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus Minden. Die Pille wurde sofort abgesetzt. Später ist das Fabrikat verboten worden, weil es als Krebsverursacher galt. Vorsichtshalber nahmen mir die Gynäkologen einen Teil des Gebärmutterhalses weg“, erzählt Annegreth www.boulevard-buende.de.

 

Mit 31 ertastete sie Knoten in beiden Brüsten. Kleine Verhärtungen, die ihr zu denken gaben. Sie ging zum Arzt, der überwies sie ins Krankenhaus. Eine Gewebeanalyse ergab: kein Krebs, nicht bösartig! Um einer erneuten Knotenbildung vorzubeugen, empfahl der Chefarzt der Gefäßchirurgie: „Es wäre ideal, Sie würden schwanger, denn meist normalisiert sich dann alles wieder!“

 

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Annegreth war längst mit Fernfahrer Ludwig liiert. Den hatte sie in privater Runde beim Doppelkopf in einem Gasthaus kennengelernt. Annegreth lachend: „Ich sah ihn, er gaffte ständig an mir runter, ich griff zu, wollte mich richtig ausleben, da bin ich ehrlich. Ich befürchtete, dass mir die Ärzte nicht die Wahrheit gesagt hatten und ich in Wirklichkeit todkrank bin“.

 

 

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Sie wurde schwanger, wusste es aber noch nicht. Die Knoten im Busen waren mit gewachsen, als sie in den Operationssaal geschoben wurde. An dem Tag verlor Annegreth Mattausch nicht nur ihre wunderschönen Brüste, sondern auch durch das Narkosemittel in der 11. Schwangerschaftswoche Zwillinge.

 

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Die selbstmordgefährdete Frau berichtet www.boulevard-buende.de: „Nachdem mich meine Ärztin in die Klinik überwies, tastete der behandelnde Arzt meine Brüste ab betonte ständig, er werde eine brusterhaltende Operation durchführen. Er werde unter der Brust in der Falte schneiden und nur das kranke Gewebe entfernen. Später stand jedoch in der Krankenakte  ‘einfache Mastektomie’.  Dieser totalen Wegschnipselei, die dann tatsächlich  durchgeführt wurde, habe ich nie zugestimmt. Ich bin darüber vorher nicht aufgeklärt worden“.

 

 

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Als sie zum ersten Mal den Verband lüftete, erschrak sie heftig: „Meine Brust ist ja weg!“ schrie sie entsetzt. Es kam aber noch schlimmer! Seit der Operation hatte sie kein Gefühl mehr in beiden Armen. Der Grund: der verantwortliche Arzt nahm ungenehmigt sogar eine sogenannte „radikale Mastektomie“ vor, wobei das gesamte Brustgewebe ausgeräumt und auch Lymphknoten aus den Achseln entfernt werden. Außerdem auch ein Teil der Haut, wo sich die Brustwarze und der Warzenvorhof befinden, sowie die darunter liegenden Brustwandmuskeln. Bei dieser Aktion waren Nerven verletzt worden.

 

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Was Annegreth Mattausch psychisch zu schaffen macht, ist dieses: „Als sicherste Art, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen, gilt die Mammographie. Natürlich kann man auch bei diesem Blick in die Brust Krebs übersehen. Aber in 9 von 10 Fällen wird er doch richtig erkannt. Ich habe mich immer an die wissenschaftlichen Weisheiten gehalten, dass man die Mammographie am besten während der ersten zwei Wochen nach der Regelblutung durchführen lassen soll, weil die Schmerzempfindlichkeit der Mammographie vor der Regelblutung als ausgeprägter gilt. Die Brust wird ja am Aufnahmegerät des Röntgenapparates zusammengedrückt, damit sich eine bessere Erkennungsmöglichkeit bietet. Das kann aber manchmal ganz schön schmerzhaft sein.

 

 

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Der Pfusch-Arzt verteidigt sich damit, dass „nach dem damaligen Stand der Medizin die radikale Mastektomie die beste Behandlungsform war“. Er habe bei der Patientin „eine hochriskante Vorstufe des Brustkrebses“ festgestellt. Da lag sie allerdings schon auf dem OP-Tisch in Narkose und konnte um ihre Zustimmung nicht mehr gefragt werden.

 

Heute, nach der physischen und psychischen Katastrophe, nach dem Desaster mit Winkeladvokaten der Sorte „Anwalt Faulpelz“ und „Anwalt Raffgier”,  hat Annegreth Mattausch wieder Lachen gelernt. „Mein Sohn hilft mir sehr dabei, dass ich positiv denke und viel schönes erlebe“, strahlt sie endlich wieder jene Lebensfreude aus, die sie vor dem Verstümmelungs-Schock schon immer auszeichnete.

 

 

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Das ist deshalb so wunderbar, weil die Ehe mit ihrem 2. Mann Ludwig in den letzten 4 Jahren nur noch auf dem Papier existierte. „Ein Sexualleben fand nicht mehr statt“, gibt sie enttäuscht preis. Als sie dann ihre Brüste in einer Schönheitsklinik aufbauen lassen wollte, beschimpfte er sie: „Spar das Geld! Solche Silikonhuren laufen schon genug herum“.

 

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„Da habe ich ihn rausgeschmissen“, erzählt Annegreth. „Obwohl er ja irgendwie Recht hat: die Attribute seiner Frau sind im Klinikabfall gelandet, ihm und mir wurde ein Vielfaches an Lebensfreude und –genuß genommen. Das Einzige, was mich heute aufrecht hält, ist meine Verantwortung als Mutter“.

 

 

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„Mama, Mama, bitte, bitte, hilf mir…es tut so weh!“ Die Gardinen im 1. Stock des zitronengelben gepflegten Hauses am Stadtrand sind zugezogen, Fenster und Türen fest verschlossen. Trotzdem sind die Schmerzensschreie einer immer leiser werdenden Frauenstimme unten auf der Straße zu hören. Anfangs blieben die Leute noch stehen, jetzt nicht mehr, nachdem sich das Schicksal der 22jährigen ehemaligen Verkäuferin überall herumgesprochen hat und alle Anteil nehmen.

 

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Das Mitgefühl gilt Carina Eggersmann. Die Mutter der 3jährigen Nina ist schwer krank. „Wir hoffen das Beste“, sagt Carinas Mama Rosi (44). „Ich bete“, flüstert Carina, wischt sich mit einem Papiertuch über die fiebernasse Stirn. Die Schmerzen, nicht der allgegenwärtige Tod, machen ihr schwer zu schaffen. „Denn wenn ich sterben muß, weiß ich mein Kind gut aufgehoben“, lächelt sie tapfer. Nimmt die Hand ihrer Mutter, drückt sie, küsst sie, blickt auf und flüstert: „Danke Mama, dass meine Kleine nach meinem Tod bei dir geborgen ist!“

 

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Carina erzählt: „Vom 5. Schwangerschaftsmonat an bekam ich links im Oberschenkel starke Schmerzen. 1. Diagnose: Ischias. Die 2.: Das ist der Ischias. Die 3.: Der Ischias, ein häufiges Problem in der Schwangerschaft. Die 4.: Die Schmerzen sind eine bekannte Nebenwirkung bei Schwangeren. Die 5. hieß wieder: Der Ischiasnerv! Wenn das Kind da ist, sind die Schmerzen verschwunden!“ Alles falsch!

 

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8 Wochen nach den ersten Beschwerden konnte Carina in dem kleinen Schuhgeschäft weder die Kundschaft bedienen noch an der Kasse sitzen. Die Schmerzen im linken Oberschenkel machten sie halb wahnsinnig. Das Bein schwoll an. Der Hausarzt schrieb die damals 19jährige „wegen akuter Gefährdung für Mutter und Kind“ krank, verordnete eine 3-wöchige Physiotherapie.

 

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Danach konnte sie nur noch im Stehen essen und trinken. „Nachts lag ich wach im Bett und weinte, die Schmerzen waren nicht auszuhalten trotz starker Tabletten“, erzählt Carina.

 

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Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte wechselten einander ab. Die „Heimaturlaube“ wurden immer kürzer. 1 Tag nach Weihnachten rief Mutter Rosi den Notarzt. Ab ins Krankenhaus! Eine Ärztin tröstete: „Wir holen jetzt das Baby per Kaiserschnitt, danach sind die Schmerzen weg“.

 

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Nina war geboren, die Schmerzen setzten Carina noch viel schlimmer zu. „Ich konnte nicht stillen, was für eine Qual! Ich konnte mein Baby nicht halten, nicht zur Säuglingsstation gehen, weil mir vom Gesäß bis zum Unterschenkel alles weh tat“, berichtet Carina. „Machen Sie Streckübungen“, empfahl die Nachtschwester. „Duschen Sie von der Hüfte bis zu den Zehspitzen eiskalt“, riet ein Pfleger. „Danach geht’s Ihnen besser“. Alles Fehlanzeige!

 

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Vom Kindesvater schnöde im Stich gelassen   

 

Zusammen mit ihrem Baby kam sie nach Haus. 4 Tage später war die junge Mutter erneut in der Klinik. „Ich kann nicht sitzen und nicht gehen“, weinte sie. Sie bekam Infusionen, wurde nach Hause abgeschoben.

 

48 Stunden später bettelte Carina bei einem Röntgenologen um Hilfe. Sie schilderte ihre Ausweglosigkeit, sprach zum 1. Mal vom Sterben als Erlösung nach ihrem nun 7 Monate langen Leidensweg.

 

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„Der Mann fackelte nicht lange, er röntgte meinen Oberschenkel. Bei der Computertomographie fiel er fast in Ohnmacht beim Anblick eines faustgroßen Tumors. Carinas Augen füllen sich bei diesen Worten mit Tränen. Stunden später saß sie im Krankenhaus mit Fachleuten zusammen, die berieten über Rettungsmöglichkeiten. „Beide Lungenflügel“, erfuhr Carina, „sind von Metastasen befallen. Die Mediziner entschlossen sich für eine sehr aggressive Chemotherapie“. 

 

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Carinas Zukunftspläne sind seitdem zerronnen. Alleinerziehend und getrennt vom Vater ihrer Tochter  lebend - wie ihre Mama -  hatte sie so schöne Träume! Für ihre Berufsausbildung wollte sie hart arbeiten, zur Abteilungsleiterin aufsteigen, eine eigene Filiale der Schuhmarktkette sollte sie mal leiten.  Das hatte ihr der Bezirksdirektor versprochen, weil ihre Menschenfreundlichkeit bei der Kundschaft so gut ankam! Sie war beliebt und bei den Kolleginnen anerkannt. An berufliches Vorwärtskommen  ist nicht mehr zu denken!

 

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„Jetzt werden Nina und ich von meiner Mutter betreut. Ich kann nichts weiter tun, als meiner Mama danke zu sagen für all ihre Liebe, die sie uns beiden schenkt“, sagt Carina gerührt.

 

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 Täglich bekommt sie Spritzen gegen die Qualen. Jeden 3. Tag zwei Schmerzpflaster von ihrer Mutter auf den Rücken geklebt, die sie den Alltag mit zusammengepreßten Lippen meistern lassen. „Ich kann wenigstens wieder aufrecht stehen und gehen, wenn auch nur an Krücken“, schildert sie ihre Situation. „Mama probiert alles mögliche aus. Alternative Nahrungsergänzung, aufbauende Mittel, sogar zu einem Krebsspezialisten hunderte Kilometer weit weg fuhr sie mit mir, obwohl das Geld knapp ist und Mutti kaum weiß, wovon sie den Sprit bezahlen soll“.

 

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Eines gibt ihnen Kraft: Sie sind umgeben von lieben Menschen, die ihnen nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern auch mit Kleidung und Geld helfen. Von Ninas Papa, einem 21ährigen Elektrikerlehrling, ist nichts zu erwarten. „Außerdem habe ich meinen Stolz, ich gehe doch nicht betteln bei einem Mann, der von der schwer kranken Mutter seines Kindes nichts wissen will“, meint die tapfere Carina.

 

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Das größte Opfer bringt Rosi Eggersmann für ihre Tochter. Nach Absprache mit Carinas Bruder Patrick (26) wird das Elternhaus verkauft und vom Erlös eine ebenerdige behindertengerechte Wohnung in einem neu entstandenen Eigentumswohnungskomplex erworben. „Hier bei uns kommen die Sanitäter mit der Trage nur beschwerlich die schmalen Treppen hoch, das ist eine Zumutung für sie“, sagt die Mutter. 

 

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„Hallo, mein kleiner Sonnenschein“, ruft Carina durch das lichtdurchflutete Zimmer vom Sofa aus, als sie ihre kleine Nina im vierrädrigen Rolli munter durch die Küche strampeln sieht. Das niedliche Mädchen lacht aus vollem Herzen. „Ist sie nicht süß?“ schaut die 22jährige die www.boulevard-buende.de -Reporterin an, und fügt erleichtert hinzu: „Ich bin ja so froh, dass meine Mama immer für mein Töchterchen da sein wird, wenn mir was zustößt“, lächelt sie.

 

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Unschätzbar wertvolle Urkunden wurden bei Umbauarbeiten auf einem Dachboden in Bünde entdeckt! Sensationelle Enthüllung nach 3 Jahrzehnten: Ausgerechnet jener  Mann wollte steinreich werden, der den Tod des Filmidols einer ganzen Generation verursachte. Bei den hier Welt-exklusiv veröffentlichten spektakulären Dokumenten hält die Glitzerwelt den Atem an. Die späte Rache von James Dean.

 

Es ist ein beispielloser Krimi!

 

James Dean, ein Name, ein Mythos seit 55 Jahren. Er starb mit 24. Das Idol von Millionen Teenagern auf der ganzen Welt ließ am 30. September 1955 um 17:58 Uhr in der kalifornischen Wüste bei Paso Robles sein Leben. Neben ihm im Todesauto saß der Porsche-Mechaniker Rolf Wütherich (54). Er überlebte zwar schwerverletzt, doch der Schatten des Toten ließ den Ex-Rennfahrer nie mehr los. Die Tragödie auf der Kreuzung Highway 41./.Highway 466, 5 km vor Salinas zerbrach Wütherich. Er hatte den amerikanischen Schauspieler hinters Lenkrad seines Porsche Spyder 550 gelassen. Und damit den Tod des Leinwandhelden zu verantworten.

 

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Von diesem Tag an führte das Schicksal im Leben des Schuldigen Regie! In der Nacht des 20. Juli 1981 starb er selbst auf die gleiche Weise wie James Dean. Auch bei einem Unfall, auch hinterm Lenkrad eines Pkw. Wütherichs roter Honda Civic zerschellte an einer Hauswand. Wie es dazu kam, ist erst jetzt beim Auffinden einmaliger Original-Unterlagen bekannt geworden. Die Details sind so ungeheuerlich wie sensationell und entlarven Wütherich, mit dem viele Menschen Mitleid hatten, als skrupellosen, geldgierigen Porsche-Verkäufer,  der seinen umgekommenen besten Freund verraten und verkauft hat. Sagenhaft!

 

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Er kam vom Postamt Kupferzell, seinem Wohnort (5.698 Einwohner), wo er mit der Einschreib-Nr. 444 einen Vertrag abschickte, den er gerade unterzeichnet hatte und der ihn reich machen sollte. Es ging um James Deans Tod. Erstmals hatte sich Wütherich bereiterklärt, vor Fernsehkameras am Orte der Tragödie über seine Schuldgefühle zu sprechen. Doch dazu kam es nicht mehr. Die späte Rache des Filmhelden aus „Jenseits von Eden“, „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“ traf den überlebenden Ex-Freund wie ein Faustschlag aus dem Himmel und richtete ihn hin.

 

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Erst mit Wütherichs Tod riß die Briefflut ab, mit der ihn Teenager aus der ganzen Welt verfolgten und ihm wegen dessen Spritztour mit James Dean am Steuer und wegen Jimmys Genickbruch nach 200 gefahrenen Kilometern bittere Vorwürfe machten. „Diese Briefe sind wie James Deans langer Schatten“, sagte er zu seinem Vertrauten  in Bünde. Ihm übergab er  diese beeindruckenden Schriftstücke, dazu einige Privatfotos. Zwischen dem Bünder und Rolf Wütherich lief aber noch viel mehr! Ein bislang verborgen gebliebenes Geheimnis, das jetzt erst beim leerräumen eines Dachbodens gelüftet worden ist.

 

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Es war die Nacht vom Montag, 20.07.’81, 22:50 Uhr, freudetrunken raste Rolf Wütherich in seinem roten Honda Civic, KÜN-U-143, von Fessbach kommend  die L 1036 bergab nach Kupferzell hinein. In der kleinen Gemeinde, 76 km nordöstlich von Stuttgart, lebte der Rallye-Vizeeuropameister von 1966 seit einiger Zeit in einer Mietwohnung unterm Dach des Hauses Silcherstraße 6. Er hatte mit Freunden an seinem Stammtisch im „Gasthof Lamm“ in dem kleinen Dörfchen Belzhag gefeiert, den Grund aber für sich behalten. Niemandem  erzählte er, dass er auf dem Weg war, steinreich zu werden. Beim Postamt hatte er nämlich kurz vor Schalterschluss am 20.07.‘81 einen Vertrag zu seinem Manager nach Bünde abgeschickt, der ihm Hunderttausende garantierte. Allein vom österreichischen Fernsehen waren ihm Einnahmen von umgerechnet 20.000,- EURO sicher. Die Wiener Fernsehmacher waren als erste auf sein Angebot eingegangen, einen Film über sein Leben und James Deans Ende am Orte des tragischen Geschehens in der kalifornischen Wüste zu drehen. Der Titel war schon gefunden: „Das war mein Leben - der Tod von James Dean zerstörte es“.

 

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Fernsehsender aus vielen Ländern standen neben dem ORF Schlange, boten sechsstellige Summen für Film-Kopien, deren weltweite Vermarktung der Bünder Vermittler  Rolf Wütherich vertraglich zugesichert hatte. In einem handgeschriebenen Begleitbrief als Anlage zum Vertrag kündigte er für den 27. Juli 1981 seinem Freund in der Elsestadt den Besuch im amerikanischen Konsulat Stuttgart an. Dort wollte er sich das USA-Visum für die Zeit der Dreharbeiten besorgen, die Anfang September ’81 absprachegemäß beginnen sollten, in James‘ Todesmonat. Diese und weitere bedeutungsvolle Urkunden waren Jahrzehnte lang verschollen und sind erst  jetzt wieder in Bünde  aufgetaucht.

 

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Seine Freunde ahnten nicht, warum er so fröhlich feierte

 

Wütherich hatte den unterschriebenen Vertrag im Postamt als Einschreiben mit der Registrier-Nr. 444 aufgegeben, den Umschlag mit einer 2,10 DM-Briefmarke frankiert, Motiv: die Schwanenburg in Kleve. Seine Freude war riesig! Sein Leichtsinn auch. Er traf sich mit Bekannten, trank Rotwein, lachte viel. In der geselligen Runde ahnte keiner, warum  er so fröhlich und ausgelassen feierte. Er fuhr nach Hause,  war nicht angeschnallt, verlor in einer langgezogenen Rechtskurve die Gewalt über seinen Honda. Der Wagen brach nach rechts aus, schoß durch einen Maschendrahtzaun, schleuderte in einen Vorgarten und prallte gegen die Hauswand des Schreibwarengeschäfts von Emma Hasenmajer (69), bei der er Kunde war und sich täglich eine Zeitung kaufte. Wütherich starb an Schädelverletzungen noch an der Unfallstelle in den Trümmern und mußte von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geschnitten werden.

 

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Wie  James Dean! Als der 26 Jahre zuvor in Rolf Wütherichs Porsche stieg, den Spyder 550 mit 160 PS-Motor, war gerade der Film „Giganten“ mit Liz Taylor abgedreht. In Rolfs Aufzeichnungen steht: „Ich wußte, daß Jimmy einen Austin 100 S bestellt hatte. Ich überredete ihn, den Porsche zu kaufen. Jimmy machte seinen Austin-Kaufvertrag rückgängig“. Drei Tage nach Ende der Dreharbeiten wollte Jimmy mit dem neuen Porsche-Spyder an einem Flugplatzrennen in Salinas teilnehmen. Rolf Wütherich sollte ihn als Automechaniker betreuen. „Wir sind Freunde, Rolf“, hatte James kurz vorher zu dem Deutschen gesagt. Und seinen Worten Taten folgen lassen. „In einer Raststätte streifte Jimmy seinen Brillantring vom Finger und schenkte ihn mir. ‚Er soll dir Glück bringen‘, sagte er“, berichtete Rolf Wütherich später. 200 km weiter kam es zu der Verderben bringenden Kollision. Wütherich überlebte, James Dean starb. 

 

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Kurz vor Paso Robles mißachtete der Student Donald Turnupseed in seinem Ford die Vorfahrt. James Dean rammte ihn mit dem Porsche, starb im zerfetzten Wrack. Wütherich kam mit Schädelbruch und zertrümmerten Hüften davon, wurde ein Jahr im Krankenhaus und in der Reha behandelt. Entlassen wurde er mit schweren Depressionen, Selbstvorwürfe quälten ihn: „Ich hätte James nicht fahren lassen dürfen“.

 

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In die Premierenvorstellung „Giganten“ in Hollywood humpelte Wütherich mit 2 Krücken, neben ihm heulte Liz Taylor bächeweise Wasser.

 

Wütherich schluckte zuerst Tabletten gegen Schmerzen, verlor seinen Posten bei Porsche, ging nach Deutschland zurück. Sein Inneres blieb zerbrochen. Zehnmal wechselte er den Job, viermal die Ehefrauen. Auf Doris ging er mit einem Messer los. Das Stuttgarter Schwurgericht schickte ihn nicht ins Gefängnis, sondern in die Psychiatrische Klinik Weissenau. Nach seiner Entlassung blieben Psychopharmaka seine täglichen Begleiter. 

Vergebens kämpfte er um seinen Arbeitsplatz bei Porsche.  18 Jahre war er für die Autofabrik tätig, war 1950 als 42. Betriebsangehöriger dort eingestiegen, erhielt “dann den Abschuss”, wie er es formulierte.  ”Von Chef Ferdinand höchstpersönlich kurz vor meiner Entlassung aus der Psychiatrie“. Der Porsche-Boss versprach in seinem Brief immerhin, Wütherich beim Aufbau einer “neuen Existenz, wo Ihre Umgebung Sie nicht kennt und infolgedessen auch Ihre Vergangenheit ruhen lässt, durch Fürsprache bei einer anderen Firma“ behilflich zu sein.

 

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James Dean – Fans ließen ihn nie zur Ruhe kommen

 

Der Gedanke an Porsche  lies ihn aber nicht los.  Wie eine Anklage trug Wütherich den 2-seitigen maschinegetippten Brief vom 23. Mai 1969, unterzeichnet von Dr. Ferdinand Porsche, mit sich herum. Im Tennisdress, beim Kegelabend, in seiner Monteurskluft in einer kleinen Werkstatt in Neuenstein, immer wieder zog er zwischendurch dieses Dokument aus der Tasche. Er konnte nicht fassen, dass Porsche ihn nicht mehr haben wollte. 8 Stellen hatte er mit Rotstift unterstrichen, Formulierungen, die ihm weh taten.  Heute ist dieses eindrucksvolle Original im Besitz des Bünders, Wütherich schenkte es ihm.

 

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Bis zum letzten Tag kämpfte Wütherich gegen den Fluch des toten Filmidols an. Briefe und Postkarten von James Dean-Fans aus der ganzen Welt wurden zu ihm gebracht. „Die verfolgen mich überall hin, die Leute kriegen immer meine Adresse raus, es ist schrecklich.  James  ist wie ein Gespenst hinter mir her“, vertraute er seinem Bünder Freund an.  Nach Kupferzell hatte er sich zurückgezogen, ein kleines Dorf, mit seinem Kater „Romeo“, weil er sich nach Stuttgart nicht traute. „Ich habe Angst, auf der Straße erkannt und beschimpft zu werden“, befürchtete er.

 

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Das Gefühl kannte er aus den Briefen, die er in seiner Dachwohnung mit Ofenheizung aufbewahrte und von Zeit zu Zeit persönlich beantwortete. „Das bin ich Jimmy schuldig“, sagte er stets. Da schreibt ihm Claudia (16) aus Ahrweiler: „Warum musste J.D. so früh sterben?“ Für Rolf Wütherich ein Stich ins Herz.

 

Karin (17) aus Jossa schreibt: „Bei ‘Jenseits von Eden’ habe ich vor dem Bildschirm gesessen und geheult. Ich will nie wieder einen Freund, ich denke nur an Jimmy. Wenn ich seine Bilder ansehe, glaube ich, dass er mich verstehen würde. Ich muss oft weinen, auch bei diesem Brief kommen mir andauernd die Tränen“.

 

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Michaela (14) aus Königswinter will in ihrem Brief von Rolf Wütherich wissen: „Ist es wahr, dass sich Natalie Wood bei den Dreharbeiten zu ‘Denn sie wissen nicht, was sie tun’ in Jimmy verliebt hat? Er aber statt dessen lieber seinen Porsche küssen wollte? Verliebte sich auch Liz Taylor in James?“

 

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Birgit (15) aus Bad Neuenahr fragt: „Entschuldigen Sie, wenn ich vielleicht jetzt etwas unverschämt werde, aber ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Sie mir ein Bild zusenden würden, wo Sie und James Dean drauf sind“.

 

Aus Hagen schreiben Anja und Sibyll (beide 14): „Wir wissen nicht, wie Sie zu Ihrer Vergangenheit stehen. Wie starb James Dean wirklich? Was taten Sie nach seinem Tod?“

          

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Ulrich (20) aus Goch: „ Ich möchte keine Wunden aufreißen. Aber Sie müssen wissen, dass ich für ‘Jimmy’ geschwärmt habe. Was ist eigentlich seinerzeit mit dem Wrack des Sportwagens geschehen?“

 

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Das Wrack kaufte Autobastler Georg Barris, der Jimmy noch die schwarzen Reifen mit weißen Streifen bemalte. Er baute den Motor aus und verkaufte ihn samt Karosse an Dr. Troy McHenry aus Beverly Hills. Der  Amateurrennfahrer starb 5 Monate später, als sein Auto mit dem Dean-Motor gegen einen Baum raste. Auch der nächste Käufer, der Arzt William F. Eschrid, überschlug sich mit dem Vehikel, überlebte jedoch schwerstverletzt. Beim Abtransport rutschte das Wrack vom Transporter,  brach einem Monteur beide Beine. Barris stellte den Trümmerhaufen in einer Bowling-Halle aus. Eintritt 25 Cent, wer auf dem Fahrersitz Platz nehmen wollte, auf dem Jimmy starb, legte noch mal 50 Cent drauf. 750.000 Tickets wurden verkauft, 1 Million Dollar eingenommen.

