„Mama, Mama, bitte, bitte, hilf mir…es tut so weh!“ Die Gardinen im 1. Stock des zitronengelben gepflegten Hauses am Stadtrand sind zugezogen, Fenster und Türen fest verschlossen. Trotzdem sind die Schmerzensschreie einer immer leiser werdenden Frauenstimme unten auf der Straße zu hören. Anfangs blieben die Leute noch stehen, jetzt nicht mehr, nachdem sich das Schicksal der 22jährigen ehemaligen Verkäuferin überall herumgesprochen hat und alle Anteil nehmen.
Das Mitgefühl gilt Carina Eggersmann. Die Mutter der 3jährigen Nina ist schwer krank. „Wir hoffen das Beste“, sagt Carinas Mama Rosi (44). „Ich bete“, flüstert Carina, wischt sich mit einem Papiertuch über die fiebernasse Stirn. Die Schmerzen, nicht der allgegenwärtige Tod, machen ihr schwer zu schaffen. „Denn wenn ich sterben muß, weiß ich mein Kind gut aufgehoben“, lächelt sie tapfer. Nimmt die Hand ihrer Mutter, drückt sie, küsst sie, blickt auf und flüstert: „Danke Mama, dass meine Kleine nach meinem Tod bei dir geborgen ist!“
Carina erzählt: „Vom 5. Schwangerschaftsmonat an bekam ich links im Oberschenkel starke Schmerzen. 1. Diagnose: Ischias. Die 2.: Das ist der Ischias. Die 3.: Der Ischias, ein häufiges Problem in der Schwangerschaft. Die 4.: Die Schmerzen sind eine bekannte Nebenwirkung bei Schwangeren. Die 5. hieß wieder: Der Ischiasnerv! Wenn das Kind da ist, sind die Schmerzen verschwunden!“ Alles falsch!
8 Wochen nach den ersten Beschwerden konnte Carina in dem kleinen Schuhgeschäft weder die Kundschaft bedienen noch an der Kasse sitzen. Die Schmerzen im linken Oberschenkel machten sie halb wahnsinnig. Das Bein schwoll an. Der Hausarzt schrieb die damals 19jährige „wegen akuter Gefährdung für Mutter und Kind“ krank, verordnete eine 3-wöchige Physiotherapie.
Danach konnte sie nur noch im Stehen essen und trinken. „Nachts lag ich wach im Bett und weinte, die Schmerzen waren nicht auszuhalten trotz starker Tabletten“, erzählt Carina.
Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte wechselten einander ab. Die „Heimaturlaube“ wurden immer kürzer. 1 Tag nach Weihnachten rief Mutter Rosi den Notarzt. Ab ins Krankenhaus! Eine Ärztin tröstete: „Wir holen jetzt das Baby per Kaiserschnitt, danach sind die Schmerzen weg“.
Nina war geboren, die Schmerzen setzten Carina noch viel schlimmer zu. „Ich konnte nicht stillen, was für eine Qual! Ich konnte mein Baby nicht halten, nicht zur Säuglingsstation gehen, weil mir vom Gesäß bis zum Unterschenkel alles weh tat“, berichtet Carina. „Machen Sie Streckübungen“, empfahl die Nachtschwester. „Duschen Sie von der Hüfte bis zu den Zehspitzen eiskalt“, riet ein Pfleger. „Danach geht’s Ihnen besser“. Alles Fehlanzeige!
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Vom Kindesvater schnöde im Stich gelassen
Zusammen mit ihrem Baby kam sie nach Haus. 4 Tage später war die junge Mutter erneut in der Klinik. „Ich kann nicht sitzen und nicht gehen“, weinte sie. Sie bekam Infusionen, wurde nach Hause abgeschoben.
48 Stunden später bettelte Carina bei einem Röntgenologen um Hilfe. Sie schilderte ihre Ausweglosigkeit, sprach zum 1. Mal vom Sterben als Erlösung nach ihrem nun 7 Monate langen Leidensweg.
„Der Mann fackelte nicht lange, er röntgte meinen Oberschenkel. Bei der Computertomographie fiel er fast in Ohnmacht beim Anblick eines faustgroßen Tumors. Carinas Augen füllen sich bei diesen Worten mit Tränen. Stunden später saß sie im Krankenhaus mit Fachleuten zusammen, die berieten über Rettungsmöglichkeiten. „Beide Lungenflügel“, erfuhr Carina, „sind von Metastasen befallen. Die Mediziner entschlossen sich für eine sehr aggressive Chemotherapie“.
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Carinas Zukunftspläne sind seitdem zerronnen. Alleinerziehend und getrennt vom Vater ihrer Tochter lebend - wie ihre Mama - hatte sie so schöne Träume! Für ihre Berufsausbildung wollte sie hart arbeiten, zur Abteilungsleiterin aufsteigen, eine eigene Filiale der Schuhmarktkette sollte sie mal leiten. Das hatte ihr der Bezirksdirektor versprochen, weil ihre Menschenfreundlichkeit bei der Kundschaft so gut ankam! Sie war beliebt und bei den Kolleginnen anerkannt. An berufliches Vorwärtskommenist nicht mehr zu denken!
„Jetzt werden Nina und ich von meiner Mutter betreut. Ich kann nichts weiter tun, als meiner Mama danke zu sagen für all ihre Liebe, die sie uns beiden schenkt“, sagt Carina gerührt.
Täglich bekommt sie Spritzen gegen die Qualen. Jeden 3. Tag zwei Schmerzpflaster von ihrer Mutter auf den Rücken geklebt, die sie den Alltag mit zusammengepreßten Lippen meistern lassen. „Ich kann wenigstens wieder aufrecht stehen und gehen, wenn auch nur an Krücken“, schildert sie ihre Situation. „Mama probiert alles mögliche aus. Alternative Nahrungsergänzung, aufbauende Mittel, sogar zu einem Krebsspezialisten hunderte Kilometer weit weg fuhr sie mit mir, obwohl das Geld knapp ist und Mutti kaum weiß, wovon sie den Sprit bezahlen soll“.
Eines gibt ihnen Kraft: Sie sind umgeben von lieben Menschen, die ihnen nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern auch mit Kleidung und Geld helfen. Von Ninas Papa, einem 21ährigen Elektrikerlehrling, ist nichts zu erwarten. „Außerdem habe ich meinen Stolz, ich gehe doch nicht betteln bei einem Mann, der von der schwer kranken Mutter seines Kindes nichts wissen will“, meint die tapfere Carina.
Das größte Opfer bringt Rosi Eggersmann für ihre Tochter. Nach Absprache mit Carinas Bruder Patrick (26) wird das Elternhaus verkauft und vom Erlös eine ebenerdige behindertengerechte Wohnung in einem neu entstandenen Eigentumswohnungskomplex erworben. „Hier bei uns kommen die Sanitäter mit der Trage nur beschwerlich die schmalen Treppen hoch, das ist eine Zumutung für sie“, sagt die Mutter.
„Hallo, mein kleiner Sonnenschein“, ruft Carina durch das lichtdurchflutete Zimmer vom Sofa aus, als sie ihre kleine Nina im vierrädrigen Rolli munter durch die Küche strampeln sieht. Das niedliche Mädchen lacht aus vollem Herzen. „Ist sie nicht süß?“ schaut die 22jährige die www.boulevard-buende.de -Reporterin an, und fügt erleichtert hinzu: „Ich bin ja so froh, dass meine Mama immer für mein Töchterchen da sein wird, wenn mir was zustößt“, lächelt sie.
Unschätzbar wertvolle Urkunden wurden bei Umbauarbeiten auf einem Dachboden in Bünde entdeckt! Sensationelle Enthüllung nach 3 Jahrzehnten: Ausgerechnet jener Mann wollte steinreich werden, der den Tod des Filmidols einer ganzen Generation verursachte. Bei den hier Welt-exklusiv veröffentlichten spektakulären Dokumenten hält die Glitzerwelt den Atem an. Die späte Rache von James Dean.
Es ist ein beispielloser Krimi!
James Dean, ein Name, ein Mythos seit 55 Jahren. Er starb mit 24. Das Idol von Millionen Teenagern auf der ganzen Welt ließ am 30. September 1955 um 17:58 Uhr in der kalifornischen Wüste bei Paso Robles sein Leben. Neben ihm im Todesauto saß der Porsche-Mechaniker Rolf Wütherich (54). Er überlebte zwar schwerverletzt, doch der Schatten des Toten ließ den Ex-Rennfahrer nie mehr los. Die Tragödie auf der Kreuzung Highway 41./.Highway 466, 5 km vor Salinas zerbrach Wütherich. Er hatte den amerikanischen Schauspieler hinters Lenkrad seines Porsche Spyder 550 gelassen. Und damit den Tod des Leinwandhelden zu verantworten.
Von diesem Tag an führte das Schicksal im Leben des Schuldigen Regie! In der Nacht des 20. Juli 1981 starb er selbst auf die gleiche Weise wie James Dean. Auch bei einem Unfall, auch hinterm Lenkrad eines Pkw. Wütherichs roter Honda Civic zerschellte an einer Hauswand. Wie es dazu kam, ist erst jetzt beim Auffinden einmaliger Original-Unterlagen bekannt geworden. Die Details sind so ungeheuerlich wie sensationell und entlarven Wütherich, mit dem viele Menschen Mitleid hatten, als skrupellosen, geldgierigen Porsche-Verkäufer, der seinen umgekommenen besten Freund verraten und verkauft hat. Sagenhaft!
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Er kam vom Postamt Kupferzell, seinem Wohnort (5.698 Einwohner), wo er mit der Einschreib-Nr. 444 einen Vertrag abschickte, den er gerade unterzeichnet hatte und der ihn reich machen sollte. Es ging um James Deans Tod. Erstmals hatte sich Wütherich bereiterklärt, vor Fernsehkameras am Orte der Tragödie über seine Schuldgefühle zu sprechen. Doch dazu kam es nicht mehr. Die späte Rache des Filmhelden aus „Jenseits von Eden“, „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“ traf den überlebenden Ex-Freund wie ein Faustschlag aus dem Himmel und richtete ihn hin.
Erst mit Wütherichs Tod riß die Briefflut ab, mit der ihn Teenager aus der ganzen Welt verfolgten und ihm wegen dessen Spritztour mit James Dean am Steuer und wegen Jimmys Genickbruch nach 200 gefahrenen Kilometern bittere Vorwürfe machten. „Diese Briefe sind wie James Deans langer Schatten“, sagte er zu seinem Vertrauten in Bünde. Ihm übergab er diese beeindruckenden Schriftstücke, dazu einige Privatfotos. Zwischen dem Bünder und Rolf Wütherich lief aber noch viel mehr! Ein bislang verborgen gebliebenes Geheimnis, das jetzt erst beim leerräumen eines Dachbodens gelüftet worden ist.
Es war die Nacht vom Montag, 20.07.’81, 22:50 Uhr, freudetrunken raste Rolf Wütherich in seinem roten Honda Civic, KÜN-U-143, von Fessbach kommend die L 1036 bergab nach Kupferzell hinein. In der kleinen Gemeinde, 76 km nordöstlich von Stuttgart, lebte der Rallye-Vizeeuropameister von 1966 seit einiger Zeit in einer Mietwohnung unterm Dach des Hauses Silcherstraße 6. Er hatte mit Freunden an seinem Stammtisch im „Gasthof Lamm“ in dem kleinen Dörfchen Belzhag gefeiert, den Grund aber für sich behalten. Niemandem erzählte er, dass er auf dem Weg war, steinreich zu werden. Beim Postamt hatte er nämlich kurz vor Schalterschluss am 20.07.‘81 einen Vertrag zu seinem Manager nach Bünde abgeschickt, der ihm Hunderttausende garantierte. Allein vom österreichischen Fernsehen waren ihm Einnahmen von umgerechnet 20.000,- EURO sicher. Die Wiener Fernsehmacher waren als erste auf sein Angebot eingegangen, einen Film über sein Leben und James Deans Ende am Orte des tragischen Geschehens in der kalifornischen Wüste zu drehen. Der Titel war schon gefunden: „Das war mein Leben - der Tod von James Dean zerstörte es“.
Fernsehsender aus vielen Ländern standen neben dem ORF Schlange, boten sechsstellige Summen für Film-Kopien, deren weltweite Vermarktung der Bünder Vermittler Rolf Wütherich vertraglich zugesichert hatte. In einem handgeschriebenen Begleitbrief als Anlage zum Vertrag kündigte er für den 27. Juli 1981 seinem Freund in der Elsestadt den Besuch im amerikanischen Konsulat Stuttgart an. Dort wollte er sich das USA-Visum für die Zeit der Dreharbeiten besorgen, die Anfang September ’81 absprachegemäß beginnen sollten, in James‘ Todesmonat. Diese und weitere bedeutungsvolle Urkunden waren Jahrzehnte lang verschollen und sind erst jetzt wieder in Bünde aufgetaucht.
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Seine Freunde ahnten nicht, warum er so fröhlich feierte
Wütherich hatte den unterschriebenen Vertrag im Postamt als Einschreiben mit der Registrier-Nr. 444 aufgegeben, den Umschlag mit einer 2,10 DM-Briefmarke frankiert, Motiv: die Schwanenburg in Kleve. Seine Freude war riesig! Sein Leichtsinn auch. Er traf sich mit Bekannten, trank Rotwein, lachte viel. In der geselligen Runde ahnte keiner, warum er so fröhlich und ausgelassen feierte. Er fuhr nach Hause, war nicht angeschnallt, verlor in einer langgezogenen Rechtskurve die Gewalt über seinen Honda. Der Wagen brach nach rechts aus, schoß durch einen Maschendrahtzaun, schleuderte in einen Vorgarten und prallte gegen die Hauswand des Schreibwarengeschäfts von Emma Hasenmajer (69), bei der er Kunde war und sich täglich eine Zeitung kaufte. Wütherich starb an Schädelverletzungen noch an der Unfallstelle in den Trümmern und mußte von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geschnitten werden.
Wie James Dean! Als der 26 Jahre zuvor in Rolf Wütherichs Porsche stieg, den Spyder 550 mit 160 PS-Motor, war gerade der Film „Giganten“ mit Liz Taylor abgedreht. In Rolfs Aufzeichnungen steht: „Ich wußte, daß Jimmy einen Austin 100 S bestellt hatte. Ich überredete ihn, den Porsche zu kaufen. Jimmy machte seinen Austin-Kaufvertrag rückgängig“. Drei Tage nach Ende der Dreharbeiten wollte Jimmy mit dem neuen Porsche-Spyder an einem Flugplatzrennen in Salinas teilnehmen. Rolf Wütherich sollte ihn als Automechaniker betreuen. „Wir sind Freunde, Rolf“, hatte James kurz vorher zu dem Deutschen gesagt. Und seinen Worten Taten folgen lassen. „In einer Raststätte streifte Jimmy seinen Brillantring vom Finger und schenkte ihn mir. ‚Er soll dir Glück bringen‘, sagte er“, berichtete Rolf Wütherich später. 200 km weiter kam es zu der Verderben bringenden Kollision. Wütherich überlebte, James Dean starb.
Kurz vor Paso Robles mißachtete der Student Donald Turnupseed in seinem Ford die Vorfahrt. James Dean rammte ihn mit dem Porsche, starb im zerfetzten Wrack. Wütherich kam mit Schädelbruch und zertrümmerten Hüften davon, wurde ein Jahr im Krankenhaus und in der Reha behandelt. Entlassen wurde er mit schweren Depressionen, Selbstvorwürfe quälten ihn: „Ich hätte James nicht fahren lassen dürfen“.
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In die Premierenvorstellung „Giganten“ in Hollywood humpelte Wütherich mit 2 Krücken, neben ihm heulte Liz Taylor bächeweise Wasser.
Wütherich schluckte zuerst Tabletten gegen Schmerzen, verlor seinen Posten bei Porsche, ging nach Deutschland zurück. Sein Inneres blieb zerbrochen. Zehnmal wechselte er den Job, viermal die Ehefrauen. Auf Doris ging er mit einem Messer los. Das Stuttgarter Schwurgericht schickte ihn nicht ins Gefängnis, sondern in die Psychiatrische Klinik Weissenau. Nach seiner Entlassung blieben Psychopharmaka seine täglichen Begleiter.
Vergebens kämpfte er um seinen Arbeitsplatz bei Porsche. 18 Jahre war er für die Autofabrik tätig, war 1950 als 42. Betriebsangehöriger dort eingestiegen, erhielt “dann den Abschuss”, wie er es formulierte. ”Von Chef Ferdinand höchstpersönlich kurz vor meiner Entlassung aus der Psychiatrie“. Der Porsche-Boss versprach in seinem Brief immerhin, Wütherich beim Aufbau einer “neuen Existenz, wo Ihre Umgebung Sie nicht kennt und infolgedessen auch Ihre Vergangenheit ruhen lässt, durch Fürsprache bei einer anderen Firma“ behilflich zu sein.
James Dean – Fans ließen ihn nie zur Ruhe kommen
Der Gedanke an Porsche lies ihn aber nicht los. Wie eine Anklage trug Wütherich den 2-seitigen maschinegetippten Brief vom 23. Mai 1969, unterzeichnet von Dr. Ferdinand Porsche, mit sich herum. Im Tennisdress, beim Kegelabend, in seiner Monteurskluft in einer kleinen Werkstatt in Neuenstein, immer wieder zog er zwischendurch dieses Dokument aus der Tasche. Er konnte nicht fassen, dass Porsche ihn nicht mehr haben wollte. 8 Stellen hatte er mit Rotstift unterstrichen, Formulierungen, die ihm weh taten. Heute ist dieses eindrucksvolle Original im Besitz des Bünders, Wütherich schenkte es ihm.
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Bis zum letzten Tag kämpfte Wütherich gegen den Fluch des toten Filmidols an. Briefe und Postkarten von James Dean-Fans aus der ganzen Welt wurden zu ihm gebracht. „Die verfolgen mich überall hin, die Leute kriegen immer meine Adresse raus, es ist schrecklich. James ist wie ein Gespenst hinter mir her“, vertraute er seinem Bünder Freund an. Nach Kupferzell hatte er sich zurückgezogen, ein kleines Dorf, mit seinem Kater „Romeo“, weil er sich nach Stuttgart nicht traute. „Ich habe Angst, auf der Straße erkannt und beschimpft zu werden“, befürchtete er.
Das Gefühl kannte er aus den Briefen, die er in seiner Dachwohnung mit Ofenheizung aufbewahrte und von Zeit zu Zeit persönlich beantwortete. „Das bin ich Jimmy schuldig“, sagte er stets. Da schreibt ihm Claudia (16) aus Ahrweiler: „Warum musste J.D. so früh sterben?“ Für Rolf Wütherich ein Stich ins Herz.
Karin (17) aus Jossa schreibt: „Bei ‘Jenseits von Eden’ habe ich vor dem Bildschirm gesessen und geheult. Ich will nie wieder einen Freund, ich denke nur an Jimmy. Wenn ich seine Bilder ansehe, glaube ich, dass er mich verstehen würde. Ich muss oft weinen, auch bei diesem Brief kommen mir andauernd die Tränen“.
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Michaela (14) aus Königswinter will in ihrem Brief von Rolf Wütherich wissen: „Ist es wahr, dass sich Natalie Wood bei den Dreharbeiten zu ‘Denn sie wissen nicht, was sie tun’ in Jimmy verliebt hat? Er aber statt dessen lieber seinen Porsche küssen wollte? Verliebte sich auch Liz Taylor in James?“
Birgit (15) aus Bad Neuenahr fragt: „Entschuldigen Sie, wenn ich vielleicht jetzt etwas unverschämt werde, aber ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Sie mir ein Bild zusenden würden, wo Sie und James Dean drauf sind“.
Aus Hagen schreiben Anja und Sibyll (beide 14): „Wir wissen nicht, wie Sie zu Ihrer Vergangenheit stehen. Wie starb James Dean wirklich? Was taten Sie nach seinem Tod?“
Ulrich (20) aus Goch: „ Ich möchte keine Wunden aufreißen. Aber Sie müssen wissen, dass ich für ‘Jimmy’ geschwärmt habe. Was ist eigentlich seinerzeit mit dem Wrack des Sportwagens geschehen?“
Das Wrack kaufte Autobastler Georg Barris, der Jimmy noch die schwarzen Reifen mit weißen Streifen bemalte. Er baute den Motor aus und verkaufte ihn samt Karosse an Dr. Troy McHenry aus Beverly Hills. Der Amateurrennfahrer starb 5 Monate später, als sein Auto mit dem Dean-Motor gegen einen Baum raste. Auch der nächste Käufer, der Arzt William F. Eschrid, überschlug sich mit dem Vehikel, überlebte jedoch schwerstverletzt. Beim Abtransport rutschte das Wrack vom Transporter, brach einem Monteur beide Beine. Barris stellte den Trümmerhaufen in einer Bowling-Halle aus. Eintritt 25 Cent, wer auf dem Fahrersitz Platz nehmen wollte, auf dem Jimmy starb, legte noch mal 50 Cent drauf. 750.000 Tickets wurden verkauft, 1 Million Dollar eingenommen.
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Rolf Wütherich glaubte nach der Todesmeldung James Deans, die in der ganzen Welt ähnlich einschlug wie das Ende von Rudolpho Valentino 30 Jahre früher, dass er in Amerika weiterleben könne. Als die Schreckensserie kein Ende nahm, sich junge Mädchen aus Fenstern, Liebespaare von Hochhäusern stürzten, Tausende von Teenagern zu James Deans Grab pilgerten, von dort Blumen, Gras und Erde mit nach Hause nahmen, die Universität Princeton Deans Totenmaske in ihrer Ruhmeshalle neben jenen von Goethe und Balzac aufhängte, und immer wieder der Name Rolf Wütherich in Verbindung mit dem Tod dieses Idols einer ganzen Jugend genannt wurde, flüchtete der „Täter“ nach Deutschland. Weg aus dem Land, in das er von Porsche geschickt worden war und am 4. März 1954 mit einer Lufthansamaschine einflog. Er betreute die Autos aus Zuffenhausen bei Flugplatzrennen an den Wochenenden. Dabei stieß er auf das Filmidol der 50er Jahre, dessen Wissensdurst unersättlich war. „Er wollte von mir alles über den Krieg und Paris wissen“, sagte Wütherich mal. Damals hatte er die erste seiner insgesamt vier Ehen bereits hinter sich. Julia, die schöne Ungarin, war ihm davongelaufen.
Bei dem Österreicher Johnny von Neumann in Los Angeles bekam Rolf Wütherich einen Mechaniker-Job für 650,- Dollar Anfangsgehalt. Kunden des Porsche-Spezialisten waren Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Filmemacher, Schauspieler.
Jeden Mittwochabend saß Rolf in der Grand-Prix-Bar auf dem Sunset Strip in Hollywood, wo sich alles traf, was schnelle Autos und schöne Frauen liebte. Clark Gable, Bob Hope, Dean Martin, Errol Flynn, Gary Cooper und Frank Sinatra. Die Stars stellten sich damals ihre Ami-Schlitten in die Garage, flitzten lieber mit den zwar kleineren, aber spritzigeren und eleganteren exklusiven Automodellen aus Deutschland herum. Seit sich James Dean einen Porsche bei Rolf gekauft hatte, „wurde er Dauerkunde bei mir. Der schonte den Motor nicht, drehte immer voll auf. Motor- und Getriebeschäden waren bei ihm gang und gäbe. Der fuhr verrückt drauflos“, erinnerte sich Rolf Wütherich in einem seiner letzten Interviews.
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Sein Lieblingsfoto war jenes Bild, das ihn zusammen mit James Dean zeigt. Am 30. September 1955 um 14:03 Uhr wurde es gemacht, unmittelbar vor dem Start der beiden nach Salinas. Der Ort liegt tausend Meilen von Los Angeles entfernt. Knappe vier Stunden später veränderte sich Rolf Wütherichs Leben dramatisch. Der Tod seines Freundes auf dem Fahrersitz im Porsche neben ihm warf Rolf völlig aus der Bahn.
Vier Ehen – und alle gingen schief
Nach seiner Genesung stürzte er sich in eine 2. Ehe, diesmal mit Gudrun. Die 1. mit der rassigen Ungarin Julia war schon kaputt, als er 1954 amerikanischen Boden betrat. Er weigerte sich, als braver Hausmann hinterm Ofen zu sitzen, wollte weiter Autorennen fahren. Darüber gab es mit seiner Frau harte Auseinandersetzungen. „Sie hielt mir vor, dass schon mein bester Freund in Autotrümmern starb, ob ich erst zufrieden sei, wenn ich mich ebenfalls totgefahren hätte und auf dem Friedhof läge. Ich drehte durch“. Er betrank sich, schlug das Mobiliar kurz und klein. Die Polizei kam, führte ihn in Handschellen ab. Ein Haftrichter entschied: „Kein Gefängnis, sondern Nervenheilanstalt“.
Nach seiner Entlassung lernte er Inge kennen, eine 29jährige Konstruktionssekretärin. Der schwarzhaarige Mann und die rassige Rothaarige beschlossen während eines Urlaubs in Rimini zu heiraten. Er wurde Vater. Den Sohn taufte er auf den Namen Bernd - Rolf Wütherich verehrte den verunglückten Rennfahrer Bernd Rosemeyer sehr.