 

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Rolf Wütherich glaubte nach der Todesmeldung James Deans, die in der ganzen Welt ähnlich einschlug wie das Ende von Rudolpho Valentino 30 Jahre früher,  dass er in Amerika weiterleben könne.  Als die Schreckensserie kein Ende nahm, sich junge Mädchen aus Fenstern, Liebespaare von Hochhäusern stürzten, Tausende von Teenagern zu James Deans Grab pilgerten, von dort Blumen, Gras und Erde mit nach Hause nahmen, die Universität Princeton Deans Totenmaske in ihrer Ruhmeshalle neben jenen von Goethe und Balzac aufhängte, und immer wieder der Name Rolf Wütherich in Verbindung mit dem Tod dieses Idols einer ganzen Jugend genannt wurde, flüchtete der „Täter“ nach Deutschland. Weg aus dem Land, in das er von Porsche geschickt worden war und am 4. März 1954 mit einer Lufthansamaschine einflog. Er betreute die Autos aus Zuffenhausen bei Flugplatzrennen an den Wochenenden. Dabei stieß er auf das Filmidol der 50er Jahre, dessen Wissensdurst unersättlich war. „Er wollte von mir alles über den Krieg und Paris wissen“, sagte Wütherich mal. Damals hatte er die erste seiner insgesamt vier Ehen bereits hinter sich. Julia, die schöne Ungarin, war ihm davongelaufen.

 

Bei dem Österreicher Johnny von Neumann in Los Angeles bekam Rolf Wütherich einen Mechaniker-Job für 650,- Dollar Anfangsgehalt. Kunden des Porsche-Spezialisten waren Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Filmemacher, Schauspieler.

 

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Jeden Mittwochabend saß Rolf in der Grand-Prix-Bar auf dem Sunset Strip in Hollywood, wo sich alles traf, was schnelle Autos und schöne Frauen liebte. Clark Gable, Bob Hope, Dean Martin, Errol Flynn, Gary Cooper und Frank Sinatra. Die Stars stellten sich damals ihre Ami-Schlitten in die Garage, flitzten lieber mit den zwar kleineren, aber spritzigeren und eleganteren exklusiven Automodellen aus Deutschland herum. Seit sich James Dean einen Porsche bei Rolf gekauft hatte, „wurde er Dauerkunde bei mir. Der schonte den Motor nicht, drehte immer voll auf. Motor- und Getriebeschäden waren bei ihm gang und gäbe. Der fuhr verrückt drauflos“, erinnerte sich Rolf Wütherich in einem seiner letzten Interviews.

 

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Sein Lieblingsfoto war jenes Bild, das ihn zusammen mit James Dean zeigt. Am 30. September 1955 um 14:03 Uhr wurde es gemacht, unmittelbar vor dem Start der beiden nach Salinas. Der Ort liegt tausend Meilen von Los Angeles entfernt. Knappe vier Stunden später veränderte sich Rolf Wütherichs Leben dramatisch. Der Tod seines Freundes auf dem Fahrersitz im Porsche neben ihm warf Rolf völlig aus der Bahn.

 

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Vier Ehen – und alle gingen schief

 

Nach seiner Genesung stürzte er sich in eine 2. Ehe, diesmal mit Gudrun. Die 1. mit der rassigen Ungarin Julia war schon kaputt, als er 1954 amerikanischen Boden betrat. Er weigerte sich,  als braver Hausmann hinterm Ofen zu sitzen, wollte weiter Autorennen fahren. Darüber gab es mit seiner Frau harte Auseinandersetzungen. „Sie hielt mir vor, dass schon mein bester Freund in Autotrümmern starb, ob ich erst zufrieden sei, wenn ich mich ebenfalls totgefahren hätte und auf dem Friedhof läge. Ich drehte durch“. Er betrank sich, schlug das Mobiliar kurz und klein. Die Polizei kam, führte ihn in Handschellen ab. Ein Haftrichter entschied: „Kein Gefängnis, sondern Nervenheilanstalt“.

 

Nach seiner Entlassung lernte er Inge kennen, eine 29jährige Konstruktionssekretärin. Der schwarzhaarige Mann und die rassige Rothaarige beschlossen während eines Urlaubs in Rimini zu heiraten. Er wurde Vater. Den Sohn taufte er auf den Namen Bernd - Rolf Wütherich verehrte den verunglückten Rennfahrer Bernd Rosemeyer sehr.

 

Nach vierjähriger Ehe Scheidung. Wütherich lernte Doris, seine vierte Frau, kennen. In einem Stuttgarter Kino lief der Film „Giganten“,  Rolf ging hin, sah ihn sich an. Das hätte er nicht tun sollen! Jimmys Bilder ließen ihn nicht los, die Erinnerungen waren wieder da. An seinem Arbeitsplatz brach Wütherich schweißgebadet zusammen. Kollegen fuhren ihn zum Arzt. Er bekam Medikamente, wurde wieder heimgeschickt. Aus dem Haus traute er sich nicht mehr, ging nicht mal mehr Brötchen holen. Morgens um vier schnitt er sich die Pulsadern auf, setzte sich in die Badewanne. „Ich wollte sterben“, berichtete er später. Das Blut floss, Rolf Wütherich starb nicht. Er taumelte zurück ins Bett, küsste seine Doris wach. „Komm, lass uns zusammen sterben!“

 

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Das war am 1. Mai 1967. Die Ehefrau stieß ihn zurück, einen hohlwangig aussehenden, kalkweißen Mann. „Du bist verrückt“, schrie sie. Sie sah sein Blut, blitzschnell zog er unter dem Kopfkissen ein Messer hervor, rammte es Doris in den Körper. Die sprang aus dem Bett, er hinterher. Wie ein Wahnsinniger stach er immer wieder zu. Wegen seines großen Blutverlustes  wurde ihm schwarz vor Augen,  fiel um.

 

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Nach 14 Monaten Untersuchungshaft 1968 der Prozess vorm Schwurgericht Stuttgart. Drei Tage dauerte das Verfahren, dann das Urteil: kein Gefängnis, sondern Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Weissenau, damit Rolf Wütherich von seinem Jimmy-Verfolgungswahn geheilt wird, von seinen Selbstvorwürfen, mit denen er sich unentwegt seit dem Tode von James Dean herumplagte. Den Richtern hatte er in aller Offenheit erzählt, wie er und Jimmy Freunde wurden: „James Dean kam als Käufer zu mir. Ich war damals Porsche-Vertreter in Los Angeles. Der Filmstar interessierte sich für die tollen Autos aus Germany. Er erschien immer wieder auf der Bildfläche, da wusste ich, dass ich einen neuen Freund gefunden hatte.

 

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Wir fanden durch Fachsimpeleien zueinander, sprachen über PS, über Motordrehzahlen, diskutierten über hochverdichtete Motoren, über Autorennen.  Auch an dem schönen Septembertag 1955 war das so.

 

‚Jimmy‘, habe ich gesagt, ‚komm, dreh mal ein paar Runden‘. Ich lud ihn ein zu der Todesfahrt, obwohl ich wusste, dass er nicht Autofahren durfte. Der Film „Giganten“ war gerade fertig geworden, James galt als die größte Hoffnung Hollywoods. Den Regisseuren war seine Autoleidenschaft bekannt, deshalb hatten sie ihm das Fahren verboten“.

 

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An dieser Stellte unterbrach Rolf Wütherich seinen Redeschwall im Gerichtssaal. Seine Augen blieben an den Menschen haften, die sich damals im Obergeschoß des Stuttgarter Justizgebäude im Zuschauerraum zusammendrängten: Freunde von einst, Nachbarn aus Bad Cannstatt. Da saß auch der Mann, der die Polizei gerufen hatte, als seine Doris blutüberströmt neben dem Kamin zusammengebrochen war!

 

Er, Rolf Wütherich, hockte apathisch daneben,  auf das blutbesudelte Messer starrend, das einen Meter weiter weg lag.

 

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Mit einer Handbewegung verscheuchte  Wütherich die Gedanken an das beinahe tödliche Geschehen. Ließ noch einmal den Augenblick lebendig werden, in  dem die Jugend der Welt eines ihrer größten Idole verlor:

 

„Die Tachonadel zitterte. Wir fuhren über 190.  Ich sehe noch den Asphalt vor mir. Es ging geradeaus, schnur geradeaus. Jimmy am Steuer, lässig, lächelnd. Ich sah ihm an, das Auto machte ihm Spaß! Plötzlich vor uns ein anderer Wagen. Um Himmels willen! Wo kam der weg? Dann war’s aus, aus und vorbei. Nach 4-tägiger Bewusstlosigkeit wachte ich im Krankenhaus Pasadena wieder auf!“

 

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Angst und Schuld wurden seine ständigen Begleiter

 

„Ein Jahr behandelten Spezialisten meinen Schädelbruch, meine Unterschenkel-, Oberkiefer- und Beckenfrakturen. Obwohl mich die Ärzte wiederherstellten, kam ich über den Tod meines Freundes nicht hinweg. Tagelang, nächtelang machte ich mir Vorwürfe. Das Erlebnis wurde zur stärksten seelischen Belastung meines Lebens!

 

Es ist eine untilgbare moralische Schuld, daran bin ich kaputt gegangen…. meine Ehen gingen daran zugrunde…. sein Tod zerstörte mein Leben!“

 

Warum scheiterten seine Ehen durch Jimmys Tod?

 

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„Weil ich seit damals Angst hatte, Angst vor allem, Angst vorm Autofahren, Angst vor Frauen, Angst zu versagen“.

 

Davor kannte Rolf Wütherich keine Furcht!  Obwohl den Test- und Todesfahrer, den Tausendsassa Bergungsmannschaften sehr sehr oft  heil aus völlig demolierten Autowracks herauszogen.  Ein halbes Dutzend Mal stürzte er bei Bergrennen und Autorallys in den französischen Seealpen in Abgründe. Er brach sich die Knochen, kam aber immer wieder auf die Beine. So sagte dann auch der Schwurgerichtsvorsitzende im Prozess damals: „Sie sind einer der wenigen Menschen, die neben viel Pech auch ungeheures Glück gehabt haben“.

 

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Wütherich nickte. „Ja, ja, Glück habe ich gehabt, wenn es um Motoren, um Sekunden, ums Zeitfahren und um Bergprüfungen ging. Aber im Leben? Glück im Leben, ich ?”  

 

Schwere Schuld habe er auf sich geladen und reihenweise Unglück gesät, meinte er. Schuldig fühle er sich auch am Tod der beiden jungen Mädchen, die sich am 19. Oktober 1959 aus dem 14. Stockwerk eines Hamburger Hochhauses in die Tiefe stürzten. Bevor die Teenager aus Kummer über Jimmys Tod starben, ritzten sie sich mit einer Rasierklinge ein großes „J“ und ein großes „D“ in den Arm.  Dann hörten sie gemeinsam  das „Ave Maria“ und mit dem Ruf „Jimmy, wir kommen!“ beendeten sie ihr Leben.

 

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Nach einem Jahr in der Psychiatrie war er wieder frei. Seine Freunde von einst blickten weg. Porsche setzte ihn auf die Straße. Unter dem Rausschmiß litt er furchtbar. Er wollte es „denen da oben zeigen“, machte sich selbständig, das ging schief, weil er mit Depressionen und Selbstmordgedanken ins Krankenhaus eingewiesen wurde und die Arbeit liegenblieb. Danach stellte ihn eine Motorenbaufirma ein. Nach 3 Jahren wurde er Vertreter einer Ölfirma. Das Geschäft lief solange gut, bis sich die Amerikaner entschlossen, nur noch über den Großhandel zu vertreiben, dafür nutzten sie die von Wütherich aufgebaute  Infrastruktur.  Der Geschaßte fing bei einer Stuttgarter Gebäudereinigungsfirma an, fuhr 1975 sein letztes Rennen: 6 Stunden Hockenheim.

 

Ein Fehler, denn zu Hause holten ihn die Erinnerungen in Form der Briefe von James Dean-Fans wieder ein.  Er flüchtete vor ihnen, zog mehr als ein dutzendmal (!) um. Doch die Briefflut ebbte nicht ab.  Günter (23) aus Mülheim/Ruhr schreibt: „Ich bin ein so großer Fan von Jimmy, dass ich mir seinen Namen auf die linke Brust tätowieren ließ“.

 

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Oder Monique aus As in Belgien: „Besuch uns mal und erzähl uns was über Jimmy. Ein Hotelzimmer ist für dich im ‘Le Meridien’ schon reserviert“.

 

Viele Briefe waren wochenlang unterwegs, wurden von einer Stadt in die andere geschickt, immer zum nächsten Wohnsitz. Wie dieser, der in Fulda abgestempelt ist:„Herrn Rolf Wütherich, Siegburg, Stadtrand“. Rolf Wütherich schweißgebadet in seinem letzten Interview: „Ich komme von James Dean nicht los“.

 

All diese Dokumente einer Filmepoche übergab Rolf dem Bünder, der sie auf seinem Dachboden verwahrte.  Sie  würden dort immer noch verstauben, wenn sie bei Sanierungsarbeiten in einem alten rissigen Lederkoffer nicht entdeckt worden wären.

 

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“Der Tod”, sagt der Freund aus der Zigarrenstadt, “hat beide auf schockierende Weise vereint: Beide starben in einem Auto, Jimmy in der Wüste Kaliforniens, Rolf in einem Vorgarten in Kupferzell”.

Immer am 30. September wird die Erinnerung an sie wach, der Todestag von James Dean. Er war 24, als er starb. Eine magische Zahl! Denn mit 24 träumte Rolf Wütherich vom Leben in Amerika.  Drei Jahre später flog er hin, wollte Karriere machen, viel Geld verdienen. Einen  märchenhaften Aufstieg erleben wie den eines Tellerwäschers zum Millionär. Für den Porsche-Mechaniker war dieser Sprung zum Greifen nahe.

 ”Aber James‘ Schutzengel ließen  nicht zu, dass Rolf Wütherich durch makabre Geschäfte mit dem Tod seines besten Freundes Reichtum scheffeln wollte”, sagt  der Bünder  nachdenklich.

 

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Im und rund um das James Dean - Museum in Fairmount findet alljährlich ein Riesen-Festival statt (2011: 22. - 25.09.).

E-Mail-Kontakt: Fairmount Historical Museum

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Scharfe Ganovin will wieder fette Beute machen - aber diesmal nicht bei der Commerzbank….

 

Gaunerei mal anders rum: Hier hat nicht ’ne Bank einen Kunden ausgeplündert, sondern eine aus Holsen stammende Bankangestellte ihren Brötchengeber! Detektive jagen sie jetzt.

 

Nicole Hahn (34) wollte endlich mal so reich sein wie einige ihrer Kunden. Weil sie’s mit ihrem Gehalt nicht schaffte, klaute sie gemeinsam mit ihrem Nachbarn Michael (37) den Tresor in ihrer eigenen Bank leer. Damit sich der Coup echt lohnte, ließ Nicole zum Tattag noch eine Extraportion Geld anliefern. Ein gepanzertes Fahrzeug hatte schlappe 100.000,- EURO mehr als sonst an Bord.

 

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Schade, nach dem Diebstahl hätte alles so schön werden können, aber leider segnete Komplize Michael das Zeitliche. Er starb vor lauter Aufregung am Herz- und Kreislaufkollaps nach dem 1. Prozesstag nachts in seiner Zelle. Ihm war klar geworden, dass er bei einer Verurteilung länger im Gefängnis bleiben müsste als die lebenshungrige Nicole. Im Klartext hieß das: Sie verfügte über die Kohle, er schaute in die Röhre! Na,  das waren ja herrliche Aussichten! Bei soviel Perspektivlosigkeit machte die Blutzirkulation ein paar Hüpfer zuviel. Der Lebensmotor geriet ins Stottern. Eine rechtzeitige Inspektion erfolgte leider nicht mehr. Erst am Morgen wurde er mit irreparabler Batterie aufgefunden und ins Leichenschauhaus übergeführt. Damit hatte jemand anderer anstelle irdischer Richter ein unerwartet hartes Urteil gegen ihn gefällt.

 

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Räuberin Nicole erhielt  3 ½ Jahre Haft, Michaels Papa 4. Nach der Halbzeit kam sie auf Bewährung raus. Ihre Freiheit nutzt die  Charmante auf ungewöhnliche Weise!  “Ich suche einen Millionär, damit ich mein Vermögen verzigfachen kann bei den so niedrigen Zinsen,“ lispelt sie  zauberhaft naiv im Gespräch mit www.boulevard-buende.de

 

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Was denn für ein Vermögen? Hat sie in der Gefängnis-Wäscherei so gut verdient? Nein,  das nicht, ihr Reichtum hat ’nen anderen Grund. Von den gestohlenen 405.465,- EURO sind seit dem erfolgreichen Beutezug  390.000,- EURO verschwunden. Die liegen vermutlich bei der UBS oder Credit Suisse oder der Kantonalbank in der Schweiz, wo sie sich  bei 3 % um satte 11.700,- EURO p.a. vermehren!

 

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Nicole geht das aber wohl nicht schnell genug. Sie, die ihre Bewährungszeit beanstandungsfrei hinter sich brachte, macht sich per Kontaktanzeige auf die Suche nach einem noch vermögenderen Mann. Im Internet schreibt sie über sich nur Gutes:

 

„Ich bin lieb, ehrlich und immer super pünktlich“.

 

Ehrlich? Da ist die arg gebeutelte Commerzbank zusammen mit den Strafrichtern ganz anderer Meinung! Der Ex-Arbeitgeber zog nämlich gegen die diebische Elster nach deren Haftentlassung vors Gericht, forderte Schadensersatz.  Die Ex-Angestellte des Goldbuchstaben-Instituts zog bedauernd die Schultern hoch und beteuerte: „Ich weiß wirklich nicht, wo die Beute ist“.

 

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Ihre Lehre machte die Räuberin, na wo wohl? Bei einem Anwalt + Notar!

 

Die Richter glaubten ihr kein Wort und verdonnerten sie,  die geklaute Summe zurückzuzahlen. Die Geldhungrige mit dem ungezügelten Appetit nach noch mehr Zaster denkt nicht dran! Ihre Mutter Petra (54), Putzfrau, ist fassungslos über den Ausrutscher ihrer Ältesten: „Ich war immer so stolz auf meine Tochter, denn Nicole hatte es von uns allen am weitesten gebracht“.

 

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Bis ihr dieses dämliche Missgeschick passierte! Über Nacht richtete die weiße Rüschenblusen-Kriminelle  durch eigenes Zutun ihre Bilderbuchkarriere zugrunde. Dabei  hatte sie  sooo viel erreicht in ihrem Leben,  musste niemals Kohldampf schieben. 20.000,- EURO Erspartes lagen auf ihrem Konto. Sie blickte auf eine abgeschlossene Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarsgehilfin zurück. Ja, richtig gelesen: Sie arbeitete fast 4 Jahre in einer Anwaltskanzlei! Wusste also gut und böse schön zu trennen. Anschließend versah sie 8 Jahre zuverlässig ihren Job in einer Bank-Filiale. Sie düste, wenn sie Lust hatte, für ein paar Tage schnell mal mit Freundin Rita (34) und Nachbarfilius Michael nach Mallorca, Ibiza oder auf die Kanaren.  Urlaubte mehrere Wochen im Jahr in der Karibik. Kutschierte stolz in ihrem Traumauto umher, einem schwarzen Mercedes SLK mit beigen Ledersitzen. 15.000,- EURO hatte sie dafür bar hingeblättert, den Rest zahlte sie pünktlich in Monatsraten.

 

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Ihre Gier  hat Nicole dann um den Verstand gebracht! Sie schickte früh morgens vor Geschäftsöffnung ihren Nachbarn Michael in’s Bankgebäude  und ließ  ihn aus dem Tresorraum einen  Batzen Geld stehlen. Anschließend täuschte  sie verabredungsgemäß einen Überfall vor. Warum das denn?  Mutter Petra im Gespräch mit www.boulevard-buende.de glaubt:

 

„Sie wollte immer auf eigenen Füßen stehen und mir nicht zur Last fallen. Mit 16 trug Nicole Zeitungen aus, begann nach dem Realschulabschluß eine 3-jährige Lehre in dem Anwaltsbüro. 6 Monate nach ihrer erfolgreichen Abschlußprüfung starb der Chef, die Kanzlei wurde  geschlossen“.

 

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Die Miete für die  eigene Wohnung, die großzügigen Lebenshaltungskosten, dafür brauchte Nicole dringend Moneten und einen neuen Job. Sie bewarb sich bei der Commerzbank und wurde sofort genommen. Kunden aller Filialen lobten schon bald ihr freundliches Wesen, ihre Warmherzigkeit.

 

In einer Disko verliebte sie sich in Torsten (35), heiratete ihn 8 Monate  später  schön in weiß gehüllt. Durch die Hochzeit veränderte sich ihr Leben nicht: „Zuerst mach‘ ich Karriere und jedes Jahr schön Urlaub. Später kann ich dann immer noch Kinder kriegen“, meinte sie zu ihrer Mutter.

 

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Mit 25 bekamen ihre schönen Lebensplanungen einen erheblichen Dämpfer: Mama erkrankte an Eierstockkrebs. Nicole litt mit, Nicole zitterte mit, Nicole betete für ihre Mama, Nicole nahm unbezahlten Urlaub und stand der Rekonvaleszentin in der „Klinik Sonneneck“ in Wyk auf Föhr tröstend  zur Seite.

 

Dies alles geschah  ausgerechnet  zu einem Zeitpunkt, als sie selbst  Zuspruch brauchte. In Nicoles Ehe kriselte es heftig. 12 Monate später kam es nach nur 4 Jahren Ehe zur Scheidung.  Nicole begab sich in therapeutische Behandlung, wurde während des 4-tägigen Prozesses gegen die Bankräuberin, ihren Komplizen Michael und dessen Vater Rudolf (59), bekannt.

 

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Die Männer hatten Nicole zur Herausgabe des Schlüssels für die Bankfiliale überredet. In den Gerichtsakten steht auf Blatt 537, weshalb die Angestellte mitmachte: „Der Vater bedrohte mich. Würde ich Michael nicht den Schlüssel  geben,  erginge es zuerst meinem Auto schlecht“.

 

Die Gaunerin im Prozeß: „Mein Auto! Es war mein Traum, ganz neu, die wollten mein Auto kaputt machen! Ich dachte an Bremsschläuche und so,  bekam richtig Angst um mein Leben!  Was hätte mir alles passieren können!“ 

 

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Nicole zum Räuber: „Hab’ keine Angst, die Überwachungskamera ist bloß ’ne Attrappe!“

 

Die angebliche „Todesangst“ überzeugte die Richter nicht. „Sie hätten sich doch der Polizei offenbaren und Bankräuber Michael in eine Falle tapsen lassen können“, meinten die. Statt dessen tat Nicole was anderes. Sie sorgte dafür, dass zum Zeitpunkt des Banküberfalls richtig viel Geld im Tresorraum lag. Der Richter zur Angeklagten: „Warum haben Sie nicht mit der Kripo zusammengearbeitet? Im Tresorraum hätten Polizeibeamte dann gewartet und den Räuber mit Handschellen begrüßt“. Nicole: „Ich hatte Mitleid mit der Familie, die war hochverschuldet. Ihr Haus stand vor der Zwangsversteigerung“.  Gerettet haben Vater und Sohn ihr Dach über’m Kopf dennoch nicht, trotz der fetten Beute. Auch deshalb wird gemunkelt, das Nicole die Kröten in sicherem Gewahrsam hat. 

 

 

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Am Tattag, 06:30 Uhr trafen sich Michael und Nicole an einer Tankstelle. Sie reichte ihm augenzwinkernd aus dem runtergekurbelten SLK-Autofenster den Schlüssel für einen Nebeneingang der Bank. Er lächelte dankbar, denn er wusste seit einer Ortsbesichtigung in einer Mittagspause aus der Vorwoche von Nicole, dass die Tresorschlüssel im Vorraum in einem Schlüsselkasten an der Wand hingen. Den brach er mit einem Schraubenzieher auf  und ratzfatz war der Schuft mit dem vielen Pulver verschwunden. 

 

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‘ne Maskerade brauchte er nicht, weil er von Nicole wusste, dass es im Tresorraum nur eine einzige Überwachungskamera gab, eine Attrappe! Die war nicht so teuer wie ‘ne echte, schließlich haben Bankkaufleute Sparsamkeit gelernt. Unbeobachtet gelangte Michael an die vielen Geldbündel, verstaute 405.465,- EURO in einer schubladengroßen Supermarkt-Keksdose sowie in 2 Geldkassetten. Fuhr angeblich direkt nach Hause und übergab alles  seinem Vater. Der sagt: „Ich hab’ von den Möpsen nix gesehen“. Jedenfalls ist seitdem das meiste Geld weg. Der Garten hinter’m Haus von Vater und Sohn wurde zwar quadratzentimeterweise  von einem Polizeieinsatzkommando umgegraben, zum Leidwesen der geschädigten Banker umsonst.

 

Mehrfach fragten die Richter im Laufe des Prozesses nach dem Geldversteck. Die  Angeklagten sahen sich feixend an und schwiegen.

 

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Das Nicoles geschilderte Todesangst gelogen war, machte das Gericht deutlich an Hand einer SMS, die die Lebenshungrige um 12:51 Uhr,  3 Tage nach dem Bankraub von ihrem Handy an Michael sandte: „Schicksal bedeutet für mich, sich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu befinden, um glücklich zu sein. Ich war am richtigen Ort zur richtigen Zeit“. Damit meinte sie den Fette-Beute-Machertag, als sie um 06:55 Uhr in ihrem PKW etwas entfernt von der Bank stand und beobachtete, wie Michael seelenruhig aus dem Gebäude kam, in sein Auto stieg und ohne Eile davon fuhr.

 

Bank-Detektive beobachten Nicole auf Schritt und Tritt

 

Diesem elektronischen Liebesbrief folgten Nicoles Festnahme und Haftbefehl 7 Tage nach dem Verbrechen. Weitere 8 Tage später klickten die Handschellen um die Gelenke ihrer 2 Komplizen.  Nicole, während ihrer Schulzeit immer schlecht im Fach Musik, hatte in den polizeilichen Vernehmungen so wunderbar „gesungen“, dass es für die Ermittler ein Leichtes war, der 2 Mittäter habhaft zu werden. Für ihre Tonkunst erhielt die Sopranistin von den Richtern Strafrabatt.

 

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Dem Prozess sah das durchtriebene Nachbarschafts-Trio gelassen entgegen. Auf ein schönes Leben nach dem Gefängnisaufenthalt freuten sich Vater, Sohn und Nicole. „Diese Rechnung wird nicht aufgehen“, meinte ein Banker im Gerichtssaal. „Denn sobald sie ihren Fuß wieder in Freiheit setzen, heften sich Detektive an ihre Fersen. Die 3 werden auf Schritt und Tritt beobachtet. An die Beute kommen sie nicht ran“.