Nach vierjähriger Ehe Scheidung. Wütherich lernte Doris, seine vierte Frau, kennen. In einem Stuttgarter Kino lief der Film „Giganten“, Rolf ging hin, sah ihn sich an. Das hätte er nicht tun sollen! Jimmys Bilder ließen ihn nicht los, die Erinnerungen waren wieder da. An seinem Arbeitsplatz brach Wütherich schweißgebadet zusammen. Kollegen fuhren ihn zum Arzt. Er bekam Medikamente, wurde wieder heimgeschickt. Aus dem Haus traute er sich nicht mehr, ging nicht mal mehr Brötchen holen. Morgens um vier schnitt er sich die Pulsadern auf, setzte sich in die Badewanne. „Ich wollte sterben“, berichtete er später. Das Blut floss, Rolf Wütherich starb nicht. Er taumelte zurück ins Bett, küsste seine Doris wach. „Komm, lass uns zusammen sterben!“
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Das war am 1. Mai 1967. Die Ehefrau stieß ihn zurück, einen hohlwangig aussehenden, kalkweißen Mann. „Du bist verrückt“, schrie sie. Sie sah sein Blut, blitzschnell zog er unter dem Kopfkissen ein Messer hervor, rammte es Doris in den Körper. Die sprang aus dem Bett, er hinterher. Wie ein Wahnsinniger stach er immer wieder zu. Wegen seines großen Blutverlustes wurde ihm schwarz vor Augen, fiel um.
Nach 14 Monaten Untersuchungshaft 1968 der Prozess vorm Schwurgericht Stuttgart. Drei Tage dauerte das Verfahren, dann das Urteil: kein Gefängnis, sondern Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Weissenau, damit Rolf Wütherich von seinem Jimmy-Verfolgungswahn geheilt wird, von seinen Selbstvorwürfen, mit denen er sich unentwegt seit dem Tode von James Dean herumplagte. Den Richtern hatte er in aller Offenheit erzählt, wie er und Jimmy Freunde wurden: „James Dean kam als Käufer zu mir. Ich war damals Porsche-Vertreter in Los Angeles. Der Filmstar interessierte sich für die tollen Autos aus Germany. Er erschien immer wieder auf der Bildfläche, da wusste ich, dass ich einen neuen Freund gefunden hatte.
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Wir fanden durch Fachsimpeleien zueinander, sprachen über PS, über Motordrehzahlen, diskutierten über hochverdichtete Motoren, über Autorennen. Auch an dem schönen Septembertag 1955 war das so.
‚Jimmy‘, habe ich gesagt, ‚komm, dreh mal ein paar Runden‘. Ich lud ihn ein zu der Todesfahrt, obwohl ich wusste, dass er nicht Autofahren durfte. Der Film „Giganten“ war gerade fertig geworden, James galt als die größte Hoffnung Hollywoods. Den Regisseuren war seine Autoleidenschaft bekannt, deshalb hatten sie ihm das Fahren verboten“.
An dieser Stellte unterbrach Rolf Wütherich seinen Redeschwall im Gerichtssaal. Seine Augen blieben an den Menschen haften, die sich damals im Obergeschoß des Stuttgarter Justizgebäude im Zuschauerraum zusammendrängten: Freunde von einst, Nachbarn aus Bad Cannstatt. Da saß auch der Mann, der die Polizei gerufen hatte, als seine Doris blutüberströmt neben dem Kamin zusammengebrochen war!
Er, Rolf Wütherich, hockte apathisch daneben, auf das blutbesudelte Messer starrend, das einen Meter weiter weg lag.
Mit einer Handbewegung verscheuchte Wütherich die Gedanken an das beinahe tödliche Geschehen. Ließ noch einmal den Augenblick lebendig werden, in dem die Jugend der Welt eines ihrer größten Idole verlor:
„Die Tachonadel zitterte. Wir fuhren über 190. Ich sehe noch den Asphalt vor mir. Es ging geradeaus, schnur geradeaus. Jimmy am Steuer, lässig, lächelnd. Ich sah ihm an, das Auto machte ihm Spaß! Plötzlich vor uns ein anderer Wagen. Um Himmels willen! Wo kam der weg? Dann war’s aus, aus und vorbei. Nach 4-tägiger Bewusstlosigkeit wachte ich im Krankenhaus Pasadena wieder auf!“
Angst und Schuld wurden seine ständigen Begleiter
„Ein Jahr behandelten Spezialisten meinen Schädelbruch, meine Unterschenkel-, Oberkiefer- und Beckenfrakturen. Obwohl mich die Ärzte wiederherstellten, kam ich über den Tod meines Freundes nicht hinweg. Tagelang, nächtelang machte ich mir Vorwürfe. Das Erlebnis wurde zur stärksten seelischen Belastung meines Lebens!
Es ist eine untilgbare moralische Schuld, daran bin ich kaputt gegangen…. meine Ehen gingen daran zugrunde…. sein Tod zerstörte mein Leben!“
Warum scheiterten seine Ehen durch Jimmys Tod?
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„Weil ich seit damals Angst hatte, Angst vor allem, Angst vorm Autofahren, Angst vor Frauen, Angst zu versagen“.
Davor kannte Rolf Wütherich keine Furcht! Obwohl den Test- und Todesfahrer, den Tausendsassa Bergungsmannschaften sehr sehr oft heil aus völlig demolierten Autowracks herauszogen. Ein halbes Dutzend Mal stürzte er bei Bergrennen und Autorallys in den französischen Seealpen in Abgründe. Er brach sich die Knochen, kam aber immer wieder auf die Beine. So sagte dann auch der Schwurgerichtsvorsitzende im Prozess damals: „Sie sind einer der wenigen Menschen, die neben viel Pech auch ungeheures Glück gehabt haben“.
Wütherich nickte. „Ja, ja, Glück habe ich gehabt, wenn es um Motoren, um Sekunden, ums Zeitfahren und um Bergprüfungen ging. Aber im Leben? Glück im Leben, ich ?”
Schwere Schuld habe er auf sich geladen und reihenweise Unglück gesät, meinte er. Schuldig fühle er sich auch am Tod der beiden jungen Mädchen, die sich am 19. Oktober 1959 aus dem 14. Stockwerk eines Hamburger Hochhauses in die Tiefe stürzten. Bevor die Teenager aus Kummer über Jimmys Tod starben, ritzten sie sich mit einer Rasierklinge ein großes „J“ und ein großes „D“ in den Arm. Dann hörten sie gemeinsam das „Ave Maria“ und mit dem Ruf „Jimmy, wir kommen!“ beendeten sie ihr Leben.
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Nach einem Jahr in der Psychiatrie war er wieder frei. Seine Freunde von einst blickten weg. Porsche setzte ihn auf die Straße. Unter dem Rausschmiß litt er furchtbar. Er wollte es „denen da oben zeigen“, machte sich selbständig, das ging schief, weil er mit Depressionen und Selbstmordgedanken ins Krankenhaus eingewiesen wurde und die Arbeit liegenblieb. Danach stellte ihn eine Motorenbaufirma ein. Nach 3 Jahren wurde er Vertreter einer Ölfirma. Das Geschäft lief solange gut, bis sich die Amerikaner entschlossen, nur noch über den Großhandel zu vertreiben, dafür nutzten sie die von Wütherich aufgebaute Infrastruktur. Der Geschaßte fing bei einer Stuttgarter Gebäudereinigungsfirma an, fuhr 1975 sein letztes Rennen: 6 Stunden Hockenheim.
Ein Fehler, denn zu Hause holten ihn die Erinnerungen in Form der Briefe von James Dean-Fans wieder ein. Er flüchtete vor ihnen, zog mehr als ein dutzendmal (!) um. Doch die Briefflut ebbte nicht ab. Günter (23) aus Mülheim/Ruhr schreibt: „Ich bin ein so großer Fan von Jimmy, dass ich mir seinen Namen auf die linke Brust tätowieren ließ“.
Oder Monique aus As in Belgien: „Besuch uns mal und erzähl uns was über Jimmy. Ein Hotelzimmer ist für dich im ‘Le Meridien’ schon reserviert“.
Viele Briefe waren wochenlang unterwegs, wurden von einer Stadt in die andere geschickt, immer zum nächsten Wohnsitz. Wie dieser, der in Fulda abgestempelt ist:„Herrn Rolf Wütherich, Siegburg, Stadtrand“. Rolf Wütherich schweißgebadet in seinem letzten Interview: „Ich komme von James Dean nicht los“.
All diese Dokumente einer Filmepoche übergab Rolf dem Bünder, der sie auf seinem Dachboden verwahrte. Sie würden dort immer noch verstauben, wenn sie bei Sanierungsarbeiten in einem alten rissigen Lederkoffer nicht entdeckt worden wären.
“Der Tod”, sagt der Freund aus der Zigarrenstadt, “hat beide auf schockierende Weise vereint: Beide starben in einem Auto, Jimmy in der Wüste Kaliforniens, Rolf in einem Vorgarten in Kupferzell”.
Immer am 30. September wird die Erinnerung an sie wach, der Todestag von James Dean. Er war 24, als er starb. Eine magische Zahl! Denn mit 24 träumte Rolf Wütherich vom Leben in Amerika. Drei Jahre später flog er hin, wollte Karriere machen, viel Geld verdienen. Einen märchenhaften Aufstieg erleben wie den eines Tellerwäschers zum Millionär. Für den Porsche-Mechaniker war dieser Sprung zum Greifen nahe.
”Aber James‘ Schutzengel ließen nicht zu, dass Rolf Wütherich durch makabre Geschäfte mit dem Tod seines besten Freundes Reichtum scheffeln wollte”, sagt der Bünder nachdenklich.
Im und rund um das James Dean - Museum in Fairmount findet alljährlich ein Riesen-Festival statt (2011: 22. - 25.09.).
Scharfe Ganovin will wieder fette Beute machen - aber diesmal nicht bei der Commerzbank….
Gaunerei mal anders rum: Hier hat nicht ’ne Bank einen Kunden ausgeplündert, sondern eine aus Holsen stammende Bankangestellte ihren Brötchengeber! Detektive jagen sie jetzt.
Nicole Hahn (34) wollte endlich mal so reich sein wie einige ihrer Kunden. Weil sie’s mit ihrem Gehalt nicht schaffte, klaute sie gemeinsam mit ihrem Nachbarn Michael (37) den Tresor in ihrer eigenen Bank leer. Damit sich der Coup echt lohnte, ließ Nicole zum Tattag noch eine Extraportion Geld anliefern. Ein gepanzertes Fahrzeug hatte schlappe 100.000,- EURO mehr als sonst an Bord.
Schade, nach dem Diebstahl hätte alles so schön werden können, aber leider segnete Komplize Michael das Zeitliche. Er starb vor lauter Aufregung am Herz- und Kreislaufkollaps nach dem 1. Prozesstag nachts in seiner Zelle. Ihm war klar geworden, dass er bei einer Verurteilung länger im Gefängnis bleiben müsste als die lebenshungrige Nicole. Im Klartext hieß das: Sie verfügte über die Kohle, er schaute in die Röhre! Na,das waren ja herrliche Aussichten! Bei soviel Perspektivlosigkeit machte die Blutzirkulation ein paar Hüpfer zuviel. Der Lebensmotor geriet ins Stottern. Eine rechtzeitige Inspektion erfolgte leider nicht mehr. Erst am Morgen wurde er mit irreparabler Batterie aufgefunden und ins Leichenschauhaus übergeführt. Damit hatte jemand anderer anstelle irdischer Richter ein unerwartet hartes Urteil gegen ihn gefällt.
Räuberin Nicole erhielt3 ½ Jahre Haft, Michaels Papa 4. Nach der Halbzeit kam sie auf Bewährung raus. Ihre Freiheit nutzt die Charmante auf ungewöhnliche Weise! “Ich suche einen Millionär, damit ich mein Vermögen verzigfachen kann bei den so niedrigen Zinsen,“ lispelt siezauberhaft naiv im Gespräch mit www.boulevard-buende.de
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Was denn für ein Vermögen? Hat sie in der Gefängnis-Wäscherei so gut verdient? Nein,das nicht, ihr Reichtum hat ’nen anderen Grund. Von den gestohlenen 405.465,- EURO sind seit dem erfolgreichen Beutezug390.000,- EURO verschwunden. Die liegen vermutlich bei der UBS oder Credit Suisse oder der Kantonalbank in der Schweiz, wo sie sichbei 3 % um satte 11.700,- EURO p.a. vermehren!
Nicole geht das aber wohl nicht schnell genug. Sie, die ihre Bewährungszeit beanstandungsfrei hinter sich brachte, macht sich per Kontaktanzeige auf die Suche nach einem noch vermögenderen Mann. Im Internet schreibt sie über sich nur Gutes:
„Ich bin lieb, ehrlich und immer super pünktlich“.
Ehrlich? Da ist die arg gebeutelte Commerzbank zusammen mit den Strafrichtern ganz anderer Meinung! Der Ex-Arbeitgeber zog nämlich gegen die diebische Elster nach deren Haftentlassung vors Gericht, forderte Schadensersatz.Die Ex-Angestellte des Goldbuchstaben-Instituts zog bedauernd die Schultern hoch und beteuerte: „Ich weiß wirklich nicht, wo die Beute ist“.
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Ihre Lehre machte die Räuberin, na wo wohl? Bei einem Anwalt + Notar!
Die Richter glaubten ihr kein Wort und verdonnerten sie,die geklaute Summe zurückzuzahlen. Die Geldhungrige mit dem ungezügelten Appetit nach noch mehr Zaster denkt nicht dran! Ihre Mutter Petra (54), Putzfrau, ist fassungslos über den Ausrutscher ihrer Ältesten: „Ich war immer so stolz auf meine Tochter, denn Nicole hatte es von uns allen am weitesten gebracht“.
Bis ihr dieses dämliche Missgeschick passierte! Über Nacht richtete die weiße Rüschenblusen-Kriminelledurch eigenes Zutun ihre Bilderbuchkarriere zugrunde. Dabeihatte siesooo viel erreicht in ihrem Leben,musste niemals Kohldampf schieben. 20.000,- EURO Erspartes lagen auf ihrem Konto. Sie blickte auf eine abgeschlossene Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarsgehilfin zurück. Ja, richtig gelesen: Sie arbeitete fast 4 Jahre in einer Anwaltskanzlei! Wusste also gut und böse schön zu trennen. Anschließend versah sie 8 Jahre zuverlässig ihren Job in einer Bank-Filiale. Sie düste, wenn sie Lust hatte, für ein paar Tage schnell mal mit Freundin Rita (34) und Nachbarfilius Michael nach Mallorca, Ibiza oder auf die Kanaren.Urlaubte mehrere Wochen im Jahr in der Karibik. Kutschierte stolz in ihrem Traumauto umher, einem schwarzen Mercedes SLK mit beigen Ledersitzen. 15.000,- EURO hatte sie dafür bar hingeblättert, den Rest zahlte sie pünktlich in Monatsraten.
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Ihre Gierhat Nicole dann um den Verstand gebracht! Sie schickte früh morgens vor Geschäftsöffnung ihren Nachbarn Michael in’s Bankgebäudeund ließihn aus dem Tresorraum einenBatzen Geld stehlen. Anschließend täuschtesie verabredungsgemäß einen Überfall vor. Warum das denn?Mutter Petra im Gespräch mit www.boulevard-buende.de glaubt:
„Sie wollte immer auf eigenen Füßen stehen und mir nicht zur Last fallen. Mit 16 trug Nicole Zeitungen aus, begann nach dem Realschulabschluß eine 3-jährige Lehre in dem Anwaltsbüro. 6 Monate nach ihrer erfolgreichen Abschlußprüfung starb der Chef, die Kanzlei wurdegeschlossen“.
Die Miete für dieeigene Wohnung, die großzügigen Lebenshaltungskosten, dafür brauchte Nicole dringend Moneten und einen neuen Job. Sie bewarb sich bei der Commerzbank und wurde sofort genommen. Kunden aller Filialen lobten schon bald ihr freundliches Wesen, ihre Warmherzigkeit.
In einer Disko verliebte sie sich in Torsten (35), heiratete ihn 8 Monatespäterschön in weiß gehüllt. Durch die Hochzeit veränderte sich ihr Leben nicht: „Zuerst mach‘ ich Karriere und jedes Jahr schön Urlaub. Später kann ich dann immer noch Kinder kriegen“, meinte sie zu ihrer Mutter.
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Mit 25 bekamen ihre schönen Lebensplanungen einen erheblichen Dämpfer: Mama erkrankte an Eierstockkrebs. Nicole litt mit, Nicole zitterte mit, Nicole betete für ihre Mama, Nicole nahm unbezahlten Urlaub und stand der Rekonvaleszentin in der „Klinik Sonneneck“ in Wyk auf Föhr tröstendzur Seite.
Dies alles geschahausgerechnetzu einem Zeitpunkt, als sie selbstZuspruch brauchte. In Nicoles Ehe kriselte es heftig. 12 Monate später kam es nach nur 4 Jahren Ehe zur Scheidung.Nicole begab sich in therapeutische Behandlung, wurde während des 4-tägigen Prozesses gegen die Bankräuberin, ihren Komplizen Michael und dessen Vater Rudolf (59), bekannt.
Die Männer hatten Nicole zur Herausgabe des Schlüssels für die Bankfiliale überredet. In den Gerichtsakten steht auf Blatt 537, weshalb die Angestellte mitmachte: „Der Vater bedrohte mich. Würde ich Michael nicht den Schlüsselgeben,erginge es zuerst meinem Auto schlecht“.
Die Gaunerin im Prozeß: „Mein Auto! Es war mein Traum, ganz neu, die wollten mein Auto kaputt machen! Ich dachte an Bremsschläuche und so,bekam richtig Angst um mein Leben!Was hätte mir alles passieren können!“
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Nicole zum Räuber: „Hab’ keine Angst, die Überwachungskamera ist bloß ’ne Attrappe!“
Die angebliche „Todesangst“ überzeugte die Richter nicht. „Sie hätten sich doch der Polizei offenbaren und Bankräuber Michael in eine Falle tapsen lassen können“, meinten die. Statt dessen tat Nicole was anderes. Sie sorgte dafür, dass zum Zeitpunkt des Banküberfalls richtig viel Geld im Tresorraum lag. Der Richter zur Angeklagten: „Warum haben Sie nicht mit der Kripo zusammengearbeitet? Im Tresorraum hätten Polizeibeamte dann gewartet und den Räuber mit Handschellen begrüßt“. Nicole: „Ich hatte Mitleid mit der Familie, die war hochverschuldet. Ihr Haus stand vor der Zwangsversteigerung“.Gerettet haben Vater und Sohn ihr Dach über’m Kopf dennoch nicht, trotz der fetten Beute. Auch deshalb wird gemunkelt, das Nicole die Kröten in sicherem Gewahrsam hat.
Am Tattag, 06:30 Uhr trafen sich Michael und Nicole an einer Tankstelle. Sie reichte ihm augenzwinkernd aus dem runtergekurbelten SLK-Autofenster den Schlüssel für einen Nebeneingang der Bank. Er lächelte dankbar, denn er wusste seit einer Ortsbesichtigung in einer Mittagspause aus der Vorwoche von Nicole, dass die Tresorschlüssel im Vorraum in einem Schlüsselkasten an der Wand hingen. Den brach er mit einem Schraubenzieher aufund ratzfatz war der Schuft mit dem vielen Pulver verschwunden.
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‘ne Maskerade brauchte er nicht, weil er von Nicole wusste, dass es im Tresorraum nur eine einzige Überwachungskamera gab, eine Attrappe! Die war nicht so teuer wie ‘ne echte, schließlich haben Bankkaufleute Sparsamkeit gelernt. Unbeobachtet gelangte Michael an die vielen Geldbündel, verstaute 405.465,- EURO in einer schubladengroßen Supermarkt-Keksdose sowie in 2 Geldkassetten. Fuhr angeblich direkt nach Hause und übergab allesseinem Vater. Der sagt: „Ich hab’ von den Möpsen nix gesehen“. Jedenfalls ist seitdem das meiste Geld weg. Der Garten hinter’m Haus von Vater und Sohn wurde zwar quadratzentimeterweisevon einem Polizeieinsatzkommando umgegraben, zum Leidwesen der geschädigten Banker umsonst.
Mehrfach fragten die Richter im Laufe des Prozesses nach dem Geldversteck. DieAngeklagten sahen sich feixend an und schwiegen.
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Das Nicoles geschilderte Todesangst gelogen war, machte das Gericht deutlich an Hand einer SMS, die die Lebenshungrige um 12:51 Uhr,3 Tage nach dem Bankraub von ihrem Handy an Michael sandte: „Schicksal bedeutet für mich, sich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu befinden, um glücklich zu sein. Ich war am richtigen Ort zur richtigen Zeit“. Damit meinte sie den Fette-Beute-Machertag, als sie um 06:55 Uhr in ihrem PKW etwas entfernt von der Bank stand und beobachtete, wie Michael seelenruhig aus dem Gebäude kam, in sein Auto stieg und ohne Eile davon fuhr.
Bank-Detektive beobachten Nicole auf Schritt und Tritt
Diesem elektronischen Liebesbrief folgten Nicoles Festnahme und Haftbefehl 7 Tage nach dem Verbrechen. Weitere 8 Tage später klickten die Handschellen um die Gelenke ihrer 2 Komplizen.Nicole, während ihrer Schulzeit immer schlecht im Fach Musik, hatte in den polizeilichen Vernehmungen so wunderbar „gesungen“, dass es für die Ermittler ein Leichtes war, der 2 Mittäter habhaft zu werden. Für ihre Tonkunst erhielt die Sopranistin von den Richtern Strafrabatt.
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Dem Prozess sah das durchtriebene Nachbarschafts-Trio gelassen entgegen. Auf ein schönes Leben nach dem Gefängnisaufenthalt freuten sich Vater, Sohn und Nicole. „Diese Rechnung wird nicht aufgehen“, meinte ein Banker im Gerichtssaal. „Denn sobald sie ihren Fuß wieder in Freiheit setzen, heften sich Detektive an ihre Fersen. Die 3 werden auf Schritt und Tritt beobachtet. An die Beute kommen sie nicht ran“.
Die Angst, bis zu 10 Jahre hinter Gittern schmoren zu müssen und danach von dem geklauten Geld nichts zu haben, raubte Michael die letzten Nerven. Aufgeregtheit und hoher Blutdruck erzeugten einen panikartigen Zustand. In der Nacht zum 2. Prozeßtag fanden Justizbeamte den Tresorentleerer tot in seiner Zelle.Abends hatte er sich noch das leckere Puten-Cordon-Bleu mit Kartoffeln und Mischgemüse aus der Gefängnisküche schmecken lassen. Morgens war er tot. Die Obduktion ergab: Selbstmord oder Tod durch Fremdverschulden schieden aus. Es war die Aufregung um’sGeldversteck, die Michaels Herz zum Stillstand brachte.
Gegen die übrig gebliebenen 2 Angeklagten verhängte das Gericht diese Urteile: 4 Jahre Haft wegen Hehlerei und Begünstigung für Michaels Vater Rudolf, 3 1/2 Jahrewegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall für Nicole.
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Seit ihrer Haft-Entlassung sucht die Räuberin nun einen reichen Mann: „Der soll nicht nur gut aussehen, sondern auch genügend Pinkepinke haben, um mir ein schönes Leben bieten zu können“.
Vielleicht braucht sie auch nur jemanden, um den Bank-Detektiven ein Schnippchen zu schlagen? Denn den Typ an ihrer Seite könnte sie gut als Bevollmächtigten in die Schweiz schicken, wo die Beute vermutet wird. Nicole bleibt schön zu Hause, beäugt von den zweibeinigen Spürhunden. Während dessen wird das Schweizer Konto von ihrem Busenfreund leer geräumt.„Superidee, oder?“ argwöhnt ihre Mama.
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Für die gelackmeierten Banker eine Schüttelfrost erzeugende Vision!
Der Anruf aus Spenge traf Ulrike (35) und Lothar (36) in ihrer Mietwohnung an der Bünder Bahnhofstraße wie ein Blitz aus heiterem Himmel: „Was ich dir noch sagen wollte“, flötete Christiane (37) zynisch durchs Telefon, „Magdalena bleibt bei mir. Die fährt nicht mit euch in den Urlaub nach Büsum. Alles weitere schreibt dir mein Anwalt“.
Noch ehe der Vizechef eines Supermarkts antworten konnte, hatte seine Ex den Hörer aufgelegt. Dies war der Anfang einer Kampfhandlung mit dem Ziel: Ehebrecherin Christiane, von Beruf auch noch Sozialpädagogin, wollte sich mit einem üblen Trick das alleinige Sorgerecht für die 5jährige gemeinsame Tochter Magdalena sichern!
Begonnen hatte das Kinderdrama vor 2 Jahren. Ehemann Lothar kam am Freitag Abend nicht wie üblich zwischen 21 und 21.30 Uhr nach Hause, sondern schon kurz nach 19:00 Uhr. „Ich wollte meine Frau überraschen und mit ihr nach Bielefeld ins Kino gehen“.
Die Überraschung gelang perfekt! Allerdings anders, als es sich der 7 Jahre zuvor mit Christiane eins gewordene Hobbypianist vorgestellt hatte.Sein 1 Jahr älteres Glühwürmchen befand sich gerade mit einem gleichaltrigen Liebhaber in Ekstase- und das auch noch in Lothars Ehebett!„Mir blieb die Spucke weg! Bis dahin hatte ich von den ehebrecherischen Beziehungen meiner Frau zu einem unserer Nachbarn nicht den blassen Schimmer einer Ahnung. Sexuell schien unsere Beziehung völlig in Ordnung zu sein“.
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Lothar diskutierte nicht, packte eine Reisetasche plus Alukoffer und zog zu seinem Schulfreund Richard (36). Sein Rauschgoldengel, Naturhaar dunkelbraun, jetzt industrieblond,unternahm auch in der Folgezeit nicht einmal einen Erklärungsversuch. „Dabei gilt sie im Kollegenkreis als äußerst eloquente Beißzange, tritt selbstbewusst auf, ist redegewandt, wenn sie mit ihren Freundinnen im „Da Fabricio“ sitzt, in der „Knolle“, im „tom tom inn“ oder beim „Metzger mit dem Zopf“. Christiane, die Erziehungswissenschaftlerin, die jedem alles verständlich machen kann! Nur für ihr zweistimmiges Sinfoniekonzert in meinem Schlafgemach, da fehlten ihr die Worte“, macht sich Lothar heute über seine Freeclimberin lustig. „Die sich von mir beim Gipfelsturm erwischen ließ“, lacht er sich eins ins Fäustchen. Und dann todernst: „Für so blöd hätte ich die Lustmolchin nicht gehalten“.
Ihren selbstgewählten Lehrauftrag in punkto Lebenshunger, Leidenschaft, Begierde und Geschlechtstrieb schloß Christiane jedenfalls erfolgreich ab. Von ihrer Leihgabe, Werbegrafiker Rolf (37), trug sie alsbald eine Keimzelle in der Gebärmutter. Heute lebt sie mit Eduard (2), der damaligen Leibesfrucht, und dem Erzeuger in der Nähe vom Hücker Moor.
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Lothars Schicksal blieb nicht geheim. Einer Arbeitskollegin gingen die nackten Tatsachen so sehr zu Herzen, dass sie ihm beim Einräumen der Regale Trost spendete. Ulrike war es ähnlich ergangen. Ihr Freund Klaus (32) entpuppte sich als Weiberheld. Sie machte nach 6 Jahren Schluss.
Aus Zuspruch wurde Sympathie.Aus WohlgefallenFreundschaft. Dann Interesse, Liebesgefühle, der erste Kuss folgte zwischen Käsetheke und Tiefkühltruhe. Lothar und Ulrike zogen zusammen. Das Besuchsrecht seiner kleinen Tochter wurde einvernehmlich geregelt. Alle 2 Wochen war die 5jährige von Freitag Mittag bis Sonntag Abend beim Papa. In den Ferien wurde Magdalena gerecht „aufgeteilt“.
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Der Zündstoff entwickelte sich langsam aber stetig. Die Tochter machte keinen Hehl daraus, dass sie sich beim Vater und der Stiefmutterwohler fühlte als im alten Zuhause.„Nach dem dies allen deutlich geworden war, sorgtemeine Ex fortlaufend für Probleme“, erzählt Lotharwww.boulevard-buende.de
Christiane begann einen Kampf der 1000 Nadelstiche. Stand Lothar vor der Tür, um Magdalena abzuholen, verweigerte die Ex die Herausgabe des Kindes mit der Behauptung: „Die Kleine liegt mit Fieber im Bett“.Für die Wahrheitsüberprüfung verweigerte die Giftspritze den Zutritt ins Haus. Andere Male holte sie das Mädchen Freitags 2 Stunden früher vom Kindergarten ab, obwohl der Papa an jenem Wochenende sein Recht auf Magdalenahatte.Mutter und Tochter fuhren dann einfach spazieren, gingen Eis essen und Shoppen. Der Kleinen erzählte sie, der Papa hätte sie nicht lieb und darum nicht zu sich genommen. “Es kam auch vor, dass das Weibsbild mir vorlog, die 5jährige hätte Sehnsucht nach der Oma gehabt. Dort sei sie nun über’s Wochenende.
Das Ende vom Lied: ich mussteständig das Jugendamt einschaltenund mir eine Anwältin nehmen“, zeigt sich Lothar verärgert. „Er musste seine Rechte durchfechten, die ihm diese Schreckschraube streitig machte. Darunter litt er zusehends“, teilte Ulrike sein Leid.
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„Es war die Angst, Magdalenas Zuneigung vollends zu verlieren, darum wurde die missgünstige Hetzerin zum echten Mutterschwein“, ist Lothar überzeugt. „Sie wusste seit einem halben Jahr, dass Magdalena mit Ulrike und mir einen 2-wöchigen Urlaub an der Nordsee verbringen sollte. 24 Stunden vor der Abreise verweigerte Christiane die Herausgabe des Kindes“.
Die Begründung erfuhr er bald. „Sie behauptete, ich hätte mich an unserer Tochter sexuell vergangen. Mit einer Eidesstattlichen Versicherung, die mit einer zweiten von ihrem Lebensgefährten Rolfbestätigt wurde, sollte mir Magdalena für immer weggenommen werden“.
Ein Kinderpsychologe wurde eingeschaltet und eine Glaubwürdigkeitsgutachterin. Magdalena musste mit Püppchen spielen und Strichmännchen zeichnen. Ergebnis: „Der Pimmel des Vaters spielte bei alledem überhaupt keine Rolle. Obwohl angeblichder Papa die Kleine beim gemeinsamen Baden in der Wanne zwang, sich mit dessen Geschlechtsteil zu vergnügen“, ereifert sich Ulrike gegenüber www.boulevard-buende.de
Einhellige Meinung aller, die über das Kindeswohl zu entscheiden hatten: „Die Vorwürfe sind frei erfunden.“ Magdalenas Papa darf sein 14-tägiges Besuchsrecht auch in Zukunft ausüben. Er darf auch mit dem Mädchen in Urlaub fahren. Gegen Christiane läuft ein Ermittlungsverfahren wegen falscher Anschuldigung. Vermutetes Motiv: Wut darüber, dass Lotharund Ulrike mit Magdalena glücklicher zusammen leben als die Ehebrecherin und Rolf, ihr in flagranti erwischter Liebhaber.
Christianes Rachsucht ist kein Einzelfall:
Diese böswillige Tochter trieb ihren Vater in den Ruin
Sie waren eine glückliche und zufriedene Familie, die Kleinmanns. Ihre heile Welt zerbrach über Nacht. In jener, in der um 2:30 Uhr Tochter Jessica (16) im Bad des Elternhauses nach geheim gehaltener Schwangerschaft ein gesundes Mädchen gebar. Stunden später tötete sie es gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Freund Hans. Als Entschuldigung für ihre schlimme Tat gab die Schülerin an: „Mein Vater hat mich als Kind bestimmt 40 Mal zum Geschlechtsverkehr gezwungen“.
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Der 51jährige wurde verhaftet. Sein gut gehendes Geschäft ging pleite. Der selbstständige Kaufmann ist ruiniert. Jessicas Rechnung ging auf! Wegen Totschlags an ihrem Baby wurde sie rechtskräftig zu nur 2 Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Den eigenen Vater aber bestrafte sie für immer. Mit einer betroffen machenden Schmutzkampagne!
Angst, nichts als Angst vor ihrem bestialischen Vater sei es gewesen, als sie aus schierer Verzweiflung ihr Baby nach Absprache mit Freund Hans von diesem umbringen ließ. „Sie ist sexuell haltlos, hat unseren Sohn die Drecksarbeit erledigen lassen“, zeigen sich die Eltern des Täters im Gespräch mit www.boulevard-buende.de erschüttert. „Hansi wurde von Jessica belogen und betrogen. Er handelte im Affekt“. Auch er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.
Wie konnte die 16jährige ihren Freund in die Ausweglosigkeit treiben? Ihm so zusetzen, damit er Hand an das Baby legte?
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„Die nehmen mir das Kind weg, geben es zu fremden Leuten. Mich stecken sie danach in ein Heim“, jagte sie Hans Angst davor ein, dass sie sich nie wiedersehen würden. Ihren Vater schilderte sie dem hörigen Freund gegenüber als brutalen Schläger: „Wenn Papa merkt, dass ich schwanger bin, schlägt er dich tot“.
Hans verzweifelte, vertraute sich seiner Mutter an. Die riet zur Abtreibung. Da log Jessica: „Ich habe einen Onkel in Hannover, der ist Frauenarzt. Der macht das schon“. Erst nach der 17. Schwangerschaftswoche, als nicht mehr an Abtreibung zu denken war,kam die Wahrheit ans Licht. Den verwandten Gynäkologen gibt es überhaupt nicht!
Belogen hat Jessica ihren Hans auch, als sie ihm in der ersten Liebesnacht zuflüsterte, er sei für sie die erste und ganz große Liebe. „Für mich war Jessica das erste Mädchen“, beichtet er www.boulevard-buende.deNach der Kindstötung erfuhr er, dass sich die Schülerin schon mit 5 anderen Jungs vergnügt hatte. Es gibt einen flammenden Liebesbrief Jessicas an einen von Hänschens Vorgänger, in dem es heißt: „Wann schläfst du endlich wieder mit mir? Dich will ich! Die anderen sind mir egal!“
Hans unter Tränen: „Meine Gefühle waren so rein. Ich hab’ sie einfach gern gehabt…Und jetzt das…Sie war mir nicht treu, hat mich hintergangen…“ Fassungslos wischt er sich Tränen aus dem Gesicht.
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So jung, aber was für eine falsche Schlange! Die Geschichte, Papa sei ihr Vergewaltiger, „der mit mir 40 Mal und mehr den Geschlechtsverkehr ausgeführt hat“, diktierte sie in’s Verhörprotokoll. Es erging Haftbefehl gegen den bis dahin angesehenen unbescholtenen und erfolgreichen Kaufmann.
Ihre Angaben wiederholte Jessica auch in einer weiteren Vernehmung 11 Tage später.Sogar im Prozess gegen ihren Vater rückte sie keinen Deut von dem schlimmen Vorwurf ab.
Im Gegenteil! Die 16jährige setzte ihren Anschuldigungen noch eins drauf, indem sie erklärte, einmal sei sie sogar mit einer Fahrradkette an eine Heizung gebunden und dann gegen ihren Willen zum Sex gezwungen worden.
Die Wahrheit kam raus, weil Jessica gegenüber einem neuen Freund drohte: „Wenn du mir nicht treu bist, mach ich’s mit dir wie mit meinem Vater. Ich haue dich wegen Vergewaltigung in die Pfanne!“
In einem Wiederaufnahmeverfahren wurde Jessicas Vater voll rehabilitiert. Die Tochter zog ihre Anschuldigungen zurück,gab zu: „Ich hab das gemacht, weil ich von ihm nur 20 EURO Taschengeld im Monat bekam. Ein Witz! Meine Freundinnen kriegten viel mehr. Dabei waren deren Eltern nicht so reich wie meine“.
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Heute hat Jessicas Vater seine berufliche Existenz verloren und die Verleumdung hat ihm obendrein 100.000,- EURO Schulden eingebracht. Eingekaufte Ware konnte er nicht bezahlen, er saß ja im Gefängnis! Trotz allem ist er ohne Hass. „Ich wünsche Jessicadas Beste. Vor allem,dass sie ein ehrlicher Mensch wird“, meint er gegenüber www.boulevard-buende.de
Nicht nur seine Frau hält zu ihm - auch noch 63.000 (!) fremde Menschen
Ein angeblicher Kinderschänder wurde von Nachbarn aus dem Dorf gejagt
Was für eine Strafe! Zuerst wurde Rolf Potte (51) wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter in 27 Fällen zu 4 Jahren Haft verurteilt. In einem neuen Prozess dann von anderen Richtern 21 x freigesprochen. Die 6 übrig gebliebenen Verfehlungen bestritt er ebenfalls energisch. „ Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen“, weinte er. Seine Frau Ruth hielt und hält fest zu ihm. Beschuldigt hatte ihn Ruth (26), die Tochter seiner Ehefrau Ina (45).
In seinem Heimatdorf sprach kein Mensch mehr mit ihm. Nicht mehr mit seiner Frau. Nicht mehr mit seinem Sohn Peter (18). Die Pottes lebten isoliert, geächtet, gemieden von der gesamten Nachbarschaft wie die Pest als Fremde im Ort. Auf ihr Haus wurde mit Fingern gezeigt: „Da wohnt der Kinderschänder“. Die Pottes flüchteten: Das Haus kam unter’n Hammer. Obwohl ihnen per Internet aus ganz Deutschland 63.000 Mal (!) Mut gemacht wurde, durchzuhalten und wohnen zu bleiben. „Die Zeit heilt alle Wunden. Die Leute um euch rum werden wieder normal“, meinten die Anklicker. Eine fatale Fehleinschätzung!
Ina Potte im Gespräch mit www.boulevard-buende.de„Meine Tochter hat unser Familienglück zerstört. Ich habe Ruth geboren, verloren und verstoßen. Ich kenne sie nicht mehr“.
Der Ex-HSV-Fan, der sich mit den Kickern Kaltz und Beyersdorffer duzte, nach mehreren Herzinfarkten, Bandscheibenvorfällen und zahlreichen Not-OP’s halbseitig gelähmt ist, hat seineStieftochter Ruth nach deren Angaben zwischen dem 11. und 17. Lebensjahr während gemeinsamer Fahrten zu den Fußballspielen des HSV rund 500 Mal sexuell missbraucht. Der Fall kam ins rollen, nachdem Ruth schriftlich als Azubi mit 19 vergeblich die Auszahlung ihres Kindergeldes von ihrer Mutter gefordert hatte. Die zahlte nicht, nahm auch die Drohung nicht ernst, wenn sie das Geld nicht rausrücke, „gebe ich ein Geheimnis preis“.
In einem Gespräch mit ihrem Kind, das in Ruths Zimmer im Beisein ihres damaligen Freundes Bastian (heute 26), Sohn eines Lehrers, stattfand, stellte die Mutter klar: „Ihr beide verursacht Kosten für Strom, Heizung, Wasser, Müll. Außerdem bezahlt Papa dir die Kfz-Versicherung für ein Auto, das er dir gekauft hat. Meinst du nicht, dein Kindergeld darf dafür mit verwand werden?“
Ruth antwortete nicht, kochte vor Wut, lachte, sprang auf und verließ wortlos mit ihrem Freund das Haus.
Einen Tag später kam ein Anruf von der Kripo: „Herr Potte, bei uns sind schwere Vorwürfe gegen Sie erhoben worden. Kommen Sie mal zur Vernehmung vorbei“. Dies war der Auftakt für ein Fiasko, das 5 Jahre dauerte und mit der Flucht der Rest-Familie sowie der Zwangsversteigerung ihres Hauses endete.
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Ex-Freund Bastian ist inzwischen auch von Ruth kuriert:“ Die Finanzen sind ihr größtes Problem. Sie ist immer klamm, kommt nicht mit dem aus, was sie als Verkäuferin verdient. Friseur, Lippenstift, Eyeliner, pfiffige Dessous, modische Blazer, schicke Blusen, Modeschmuck, massenweise flotte Schuhe, das alles schleppt sie ran. Da kam sie auf die Idee, von ihrer Mutter dasKindergeld zu fordern, von mir verlangte sie die alleinige Zahlung von Miete und Lebenshaltungskosten, wenn ich mir ihr weiterhinzusammen leben wolle. Sie meinte, sie trage schließlich genug zu meinem Wohlbefinden bei, indem ich mit ihr schlafen dürfe. Bei einem Streit wegen ihres überzogenen Sparkontos - sie kriegte keinen Cent mehr und forderte von mir 200,- EURO,drohte sie mir mit einer Strafanzeigewegen Vergewaltigung. Da habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin gegangen“.
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Ruth lebt heute mit einem neuenFreund in Melle. Sie verdient als Kassiererin Geld in einem Baumarkt.
Wo ihre Mutter, ihr Bruder und ihr Stiefvater leben, will sie nicht wissen. „Mit der Sippschaft hab’ ich abgeschlossen“,schimpft sie.
Seit 45 Jahren beobachtet ein Bünder Journalist, wie Medien gefühlskalt und erbarmungslos auf Kosten argloser Mitmenschen Kasse machen. Dass sie Zucht und Ordnung predigen, aber Unmoral und Verunglimpfung praktizieren. Seine Recherchen und Ergebnisse stellt der Ermittler in 2, 3 Jahren in einem Buch vor, Arbeitstitel: Die Jagd nach dem nächsten Opfer. Was er enthüllt, macht fassungslos, ist beängstigend, schauderhaft. Die Geschichten über zweibeinige Schakale, Klingelgangster, Diebe, Hehler, Lügner in Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen jagen einem den Angstschweiß auf die Stirn. Da werden jede Menge Triebtäter losgeschickt, dem einzigen Ziel verpflichtet: Ahnungslose auf’s mediale Schafott zu führen!
Eiskalt, unbarmherzig, dem Trieb gehorchend, die Konkurrenz mit Gänsehaut erzeugenden Stories zu schlagen, die Auflage zu steigern, den Konzerngewinn zu maximieren, die Aktionäre zu begeistern, dieser selbst gestellten Herausforderung gehorchend, gehen die schreibenden und knipsenden Menschenjäger tagtäglich kriminell an ihr Vernichtungswerk.
Einer von denen, die’s ganz toll treiben, ist „Klingelingeling“-Reporter Jörg Völkerling. Wenn der braungebrannte Smarty vor deiner Haustür steht, Kurzhaarschnitt, modisches Sakko, Jeans, bewaffnet nicht mit Pistole oder Revolver, sondern mit modernsten Hightech-Kameras, lass ihn nicht rein! Meist klingelt er, wenn dich gerade ein Unglück wie’n Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat, du psychisch am Boden liegst und sich ein Familienangehöriger, guter Freund oder Nachbar als Leiche noch warm am Orte der Tragödie oder im Krankenhaus befindet.
Die Sünden von „Klingelingeling“-Reporter Völkerling siehst und liest du beispielsweise in „BILD“ und „Frau im Trend“ als menschenverachtenden Ausguss einer schrankenlos gewordenen Pressefreiheit. Wegen „Klingelingeling“-Völkerling und Konsorten forderten erboste Trauerfamilien mehrfach Polizeischutz an.
Wenn die Knipserbande schellt und du ahnungslos die Tür öffnest – zackzack, wirst du gleich abgeschossen, digital verewigt und vermarktet wie Gemüse der Handelsklasse A.
Wie Helga Liebler (85), Gefahr erkannt, aber nicht mehr gebannt, die geistesgegenwärtig noch abwehrend die rechte Hand vor’s Gesicht riss und schrie: „Kein Foto, nein, kein Bild von mir!“ Vom nächsten Morgen an konnte sich die allein lebende Witwe das vom „Klingelgangster“ Völkerling gegen ihren Willen angefertigte Konterfei in Zeitungen und Illustrierten begucken.
Heute lachst du vielleicht noch über Frau Liebler oder zeigst mit dem Finger auf deinen Nachbarn – und ahnst nicht, dass du selbst schon Morgen das nächste Medienopfer sein kannst!
Mit Sabine Hilschenz (45) ging das zum Beispiel so: Die lächelte dich am Montagmorgen aus der Farbgazette „DER SPIEGEL“ an – und du hattest nicht den leisesten Verdacht, für’s sauer verdiente Geld gerade Hehlerware gekauft zu haben. In dem Hochglanzheft wurde nämlich ein geklautes Foto veröffentlicht!
Vielleicht hattest du dir bei ’ner Tasse Kaffee 24 Stunden zuvor gerade die „Welt am Sonntag“ reingezogen und vermutetest nicht, dass dich auf Seite 12 eine sympathisch wirkende Frau unter ihren dunkelbraunen Wuschelhaaren auf einem stibitzten Foto anlächelte.
Möglicherweise konsumierst du regelmäßig die „Superillu“ und glaubst, was Seriöseres als dieses bunte Bilderblatt gibt’s doch gar nicht. Flötepiepen! Auch da wurdest du, wie viele Leser, für ein Klaufoto abkassiert.
Bei soviel Konkurrenz wollte die 0,60 € kostende „BERLINER MORGENPOST“ nicht nachstehen – schwuppdiwupp wurde auch darin ein durch krumme Finger beschafftes Foto auf Seite 18 präsentiert!
Mensch, was die Kleinen können, schaffen auch die Großen! „STERN“ – Leser staunten über die Tüchtigkeit der Redakteure, wie schnell die das Foto einer Mama beschafften, die 9 Leichen ihrer Kinder in Blumenkästen auf dem Balkon ihrer Wohnung verscharrte. Der 3-seitige Bericht war wieder eine echte STERN-Schnuppe nach langer Zeit. Weil das Foto, das die Totengräberin Sabine Hilschenz zeigt, Plünderware ist! Für die Diebesbeute zahlte der „STERN“ dem Verkäufer Geld. Allerdings weitaus weniger, als 1983 an den am 27.06.38 in Löbau geborenen Kunstmaler Konrad Kujau, der dem Nachrichten-Magazin gefälschte Hitler-Tagebücher für 9,3 Millionen DM verscheuerte. Beide, Käufer und Verkäufer, wurden durch den Leserbetrug weltbekannt.
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Am Elend derer mitzuverdienen, die durch eine unheilvolle Katastrophe aus dem Alltagseinerlei gerissen worden sind, das ist das Prinzip derjenigen, die täglich in den Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen darüber grübeln, wo sie ein neues Schlachtopfer finden, um es zur medialen Hinrichtungs-Show auf’s öffentliche Schafott zu führen. Dabei wird vor der Veröffentlichung von Klaufotos nicht Halt gemacht. Wer erwischt wird, reagiert rotzenfrech, wie die Rechtsabteilung des „STERN“, die an den Urheber des entwendeten Fotos schrieb: „Seien Sie versichert, dass wir stets nachprüfen, wer die Verwertungsrechte an den Bildnissen hat, die wir abdrucken. Dies ist auch hier passiert…Mit freundlichen GrüßenDr. Kirsten Hendricks“. Das Schreiben ist 15 Zeilen lang.
Auch DER SPIEGEL meldete sich fuchsteufelswild aus dem Justitiariat mit der frohen Botschaft an den tatsächlichen Fotobesitzer, „dass wir die Rechte zum Abdruck rechtmäßig erworben haben. Mit freundlichen GrüßenBrigitte Rolofs“. Die erzürnten Blattmacher hätten besser daran getan, vorm Ankauf des kriminell beiseite geschafften Bildes dessen Herkunft abzuklären.
Das unterließen auch die Damen und Herren der „Superillu“, für die die Kanzlei eines Herrn Professor Schweizer aus München darauf hinweist, „dass das in Rede stehende Foto in gutem Glauben erworben und hierfür ein angemessenes Honorar geleistet wurde“. Wie schön! Denn die Honoraraufwendung für die ungeprüft gekaufte Hehlerware holte sich der Verlag hunderttausendfach wieder von ahnungslosen Lesern, die für teures Geld an den Kiosken die „Superillu“ mit dem Diebstahl-Schnappschuss kauften.
Ach, und weil die Veröffentlichung des Plünder-Porträts für die von Herrn Schweizer vertretenen Druckerzeugnisse offenbar ein lukratives Geschäft gewesen ist, beeilte sich der Medienrechtsexperte für die Illustrierte „neue woche“ mitzuteilen, dass natürlich auch dieses Massenmedium „die Rechte ordnungsgemäß erworben und die dazu geforderte Lizenzvergütung entrichtet hat“. Diese Summe, das schreibt er selbstverständlich nicht, haben die nichts Böses ahnenden „neue woche“-Leser doppelt und dreifach durch den Kauf des Blättchens in die Verlagskasse zurückgespült.
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Wieviel besser wäre es gewesen, die Damen Hendricks und Rolofs sowie die Herren Schweizer & Co hätten sich intensiver mit § 259 des Strafgesetzbuches beschäftigt, wo es heißt: Hehlerei – Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Warum war das geklaute Foto für die mediale Hehlerbande so wertvoll? Das Diebesgut erwarben und druckten außer den bereits genannten noch jede Menge illustrierte Magazine und Provinzblättchen. So das französische Radaublatt „Detective“ auf dem Titel und im Innenteil auf Seite 6; die „BILD-Zeitung“ x-mal in ihren 21 Lokalausgaben; „BILD am SONNTAG“ war mit dabei; die „Märkische Oderzeitung“. Die ließ über die Berliner Medienrechts-Top-Kanzlei Weberling & Kleinke mitteilen, es sei nicht ihre Aufgabe, die Herkunft des Fotos zu ermitteln. Dreister geht’s nun wirklich nicht!
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Ins Rollen gebracht hat alles ein Mann namens Frank König (29), der machte Sabine Hilschenz, der Schwester seiner Mutter, den Garaus. Er ist der moralische Held in diesem Kriminalfall, der ganz Deutschland in Atem hielt! Dem jungen Familienvater war bewusst, was für eine Lawine er lostreten würde und wie sehr er die Familienehre beschmutzt, wenn er die Kripo anruft. „Es kam allerdings viel schlimmer, als ich dachte“, sagt er gegenüber www.boulevard-buende.de.
Die Erinnerung an das, was er entdeckte, nimmt ihm fast die Luft zum Atmen: „Sabine hatte mindestens 9 ihrer 13 Babys getötet und verscharrt. Ich fand beim Säubern des Grundstücks 22 Knochenreste in Blumenkästen, die ich ausleerte. Ich rief die Polizei und empfing die Kriminalkommissarin mit belegter Stimme: ‚Ich glaube, ich habe eine Kinderleiche gefunden…’ Die Beamtin forderte mehrere Kollegen an, alle durchsuchten dann das Gelände“.
Sie kippten einen Blumenkasten nach dem anderen aus, stießen auf weitere Schädelteile und Knochenreste in Eimern. Franks grausige Vermutung bestätigte sich: „Hier lagen die Überreste mehrerer toter Babys. Als Täterin kam nur meine Tante Sabine in Frage“.
Bei den DNA-Untersuchungen stellten Ärzte fest, dass die Skelette von 7 Mädchen und 2 Jungs stammten. Die Prozesse zogen sich bis ins Jahr 2009 hin, am Ende lautete das rechtskräftige Urteil 15 Jahre Haft wegen Totschlags an 8 Babys. Wie das 9. gestorben war, konnte nicht geklärt werden. Die Beschuldigte sagte, es war eine Totgeburt.