 

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Die Angst, bis zu 10 Jahre hinter Gittern schmoren zu müssen und danach von dem geklauten Geld nichts zu haben, raubte Michael die letzten Nerven. Aufgeregtheit und hoher Blutdruck erzeugten einen panikartigen Zustand. In der Nacht zum 2. Prozeßtag fanden Justizbeamte den Tresorentleerer tot in seiner Zelle.  Abends hatte er sich noch das leckere Puten-Cordon-Bleu mit Kartoffeln und Mischgemüse aus der Gefängnisküche schmecken lassen. Morgens war er tot. Die Obduktion ergab: Selbstmord oder Tod durch Fremdverschulden schieden aus. Es war die Aufregung um’s  Geldversteck, die Michaels Herz zum Stillstand brachte.

 

Gegen die übrig gebliebenen 2 Angeklagten verhängte das Gericht diese Urteile: 4 Jahre Haft wegen Hehlerei und Begünstigung für Michaels Vater Rudolf,   3 1/2 Jahre  wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall für Nicole.

 

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Seit ihrer Haft-Entlassung sucht die Räuberin nun einen reichen Mann: „Der soll nicht nur gut aussehen, sondern auch genügend Pinkepinke haben, um mir ein schönes Leben bieten zu können“.

 

Vielleicht braucht sie auch nur jemanden, um den Bank-Detektiven ein Schnippchen zu schlagen? Denn den Typ an ihrer Seite könnte sie gut als Bevollmächtigten in die Schweiz schicken, wo die Beute vermutet wird. Nicole bleibt schön zu Hause, beäugt von den zweibeinigen Spürhunden. Während dessen wird das Schweizer Konto von ihrem Busenfreund leer geräumt.  „Superidee, oder?“ argwöhnt ihre Mama.

 

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Für die gelackmeierten Banker eine Schüttelfrost erzeugende Vision!

 

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Der Anruf aus Spenge traf Ulrike (35) und Lothar (36) in ihrer Mietwohnung an der Bünder Bahnhofstraße wie ein Blitz aus heiterem Himmel: „Was ich dir noch sagen wollte“, flötete Christiane (37) zynisch durchs Telefon, „Magdalena bleibt bei mir. Die fährt nicht mit euch in den Urlaub nach Büsum. Alles weitere schreibt dir mein Anwalt“.  

 

Noch ehe der Vizechef eines Supermarkts antworten konnte, hatte seine Ex den Hörer aufgelegt. Dies war der Anfang einer Kampfhandlung mit dem Ziel: Ehebrecherin Christiane, von Beruf auch noch Sozialpädagogin, wollte sich mit einem üblen Trick das alleinige Sorgerecht für die 5jährige gemeinsame Tochter Magdalena sichern!

 

 

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Begonnen hatte das Kinderdrama vor 2 Jahren. Ehemann Lothar kam am Freitag Abend nicht wie üblich zwischen 21 und 21.30 Uhr nach Hause, sondern schon kurz nach 19:00 Uhr. „Ich wollte meine Frau überraschen und mit ihr nach Bielefeld ins Kino gehen“.

 

Die Überraschung gelang perfekt! Allerdings anders, als es sich der 7 Jahre zuvor mit Christiane eins gewordene Hobbypianist vorgestellt hatte.  Sein 1 Jahr älteres Glühwürmchen befand sich gerade mit einem gleichaltrigen Liebhaber in Ekstase- und das auch noch in Lothars Ehebett!  „Mir blieb die Spucke weg! Bis dahin hatte ich von den ehebrecherischen Beziehungen meiner Frau zu einem unserer Nachbarn nicht den blassen Schimmer einer Ahnung. Sexuell schien unsere Beziehung völlig in Ordnung zu sein“.

 

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Lothar diskutierte nicht, packte eine Reisetasche plus Alukoffer und zog zu seinem Schulfreund Richard (36). Sein Rauschgoldengel, Naturhaar dunkelbraun, jetzt industrieblond,  unternahm auch in der Folgezeit nicht einmal einen Erklärungsversuch. „Dabei gilt sie im Kollegenkreis als äußerst eloquente Beißzange, tritt selbstbewusst auf, ist redegewandt, wenn sie mit ihren Freundinnen im „Da Fabricio“ sitzt, in der „Knolle“,  im „tom tom inn“ oder beim „Metzger mit dem Zopf“. Christiane, die Erziehungswissenschaftlerin, die jedem alles verständlich machen kann! Nur für ihr zweistimmiges Sinfoniekonzert in meinem Schlafgemach, da fehlten ihr die Worte“, macht sich Lothar heute über seine Freeclimberin lustig. „Die sich von mir beim Gipfelsturm erwischen ließ“, lacht er sich eins ins Fäustchen. Und dann todernst: „Für so blöd hätte ich die Lustmolchin nicht gehalten“.

 

 

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Ihren selbstgewählten Lehrauftrag in punkto Lebenshunger, Leidenschaft, Begierde und Geschlechtstrieb schloß Christiane jedenfalls erfolgreich ab. Von ihrer Leihgabe, Werbegrafiker Rolf (37), trug sie  alsbald eine Keimzelle in der Gebärmutter. Heute lebt sie mit Eduard (2), der damaligen Leibesfrucht, und dem Erzeuger in der Nähe vom Hücker Moor.

 

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Lothars Schicksal blieb nicht geheim. Einer Arbeitskollegin gingen die nackten Tatsachen so sehr zu Herzen, dass sie ihm beim Einräumen der Regale Trost spendete. Ulrike war es ähnlich ergangen. Ihr Freund Klaus (32) entpuppte sich als Weiberheld. Sie machte nach 6 Jahren Schluss.

 

Aus Zuspruch wurde Sympathie.  Aus Wohlgefallen  Freundschaft. Dann Interesse, Liebesgefühle, der erste Kuss folgte zwischen Käsetheke und Tiefkühltruhe. Lothar und Ulrike zogen zusammen. Das Besuchsrecht seiner kleinen Tochter wurde einvernehmlich geregelt. Alle 2 Wochen war die 5jährige von Freitag Mittag bis Sonntag Abend beim Papa. In den Ferien wurde Magdalena gerecht „aufgeteilt“.

 

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Der Zündstoff entwickelte sich langsam aber stetig. Die Tochter machte keinen Hehl daraus, dass sie sich beim Vater und der Stiefmutter  wohler fühlte als im alten Zuhause.  „Nach dem dies allen deutlich geworden war, sorgte  meine Ex fortlaufend für Probleme“, erzählt Lothar  www.boulevard-buende.de

 

 

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Christiane begann einen Kampf der 1000 Nadelstiche. Stand Lothar vor der Tür, um Magdalena abzuholen, verweigerte die Ex die Herausgabe des Kindes mit der Behauptung: „Die Kleine liegt mit Fieber im Bett“.  Für die Wahrheitsüberprüfung verweigerte die Giftspritze den Zutritt ins Haus. Andere Male holte sie das Mädchen Freitags 2 Stunden früher vom Kindergarten ab, obwohl der Papa an jenem Wochenende sein Recht auf Magdalena  hatte.  Mutter und Tochter fuhren dann einfach spazieren,  gingen Eis essen und Shoppen. Der Kleinen erzählte sie, der Papa hätte sie nicht lieb und darum nicht zu sich genommen. “Es kam auch vor, dass das Weibsbild mir vorlog, die 5jährige hätte Sehnsucht nach der Oma gehabt. Dort sei sie nun über’s Wochenende.

 

Das Ende vom Lied: ich musste  ständig das Jugendamt einschalten  und mir eine Anwältin nehmen“, zeigt sich Lothar verärgert. „Er musste seine Rechte durchfechten,  die ihm diese Schreckschraube streitig machte. Darunter litt er zusehends“, teilte Ulrike sein Leid.

 

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„Es war die Angst, Magdalenas Zuneigung vollends zu verlieren, darum wurde die missgünstige Hetzerin zum echten Mutterschwein“, ist Lothar überzeugt. „Sie wusste seit einem halben Jahr, dass Magdalena mit Ulrike und mir einen 2-wöchigen Urlaub an der Nordsee verbringen sollte. 24 Stunden vor der Abreise verweigerte Christiane die Herausgabe des Kindes“.

 

Die Begründung erfuhr er bald. „Sie behauptete, ich hätte mich an unserer Tochter sexuell vergangen. Mit einer Eidesstattlichen Versicherung, die mit einer zweiten von ihrem Lebensgefährten Rolf  bestätigt wurde, sollte mir Magdalena für immer weggenommen werden“.  

 

Ein Kinderpsychologe wurde eingeschaltet und eine Glaubwürdigkeitsgutachterin. Magdalena musste mit Püppchen spielen und Strichmännchen zeichnen. Ergebnis: „Der Pimmel des Vaters spielte bei alledem überhaupt keine Rolle. Obwohl angeblich  der Papa die Kleine beim gemeinsamen Baden in der Wanne zwang, sich mit dessen Geschlechtsteil zu vergnügen“, ereifert sich Ulrike gegenüber www.boulevard-buende.de

 

 

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Einhellige Meinung aller, die über das Kindeswohl zu entscheiden hatten: „Die Vorwürfe sind frei erfunden.“ Magdalenas Papa darf sein 14-tägiges Besuchsrecht auch in Zukunft ausüben. Er darf auch mit dem Mädchen in Urlaub fahren. Gegen Christiane läuft ein Ermittlungsverfahren wegen falscher Anschuldigung. Vermutetes Motiv: Wut darüber, dass Lothar  und Ulrike mit Magdalena glücklicher zusammen leben als die Ehebrecherin und Rolf, ihr in flagranti erwischter Liebhaber. 

 

Christianes Rachsucht ist kein Einzelfall:

Diese böswillige Tochter trieb ihren Vater in den Ruin

 

Sie waren eine glückliche und zufriedene Familie, die Kleinmanns. Ihre heile Welt zerbrach über Nacht. In jener, in der um 2:30 Uhr Tochter Jessica (16) im Bad des Elternhauses nach geheim gehaltener Schwangerschaft ein gesundes Mädchen gebar. Stunden später tötete sie es gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Freund Hans. Als Entschuldigung für ihre schlimme Tat gab die Schülerin an: „Mein Vater hat mich als Kind bestimmt 40 Mal zum Geschlechtsverkehr gezwungen“.

 

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Der 51jährige wurde verhaftet. Sein gut gehendes Geschäft ging pleite. Der selbstständige Kaufmann ist ruiniert. Jessicas Rechnung ging auf! Wegen Totschlags an ihrem Baby wurde sie rechtskräftig zu nur 2 Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Den eigenen Vater aber bestrafte sie für immer. Mit einer betroffen machenden Schmutzkampagne!

 

Angst, nichts als Angst vor ihrem bestialischen Vater sei es gewesen, als sie aus schierer Verzweiflung ihr Baby nach Absprache mit Freund Hans von diesem umbringen ließ. „Sie ist sexuell haltlos, hat unseren Sohn die Drecksarbeit erledigen lassen“, zeigen sich die Eltern des Täters im Gespräch mit www.boulevard-buende.de erschüttert. „Hansi wurde von Jessica belogen und betrogen. Er handelte im Affekt“.  Auch er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

 

Wie konnte die 16jährige ihren Freund in die Ausweglosigkeit treiben? Ihm  so zusetzen, damit er Hand an das Baby legte?

 

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„Die nehmen mir das Kind weg, geben es zu fremden Leuten. Mich stecken sie danach in ein Heim“, jagte sie Hans Angst davor ein, dass sie sich nie wiedersehen würden. Ihren Vater schilderte sie dem hörigen Freund gegenüber als brutalen Schläger: „Wenn Papa merkt, dass ich schwanger bin, schlägt er dich tot“.  

 

Hans verzweifelte, vertraute sich seiner Mutter an. Die riet zur Abtreibung. Da log Jessica: „Ich habe einen Onkel in Hannover, der ist Frauenarzt. Der macht das schon“. Erst nach der 17. Schwangerschaftswoche, als nicht mehr an Abtreibung zu denken war,  kam die Wahrheit ans Licht. Den verwandten Gynäkologen gibt es überhaupt nicht!

 

Belogen hat Jessica ihren Hans auch, als sie ihm in der ersten Liebesnacht zuflüsterte, er sei für sie die erste und ganz große Liebe. „Für mich war Jessica das erste Mädchen“, beichtet er www.boulevard-buende.de  Nach der Kindstötung erfuhr er, dass sich die Schülerin schon mit 5 anderen Jungs vergnügt hatte. Es gibt einen flammenden Liebesbrief Jessicas an einen von Hänschens Vorgänger, in dem es heißt: „Wann schläfst du endlich wieder mit mir? Dich will ich! Die anderen sind mir egal!“

 

Hans unter Tränen: „Meine Gefühle waren so rein. Ich hab’ sie einfach gern gehabt…Und jetzt das…Sie war mir nicht treu, hat mich hintergangen…“ Fassungslos wischt er sich Tränen aus dem Gesicht.

 

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So jung, aber was für eine falsche Schlange! Die Geschichte, Papa sei ihr Vergewaltiger, „der mit mir  40 Mal und mehr den Geschlechtsverkehr ausgeführt hat“, diktierte sie in’s Verhörprotokoll. Es erging Haftbefehl gegen den bis dahin angesehenen  unbescholtenen und erfolgreichen Kaufmann.

 

Ihre Angaben wiederholte Jessica auch in einer weiteren Vernehmung 11 Tage später.  Sogar im Prozess gegen ihren Vater rückte sie keinen Deut von dem schlimmen Vorwurf ab. 

 

Im Gegenteil! Die 16jährige setzte ihren Anschuldigungen noch eins drauf, indem sie erklärte, einmal sei sie sogar mit einer Fahrradkette an eine Heizung gebunden und dann gegen ihren Willen zum Sex gezwungen worden. 

 

Die Wahrheit kam raus, weil Jessica gegenüber einem neuen Freund drohte: „Wenn du mir nicht treu bist, mach ich’s mit dir wie mit meinem Vater. Ich haue dich wegen Vergewaltigung in die Pfanne!“

 

In einem Wiederaufnahmeverfahren wurde Jessicas Vater voll rehabilitiert. Die Tochter zog ihre Anschuldigungen zurück,  gab zu: „Ich hab das gemacht, weil ich von ihm nur 20 EURO Taschengeld im Monat bekam. Ein Witz! Meine Freundinnen kriegten viel mehr. Dabei waren deren Eltern nicht so reich wie meine“.

 

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Heute hat Jessicas Vater seine berufliche Existenz verloren und die Verleumdung hat ihm obendrein 100.000,- EURO Schulden eingebracht. Eingekaufte Ware konnte er nicht bezahlen, er saß ja im Gefängnis! Trotz allem ist er ohne Hass. „Ich wünsche Jessica  das Beste. Vor allem,  dass sie ein ehrlicher Mensch wird“, meint er gegenüber www.boulevard-buende.de  

 

Nicht nur seine Frau hält zu ihm  -  auch noch 63.000 (!) fremde Menschen

Ein angeblicher Kinderschänder wurde von Nachbarn aus dem Dorf gejagt

 

Was für eine Strafe! Zuerst wurde Rolf Potte (51) wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter in 27 Fällen zu 4 Jahren Haft verurteilt. In einem neuen Prozess dann von anderen Richtern 21 x freigesprochen. Die 6 übrig gebliebenen Verfehlungen bestritt er ebenfalls energisch. „ Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen“, weinte er. Seine Frau Ruth hielt und hält fest zu ihm. Beschuldigt hatte ihn Ruth (26), die Tochter seiner Ehefrau Ina (45).

 

 

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In seinem Heimatdorf sprach kein Mensch mehr mit ihm. Nicht mehr mit seiner Frau. Nicht mehr mit seinem Sohn Peter (18). Die Pottes lebten isoliert, geächtet, gemieden von der gesamten Nachbarschaft wie die Pest als Fremde im Ort. Auf ihr Haus wurde mit Fingern gezeigt: „Da wohnt der Kinderschänder“. Die Pottes flüchteten: Das Haus kam unter’n Hammer. Obwohl ihnen per Internet aus ganz Deutschland 63.000 Mal (!) Mut gemacht wurde, durchzuhalten und wohnen zu bleiben. „Die Zeit heilt alle Wunden. Die Leute um euch rum werden wieder normal“, meinten die Anklicker. Eine fatale Fehleinschätzung!

 

 

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Ina Potte im Gespräch mit www.boulevard-buende.de  „Meine Tochter hat unser Familienglück zerstört. Ich habe Ruth geboren, verloren und verstoßen. Ich kenne sie nicht mehr“.

 

 

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Der Ex-HSV-Fan, der sich mit den Kickern Kaltz und Beyersdorffer duzte, nach mehreren Herzinfarkten, Bandscheibenvorfällen und zahlreichen Not-OP’s halbseitig gelähmt ist, hat seine  Stieftochter Ruth nach deren Angaben zwischen dem 11. und 17. Lebensjahr während gemeinsamer Fahrten zu den Fußballspielen des HSV rund 500 Mal sexuell missbraucht. Der Fall kam ins rollen, nachdem Ruth schriftlich als Azubi mit 19 vergeblich die Auszahlung ihres Kindergeldes von ihrer Mutter gefordert hatte. Die zahlte nicht, nahm auch die Drohung nicht ernst, wenn sie das Geld nicht rausrücke, „gebe ich ein Geheimnis preis“.

 

 

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In einem Gespräch mit ihrem Kind, das in Ruths Zimmer im Beisein ihres damaligen Freundes Bastian (heute 26), Sohn eines Lehrers, stattfand, stellte die Mutter klar: „Ihr beide verursacht Kosten für Strom, Heizung, Wasser, Müll. Außerdem bezahlt Papa dir die Kfz-Versicherung für ein Auto, das er dir gekauft hat. Meinst du nicht, dein Kindergeld darf dafür mit verwand werden?“

 

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Ruth antwortete nicht, kochte vor Wut, lachte, sprang auf und verließ wortlos mit ihrem Freund das Haus.

 

Einen Tag später kam ein Anruf von der Kripo: „Herr Potte, bei uns sind schwere Vorwürfe gegen Sie erhoben worden. Kommen Sie mal zur Vernehmung vorbei“. Dies war der Auftakt für ein Fiasko, das 5 Jahre dauerte und mit der Flucht der Rest-Familie sowie der Zwangsversteigerung ihres Hauses endete.

 

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Ex-Freund Bastian ist inzwischen auch von Ruth kuriert:“ Die Finanzen sind ihr größtes Problem. Sie ist immer klamm, kommt nicht mit dem aus, was sie als Verkäuferin verdient. Friseur, Lippenstift, Eyeliner, pfiffige Dessous, modische Blazer, schicke Blusen, Modeschmuck, massenweise flotte Schuhe, das alles schleppt sie ran. Da kam sie auf die Idee, von ihrer Mutter das  Kindergeld zu fordern, von mir verlangte sie die alleinige Zahlung von Miete und Lebenshaltungskosten, wenn ich mir ihr weiterhin  zusammen leben wolle. Sie meinte, sie trage schließlich genug zu meinem Wohlbefinden bei, indem ich mit ihr schlafen dürfe. Bei einem Streit wegen ihres überzogenen Sparkontos - sie kriegte keinen Cent mehr und forderte von mir 200,- EURO,  drohte sie mir mit einer Strafanzeige  wegen Vergewaltigung. Da habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin gegangen“. 

 

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Ruth lebt heute mit einem neuen  Freund in Melle. Sie verdient als Kassiererin Geld in einem Baumarkt.

Wo ihre Mutter, ihr Bruder und ihr Stiefvater leben, will sie nicht wissen. „Mit der Sippschaft hab’ ich abgeschlossen“,  schimpft sie.

 

 

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▶ Comment

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Seit 45 Jahren beobachtet ein Bünder Journalist, wie Medien gefühlskalt und erbarmungslos auf Kosten argloser Mitmenschen Kasse machen. Dass sie Zucht und Ordnung predigen, aber Unmoral und Verunglimpfung praktizieren. Seine Recherchen und Ergebnisse stellt der Ermittler in 2, 3 Jahren in einem Buch vor, Arbeitstitel: Die Jagd nach dem nächsten Opfer. Was er enthüllt, macht fassungslos, ist beängstigend, schauderhaft. Die Geschichten über zweibeinige Schakale, Klingelgangster, Diebe, Hehler, Lügner in Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen jagen einem den Angstschweiß auf die Stirn. Da werden jede Menge Triebtäter losgeschickt, dem einzigen Ziel verpflichtet: Ahnungslose auf’s mediale Schafott zu führen!

 

Eiskalt, unbarmherzig, dem Trieb gehorchend, die Konkurrenz mit Gänsehaut erzeugenden Stories zu schlagen, die Auflage zu steigern, den Konzerngewinn zu maximieren, die Aktionäre zu begeistern, dieser selbst gestellten Herausforderung gehorchend, gehen die schreibenden und knipsenden Menschenjäger tagtäglich kriminell an ihr Vernichtungswerk.

 

Einer von denen, die’s ganz toll treiben, ist „Klingelingeling“-Reporter Jörg Völkerling. Wenn der braungebrannte Smarty vor deiner Haustür steht, Kurzhaarschnitt, modisches Sakko, Jeans, bewaffnet nicht mit Pistole oder Revolver, sondern mit modernsten Hightech-Kameras, lass ihn nicht rein! Meist klingelt er, wenn dich gerade ein Unglück wie’n Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat, du psychisch am Boden liegst und sich ein Familienangehöriger, guter Freund oder Nachbar als Leiche noch warm am Orte der Tragödie oder im Krankenhaus befindet.

 

 

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Die Sünden von „Klingelingeling“-Reporter Völkerling siehst und liest du beispielsweise in „BILD“ und „Frau im Trend“ als menschenverachtenden Ausguss einer schrankenlos gewordenen Pressefreiheit. Wegen „Klingelingeling“-Völkerling und Konsorten forderten erboste Trauerfamilien mehrfach Polizeischutz an.

 

Wenn die Knipserbande schellt und du ahnungslos die Tür öffnest – zackzack, wirst du gleich abgeschossen, digital verewigt und vermarktet wie Gemüse der Handelsklasse A. 

 

Wie Helga Liebler (85), Gefahr erkannt, aber nicht mehr gebannt, die geistesgegenwärtig noch abwehrend die rechte Hand vor’s Gesicht riss und schrie: „Kein Foto, nein, kein Bild von mir!“ Vom nächsten Morgen an konnte sich die allein lebende Witwe das vom „Klingelgangster“ Völkerling gegen ihren Willen angefertigte Konterfei in Zeitungen und Illustrierten begucken.

 

Heute lachst du vielleicht noch über Frau Liebler oder zeigst mit dem Finger auf deinen Nachbarn – und ahnst nicht, dass du selbst schon Morgen das nächste Medienopfer sein kannst!

 

Mit Sabine Hilschenz (45) ging das zum Beispiel so: Die lächelte dich am Montagmorgen aus der Farbgazette „DER SPIEGEL“ an – und du hattest nicht den leisesten Verdacht, für’s sauer verdiente Geld gerade Hehlerware gekauft zu haben. In dem Hochglanzheft wurde nämlich ein geklautes Foto veröffentlicht!

 

 

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Vielleicht hattest du dir bei ’ner Tasse Kaffee 24 Stunden zuvor gerade die „Welt am Sonntag“ reingezogen und vermutetest nicht, dass dich auf Seite 12 eine sympathisch wirkende Frau unter ihren dunkelbraunen Wuschelhaaren auf einem stibitzten Foto anlächelte.

 

Möglicherweise konsumierst du regelmäßig die „Superillu“ und glaubst, was Seriöseres als dieses bunte Bilderblatt gibt’s doch gar nicht. Flötepiepen! Auch da wurdest du, wie viele Leser, für ein Klaufoto abkassiert.

 

Bei soviel Konkurrenz wollte die 0,60 € kostende „BERLINER MORGENPOST“ nicht nachstehen – schwuppdiwupp wurde auch darin ein durch krumme Finger beschafftes Foto auf Seite 18 präsentiert!

 

Mensch, was die Kleinen können, schaffen auch die Großen! „STERN“ – Leser staunten über die Tüchtigkeit der Redakteure, wie schnell die das Foto einer Mama beschafften, die 9 Leichen ihrer Kinder in Blumenkästen auf dem Balkon ihrer Wohnung verscharrte. Der 3-seitige Bericht war wieder eine echte STERN-Schnuppe nach langer Zeit. Weil das Foto, das die Totengräberin Sabine Hilschenz zeigt, Plünderware ist! Für die Diebesbeute zahlte der „STERN“ dem Verkäufer Geld. Allerdings weitaus weniger, als 1983 an den am 27.06.38 in Löbau geborenen Kunstmaler Konrad Kujau, der dem Nachrichten-Magazin gefälschte Hitler-Tagebücher für 9,3 Millionen DM verscheuerte. Beide, Käufer und Verkäufer, wurden durch den Leserbetrug weltbekannt.

 

 

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Am Elend derer mitzuverdienen, die durch eine unheilvolle Katastrophe aus dem Alltagseinerlei gerissen worden sind, das ist das Prinzip derjenigen, die täglich in den Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen darüber grübeln, wo sie ein neues Schlachtopfer finden, um es zur medialen Hinrichtungs-Show auf’s öffentliche Schafott zu führen. Dabei wird vor der Veröffentlichung von Klaufotos nicht Halt gemacht. Wer erwischt wird, reagiert rotzenfrech, wie die Rechtsabteilung des „STERN“, die an den Urheber des entwendeten Fotos schrieb: „Seien Sie versichert, dass wir stets nachprüfen, wer die Verwertungsrechte an den Bildnissen hat, die wir abdrucken. Dies ist auch hier passiert…Mit freundlichen Grüßen  Dr. Kirsten Hendricks“. Das Schreiben ist 15 Zeilen lang.

 

Auch DER SPIEGEL meldete sich fuchsteufelswild aus dem Justitiariat mit der frohen Botschaft an den tatsächlichen Fotobesitzer, „dass wir die Rechte zum Abdruck rechtmäßig erworben haben. Mit freundlichen Grüßen  Brigitte Rolofs“. Die erzürnten Blattmacher hätten besser daran getan, vorm Ankauf des kriminell beiseite geschafften Bildes dessen Herkunft abzuklären.

 

Das unterließen auch die Damen und Herren der „Superillu“, für die die Kanzlei eines Herrn Professor Schweizer aus München darauf hinweist, „dass das in Rede stehende Foto in gutem Glauben erworben und hierfür ein angemessenes Honorar geleistet wurde“. Wie schön! Denn die Honoraraufwendung für die ungeprüft gekaufte Hehlerware holte sich der Verlag hunderttausendfach wieder von ahnungslosen Lesern, die für teures Geld an den Kiosken die „Superillu“ mit dem Diebstahl-Schnappschuss kauften. 

 

Ach, und weil die Veröffentlichung des Plünder-Porträts für die von Herrn Schweizer vertretenen Druckerzeugnisse offenbar ein lukratives Geschäft gewesen ist, beeilte sich der Medienrechtsexperte für die Illustrierte „neue woche“ mitzuteilen, dass natürlich auch dieses Massenmedium „die Rechte ordnungsgemäß erworben und die dazu geforderte Lizenzvergütung entrichtet hat“. Diese Summe, das schreibt er selbstverständlich nicht, haben die nichts Böses ahnenden „neue woche“-Leser doppelt und dreifach durch den Kauf des Blättchens in die Verlagskasse zurückgespült. 

 

 

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Wieviel besser wäre es gewesen, die Damen Hendricks und Rolofs sowie die Herren Schweizer & Co hätten sich intensiver mit § 259 des Strafgesetzbuches beschäftigt, wo es heißt: Hehlerei – Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

 

Warum war das geklaute Foto für die mediale Hehlerbande so wertvoll? Das Diebesgut erwarben und druckten außer den bereits genannten noch jede Menge illustrierte Magazine und Provinzblättchen. So das französische Radaublatt „Detective“ auf dem Titel und im Innenteil auf Seite 6; die „BILD-Zeitung“ x-mal in ihren 21 Lokalausgaben; „BILD am SONNTAG“ war mit dabei; die „Märkische Oderzeitung“. Die ließ über die Berliner Medienrechts-Top-Kanzlei Weberling & Kleinke mitteilen, es sei nicht ihre Aufgabe, die Herkunft des Fotos zu ermitteln. Dreister geht’s nun wirklich nicht!

 

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Ins Rollen gebracht hat alles ein Mann namens Frank König (29), der machte Sabine Hilschenz, der Schwester seiner Mutter, den Garaus. Er ist der moralische Held in diesem Kriminalfall, der ganz Deutschland in Atem hielt! Dem jungen Familienvater war bewusst, was für eine Lawine er lostreten würde und wie sehr er die Familienehre beschmutzt, wenn er die Kripo anruft. „Es kam allerdings viel schlimmer, als ich dachte“, sagt er gegenüber www.boulevard-buende.de.

 

 

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 Die Erinnerung an das, was er entdeckte, nimmt ihm fast die Luft zum Atmen: „Sabine hatte mindestens 9 ihrer 13 Babys getötet und verscharrt. Ich fand beim Säubern des Grundstücks 22 Knochenreste in Blumenkästen, die ich ausleerte. Ich rief die Polizei und empfing die Kriminalkommissarin mit belegter Stimme: ‚Ich glaube, ich habe eine Kinderleiche gefunden…’ Die Beamtin forderte mehrere Kollegen an, alle durchsuchten dann das Gelände“.  

 

Sie kippten einen Blumenkasten nach dem anderen aus, stießen auf weitere Schädelteile und Knochenreste in Eimern. Franks grausige Vermutung bestätigte sich: „Hier lagen die Überreste mehrerer toter Babys. Als Täterin kam nur meine Tante Sabine in Frage“.

 

Bei den DNA-Untersuchungen stellten Ärzte fest, dass die Skelette von 7 Mädchen und 2 Jungs stammten. Die Prozesse zogen sich bis ins Jahr 2009 hin, am Ende lautete das rechtskräftige Urteil 15 Jahre Haft wegen Totschlags an 8 Babys. Wie das 9. gestorben war, konnte nicht geklärt werden. Die Beschuldigte sagte, es war eine Totgeburt.

 

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Auf psychologische Unterstützung ihrer eigenen Familie durch Mutter Marta (83) sowie die 3 am Leben gelassenen Kinder Stephanie (25), Danny (23) und Ivo (22) hofft die „Todesmutter“ in der Justizvollzugsanstalt Duben, 80 km von Frankfurt/Oder entfernt, vergebens. Keiner von ihnen besucht sie im Gefängnis. Sie haben sie im Gerichtssaal nicht 1 x angeguckt, obwohl ihr flehentlicher Blick geradezu um Augenkontakt bettelte. Die Kinder wandten sich demonstrativ ab. Nicht anders war die Begegnung mit ihrem Neffen Frank König. „Ich will mit meiner Tante nie mehr was zu tun haben“, erklärt er mit fester Stimme www.boulevard-buende.de

 

 

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Dabei hatte er es in der Hand, den Verbrechensfall aus Rücksicht auf die eigene Familie - er ist selbst Vater einer 6 Jahre alten Tochter – zu vertuschen. Hat er vielleicht doch einen Moment darüber nachgedacht, die Knochenstücke zu verscharren, zu verbrennen, zu entsorgen, um sich und seine Angehörigen vor Schlagzeilen und Polizeiverhören zu schützen? Denn eins war ihm sofort klar: „Die Überreste befanden sich in Behältern meiner Tante, die sie 2 Jahre zuvor bei uns abstellte. Nur sie allein konnte etwas über die Herkunft wissen, entweder als Täterin oder als Mitwisserin. Ich hätte sie danach fragen können, mein Verhältnis zu ihr war gut. Aber hätte ich von ihr die Wahrheit erfahren? Ob eigene Verwandtschaft oder nicht, hier durften private Interessen keine Rolle spielen. Ich musste die Polizei informieren“.

 

Frank hatte den Mut, die Familie bloßzustellen, sehr wohl wissend, was nach seinem Anruf bei der Kripo „auf uns alle zukommt. Ich hab’s geahnt, aber dann viel Entsetzlicheres erlebt. Am liebsten hätten wir uns alle in einem Mauseloch verkrochen. Oma erlitt einen Schock. Meine Mutter Jutta (58) konnte nur als Feuerwehrfrau verkleidet zum einkaufen gehen. Ohne diese Maskerade wäre sie tot fotografiert worden und nicht durch den Sperrriegel der Journalistenmeute gekommen. Der Belagerungszustand unseres Hauses war so nervig für uns, dass wir nachts keinen Schlaf mehr fanden“. 

 

 

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Die Familienangehörigen verweigerten jedes Interview. Die Herausgabe von Fotos lehnten sie rigoros  ab. Das war für die „Reporter des Satans“ kein Hinderungsgrund, Bilder zu klauen. Ein gefundenes Fressen bei der Suche nach Fotos der „Horrormutter“ war die Bereitschaft ihres letzten Freundes Bernd Behrends (64), für Geld die inhaftierte Lebensgefährtin den Medienhenkern auszuliefern; so ein Judas findet sich überall. Er, Erwerbsunfähigkeitsrentenbezieher, zuckerkrank, stellte alle Zimmer auf den Kopf, räumte unter den Blicken schlagzeilengeiler Journalisten Schränke aus, kramte in Kartons, entleerte Schubladen in der Wohnung, in der er zuletzt mit Sabine wohnte. Es lohnte sich! Er entdeckte Schnappschüsse, die Behrends Bett- und Herzens-Vorgänger von Sabine und deren und seinem Kind Elisabeth auf mehreren Ausflügen angefertigt hatte. Diese wertvolle Ware verhökerte Behrends auf der Stelle an jene, die beim Diebstahl der Aufnahmen auf seine langen Finger starrten.

 

 

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Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl über 5.000,- € wegen Diebstahls. Die Summe entspricht exakt jener, die Spitzbube Behrends nach eigenen Angaben für den Verkauf der Fotografien von BILD-Reportern bekam. Nachzulesen ist das in der Ermittlungsakte der StA Frankfurt/Oder (Az.: 256 Js 22860/07). Der Strafbefehl ist rechtskräftig.

 

Der Axel Springer-Verlag verkloppte dann die Diebesbeute, nachdem er sie selbst zunächst in seinen eigenen Medien an den Kiosken gewinnbringend fast 4 Millionen Lesern untergejubelt hatte. Käufer waren DER SPIEGEL, STERN, Superillu, neue woche, und, und, und. Reingelegt wurde der tatsächliche Eigentümer durch den hinter seinem Rücken stattgefundenen massenhaften Verkauf, Abdruck und die Ausstrahlung der Fotos durch Fernsehsender in der ganzen Welt.

 

 

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Durch tüchtige Anwälte sprang für den Nutzungsrechteinhaber wenigstens noch was heraus. Die Kanzlei Senfft und Partner, Schlüterstraße 6, 20108 Hamburg (Telefon: 040/4502410; Fax: 040/45024141) reichte Klage ein. Zum Prozess rückten der Dieb und seine Abnehmer allerdings gar nicht erst an. Die zahlten lieber vorher schnell einen 5-stelligen Betrag und vermieden so ein peinliches Aufsehen.

 

Heute kräht nach Todesmutter Sabine Hilschenz kein Hahn mehr. Das Geschäft mit ihr ist gelaufen. Am 26. August 2020 wird sie 55, bei guter Führung im Knast ist sie dann frei. Bis dahin hat die Medienmeute auf ihrer Jagd nach neuen Opfern längst wieder fette Beute gemacht. www.boulevard-buende.de kennt schon jetzt bereits jede Menge weitere öffentlich Hingerichtete. Zwei von ihnen erzählen hier anschließend ihr Schicksal. Es folgen in den nächsten Monaten noch viel mehr. www.boulevard-buende.de stellt in lockerer Folge weitere Täter und Opfer vor. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.

 

 

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Wie gewissenlos! Millionen Lesern wurde eine Todkranke als kerngesunde 4-fache Mutter verkauft



Freitag, 12:37 Uhr, nasskalt bei blauem Himmel. An einem frisch ausgehobenen Grab vor dem links 1 ½ Meter hoch aufgetürmten Lehmklumpenhaufen, der mit grünen Kunstrasenteppichen abgedeckt ist, bricht eine Frau im schwarzen Hosenanzug mit einem Schreikrampf zusammen. „Stephanie, Stephanie, verlass mich nicht, mein Kind!“ Die Trauergäste weinen, leisten der halb Ohnmächtigen Erste Hilfe.

 

 

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Es ist nicht der 13., und trotzdem ein schwarzer Freitag! Ein beschämender Unglückstag für die Schmiererzunft deutscher Lügenblättchen, die hier  nur symbolisch in der Gruft versenkt wird. Beerdigt werden eine säuische Moral, schweinische Verstöße, zum Himmel stinkende Missetaten neben der  im Kiefernholzsarg eingebetteten, an Leukämie verstorbenen Stephanie Kumfert, Tochter einer Hartz IV – Empfängerin, 56 Tage vor ihrem 28. Geburtstag. Begleitet von 114 Verwandten und Bekannten, Nachbarn, Hausbewohnern, Freunden, 7 Geschwistern, alles Mädchen, und von ihren 4 Jungs Brian (9), Kevin (7), Dwayne (6), Daimon (4), die sie alleine erzog, seit sie nach der Geburt des jüngsten Kindes vom Vater sitzen gelassen wurde. Beweint von ihrer wieder auf die Beine gestellten, von Verwandten gestützten, eben umgekippten Mutter Michaela (42).

 

 

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Zugeschaufelt wird mit der zuletzt nur noch knapp 40 Kilo wiegenden Toten eine zum Himmel schreiende, pervers perfektionierte Masche von Schmutzfinken, die in Zeitschriftenredaktionen ihr täglich Brot verdienen. Metaphorisch bestattet wird deren über Leichen gehendes Gewinnstreben und ihre ausgebuffte Sucht, vertrauensselige Mitmenschen über den Tisch zu ziehen.

 

Stephanies Tod war grausam.

 

 

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Als sie noch hoffte und lachte, standen bei ihr die Klingelgangster von der Unterhaltungspresse Schlange. Wenn eine junge Frau an Krebs erkrankt, lockt das niemanden der Journaille-Klamauktruppe vor die Tür. Wohl aber, wenn eine dem Tod geweihte alleinerziehende Mutter 4 kleine Kinder hat! Wie Stephanie. Da lassen sich schöne Geschichten stricken, Märchen erzählen, Käufermassen an die Kioske locken und für blöd verkaufen!    

 

Die Rücksichtslosigkeit dieser Vertrauensmissbräuchler beflügelte Stephanies Weg auf den Friedhof. Mutter Michaela erklärt weinend gegenüber www.boulevard-buende.de :„Sie litt unter den Lügen, die über sie öffentlich verbreitet wurden. Sie konnte nicht verstehen, dass in der „Glücks-Revue“ auf einer Doppelseite geschrieben stand „Mutterliebe war stärker als der Blutkrebs“. In Wirklichkeit kämpfte mein Kind mit dem Tod. Stephanies Kurzbesuche zu Hause wurden immer weniger, viel häufiger musste sie zu Daueraufenthalten auf die Intensivstationen von Spezialkliniken.

 

 

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Der Artikel war ein einziger Hohn!

 

Als Stephanie den Bildbericht las, wurde sie sehr traurig. Sie verstand nicht, wie das Märchenblatt schreiben konnte: „Nach 5 Monaten des bangen Wartens, buchstäblich in letzter Sekunde, fand sich endlich ein geeigneter Knochenmark-Spender für die Todkranke. Mit seinen Zellen konnte die junge Frau den Blutkrebs endgültig besiegen. Die Transplantation verlief erfolgreich – Stephanie Kumfert erholte sich überraschend schnell. Nach 8 Monaten konnte sie die Klinik endlich wieder verlassen“.

 

 

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Dabei war sie todgeweiht, sichtbar für alle!

 

„Nicht genug damit, dass mein Kind in der „Glücks-Revue“ durch den Dreck gezogen wurde, auch die „Neue Post“ schmierte munter drauf los, überschrieb ihre sogenannte Medizin-Reportage mit der Schlagzeile: „Meine Kinder gaben mir die Kraft, den Krebs zu überstehen“.

 

Während Stephanie im Klinikum Minden dem Tod näher war als dem Leben fern ab von ihren 4 Kindern, wusste es das „Goldene Blatt“ viel besser! Die geschäftstüchtigen Zeilenschinder legten Stephanie in den Mund, fettgedruckt, 14 cm breit, 2 cm hoch: „Meine Kinder gaben mir die Kraft, den Krebs zu besiegen“.

 

 

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Der Boulevard-Reporter Kurt Gather (64) trieb’s auf die Spitze! Er versprach Stephanie vor’m Interview und der Foto-Anfertigung ein Honorar von 100,- € nach der 1. Veröffentlichung.

 

Weder die 1. Veröffentlichung noch die 2. oder 3. legte der saubere Herr mit den grauen Schläfen der armen Stephanie vor. Ihre Mutter schimpft ärgerlich im Gespräch mit www.boulevard-buende.de : „Dieser Kerl rechnete wohl damit, dass Stephanie nach 2-maliger Knochenmarktransplantation nicht mehr lange lebt! Der Tod meiner Tochter als Honorarersparnis von lächerlichen 100,- €! Ich kann es nicht fassen“.

 

Durch Zufall hörte Stephanie schließlich doch nach 7 (!) Monaten von der „Goldene Blatt“ – Geschichte. Ob es die 1. war, erfuhren sie und ihre Mutter nie. Wutentbrannt schrieb sie an den Reporter:

 

„Sie missbrauchen meine Krankheits- und Leidensgeschichte für die Verfolgung eigener finanzieller Interessen. Sie vermarkten mich mit meinem persönlichen Schicksal. Schlimm, dass Sie für Ihr skandalöses Handeln auch noch Komplizen finden wie das Goldene Blatt und Glücks Revue. Ich werde für Sie und diese Blätter die richtige ‚Reklame’ machen“.

 

2 Tage später schickte Herr Gather einen Verrechnungsscheck der Stadtsparkasse Düsseldorf, Scheck-Nr. 0001007437335 über 100,- € mit dem Vermerk: Lt. Vertrag 9-06  Fotorep.: Krebs besiegt

 

 

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Weil Stephanie dem Honorarversprecher obendrein Betrug und Gaunerei vorgeworfen hatte, nahm der die Hilfe des Deutschen Journalisten-Verbandes in Anspruch, verlangte eine Unterlassungserklärung. Begründung: Er sei kein Ganove, denn das schriftlich vereinbarte Honorar von 100,- € habe sie ja erhalten. Der Vorwurf, Gather habe sie getäuscht, sei falsch.   

 

Kein Wort davon, dass die Zahlung dieses lachhaften Betrages nicht, wie vereinbart, nach der 1. Veröffentlichung erfolgte, sondern erst nach einer Stephanie Kumfert bekannt gewordenen 2., nämlich der in Glücks Revue! Ob und wie viele weitere Veröffentlichungen es vorher gegeben hat, ist bis heute unbekannt.

 

Die Krebskranke nahm den Vorwurf des Betruges nicht zurück. Es kam zum Prozess vorm Amtsgericht (Az.: 143 C 451/07), wo die Siegestrunkenheit des Klägers allerdings einen erheblichen Dämpfer bekam.

 

Physisch und psychisch angeschlagen, leichenblass, aufrecht gehalten durch Medikamente, nahm Stephanie um 13:12 Uhr, gestützt von ihrer Mutter, Platz im Gerichtssaal. Was besprochen wurde, nahm die nur für die Dauer dieser Verhandlung aus der Klinik entlassene Patientin gar nicht wahr.

 

 

Michaela Kumfert erinnert sich kopfschüttelnd: „Ich hielt ihre Hand, Stephanie zitterte, trug ein Kopftuch, um den durch Haarausfall kahl gewordenen Schädel zu verstecken. Sie sah mich aus traurigen Augen an und ich fühlte, was sie dachte: ‚Mama, ich halte nicht mehr länger aus!’“

 

„Auf dringendes Anraten“ des Gerichts, so steht es auf Seite 2, Zeile 7, schlossen Stephanie und Michaela Kumfert mit dem Reporter diesen Vergleich:

 

1.     Die Parteien sind sich darüber einig, die in der Vergangenheit liegenden Geschehnisse unaufgeklärt zu lassen.  

 

2.     Die Antragsgegnerinnen verpflichten sich, es zu unterlassen, sich Dritten gegenüber über die durch vom Antragsteller erfolgte Berichterstattung über sie und die damit im Zusammenhang stehenden Umstände zu äußern.

 

3.     Die Antragsgegnerinnen verpflichten sich weiter, gegenüber der Staatsanwaltschaft zu erklären, an einer Strafverfolgung des Antragstellers wegen einer zivilrechtlich erfolgten Einigung kein Interesse mehr zu haben.  

 

4.     Der Antragsteller verpflichtet sich, keine weitere Berichterstattung über die Antragsgegnerinnen in der Zukunft mehr vorzunehmen.

 

5.     Der Antragsteller verpflichtet sich weiter, an die Antragsgegnerinnen als Gläubigerinnen einen Betrag in Höhe von 500,00 € binnen einer Frist von 2 Wochen zu zahlen.  

 

Der Reporter zahlte innerhalb von 14 Tagen. Was dann jedoch passierte, spottet jeder Beschreibung! Sein Anwalt verlangte postwendend die Herausgabe des noch nicht eingelösten 100,- €-Schecks, den Stephanie wegen ihrer Erkrankung noch nicht zur Bank bringen konnte. 

 

 

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„Als meine Tochter von dieser frechen Schecksperre erfuhr, sackte sie vor meinen Augen am Küchentisch zusammen, stützte ihren Kopf in beide Hände und stammelte: ‚Mama, Mama, was habe ich verbrochen, dass ich so bestraft werde?’ weint Michaela Kumfert im Interview mit www.boulevard-buende.de.

 

Ein Bekannter der Familie sandte dem Reporter einen bitterbösen Brief, darin heißt es: „Da zahlen Sie aufgrund eines Vertrages, den nur Sie allein besitzen und von dem Sie der todkranken Stephanie nicht mal eine Zweitschrift zur Verfügung gestellt hatten, mit 7-monatiger Verspätung ein Honorar von 100,- € und das auch erst, nachdem Mutter und Tochter massiv bei Ihnen per Brief auf den Putz gehauen haben. Anschließend brechen Sie einen Prozess vom Zaun mit dem Ergebnis, dass Sie an Mutter und Tochter auf dringende Empfehlung der Richterin ein Zusatzhonorar bezahlen sollen. Danach haben Sie dann die Frechheit, den 100,- €-Scheck über Ihren Rechtsanwalt von der krebskranken Stephanie zurückzufordern.

 

 

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Schämen Sie sich eigentlich nicht? Denken Sie nur an Geld und nicht an das Leid dieses schwerkranken Menschenkindes? Wir haben im Familien- und Freundeskreis Ihre nicht mehr zu überbietende (soll ich sagen Charakterlosigkeit? Menschenverachtung?) diskutiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie sich Ihre 100,- € einrahmen können. Stephanie will dieses Geld nicht mehr von Ihnen. Sie wird aber den Scheck an Sie nicht herausgeben. Den hebt sie sich auf als Dokument für das Verhalten eines Mannes, der sich „Journalist“ nennt und dessen Verhaltensweise ab sofort jedes weitere Wort überflüssig macht“.

 

Der Brief endet grußlos. Michaela Kumfert: „Ich habe mein Kind nur noch weinen gesehen“.

 

Chemo, Tabletten, Infusionen, zuletzt im Rollstuhl sitzend neigte sich Stephanies gequältes Leben rapide dem Ende zu. Die tapfere junge Frau starb in den Armen ihrer Mama.

 

Von jenen, die mit einer Lügenstory über das Krebs-Schicksal Stephanies dicke Geschäfte gemacht und ihre Konzernbilanz aufgebessert haben, war beim Begräbnis auf dem Friedhof niemand zu sehen. Die Lug und Trug verkaufenden Verlage hatten nicht mal einen Kranz, Blumenstrauß oder ein Trauerkärtchen geschickt.

 

Michaela Kumfert ist davon überzeugt: „Meine Tochter ist ein Opfer dieser Schmierenjournalisten geworden. Nach deren Veröffentlichungen, sie hätte den Krebs besiegt, kam sie nicht mehr zur Ruhe. Die Unwahrheiten haben sie innerlich stets neu aufgewühlt. Bei diesen Erregungszuständen bekam sie Schweißausbrüche, litt unter einem Gefühl der Hilflosigkeit, weil sie arglos zum Spielball von Krawallreportern und Schagzeilenverkäufern geworden war. Von der ganzen geldgeilen Meute fühlte sie sich missbraucht. Sie erlitt bei der Behandlung und in der Rehabilitation schlimme Rückschläge. Ich habe den Verdacht, dass die gewissenlosen Skandalblattmacher Stefanies Krebserkrankung beschleunigten und die Verantwortung für ihr überraschend schnelles Sterben tragen“.

 

 

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Wissenschaftliche Forschungsergebnisse stützen diese Meinung, denn ein von Krebs betroffener Mensch verkraftet die vielfältigen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, Bestrahlung oder schweren Operation wesentlich besser, wenn er sich in einer guten körperlichen Verfassung und in einem guten Ernährungszustand befindet. Optimale Ernährung trägt zum Aufbau neuer Schleimhäute nach einer Chemo und zur Stärkung des Immunsystems bei.

 

Seit den frei erfundenen Veröffentlichungen über die angebliche Krebsheilung litt Stefanie unter Appetitlosigkeit. Enormer Gewichtsverlust in kurzer Zeit war die Folge. Mutter Michaela beobachtete:

 

„Die Aufregung über die Schwindler in den Zeitschriftenredaktionen verhinderten die Nahrungsaufnahme. Ständiges Erbrechen und Durchfall waren deutliche Faktoren für eine Störung des Flüssigkeitshaushalts. Es entwickelten sich erkennbare Symptome der Magersucht. Die Zusammenphantasierer haben den Tod meines Kindes beflügelt“.     

 

Noch Fragen?

 

Michaela Kumfert (Telefon: 0174-2912470)

 

Deutsches Krebsforschungszentrum

Im neuen Heimerfeld 280

D – 69120 Heidelberg 

Telefon: 06221/420

Telefax: 06221/42-2995

 

 

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Da kommt Freude auf, wenn ein 15jähriger 4 gleichaltrige Freunde totfährt

 

„Keiner werfe den 1. Stein, wenn er selbst im Glashaus sitzt!“

 

Petra Eckstein (48), stellvertretende Filialleiterin eines Drogeriemarktes, ist mit den Nerven am Ende. Die Mutter des 15jährigen Andreas wurde nach 2-tägigem Prozess wegen fahrlässiger Tötung in 4 Fällen zu 1 Jahr Haft auf Bewährung und 2.500,-€ Geldbuße verurteilt. Ihr Sohn erhielt 1 Jahr und 9 Monate Bewährungsstrafe, weil er ohne Führerschein in Mamas Auto 4 Freunde im Alter von 14 und 15 Jahren totgefahren hat. Den Pkw-Schlüssel stibitzte sich der Jugendliche vom Küchenschrank, wo er immer lag. Seine Mutter schlief, als er Samstag Nacht gegen 1:00 Uhr den Unfall mit den katastrophalen Folgen verursachte. Richter und Staatsanwaltschaft kreideten der Mutter an, dass sie die Autoschlüssel vor ihrem Sohn nicht sicherer verwahrte, obwohl sie von vorhergehenden Schwarzfahrten des Jungen wusste. Sie sei deshalb für den Tod der 4 Jugendlichen Jonathan (14), Sebastian (14), Maximilian (14) und Frank (15) mit verantwortlich.

 

 

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Mutter und Sohn nahmen den Schuldspruch an, verzichteten auf Berufung: „Damit die Familien der toten Kinder ihre innere Ruhe finden“, begründet Petra Eckstein diese Haltung gegenüber www.boulevard-buende.de. Fügt aber leise hinzu: „Ob ich jemals meinen Frieden finde, das bezweifle ich“. Dass sie ihn nicht findet, dafür sorgen anonyme Briefeschreiber, die die Mutter übel beschimpfen, aber auch anonyme Anrufer, die ihrem Hass freien Lauf lassen: „Ich kaufe hier nicht mehr ein. Wenn ich auf die Straße trete und ins Auto steige, spüre ich die Blicke der Menschen in den Häusern ringsum. Ich hoffe für alle Eltern, die mich verteufeln, dass sie immer genau wissen, was ihre Kinder tun. Sage niemals nie, denn vor dem, was in den Köpfen von Kindern vorgeht, ist keine Mutter gefeit“.

 


Ein schöner Sommerabend, Andreas Eckstein ist bei Freunden zu einem Grillfest verabredet. Übernachtet werden soll in einem Baumhaus. Der 15jährige freut sich so sehr, dass er schon um 17 Uhr mit seinem Mofa vom Elternhaus losfährt. Die Schlüssel für Petra Ecksteins Ford Fiesta, silbermetallic, Baujahr ’95, liegen dort, wo sie immer sind. Einer hängt vor Omas Wohnung am Schlüsselbrett auf dem Flur, der zweite liegt bei der Mutter auf dem Küchenbüffet im Untergeschoß. Andreas schnappt sich mal diesen, mal jenen Schlüssel, wenn er an dem Kleinwagen bastelt oder „mein Auto“ eifrig putzt.