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Auf psychologische Unterstützung ihrer eigenen Familie durch Mutter Marta (83) sowie die 3 am Leben gelassenen Kinder Stephanie (25), Danny (23) und Ivo (22) hofft die „Todesmutter“ in der Justizvollzugsanstalt Duben, 80 km von Frankfurt/Oder entfernt, vergebens. Keiner von ihnen besucht sie im Gefängnis. Sie haben sie im Gerichtssaal nicht 1 x angeguckt, obwohl ihr flehentlicher Blick geradezu um Augenkontakt bettelte. Die Kinder wandten sich demonstrativ ab. Nicht anders war die Begegnung mit ihrem Neffen Frank König. „Ich will mit meiner Tante nie mehr was zu tun haben“, erklärt er mit fester Stimme www.boulevard-buende.de.
Dabei hatte er es in der Hand, den Verbrechensfall aus Rücksicht auf die eigene Familie - er ist selbst Vater einer 6 Jahre alten Tochter – zu vertuschen. Hat er vielleicht doch einen Moment darüber nachgedacht, die Knochenstücke zu verscharren, zu verbrennen, zu entsorgen, um sich und seine Angehörigen vor Schlagzeilen und Polizeiverhören zu schützen? Denn eins war ihm sofort klar: „Die Überreste befanden sich in Behältern meiner Tante, die sie 2 Jahre zuvor bei uns abstellte. Nur sie allein konnte etwas über die Herkunft wissen, entweder als Täterin oder als Mitwisserin. Ich hätte sie danach fragen können, mein Verhältnis zu ihr war gut. Aber hätte ich von ihr die Wahrheit erfahren? Ob eigene Verwandtschaft oder nicht, hier durften private Interessen keine Rolle spielen. Ich musste die Polizei informieren“.
Frank hatte den Mut, die Familie bloßzustellen, sehr wohl wissend, was nach seinem Anruf bei der Kripo „auf uns alle zukommt. Ich hab’s geahnt, aber dann viel Entsetzlicheres erlebt. Am liebsten hätten wir uns alle in einem Mauseloch verkrochen. Oma erlitt einen Schock. Meine Mutter Jutta (58) konnte nur als Feuerwehrfrau verkleidet zum einkaufen gehen. Ohne diese Maskerade wäre sie tot fotografiert worden und nicht durch den Sperrriegel der Journalistenmeute gekommen. Der Belagerungszustand unseres Hauses war so nervig für uns, dass wir nachts keinen Schlaf mehr fanden“.
Die Familienangehörigen verweigerten jedes Interview. Die Herausgabe von Fotos lehnten sie rigorosab. Das war für die „Reporter des Satans“ kein Hinderungsgrund, Bilder zu klauen. Ein gefundenes Fressen bei der Suche nach Fotos der „Horrormutter“ war die Bereitschaft ihres letzten Freundes Bernd Behrends (64), für Geld die inhaftierte Lebensgefährtin den Medienhenkern auszuliefern; so ein Judas findet sich überall. Er, Erwerbsunfähigkeitsrentenbezieher, zuckerkrank, stellte alle Zimmer auf den Kopf, räumte unter den Blicken schlagzeilengeiler Journalisten Schränke aus, kramte in Kartons, entleerte Schubladen in der Wohnung, in der er zuletzt mit Sabine wohnte. Es lohnte sich! Er entdeckte Schnappschüsse, die Behrends Bett- und Herzens-Vorgänger von Sabine und deren und seinem Kind Elisabeth auf mehreren Ausflügen angefertigt hatte. Diese wertvolle Ware verhökerte Behrends auf der Stelle an jene, die beim Diebstahl der Aufnahmen auf seine langen Finger starrten.
Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl über 5.000,- € wegen Diebstahls. Die Summe entspricht exakt jener, die Spitzbube Behrends nach eigenen Angaben für den Verkauf der Fotografien von BILD-Reportern bekam. Nachzulesen ist das in der Ermittlungsakte der StA Frankfurt/Oder (Az.: 256 Js 22860/07). Der Strafbefehl ist rechtskräftig.
Der Axel Springer-Verlag verkloppte dann die Diebesbeute, nachdem er sie selbst zunächst in seinen eigenen Medien an den Kiosken gewinnbringend fast 4 Millionen Lesern untergejubelt hatte. Käufer waren DER SPIEGEL, STERN, Superillu, neue woche, und, und, und. Reingelegt wurde der tatsächliche Eigentümer durch den hinter seinem Rücken stattgefundenen massenhaften Verkauf, Abdruck und die Ausstrahlung der Fotos durch Fernsehsender in der ganzen Welt.
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Durch tüchtige Anwälte sprang für den Nutzungsrechteinhaber wenigstens noch was heraus. Die Kanzlei Senfft und Partner, Schlüterstraße 6, 20108 Hamburg (Telefon: 040/4502410; Fax: 040/45024141) reichte Klage ein. Zum Prozess rückten der Dieb und seine Abnehmer allerdings gar nicht erst an. Die zahlten lieber vorher schnell einen 5-stelligen Betrag und vermieden so ein peinliches Aufsehen.
Heute kräht nach Todesmutter Sabine Hilschenz kein Hahn mehr. Das Geschäft mit ihr ist gelaufen. Am 26. August 2020 wird sie 55, bei guter Führung im Knast ist sie dann frei. Bis dahin hat die Medienmeute auf ihrer Jagd nach neuen Opfern längst wieder fette Beute gemacht. www.boulevard-buende.de kennt schon jetzt bereits jede Menge weitere öffentlich Hingerichtete. Zwei von ihnen erzählen hier anschließend ihr Schicksal. Es folgen in den nächsten Monaten noch viel mehr. www.boulevard-buende.de stellt in lockerer Folge weitere Täter und Opfer vor. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.
Wie gewissenlos! Millionen Lesern wurde eine Todkranke als kerngesunde 4-fache Mutter verkauft
Freitag, 12:37 Uhr, nasskalt bei blauem Himmel. An einem frisch ausgehobenen Grab vor dem links 1 ½ Meter hoch aufgetürmten Lehmklumpenhaufen, der mit grünen Kunstrasenteppichen abgedeckt ist, bricht eine Frau im schwarzen Hosenanzug mit einem Schreikrampf zusammen. „Stephanie, Stephanie, verlass mich nicht, mein Kind!“ Die Trauergäste weinen, leisten der halb Ohnmächtigen Erste Hilfe.
Es ist nicht der 13., und trotzdem ein schwarzer Freitag! Ein beschämender Unglückstag für die Schmiererzunft deutscher Lügenblättchen, die hier nur symbolisch in der Gruft versenkt wird. Beerdigt werden eine säuische Moral, schweinische Verstöße, zum Himmel stinkende Missetaten neben der im Kiefernholzsarg eingebetteten, an Leukämie verstorbenen Stephanie Kumfert, Tochter einer Hartz IV – Empfängerin, 56 Tage vor ihrem 28. Geburtstag. Begleitet von 114 Verwandten und Bekannten, Nachbarn, Hausbewohnern, Freunden, 7 Geschwistern, alles Mädchen, und von ihren 4 Jungs Brian (9), Kevin (7), Dwayne (6), Daimon (4), die sie alleine erzog, seit sie nach der Geburt des jüngsten Kindes vom Vater sitzen gelassen wurde. Beweint von ihrer wieder auf die Beine gestellten, von Verwandten gestützten, eben umgekippten Mutter Michaela (42).
Zugeschaufelt wird mit der zuletzt nur noch knapp 40 Kilo wiegenden Toten eine zum Himmel schreiende, pervers perfektionierte Masche von Schmutzfinken, die in Zeitschriftenredaktionen ihr täglich Brot verdienen. Metaphorisch bestattet wird deren über Leichen gehendes Gewinnstreben und ihre ausgebuffte Sucht, vertrauensselige Mitmenschen über den Tisch zu ziehen.
Stephanies Tod war grausam.
Als sie noch hoffte und lachte, standen bei ihr die Klingelgangster von der Unterhaltungspresse Schlange. Wenn eine junge Frau an Krebs erkrankt, lockt das niemanden der Journaille-Klamauktruppe vor die Tür. Wohl aber, wenn eine dem Tod geweihte alleinerziehende Mutter 4 kleine Kinder hat! Wie Stephanie. Da lassen sich schöne Geschichten stricken, Märchen erzählen, Käufermassen an die Kioske locken und für blöd verkaufen!
Die Rücksichtslosigkeit dieser Vertrauensmissbräuchler beflügelte Stephanies Weg auf den Friedhof. Mutter Michaela erklärt weinend gegenüber www.boulevard-buende.de :„Sie litt unter den Lügen, die über sie öffentlich verbreitet wurden. Sie konnte nicht verstehen, dass in der „Glücks-Revue“ auf einer Doppelseite geschrieben stand „Mutterliebe war stärker als der Blutkrebs“. In Wirklichkeit kämpfte mein Kind mit dem Tod. Stephanies Kurzbesuche zu Hause wurden immer weniger, viel häufiger musste sie zu Daueraufenthalten auf die Intensivstationen von Spezialkliniken.
Der Artikel war ein einziger Hohn!
Als Stephanie den Bildbericht las, wurde sie sehr traurig. Sie verstand nicht, wie das Märchenblatt schreiben konnte: „Nach 5 Monaten des bangen Wartens, buchstäblich in letzter Sekunde, fand sich endlich ein geeigneter Knochenmark-Spender für die Todkranke. Mit seinen Zellen konnte die junge Frau den Blutkrebs endgültig besiegen. Die Transplantation verlief erfolgreich – Stephanie Kumfert erholte sich überraschend schnell. Nach 8 Monaten konnte sie die Klinik endlich wieder verlassen“.
Dabei war sie todgeweiht, sichtbar für alle!
„Nicht genug damit, dass mein Kind in der „Glücks-Revue“ durch den Dreck gezogen wurde, auch die „Neue Post“ schmierte munter drauf los, überschrieb ihre sogenannte Medizin-Reportage mit der Schlagzeile: „Meine Kinder gaben mir die Kraft, den Krebs zu überstehen“.
Während Stephanie im Klinikum Minden dem Tod näher war als dem Leben fern ab von ihren 4 Kindern, wusste es das „Goldene Blatt“ viel besser! Die geschäftstüchtigen Zeilenschinder legten Stephanie in den Mund, fettgedruckt, 14 cm breit, 2 cm hoch: „Meine Kinder gaben mir die Kraft, den Krebs zu besiegen“.
Der Boulevard-Reporter Kurt Gather (64) trieb’s auf die Spitze! Er versprach Stephanie vor’m Interview und der Foto-Anfertigung ein Honorar von 100,- € nach der 1. Veröffentlichung.
Weder die 1. Veröffentlichung noch die 2. oder 3. legte der saubere Herr mit den grauen Schläfen der armen Stephanie vor. Ihre Mutter schimpft ärgerlich im Gespräch mit www.boulevard-buende.de : „Dieser Kerl rechnete wohl damit, dass Stephanie nach 2-maliger Knochenmarktransplantation nicht mehr lange lebt! Der Tod meiner Tochter als Honorarersparnis von lächerlichen 100,- €! Ich kann es nicht fassen“.
Durch Zufall hörte Stephanie schließlich doch nach 7 (!) Monaten von der „Goldene Blatt“ – Geschichte. Ob es die 1. war, erfuhren sie und ihre Mutter nie. Wutentbrannt schrieb sie an den Reporter:
„Sie missbrauchen meine Krankheits- und Leidensgeschichte für die Verfolgung eigener finanzieller Interessen. Sie vermarkten mich mit meinem persönlichen Schicksal. Schlimm, dass Sie für Ihr skandalöses Handeln auch noch Komplizen finden wie das Goldene Blatt und Glücks Revue. Ich werde für Sie und diese Blätter die richtige ‚Reklame’ machen“.
2 Tage später schickte Herr Gather einen Verrechnungsscheck der Stadtsparkasse Düsseldorf, Scheck-Nr. 0001007437335 über 100,- € mit dem Vermerk: Lt. Vertrag 9-06Fotorep.: Krebs besiegt
Weil Stephanie dem Honorarversprecher obendrein Betrug und Gaunerei vorgeworfen hatte, nahm der die Hilfe des Deutschen Journalisten-Verbandes in Anspruch, verlangte eine Unterlassungserklärung. Begründung: Er sei kein Ganove, denn das schriftlich vereinbarte Honorar von 100,- € habe sie ja erhalten. Der Vorwurf, Gather habe sie getäuscht, sei falsch.
Kein Wort davon, dass die Zahlung dieses lachhaften Betrages nicht, wie vereinbart, nach der 1. Veröffentlichung erfolgte, sondern erst nach einer Stephanie Kumfert bekannt gewordenen 2., nämlich der in Glücks Revue! Ob und wie viele weitere Veröffentlichungen es vorher gegeben hat, ist bis heute unbekannt.
Die Krebskranke nahm den Vorwurf des Betruges nicht zurück. Es kam zum Prozess vorm Amtsgericht (Az.: 143 C 451/07), wo die Siegestrunkenheit des Klägers allerdings einen erheblichen Dämpfer bekam.
Physisch und psychisch angeschlagen, leichenblass, aufrecht gehalten durch Medikamente, nahm Stephanie um 13:12 Uhr, gestützt von ihrer Mutter, Platz im Gerichtssaal. Was besprochen wurde, nahm die nur für die Dauer dieser Verhandlung aus der Klinik entlassene Patientin gar nicht wahr.
Michaela Kumfert erinnert sich kopfschüttelnd: „Ich hielt ihre Hand, Stephanie zitterte, trug ein Kopftuch, um den durch Haarausfall kahl gewordenen Schädel zu verstecken. Sie sah mich aus traurigen Augen an und ich fühlte, was sie dachte: ‚Mama, ich halte nicht mehr länger aus!’“
„Auf dringendes Anraten“ des Gerichts, so steht es auf Seite 2, Zeile 7, schlossen Stephanie und Michaela Kumfert mit dem Reporter diesen Vergleich:
1.Die Parteien sind sich darüber einig, die in der Vergangenheit liegenden Geschehnisse unaufgeklärt zu lassen.
2.Die Antragsgegnerinnen verpflichten sich, es zu unterlassen, sich Dritten gegenüber über die durch vom Antragsteller erfolgte Berichterstattung über sie und die damit im Zusammenhang stehenden Umstände zu äußern.
3.Die Antragsgegnerinnen verpflichten sich weiter, gegenüber der Staatsanwaltschaft zu erklären, an einer Strafverfolgung des Antragstellers wegen einer zivilrechtlich erfolgten Einigung kein Interesse mehr zu haben.
4.Der Antragsteller verpflichtet sich, keine weitere Berichterstattung über die Antragsgegnerinnen in der Zukunft mehr vorzunehmen.
5.Der Antragsteller verpflichtet sich weiter, an die Antragsgegnerinnen als Gläubigerinnen einen Betrag in Höhe von 500,00 € binnen einer Frist von 2 Wochen zu zahlen.
Der Reporter zahlte innerhalb von 14 Tagen. Was dann jedoch passierte, spottet jeder Beschreibung! Sein Anwalt verlangte postwendend die Herausgabe des noch nicht eingelösten 100,- €-Schecks, den Stephanie wegen ihrer Erkrankung noch nicht zur Bank bringen konnte.
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„Als meine Tochter von dieser frechen Schecksperre erfuhr, sackte sie vor meinen Augen am Küchentisch zusammen, stützte ihren Kopf in beide Hände und stammelte: ‚Mama, Mama, was habe ich verbrochen, dass ich so bestraft werde?’ weint Michaela Kumfert im Interview mit www.boulevard-buende.de.
Ein Bekannter der Familie sandte dem Reporter einen bitterbösen Brief, darin heißt es: „Da zahlen Sie aufgrund eines Vertrages, den nur Sie allein besitzen und von dem Sie der todkranken Stephanie nicht mal eine Zweitschrift zur Verfügung gestellt hatten, mit 7-monatiger Verspätung ein Honorar von 100,- € und das auch erst, nachdem Mutter und Tochter massiv bei Ihnen per Brief auf den Putz gehauen haben. Anschließend brechen Sie einen Prozess vom Zaun mit dem Ergebnis, dass Sie an Mutter und Tochter auf dringende Empfehlung der Richterin ein Zusatzhonorar bezahlen sollen. Danach haben Sie dann die Frechheit, den 100,- €-Scheck über Ihren Rechtsanwalt von der krebskranken Stephanie zurückzufordern.
Schämen Sie sich eigentlich nicht? Denken Sie nur an Geld und nicht an das Leid dieses schwerkranken Menschenkindes? Wir haben im Familien- und Freundeskreis Ihre nicht mehr zu überbietende (soll ich sagen Charakterlosigkeit? Menschenverachtung?) diskutiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie sich Ihre 100,- € einrahmen können. Stephanie will dieses Geld nicht mehr von Ihnen. Sie wird aber den Scheck an Sie nicht herausgeben. Den hebt sie sich auf als Dokument für das Verhalten eines Mannes, der sich „Journalist“ nennt und dessen Verhaltensweise ab sofort jedes weitere Wort überflüssig macht“.
Der Brief endet grußlos. Michaela Kumfert: „Ich habe mein Kind nur noch weinen gesehen“.
Chemo, Tabletten, Infusionen, zuletzt im Rollstuhl sitzend neigte sich Stephanies gequältes Leben rapide dem Ende zu. Die tapfere junge Frau starb in den Armen ihrer Mama.
Von jenen, die mit einer Lügenstory über das Krebs-Schicksal Stephanies dicke Geschäfte gemacht und ihre Konzernbilanz aufgebessert haben, war beim Begräbnis auf dem Friedhof niemand zu sehen. Die Lug und Trug verkaufenden Verlage hatten nicht mal einen Kranz, Blumenstrauß oder ein Trauerkärtchen geschickt.
Michaela Kumfert ist davon überzeugt: „Meine Tochter ist ein Opfer dieser Schmierenjournalisten geworden. Nach deren Veröffentlichungen, sie hätte den Krebs besiegt, kam sie nicht mehr zur Ruhe. Die Unwahrheiten haben sie innerlich stets neu aufgewühlt. Bei diesen Erregungszuständen bekam sie Schweißausbrüche, litt unter einem Gefühl der Hilflosigkeit, weil sie arglos zum Spielball von Krawallreportern und Schagzeilenverkäufern geworden war. Von der ganzen geldgeilen Meute fühlte sie sich missbraucht. Sie erlitt bei der Behandlung und in der Rehabilitation schlimme Rückschläge. Ich habe den Verdacht, dass die gewissenlosen Skandalblattmacher Stefanies Krebserkrankung beschleunigten und die Verantwortung für ihr überraschend schnelles Sterben tragen“.
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Wissenschaftliche Forschungsergebnisse stützen diese Meinung, denn ein von Krebs betroffener Mensch verkraftet die vielfältigen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, Bestrahlung oder schweren Operation wesentlich besser, wenn er sich in einer guten körperlichen Verfassung und in einem guten Ernährungszustand befindet. Optimale Ernährung trägt zum Aufbau neuer Schleimhäute nach einer Chemo und zur Stärkung des Immunsystems bei.
Seit den frei erfundenen Veröffentlichungen über die angebliche Krebsheilung litt Stefanie unter Appetitlosigkeit. Enormer Gewichtsverlust in kurzer Zeit war die Folge. Mutter Michaela beobachtete:
„Die Aufregung über die Schwindler in den Zeitschriftenredaktionen verhinderten die Nahrungsaufnahme. Ständiges Erbrechen und Durchfall waren deutliche Faktoren für eine Störung des Flüssigkeitshaushalts. Es entwickelten sich erkennbare Symptome der Magersucht. Die Zusammenphantasierer haben den Tod meines Kindes beflügelt“.
Noch Fragen?
Michaela Kumfert (Telefon: 0174-2912470)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im neuen Heimerfeld 280
D – 69120 Heidelberg
Telefon: 06221/420
Telefax: 06221/42-2995
Da kommt Freude auf, wenn ein 15jähriger 4 gleichaltrige Freunde totfährt
„Keiner werfe den 1. Stein, wenn er selbst im Glashaus sitzt!“
Petra Eckstein (48), stellvertretende Filialleiterin eines Drogeriemarktes, ist mit den Nerven am Ende. Die Mutter des 15jährigen Andreas wurde nach 2-tägigem Prozess wegen fahrlässiger Tötung in 4 Fällen zu 1 Jahr Haft auf Bewährung und 2.500,-€ Geldbuße verurteilt. Ihr Sohn erhielt 1 Jahr und 9 Monate Bewährungsstrafe, weil er ohne Führerschein in Mamas Auto 4 Freunde im Alter von 14 und 15 Jahren totgefahren hat. Den Pkw-Schlüssel stibitzte sich der Jugendliche vom Küchenschrank, wo er immer lag. Seine Mutter schlief, als er Samstag Nacht gegen 1:00 Uhr den Unfall mit den katastrophalen Folgen verursachte. Richter und Staatsanwaltschaft kreideten der Mutter an, dass sie die Autoschlüssel vor ihrem Sohn nicht sicherer verwahrte, obwohl sie von vorhergehenden Schwarzfahrten des Jungen wusste. Sie sei deshalb für den Tod der 4 Jugendlichen Jonathan (14), Sebastian (14), Maximilian (14) und Frank (15) mit verantwortlich.
Mutter und Sohn nahmen den Schuldspruch an, verzichteten auf Berufung: „Damit die Familien der toten Kinder ihre innere Ruhe finden“, begründet Petra Eckstein diese Haltung gegenüber www.boulevard-buende.de. Fügt aber leise hinzu: „Ob ich jemals meinen Frieden finde, das bezweifle ich“. Dass sie ihn nicht findet, dafür sorgen anonyme Briefeschreiber, die die Mutter übel beschimpfen, aber auch anonyme Anrufer, die ihrem Hass freien Lauf lassen: „Ich kaufe hier nicht mehr ein. Wenn ich auf die Straße trete und ins Auto steige, spüre ich die Blicke der Menschen in den Häusern ringsum. Ich hoffe für alle Eltern, die mich verteufeln, dass sie immer genau wissen, was ihre Kinder tun. Sage niemals nie, denn vor dem, was in den Köpfen von Kindern vorgeht, ist keine Mutter gefeit“.
Ein schöner Sommerabend, Andreas Eckstein ist bei Freunden zu einem Grillfest verabredet. Übernachtet werden soll in einem Baumhaus. Der 15jährige freut sich so sehr, dass er schon um 17 Uhr mit seinem Mofa vom Elternhaus losfährt. Die Schlüssel für Petra Ecksteins Ford Fiesta, silbermetallic, Baujahr ’95, liegen dort, wo sie immer sind. Einer hängt vor Omas Wohnung am Schlüsselbrett auf dem Flur, der zweite liegt bei der Mutter auf dem Küchenbüffet im Untergeschoß. Andreas schnappt sich mal diesen, mal jenen Schlüssel, wenn er an dem Kleinwagen bastelt oder „mein Auto“ eifrig putzt.
Unter der Woche hat Andreas im Ford Fiesta seiner Mutter immer was zu tun. Längst trägt der 75 Ps-starke Wagen seine Handschrift: in den Aschenbecher hat er eine kleine Lampe eingebaut. Die hinteren Scheiben sind mit dunkler Folie zugeklebt. Aus zwei installierten Boxen dröhnt ein ohrenbetäubender Sound.
An dem Unglücksabend fährt er auf dem Mofa vor. Einige Kumpels sind schon da, auch ein paar Mädchen, Andy zieht die Blicke aller auf sich mit der Bemerkung: „Heute Abend hole ich noch das Auto“. Später erinnern sich die Zeuginnen: „Das hat er häufiger gesagt, ich habe das nicht ernst genommen“. Eine andere: „Ich dachte, der macht Witze“. Eine Klassenkameradin: „Der war schon immer ein Prahlhans gewesen“. Und noch eine: „Der wollte angeben, immer bewundert werden“.
Die Jungs wissen es besser: „Die Schlüssel liegen nachts auf dem Küchenbuffet“, hat er uns erzählt. „Das Auto konnte er immer nehmen“. Mit über 100 hätte ihn die Polizei schon mal geblitzt, hat er gegenüber den staunenden Freunden behauptet. Später weihte er eine Freundin ein, er habe das nur erfunden, um sich wichtig zu machen.
Einer Freundin hat er versprochen, er komme nachts bei ihr vorbei „und hinterlasse dabei meine Visitenkarte. Eine Bremsspur meines Ford Fiesta“. Die 14-, 15-jährigen schauten zu ihm auf, Andreas genoss die Bewunderung und erinnert sich im Interview mit www.boulevard-buende.de : „Die meisten haben gesagt, ist ja voll krass, dass du schon Auto fährst“.
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Die Unglücksnacht. Petra Eckstein legt sich schlafen, nachdem sie in den vergangenen Stunden zweimal mit ihrem Sohn telefoniert hat. „Ich habe ihm angeboten, ihn jederzeit abzuholen, wenn er nach Hause will“, sagt die Mutter zu www.bouleard-buende.de. „Er hatte sein Handy mit, hätte sich jederzeit melden können“. Ihr Angebot lehnt der Sohn ab. „Nein danke, ich schlafe bei meinen Freunden“.
Die Mutter glaubt ihm, geht zu Bett, schläft sofort ein. Sonst hätte sie das Knattern eines Mofas gehört. Andreas ist zurückgekommen. „Ich bin ums Haus gegangen und habe gesehen, dass bei Oma noch das Licht an war. Deshalb bin ich nicht nach oben zu ihr rein“. Er schleicht statt dessen in Mutters Wohnung, macht kein Licht, greift auf’s Küchenbüffet, dort hin, wo immer der Autoschlüssel liegt. Auf Zehenspitzen macht er sich wieder davon, lässt den Ford Fiesta an, der vor der Garage steht, und fährt zurück zu den Freunden. Rund ums Baumhaus ist es still geworden eine halbe Stunde nach Mitternacht.