 

 

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Unter der Woche hat Andreas im Ford Fiesta seiner Mutter immer was zu tun. Längst trägt der 75 Ps-starke Wagen seine Handschrift: in den Aschenbecher hat er eine kleine Lampe eingebaut. Die hinteren Scheiben sind mit dunkler Folie zugeklebt. Aus zwei installierten Boxen dröhnt ein ohrenbetäubender Sound.

 

An dem Unglücksabend fährt er auf dem Mofa vor. Einige Kumpels sind schon da, auch ein paar Mädchen, Andy zieht die Blicke aller auf sich mit der Bemerkung: „Heute Abend hole ich noch das Auto“. Später erinnern sich die Zeuginnen: „Das hat er häufiger gesagt, ich habe das nicht ernst genommen“. Eine andere: „Ich dachte, der macht Witze“. Eine Klassenkameradin: „Der war schon immer ein Prahlhans gewesen“. Und noch eine: „Der wollte angeben, immer bewundert werden“.

 

Die Jungs wissen es besser: „Die Schlüssel liegen nachts auf dem Küchenbuffet“, hat er uns erzählt. „Das Auto konnte er immer nehmen“. Mit über 100 hätte ihn die Polizei schon mal geblitzt, hat er gegenüber den staunenden Freunden behauptet. Später weihte er eine Freundin ein, er habe das nur erfunden, um sich wichtig zu machen. 

 

Einer Freundin hat er versprochen, er komme nachts bei ihr vorbei „und hinterlasse dabei meine Visitenkarte. Eine Bremsspur meines Ford Fiesta“. Die 14-, 15-jährigen schauten zu ihm auf, Andreas genoss die Bewunderung und erinnert sich im Interview mit www.boulevard-buende.de : „Die meisten haben gesagt, ist ja voll krass, dass du schon Auto fährst“.

 

 

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Die Unglücksnacht. Petra Eckstein legt sich schlafen, nachdem sie in den vergangenen Stunden zweimal mit ihrem Sohn telefoniert hat. „Ich habe ihm angeboten, ihn jederzeit abzuholen, wenn er nach Hause will“, sagt die Mutter zu www.bouleard-buende.de. „Er hatte sein Handy mit, hätte sich jederzeit melden können“. Ihr Angebot lehnt der Sohn ab. „Nein danke, ich schlafe bei meinen Freunden“.

 

Die Mutter glaubt ihm, geht zu Bett, schläft sofort ein. Sonst hätte sie das Knattern eines Mofas gehört. Andreas ist zurückgekommen. „Ich bin ums Haus gegangen und habe gesehen, dass bei Oma noch das Licht an war. Deshalb bin ich nicht nach oben zu ihr rein“. Er schleicht statt dessen in Mutters Wohnung, macht kein Licht, greift auf’s Küchenbüffet, dort hin, wo immer der Autoschlüssel liegt. Auf Zehenspitzen macht er sich wieder davon, lässt den Ford Fiesta an, der vor der Garage steht, und fährt zurück zu den Freunden. Rund ums Baumhaus ist es still geworden eine halbe Stunde nach Mitternacht.

 

Strahlemann Andreas lässt sich am Steuer des Fiesta von 4 Freunden bewundern. Die steigen alle hinten ein, wollen zu einem Wald-Fest ein paar Kilometer weiter. Angeschnallt ist keiner. Unterwegs steigt vorne rechts noch ein 21jähriger ein, den sie zufällig aufgabeln. Andreas zieht den Fiesta runter durch eine Senke, links rüber dann auf eine Höhe. Kurz vor’m Ziel sieht er eine Polizeistreife, kriegt Angst, dreht, fährt zurück. Auf der ansteigenden Geraden mit den zwei leichten Rechts- und der einen Links-Kurve gerät er mit den rechten Rädern vom Asphalt ab auf das Bankett bei Tempo 115.

 

Andreas verreißt in Panik nach rechts und links. Der Pkw schleudert gegen den 5. Apfelbaum, hinterlässt eine 32 m lange Spur des Schreckens. Der Beifahrer kann sich später an nichts mehr erinnern. Er kommt mit Kopfplatzwunden davon. Andreas ist eingeklemmt, schreit um Hilfe. Nach der Bergung liegt er 10 Tage im Koma, 4 Wochen auf Intensiv, 5 Wochen auf Normalstation mit Rippenserienbrüchen, Kreuzbandriss im linken Knie, Leberriss, Milzriss, Nierenriss, eingefallener Lunge, schwerer Gehirnerschütterung, gequetschtem Lendenwirbel. Für die 4 Mitfahrer hinten kommt jede Hilfe zu spät. Sie können nur noch tot aus dem Wrack und vom Acker geborgen werden.

 

Morgens um 04:30 Uhr klingelten am Hause der geschiedenen Mutter der Feuerwehrkommandant, ein Pfarrer und ein Polizist Petra Eckstein aus dem Schlaf. Verwirrt öffnete sie im mandarinfarbenen Bademantel, starrte die drei Männer an, die von ihr wissen wollten, ob Andreas zu Hause ist. Sie verneinte, wusste ja, dass er bei den Freunden schläft. Einer der Besucher forderte die Mutter auf, doch mal nachzusehen. Sie ging hoch - sein Zimmer war leer.

 

Als sie wieder unten war, fragte der Polizist nach dem Auto. Die Mutter: „Das steht doch vor der Garage!“ Sie ging hinaus, „weil mir das alles auf einmal so komisch vorkam“. Der Fiesta war weg! Dafür war das Mofa da und Andys Helm. Jetzt erst erfuhr die Mutter die Wahrheit. Ein schwerer Unfall, bei dem 4 Jugendliche umgekommen seien. Die Mutter bekam Herzklopfen: „War mein Andreas dabei?“ Angeblich wussten sie es nicht, weil noch nicht alle Autoinsassen identifiziert werden konnten. Um 08:30 Uhr telefonierte Petra Eckstein mit der Klinik. „Ja“, sagte ein Arzt, Andreas sei eingeliefert worden. Man habe seine Papiere gefunden. „Es ist sicher ihr Sohn!“

 

Die Mutter fuhr zu ihm, musste beim Anblick weinen. Schläuche überall, Infusionsflaschen, künstliche Beatmung, Pumpgeräusche und unaufhörliches Piepsen. „Ich habe gebetet, dass Andy durchkommt“.

 

 

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Kaum zu Hause, stand ein Reporter vor Petra Ecksteins Tür, bettelte um ein Foto von Andreas. Die geschockte Mutter weiß noch, wer das war: Tausendsassa „Klingelingeling“ Jörg Völkerling! Petra Eckstein jagte „den Aasgeier“, wie sie ihn empfand, zum Teufel.

 

Ihr Sohn kam durch – für die Medienmeute, die sich nun wie ein verrückter Hornissenschwarm auf den Todesfahrer stürzt! Beim Prozess waren alle da. Aus dem vermeintlichen Schutzbereich, dem Gerichtssaal konnten weder Mutter noch Sohn vor den Kamerabewaffneten Jägern flüchten. Denen war auch völlig wurscht, daß der Richter ein Fotografierverbot verhängte, zum Prozess das Publikum aussperrte und Pressevertreter nur in den Verhandlungssaal einließ mit der Verpflichtung, die Angeklagten zu anonymisieren, ihre Namen nicht zu nennen, keine Fotos von ihnen zu publizieren. Die Reporter pfiffen auf Verbote! Sie lauerten hinter jeder Ecke, im Hof, auf den Fluren, vor der Toilette. 21 Monate Gefängnis bekam Andreas, 2 Jahre Führerscheinsperre und 100 Stunden Sozialarbeit. Die mitangeklagte Mutter erhielt 12 Monate Bewährungsstrafe und 2.500,- € Geldbuße, in Raten zu zahlen an eine Gemeinnützige Einrichtung.

 

Die Strafen sind gering im Vergleich zu dem, was Mutter und Sohn während des Prozesses und danach durchmachen mussten. Fotoreporter verfolgten sie gnadenlos, schossen sie per Tele in Grund und Boden. Dass Petra Eckstein anonym bleiben wollte, der Sohn erst 15 war, spielte für die Henker aus den Zeitungsredaktionen keine Rolle.

 

 

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„Durch die Bildnisveröffentlichung ist Andreas überall erkannt worden und er ist erheblichen Anfeindungen ausgesetzt. Die ganze Familie leidet seit der identifizierbaren Berichterstattung unter psychischen Problemen. Die Mutter verlor ihren Arbeitsplatz, Andreas fand keine Lehrstelle. Alles geschah nach der Veröffentlichung und nicht nach dem Unfall!“ heißt es in der Schmerzensgeldklage gegen den Axel Springer Verlag.

 

Und weiter: „ In dem Wohnort zerbrachen alle Kontakte zu Nachbarn und Freunden. Sämtliche sozialen Bindungen sind abgeschnitten. Dies erfolgte unmittelbar nach der schuldzuweisenden, nicht anonymisierten Berichterstattung in der Bildzeitung - und nicht nach dem Unfallereignis, was nochmals ausdrücklich hervorgehoben wird“.

 

 In dem Artikel sei der 15jährige zu einem Verbrecher abgestempelt und es sei bewusst verschwiegen worden, dass es sich bei der angeklagten fahrlässigen Tötung nicht um schwere Kriminalität (Verbrechen) handelt, sondern „lediglich“ um ein Vergehen. Andreas sei mit einem Bewährungsurteil davongekommen, ein Grund mehr, die an ihm begangene schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung durch die Namens- und Fotoveröffentlichung zu unterlassen. Ein Urteil auf Bewährung beinhalte, dass der Resozialisierungsgedanke Vorrang habe vor der von der „BILD-Zeitung“ an dem Jungen praktizierten gravierenden Verletzung seines Persönlichkeitsrechts.

 

Der Mitarbeiter des Sensationsblattes habe Andreas unbemerkt und ohne seine Zustimmung im Schutzbereich des Gerichtssaals nach Paparazzi-Art abgelichtet und für jedermann erkennbar veröffentlicht.

 

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Gegen die Klage wehrten sich die medialen Scharfrichter mit geradezu unverschämten Frechheiten. Der 15jährige (!) sei eine relative Person der Zeitgeschichte durch das Unfallgeschehen geworden. Dass Andreas beanstande, er werde als „Totraser“ in dem Artikel bezeichnet, sei eine „wohl kaum zu überbietende Uneinsichtigkeit. Das Foto des Jugendlichen durfte abgedruckt werden“. Er müsse grundsätzlich dulden, dass das von ihm selbst durch seine Tat erregte Informationsinteresse der Öffentlichkeit in einer nach dem Prinzip freier Kommunikation lebenden Gemeinschaft auf dem dafür üblichen Weg befriedigt werde. Wörtlich verteidigt das von einigen respektlos als „Revolverblatt“ titulierte Druckerzeugnis die öffentliche Hinrichtung des Jugendlichen so:

 

„Der Kläger verkennt, dass Berichterstattungen der streitgegenständlichen Art veranlasst sind, weil insbesondere jugendliche Leser erkennen müssen, zu welchen Folgen derart leichtfertiges und verantwortungsloses Verhalten wie das des Klägers führen. Es ist die Aufgabe der Presse, dem Leser die rechtlichen Folgen derartiger Straftaten zu verdeutlichen. Insofern hat die Pressefreiheit hier Vorrang gegenüber dem Persönlichkeitsrecht des Klägers“.

 

Vorm Landgericht siegte Goliath über David – der Unterlegene gab jedoch nicht auf, Andreas zog vor’s Oberlandesgericht. Dort führte sich BILD mit Arroganz und Häme wie der leibhaftige Zeitungsgott auf: „Ob und wie eine Berichterstattung bebildert wird, ist Sache der Presse. Gerade die Bebilderung macht deutlich, welche Folgen absolut unverantwortliches Verhalten von Jugendlichen, aber auch der Erziehungsberechtigten haben können. Es ist Aufgabe der Presse, hierüber zu berichten“.

 

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„Gern“, meinte Andreas, „aber ohne meinen Namen und ohne mein Foto, alles nur anonym. Ich will nicht für den Rest meines Lebens von der Gesellschaft geächtet werden. Ich habe einen Fehler gemacht, die Folgen davon sind schrecklich. Darunter leide ich. Dafür bin ich bestraft worden. Es geht jedoch nicht an, dass dieselbe Verfehlung noch ein 2. Mal geahndet wird, indem mich die Sensationspresse öffentlich züchtigt“.

 

Genau dieser Meinung war auch das Oberlandesgericht. Als das die Richter vorm Urteil unmissverständlich zum Ausdruck brachten, ergriffen die Medienhenker die Flucht nach vorn, wollten sich selbstbeweihräuchernd noch als Gönner in den Gerichtsakten verewigen. Nach dem Motto „BILD hat ein Herz für Kinder“, versuchten sie allen Ernstes unmittelbar vor der drohenden Prozessniederlage den Wohltäter zu spielen. Boten unverfroren hochherzig plötzlich die geforderten 5.000,- € zur Bezahlung an – aber nicht an Andreas, den sie durch den Dreck gezogen hatten, sondern bei den geschädigten Familien wollte “BILD” Pluspunkte sammeln. Die sollten das Geld erhalten. Andreas lehnte ab mit dem Argument, er müsse sich “dank” der Medienhetze ein neues Umfeld suchen, eine neue Wohnung nehmen, in eine andere Stadt ziehen. Dort, wo er jetzt lebe, schlage ihm nur Hass entgegen. Es sei nicht mehr auszuhalten.

 

 

Das Oberlandesgericht (Aktenzeichen 18 U 2758/09) änderte das Urteil des Landgerichts ab und sprach dem Jugendlichen die geforderte Geldentschädigung in voller Höhe zu. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Personen erst durch den Artikel den Zusammenhang zwischen der Tat und Andreas hergestellt hat. Besonders ins Gewicht falle, dass die Boulevardzeitung die Persönlichkeitsrechtsverletzung vorsätzlich begangen hat. Es sei in Pressekreisen allgemein bekannt, dass über die Identität eines jugendlichen Straftäters grundsätzlich nicht berichtet werden darf.

 

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“BILD” habe gewusst, dass eine identifizierende Berichterstattung nicht in Betracht kam,  dieses Wissen ergebe sich daraus, weil ungenügende Schritte unternommen worden seien, die Identifizierbarkeit von Andreas in dem Artikel zu vermeiden. So sei auf seinem Foto eine Pixelung angebracht, Vorname und abgekürzter Nachname verändert worden. Die Pixelung sei jedoch nicht ausreichend gewesen, auf diese Weise habe es die Zeitung zugelassen, dass Andreas bewusst an den Pranger gestellt wurde. Abgebildet worden sei zudem auch seine mit angeklagte Mutter – ohne Pixelung, ohne Augenbalken, voll identifizierbar.

 

Überschrift und Text des Artikels seien darauf gerichtet gewesen, den 15jährigen als gewissenlosen und uneinsichtigen Menschen darzustellen. So werde durch die Wortwahl „totraste“ und die Schilderung, Andreas habe im Sitzungssaal kein einziges Wort des Bedauerns über die Lippen gebracht, der Eindruck erweckt, er habe den Tod seiner Mitfahrer bewusst in Kauf genommen und sei hiervon unberührt.

 

Den Lesern sei Gelegenheit gegeben worden, dem negativen Bericht über den Täter auch noch eine konkrete Person zuzuordnen. Andreas sei damit einer begrenzten Öffentlichkeit als Täter vorgeführt und den durch den Bericht geschürten negativen Gefühlen eines Teils der Leserschaft gezielt ausgeliefert worden. 

 

Der 15jährige bekam die 5.000,- €, die er haben wollte, seine Mama 10.000,- € Schmerzensgeld.

 

Möglich machten das diese Anwälte: Roman Bauer, Marktlar Str. 15 b, 84489 Burghausen (Telefon: 08677/7048820, Fax: 08677/704882-99) für Andreas,

Reinhard Schmid, Augustenstraße 2/2 a, 96047 Bamberg (Telefon: 0951/982420, Fax: 0951/26188) für Petra Eckstein.

 

 

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Wer nun glaubt, mit solchen Urteilen seien Schmierfinken und Paparazzi zur Raison zu bringen, der muss den Glauben neu erfinden. Presseschweinerein werden mit solchen „Trinkgeldern“ aus der Verlags-Portokasse nicht eingedämmt.  Der Vernichtungsfeldzug gegenüber, meist wehrlosen Bürgern wird jeden Tag haarsträubender und krimineller. Nichtachtung ist das Gebot der Stunde. Da wird eine Unschuldige zur Kindesmörderin abgestempelt. Trauernde müssen Polizeischutz anfordern, den Friedhof hermetisch abriegeln lassen, um unbeobachtet von mit Kameras bewaffneten Menschenjägern wenigstens ein paar Minuten unbehelligt am Grab ihrer Lieben trauern zu können.

 

Sie ist pervers runtergekommen, die Medienwelt, die nach noch mehr investigativem Journalismus schreit, aber natürlich nicht, um Nachforschungen über eigene Unzulänglichkeiten anzustellen. Sondern munter andere aufzuhängen. 

 

Freuen Sie sich auf weitere irre Enthüllungen in www.boulevard-buende.de


 

▶ Comment

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Im Sommer 2008 freute sich ganz Deutschland mit Swetlana (25) aus Hunnebrock über ihren „geklauten“ Busen. Freund Viktor (27) überfiel eine Bank, raubte 20.000,- EURO und investierte das Geld in die üppige Verschönerung seiner Räuberbraut! „Sweety“, so ihr Kosename, bekam von ihm zwei neue Brüste geschenkt, BH-Größe 75 B (vorher 70 A). Doch die 2 Appetithäppchen brachten dem Paar kein Glück!

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Der Busenräuber wurde schnell gefaßt und sitzt noch bis Ende 2013 im Knast. Er bekam 5 ½ Jahre für die Kassenplünderung in einer Volksbank-Filiale. Die beschenkte Swetlana hatte ebenfalls Pech, sie erkrankte an Brustkrebs, der sich bis in die Lymphknoten der Achselhöhlen ausbreitete. Der hübsche Busen fiel einer radikalen Mastektomie zum Opfer, wurde aber durch Implantate unter die Muskeln der Brustwand optisch ansprechend neu aufgebaut mit Warzenvorhof und Brustwarze.

 

 

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Traurige Swetlana? „Nein, sagt sie, „ich bin glücklich, ich lebe. Natürlich ist es schade, dass ich meinen schönen Busen verloren habe. Ich hatte viel riskiert, viel verloren und viel gelernt: Verbrechen lohnen sich nicht!“ Sie wendet sich ab und weint. Nachdem sie sich wieder gefangen hat, erzählt sie weiter:

 

„In seiner Phantasie verführte ich ihn mit meinem schönen Busen und er träumte davon, ihn zu streicheln und mit mir zu schmusen. Was konnte ich dafür, wenn mein oberweitenverrückter Verehrer eine Volksbank-Filiale überfällt, mir von der Beute eine 4.500,- Euro teure Schönheitsoperation bezahlt, damit meine Brust aufs doppelte vergrößert wird? Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, dass der mit einer Halloweengeistmaske getarnte Volksbank-Räuber mein Verehrer Viktor war!“ Swetlana schüttelt noch immer fassungslos den Kopf, wenn sie diese in der Justizgeschichte einmalige, kaum zu glaubende, aber wahre Räuberpistole erzählt.

 

Dunkelblonde Haare, braungrüne Augen, schlank, 1,72 m, 36/38er Konfektion, Schuhgröße 39. „Sie ist immer noch meine Traumfrau“, lächelte Maurer Viktor verliebt im Gerichtssaal. „Heiß und kalt lief es mir den Rücken runter, wenn wir zusammen saßen“.

 

 

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„Dabei war er nix weiter als mein Chauffeur“, erzählte Swetlana als Zeugin in dem Prozess gegen den Kraftprotz, einen 2-Meter-Mann. „Ich nannte ihn manchmal zwar Viki, sein Kosename, aber Gefühle hatte ich nicht für ihn – er dafür um so mehr für mich!“

 

Aus ihren Erzählungen wusste er, dass sie gern einen größeren Busen haben wollte. Er wusste aber auch, dass das für sie ein unerfüllbarer Traum war. „Wovon sollte ich eine Schönheits-OP bezahlen? Ich verdiene doch nix!“

 

Die arbeitslose Krankenschwester, die ihre Ausbildung abbrach, kannte Viktor aus ihrer Clique seit 4 Jahren.  

 

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Einen größeren Busen wünschte sie sich seit dem 14. Lebensjahr: „Die Jungs gafften immer zuerst bei meinen Freundinnen auf das, was sich unter Bluse oder Pulli wölbte, erst danach folgte der Blick woandershin, ins Gesicht oder auf den Po“, beobachtete Swetlana. „Den anatomischen Nachteil gegenüber meinen Freundinnen wollte ich durch eine Brust-OP wett machen, damit ich auch mal Big Points in der Disco sammeln konnte. Beinahe platt wie ein Bügelbrett bekam ich beim Flirten keinen Stich.

 

 

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Viktor mochte mich, aber der ging mir nicht ein einziges Mal an die Wäsche  

 

Von meinem Busen-Wunsch wusste jeder, natürlich auch Viktor! Für mich tat er alles, schwänzte die Arbeit, pfiff auf Verabredungen mit Freunden. Hatte ich Lust auf eine Shoppingtour nach Bielefeld, Osnabrück oder Hannover, rief ich einfach Viki an und fragte, ob er mich hinfahren würde in meinem roten Ford Mondeo. Ich traf mich da immer gern mit meinen Bekannten und wir tranken natürlich auch Alkohol. Bei Viktor wusste ich, der bringt mich sicher wieder nach Hause, denn der rührte kein Glas Bier an! Auf ihn konnte ich mich 100 %tig verlassen.

 

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Er war mein Verehrer und Chauffeur, auf ihn konnte ich zählen! Von ihm konnte ich alles haben, dieses Weichei! Für mich ist das kein Mann. Wenn ich den anlächelte, bekam er das Zittern in den Knien und eine rote Birne. Im Auto saßen wir schweigend nebeneinander, er fand nie den Mut, mich anzusprechen oder mir mal an die Wäsche zu gehen, geschweige denn seine Hand auf mein Knie zu legen. Er wartete stets darauf, dass ich zu reden anfing“, lacht die junge Frau amüsiert. „Dass es soviel Schüchternheit gibt, unfaßbar“.

 

 

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Ist der nie Zärtlich geworden? „Das ich nicht lache! Nicht für’n Kuss und schon gar nicht für’s Petting hat’s bei dem gelangt! Allerdings hätte ich ihn auch gar nicht rangelassen“, macht Swetlana eine wegwerfende Handbewegung. „Egal, ob ich mal eine flotte Haarfarbe ausprobierte, neues Make up auftrug, mir die Augenbrauen zupfte so schön wie Jennifer Lopez oder ein Parfum auflegte mit dem Duft von fruchtig-frischer Mandarine, wilder Rose und Pfirsichblüten, Viktor fand immer alles toll, verzog nie das Gesicht, hielt sich nie die Nase zu, kritisierte mich nie, für ihn war immer alles Beauty trendy.

 

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Diese Gleichgültigkeit hat mich innerlich wahnsinnig gemacht, gezeigt hab‘ ich‘s ihm nie. Wenn ich gewollt hätte, wäre der 10 x am Tag mit mir ins Bett gestiegen. Der glotzte mich mit Stielaugen an, unbeschreiblich! Der steht auf mich! Ist total in mich verknallt – heute noch!“

 

 

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In ihrer Clique lachte sich Swetlana über ihren Verehrer kaputt: „Viki? Geht mir am Arsch vorbei, ich kann ihn nicht leuchten seh’n“, kicherte sie sich über ihn halbtot, wenn er nicht dabei war. 

 

Cool und schamlos nutzte sie ihn aus, das gibt sie offen zu. „Ich fand es himmlisch, wenn er heiß lief. Mit Lacksandalen, Longshirt und Stretchjeans kriegte ich das immer hin. Einfach köstlich, mit seinen Gefühlen zu spielen“. 

 

Als Weihnachtsgeschenk dachte er sich echt was Schnuckeliges aus. „Ich bestücke dich mit deinem Traum-Busen“, versprach er mir. „Jetzt geht’s finanziell noch nicht, aber warte ab, ich mach‘ die Überraschung perfekt“, gelobte er, und behielt für sich, was er im Prozess ausplauderte: „Ich dachte, wenn ich ihr die neue Brust bezahle, wird sie mich als ihren festen Freund nicht mehr ablehnen können. Dann wird bestimmt was aus uns beiden“.

 

 

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Der Wunschtraum eines Liebes-Narren! Der Phantast jagte nicht nur in Gedanken seiner Einbildung hinterher – er handelte auch! Skrupellos, eiskalt.

 

„Ich mußte Geld beschaffen“, meinte er fast entschuldigend zum Richter. 

 

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An einem Mittwoch kurz vor 20:00 Uhr stand er Therese Hartinger (87) an der Kasse ihrer Tankstelle gegenüber, wollte die Tageseinnahmen rauben. „Oma, jetzt wird‘s ernst“, schob er ihr die Pistole unter’s Kinn. Die Rentnerin lachte und ging zur Gegenwehr über: „Hau ab, du Bandit, von mir kriegst du nix! Höchstens was auf die Nase! Hier gibt’s kein Geld. Geh arbeiten, dann hast du genug Kohle in der Tasche“.

 

 

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Die Alte griff zum Telefon und rief die Polizei. Die kurz darauf vorfahrenden 4 Beamten in 2 Streifenwagen begrüßte sie mit den Worten: „Das Milchgesicht habe ich nicht für voll genommen. In die Richtung ist es abgehauen”,  wies sie mit dem ausgestreckten rechten Arm nach Südosten.

 

Keine 24 Stunden später, Donnerstagabend um 17:20 Uhr, betrat ein hünenhafter Mann, unkenntlich gemacht mit einer Halloweengeist-Maske, eine Volksbankfiliale. Den Kassierer bedrohte er mit einer silbernen Schußwaffe in der rechten Hand, hielt ihm einen Rucksack mit der linken hin und verlangte die Herausgabe von Geld. Der 30jährige Angestellte beschrieb den Täter später als „äußerst gefährlich“, packte ihm in das hellblaue Gepäckstück mit den grauschwarzen Aufnähern 20.000,- EURO. Dem Räuber war’s genug, er flüchtete, bekleidet mit weißgestreiften Handschuhen, weißen Mokkasin ähnlichen Schuhen an den Füßen,  Jogginghose mit weißen Seitenstreifen, einer dunklen Steppjacke mit weißen HH-Buchstaben auf der Brust und aus dem Kragen herausgerollter, über den Kopf gezogener Kapuze.

 

 

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Den geklauten Hehlerware-Busen durfte Swetlana behalten    

 

„Mit so viel Geld hatte ich nicht gerechnet“, staunte der Angeklagte noch im Gerichtssaal über „diese große Beute in der kleinen Bankfiliale“.    

 

„Er kreuzte mit einem Bündel Geldscheinen bei mir auf, drückte es mir in die Hand und strahlte mich an. ‚Für deinen Busen’, sagte er. Ich fragte ihn, ob er im Lotto gewonnen hätte, ich konnte mein Glück nicht fassen! Ich wusste nicht, dass er 24 Stunden vorher eine Bank überfallen hatte.

 

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Seine Augen leuchteten, als ich das Geld einsteckte. Sein Gesicht bekam einen Glanz von Hoffnung und Freude, Optimismus und Zuversicht, Wonne und Lust, wie ich das noch nicht bei ihm erlebt hatte. Mir wurde beinahe unheimlich und ich dachte, pass auf, gleich fällt er über dich her und vernascht dich.

 

Wie sollte ich diesem Mann je sagen, dass ich ihn nicht ausstehen kann?

 

Eine Woche später lag ich unter’m Messer in einer Schönheitsklinik, mit dem Arzt hatte ich schon Monate vorher ein Informations- und Beratungsgespräch geführt. Wir waren so verblieben, dass ich, wenn ich das Geld beisammen hätte, kurzfristig einen OP-Termin bekäme. Und dann war es soweit!  „Endlich bekommst du deinen Wunsch-Busen und ich bin am Ziel meiner Träume angekommen!”, sagte Viktor zu mir, der mich zur Schönheitsklinik gefahren hatte.

 

 

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2 Silikonkissen wurden mir links und rechts durch einen kleinen Schnitt unterhalb der Brüste implantiert. Zur Beobachtung blieb ich nur über Nacht, am anderen Tag durfte ich schon mit meinem neuen Busen nach Hause. Viki holte mich ab und freute sich wie ein kleines Kind. Er glotzte mir ständig in den Ausschnitt, wagte aber nicht, mich zu fragen, ob er seine kleinen süßen Geschenke mal völlig bloß gelegt sehen darf“, kann Swetlana vor Lachen kaum noch Luft holen.

 

„Für meinen edlen Spender wurde der Traum-Busen teuer! Die Fahndung und die Veröffentlichung der Bilder aus der Überwachungskamera der Volksbank in den Lokalzeitungen und im Regionalfernsehen führten bereits nach 13 Tagen zum Erfolg. Nach einem anonymen Hinweis wurde Viktor festgenommen, ein Anrufer konnte Tipps zu der Halloweengeistmaske geben. Viki kriegte 5 1/2 Jahre Haft. Damit war er nicht nur seine Freiheit los, sondern natürlich auch mich. Busen hin, Busen her, ich wollte nicht, das ein Mann für mich eine Bank überfällt“, empört sich Swetlana schlecht schauspielernd.

 

Weil der Bankräuber ausplauderte, dass er seine Angebetene mit Beute-Geld für einen neuen Busen bestückte, musste sich die Räuberbraut wegen Hehlerei vor Gericht verantworten. „Wer Geld aus einem Bankraub annimmt, macht sich der Hehlerei schuldig“, sagte der Oberstaatsanwalt. „Da ist es egal, was der Beschenkte mit diesem Geld macht, ob er sich neue Möbel oder einen neuen Busen kauft“.

 

Der Richter ließ Gnade vor Recht ergehen und bestrafte Swetlana nicht. Weil sie auf das bei einer Hausdurchsuchung von der Polizei sichergestellte und für eine eventuelle  Busenkorrektur-OP bei Seite gelegte Geld verzichtete, insgesamt 2.025,- EURO, wurde das Strafverfahren eingestellt.  

 

„Bestraft worden bin ich trotzdem“, weint sie. Die 25jährige erkrankte an Krebs und verlor ihre geschenkte Brust.

 

„Mich traf der Fluch einer bösen „Tat”, glaubt Swetlana heute voller Reue.

 

 

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Mehrere tausend Frauen wurden in Deutschland mit minderwertigen Brustimplantaten versorgt. Allen Betroffenen wird zu einer Kontrolluntersuchung geraten. Dringenden Handlungsbedarf gibt es, wenn eine Hülle gerissen ist. Frauen, die bei einem Blick in den Implantatausweis feststellen, dass dort weder von einem PIP-Implantat noch von einem M-Implantat die Rede ist, können sich beruhigt zurücklehnen. Wer jedoch „PIP“ oder „M“ im Implantatausweis findet, benötigt nur dann einen dringenden Kontrolltermin bei seinem Operateur, wenn klinische Veränderungen fühlbar sind. Wenn das Implantat sich also weicher als sonst anfühlt oder sich die Form verändert hat. „In so einem Fall wird der Operateur per Ultraschall und/oder Kernspin klären, ob eine rasche Entfernung nötig ist“, sagt Professor Marita Eisenmann-Klein (51) von der Klinik für plastische und ästhetische Wiederherstellungs-Chirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg.

 

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Vorsicht, es gibt aber auch Fälschungen! Im Brustimplantat steckt das verbotene Industriesilikon, und im Pass steht ein ganz anderer Name! Vertrauen ist gut, Selbstkontrolle besser.

 

Sind keine Veränderungen fühlbar, reicht ein Kontrolltermin in den nächsten Monaten, meint Dr. Matthias Gensior (48) von der Praxisklinik Mühlenstraße in Korschenbroich. Nach der 1. Untersuchung reiche eine Kontrolle alle halbe Jahr.

 

Schwieriger ist die Situation bei einem im Ausland eingesetzten Implantat. Da nimmt man es mit den Angaben in Implantatausweisen überhaupt nicht genau. So kann es auch da durchaus sein, dass PIP drin ist, obwohl es nicht drinsteht. Diese Frauen sollten sich generell untersuchen lassen.

 

Kein Arzt hat Schadensersatzzahlungen zu befürchten. Die Kunststoff-Implantation in einen menschlichen Körper ist immer ein Risiko, das weiß jeder Patient. „Jede Frau, die aus Verschönerungsgründen dieses Risiko auf sich nimmt, hat auch die Verantwortung dafür zu tragen“, meint Dr. Frank Stepner (46) aus Salzgitter, Fachanwalt für Medizinrecht. Nur wenn ein Arzt vor einer Operation nicht vollständig aufklärte oder beim Eingriff Fehler beging, muss er selbstverständlich dafür einstehen. Dafür ist jeder Arzt haftpflichtversichert. Eine darüber hinaus gehende Verantwortung gibt es nicht. „Ärzte müssen darauf vertrauen dürfen, dass Medizinprodukte, die von der Aufsichtsbehörde des Bundes (BfArM) in Deutschland für den Handel freigegeben sind, Patienten keinen Schaden zufügen.”

 

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Will eine geschädigte Patientin den Verzicht des Arztes auf sein Honorar oder die Rückzahlung von bereits geleisteten Ratenzahlungen erreichen, geht das nicht aus berufsrechtlichen Gründen. Ärzte dürfen auf ihre Gebühren nur bei Verwandten, Kollegen oder bei mittellosen Patienten verzichten.

 

  

 

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Mit halb verfaulten Holzklötzchen oder gar nicht werden in Bünde wacklige Verkehrsschilder vorm Wegfliegen und Umkippen „gesichert“. Wie toll das funktioniert, hat Hobbygärtner Herbert Jacob (81) am eigenen Leib, ach was: an seinem plötzlich verbeulten Auto erfahren dürfen! Dem armen Kerl plumpste, gelenkt von unsichtbarer Himmelsmacht, am Zebrastreifen vor der Bismarckbrücke ein durchgerosteter Eisenpfosten mitsamt dem Bildsymbol eines Fußtourers, liebevoll hingemalt auf stählernen Grund, auf’s Vehikel. Bis dahin wusste der perplexe Herbert noch gar nicht, dass in Bünde Spaziergänger nicht nur auf Gehwegen stürzen, sondern auch vom Himmel fallen.

 

 

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Herberts Glück im Unglück: Er fährt kein Cabrio! „Sonst könnten mich meine Freunde jetzt anstatt zu Hause auf dem Friedhof besuchen“, argwöhnt das vom Winde verwehte Opfer. 

 

Auf seinem wettergegerbten Gesicht liegt stets ein Hauch von Possenreißerei. Rote Wangen, wacher Blick aus graublauen Augen, schlagfertig, ständig auf der Lauer, einen neuen Witz loszuwerden: So kennen ihn seine Bekannten und Nachbarn in der Wilhelmstraße. Da ist der pensionierte Gärtner zwar gemeldet, aber selten anzutreffen.

 

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Herbert rennt lieber mit seinesgleichen durch die Gegend, einer von Regenwürmern geliebten Rentnergang des Vereins der Garten- und Blumenfreunde, die verkrustete Erdböden schön bearbeitet, damit Käfer und Larven und andere Versteckspieler ihre helle Freude in der spatentiefen Finsternis der aufgelockerten Scholle haben. Mit Gleichgesinnten trifft man ihn hin und wieder im Vorgarten am Bünder Tabakmuseum, den der auf die 90 zumarschierende Schelm gemeinsam mit seinen Unkrautkumpel augenfreundlich für Stadtbummler und zum Lobe des Herrn (=Bürgermeister) in regelmäßigen Intervallen und mit freudiger Handarbeit einem hübschen Stadtbild integriert. 

 

 

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Herbert Jacob versteht sich als Gestalter, Verschönerer, der den Umgang mit der Jäthacke aus dem Effeff beherrscht, der die Stirn in Falten legt, die Augenbrauen hochzieht, die Nase kräuselt, wenn über die Verwendung von Insektengiften debattiert wird, die wohlmöglich auch noch intravenös gegen Schädlingsschocker wie schleimige Schnecken oder Blattläuse eingesetzt werden sollen. Diese vom Schöpfer mit großem Einfallsreichtum kreativ gestalteten Raubtiere werden von Herbert und seinem Reinemachetrupp behutsam weggepflückt und Leuten anvertraut, die sich auf das Entleeren von Mülleimern spezialisiert haben.

 

An Mordsgaudi mangelt es dem betagten Herrn mit dem silbergrauen Haupthaar nie! Herbert sorgt immer für reichlich Klönschnack und Gelächter, nun aber auch für riesengroßen Respekt. „Weil der’s denen im Rathaus mal so richtig gezeigt hat, dass mit uns vermeintlich bald-ins-Gras-Beißern auch kurz vor der Endlichkeit nicht zu spaßen ist“, lobt den „saustarken Herbert“ anerkennend seine ganze Methusalem-Clique. 

 

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In der Tat bewies der Ex-Außendienstler der EWB, in Saft- und Kraft-Zeiten angestellter Mitarbeiter der sogenannten „Grünen Kolonne“, die für den Energie- und Wasserlieferanten 40 ha Grünfläche pflegte und gestaltete, gegenüber den Studierten und Gelehrten, Besserwissern, Naseweisen, mit dem Kopf durch die Wand Rennenden bei der Stadt Zivilcourage und Unbeugsamkeit. Und das einer, der den Schalk im Nacken hat, wie der Herbert, sehr wohl die Grenzen kennt, wo der Spaß aufhört. Und das kam so: 

 

 


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An einem Montagvormittag im November gegen 10:30 Uhr, einem regnerischen Morgen mit Windböen aus wechselnden Richtungen, fuhr Herbert Jacob in seinem PKW Opel Corsa HF-JH 404 die Bismarckstraße vom Bünder Kaufhaus runter Richtung Norden zum Zollamt.

 

„Ich zuckelte mit 30 km/h am Postamt vorbei zur Wasserbreite. Kurz vor der Bismarckbrücke wurde ich noch vorsichtiger beim Anblick der beiden über 2 Meter hohen Hinweisschilder im blau-weißen Hofbräuhaus-Look, die hier den Fußgängerüberweg markieren“.

 

Weit und breit war kein Beinevertreter zu sehen. „Na ja“, dachte ich, „wer will bei so einem Sauwetter schon frische Luft schnappen?“ Nichts böses ahnend passierte Spätherbstler Herbert die Engstelle mit der Verkehrsinsel - da traf ihn im wahrsten Sinn des Wortes der Schlag! Von einer Windböe zunächst liebevoll umsäuselt, dann brutal erfasst knallte eins der zwei Verkehrsschilder auf den von Pensionär Jacob ach so liebkosten, so pfleglich behandelten Benzinesel. 

 

Clever und überlegt, wie „Der Alte“ im Krimi

 

Die anfänglich geglaubte Sinnestäuschung wich einem herben Schock, als das Ausmaß des Schadens erkennbar war. Der Ohnmachtsanfall wiederum verwandelte sich in eine dem Corsa-Fahrer inne wohnende reaktionsschnelle Entschlusskraft.

 

 

 

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So fit in ’ner Birne muss erst mal jemand sein, wie dieser überrumpelte 81-Ender!

 

„Vom Handy rief ich zuerst in der Polizeistation an der Wittekindstraße an“, erzählt Herbert mit funkelnden Augen dem Reporter von www.boulevard-buende.de. Sekunden später läutete dann das Telefon bei Kfz-Meister Marco Sudmeier (39) in dessen Werkstatt, Osnabrücker Straße 211. Mit ruhiger Stimme bat der Verkehrsschildgeschädigte: „Marco, komm mal her zur Bismarckbrücke, bring’ aber ja deinen Fotoapparat mit!“

 

Also: Da biste einfach platt, wie „Der Alte“ in diesen Schreckminuten sorfort an den Beginn eines Krimis dachte und an die Beweismittelsicherstellung am „Tatort“!

 

2 Polizeibeamte zollten dem abgegriffenen grauen Lappen, der sich als gültiger Führerschein aus dem Jahr 1955 des durch technischen k.o. gestoppten Automobilisten entpuppte, uneingeschränkte Bewunderung. Eine Überprüfung ergab: Der Inhaber dieses Lenkerdiploms pflegt in Flensburg bei der Verkehrssünder-Bank ein 0-Punkte-Konto ohne Zinsen. Alle Achtung nach 55 Jahren auf der Straße!

 

 

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Die Kosten für die Schadensbeseitigung am ramponierten PKW in Höhe von 1.857,- EURO erbat Herbert Jacob mit einem höflich abgefassten Schreiben von der Stadt Bünde zurück. Doch aus dem Rathaus kam kein Geld, nur ein Blatt Papier auf dem geschrieben steht, dass – welch ein Zufall! – im Rahmen der Straßen- und Wegekontrolle just 14 Tage vor der Segenserteilung von oben durch das umgewehte Verkehrszeichen exakt diese Schilder auf ihre Standfestigkeit überprüft und keine Mängel festgestellt worden seien.

 

„Der Alte“ dachte sich: „Wenn Lügen kurze Beine haben, dann hier!“ Er schwor sich in diesem nun zur Klamotte verkommenen Kriminalfall: „Das macht ihr nicht mit mir! Himmelherrgottsakra!“

 

Der Havarist nahm sich einen Anwalt für den von der Stadt Bünde aufgebauten Hindernisparcours. Und dann ging’s los! Rüber über den großen Oxer, die dreifache Kombination – und dann diese aufmuckenden Stadtbüttel versenken im Wassergraben und in Pulvermanns Grab! Heidewitzka, das war ein Spaß! Herbert lief zur Irrsinns-Form auf!

 

 

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Bei dem Schild-Bürgerstreich kam es der Stadtregierung, die ständig über klamme Kassen stöhnt, auf ein paar Tausender Preisgeld nicht an. Sie zwang mit unfassbarer Trickserei Herbert Jacob in einen für sie von vornherein aussichtslosen Wettstreit. 

 

Uneinsichtig, unnachgiebig, bürgerfeindlich, neunmalschlau ließ die Stadt über eine Rechtsanwaltskanzlei dem Landgericht Bielefeld (Az.: 8 O 573/08) mitteilen, sie sei ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen, auch wenn das umgekippte Schild bereits Rostspuren aufwies. Die visuelle Kontrolle des Schildermastes habe keinen Anlass gegeben für irgendwelche Sicherungsarbeiten. Rüttelproben durchzuführen sei eine Zumutung. Damit meinten die Rathäusler auf gut Deutsch: „Brrr, bei dem Grippe gefährlichen Wetter jagen wir doch keinen unserer hoch dotierten Beamten aus der mollig warmen Stube vor die Tür! Wird schon alles gut gehen!“ Die Schüttelei besorgte dann bei Regen ein Südwest-Sturm.

 

Wie die Stadtverwaltung das vom Winde verwehte Schild zuvor, als es schon wackelte, auf Standfestigkeit kontrollierte, steht so formuliert in der Rechtfertigungsschrift: „Der Kontrolleur…fuhr langsam an dem Schild vorbei und begutachtete den Schildermast vom Auto aus“.   

 

 

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Vier Absätze weiter bezeichnen die Aufpasser mit einem bösartigen Wort-Angriff ihren grundehrlichen Mitbürger Jacob dreist und ausfallend indirekt als Lügner. Es sei zwar richtig, dass auf den von ihm eingereichten Fotos Schildmastbeschädigungen erkennbar seien. Aber zum Zeitpunkt der Kontrolle wären diese Schäden nicht sichtbar gewesen. Sie müssten, lassen die Beäuger aus dem Regierungsviertel wissen, „später durch fremde Einwirkung entstanden sein“.

 

Vielleicht wäre mal eine Augenuntersuchung beim Doktor vom Gesundheitsamt angebracht? Oder bei einem der niedergelassenen Ophthalmologen? Namen, Adressen, Telefon-Nr. sind bei www.boulevard-buende.de abruf- und abholbereit.

 

 

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Unverschämt und boshaft beschimpft die Stadt Opa Herbert 

 

Na sowas, empörten sich die Stadtregierer in ihrem Glashaus an der Else, da wirft uns dieser Greis vor, „das Verkehrsschild nicht nur nicht kontrolliert zu haben, sondern es wissentlich in einem den Anforderungen nicht genügenden Zustand stehen gelassen zu haben. Diese Unterstellung muss sich die Beklagte nicht gefallen lassen. Der Umstand, dass der Mast – während der Kläger den Straßenabschnitt befuhr – umgefallen ist und sein Auto beschädigt hat, ist höchst bedauerlich, dennoch kann dieser Umstand nicht als Verkehrssicherungspflichtverletzung zu Lasten der Beklagten vorgetragen werden. Es wird bestritten, dass der Stadt der Umstand bekannt war, dass das Verkehrsschild marode Stellen aufwies“.

 

 

 

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Unverschämter geht’s nun wirklich nicht! Dieser Flegelhaftigkeit schob dann auch die 8. Zivilkammer des Landgerichts Bielefeld mit einem 9 Seiten langen Urteil einen Riegel vor! Der durch Aller Segen kommt von oben verschreckte Töfftöffer bekam nicht nur von der Stadt Bünde die verlangten 1.969,- EURO plus 5 % Zinsen zugesprochen, sondern auch noch für die vorgerichtliche Inanspruchnahme seines Prozessbevollmächtigten 229,55 EURO zzgl. 5 % Zinsen. An Gerichtskosten muss die Stadt 219,00 ERUO bezahlen, für den Auftritt im Gerichtssaal an den Anwalt des Blumenbeetgarnierers 1.015,71 EURO. Die selbe Summe bezahlte die Stadtkasse auch an die Anwaltskanzlei der Rüttelproben-Verweigerer, so dass die Steuerzahler zähneknirschend für diese phänomenale Lust am Prozessieren nun das 3-fache an Zaster berappen müssen, als vom mit einem Verkehrsschild aus der Luft Angegriffenen ursprünglich gefordert worden war. In dieser Summe ist noch nicht mal der Zeitaufwand der Rathauseuphoristen enthalten, die sich stundenlang mit verschiedenen Denkmodellen der Schadensersatzforderung des sich nicht ins Boxhorn jagenden Ruheständlers (= Unruhestifters) widersetzten.

 

Weil die Stadtverantwortlichen das Urteil nicht am Schwarzen Brett für die Allgemeinheit aushängen, hier ein paar Bemerkungen des Richters exklusiv in www.boulevard-buende.de beispielsweise von Seite 5:

 

„Die zum Unfallzeitpunkt mangelnde Standfestigkeit des Hinweisschildes am Fußgängerüberweg vor der Elsebrücke auf der Bismarckstraße in Bünde stellt einen objektiv verkehrswidrigen Zustand im Sinne einer abhilfebedürftigen Gefahrenstelle dar“.

 

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Auf Seite 6 des Urteils heißt es im 2. Absatz:

 

„Im Streitfall ist die visuelle Kontrolle nach dem eigenen Vortrag der Beklagten lediglich in der Weise ausgestaltet worden, dass der Mitarbeiter alleine die streitgegenständliche Straße mit einem Fahrzeug abgefahren hat. Dem zuständigen Straßenwärter ist es bei einer solchen Kontrolle aber unmöglich, vom fahrenden Fahrzeug aus Schäden zu erkennen, die ein genaueres Hinsehen erfordern wie bei Eindellungen oder Durchrostungen die – wie im vorliegenden Fall – knapp über dem Boden liegen“.  

 

 

 

 

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In der mündlichen Verhandlung gab die Stadt Bünde zu, dass das Verkehrsschild in der Vergangenheit bereits mehrfach umgefahren worden war und ausgewechselt werden mußte. Dazu heißt es im Urteil auf Seite 7 im 1. Absatz:

 

„Bei einer solchen Schadensanfälligkeit des Schildes genügt es nicht, dass der Straßenwärter sich bei seinen regelmäßigen Kontrollfahrten auf eine visuelle Kontrolle vom Fahrzeug aus beschränkt. Zumindest in solchen Fällen ist nach dem Dafürhalten des Gerichts regelmäßig eine besondere Überprüfung des Verkehrsschildes erforderlich. Hierfür muss der Straßenwärter das Fahrzeug verlassen und das Schild in geeigneter Weise von der Nähe aus kontrollieren. Nur auf diese Weise wird der Straßenwärter in die Lage versetzt, etwaige Beschädigungen des Verkehrsschildes zu erkennen. Angesichts der Gefahr, die von dem Umstürzen des Hinweisschildes ausgeht, stellt dies keine unzumutbare Belastung für die verkehrsicherungspflichtige Stadt Bünde dar“.

 

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Gegen ihre Verurteilung zog die Stadtverwaltung sogar noch tolldreist vor’s Oberlandesgericht

 

Als groteske Posse wird die Darstellung der Stadtverwaltung entlarvt, die Schäden am Schildermast seien erst nach der letzten Kontrolle 14 Tage vor dem Unglück entstanden. Was für ein schäbiges Stück aus einem Kindermärchen! Was für eine absurde Theaterspielerei!

 

So wird denn auch die Stadt Bünde in dem Urteil entsetzlich vorgeführt mit Sätzen, in dem jedes Wort beschämend klingt und für Durchfall mit einhergehenden Dauermagenbeschwerden bei denjenigen sorgen wird, die für diese Trivialität verantwortlich sind. Wörtlich heißt es in den Entscheidungsgründen schwarz auf weiß:

 

 

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„Die Stadt kann sich nicht mit Erfolg darauf berufen, dass die Vorschäden erst nach Durchführung der letzten Kontrolle durch Fremdeinwirkung entstanden sein müssten. Die letzte Kontrolle genügte nicht den Anforderungen. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass die Vorschäden des Schildes vor der letzten Kontrolle eingetreten sind und das sie bei einer hinreichend sorgfältigen Kontrolle bemerkt worden wären“.    

 

Aus dem rastlosen Rathaus wurde gegen diese Hinrichtung Berufung eingelegt. Erst auf dringende Empfehlung des Oberlandesgerichts Hamm zog sich die Stadt aus der nächsten Prozessrunde zurück.

 

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Was jene, die unser Steuergeld so kapital verpulvern, in ihrem Regierungspalast aus dieser Niederlage gelernt haben, kann jeder Bürger – man glaubt es kaum – rund um die Unfallstelle besichtigen. Dort werden Verkehrsschilder mit teilweise schon halb verfaulten Holzkeilen „gesichert“.

 

Na, mal kucken, wann und wem das nächste vom Winde verwehte Schild das Auto – oder Schädeldach zertrümmert! Den Kfz-Werkstätten sei’s gegönnt. Und für solche Notfälle sind im Lukas-Krankenhaus, welch ein Trost, stets Zimmer frei.  

 

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▶ Comment

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So schnell kann’s gehen durch  Klatsch und Tratsch im Bäckerladen:

 

Ein Gerücht

machte diesen Mann

zum Vater

 

„Wir führten 12 Jahre lang eine wunderschöne Beziehung, bis am 31.03.’08 der Brief vom Jugendamt kam“, kann Schuhmachermeister Rudolf Oberstucke (43) bis heute nicht glauben, was ihm widerfahren ist. Die Beamten dichteten ihm die Vaterschaft für ein im Jahre 2001 geborenes uneheliches Kind an! Verlangten rückwirkend und für die Zukunft Alimente! Für jeden Monat 253,87 EURO.

 

 

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Als der Briefträger klingelte und diese Hiobsbotschaft brachte, nahm Rudolfs Ehefrau Janna (39) das Schriftstück entgegen, las es – und warf noch am selben Abend Rudi aus dem Schlafzimmer. Die zwei führten bis dahin eine glückliche Beziehung, hatten mit 120 Gästen am 10. Jahrestag ihres Zusammenlebens im Juli 2006 geheiratet.

 

Der Streit um das verschwiegene Seitensprungkind eskalierte zum Dauerbrenner. Kein Tag verging, an dem die betrogene Frau ihrem Mann keine Szene machte. Seine Beteuerungen, er sei ihr immer treu gewesen, glaubte sie ihm nicht. Schließlich zog sie aus, fuhr mit der gemeinsamen, jetzt 15jährigen Tochter Kerstin zurück in ihre Heimatstadt Olszyna nach Polen.

 

Heute leben alle 3 wieder zusammen, denn es steht fest, dass Rudolf wirklich nicht der Vater des ihm angedichteten Kindes ist. Der Mann verklagte die Stadt auf Schmerzensgeld und Schadensersatz, Rechtsanwaltshonorar und erbbiologische Gutachterkosten. Unglaublich, wie es überhaupt zu diesem außergewöhnlichen Fall kommen konnte. 

 

 

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Schuhmachermeister Rudolf Oberstucke ist ein angesehener Mann. Fleißig, unauffällig, aktiv in einem Gesangverein, bei den Rassegeflügelzüchtern und im Kegelclub teilt Rudi, wie er überall gerufen wird, das zurückhaltende Leben mit hunderten Bürgerinnen und Bürgern in Kleinstädten und auf dem Lande.