Strahlemann Andreas lässt sich am Steuer des Fiesta von 4 Freunden bewundern. Die steigen alle hinten ein, wollen zu einem Wald-Fest ein paar Kilometer weiter. Angeschnallt ist keiner. Unterwegs steigt vorne rechts noch ein 21jähriger ein, den sie zufällig aufgabeln. Andreas zieht den Fiesta runter durch eine Senke, links rüber dann auf eine Höhe. Kurz vor’m Ziel sieht er eine Polizeistreife, kriegt Angst, dreht, fährt zurück. Auf der ansteigenden Geraden mit den zwei leichten Rechts- und der einen Links-Kurve gerät er mit den rechten Rädern vom Asphalt ab auf das Bankett bei Tempo 115.
Andreas verreißt in Panik nach rechts und links. Der Pkw schleudert gegen den 5. Apfelbaum, hinterlässt eine 32 m lange Spur des Schreckens. Der Beifahrer kann sich später an nichts mehr erinnern. Er kommt mit Kopfplatzwunden davon. Andreas ist eingeklemmt, schreit um Hilfe. Nach der Bergung liegt er 10 Tage im Koma, 4 Wochen auf Intensiv, 5 Wochen auf Normalstation mit Rippenserienbrüchen, Kreuzbandriss im linken Knie, Leberriss, Milzriss, Nierenriss, eingefallener Lunge, schwerer Gehirnerschütterung, gequetschtem Lendenwirbel. Für die 4 Mitfahrer hinten kommt jede Hilfe zu spät. Sie können nur noch tot aus dem Wrack und vom Acker geborgen werden.
Morgens um 04:30 Uhr klingelten am Hause der geschiedenen Mutter der Feuerwehrkommandant, ein Pfarrer und ein Polizist Petra Eckstein aus dem Schlaf. Verwirrt öffnete sie im mandarinfarbenen Bademantel, starrte die drei Männer an, die von ihr wissen wollten, ob Andreas zu Hause ist. Sie verneinte, wusste ja, dass er bei den Freunden schläft. Einer der Besucher forderte die Mutter auf, doch mal nachzusehen. Sie ging hoch - sein Zimmer war leer.
Als sie wieder unten war, fragte der Polizist nach dem Auto. Die Mutter: „Das steht doch vor der Garage!“ Sie ging hinaus, „weil mir das alles auf einmal so komisch vorkam“. Der Fiesta war weg! Dafür war das Mofa da und Andys Helm. Jetzt erst erfuhr die Mutter die Wahrheit. Ein schwerer Unfall, bei dem 4 Jugendliche umgekommen seien. Die Mutter bekam Herzklopfen: „War mein Andreas dabei?“ Angeblich wussten sie es nicht, weil noch nicht alle Autoinsassen identifiziert werden konnten. Um 08:30 Uhr telefonierte Petra Eckstein mit der Klinik. „Ja“, sagte ein Arzt, Andreas sei eingeliefert worden. Man habe seine Papiere gefunden. „Es ist sicher ihr Sohn!“
Die Mutter fuhr zu ihm, musste beim Anblick weinen. Schläuche überall, Infusionsflaschen, künstliche Beatmung, Pumpgeräusche und unaufhörliches Piepsen. „Ich habe gebetet, dass Andy durchkommt“.
Kaum zu Hause, stand ein Reporter vor Petra Ecksteins Tür, bettelte um ein Foto von Andreas. Die geschockte Mutter weiß noch, wer das war: Tausendsassa „Klingelingeling“ Jörg Völkerling! Petra Eckstein jagte „den Aasgeier“, wie sie ihn empfand, zum Teufel.
Ihr Sohn kam durch – für die Medienmeute, die sich nun wie ein verrückter Hornissenschwarm auf den Todesfahrer stürzt! Beim Prozess waren alle da. Aus dem vermeintlichen Schutzbereich, dem Gerichtssaal konnten weder Mutter noch Sohn vor den Kamerabewaffneten Jägern flüchten. Denen war auch völlig wurscht, daß der Richter ein Fotografierverbot verhängte, zum Prozess das Publikum aussperrte und Pressevertreter nur in den Verhandlungssaal einließ mit der Verpflichtung, die Angeklagten zu anonymisieren, ihre Namen nicht zu nennen, keine Fotos von ihnen zu publizieren. Die Reporter pfiffen auf Verbote! Sie lauerten hinter jeder Ecke, im Hof, auf den Fluren, vor der Toilette. 21 Monate Gefängnis bekam Andreas, 2 Jahre Führerscheinsperre und 100 Stunden Sozialarbeit. Die mitangeklagte Mutter erhielt 12 Monate Bewährungsstrafe und 2.500,- € Geldbuße, in Raten zu zahlen an eine Gemeinnützige Einrichtung.
Die Strafen sind gering im Vergleich zu dem, was Mutter und Sohn während des Prozesses und danach durchmachen mussten. Fotoreporter verfolgten sie gnadenlos, schossen sie per Tele in Grund und Boden. Dass Petra Eckstein anonym bleiben wollte, der Sohn erst 15 war, spielte für die Henker aus den Zeitungsredaktionen keine Rolle.
„Durch die Bildnisveröffentlichung ist Andreas überall erkannt worden und er ist erheblichen Anfeindungen ausgesetzt. Die ganze Familie leidet seit der identifizierbaren Berichterstattung unter psychischen Problemen. Die Mutter verlor ihren Arbeitsplatz, Andreas fand keine Lehrstelle. Alles geschah nach der Veröffentlichung und nicht nach dem Unfall!“ heißt es in der Schmerzensgeldklage gegen den Axel Springer Verlag.
Und weiter: „ In dem Wohnort zerbrachen alle Kontakte zu Nachbarn und Freunden. Sämtliche sozialen Bindungen sind abgeschnitten. Dies erfolgte unmittelbar nach der schuldzuweisenden, nicht anonymisierten Berichterstattung in der Bildzeitung - und nicht nach dem Unfallereignis, was nochmals ausdrücklich hervorgehoben wird“.
In dem Artikel sei der 15jährige zu einem Verbrecher abgestempelt und es sei bewusst verschwiegen worden, dass es sich bei der angeklagten fahrlässigen Tötung nicht um schwere Kriminalität (Verbrechen) handelt, sondern „lediglich“ um ein Vergehen. Andreas sei mit einem Bewährungsurteil davongekommen, ein Grund mehr, die an ihm begangene schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung durch die Namens- und Fotoveröffentlichung zu unterlassen. Ein Urteil auf Bewährung beinhalte, dass der Resozialisierungsgedanke Vorrang habe vor der von der „BILD-Zeitung“ an dem Jungen praktizierten gravierenden Verletzung seines Persönlichkeitsrechts.
Der Mitarbeiter des Sensationsblattes habe Andreas unbemerkt und ohne seine Zustimmung im Schutzbereich des Gerichtssaals nach Paparazzi-Art abgelichtet und für jedermann erkennbar veröffentlicht.
Gegen die Klage wehrten sich die medialen Scharfrichter mit geradezu unverschämten Frechheiten. Der 15jährige (!) sei eine relative Person der Zeitgeschichte durch das Unfallgeschehen geworden. Dass Andreas beanstande, er werde als „Totraser“ in dem Artikel bezeichnet, sei eine „wohl kaum zu überbietende Uneinsichtigkeit. Das Foto des Jugendlichen durfte abgedruckt werden“. Er müsse grundsätzlich dulden, dass das von ihm selbst durch seine Tat erregte Informationsinteresse der Öffentlichkeit in einer nach dem Prinzip freier Kommunikation lebenden Gemeinschaft auf dem dafür üblichen Weg befriedigt werde. Wörtlich verteidigt das von einigen respektlos als „Revolverblatt“ titulierte Druckerzeugnis die öffentliche Hinrichtung des Jugendlichen so:
„Der Kläger verkennt, dass Berichterstattungen der streitgegenständlichen Art veranlasst sind, weil insbesondere jugendliche Leser erkennen müssen, zu welchen Folgen derart leichtfertiges und verantwortungsloses Verhalten wie das des Klägers führen. Es ist die Aufgabe der Presse, dem Leser die rechtlichen Folgen derartiger Straftaten zu verdeutlichen. Insofern hat die Pressefreiheit hier Vorrang gegenüber dem Persönlichkeitsrecht des Klägers“.
Vorm Landgericht siegte Goliath über David – der Unterlegene gab jedoch nicht auf, Andreas zog vor’s Oberlandesgericht. Dort führte sich BILD mit Arroganz und Häme wie der leibhaftige Zeitungsgott auf: „Ob und wie eine Berichterstattung bebildert wird, ist Sache der Presse. Gerade die Bebilderung macht deutlich, welche Folgen absolut unverantwortliches Verhalten von Jugendlichen, aber auch der Erziehungsberechtigten haben können. Es ist Aufgabe der Presse, hierüber zu berichten“.
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„Gern“, meinte Andreas, „aber ohne meinen Namen und ohne mein Foto, alles nur anonym. Ich will nicht für den Rest meines Lebens von der Gesellschaft geächtet werden. Ich habe einen Fehler gemacht, die Folgen davon sind schrecklich. Darunter leide ich. Dafür bin ich bestraft worden. Es geht jedoch nicht an, dass dieselbe Verfehlung noch ein 2. Mal geahndet wird, indem mich die Sensationspresse öffentlich züchtigt“.
Genau dieser Meinung war auch das Oberlandesgericht. Als das die Richter vorm Urteil unmissverständlich zum Ausdruck brachten, ergriffen die Medienhenker die Flucht nach vorn, wollten sich selbstbeweihräuchernd noch als Gönner in den Gerichtsakten verewigen. Nach dem Motto „BILD hat ein Herz für Kinder“, versuchten sie allen Ernstes unmittelbar vor der drohenden Prozessniederlage den Wohltäter zu spielen. Boten unverfroren hochherzig plötzlich die geforderten 5.000,- € zur Bezahlung an – aber nicht an Andreas, den sie durch den Dreck gezogen hatten, sondern bei den geschädigten Familien wollte “BILD” Pluspunkte sammeln. Die sollten das Geld erhalten. Andreas lehnte ab mit dem Argument, er müsse sich “dank” der Medienhetze ein neues Umfeld suchen, eine neue Wohnung nehmen, in eine andere Stadt ziehen. Dort, wo er jetzt lebe, schlage ihm nur Hass entgegen. Es sei nicht mehr auszuhalten.
Das Oberlandesgericht (Aktenzeichen 18 U 2758/09) änderte das Urteil des Landgerichts ab und sprach dem Jugendlichen die geforderte Geldentschädigung in voller Höhe zu. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Personen erst durch den Artikel den Zusammenhang zwischen der Tat und Andreas hergestellt hat. Besonders ins Gewicht falle, dass die Boulevardzeitung die Persönlichkeitsrechtsverletzung vorsätzlich begangen hat. Es sei in Pressekreisen allgemein bekannt, dass über die Identität eines jugendlichen Straftäters grundsätzlich nicht berichtet werden darf.
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“BILD” habe gewusst, dass eine identifizierende Berichterstattung nicht in Betracht kam, dieses Wissen ergebe sich daraus, weil ungenügende Schritte unternommen worden seien, die Identifizierbarkeit von Andreas in dem Artikel zu vermeiden. So sei auf seinem Foto eine Pixelung angebracht, Vorname und abgekürzter Nachname verändert worden. Die Pixelung sei jedoch nicht ausreichend gewesen, auf diese Weise habe es die Zeitung zugelassen, dass Andreas bewusst an den Pranger gestellt wurde. Abgebildet worden sei zudem auch seine mit angeklagte Mutter – ohne Pixelung, ohne Augenbalken, voll identifizierbar.
Überschrift und Text des Artikels seien darauf gerichtet gewesen, den 15jährigen als gewissenlosen und uneinsichtigen Menschen darzustellen. So werde durch die Wortwahl „totraste“ und die Schilderung, Andreas habe im Sitzungssaal kein einziges Wort des Bedauerns über die Lippen gebracht, der Eindruck erweckt, er habe den Tod seiner Mitfahrer bewusst in Kauf genommen und sei hiervon unberührt.
Den Lesern sei Gelegenheit gegeben worden, dem negativen Bericht über den Täter auch noch eine konkrete Person zuzuordnen. Andreas sei damit einer begrenzten Öffentlichkeit als Täter vorgeführt und den durch den Bericht geschürten negativen Gefühlen eines Teils der Leserschaft gezielt ausgeliefert worden.
Der 15jährige bekam die 5.000,- €, die er haben wollte, seine Mama 10.000,- € Schmerzensgeld.
Möglich machten das diese Anwälte: Roman Bauer, Marktlar Str. 15 b, 84489 Burghausen (Telefon: 08677/7048820, Fax: 08677/704882-99) für Andreas,
Reinhard Schmid, Augustenstraße 2/2 a, 96047 Bamberg (Telefon: 0951/982420, Fax: 0951/26188) für Petra Eckstein.
Wer nun glaubt, mit solchen Urteilen seien Schmierfinken und Paparazzi zur Raison zu bringen, der muss den Glauben neu erfinden. Presseschweinerein werden mit solchen „Trinkgeldern“ aus der Verlags-Portokasse nicht eingedämmt.Der Vernichtungsfeldzug gegenüber, meist wehrlosen Bürgern wird jeden Tag haarsträubender und krimineller. Nichtachtung ist das Gebot der Stunde. Da wird eine Unschuldige zur Kindesmörderin abgestempelt. Trauernde müssen Polizeischutz anfordern, den Friedhof hermetisch abriegeln lassen, um unbeobachtet von mit Kameras bewaffneten Menschenjägern wenigstens ein paar Minuten unbehelligt am Grab ihrer Lieben trauern zu können.
Sie ist pervers runtergekommen, die Medienwelt, die nach noch mehr investigativem Journalismus schreit, aber natürlich nicht, um Nachforschungen über eigene Unzulänglichkeiten anzustellen. Sondern munter andere aufzuhängen.
Im Sommer 2008 freute sich ganz Deutschland mit Swetlana (25) aus Hunnebrock über ihren „geklauten“ Busen. Freund Viktor (27) überfiel eine Bank, raubte 20.000,- EURO und investierte das Geld in die üppige Verschönerung seiner Räuberbraut! „Sweety“, so ihr Kosename, bekam von ihm zwei neue Brüste geschenkt, BH-Größe 75 B (vorher 70 A). Doch die 2 Appetithäppchen brachten dem Paar kein Glück!
Der Busenräuber wurde schnell gefaßt und sitzt noch bis Ende 2013 im Knast. Er bekam 5 ½ Jahre für die Kassenplünderung in einer Volksbank-Filiale. Die beschenkte Swetlana hatte ebenfalls Pech, sie erkrankte an Brustkrebs, der sich bis in die Lymphknoten der Achselhöhlen ausbreitete. Der hübsche Busen fiel einer radikalen Mastektomie zum Opfer, wurde aber durch Implantate unter die Muskeln der Brustwand optisch ansprechend neu aufgebaut mit Warzenvorhof und Brustwarze.
Traurige Swetlana? „Nein, sagt sie, „ich bin glücklich, ich lebe. Natürlich ist es schade, dass ich meinen schönen Busen verloren habe. Ich hatte viel riskiert, viel verloren und viel gelernt: Verbrechen lohnen sich nicht!“ Sie wendet sich ab und weint. Nachdem sie sich wieder gefangen hat, erzählt sie weiter:
„In seiner Phantasie verführte ich ihn mit meinem schönen Busen und er träumte davon, ihn zu streicheln und mit mir zu schmusen. Was konnte ich dafür, wenn mein oberweitenverrückter Verehrer eine Volksbank-Filiale überfällt, mir von der Beute eine 4.500,- Euro teure Schönheitsoperation bezahlt, damit meine Brust aufs doppelte vergrößert wird? Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, dass der mit einer Halloweengeistmaske getarnte Volksbank-Räuber mein Verehrer Viktor war!“ Swetlana schüttelt noch immer fassungslos den Kopf, wenn sie diese in der Justizgeschichte einmalige, kaum zu glaubende, aber wahre Räuberpistole erzählt.
Dunkelblonde Haare, braungrüne Augen, schlank, 1,72 m, 36/38er Konfektion, Schuhgröße 39. „Sie ist immer noch meine Traumfrau“, lächelte Maurer Viktor verliebt im Gerichtssaal. „Heiß und kalt lief es mir den Rücken runter, wenn wir zusammen saßen“.
„Dabei war er nix weiter als mein Chauffeur“, erzählte Swetlana als Zeugin in dem Prozess gegen den Kraftprotz, einen 2-Meter-Mann. „Ich nannte ihn manchmal zwar Viki, sein Kosename, aber Gefühle hatte ich nicht für ihn – er dafür um so mehr für mich!“
Aus ihren Erzählungen wusste er, dass sie gern einen größeren Busen haben wollte. Er wusste aber auch, dass das für sie ein unerfüllbarer Traum war. „Wovon sollte ich eine Schönheits-OP bezahlen? Ich verdiene doch nix!“
Die arbeitslose Krankenschwester, die ihre Ausbildung abbrach, kannte Viktor aus ihrer Clique seit 4 Jahren.
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Einen größeren Busen wünschte sie sich seit dem 14. Lebensjahr: „Die Jungs gafften immer zuerst bei meinen Freundinnen auf das, was sich unter Bluse oder Pulli wölbte, erst danach folgte der Blick woandershin, ins Gesicht oder auf den Po“, beobachtete Swetlana. „Den anatomischen Nachteil gegenüber meinen Freundinnen wollte ich durch eine Brust-OP wett machen, damit ich auch mal Big Points in der Disco sammeln konnte. Beinahe platt wie ein Bügelbrett bekam ich beim Flirten keinen Stich.
Viktor mochte mich, aber der ging mir nicht ein einziges Mal an die Wäsche
Von meinem Busen-Wunsch wusste jeder, natürlich auch Viktor! Für mich tat er alles, schwänzte die Arbeit, pfiff auf Verabredungen mit Freunden. Hatte ich Lust auf eine Shoppingtour nach Bielefeld, Osnabrück oder Hannover, rief ich einfach Viki an und fragte, ob er mich hinfahren würde in meinem roten Ford Mondeo. Ich traf mich da immer gern mit meinen Bekannten und wir tranken natürlich auch Alkohol. Bei Viktor wusste ich, der bringt mich sicher wieder nach Hause, denn der rührte kein Glas Bier an! Auf ihn konnte ich mich 100 %tig verlassen.
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Er war mein Verehrer und Chauffeur, auf ihn konnte ich zählen! Von ihm konnte ich alles haben, dieses Weichei! Für mich ist das kein Mann. Wenn ich den anlächelte, bekam er das Zittern in den Knien und eine rote Birne. Im Auto saßen wir schweigend nebeneinander, er fand nie den Mut, mich anzusprechen oder mir mal an die Wäsche zu gehen, geschweige denn seine Hand auf mein Knie zu legen. Er wartete stets darauf, dass ich zu reden anfing“, lacht die junge Frau amüsiert. „Dass es soviel Schüchternheit gibt, unfaßbar“.
Ist der nie Zärtlich geworden? „Das ich nicht lache! Nicht für’n Kuss und schon gar nicht für’s Petting hat’s bei dem gelangt! Allerdings hätte ich ihn auch gar nicht rangelassen“, macht Swetlana eine wegwerfende Handbewegung. „Egal, ob ich mal eine flotte Haarfarbe ausprobierte, neues Make up auftrug, mir die Augenbrauen zupfte so schön wie Jennifer Lopez oder ein Parfum auflegte mit dem Duft von fruchtig-frischer Mandarine, wilder Rose und Pfirsichblüten, Viktor fand immer alles toll, verzog nie das Gesicht, hielt sich nie die Nase zu, kritisierte mich nie, für ihn war immer alles Beauty trendy.
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Diese Gleichgültigkeit hat mich innerlich wahnsinnig gemacht, gezeigt hab‘ ich‘s ihm nie. Wenn ich gewollt hätte, wäre der 10 x am Tag mit mir ins Bett gestiegen. Der glotzte mich mit Stielaugen an, unbeschreiblich! Der steht auf mich! Ist total in mich verknallt – heute noch!“
In ihrer Clique lachte sich Swetlana über ihren Verehrer kaputt: „Viki? Geht mir am Arsch vorbei, ich kann ihn nicht leuchten seh’n“, kicherte sie sich über ihn halbtot, wenn er nicht dabei war.
Cool und schamlos nutzte sie ihn aus, das gibt sie offen zu. „Ich fand es himmlisch, wenn er heiß lief. Mit Lacksandalen, Longshirt und Stretchjeans kriegte ich das immer hin. Einfach köstlich, mit seinen Gefühlen zu spielen“.
Als Weihnachtsgeschenk dachte er sich echt was Schnuckeliges aus. „Ich bestücke dich mit deinem Traum-Busen“, versprach er mir. „Jetzt geht’s finanziell noch nicht, aber warte ab, ich mach‘ die Überraschung perfekt“, gelobte er, und behielt für sich, was er im Prozess ausplauderte: „Ich dachte, wenn ich ihr die neue Brust bezahle, wird sie mich als ihren festen Freund nicht mehr ablehnen können. Dann wird bestimmt was aus uns beiden“.
Der Wunschtraum eines Liebes-Narren! Der Phantast jagte nicht nur in Gedanken seiner Einbildung hinterher – er handelte auch! Skrupellos, eiskalt.
„Ich mußte Geld beschaffen“, meinte er fast entschuldigend zum Richter.
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An einem Mittwoch kurz vor 20:00 Uhr stand er Therese Hartinger (87) an der Kasse ihrer Tankstelle gegenüber, wollte die Tageseinnahmen rauben. „Oma, jetzt wird‘s ernst“, schob er ihr die Pistole unter’s Kinn. Die Rentnerin lachte und ging zur Gegenwehr über: „Hau ab, du Bandit, von mir kriegst du nix! Höchstens was auf die Nase! Hier gibt’s kein Geld. Geh arbeiten, dann hast du genug Kohle in der Tasche“.
Die Alte griff zum Telefon und rief die Polizei. Die kurz darauf vorfahrenden 4 Beamten in 2 Streifenwagen begrüßte sie mit den Worten: „Das Milchgesicht habe ich nicht für voll genommen. In die Richtung ist es abgehauen”,wies sie mit dem ausgestreckten rechten Arm nach Südosten.
Keine 24 Stunden später, Donnerstagabend um 17:20 Uhr, betrat ein hünenhafter Mann, unkenntlich gemacht mit einer Halloweengeist-Maske, eine Volksbankfiliale. Den Kassierer bedrohte er mit einer silbernen Schußwaffe in der rechten Hand, hielt ihm einen Rucksack mit der linken hin und verlangte die Herausgabe von Geld. Der 30jährige Angestellte beschrieb den Täter später als „äußerst gefährlich“, packte ihm in das hellblaue Gepäckstück mit den grauschwarzen Aufnähern 20.000,- EURO. Dem Räuber war’s genug, er flüchtete, bekleidet mit weißgestreiften Handschuhen, weißen Mokkasin ähnlichen Schuhen an den Füßen,Jogginghose mit weißen Seitenstreifen, einer dunklen Steppjacke mit weißen HH-Buchstaben auf der Brust und aus dem Kragen herausgerollter, über den Kopf gezogener Kapuze.
Den geklauten Hehlerware-Busen durfte Swetlana behalten
„Mit so viel Geld hatte ich nicht gerechnet“, staunte der Angeklagte noch im Gerichtssaal über „diese große Beute in der kleinen Bankfiliale“.
„Er kreuzte mit einem Bündel Geldscheinen bei mir auf, drückte es mir in die Hand und strahlte mich an. ‚Für deinen Busen’, sagte er. Ich fragte ihn, ob er im Lotto gewonnen hätte, ich konnte mein Glück nicht fassen! Ich wusste nicht, dass er 24 Stunden vorher eine Bank überfallen hatte.
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Seine Augen leuchteten, als ich das Geld einsteckte. Sein Gesicht bekam einen Glanz von Hoffnung und Freude, Optimismus und Zuversicht, Wonne und Lust, wie ich das noch nicht bei ihm erlebt hatte. Mir wurde beinahe unheimlich und ich dachte, pass auf, gleich fällt er über dich her und vernascht dich.
Wie sollte ich diesem Mann je sagen, dass ich ihn nicht ausstehen kann?
Eine Woche später lag ich unter’m Messer in einer Schönheitsklinik, mit dem Arzt hatte ich schon Monate vorher ein Informations- und Beratungsgespräch geführt. Wir waren so verblieben, dass ich, wenn ich das Geld beisammen hätte, kurzfristig einen OP-Termin bekäme. Und dann war es soweit! „Endlich bekommst du deinen Wunsch-Busen und ich bin am Ziel meiner Träume angekommen!”, sagte Viktor zu mir, der mich zur Schönheitsklinik gefahren hatte.
2 Silikonkissen wurden mir links und rechts durch einen kleinen Schnitt unterhalb der Brüste implantiert. Zur Beobachtung blieb ich nur über Nacht, am anderen Tag durfte ich schon mit meinem neuen Busen nach Hause. Viki holte mich ab und freute sich wie ein kleines Kind. Er glotzte mir ständig in den Ausschnitt, wagte aber nicht, mich zu fragen, ob er seine kleinen süßen Geschenke mal völlig bloß gelegt sehen darf“, kann Swetlana vor Lachen kaum noch Luft holen.