 

„Mein Alltag war nichts Welt bewegendes, der plätscherte so dahin, ich war glücklich und zufrieden. Millionär konnte ich mit meinem Schuhmacherladen nicht werden, aber ich war beruflich ausgefüllt, hatte gut zu tun. Mein Job ließ für Familie und Freizeitgenuss genügend Freiraum“, so der 43jährige. 

 

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Bei einer Sportveranstaltung in einer Nachbargemeinde verliebte er sich in die Druckereiarbeiterin Janna Malich, die ihre polnische Heimat verlassen hatte, um in Deutschland mehr Geld zu verdienen. „Ich habe noch 5 Geschwister, meine Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit einer kleinen Gänsefarm, die wirft nicht so viel ab, das wir alle unser Auskommen hätten“, erzählt die 39jährige.

 

Rudolf und Janna zogen zusammen, bekamen eine Tochter, Kerstin, und heirateten am 28. Juli 2006, dem 10. Jahrestag ihres Kennenlernens. „Unsere Ehe verlief so, wie die 10 Jahre vorher, glücklich und harmonisch“, sagt Janna. Am meisten freute sie sich darüber, dass ihr Mann sich glänzend mit ihren Eltern verstand. „Ja“, bestätigt Rudi, „die nahmen mich auf wie einen eigenen Sohn“. Janna wundert das nicht: „Wir waren ja 6 Mädchen zu Hause, meine Eltern hatten sich so sehr einen Sohn gewünscht“.  

 

 

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Das änderte sich brutal, als das Jugendamt von dem Schuhmachermeister das Anerkenntnis der Vaterschaft für ein im Jahre 2001 geborenes uneheliches Kind verlangte. Der Brief sorgte für einen Eklat bei den Oberstuckes! In den Akten steht, welch schlimme Folgen dieses Schriftstück des Jugendamtes auslöste. Der jetzt damit befaßte Richter sagte zu www.boulevard-buende.de: „Die Ehefrau warf ihrem Mann vor, die Existenz dieses Kindes verschwiegen und sie betrogen zu haben. Sie wollte die Ehe annullieren lassen wegen böswilliger Täuschung. Noch am selben Tag wurde der Ehemann von ihr aus dem Schlafzimmer geworfen“.

 

Auf dem Höhepunkt des nicht enden wollenden Streits packte die Ehefrau nach 14 Tagen die Koffer und fuhr mit dem gemeinsamen ehelichen Kind Kerstin zu ihren Eltern nach Polen. Von dort wurde die Scheidung mit Hilfe einer deutschen Anwältin eingeleitet, was ebenfalls in den Prozessakten steht, aus denen der Richter auf Nachfrage von www.boulevard-buende.de zitiert: „Der Bestand der Ehe war massiv gefährdet. Der Ehemann litt unter Verlustängsten. Nur mit viel Mühe gelang es ihm nach mehr als 7 Monaten, seine Ehefrau zur Rückkehr zu bewegen“.

 

Das schaffte er nicht nur durch flehentliche Bitten und Blumengeschenke über die deutsch-polnische Grenze hinweg, sondern obendrein auch durch eine vom Notar beurkundete Eidesstattliche Versicherung des Inhalts: „Ich bin nicht der Vater des vom Jugendamt behaupteten Kindes. Ich habe Dich mit keiner anderen Frau betrogen. Ich war und bin Dir immer treu“.

 

Obendrein versuchte der Schuhmachermeister zu klären, wie es möglich war, dass ihn eine Behörde einfach zum Vater machte, einen Haufen Geld von ihm haben wollte, rückwirkend 22.340,56 EURO bis März 2008, obwohl er nie einen Treuebruch beging: „Seit ich mit Janna zusammen bin, also auch in den 10 Jahren vor der Eheschließung, kam ein Seitensprung für mich nie in Frage“. 

 

 

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Der Schriftwechsel mit der Behörde blieb für den Vater wider Willen erfolglos. Deshalb ging er selbst wutentbrannt ins Rathaus und verlangte eine Erklärung. „Es gibt keine Frau, die ich geschwängert habe, außer meine eigene“, tobte er wutentbrannt und schrie außer sich vor Zorn das ganze Rathaus zusammen.   „Woher nehmen Sie die Frechheit und machen mich einfach zum Vater eines Kindes, das ich nicht kenne? Woher nehmen Sie die Dreistigkeit und stempeln mich zum Beischläfer einer Frau ab, deren Affäre mit mir nix als anderes als ein Hirngespinst ist in den Köpfen von ein paar Verantwortungslosen dieser Behörde?“

 

Das saß! Die dahin gestotterte Antwort lautete: „Sie kommen vom Hörensagen als Vater in Betracht. Es wurde in einem Bäckerladen erzählt, Sie hätten Ihre Frau betrogen und mit einer anderen ein Kind gezeugt! Es fiel der Name dieser Frau. Beim Blick in unsere Unterlagen haben wir festgestellt, dass wir für das Kind dieser Person Unterhaltsvorschüsse leisten“.

 

                                                                                                                                                                                                                                     Anzeige

 

 

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Laut schimpfend verließ Rudi das Rathaus, doch damit war die Dreistigkeit des Jugendamtes nicht etwa vorbei! Es besaß auch noch die Frechheit, den armen Kerl mit einem Vaterschaftsfeststellungsprozess vor’s Familiengericht zu zerren! Zum Termin war auch die Kindesmutter geladen. Als die den Schuhmachermeister erblickte, prustete sie laut los! Die 34jährige Musiklehrerin sagte kopfschüttelnd zur Richterin: „Diesen Mann habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Er ist nicht der Vater meines im Dezember 2001 geborenen Sohnes Christian! Wie kommen Sie denn dazu, den zu meinem Ex-Liebhaber zu machen? “

 

Kleinlaut gab da der Abgesandte des Jugendamtes zu: „Uns ist die Vaterschaft durch ein Gerücht zu Ohren gekommen“.

 

 

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Die Klage wurde abgewiesen. Die Richterin stellte fest: „Der Beklagte kommt nicht als Christians Vater in Betracht“.

 

Wer nun glaubt, damit wäre der Streit beendet gewesen, kennt die Dickköpfigkeit mancher Beamter nicht! Die Stadt prozessierte auf Steuerzahlerkosten munter weiter ging in Berufung! Aber auch in der nächst höheren Instanz staunten die Richter - alles Männer - nicht schlecht, wie schnell und auf welche Weise Rudolf Oberstucke zum Vater gemacht worden war: „Durch Klatsch und Tratsch bei uns im Bäckerladen“, lachte Verkäuferin Christel (21) als Zeugin und fügte hinzu: „Wir sind eine richtige Nachrichtenzentrale. Bei uns gehen nicht nur Brötchen frisch über die Ladentheke, sondern auch die heißesten Infos. Manche Kunden wissen mehr als Radio, Fernsehen und Zeitung zusammen“.

 

Die Stadt verlor zum 2. Mal, diesmal vorm Oberlandesgericht. Das Urteil ist rechtskräftig.   

 

 

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Der „Vater vom Hörensagen“ verklagte die Stadt auf Schmerzensgeld. Er wirft den Mitarbeitern des Jugendamtes Amtspflichtverletzung vor. Er sei ohne sorgfältige und erforderliche Überprüfung des Wahrheitsgehalts eines Gerüchts Opfer eines Vaterschaftsprozesses geworden, der ihm um ein Haar das Aus seiner Ehe beschert hätte.

 

Janna ist reumütig zu ihrem Rudi zurückgekehrt,  macht sich Vorwürfe, „weil ich ihm nicht glaubte“. Ihr Mann hat ihr verziehen.

 

Jetzt holten sie erst mal ihre Hochzeitsreise nach, die sie immer vor sich hergeschoben hatten. 3 Wochen erholten sie sich in Südtirol. Das letzte Wochenende verbrachten sie in Sankt Ulrich zu fünft.

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„Wir hatten auch Christian, die unschuldige Hauptperson dieser ganzen Katastrophe, mit seiner alleinerziehenden  Mama eingeladen. Seit dem sind wir Freunde“, zeigt sich besonders Janna glücklich über dieses Happy-End.

 

Ob es auch für’s Jugendamt eins gibt, wird sich zeigen. „Die Leute bei der Stadt sind total uneinsichtig“, regt sich der „Vater vom Hörensagen“ auf, „die rücken freiwillig keinen Cent Schadensersatz oder Schmerzensgeld raus, lassen sich verklagen. Dieser 2. Akt ist ebenso skandalös wie der 1., als die mich einfach zum Vater machten“.

 

 

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▶ Comment


Jupp ( geschätzte 72) sagt, er verfolge die schützenswerten Interessen der Bürger. Doch wie er’s macht, ist skandalös! Hausfrau Eva-Maria (49) zieht in ihrem Heim aus dem Nest gefallene Raben groß – wenn sie fliegen können, kommt schwupp-die-wupp Jäger Jupp vorbei und schießt sie mausetot! In ihrer Verzweiflung wandte sich die Tierfreundin aus Hunnebrock jetzt sogar an die Bundeskanzlerin. „Ich lasse meine Tierliebe nicht erschießen!“ schrieb sie nach Berlin.

 

Wahrscheinlich sah der Rentnerpolizist zu oft den Alfred Hitchcock-Psycho-Thriller “Die Vögel“, jedenfalls bringt er mit piff-paff-bumm am Waldschlösschen von Menschenhand großgezogene Rabenvögel um.

 

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Für den Einsatz seines Schießgewehrs ist Jupp jedes Mittel recht. Für seine Krähenleichen tritt er den Datenschutz mit Füßen. Und für die toten Vögel verletzt er durch Machtmissbrauch die Persönlichkeitsrechte anderer. Ein schmuckes Aushängeschild der Polizei!

 

Booaaahhh! Auf den 1. Blick erscheint er einem als wirklicher klasse Mann! Eine Schießmedaille in Gold hat er sich wie kein anderer verdient! Obendrein vielleicht noch die dazu passenden Insignien wie Stetson-Hut und Cowboystiefel, zum Entspannen im kuscheligen Ohrensessel noch die im Habegger Verlag Zürich erschienene Bestseller-Schwarte:  „Wie Wyatt Earp zum Westernhelden wurde“.

Als würdevolle Dreingabe geeignet wäre ein von begeisterten Jagdkollegen gespendetes Exemplar der Browning-Gasdruckladeflinte „Gold“, Kaliber 12/76 mit Systemgehäuse aus Leichtmetall, Laufschiene mit Perlkorn, Gewicht (ungeladen) 3.150 g, Schaft aus Nussbaumholz. Wirklich eine Superknarre zum Dahinschmelzen!

 

„Mit dieser modernen Waffe, deren Hauptmerkmal die universelle Verwendbarkeit für eine breite Palette von Schrotpatronen ist, werden viele Schüsse auf ein Minimum reduziert. Die Trefferquote des Krähenfeindes erhöht sich aufs Maximum. Das bedeutet, er ballert garantiert jede von mir groß gezogene, handzahm gemachte Krähe tot“, regt sich Eva-Maria über ihren Widersacher auf. Sie ist auf den flotten Heißsporn mit Schnauzbärtchen und Schießgewehr nicht gut zu sprechen.

 

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Deshalb: „Seit Jäger Jupp schwupp-die-wupp in mein Leben trat, hat sich für mich der bis dahin ruhige Alltag abrupt verändert, zum Beispiel, dass ich nicht wusste, wer mich fotografiert. Ich wusste auch nicht, warum er mich fotografiert. Wenn ich ihn fragte, weshalb er mich knipst, lachte er mich aus. Fragte ich ihn nach seinem Namen, hüllte er sich in Schweigen, drehte ab und trottete wortlos zu seinem Auto.

 

Er kam mir vor wie einer von Karl Mays tollen Helden, ’ne schussbereite Knarre in der linken und statt ’ner fast leer getrunkenen Buddel Whisky eine Digitalkamera in der rechten Hand. Auf mich wirkte er anfangs wie ein Spaßvogel, eine Reliquie aus dem letzten Karneval in seiner Jagdmontur. Aber ich lernte bald, dass dieser streitbare Mensch keinen Spaß, sondern mir nichts als Ärger machen wollte“. In Eva-Maria kocht es!

 

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 „Dabei kann sie keiner Fliege was zuleide tun, im Gegenteil“, lobt Ehemann Stefan (42) seine 7 Jahre ältere wohl portioniert gebaute, knusprige, knorrige, beinharte bessere Hälfte. „Wenn’s nach Mutti ginge“, flötet Tochter Samanta-Carmen (20) keck dazwischen, „müssten wir draußen schlafen, weil’s in unserer Bude zu eng wäre“. 

Gnadenbrot für schwerstbehinderten Kater

 Damit meint sie Mamas zügellose Liebe für Tiere in Not! Eva-Marias Großzügigkeit als Gastgeberin genießen schon lange der ehemalige Zirkushund „Max“ (5) und Kater „Stumpi“ (3). Die kriegen in dem wunderschön restaurierten Fachwerkkotten unter Eichen und Buchen an der Carl-Severing-Straße 51, schräg gegenüber vom „Waldschlösschen“ am Hunnebrocker Sportplatz, bis ans Lebensende ihr Gnadendbrot.  

 

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Spitzmischling „Max“ galt als kostenträchtiger Mitesser in einem Familienzirkus und als Faulpelz erster Güte, lästig und vollkommen überflüssig. Er wollte einfach keine Kunststücke lernen, die Arena im Zirkuszelt war nicht seine Welt. Was mit ihm tun? Wie Hundesteuer und Futterkosten sparen? Das Familientribunal beschloss seinen Tod!

„Max“,damals hieß er „Sepp“, sollte totgeschlagen werden. Just in den Sekunden seiner Hinrichtung trat Eva-Maria in sein Leben. „Halt!“ schrie sie einem jungen Mann zu, der das winselnde Hündchen mit der linken Hand an beiden Hinterläufen festhielt und in der rechten einen armdicken Knüppel schwang. „Nix da!“ rief die sturmfeste Frau mit bebender Stimme. „Das Tier bringen Sie nicht um, ich nehme es mit“.

 Tochter Samanta-Carmen, die alles mit angesehen hatte, brach in Tränen aus, holte sich „Sepp“, knuddelte ihn und rief herzerweichend: „Den will ich haben, der bleibt bei mir!“

                                                                                                                                                                                                                         Anzeige

 

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Mutter zahlte die vom Zirkuschef „für Futter und so“ geforderten 70,- EURO und aus „Sepp“ wurde „Max“, „weil uns nichts mehr an seine elende Vergangenheit erinnern soll“, erzählt Samanta-Carmen.

 

Zu „Max“ gesellte sich 1 Jahr später „die hässlichste Katze der Welt“, beschimpfte eine Autofahrerin „Stumpi“, weil „dieser dicke, fette, runde, bewegungsunfähige, schwerstbehinderte schwarzweiße Panther“ nicht schnell genug vor ihrem PKW weglief.

 

Dabei ist der Kater auf ewige menschliche Hilfe angewiesen. Er kann keiner Maus hinterher, weil sein linker Vorderlauf als muskelloser Beinstumpf – eine Schädigung seit Geburt – bei jedem Tritt mit den 3 anderen gesunden Beinen wie ein Fähnchen im Wind hin- und herbaumelt und sich jede von „Stumpi“ anvisierte Beute rasch vor dem lahmen Krüppel verkriechen kann.

 

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„Max“ und „Stumpi“ haben sich längst daran gewöhnt, ihr Quartier noch mit anderen Pflegegästen teilen zu müssen. Mit Neststürzern, die bei Eva-Maria liebevolle Aufnahme finden. „Alle Jahre wieder liegen junge Krähen unten im Gesträuch oder schreien herzerweichend auf dem Waldboden nach Futter, Jungvögel, die voreilig flügge werden wollten, vom Nestrand aus den 20 Meter hohen Baumwipfeln hüpfen oder von Sturmböen in die Tiefe geschleudert wurden. Die hole ich ins Haus und zieh’ sie groß“, erzählt die 49jährige mit glänzenden Augen. 

 

Der Jäger-Opa knipst die „Rabenmutter“ einfach gegen ihren Willen

 

Für ihre schwarz gefiederten Untermieter rührt Eva-Maria aus Korn und Milch Brei an, den sie ihnen in fingernagelgroßen Portionen in die weit aufgerissenen Schnäbelchen bugsiert. Sind die Schreihälse aus dem Gröbsten raus, gibt’s Trockenfutter, das die Pflegemama in 10 Kilo-Tüten einkauft. Im letzten Sommer hat sie auch schon mal ein Stückchen Fleisch dazugelegt, „allerdings nur solange, bis ich darüber aufgeklärt wurde, dass das nicht statthaft ist“, erklärt sie glaubhaft.

 

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Die herzige Rettet-die-Rabenvögel-Aktion ist aber offenbar nicht jedermanns Geschmack. Sie fand ein jähes Ende mit dem Auftauchen eines Jägers. Nein, nein, nicht der aus der Kurpfalz, der reitet ja durch den grünen Wald und schießt das Wild daher, gleich wie es ihm gefallt! Bei Eva-Maria ist es dieser dezente Herr, der so schamhaft seine Identität verschwieg. Der ihr auf Nachfrage seinen Namen nicht nannte. Der Eva-Maria fotografierte, obwohl sie das nicht wollte. Der nicht sagte und bis heute nicht sagt, was er mit den Fotos veranstaltet.

 

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„Dieser namenlose Mensch mit der Flinte macht mir Angst. Vielleicht hänge ich bald als steckbrieflich gesuchte Vogelfütterin in den Schaufenstern der Bünder Einzelhandelsgeschäfte? Oder mein Konterfei wird unrechtmäßig von dem Schießer und Knipser im Internet verbreitet?“ regt sich Eva-Maria auf.

Der Büchsen-Mann macht wahr, was er sagt! „Ich schieße Ihre Krähen tot, wenn Sie nicht aufhören, sie zu füttern“, drohte der Tollkühne der eingeschüchterten Rabenmutter an. Die verteidigte sich tapfer: „Das kann nicht Ihr Ernst sein! Ich ziehe die Tiere groß, rette ihnen das Leben und Sie kommen daher und ballern sie ab“.

 

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Der Rabenfeind zeigte, was er kann, stellte sich postwendend  dieses 1. Klasse-Zeugnis über seine extraordinäre Schießkunst aus: er ballerte einen der bis 50 cm langen Getreidekörnerfresser mit perfektem Blattschuss in den Vogelhimmel.

 

Na ja, nicht dort oben, sondern auf der Ackererde landete das Opfer, lag dort mit geöffneten Augen, starrem Blick, blutverfärbtem Gefieder und tiefrot verschandeltem Schnabel schaurig schön im glitzernden Federkleid, friedlich–tödlich von der Sonne beschienen. Der Identitätsverweigerer mit dem Schießgewehr ließ seine Beute wie Abfall auf dem Boden liegen. Für’s Begräbnis sorgte die in Tränen aufgelöste Krähenmutter Eva-Maria. 

 

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Das rumhantieren mit ’nem Schießprügel am Rande eines Wohn- und Kinderspielgebiets war von höchster Stelle genehmigt worden, um der Krähensippe zu demonstrieren, wer hier das Sagen hat. Im Amtsdeutsch heißt das, um die trauernde Verwandtschaft „in diesem Bereich zu vergrämen, damit es nicht zu weiteren Belästigungen im Bereich Waldschlösschen/Kindergarten kommt“, schickte ein Herr Bernd Gundlach unter dem Aktenzeichen 32.21.24 aus Zimmer Nr. 1.28, dem Wachraum für „Sicherheit und Ordnung“, der verdatterten Eva-Maria ein Fütterungsverbot ins Haus. Unterschrieben von Werner Gieselmann „im Auftrag“.

Damit die Pflegemutter der Waldschlösschen-Krähen ja nicht auf krumme Gedanken kommt, wird sie gleich mit dem Paragraphenhammer zur Räson gebracht. Es wird in Aussicht gestellt, dass es an ihr Portemonnaie geht, sollte sie nicht den rauhen Inhalt des Drohbriefes aus der Amtshausstraße 3 in Herford befolgen, der da lautet:   

 „Zu Ihrer Fütterung möchte ich anmerken, dass es gemäß § 1 Abs. 2, Nr. 7 und 8 der Verordnung über die Bejagung, Fütterung und Kirrung von Wild (Fütterungsverordnung) verboten ist, Futtermittelzusatzstoffe, tierische Fette und tierisches Eiweiß sowie Futtermittel, die diese Stoffe enthalten, an Wild zu verfüttern.

 

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Sollte mir mitgeteilt werden, dass Sie derartige Stoffe verfüttern, müsste ich ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Sie einleiten. Ich hoffe jedoch, dass Sie mich nicht zu einem solchen Vorgehen zwingen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen“

 

Wie freundlich diese Grüße gemeint sind, erlebte Eva-Maria gleich am nächsten Tag. Der Ballermann, der gerne zeigt, wie er mit von Menschenhand großgezogenen Vögeln umgeht, schoss siegestrunken vor den Augen der schockierten Pflegemutter die nächste Krähe tot!

 

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 Für noch mehr Leichen wird Jäger Jupp zum Datenräuber

 

Die Rabenmutter erfuhr nun endlich den Grund für das Vogeltöten. Bewohner des Mehrgenerationenhauses Waldschlösschen, eine Einrichtung der evangelischen Jugendhilfe Schweicheln, würden sich durch das vermehrte Auftreten „dieser Vögel beunruhigt und belästigt“ fühlen. Es wird auch der daneben befindliche Kindergarten „Krempoli“, Stauffenbergstraße 7 – 9, als Beschwerdeführer genannt.  

 

www.boulevard-buende.de hat nachgefragt. Im Waldschlösschen saßen gerade 6 junge Mütter mit ihren Kleinkindern beim Kaffeeklatsch zusammen. „Nein“, betonten alle, „wir sind für lebende aber nicht für tote Krähen!“ Aus dem Kindergarten erhielten wir die Information, dort fühle sich niemand durch Krähen behelligt. 

 

www.boulevard-buende.de stellte Jäger Jupp am „Tatort“ zur Rede. Er stand da, wie erwartet, mit dem Schießprügel in der einen und der Digitalknipse in der anderen Hand. Einer seiner Kollegen feuerte aus vollem Rohr auf die arglosen Raben.

Unser Mann zu Jupp: „Warum töten Sie die Vögel?“ Antwort: „Die werden mit Fleischstücken gefüttert und das ist verboten. Die Kreisjagdbehörde hat der Frau, die das macht, die Fütterung untersagt“. Frage: „Woher wissen Sie, dass immer noch Fleisch ausgelegt wird?“ Jupp: „Ich habe Beweise!“ Frage: „Was für Beweise?“ Jupp: „Ich habe Fotos“. Frage: „Wovon? Haben Sie die Frau fotografiert, wie sie Fleischstücke für die Raben auslegt?“ Antwort: „Ja!“ Aufforderung: „Na, dann zeigen Sie die mal her“. Jupp: „Das geht nicht“. Frage: „Weshalb nicht, weil Sie gar keine haben?“ Jupp: „Doch, ich habe fotografiert“. Frage: „Was denn, nun sagen Sie’s doch endlich! Gibt es Bilder, auf denen die Frau zu sehen ist, wie sie Fleisch auslegt?“ Antwort: „Es gibt Bilder mit Fleisch“. Frage: „Auch die Frau, wie sie’s in der Hand hält oder auf den Boden wirft?“ Jupp: „Ich muss Ihnen das nicht zeigen, ich habe solche Fotos als Beweismittel“. Frage: „Alte oder aktuelle?“ Jupp ging schweigend davon, allerdings nicht, ohne zum Rechtsbrecher zu werden.

 

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Er fotografierte unerlaubt unseren Kollegen und den PKW, dem er entstieg. Den Zuruf, die Knipserei zu unterlassen und die hergestellten Fotos zu vernichten, beantwortete der hinterhältige Lichtbildner nach dieser vorsätzlichen Verletzung des im Kunsturhebergesetz geschützten Rechts am eigenen Bild mit Datenmissbrauch! Das schaffte der mit allen Wassern gewaschene Polizeirentner so:

 Auf Grund seiner immer noch exzellenten Beziehungen zu den aktiven Kommissariatskollegen gelang es ihm binnen eines Augenblicks beim Straßenverkehrsamt die Fahrzeughalterin aufzuspüren und ihr ein paar eingeschriebene Zeilen für 4,40 EURO Porto zu schicken. Der Briefinhalt? Eine einzige Fata Morgana!       

Verfasser Jupp behauptet, er sei durch das Beifahrerfenster fotografiert worden und sein Foto, so befürchte er, solle veröffentlicht werden. Da überschätzt der Rabenfeind aber ganz enorm nicht nur seine Fotogenität, sondern vor allem, dass er - wenn überhaupt - nur den Oskar für die beste Nebenrolle bekäme, nicht aber einen als Hauptdarsteller. Das sind nämlich in dem Krähenthriller andere: die sich von ihm als selektiertes Opfer seelisch gefoltert fühlende Eva-Maria und die Raben, die er umbringt.

 Wer hätte zu beginn dieser Geschichte gedacht, dass es am Ende nicht mehr so sehr um totgepustete Krähen geht, sondern um einen Polizeirentner, dessen Lebensabend von Steuerzahlern gesponsort wird und der das mit Machtmissbrauch, Datenklau und Bildrechtsverletzungen dankt?

 

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▶ Comment


Als Großgrundbesitzer Johannes Schüth (67) ein Pflegefall wurde, bestellte das Gericht eine Betreuerin, die den Kranken sogar vor der eigenen Ehefrau versteckte und mit ihm von einem Pflegeheim ins andere flüchtete. Als er schließlich starb, erfuhr die Witwe vom Tod ihres Mannes nichts. Nichts vom Pflegeheim, nichts von der Betreuerin, nichts vom Bestatter, nichts von ’ner Behörde. Dass ihr Mann gestorben war, las die Ehefrau in der Zeitung in einer Todesanzeige. Das war aber noch längst nicht alles:

 

Unglaublich! Betreuerin ließ Testament widerrufen und wollte sogar die Scheidung erzwingen!

 

„Puuuhhh“, holt Witwe Lilit Schüth (35) in ihrer schmucken Wohnstube mit Kristallleuchter unter der Decke und modernem Breitbandfernseher an der Wand erleichtert tief Luft, „das hab’ ich erst einmal geschafft!“ Seit dem Tod ihres Mannes am 07.01.06 führte dessen Bruder gegen die Witwe einen erbitterten Erbstreit, den er jetzt verloren hat. Schuld daran war die vom Vormundschaftsrichter eingesetzte Betreuerin. „Die gönnte mir meinen Wohlstand nicht“, empört sich die Witwe. 

Hans hatte gleich nach der Hochzeit ’94 seine Frau als Alleinerbin eingesetzt. 2 Jahre später wurde der reiche Mann schwer krank und zum Pflegefall. Als er starb, war sein heute 14 Jahre alter Sohn Kevin gerade 9 geworden.