„Für meinen edlen Spender wurde der Traum-Busen teuer! Die Fahndung und die Veröffentlichung der Bilder aus der Überwachungskamera der Volksbank in den Lokalzeitungen und im Regionalfernsehen führten bereits nach 13 Tagen zum Erfolg. Nach einem anonymen Hinweis wurde Viktor festgenommen, ein Anrufer konnte Tipps zu der Halloweengeistmaske geben. Viki kriegte 5 1/2 Jahre Haft. Damit war er nicht nur seine Freiheit los, sondern natürlich auch mich. Busen hin, Busen her, ich wollte nicht, das ein Mann für mich eine Bank überfällt“, empört sich Swetlana schlecht schauspielernd.
Weil der Bankräuber ausplauderte, dass er seine Angebetene mit Beute-Geld für einen neuen Busen bestückte, musste sich die Räuberbraut wegen Hehlerei vor Gericht verantworten. „Wer Geld aus einem Bankraub annimmt, macht sich der Hehlerei schuldig“, sagte der Oberstaatsanwalt. „Da ist es egal, was der Beschenkte mit diesem Geld macht, ob er sich neue Möbel oder einen neuen Busen kauft“.
Der Richter ließ Gnade vor Recht ergehen und bestrafte Swetlana nicht. Weil sie auf das bei einer Hausdurchsuchung von der Polizei sichergestellte und für eine eventuelleBusenkorrektur-OP bei Seite gelegte Geld verzichtete, insgesamt 2.025,- EURO, wurde das Strafverfahren eingestellt.
„Bestraft worden bin ich trotzdem“, weint sie. Die 25jährige erkrankte an Krebs und verlor ihre geschenkte Brust.
„Mich traf der Fluch einer bösen „Tat”, glaubt Swetlana heute voller Reue.
Mehrere tausend Frauen wurden in Deutschland mit minderwertigen Brustimplantaten versorgt. Allen Betroffenen wird zu einer Kontrolluntersuchung geraten. Dringenden Handlungsbedarf gibt es, wenn eine Hülle gerissen ist. Frauen, die bei einem Blick in den Implantatausweis feststellen, dass dort weder von einem PIP-Implantat noch von einem M-Implantat die Rede ist, können sich beruhigt zurücklehnen. Wer jedoch „PIP“ oder „M“ im Implantatausweis findet, benötigt nur dann einen dringenden Kontrolltermin bei seinem Operateur, wenn klinische Veränderungen fühlbar sind. Wenn das Implantat sich also weicher als sonst anfühlt oder sich die Form verändert hat. „In so einem Fall wird der Operateur per Ultraschall und/oder Kernspin klären, ob eine rasche Entfernung nötig ist“, sagt Professor Marita Eisenmann-Klein (51) von der Klinik für plastische und ästhetische Wiederherstellungs-Chirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg.
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Vorsicht, es gibt aber auch Fälschungen! Im Brustimplantat steckt das verbotene Industriesilikon, und im Pass steht ein ganz anderer Name! Vertrauen ist gut, Selbstkontrolle besser.
Sind keine Veränderungen fühlbar, reicht ein Kontrolltermin in den nächsten Monaten, meint Dr. Matthias Gensior (48) von der Praxisklinik Mühlenstraße in Korschenbroich. Nach der 1. Untersuchung reiche eine Kontrolle alle halbe Jahr.
Schwieriger ist die Situation bei einem im Ausland eingesetzten Implantat. Da nimmt man es mit den Angaben in Implantatausweisen überhaupt nicht genau. So kann es auch da durchaus sein, dass PIP drin ist, obwohl es nicht drinsteht. Diese Frauen sollten sich generell untersuchen lassen.
Kein Arzt hat Schadensersatzzahlungen zu befürchten. Die Kunststoff-Implantation in einen menschlichen Körper ist immer ein Risiko, das weiß jeder Patient. „Jede Frau, die aus Verschönerungsgründen dieses Risiko auf sich nimmt, hat auch die Verantwortung dafür zu tragen“, meint Dr. Frank Stepner (46) aus Salzgitter, Fachanwalt für Medizinrecht. Nur wenn ein Arzt vor einer Operation nicht vollständig aufklärte oder beim Eingriff Fehler beging, muss er selbstverständlich dafür einstehen. Dafür ist jeder Arzt haftpflichtversichert. Eine darüber hinaus gehende Verantwortung gibt es nicht. „Ärzte müssen darauf vertrauen dürfen, dass Medizinprodukte, die von der Aufsichtsbehörde des Bundes (BfArM) in Deutschland für den Handel freigegeben sind, Patienten keinen Schaden zufügen.”
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Will eine geschädigte Patientin den Verzicht des Arztes auf sein Honorar oder die Rückzahlung von bereits geleisteten Ratenzahlungen erreichen, geht das nicht aus berufsrechtlichen Gründen. Ärzte dürfen auf ihre Gebühren nur bei Verwandten, Kollegen oder bei mittellosen Patienten verzichten.
Mit halb verfaulten Holzklötzchen oder gar nicht werden in Bünde wacklige Verkehrsschilder vorm Wegfliegen und Umkippen „gesichert“. Wie toll das funktioniert, hat Hobbygärtner Herbert Jacob (81) am eigenen Leib, ach was: an seinem plötzlich verbeulten Auto erfahren dürfen! Dem armen Kerl plumpste, gelenkt von unsichtbarer Himmelsmacht, am Zebrastreifen vor der Bismarckbrücke ein durchgerosteter Eisenpfosten mitsamt dem Bildsymbol eines Fußtourers, liebevoll hingemalt auf stählernen Grund, auf’s Vehikel. Bis dahin wusste der perplexe Herbert noch gar nicht, dass in Bünde Spaziergänger nicht nur auf Gehwegen stürzen, sondern auch vom Himmel fallen.
Herberts Glück im Unglück: Er fährt kein Cabrio! „Sonst könnten mich meine Freunde jetzt anstatt zu Hause auf dem Friedhof besuchen“, argwöhnt das vom Winde verwehte Opfer.
Auf seinem wettergegerbten Gesicht liegt stets ein Hauch von Possenreißerei. Rote Wangen, wacher Blick aus graublauen Augen, schlagfertig, ständig auf der Lauer, einen neuen Witz loszuwerden: So kennen ihn seine Bekannten und Nachbarn in der Wilhelmstraße. Da ist der pensionierte Gärtner zwar gemeldet, aber selten anzutreffen.
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Herbert rennt lieber mit seinesgleichen durch die Gegend, einer von Regenwürmern geliebten Rentnergang des Vereins der Garten- und Blumenfreunde, die verkrustete Erdböden schön bearbeitet, damit Käfer und Larven und andere Versteckspieler ihre helle Freude in der spatentiefen Finsternis der aufgelockerten Scholle haben. Mit Gleichgesinnten trifft man ihn hin und wieder im Vorgarten am Bünder Tabakmuseum, den der auf die 90 zumarschierende Schelm gemeinsam mit seinen Unkrautkumpel augenfreundlich für Stadtbummler und zum Lobe des Herrn (=Bürgermeister) in regelmäßigen Intervallen und mit freudiger Handarbeit einem hübschen Stadtbild integriert.
Herbert Jacob versteht sich als Gestalter, Verschönerer, der den Umgang mit der Jäthacke aus dem Effeff beherrscht, der die Stirn in Falten legt, die Augenbrauen hochzieht, die Nase kräuselt, wenn über die Verwendung von Insektengiften debattiert wird, die wohlmöglich auch noch intravenös gegen Schädlingsschocker wie schleimige Schnecken oder Blattläuse eingesetzt werden sollen. Diese vom Schöpfer mit großem Einfallsreichtum kreativ gestalteten Raubtiere werden von Herbert und seinem Reinemachetrupp behutsam weggepflückt und Leuten anvertraut, die sich auf das Entleeren von Mülleimern spezialisiert haben.
An Mordsgaudi mangelt es dem betagten Herrn mit dem silbergrauen Haupthaar nie! Herbert sorgt immer für reichlich Klönschnack und Gelächter, nun aber auch für riesengroßen Respekt. „Weil der’s denen im Rathaus mal so richtig gezeigt hat, dass mit uns vermeintlich bald-ins-Gras-Beißern auch kurz vor der Endlichkeit nicht zu spaßen ist“, lobt den „saustarken Herbert“ anerkennend seine ganze Methusalem-Clique.
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In der Tat bewies der Ex-Außendienstler der EWB, in Saft- und Kraft-Zeiten angestellter Mitarbeiter der sogenannten „Grünen Kolonne“, die für den Energie- und Wasserlieferanten 40 ha Grünfläche pflegte und gestaltete, gegenüber den Studierten und Gelehrten, Besserwissern, Naseweisen, mit dem Kopf durch die Wand Rennenden bei der Stadt Zivilcourage und Unbeugsamkeit. Und das einer, der den Schalk im Nacken hat, wie der Herbert, sehr wohl die Grenzen kennt, wo der Spaß aufhört. Und das kam so:
An einem Montagvormittag im November gegen 10:30 Uhr, einem regnerischen Morgen mit Windböen aus wechselnden Richtungen, fuhr Herbert Jacob in seinem PKW Opel Corsa HF-JH 404 die Bismarckstraße vom Bünder Kaufhaus runter Richtung Norden zum Zollamt.
„Ich zuckelte mit 30 km/h am Postamt vorbei zur Wasserbreite. Kurz vor der Bismarckbrücke wurde ich noch vorsichtiger beim Anblick der beiden über 2 Meter hohen Hinweisschilder im blau-weißen Hofbräuhaus-Look, die hier den Fußgängerüberweg markieren“.
Weit und breit war kein Beinevertreter zu sehen. „Na ja“, dachte ich, „wer will bei so einem Sauwetter schon frische Luft schnappen?“ Nichts böses ahnend passierte Spätherbstler Herbert die Engstelle mit der Verkehrsinsel - da traf ihn im wahrsten Sinn des Wortes der Schlag! Von einer Windböe zunächst liebevoll umsäuselt, dann brutal erfasst knallte eins der zwei Verkehrsschilder auf den von Pensionär Jacob ach so liebkosten, so pfleglich behandelten Benzinesel.
Clever und überlegt, wie „Der Alte“ im Krimi
Die anfänglich geglaubte Sinnestäuschung wich einem herben Schock, als das Ausmaß des Schadens erkennbar war. Der Ohnmachtsanfall wiederum verwandelte sich in eine dem Corsa-Fahrer inne wohnende reaktionsschnelle Entschlusskraft.
So fit in ’ner Birne muss erst mal jemand sein, wie dieser überrumpelte 81-Ender!
„Vom Handy rief ich zuerst in der Polizeistation an der Wittekindstraße an“, erzählt Herbert mit funkelnden Augen dem Reporter von www.boulevard-buende.de. Sekunden später läutete dann das Telefon bei Kfz-Meister Marco Sudmeier (39) in dessen Werkstatt, Osnabrücker Straße 211. Mit ruhiger Stimme bat der Verkehrsschildgeschädigte: „Marco, komm mal her zur Bismarckbrücke, bring’ aber ja deinen Fotoapparat mit!“
Also: Da biste einfach platt, wie „Der Alte“ in diesen Schreckminuten sorfort an den Beginn eines Krimis dachte und an die Beweismittelsicherstellung am „Tatort“!
2 Polizeibeamte zollten dem abgegriffenen grauen Lappen, der sich als gültiger Führerschein aus dem Jahr 1955 des durch technischen k.o. gestoppten Automobilisten entpuppte, uneingeschränkte Bewunderung. Eine Überprüfung ergab: Der Inhaber dieses Lenkerdiploms pflegt in Flensburg bei der Verkehrssünder-Bank ein 0-Punkte-Konto ohne Zinsen. Alle Achtung nach 55 Jahren auf der Straße!
Die Kosten für die Schadensbeseitigung am ramponierten PKW in Höhe von 1.857,- EURO erbat Herbert Jacob mit einem höflich abgefassten Schreiben von der Stadt Bünde zurück. Doch aus dem Rathaus kam kein Geld, nur ein Blatt Papier auf dem geschrieben steht, dass – welch ein Zufall! – im Rahmen der Straßen- und Wegekontrolle just 14 Tage vor der Segenserteilung von oben durch das umgewehte Verkehrszeichen exakt diese Schilder auf ihre Standfestigkeit überprüft und keine Mängel festgestellt worden seien.
„Der Alte“ dachte sich: „Wenn Lügen kurze Beine haben, dann hier!“ Er schwor sich in diesem nun zur Klamotte verkommenen Kriminalfall: „Das macht ihr nicht mit mir! Himmelherrgottsakra!“
Der Havarist nahm sich einen Anwalt für den von der Stadt Bünde aufgebauten Hindernisparcours. Und dann ging’s los! Rüber über den großen Oxer, die dreifache Kombination – und dann diese aufmuckenden Stadtbüttel versenken im Wassergraben und in Pulvermanns Grab! Heidewitzka, das war ein Spaß! Herbert lief zur Irrsinns-Form auf!
Bei dem Schild-Bürgerstreich kam es der Stadtregierung, die ständig über klamme Kassen stöhnt, auf ein paar Tausender Preisgeld nicht an. Sie zwang mit unfassbarer Trickserei Herbert Jacob in einen für sie von vornherein aussichtslosen Wettstreit.
Uneinsichtig, unnachgiebig, bürgerfeindlich, neunmalschlau ließ die Stadt über eine Rechtsanwaltskanzlei dem Landgericht Bielefeld (Az.: 8 O 573/08) mitteilen, sie sei ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen, auch wenn das umgekippte Schild bereits Rostspuren aufwies. Die visuelle Kontrolle des Schildermastes habe keinen Anlass gegeben für irgendwelche Sicherungsarbeiten. Rüttelproben durchzuführen sei eine Zumutung. Damit meinten die Rathäusler auf gut Deutsch: „Brrr, bei dem Grippe gefährlichen Wetter jagen wir doch keinen unserer hoch dotierten Beamten aus der mollig warmen Stube vor die Tür! Wird schon alles gut gehen!“ Die Schüttelei besorgte dann bei Regen ein Südwest-Sturm.
Wie die Stadtverwaltung das vom Winde verwehte Schild zuvor, als es schon wackelte, auf Standfestigkeit kontrollierte, steht so formuliert in der Rechtfertigungsschrift: „Der Kontrolleur…fuhr langsam an dem Schild vorbei und begutachtete den Schildermast vom Auto aus“.
Vier Absätze weiter bezeichnen die Aufpasser mit einem bösartigen Wort-Angriff ihren grundehrlichen Mitbürger Jacob dreist und ausfallend indirekt als Lügner. Es sei zwar richtig, dass auf den von ihm eingereichten Fotos Schildmastbeschädigungen erkennbar seien. Aber zum Zeitpunkt der Kontrolle wären diese Schäden nicht sichtbar gewesen. Sie müssten, lassen die Beäuger aus dem Regierungsviertel wissen, „später durch fremde Einwirkung entstanden sein“.
Vielleicht wäre mal eine Augenuntersuchung beim Doktor vom Gesundheitsamt angebracht? Oder bei einem der niedergelassenen Ophthalmologen? Namen, Adressen, Telefon-Nr. sind bei www.boulevard-buende.de abruf- und abholbereit.
Unverschämt und boshaft beschimpft die Stadt Opa Herbert
Na sowas, empörten sich die Stadtregierer in ihrem Glashaus an der Else, da wirft uns dieser Greis vor, „das Verkehrsschild nicht nur nicht kontrolliert zu haben, sondern es wissentlich in einem den Anforderungen nicht genügenden Zustand stehen gelassen zu haben. Diese Unterstellung muss sich die Beklagte nicht gefallen lassen. Der Umstand, dass der Mast – während der Kläger den Straßenabschnitt befuhr – umgefallen ist und sein Auto beschädigt hat, ist höchst bedauerlich, dennoch kann dieser Umstand nicht als Verkehrssicherungspflichtverletzung zu Lasten der Beklagten vorgetragen werden. Es wird bestritten, dass der Stadt der Umstand bekannt war, dass das Verkehrsschild marode Stellen aufwies“.
Unverschämter geht’s nun wirklich nicht! Dieser Flegelhaftigkeit schob dann auch die 8. Zivilkammer des Landgerichts Bielefeld mit einem 9 Seiten langen Urteil einen Riegel vor! Der durch Aller Segen kommt von oben verschreckte Töfftöffer bekam nicht nur von der Stadt Bünde die verlangten 1.969,- EURO plus 5 % Zinsen zugesprochen, sondern auch noch für die vorgerichtliche Inanspruchnahme seines Prozessbevollmächtigten 229,55 EURO zzgl. 5 % Zinsen. An Gerichtskosten muss die Stadt 219,00 ERUO bezahlen, für den Auftritt im Gerichtssaal an den Anwalt des Blumenbeetgarnierers 1.015,71 EURO. Die selbe Summe bezahlte die Stadtkasse auch an die Anwaltskanzlei der Rüttelproben-Verweigerer, so dass die Steuerzahler zähneknirschend für diese phänomenale Lust am Prozessieren nun das 3-fache an Zaster berappen müssen, als vom mit einem Verkehrsschild aus der Luft Angegriffenen ursprünglich gefordert worden war. In dieser Summe ist noch nicht mal der Zeitaufwand der Rathauseuphoristen enthalten, die sich stundenlang mit verschiedenen Denkmodellen der Schadensersatzforderung des sich nicht ins Boxhorn jagenden Ruheständlers (= Unruhestifters) widersetzten.
Weil die Stadtverantwortlichen das Urteil nicht am Schwarzen Brett für die Allgemeinheit aushängen, hier ein paar Bemerkungen des Richters exklusiv in www.boulevard-buende.de beispielsweise von Seite 5:
„Die zum Unfallzeitpunkt mangelnde Standfestigkeit des Hinweisschildes am Fußgängerüberweg vor der Elsebrücke auf der Bismarckstraße in Bünde stellt einen objektiv verkehrswidrigen Zustand im Sinne einer abhilfebedürftigen Gefahrenstelle dar“.
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Auf Seite 6 des Urteils heißt es im 2. Absatz:
„Im Streitfall ist die visuelle Kontrolle nach dem eigenen Vortrag der Beklagten lediglich in der Weise ausgestaltet worden, dass der Mitarbeiter alleine die streitgegenständliche Straße mit einem Fahrzeug abgefahren hat. Dem zuständigen Straßenwärter ist es bei einer solchen Kontrolle aber unmöglich, vom fahrenden Fahrzeug aus Schäden zu erkennen, die ein genaueres Hinsehen erfordern wie bei Eindellungen oder Durchrostungen die – wie im vorliegenden Fall – knapp über dem Boden liegen“.
In der mündlichen Verhandlung gab die Stadt Bünde zu, dass das Verkehrsschild in der Vergangenheit bereits mehrfach umgefahren worden war und ausgewechselt werden mußte. Dazu heißt es im Urteil auf Seite 7 im 1. Absatz:
„Bei einer solchen Schadensanfälligkeit des Schildes genügt es nicht, dass der Straßenwärter sich bei seinen regelmäßigen Kontrollfahrten auf eine visuelle Kontrolle vom Fahrzeug aus beschränkt. Zumindest in solchen Fällen ist nach dem Dafürhalten des Gerichts regelmäßig eine besondere Überprüfung des Verkehrsschildes erforderlich. Hierfür muss der Straßenwärter das Fahrzeug verlassen und das Schild in geeigneter Weise von der Nähe aus kontrollieren. Nur auf diese Weise wird der Straßenwärter in die Lage versetzt, etwaige Beschädigungen des Verkehrsschildes zu erkennen. Angesichts der Gefahr, die von dem Umstürzen des Hinweisschildes ausgeht, stellt dies keine unzumutbare Belastung für die verkehrsicherungspflichtige Stadt Bünde dar“.
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Gegen ihre Verurteilung zog die Stadtverwaltung sogar noch tolldreist vor’s Oberlandesgericht
Als groteske Posse wird die Darstellung der Stadtverwaltung entlarvt, die Schäden am Schildermast seien erst nach der letzten Kontrolle 14 Tage vor dem Unglück entstanden. Was für ein schäbiges Stück aus einem Kindermärchen! Was für eine absurde Theaterspielerei!
So wird denn auch die Stadt Bünde in dem Urteil entsetzlich vorgeführt mit Sätzen, in dem jedes Wort beschämend klingt und für Durchfall mit einhergehenden Dauermagenbeschwerden bei denjenigen sorgen wird, die für diese Trivialität verantwortlich sind. Wörtlich heißt es in den Entscheidungsgründen schwarz auf weiß:
„Die Stadt kann sich nicht mit Erfolg darauf berufen, dass die Vorschäden erst nach Durchführung der letzten Kontrolle durch Fremdeinwirkung entstanden sein müssten. Die letzte Kontrolle genügte nicht den Anforderungen. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass die Vorschäden des Schildes vor der letzten Kontrolle eingetreten sind und das sie bei einer hinreichend sorgfältigen Kontrolle bemerkt worden wären“.
Aus dem rastlosen Rathaus wurde gegen diese Hinrichtung Berufung eingelegt. Erst auf dringende Empfehlung des Oberlandesgerichts Hamm zog sich die Stadt aus der nächsten Prozessrunde zurück.
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Was jene, die unser Steuergeld so kapital verpulvern, in ihrem Regierungspalast aus dieser Niederlage gelernt haben, kann jeder Bürger – man glaubt es kaum – rund um die Unfallstelle besichtigen. Dort werden Verkehrsschilder mit teilweise schon halb verfaulten Holzkeilen „gesichert“.
Na, mal kucken, wann und wem das nächste vom Winde verwehte Schild das Auto – oder Schädeldach zertrümmert! Den Kfz-Werkstätten sei’s gegönnt. Und für solche Notfälle sind im Lukas-Krankenhaus, welch ein Trost, stets Zimmer frei.
So schnell kann’s gehen durch Klatsch und Tratsch im Bäckerladen:
Ein Gerücht
machte diesen Mann
zum Vater
„Wir führten 12 Jahre lang eine wunderschöne Beziehung, bis am 31.03.’08 der Brief vom Jugendamt kam“, kann Schuhmachermeister Rudolf Oberstucke (43) bis heute nicht glauben, was ihm widerfahren ist. Die Beamten dichteten ihm die Vaterschaft für ein im Jahre 2001 geborenes uneheliches Kind an! Verlangten rückwirkend und für die Zukunft Alimente! Für jeden Monat 253,87 EURO.
Als der Briefträger klingelte und diese Hiobsbotschaft brachte, nahm Rudolfs Ehefrau Janna (39) das Schriftstück entgegen, las es – und warf noch am selben Abend Rudi aus dem Schlafzimmer. Die zwei führten bis dahin eine glückliche Beziehung, hatten mit 120 Gästen am 10. Jahrestag ihres Zusammenlebens im Juli 2006 geheiratet.
Der Streit um das verschwiegene Seitensprungkind eskalierte zum Dauerbrenner. Kein Tag verging, an dem die betrogene Frau ihrem Mann keine Szene machte. Seine Beteuerungen, er sei ihr immer treu gewesen, glaubte sie ihm nicht. Schließlich zog sie aus, fuhr mit der gemeinsamen, jetzt 15jährigen Tochter Kerstin zurück in ihre Heimatstadt Olszyna nach Polen.
Heute leben alle 3 wieder zusammen, denn es steht fest, dass Rudolf wirklich nicht der Vater des ihm angedichteten Kindes ist. Der Mann verklagte die Stadt auf Schmerzensgeld und Schadensersatz, Rechtsanwaltshonorar und erbbiologische Gutachterkosten. Unglaublich, wie es überhaupt zu diesem außergewöhnlichen Fall kommen konnte.
Schuhmachermeister Rudolf Oberstucke ist ein angesehener Mann. Fleißig, unauffällig, aktiv in einem Gesangverein, bei den Rassegeflügelzüchtern und im Kegelclub teilt Rudi, wie er überall gerufen wird, das zurückhaltende Leben mit hunderten Bürgerinnen und Bürgern in Kleinstädten und auf dem Lande.
„Mein Alltag war nichts Welt bewegendes, der plätscherte so dahin, ich war glücklich und zufrieden. Millionär konnte ich mit meinem Schuhmacherladen nicht werden, aber ich war beruflich ausgefüllt, hatte gut zu tun. Mein Job ließ für Familie und Freizeitgenuss genügend Freiraum“, so der 43jährige.
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Bei einer Sportveranstaltung in einer Nachbargemeinde verliebte er sich in die Druckereiarbeiterin Janna Malich, die ihre polnische Heimat verlassen hatte, um in Deutschland mehr Geld zu verdienen. „Ich habe noch 5 Geschwister, meine Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit einer kleinen Gänsefarm, die wirft nicht so viel ab, das wir alle unser Auskommen hätten“, erzählt die 39jährige.
Rudolf und Janna zogen zusammen, bekamen eine Tochter, Kerstin, und heirateten am 28. Juli 2006, dem 10. Jahrestag ihres Kennenlernens. „Unsere Ehe verlief so, wie die 10 Jahre vorher, glücklich und harmonisch“, sagt Janna. Am meisten freute sie sich darüber, dass ihr Mann sich glänzend mit ihren Eltern verstand. „Ja“, bestätigt Rudi, „die nahmen mich auf wie einen eigenen Sohn“. Janna wundert das nicht: „Wir waren ja 6 Mädchen zu Hause, meine Eltern hatten sich so sehr einen Sohn gewünscht“.