Das Vormundschaftsgericht setzte gegen den Willen der Ehefrau eine Betreuerin ein. Die nutzte ihre Macht schonungslos aus, plünderte Konten leer, verkaufte Grundstücke, verrechnete Unsummen Geld mit angeblichen Pflegekosten.

Sie versuchte sogar, die Ehe zwangsweise scheiden zu lassen. Zu dem Zweck fuhr sie heimlich mit Lilits Mann, der zu dem Zeitpunkt wegen Medikamenteneinnahme sichtbar handlungsunfähig war, zu einem Notar, ließ das Testament aus dem Jahr ’96 widerrufen und den Bruder des Kranken als Erben einsetzen.

 

 

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Die Ehefrau verzweifelte, kämpfte und siegte am Ende doch noch, obwohl die Staatsanwaltschaft ein Betrugs-Ermittlungsverfahren gegen die Betreuerin wegen Verjährung einstellte (Az.: 331 Js 622/06), außerdem das Amtsgericht im Sinne der Pflegerin entschied, die Witwe bekomme keinen Cent. Sie habe das Haus zu verlassen, der Bruder des Verstorbenen erbe alles. Lilit Schüth fasste es nicht! Mit Hilfe eines Anwalts, dem Erbrechtspezialisten Bernd Schomburg (47), prozessierte sie durch die Instanzen und errang beim Oberlandesgericht Hamm dieses Urteil: „Das geänderte Testament der Betreuerin hat keine Rechtskraft. Rechtmäßige Erbin ist die Witwe“.

„Bis dahin passierte soviel schockierendes“, sagt Anwalt Schomburg, „das einem vorm Altwerden Angst und Bange werden muß“. Der Notar vertrat die Interessen der Frau des Landwirts Schüth, der nur wenige Monate mit „meinem Traumgirl “ glücklich in seinem riesigen Vierkanthaus mit 4 Schlafzimmern, 2 Bädern, 300 qm Wohnfläche auf über 7.000 qm Grund zusammen leben durfte. 

 

                                                                                                                                                                                                                          Anzeige

 

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Als 18jährige kam Lilit 1993 mit einem Touristenvisum von Armenien nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Es verschlug sie zu Freunden. Deren Vermieter war Johannes Schüth. Auf einer Geburtstagsfeier verliebte er sich in Lilit.

Am 08.12.‘94 heirateten sie. Das Landleben, die Arbeit auf dem Hof, im Stall und auf den Feldern machte der jungen Frau großen Spaß.  

Gleich nach der Hochzeit hatten beide ein Testament gemacht und sich gegenseitig als Erben eingesetzt. „Leider keine zusätzliche Urkunde mit einer Vorsorgevollmacht“, erklärt Erbrechtsexperte Schomburg. „Das ist ein Dokument, in dem beide ausdrücklich erklären, dass im Fall geistiger Inkompetenz oder körperlicher Schwäche der Ehepartner alles Formelle regeln soll. Im Fall Schüth wurde deshalb vom Vormundschaftsgericht eine staatliche Betreuerin bestellt“. Im Oktober ’96 kam Johannes in ein Pflegeheim.

 

 

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„Die Pflegerin mochte mich vom ersten Tag an nicht“, erinnert sich Lilit. Sie vermutet „Ausländerfeindlichkeit und blanken Neid“. „Es gibt Indizien für diese These“, bestätigt Rechtsanwalt Bernd Schomburg, der heraus gefunden hat, das die Betreuerin 1996 das Testament der Eheleute ändern lassen wollte. „Sie fuhr mit dem Landwirt, als der im Pflegeheim lebte, zu einem Notar, ließ von Johannes Schüth das Testament widerrufen, obwohl seine Geschäfts- und Testierungsunfähigkeit gutachterlich festgestellt worden waren, was die Betreuerin wußte“.

Der Gipfel der Unverschämtheit war jedoch dies: 2 x versuchte die Betreuerin entgegen dem Wunsch und Willen beider Partner, die Ehe zwangsweise scheiden zu lassen. Zu dem Zweck erschien sie 2 x im Gericht, um Lilit aus dem Weg zu räumen.

Da machten die Richter aber nicht mit! 2004 bestätigten andere das, was Juristen bereits am 08.06.2000 in nichtöffentlicher Sitzung unter dem Az. 5 T 55/00) „in der Betreuungssache Schüth“ entschieden hatten: Die von der Betreuerin(!) inszenierte Scheidung wurde abgelehnt! Der Ehemann hatte – zum Entsetzen der Pflegerin - zu Protokoll erklärt: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Frau. Ich strebe keine Scheidung an.“ Und Lilit Schüth sagte mit Tränen in den Augen: „Ich möchte, dass mein Mann wieder nach Hause kommt. Ich liebe ihn doch“.

 

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Fortan unternahm die Ehefrau alles, ihren Mann daheim pflegen zu dürfen. Die Auseinandersetzungen darüber mit der Betreuerin nahmen an Heftigkeit zu. Sie gipfelten darin, dass die, als Lilit für 2 Wochen in ihre Heimat verreist war und sich hunderte Kilometer entfernt bei Verwandten aufhielt, das Haus betrat, den Briefkasten leerte und wichtige Post verschwinden ließ. Anschließend verlegte sie den kranken Landwirt von einem Heim ins andere, ohne die neuen Aufenthaltsorte der Ehefrau mitzuteilen. Auf eigene Faust stellte Lilit Schüth Nachforschungen an und fand ihren Mann schließlich in einem Altersheim wieder.

Um die Heim- und Pflegekosten bezahlen zu können, verkaufte die Betreuerin ein Grundstück nach dem anderen. Vom Erlös wurden aus der Staatskasse ihre Betreuungskosten bezahlt, die sie beim Gericht am laufenden Band einreichte.

Im 07.01.2006 verstarb Johannes Schüth. Weder die Pflegeheimleitung, noch die Betreuerin und auch kein Bestatter oder eine Behörde informierten die Witwe. Die las die Sterbeanzeige ihres Mannes in der Zeitung.

 

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Mit dem Tod war der Ärger für die Witwe aber noch längst nicht vorbei. Sofort meldete nämlich der Bruder des Verstorbenen Erbansprüche an, Lilit und Sohn Kevin sollten leer ausgehen. „Er berief sich dabei auf das abgeänderte Testament, bei dem die Betreuerin ihre schmutzigen Finger im Spiel gehabt hat“, empört sich Lilit Schüth.

 Im Sinne des Bruders entschied das Amtsgericht, doch das Oberlandesgericht Hamm (Az.: 10 W 12/07) hob das Urteil auf und verwies den Erbstreit ans Landgericht (13 OM 74/09). Dort hatte der Einzelrichter endlich Erbarmen, war Lilits Meinung und erklärte sie für alleine erbberechtigt.

 

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 „Aber“, so schlug er vor „wäre es nicht besser für einen dauerhaften Familienfrieden, der Bruder bekommt das Sparbuch mit 25.000,- EURO plus ein paar tausend Quadratmeter Ackerland? Und Sie, die Witwe, behält die Immobilien und die übrig gebliebenen Ländereien?“

Lilit war sofort einverstanden, obwohl das Wohnhaus enorm sanierungsbedürftig ist. „Aber das werd’ ich schon schaffen!“ war sie sich sicher.

Sie täuschte sich nicht! Denn am Ende der jahrelangen Streiterei wartete ein neues Glück auf sie! Bei der Suche nach Handwerkern fand ich mein neues Glück“, strahlt sie mit purer Lebensfreunde im Gesicht und diesem seligen Glanz in den Augen, wie ihn nur Verliebte haben.

 

 

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„In einem Restaurant sah ich sie“, erzählt lachend Maurer Paul (48) aus Nordirland. „Wir saßen in lustiger Runde zusammen, spielten Skat – da kam sie mit ihrer Freundin rein. Wauuuh - und schon war’s um mich geschehen“.

“Die und keine andere!” schwor sich der Junggeselle, ließ seine Skatbrüder sitzen, ging zu den beiden Frauen, stellte sich artig vor und durfte sich tatsächlich zu ihnen setzen. „Er hatte nur noch Augen für mich“, schwärmt Lilit. Bis tief in die Nacht plauderten sie, Lilits Freundin war längst gegangen. Als letzte Gäste verließ sie mit Paul das Lokal, verabredete sich für Samstagabend wieder dort.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, schwebt Paul auf Wolke 7. „Nach einem Vierteljahr machte er mir schon einen Heiratsantrag“ ergänzt sie lächelnd. „Die Hochzeitserlaubnis erteilte mir Kevin“. Nach der Trauung ging’s sofort auf Hochzeitsreise nach Dubai.

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Heute leben Lilit und Sohn Kevin zusammen mit Paul auf dem Hof, dessen Ländereien durch Grundstücksverkäufe der Betreuerin um sage und schreibe um 2/3 (!) geschrumpft sind.  Lilit’s Ehemann wird den 14jährigen adoptieren, der Antrag ist gestellt.  

„Der Junge ist das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung, durchgeführt mit dem Samen eines anderen Mannes in der Uniklinik Düsseldorf“, erzählt Kevins Mutter. „Es war ein Entschluss, den sich Johannes und ich nicht leicht gemacht haben. Lange besprach er, der aus medizinischen Gründen nicht Vater werden konnte, das Problem der Kinderlosigkeit mit mir. Wir entschieden uns beide gegen die Adoption eines Heimkindes und für eine künstliche Insemination. Leider hat Johannes das Heranwachsen seines Wunschkindes nur wenige Jahre erleben dürfen. Er starb, da war sein Sohn gerade 9 geworden“. Verstohlen wischt sich Lilit mit dem Handrücken über die feucht gewordenen Augen.

 

 

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Sekunden später lacht sie aber schon wieder. „Es ist im Sinne von Johannes, dass ich nicht traurig bin. Er hat immer gewollt, dass in unserem großen Haus viel gelacht wird. Ich bin sicher, dass er glücklich ist über meins und Kevins Happy-End“.

 

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Erbrechtsanwalt Schomburg warnt: „Dies ist ein Fall, von dem andere viel lernen können. Jeder sollte bei Zeiten Vorsorge für den Pflegefall treffen“.

 

 Vorsorgevollmacht

Mit diesem Dokument bestimmt man, wer sich im Fall der Fälle um alles kümmern soll. Zum Einsatz kommt die jederzeit widerrufbare Vorsorgevollmacht erst dann, wenn der Vollmachtgeber seine Angelegenheiten nicht mehr persönlich regeln kann oder will. Ein Musterformular finden Interessierte auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums (www.bmj.bund.de) in der Rubrik Publikationen.


 

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Eva Kipp (52) aus Kirchlengern ist von der 8 Jahre jüngeren Kirsten total begeistert:So stark macht nur die Kraft der Liebe! Kirsten (45) hätte es sich sooo einfach machen können, als ihr Mann Holger (58) nach einem Herzinfarkt im November 2002 ins Koma fiel! Ab in ein Heim mit ihm und hoch die Tassen! Ich will leben! Bin erst 37, jetzt laß’ ich’s krachen! Was schert mich mein Mann, der sowieso nie wieder aufwacht, nach Angaben der Ärzte nicht mehr gesund und in diesem Zustand sterben wird?„Kirsten dachte nie so”, erzählt ihre Schwester Eva tief bewegt und des Lobes voll. „Sie pflegt ihren Holger zu Hause, glücklicherweise nicht mehr allein . Denn 8 Monate nach der Tragödie verliebte sich ein Arbeitskollege ihres Mannes in sie. Seitdem teilt sie Freud und Leid mit 2 Männern”.

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2 Kinder, Dennis (damals 13) und Lesley ( damals 8 ) weinten und waren vor 8 Jahren so verzweifelt wie ihre Mama. Zur Seite stand ihnen in der schweren Zeit Papas bester Freund, Berufsschul-Hausmeister Stefan (40).Nach 8 Monaten geschah’s dann! Kirsten und Stefan wurden ein Liebespaar. Aber: Ist es nicht in höchstem Maße unmoralisch und verwerflich, wenn der Neue mit im Hause wohnt und in einem Zimmer der Ehemann im Wachkoma liegt? Wenn die Ehefrau sagt, sie liebe ihren Mann, aber tatsächlich schläft sie mit dessen bestem Freund?


Kirsten tut genau das! Sie entschloss sich für beide Männer. Dem neuen machte sie klar, dass sie sich niemals für ihn vom Vater ihrer Kinder scheiden lassen würde. Stefan akzeptierte den Entschluss sofort und beweist durch sein Verhalten, was wahre Liebe ist!Aus Liebe trägt er nun die Verantwortung mit für den pflegebedürftigen Partner seiner Frau. Hat ihm sogar gemeinsam mit Kirsten ein Haus gebaut, in dem nun alle glücklich sind.

Ein Kind der Liebe macht alle froh

Fröhlich hüpft ein kleiner Blondschopf durch die gute Stube, zupft an der Tischdecke, rüttelt am Schaukelpferd, riecht an den Blumen in der Vase auf dem Tisch. Seine Augen und Händchen sind überall. „Holli, Holli”, ruft er plötzlich, dreht sich um und nimmt ein Bild aus dem Regal, auf dem ein schnauzbärtiger braungebrannter dunkelhaariger gut aussehender Mann mit blitzweißen Zähnen und einer strahlend schönen blonden Frau im Arm zu sehen ist.Er trägt eine schmucke Fliege, weißes Hemd und Smoking, sie hält in der rechten Hand einen wunderschönen Blumenstrauß, trägt weiße Handschuhe, weißen Schleier, Halsband mit glitzernden Svarowski-Steinchen und ein tief ausgeschnittenes Brautkleid.

„Mama”, deutet Justin Leon (3) auf die lächelnde Frau mit den graugrünen Augen. Und schwupp zeigt sein Finger wieder auf den Mann, „Holli, Holli”, ruft der süße Pfiffikus.Justin Leon ist in dem neu erbauten Haus etwas Besonderes. Genauso wie Holli, der richtig Holger heißt, von dem er ständig spricht. Der niedliche Fratz ist das Kind der Braut auf dem Foto und ihres Lebensgefährten Stefan. Nicht aber Holgers Kind, von dem er so viel redet.Holger liegt in einem abgedunkelten Zimmer in einem Hochbett mit Blick zum Fenster.

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Täglich bekommt der Wachkomapatient Besuch nicht nur von Justin, sondern auch von seinen eigenen Kindern Dennis und Lesley. Sie sprechen mit dem Papa, streicheln ihm liebevoll das Gesicht, über die Stirn, zupfen an seinen Haaren, reden mit ihm über das, was sie am Tag erlebt haben. Die Tochter in der 9. Hauptschulklasse, der Sohn in seiner Ausbildung zum Security-Mann.

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„Keiner von uns läuft hier traurig durch’s Haus”, erklärt Kirsten, die abwechselnd mit Stefan rund um die Uhr Krankenpflegerin für ihren Ehemann ist. Früher war sie Filialleiterin eines Kaffee-Shops. „Das Leben geht weiter, auch für unseren Papa”, erklärt Dennis. Und Lesley meint: „Unser Vater hat doch alles, wir sind um ihn besorgt, schenken ihm unser Herz, unsere Zuwendung. Immer wenn wir Sehnsucht nach ihm haben, betreten wir sein Zimmer und sprechen mit ihm”.So wie die 2 leiblichen Kinder und die Ehefrau sorgt sich auch Stefan um den Pflegefall. Er schüttelt das Kopfkissen auf, bezieht das Bett frisch, saugt Schleim ab, damit Holger nicht erstickt. Er liest seiner Kirsten jeden Wunsch von den Lippen ab, sobald er Feierabend hat und heim kommt in ein Zuhause, das er gemeinsam mit seiner Freundin erschaffen hat.

 „Wir haben dieses Haus mit unseren eigenen Händen errichtet”, erklärt Kirsten. „Die Schwerarbeit übernahm Stefan, Platten verlegen, Zementsäcke schleppen, Beton in der Schubkarre rumfahren, Stein auf Stein hoch wuchten und aufmauern. Er war der Mann fürs Grobe, ich die Frau fürs Feine. Ich habe mit den Kindern jeden Abend die Baustelle sauber gemacht, Essen gekocht, und die 1000 Kleinigkeiten erledigt, die anfallen, wenn man ein Haus baut”.

 

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Geplant und hingestellt wurde es für Pflegefall Holger, ebenerdig, pflegeleicht, behindertengerecht. „Wir anderen hätten auch bequem in unserer Mietwohnung weiter leben können”, erklärt Stefan. „Wir benötigten kein Haus”.Sie wohnten immer zur Miete. „Das war weniger Arbeit, Essen kochen, staubsaugen, Wäsche wegbügeln, Tür zu”, weiß Kirsten.Sie und Holger lernten sich ‘87 im Bekanntenkreis kennen. Heirat 1993, da war Dennis schon 4 Jahre alt, Lesley kam 1 Jahr später zur Welt. Alles verlief wie geplant und wunderschön, die Eltern hatten mit ihren Kindern viel Freude.

Die Vermieterin warf den ‚Komatoten’ raus

Abruptes Ende dann am 21.11.’02. Kurz nach der Mittagspause um 13.31 Uhr kippt Holger im Karteiraum beim wegpacken von Akten um, fällt längs hin wie ein Baum. Eine Arbeitskollegin hört einen dumpfen Aufprall, ruft: „Mensch Junge, halt die Akten fest!” Keine Antwort, die Frau schaut nach und findet den Familienvater bewußtlos auf dem Boden liegen. Notarzt, Klinik, der von einem Herzinfarkt umgefällte Mann wacht nicht wieder auf. „Mir erklärte ein Arzt den Zustand damit, dass Holger entweder eine Hirnblutung durch den Infarkt erlitten hatte oder durch den Sturz auf den Boden. Egal wie, er würde für den Rest seines Lebens ein Pflegefall bleiben”, erinnert sich Kirsten an die Tragödie.

Einen Behinderten im Haus? Um Himmelwillen, nein! Für die Vermieterin undenkbar! Die kündigte sofort die Wohnung, begründete das mit Eigenbedarf. Kaum war die Familie ausgezogen, wurde das Gebäude verkauft.

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Frau und Kinder suchten sich eine neue Bleibe, beim Umzug half einer tüchtig mit: Stefan, Holgers bester Freund, der 15 km weiter weg wohnte. Nach dem Umzug besuchte er Kirsten und ihre Kinder regelmäßig, überlegte mit denen, wie es mit Holger weiter gehen sollte. „Diese Mietwohnung ist zu klein, eine größere zu teuer”, hatte Kirsten längst ausgerechnet. „Für das Geld, das ich für die Miete aufbringen muß, kann ich auch ein kleines Häuschen abbezahlen. Was meinst du?”Auf einmal war Stefan in die familiären Überlegungen und Entscheidungen mit eingebunden. Früher konnte Kirsten Holger fragen - jetzt nicht mehr. Auf einmal mußte sie alles selbst entscheiden, mußte beurteilen, was gut oder schlecht für sie und die Kinder war.Ein lauschiger Spätsommerabend brachte die Wende. „Es war eine halbe Stunde vor Mitternacht”, erzählt Kirsten, „ich hatte als Dankeschön für seine Mithilfe beim Umzug Stefan zum Essen in ein Restaurant eingeladen. Anschließend machten wir noch einen Spaziergang. Wir sahen den Sternenhimmel, setzten uns auf eine Bank und auf einmal zog Stefan mich an sich, nahm mein Gesicht in beide Hände, küßte mich.Ich erwiderte die Zärtlichkeit, hatte Schmetterlinge im Bauch. Aber nach knapp 1 Minute innigster Hingabe löste ich mich von ihm und dachte, ‚was habe ich getan? Darf ich das überhaupt, 2 Männer lieben?‘ Andererseits erfüllte mich das Gefühl, dass ich jemanden gefunden hatte, an den ich mich anlehnen und dem ich mein Herz ausschütten konnte”.


Händchenhaltend gingen sie zum Parkplatz. Stefan fuhr sie nach Hause, das war’s für diese Nacht. Aufgeregt ging sie zu Bett, lag lange wach und dachte: „Es ist mir egal, was die Leute denken, Stefan ist mir wichtig. Aber auch, was die Kinder denken”.Am nächsten Sonntag machten sie zu viert einen Ausflug, auf dem sich Stefan rührend um Dennis und Lesley kümmerte. „Wir verlebten ein paar schöne Stunden”, berichtet Kirsten. „Kaum wieder zu Hause, setzten wir uns alle ins Wohnzimmer und ich fragte meinen Sohn und meine Tochter, was denn wäre, wenn Stefan und ich ein Paar würden. Der Älteste antwortete, er fände es gut. „Wenn du glücklich bist, Mama, sind wir auch glücklich”. Die Tochter nickte, sah Stefan sowieso schon als Vaterersatz an. „Ich komme mit ihm glänzend klar”.

Drei Monate lernten beide Krankenpflege

Da beschlossen Kirsten und Stefan: „Wir bauen für Holger ein Haus mit einem wunderschönen geräumigen Pflegezimmer”. Es wurde gerechnet, gezeichnet, hin- und her überlegt, Angebote eingeholt, verworfen, neue angefordert. „Eine aufregende Zeit”, lächelt Stefan.Mittendrin in dieser Phase wurde Kirsten schwanger.  Da war sie wieder, die bohrende Frage, was würden die Nachbarn denken, was die Verwandtschaft sagen, vor allem Eva, ihre Schwester? Um allem Gequatsche aus dem Weg zu gehen, was wäre mit Abtreibung?

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Kaum war dieser Gedanke durch Kirstens Hirn gezuckt, wischte sie ihn auch schon mit einer ärgerlichen Handbewegung weg. „Das ist kein Thema für mich”. Ganz wichtig war ihr, wie die Kinder darüber dachten.„Ich konfrontierte sie damit”, erzählt Kirsten. „Aber meine Befürchtungen bewahrheiteten sich Gott sei Dank nicht. Dennis und Lesley akzeptierten ihr Geschwisterchen. Heute will keiner von beiden Justin Leon missen, wir alle lieben den Sonnenschein unseres Lebens. Er hat das Strahlen wieder in unsere Herzen gebracht. Damals, als unser Papa zum Pflegefall wurde, ging die Sonne für uns unter”.Das erste, was Justin Leon morgens nach dem Aufstehen tut: „Er flitzt aus dem Bett, läuft rüber zum Krankenzimmer, stößt mit einem schrillen ‚Guten Morgen, Holli‘, die Tür auf, streichelt und küßt meinen Mann”, freut sich Kirsten und erlebt daran, dass ihre Entscheidung richtig war, mit Ehemann und Freund unter einem Dach zu wohnen. „Als ich mich für Stefan entschied, war es eine Herzensangelegenheit, dass mein Mann bei uns bleibt. Ich wollte ihn zu Hause pflegen. Wer mich mag, muss auch Holger mögen. Dennis und Lesley sollten ihren Vater niemals in einem Pflegeheim besuchen müssen”.

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Wie schaffen es Ehefrau und Lebensgefährte, diese verantwortungsvolle schwere Aufgabe 24 Stunden lang zu meistern?„Ich lebte mit Kirsten zur Vorbereitung auf die häusliche Pflege 3 Monate in einer Behinderteneinrichtung für Wachkoma - Patienten in der Nähe von Köln. Da wurden uns alle Handgriffe beigebracht, die notwendig sind im täglichen Umgang mit so einem Pflegefall wie es Holger ist”, erklärt Stefan.

War es für Kirsten eine schwere psychische Belastung, ein Haus mit dem neuen Freund zu bauen, mit ihm und dem Ehemann einzuziehen? Holger darin zu pflegen und von dem anderen ein Kind zu bekommen?„Ich habe mich für’s weiterleben entschlossen”, erklärt Kirsten mit fester Stimme. „Es gibt keinen Grund für mich, auf Liebe und Sexualität zu verzichten, nur weil mein Mann verunglückt ist und nach ärztlicher Erkenntnis niemals wieder gesund werden kann. Wo steht, dass es unmoralisch ist, sich einem neuen Mann zuzuwenden? Ihn zu lieben, von ihm ein Kind zu haben?

Es ist keine Sünde, da bin ich sicher, meinen Ehemann nicht im Stich zu lassen und Stefan lieb zu haben. Als das Unglück im November ‘02 passierte, hätte ich danach nie geglaubt, dass es für mich je einen neuen Parnter geben könnte. Wer will so viel Verantwortung tragen, eine Frau mit 2 Kindern und einem Koma-Mann nehmen?”Stefan machte Kirsten Mut, sich so zu entscheiden, wie sie es getan hat, beide Männer zu lieben, jeden auf andere Weise.

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Auch er ist sicher, dass sein Entschluss richtig war. „Ich habe eine wunderbare Frau gefunden, für die Treue kein Fremdwort ist. Ich bin stolz auf Kirsten, weil sie ernst nimmt, was sie verspricht. Ihrem Ehemann versprach sie vorm Traualtar, bei ihm zu bleiben in guten wie in schlechten Zeiten, bis das der Tod sie scheidet”.„So einen Mann muss eine Frau erst mal finden”, sagt anerkennend Kirstens Schwester Eva.

„Der Stefan hätte doch längst tschüß sagen und Kirsten verlassen können. Keiner würde es ihm übel nehmen. Seine Stärke macht auch meine Schwester stark. Ohne Stefan hätte sie das nicht geschafft, was beide hinter sich haben und jeden Tag aufs neue fertig bringen!”Eva Kipp weiß, wovon sie spricht. Sie lag selbst im Koma nach einem unverschuldeten spektakulären Autounfall auf dem Weg zum Campingplatz an die Weser. „Zum Glück war ich nur 6 Wochen besinnungslos, dann bin ich mit gebrochenen Knochen und zersplitterten Gelenken wieder aufgewacht. Meine Lunge war durchlöchert wie ein Sieb, zerknackte Rippen hatten sie durchstoßen. Dass ich lebe, verdanke ich Bad Oeynhausener Ärzten. Die holten mich mit einem Luftröhrenschnitt aus dem Jenseits zurück”.

Auf der Schwelle zwischen Leben und Tod erschien Eva wie im Traum plötzlich Schwester Kirsten mit Ehemann Holger neben ihrem Krankenbett. Aber sie träumte nicht, die beiden waren tatsächlich aus dem Urlaub von Mallorca hergeflogen, um Eva Mut zu machen. „Kirsten mit gebrochenem rechten Bein, beide braungebrannt und lebensfroh”, erinnert Eva sich dankbar. Sie streichelten mich und sagten zu mir, laß dich nicht unterkriegen, alles wird gut”.Es wurde alles wieder gut. „Damals ahnten wir alle natürlich nicht, dass das Schicksal auch noch Kirsten heimsuchen würde. Aber dank Stefan hat sie ihr Leben fest im Griff”, freut sich Eva Kipp.

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