Das änderte sich brutal, als das Jugendamt von dem Schuhmachermeister das Anerkenntnis der Vaterschaft für ein im Jahre 2001 geborenes uneheliches Kind verlangte. Der Brief sorgte für einen Eklat bei den Oberstuckes! In den Akten steht, welch schlimme Folgen dieses Schriftstück des Jugendamtes auslöste. Der jetzt damit befaßte Richter sagte zu www.boulevard-buende.de: „Die Ehefrau warf ihrem Mann vor, die Existenz dieses Kindes verschwiegen und sie betrogen zu haben. Sie wollte die Ehe annullieren lassen wegen böswilliger Täuschung. Noch am selben Tag wurde der Ehemann von ihr aus dem Schlafzimmer geworfen“.
Auf dem Höhepunkt des nicht enden wollenden Streits packte die Ehefrau nach 14 Tagen die Koffer und fuhr mit dem gemeinsamen ehelichen Kind Kerstin zu ihren Eltern nach Polen. Von dort wurde die Scheidung mit Hilfe einer deutschen Anwältin eingeleitet, was ebenfalls in den Prozessakten steht, aus denen der Richter auf Nachfrage von www.boulevard-buende.de zitiert: „Der Bestand der Ehe war massiv gefährdet. Der Ehemann litt unter Verlustängsten. Nur mit viel Mühe gelang es ihm nach mehr als 7 Monaten, seine Ehefrau zur Rückkehr zu bewegen“.
Das schaffte er nicht nur durch flehentliche Bitten und Blumengeschenke über die deutsch-polnische Grenze hinweg, sondern obendrein auch durch eine vom Notar beurkundete Eidesstattliche Versicherung des Inhalts: „Ich bin nicht der Vater des vom Jugendamt behaupteten Kindes. Ich habe Dich mit keiner anderen Frau betrogen. Ich war und bin Dir immer treu“.
Obendrein versuchte der Schuhmachermeister zu klären, wie es möglich war, dass ihn eine Behörde einfach zum Vater machte, einen Haufen Geld von ihm haben wollte, rückwirkend 22.340,56 EURO bis März 2008, obwohl er nie einen Treuebruch beging: „Seit ich mit Janna zusammen bin, also auch in den 10 Jahren vor der Eheschließung, kam ein Seitensprung für mich nie in Frage“.
Der Schriftwechsel mit der Behörde blieb für den Vater wider Willen erfolglos. Deshalb ging er selbst wutentbrannt ins Rathaus und verlangte eine Erklärung. „Es gibt keine Frau, die ich geschwängert habe, außer meine eigene“, tobte er wutentbrannt und schrie außer sich vor Zorn das ganze Rathaus zusammen.„Woher nehmen Sie die Frechheit und machen mich einfach zum Vater eines Kindes, das ich nicht kenne? Woher nehmen Sie die Dreistigkeit und stempeln mich zum Beischläfer einer Frau ab, deren Affäre mit mir nix als anderes als ein Hirngespinst ist in den Köpfen von ein paar Verantwortungslosen dieser Behörde?“
Das saß! Die dahin gestotterte Antwort lautete: „Sie kommen vom Hörensagen als Vater in Betracht. Es wurde in einem Bäckerladen erzählt, Sie hätten Ihre Frau betrogen und mit einer anderen ein Kind gezeugt! Es fiel der Name dieser Frau. Beim Blick in unsere Unterlagen haben wir festgestellt, dass wir für das Kind dieser Person Unterhaltsvorschüsse leisten“.
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Laut schimpfend verließ Rudi das Rathaus, doch damit war die Dreistigkeit des Jugendamtes nicht etwa vorbei! Es besaß auch noch die Frechheit, den armen Kerl mit einem Vaterschaftsfeststellungsprozess vor’s Familiengericht zu zerren! Zum Termin war auch die Kindesmutter geladen. Als die den Schuhmachermeister erblickte, prustete sie laut los! Die 34jährige Musiklehrerin sagte kopfschüttelnd zur Richterin: „Diesen Mann habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Er ist nicht der Vater meines im Dezember 2001 geborenen Sohnes Christian! Wie kommen Sie denn dazu, den zu meinem Ex-Liebhaber zu machen? “
Kleinlaut gab da der Abgesandte des Jugendamtes zu: „Uns ist die Vaterschaft durch ein Gerücht zu Ohren gekommen“.
Die Klage wurde abgewiesen. Die Richterin stellte fest: „Der Beklagte kommt nicht als Christians Vater in Betracht“.
Wer nun glaubt, damit wäre der Streit beendet gewesen, kennt die Dickköpfigkeit mancher Beamter nicht! Die Stadt prozessierte auf Steuerzahlerkosten munter weiter ging in Berufung! Aber auch in der nächst höheren Instanz staunten die Richter - alles Männer - nicht schlecht, wie schnell und auf welche Weise Rudolf Oberstucke zum Vater gemacht worden war: „Durch Klatsch und Tratsch bei uns im Bäckerladen“, lachte Verkäuferin Christel (21) als Zeugin und fügte hinzu: „Wir sind eine richtige Nachrichtenzentrale. Bei uns gehen nicht nur Brötchen frisch über die Ladentheke, sondern auch die heißesten Infos. Manche Kunden wissen mehr als Radio, Fernsehen und Zeitung zusammen“.
Die Stadt verlor zum 2. Mal, diesmal vorm Oberlandesgericht. Das Urteil ist rechtskräftig.
Der „Vater vom Hörensagen“ verklagte die Stadt auf Schmerzensgeld. Er wirft den Mitarbeitern des Jugendamtes Amtspflichtverletzung vor. Er sei ohne sorgfältige und erforderliche Überprüfung des Wahrheitsgehalts eines Gerüchts Opfer eines Vaterschaftsprozesses geworden, der ihm um ein Haar das Aus seiner Ehe beschert hätte.
Janna ist reumütig zu ihrem Rudi zurückgekehrt,macht sich Vorwürfe, „weil ich ihm nicht glaubte“. Ihr Mann hat ihr verziehen.
Jetzt holten sie erst mal ihre Hochzeitsreise nach, die sie immer vor sich hergeschoben hatten. 3 Wochen erholten sie sich in Südtirol. Das letzte Wochenende verbrachten sie in Sankt Ulrich zu fünft.
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„Wir hatten auch Christian, die unschuldige Hauptperson dieser ganzen Katastrophe, mit seiner alleinerziehendenMama eingeladen. Seit dem sind wir Freunde“, zeigt sich besonders Janna glücklich über dieses Happy-End.
Ob es auch für’s Jugendamt eins gibt, wird sich zeigen. „Die Leute bei der Stadt sind total uneinsichtig“, regt sich der „Vater vom Hörensagen“ auf, „die rücken freiwillig keinen Cent Schadensersatz oder Schmerzensgeld raus, lassen sich verklagen. Dieser 2. Akt ist ebenso skandalös wie der 1., als die mich einfach zum Vater machten“.
Jupp ( geschätzte 72) sagt, er verfolge die schützenswerten Interessen der Bürger. Doch wie er’s macht, ist skandalös! Hausfrau Eva-Maria (49) zieht in ihrem Heim aus dem Nest gefallene Raben groß – wenn sie fliegen können, kommt schwupp-die-wupp Jäger Jupp vorbei und schießt sie mausetot! In ihrer Verzweiflung wandte sich die Tierfreundin aus Hunnebrock jetzt sogar an die Bundeskanzlerin. „Ich lasse meine Tierliebe nicht erschießen!“ schrieb sie nach Berlin.
Wahrscheinlich sah der Rentnerpolizist zu oft den Alfred Hitchcock-Psycho-Thriller “Die Vögel“, jedenfalls bringt er mit piff-paff-bumm am Waldschlösschen von Menschenhand großgezogene Rabenvögel um.
Für den Einsatz seines Schießgewehrs ist Jupp jedes Mittel recht. Für seine Krähenleichen tritt er den Datenschutz mit Füßen. Und für die toten Vögel verletzt er durch Machtmissbrauch die Persönlichkeitsrechte anderer. Ein schmuckes Aushängeschild der Polizei!
Booaaahhh! Auf den 1. Blick erscheint er einem als wirklicher klasse Mann! Eine Schießmedaille in Gold hat er sich wie kein anderer verdient! Obendrein vielleicht noch die dazu passenden Insignien wie Stetson-Hut und Cowboystiefel, zum Entspannen im kuscheligen Ohrensessel noch die im Habegger Verlag Zürich erschienene Bestseller-Schwarte:„Wie Wyatt Earp zum Westernhelden wurde“.
Als würdevolle Dreingabe geeignet wäre ein von begeisterten Jagdkollegen gespendetes Exemplar der Browning-Gasdruckladeflinte „Gold“, Kaliber 12/76 mit Systemgehäuse aus Leichtmetall, Laufschiene mit Perlkorn, Gewicht (ungeladen) 3.150 g, Schaft aus Nussbaumholz. Wirklich eine Superknarre zum Dahinschmelzen!
„Mit dieser modernen Waffe, deren Hauptmerkmal die universelle Verwendbarkeit für eine breite Palette von Schrotpatronen ist, werden viele Schüsse auf ein Minimum reduziert. Die Trefferquote des Krähenfeindes erhöht sich aufs Maximum. Das bedeutet, er ballert garantiert jede von mir groß gezogene, handzahm gemachte Krähe tot“, regt sich Eva-Maria über ihren Widersacher auf. Sie ist auf den flotten Heißsporn mit Schnauzbärtchen und Schießgewehr nicht gut zu sprechen.
Deshalb: „Seit Jäger Jupp schwupp-die-wupp in mein Leben trat, hat sich für mich der bis dahin ruhige Alltag abrupt verändert, zum Beispiel, dass ich nicht wusste, wer mich fotografiert. Ich wusste auch nicht, warum er mich fotografiert. Wenn ich ihn fragte, weshalb er mich knipst, lachte er mich aus. Fragte ich ihn nach seinem Namen, hüllte er sich in Schweigen, drehte ab und trottete wortlos zu seinem Auto.
Er kam mir vor wie einer von Karl Mays tollen Helden, ’ne schussbereite Knarre in der linken und statt ’ner fast leer getrunkenen Buddel Whisky eine Digitalkamera in der rechten Hand. Auf mich wirkte er anfangs wie ein Spaßvogel, eine Reliquie aus dem letzten Karneval in seiner Jagdmontur. Aber ich lernte bald, dass dieser streitbare Mensch keinen Spaß, sondern mir nichts als Ärger machen wollte“. In Eva-Maria kocht es!
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„Dabei kann sie keiner Fliege was zuleide tun, im Gegenteil“, lobt Ehemann Stefan (42) seine 7 Jahre ältere wohl portioniert gebaute, knusprige, knorrige, beinharte bessere Hälfte. „Wenn’s nach Mutti ginge“, flötet Tochter Samanta-Carmen (20) keck dazwischen, „müssten wir draußen schlafen, weil’s in unserer Bude zu eng wäre“.
Gnadenbrot für schwerstbehinderten Kater
Damit meint sie Mamas zügellose Liebe für Tiere in Not! Eva-Marias Großzügigkeit als Gastgeberin genießen schon lange der ehemalige Zirkushund „Max“ (5) und Kater „Stumpi“ (3). Die kriegen in dem wunderschön restaurierten Fachwerkkotten unter Eichen und Buchen an der Carl-Severing-Straße 51, schräg gegenüber vom „Waldschlösschen“ am Hunnebrocker Sportplatz, bis ans Lebensende ihr Gnadendbrot.
Spitzmischling „Max“ galt als kostenträchtiger Mitesser in einem Familienzirkus und als Faulpelz erster Güte, lästig und vollkommen überflüssig. Er wollte einfach keine Kunststücke lernen, die Arena im Zirkuszelt war nicht seine Welt. Was mit ihm tun? Wie Hundesteuer und Futterkosten sparen? Das Familientribunal beschloss seinen Tod!
„Max“,damals hieß er „Sepp“, sollte totgeschlagen werden. Just in den Sekunden seiner Hinrichtung tratEva-Maria in sein Leben. „Halt!“ schrie sie einem jungen Mann zu, der das winselnde Hündchen mit der linken Hand an beiden Hinterläufen festhielt und in der rechten einen armdicken Knüppel schwang. „Nix da!“ rief die sturmfeste Frau mit bebender Stimme. „Das Tier bringen Sie nicht um, ich nehme es mit“.
Tochter Samanta-Carmen, die alles mit angesehen hatte, brach in Tränen aus, holte sich „Sepp“, knuddelte ihn und rief herzerweichend: „Den will ich haben, der bleibt bei mir!“
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Mutter zahlte die vom Zirkuschef „für Futter und so“ geforderten 70,- EURO und aus „Sepp“ wurde „Max“, „weil uns nichts mehr an seine elende Vergangenheit erinnern soll“, erzählt Samanta-Carmen.
Zu „Max“ gesellte sich 1 Jahr später „die hässlichste Katze der Welt“, beschimpfte eine Autofahrerin „Stumpi“, weil „dieser dicke, fette, runde, bewegungsunfähige, schwerstbehinderte schwarzweiße Panther“ nicht schnell genug vor ihrem PKW weglief.
Dabei ist der Kater auf ewige menschliche Hilfe angewiesen. Er kann keiner Maus hinterher, weil sein linker Vorderlauf als muskelloser Beinstumpf – eine Schädigung seit Geburt – bei jedem Tritt mit den 3 anderen gesunden Beinen wie ein Fähnchen im Wind hin- und herbaumelt und sich jede von „Stumpi“ anvisierte Beute rasch vor dem lahmen Krüppel verkriechen kann.
„Max“ und „Stumpi“ haben sich längst daran gewöhnt, ihr Quartier noch mit anderen Pflegegästen teilen zu müssen. Mit Neststürzern, die bei Eva-Maria liebevolle Aufnahme finden. „Alle Jahre wieder liegen junge Krähen unten im Gesträuch oder schreien herzerweichend auf dem Waldboden nach Futter, Jungvögel, die voreilig flügge werden wollten, vom Nestrand aus den 20 Meter hohen Baumwipfeln hüpfen oder von Sturmböen in die Tiefe geschleudert wurden. Die hole ich ins Haus und zieh’ sie groß“, erzählt die 49jährige mit glänzenden Augen.
Der Jäger-Opa knipst die „Rabenmutter“ einfach gegen ihren Willen
Für ihre schwarz gefiederten Untermieter rührt Eva-Maria aus Korn und Milch Brei an, den sie ihnen in fingernagelgroßen Portionen in die weit aufgerissenen Schnäbelchen bugsiert. Sind die Schreihälse aus dem Gröbsten raus, gibt’s Trockenfutter, das die Pflegemama in 10 Kilo-Tüten einkauft. Im letzten Sommer hat sie auch schon mal ein Stückchen Fleisch dazugelegt, „allerdings nur solange, bis ich darüber aufgeklärt wurde, dass das nicht statthaft ist“, erklärt sie glaubhaft.
Die herzige Rettet-die-Rabenvögel-Aktion ist aber offenbar nicht jedermanns Geschmack. Sie fand ein jähes Ende mit dem Auftauchen eines Jägers. Nein, nein, nicht der aus der Kurpfalz, der reitet ja durch den grünen Wald und schießt das Wild daher, gleich wie es ihm gefallt! Bei Eva-Maria ist es dieser dezente Herr, der so schamhaft seine Identität verschwieg. Der ihr auf Nachfrage seinen Namen nicht nannte. Der Eva-Maria fotografierte, obwohl sie das nicht wollte. Der nicht sagte und bis heute nicht sagt, was er mit den Fotos veranstaltet.
„Dieser namenlose Mensch mit der Flinte macht mir Angst. Vielleicht hänge ich bald als steckbrieflich gesuchte Vogelfütterin in den Schaufenstern der Bünder Einzelhandelsgeschäfte? Oder mein Konterfei wird unrechtmäßig von dem Schießer und Knipser im Internet verbreitet?“ regt sich Eva-Maria auf.
Der Büchsen-Mann macht wahr, was er sagt! „Ich schieße Ihre Krähen tot, wenn Sie nicht aufhören, sie zu füttern“, drohte der Tollkühne der eingeschüchterten Rabenmutter an. Die verteidigte sich tapfer: „Das kann nicht Ihr Ernst sein! Ich ziehe die Tiere groß, rette ihnen das Leben und Sie kommen daher und ballern sie ab“.
Der Rabenfeind zeigte, was er kann, stellte sich postwendend dieses 1. Klasse-Zeugnis über seine extraordinäre Schießkunst aus: er ballerte einen der bis 50 cm langen Getreidekörnerfresser mit perfektem Blattschuss in den Vogelhimmel.
Na ja, nicht dort oben, sondern auf der Ackererde landete das Opfer, lag dort mit geöffneten Augen, starrem Blick, blutverfärbtem Gefieder und tiefrot verschandeltem Schnabel schaurig schön im glitzernden Federkleid, friedlich–tödlich von der Sonne beschienen. Der Identitätsverweigerer mit dem Schießgewehr ließ seine Beute wie Abfall auf dem Boden liegen. Für’s Begräbnis sorgte die in Tränen aufgelöste Krähenmutter Eva-Maria.
Das rumhantieren mit ’nem Schießprügel am Rande eines Wohn- und Kinderspielgebiets war von höchster Stelle genehmigt worden, um der Krähensippe zu demonstrieren, wer hier das Sagen hat. Im Amtsdeutsch heißt das, um die trauernde Verwandtschaft „in diesem Bereich zu vergrämen, damit es nicht zu weiteren Belästigungen im Bereich Waldschlösschen/Kindergarten kommt“, schickte ein Herr Bernd Gundlach unter dem Aktenzeichen 32.21.24 aus Zimmer Nr. 1.28, dem Wachraum für „Sicherheit und Ordnung“, der verdatterten Eva-Maria ein Fütterungsverbot ins Haus. Unterschrieben von Werner Gieselmann „im Auftrag“.
Damit die Pflegemutter der Waldschlösschen-Krähen ja nicht auf krumme Gedanken kommt, wird sie gleich mit dem Paragraphenhammer zur Räson gebracht. Es wird in Aussicht gestellt, dass es an ihr Portemonnaie geht, sollte sie nicht den rauhen Inhalt des Drohbriefes aus der Amtshausstraße 3 in Herford befolgen, der da lautet:
„Zu Ihrer Fütterung möchte ich anmerken, dass es gemäß § 1 Abs. 2, Nr. 7 und 8 der Verordnung über die Bejagung, Fütterung und Kirrung von Wild (Fütterungsverordnung) verboten ist, Futtermittelzusatzstoffe, tierische Fette und tierisches Eiweiß sowie Futtermittel, die diese Stoffe enthalten, an Wild zu verfüttern.
Sollte mir mitgeteilt werden, dass Sie derartige Stoffe verfüttern, müsste ich ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Sie einleiten. Ich hoffe jedoch, dass Sie mich nicht zu einem solchen Vorgehen zwingen werden.
Mit freundlichen Grüßen“
Wie freundlich diese Grüße gemeint sind, erlebte Eva-Maria gleich am nächsten Tag. Der Ballermann, der gerne zeigt, wie er mit von Menschenhand großgezogenen Vögeln umgeht, schoss siegestrunken vor den Augen der schockierten Pflegemutter die nächste Krähe tot!
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Für noch mehr Leichen wird Jäger Jupp zum Datenräuber
Die Rabenmutter erfuhr nun endlich den Grund für das Vogeltöten. Bewohner des Mehrgenerationenhauses Waldschlösschen, eine Einrichtung der evangelischen Jugendhilfe Schweicheln, würden sich durch das vermehrte Auftreten „dieser Vögel beunruhigt und belästigt“ fühlen. Es wird auch der daneben befindliche Kindergarten „Krempoli“, Stauffenbergstraße 7 – 9, als Beschwerdeführer genannt.
www.boulevard-buende.de hat nachgefragt. Im Waldschlösschen saßen gerade 6 junge Mütter mit ihren Kleinkindern beim Kaffeeklatsch zusammen. „Nein“, betonten alle, „wir sind für lebende aber nicht für tote Krähen!“ Aus dem Kindergarten erhielten wir die Information, dort fühle sich niemand durch Krähen behelligt.
www.boulevard-buende.de stellte Jäger Jupp am „Tatort“ zur Rede. Er stand da, wie erwartet, mit dem Schießprügel in der einen und der Digitalknipse in der anderen Hand. Einer seiner Kollegen feuerte aus vollem Rohr auf die arglosen Raben.
Unser Mann zu Jupp: „Warum töten Sie die Vögel?“ Antwort: „Die werden mit Fleischstücken gefüttert und das ist verboten. Die Kreisjagdbehörde hat der Frau, die das macht, die Fütterung untersagt“. Frage: „Woher wissen Sie, dass immer noch Fleisch ausgelegt wird?“ Jupp: „Ich habe Beweise!“ Frage: „Was für Beweise?“ Jupp: „Ich habe Fotos“. Frage: „Wovon? Haben Sie die Frau fotografiert, wie sie Fleischstücke für die Raben auslegt?“ Antwort: „Ja!“ Aufforderung: „Na, dann zeigen Sie die mal her“. Jupp: „Das geht nicht“. Frage: „Weshalb nicht, weil Sie gar keine haben?“ Jupp: „Doch, ich habe fotografiert“. Frage: „Was denn, nun sagen Sie’s doch endlich! Gibt es Bilder, auf denen die Frau zu sehen ist, wie sie Fleisch auslegt?“ Antwort: „Es gibt Bilder mit Fleisch“. Frage: „Auch die Frau, wie sie’s in der Hand hält oder auf den Boden wirft?“ Jupp: „Ich muss Ihnen das nicht zeigen, ich habe solche Fotos als Beweismittel“. Frage: „Alte oder aktuelle?“ Jupp ging schweigend davon, allerdings nicht, ohne zum Rechtsbrecher zu werden.
Er fotografierte unerlaubt unseren Kollegen und den PKW, dem er entstieg. Den Zuruf, die Knipserei zu unterlassen und die hergestellten Fotos zu vernichten, beantwortete der hinterhältige Lichtbildner nach dieser vorsätzlichen Verletzung des im Kunsturhebergesetz geschützten Rechts am eigenen Bild mit Datenmissbrauch! Das schaffte der mit allen Wassern gewaschene Polizeirentner so:
Auf Grund seiner immer noch exzellenten Beziehungen zu den aktiven Kommissariatskollegen gelang es ihm binnen eines Augenblicks beim Straßenverkehrsamt die Fahrzeughalterin aufzuspüren und ihr ein paar eingeschriebene Zeilen für 4,40 EURO Porto zu schicken. Der Briefinhalt? Eine einzige Fata Morgana!
Verfasser Jupp behauptet, er sei durch das Beifahrerfenster fotografiert worden und sein Foto, so befürchte er, solle veröffentlicht werden. Da überschätzt der Rabenfeind aber ganz enorm nicht nur seine Fotogenität, sondern vor allem, dass er - wenn überhaupt - nur den Oskar für die beste Nebenrolle bekäme, nicht aber einen als Hauptdarsteller. Das sind nämlich in dem Krähenthriller andere: die sich von ihm als selektiertes Opfer seelisch gefoltert fühlende Eva-Maria und die Raben, die er umbringt.
Wer hätte zu beginn dieser Geschichte gedacht, dass es am Ende nicht mehr so sehr um totgepustete Krähen geht, sondern um einen Polizeirentner, dessen Lebensabend von Steuerzahlern gesponsort wird und der das mit Machtmissbrauch, Datenklau und Bildrechtsverletzungen dankt?
Als Großgrundbesitzer Johannes Schüth (67) ein Pflegefall wurde, bestellte das Gericht eine Betreuerin, die den Kranken sogar vor der eigenen Ehefrau versteckte und mit ihm von einem Pflegeheim ins andere flüchtete. Als er schließlich starb, erfuhr die Witwe vom Tod ihres Mannes nichts. Nichts vom Pflegeheim, nichts von der Betreuerin, nichts vom Bestatter, nichts von ’ner Behörde. Dass ihr Mann gestorben war, las die Ehefrau in der Zeitung in einer Todesanzeige. Das war aber noch längst nicht alles:
Unglaublich! Betreuerin ließ Testament widerrufen und wollte sogar die Scheidung erzwingen!
„Puuuhhh“, holt Witwe Lilit Schüth (35) in ihrer schmucken Wohnstube mit Kristallleuchter unter der Decke und modernem Breitbandfernseher an der Wand erleichtert tief Luft, „das hab’ ich erst einmal geschafft!“ Seit dem Tod ihres Mannes am 07.01.06 führte dessen Bruder gegen die Witwe einen erbitterten Erbstreit, den er jetzt verloren hat. Schuld daran war die vom Vormundschaftsrichter eingesetzte Betreuerin. „Die gönnte mir meinen Wohlstand nicht“, empört sich die Witwe.
Hans hatte gleich nach der Hochzeit ’94 seine Frau als Alleinerbin eingesetzt. 2 Jahre später wurde der reiche Mann schwer krank und zum Pflegefall. Als er starb, war sein heute 14 Jahre alter Sohn Kevin gerade 9 geworden.
Das Vormundschaftsgericht setzte gegen den Willen der Ehefrau eine Betreuerin ein. Die nutzte ihre Macht schonungslos aus, plünderte Konten leer, verkaufte Grundstücke, verrechnete Unsummen Geld mit angeblichen Pflegekosten.
Sie versuchte sogar, die Ehe zwangsweise scheiden zu lassen. Zu dem Zweck fuhr sie heimlich mit Lilits Mann, der zu dem Zeitpunkt wegen Medikamenteneinnahme sichtbar handlungsunfähig war, zu einem Notar, ließ das Testament aus dem Jahr ’96 widerrufen und den Bruder des Kranken als Erben einsetzen.
Die Ehefrau verzweifelte, kämpfte und siegte am Ende doch noch, obwohl die Staatsanwaltschaft ein Betrugs-Ermittlungsverfahren gegen die Betreuerin wegen Verjährung einstellte (Az.: 331 Js 622/06), außerdem das Amtsgericht im Sinne der Pflegerin entschied, die Witwe bekomme keinen Cent. Sie habe das Haus zu verlassen, der Bruder des Verstorbenen erbe alles. Lilit Schüth fasste es nicht! Mit Hilfe eines Anwalts, dem Erbrechtspezialisten Bernd Schomburg (47), prozessierte sie durch die Instanzen und errang beim Oberlandesgericht Hamm dieses Urteil: „Das geänderte Testament der Betreuerin hat keine Rechtskraft. Rechtmäßige Erbin ist die Witwe“.
„Bis dahin passierte soviel schockierendes“, sagt Anwalt Schomburg, „das einem vorm Altwerden Angst und Bange werden muß“. Der Notar vertrat die Interessen der Frau des Landwirts Schüth, der nur wenige Monate mit „meinem Traumgirl “ glücklich in seinem riesigen Vierkanthaus mit 4 Schlafzimmern, 2 Bädern, 300 qm Wohnfläche auf über 7.000 qm Grund zusammen leben durfte.
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Als 18jährige kam Lilit 1993 mit einem Touristenvisum von Armenien nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Es verschlug sie zu Freunden. Deren Vermieter war Johannes Schüth. Auf einer Geburtstagsfeier verliebte er sich in Lilit.
Am 08.12.‘94 heirateten sie. Das Landleben, die Arbeit auf dem Hof, im Stall und auf den Feldern machte der jungen Frau großen Spaß.
Gleich nach der Hochzeit hatten beide ein Testament gemacht und sich gegenseitig als Erben eingesetzt. „Leider keine zusätzliche Urkunde mit einer Vorsorgevollmacht“, erklärt Erbrechtsexperte Schomburg. „Das ist ein Dokument, in dem beide ausdrücklich erklären, dass im Fall geistiger Inkompetenz oder körperlicher Schwäche der Ehepartner alles Formelle regeln soll. Im Fall Schüth wurde deshalb vom Vormundschaftsgericht eine staatliche Betreuerin bestellt“. Im Oktober ’96 kam Johannes in ein Pflegeheim.
„Die Pflegerin mochte mich vom ersten Tag an nicht“, erinnert sich Lilit. Sie vermutet „Ausländerfeindlichkeit und blanken Neid“. „Es gibt Indizien für diese These“, bestätigt Rechtsanwalt Bernd Schomburg, der heraus gefunden hat, das die Betreuerin 1996 das Testament der Eheleute ändern lassen wollte. „Sie fuhr mit dem Landwirt, als der im Pflegeheim lebte, zu einem Notar, ließ von Johannes Schüth das Testament widerrufen, obwohl seine Geschäfts- und Testierungsunfähigkeit gutachterlich festgestellt worden waren, was die Betreuerin wußte“.
Der Gipfel der Unverschämtheit war jedoch dies: 2 x versuchte die Betreuerin entgegen dem Wunsch und Willen beider Partner, die Ehe zwangsweise scheiden zu lassen. Zu dem Zweck erschien sie 2 x im Gericht, um Lilit aus dem Weg zu räumen.
Da machten die Richter aber nicht mit! 2004 bestätigten andere das, was Juristen bereits am 08.06.2000 in nichtöffentlicher Sitzung unter dem Az. 5 T 55/00) „in der Betreuungssache Schüth“ entschieden hatten: Die von der Betreuerin(!) inszenierte Scheidung wurde abgelehnt! Der Ehemann hatte – zum Entsetzen der Pflegerin - zu Protokoll erklärt: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Frau. Ich strebe keine Scheidung an.“ Und Lilit Schüth sagte mit Tränen in den Augen: „Ich möchte, dass mein Mann wieder nach Hause kommt. Ich liebe ihn doch“.
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Fortan unternahm die Ehefrau alles, ihren Mann daheim pflegen zu dürfen. Die Auseinandersetzungen darüber mit der Betreuerin nahmen an Heftigkeit zu. Sie gipfelten darin, dass die, als Lilit für 2 Wochen in ihre Heimat verreist war und sich hunderte Kilometer entfernt bei Verwandten aufhielt, das Haus betrat, den Briefkasten leerte und wichtige Post verschwinden ließ. Anschließend verlegte sie den kranken Landwirt von einem Heim ins andere, ohne die neuen Aufenthaltsorte der Ehefrau mitzuteilen. Auf eigene Faust stellte Lilit Schüth Nachforschungen an und fand ihren Mann schließlich in einem Altersheim wieder.
Um die Heim- und Pflegekosten bezahlen zu können, verkaufte die Betreuerin ein Grundstück nach dem anderen. Vom Erlös wurden aus der Staatskasse ihre Betreuungskosten bezahlt, die sie beim Gericht am laufenden Band einreichte.
Im 07.01.2006 verstarb Johannes Schüth. Weder die Pflegeheimleitung, noch die Betreuerin und auch kein Bestatter oder eine Behörde informierten die Witwe. Die las die Sterbeanzeige ihres Mannes in der Zeitung.
Mit dem Tod war der Ärger für die Witwe aber noch längst nicht vorbei. Sofort meldete nämlich der Bruder des Verstorbenen Erbansprüche an, Lilit und Sohn Kevin sollten leer ausgehen. „Er berief sich dabei auf das abgeänderte Testament, bei dem die Betreuerin ihre schmutzigen Finger im Spiel gehabt hat“, empört sich Lilit Schüth.
Im Sinne des Bruders entschied das Amtsgericht, doch das Oberlandesgericht Hamm (Az.: 10 W 12/07) hob das Urteil auf und verwies den Erbstreit ans Landgericht (13 OM 74/09). Dort hatte der Einzelrichter endlich Erbarmen, war Lilits Meinung und erklärte sie für alleine erbberechtigt.
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„Aber“, so schlug er vor „wäre es nicht besser für einen dauerhaften Familienfrieden, der Bruder bekommt das Sparbuch mit 25.000,- EURO plus ein paar tausend Quadratmeter Ackerland? Und Sie, die Witwe, behält die Immobilien und die übrig gebliebenen Ländereien?“
Lilit war sofort einverstanden, obwohl das Wohnhaus enorm sanierungsbedürftig ist. „Aber das werd’ ich schon schaffen!“ war sie sich sicher.
Sie täuschte sich nicht! Denn am Ende der jahrelangen Streiterei wartete ein neues Glück auf sie! Bei der Suche nach Handwerkern fand ich mein neues Glück“, strahlt sie mit purer Lebensfreunde im Gesicht und diesem seligen Glanz in den Augen, wie ihn nur Verliebte haben.
„In einem Restaurant sah ich sie“, erzählt lachend Maurer Paul (48) aus Nordirland. „Wir saßen in lustiger Runde zusammen, spielten Skat – da kam sie mit ihrer Freundin rein. Wauuuh - und schon war’s um mich geschehen“.
“Die und keine andere!” schwor sich der Junggeselle, ließ seine Skatbrüder sitzen, ging zu den beiden Frauen, stellte sich artig vor und durfte sich tatsächlich zu ihnen setzen. „Er hatte nur noch Augen für mich“, schwärmt Lilit. Bis tief in die Nacht plauderten sie, Lilits Freundin war längst gegangen. Als letzte Gäste verließ sie mit Paul das Lokal, verabredete sich für Samstagabend wieder dort.
„Es war Liebe auf den ersten Blick“, schwebt Paul auf Wolke 7. „Nach einem Vierteljahr machte er mir schon einen Heiratsantrag“ ergänzt sie lächelnd. „Die Hochzeitserlaubnis erteilte mir Kevin“. Nach der Trauung ging’s sofort auf Hochzeitsreise nach Dubai.
Heute leben Lilit und Sohn Kevin zusammen mit Paul auf dem Hof, dessen Ländereien durch Grundstücksverkäufe der Betreuerin um sage und schreibe um 2/3 (!) geschrumpft sind. Lilit’s Ehemann wird den 14jährigen adoptieren, der Antrag ist gestellt.
„Der Junge ist das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung, durchgeführt mit dem Samen eines anderen Mannes in der Uniklinik Düsseldorf“, erzählt Kevins Mutter. „Es war ein Entschluss, den sich Johannes und ich nicht leicht gemacht haben. Lange besprach er, der aus medizinischen Gründen nicht Vater werden konnte, das Problem der Kinderlosigkeit mit mir. Wir entschieden uns beide gegen die Adoption eines Heimkindes und für eine künstliche Insemination. Leider hat Johannes das Heranwachsen seines Wunschkindes nur wenige Jahre erleben dürfen. Er starb, da war sein Sohn gerade 9 geworden“. Verstohlen wischt sich Lilit mit dem Handrücken über die feucht gewordenen Augen.
Sekunden später lacht sie aber schon wieder. „Es ist im Sinne von Johannes, dass ich nicht traurig bin. Er hat immer gewollt, dass in unserem großen Haus viel gelacht wird. Ich bin sicher, dass er glücklich ist über meins und Kevins Happy-End“.
Erbrechtsanwalt Schomburg warnt: „Dies ist ein Fall, von dem andere viel lernen können. Jeder sollte bei Zeiten Vorsorge für den Pflegefall treffen“.
Vorsorgevollmacht
Mit diesem Dokument bestimmt man, wer sich im Fall der Fälle um alles kümmern soll. Zum Einsatz kommt die jederzeit widerrufbare Vorsorgevollmacht erst dann, wenn der Vollmachtgeber seine Angelegenheiten nicht mehr persönlich regeln kann oder will. Ein Musterformular finden Interessierte auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums (www.bmj.bund.de) in der Rubrik Publikationen.
Eva Kipp (52) aus Kirchlengern ist von der 8 Jahre jüngeren Kirsten total begeistert:So stark macht nur die Kraft der Liebe! Kirsten (45) hätte es sich sooo einfach machen können, als ihr Mann Holger (58) nach einem Herzinfarkt im November 2002 ins Koma fiel! Ab in ein Heim mit ihm und hoch die Tassen! Ich will leben! Bin erst 37, jetzt laß’ ich’s krachen! Was schert mich mein Mann, der sowieso nie wieder aufwacht, nach Angaben der Ärzte nicht mehr gesund und in diesem Zustand sterben wird?„Kirsten dachte nie so”, erzählt ihre Schwester Eva tief bewegt und des Lobes voll. „Sie pflegt ihren Holger zu Hause, glücklicherweise nicht mehr allein . Denn 8 Monate nach der Tragödie verliebte sich ein Arbeitskollege ihres Mannes in sie. Seitdem teilt sie Freud und Leid mit 2 Männern”.
2 Kinder, Dennis (damals 13) und Lesley ( damals 8 ) weinten und waren vor 8 Jahren so verzweifelt wie ihre Mama. Zur Seite stand ihnen in der schweren Zeit Papas bester Freund, Berufsschul-Hausmeister Stefan (40).Nach 8 Monaten geschah’s dann! Kirsten und Stefan wurden ein Liebespaar. Aber: Ist es nicht in höchstem Maße unmoralisch und verwerflich, wenn der Neue mit im Hause wohnt und in einem Zimmer der Ehemann im Wachkoma liegt? Wenn die Ehefrau sagt, sie liebe ihren Mann, aber tatsächlich schläft sie mit dessen bestem Freund?
Kirsten tut genau das! Sie entschloss sich für beide Männer. Dem neuen machte sie klar, dass sie sich niemals für ihn vom Vater ihrer Kinder scheiden lassen würde. Stefan akzeptierte den Entschluss sofort und beweist durch sein Verhalten, was wahre Liebe ist!Aus Liebe trägt er nun die Verantwortung mit für den pflegebedürftigen Partner seiner Frau. Hat ihm sogar gemeinsam mit Kirsten ein Haus gebaut, in dem nun alle glücklich sind.
Ein Kind der Liebe macht alle froh
Fröhlich hüpft ein kleiner Blondschopf durch die gute Stube, zupft an der Tischdecke, rüttelt am Schaukelpferd, riecht an den Blumen in der Vase auf dem Tisch. Seine Augen und Händchen sind überall. „Holli, Holli”, ruft er plötzlich, dreht sich um und nimmt ein Bild aus dem Regal, auf dem ein schnauzbärtiger braungebrannter dunkelhaariger gut aussehender Mann mit blitzweißen Zähnen und einer strahlend schönen blonden Frau im Arm zu sehen ist.Er trägt eine schmucke Fliege, weißes Hemd und Smoking, sie hält in der rechten Hand einen wunderschönen Blumenstrauß, trägt weiße Handschuhe, weißen Schleier, Halsband mit glitzernden Svarowski-Steinchen und ein tief ausgeschnittenes Brautkleid.
„Mama”, deutet Justin Leon (3) auf die lächelnde Frau mit den graugrünen Augen. Und schwupp zeigt sein Finger wieder auf den Mann, „Holli, Holli”, ruft der süße Pfiffikus.Justin Leon ist in dem neu erbauten Haus etwas Besonderes. Genauso wie Holli, der richtig Holger heißt, von dem er ständig spricht. Der niedliche Fratz ist das Kind der Braut auf dem Foto und ihres Lebensgefährten Stefan. Nicht aber Holgers Kind, von dem er so viel redet.Holger liegt in einem abgedunkelten Zimmer in einem Hochbett mit Blick zum Fenster.
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Täglich bekommt der Wachkomapatient Besuch nicht nur von Justin, sondern auch von seinen eigenen Kindern Dennis und Lesley. Sie sprechen mit dem Papa, streicheln ihm liebevoll das Gesicht, über die Stirn, zupfen an seinen Haaren, reden mit ihm über das, was sie am Tag erlebt haben. Die Tochter in der 9. Hauptschulklasse, der Sohn in seiner Ausbildung zum Security-Mann.
„Keiner von uns läuft hier traurig durch’s Haus”, erklärt Kirsten, die abwechselnd mit Stefan rund um die Uhr Krankenpflegerin für ihren Ehemann ist. Früher war sie Filialleiterin eines Kaffee-Shops. „Das Leben geht weiter, auch für unseren Papa”, erklärt Dennis. Und Lesley meint: „Unser Vater hat doch alles, wir sind um ihn besorgt, schenken ihm unser Herz, unsere Zuwendung. Immer wenn wir Sehnsucht nach ihm haben, betreten wir sein Zimmer und sprechen mit ihm”.So wie die 2 leiblichen Kinder und die Ehefrau sorgt sich auch Stefan um den Pflegefall. Er schüttelt das Kopfkissen auf, bezieht das Bett frisch, saugt Schleim ab, damit Holger nicht erstickt. Er liest seiner Kirsten jeden Wunsch von den Lippen ab, sobald er Feierabend hat und heim kommt in ein Zuhause, das er gemeinsam mit seiner Freundin erschaffen hat.
„Wir haben dieses Haus mit unseren eigenen Händen errichtet”, erklärt Kirsten. „Die Schwerarbeit übernahm Stefan, Platten verlegen, Zementsäcke schleppen, Beton in der Schubkarre rumfahren, Stein auf Stein hoch wuchten und aufmauern. Er war der Mann fürs Grobe, ich die Frau fürs Feine. Ich habe mit den Kindern jeden Abend die Baustelle sauber gemacht, Essen gekocht, und die 1000 Kleinigkeiten erledigt, die anfallen, wenn man ein Haus baut”.
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Geplant und hingestellt wurde es für Pflegefall Holger, ebenerdig, pflegeleicht, behindertengerecht. „Wir anderen hätten auch bequem in unserer Mietwohnung weiter leben können”, erklärt Stefan. „Wir benötigten kein Haus”.Sie wohnten immer zur Miete. „Das war weniger Arbeit, Essen kochen, staubsaugen, Wäsche wegbügeln, Tür zu”, weiß Kirsten.Sie und Holger lernten sich ‘87 im Bekanntenkreis kennen. Heirat 1993, da war Dennis schon 4 Jahre alt, Lesley kam 1 Jahr später zur Welt. Alles verlief wie geplant und wunderschön, die Eltern hatten mit ihren Kindern viel Freude.
Die Vermieterin warf den ‚Komatoten’ raus
Abruptes Ende dann am 21.11.’02. Kurz nach der Mittagspause um 13.31 Uhr kippt Holger im Karteiraum beim wegpacken von Akten um, fällt längs hin wie ein Baum. Eine Arbeitskollegin hört einen dumpfen Aufprall, ruft: „Mensch Junge, halt die Akten fest!” Keine Antwort, die Frau schaut nach und findet den Familienvater bewußtlos auf dem Boden liegen. Notarzt, Klinik, der von einem Herzinfarkt umgefällte Mann wacht nicht wieder auf. „Mir erklärte ein Arzt den Zustand damit, dass Holger entweder eine Hirnblutung durch den Infarkt erlitten hatte oder durch den Sturz auf den Boden. Egal wie, er würde für den Rest seines Lebens ein Pflegefall bleiben”, erinnert sich Kirsten an die Tragödie.
Einen Behinderten im Haus? Um Himmelwillen, nein! Für die Vermieterin undenkbar! Die kündigte sofort die Wohnung, begründete das mit Eigenbedarf. Kaum war die Familie ausgezogen, wurde das Gebäude verkauft.
Frau und Kinder suchten sich eine neue Bleibe, beim Umzug half einer tüchtig mit: Stefan, Holgers bester Freund, der 15 km weiter weg wohnte. Nach dem Umzug besuchte er Kirsten und ihre Kinder regelmäßig, überlegte mit denen, wie es mit Holger weiter gehen sollte. „Diese Mietwohnung ist zu klein, eine größere zu teuer”, hatte Kirsten längst ausgerechnet. „Für das Geld, das ich für die Miete aufbringen muß, kann ich auch ein kleines Häuschen abbezahlen. Was meinst du?”Auf einmal war Stefan in die familiären Überlegungen und Entscheidungen mit eingebunden. Früher konnte Kirsten Holger fragen - jetzt nicht mehr. Auf einmal mußte sie alles selbst entscheiden, mußte beurteilen, was gut oder schlecht für sie und die Kinder war.Ein lauschiger Spätsommerabend brachte die Wende. „Es war eine halbe Stunde vor Mitternacht”, erzählt Kirsten, „ich hatte als Dankeschön für seine Mithilfe beim Umzug Stefan zum Essen in ein Restaurant eingeladen. Anschließend machten wir noch einen Spaziergang. Wir sahen den Sternenhimmel, setzten uns auf eine Bank und auf einmal zog Stefan mich an sich, nahm mein Gesicht in beide Hände, küßte mich.Ich erwiderte die Zärtlichkeit, hatte Schmetterlinge im Bauch. Aber nach knapp 1 Minute innigster Hingabe löste ich mich von ihm und dachte, ‚was habe ich getan? Darf ich das überhaupt, 2 Männer lieben?‘ Andererseits erfüllte mich das Gefühl, dass ich jemanden gefunden hatte, an den ich mich anlehnen und dem ich mein Herz ausschütten konnte”.
Händchenhaltend gingen sie zum Parkplatz. Stefan fuhr sie nach Hause, das war’s für diese Nacht. Aufgeregt ging sie zu Bett, lag lange wach und dachte: „Es ist mir egal, was die Leute denken, Stefan ist mir wichtig. Aber auch, was die Kinder denken”.Am nächsten Sonntag machten sie zu viert einen Ausflug, auf dem sich Stefan rührend um Dennis und Lesley kümmerte. „Wir verlebten ein paar schöne Stunden”, berichtet Kirsten. „Kaum wieder zu Hause, setzten wir uns alle ins Wohnzimmer und ich fragte meinen Sohn und meine Tochter, was denn wäre, wenn Stefan und ich ein Paar würden. Der Älteste antwortete, er fände es gut. „Wenn du glücklich bist, Mama, sind wir auch glücklich”. Die Tochter nickte, sah Stefan sowieso schon als Vaterersatz an. „Ich komme mit ihm glänzend klar”.
Drei Monate lernten beide Krankenpflege
Da beschlossen Kirsten und Stefan: „Wir bauen für Holger ein Haus mit einem wunderschönen geräumigen Pflegezimmer”. Es wurde gerechnet, gezeichnet, hin- und her überlegt, Angebote eingeholt, verworfen, neue angefordert. „Eine aufregende Zeit”, lächelt Stefan.Mittendrin in dieser Phase wurde Kirsten schwanger. Da war sie wieder, die bohrende Frage, was würden die Nachbarn denken, was die Verwandtschaft sagen, vor allem Eva, ihre Schwester? Um allem Gequatsche aus dem Weg zu gehen, was wäre mit Abtreibung?
Kaum war dieser Gedanke durch Kirstens Hirn gezuckt, wischte sie ihn auch schon mit einer ärgerlichen Handbewegung weg. „Das ist kein Thema für mich”. Ganz wichtig war ihr, wie die Kinder darüber dachten.„Ich konfrontierte sie damit”, erzählt Kirsten. „Aber meine Befürchtungen bewahrheiteten sich Gott sei Dank nicht. Dennis und Lesley akzeptierten ihr Geschwisterchen. Heute will keiner von beiden Justin Leon missen, wir alle lieben den Sonnenschein unseres Lebens. Er hat das Strahlen wieder in unsere Herzen gebracht. Damals, als unser Papa zum Pflegefall wurde, ging die Sonne für uns unter”.Das erste, was Justin Leon morgens nach dem Aufstehen tut: „Er flitzt aus dem Bett, läuft rüber zum Krankenzimmer, stößt mit einem schrillen ‚Guten Morgen, Holli‘, die Tür auf, streichelt und küßt meinen Mann”, freut sich Kirsten und erlebt daran, dass ihre Entscheidung richtig war, mit Ehemann und Freund unter einem Dach zu wohnen. „Als ich mich für Stefan entschied, war es eine Herzensangelegenheit, dass mein Mann bei uns bleibt. Ich wollte ihn zu Hause pflegen. Wer mich mag, muss auch Holger mögen. Dennis und Lesley sollten ihren Vater niemals in einem Pflegeheim besuchen müssen”.
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Wie schaffen es Ehefrau und Lebensgefährte, diese verantwortungsvolle schwere Aufgabe 24 Stunden lang zu meistern?„Ich lebte mit Kirsten zur Vorbereitung auf die häusliche Pflege 3 Monate in einer Behinderteneinrichtung für Wachkoma - Patienten in der Nähe von Köln. Da wurden uns alle Handgriffe beigebracht, die notwendig sind im täglichen Umgang mit so einem Pflegefall wie es Holger ist”, erklärt Stefan.
War es für Kirsten eine schwere psychische Belastung, ein Haus mit dem neuen Freund zu bauen, mit ihm und dem Ehemann einzuziehen? Holger darin zu pflegen und von dem anderen ein Kind zu bekommen?„Ich habe mich für’s weiterleben entschlossen”, erklärt Kirsten mit fester Stimme. „Es gibt keinen Grund für mich, auf Liebe und Sexualität zu verzichten, nur weil mein Mann verunglückt ist und nach ärztlicher Erkenntnis niemals wieder gesund werden kann. Wo steht, dass es unmoralisch ist, sich einem neuen Mann zuzuwenden? Ihn zu lieben, von ihm ein Kind zu haben?
Es ist keine Sünde, da bin ich sicher, meinen Ehemann nicht im Stich zu lassen und Stefan lieb zu haben. Als das Unglück im November ‘02 passierte, hätte ich danach nie geglaubt, dass es für mich je einen neuen Parnter geben könnte. Wer will so viel Verantwortung tragen, eine Frau mit 2 Kindern und einem Koma-Mann nehmen?”Stefan machte Kirsten Mut, sich so zu entscheiden, wie sie es getan hat, beide Männer zu lieben, jeden auf andere Weise.
Auch er ist sicher, dass sein Entschluss richtig war. „Ich habe eine wunderbare Frau gefunden, für die Treue kein Fremdwort ist. Ich bin stolz auf Kirsten, weil sie ernst nimmt, was sie verspricht. Ihrem Ehemann versprach sie vorm Traualtar, bei ihm zu bleiben in guten wie in schlechten Zeiten, bis das der Tod sie scheidet”.„So einen Mann muss eine Frau erst mal finden”, sagt anerkennend Kirstens Schwester Eva.
„Der Stefan hätte doch längst tschüß sagen und Kirsten verlassen können. Keiner würde es ihm übel nehmen. Seine Stärke macht auch meine Schwester stark. Ohne Stefan hätte sie das nicht geschafft, was beide hinter sich haben und jeden Tag aufs neue fertig bringen!”Eva Kipp weiß, wovon sie spricht. Sie lag selbst im Koma nach einem unverschuldeten spektakulären Autounfall auf dem Weg zum Campingplatz an die Weser. „Zum Glück war ich nur 6 Wochen besinnungslos, dann bin ich mit gebrochenen Knochen und zersplitterten Gelenken wieder aufgewacht. Meine Lunge war durchlöchert wie ein Sieb, zerknackte Rippen hatten sie durchstoßen. Dass ich lebe, verdanke ich Bad Oeynhausener Ärzten. Die holten mich mit einem Luftröhrenschnitt aus dem Jenseits zurück”.
Auf der Schwelle zwischen Leben und Tod erschien Eva wie im Traum plötzlich Schwester Kirsten mit Ehemann Holger neben ihrem Krankenbett. Aber sie träumte nicht, die beiden waren tatsächlich aus dem Urlaub von Mallorca hergeflogen, um Eva Mut zu machen. „Kirsten mit gebrochenem rechten Bein, beide braungebrannt und lebensfroh”, erinnert Eva sich dankbar. Sie streichelten mich und sagten zu mir, laß dich nicht unterkriegen, alles wird gut”.Es wurde alles wieder gut. „Damals ahnten wir alle natürlich nicht, dass das Schicksal auch noch Kirsten heimsuchen würde. Aber dank Stefan hat sie ihr Leben fest im Griff”, freut sich Eva Kipp.