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„Was ein Mensch schaffen will, das schafft er auch“, sagt dieser Tischlergeselle und hat es uns allen vorgemacht. „Ich lebe glücklich und zufrieden in meinem selbsterbauten Märchenschloß der Liebe mit meiner Traumprinzessin“.

Nach 36 Jahren ist Johann Elbe (59) zwar immer noch nicht mit der ganzen Schufterei fertig, er strahlt aber trotzdem über beide Ohren.

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Weltbekannt wurde es durch einen Bünder. Der entdeckte das Wunderwerk des Baukünstlers Elbe, als es noch ein unansehnlicher  Rohbau war. Der ostwestfälische Kaufmann erkannte aber da schon die Einzigartigkeit dieser Idee und machte rund um den Globus auf die Baustelle 40 km östlich von Klagenfurt aufmerksam. Heute begehren Touristen von allen Kontinenten Einlass ins Schloß. Wollen mit eigenen Augen sehen, was man vom Hörensagen sonst nicht glauben kann.

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Die Besucher treffen nicht nur einen zufriedenen Schlossherrn an, sondern auch auf eine Frau, die Glück im Unglück gehabt hat! Nach 15jähriger Ehe verlor Ludmilla nämlich als 33jährige durch Unfalltod ihren Mann. Ein Zufall führte sie 48 Monate später mit Johann zusammen. Heute lebt die Witwe mit ihm in einem echten Schloß!

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„Sie ist meine Prinzessin“, lächelt Johann Elbe selig seine gleichaltrige Freundin an.  „Nach dem schlimmen Schicksalsschlag wollte ich ihr den Himmel auf Erden bieten. Ich steckte bis zum Hals in Arbeit, als wir uns bei einem Filmabend im Dorfgasthaus kennenlernten. Ich sprach dort über die Bauerei. Komm zu mir, hab’ ich gesagt, du wirst eines Tages in einem Traumschloß wohnen, und keinen Tag mehr an die Tragödie deines Lebens denken.“

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„Wirklich?“ fragte sie ungläubig  zurück. „Ganz bestimmt“, lachte er. Was sie als Spaß auffasste, Johann war es ernst! Er baute tatsächlich das angefangene Schloß mitten in seinem Heimatdorf Globasnitz (Österreich) Tag für Tag ein Stück weiter. „Mein eigenes Weltwunder“, strahlt er heute. Er baut immer noch daran. Gerade ist er in seiner Werkstatt mit Holzschnitzarbeiten beschäftigt. „Bis Ende des Jahres soll das Hoftor fertig sein“, hat er sich vorgenommen, der im Jahre 1976 mit der Grundsteinlegung begann. Heute hat das Kleinod 8 Zimmer, 2 Abstellkammern, ein riesiges, luxuriöses Treppenhaus aus sündhaft teurem, kostbarem Marmor, 320 qm Wohnfläche insgesamt.

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Alles hat er allein gemacht als Architekt, Statiker, technischer Zeichner, Konstrukteur, Maurer, Tischler, Stukkateur, Maler, Bildhauer, Formenbauer, Polsterer, Dachdecker, Elektriker, Glaser, Spengler, Fliesenleger, Holzschnitzer, Schmied, Schlosser. In zartem Zitronengelb erstrahlen Türme und Mauern.

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Das Schönste für Schloßherr Johann ist jedoch: Ludmilla fühlt sich bei ihm als Prinzessin richtig wohl! 1992, nach 17jähriger Bauzeit, zog sie bei ihm ein, nachdem sie mit vielen anderen Neugierigen aus dem Ort und der Umgebung an einem Johann Elbe-Vortrag über den Schloßbau teilgenommen hatte. Heute ist sie Herrin auf „Schloß Elberstein“. Ein Bauwerk, das seinesgleichen sucht auf der ganzen Welt!

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Geplant, gebaut, bezahlt von einem einzigen Mann, dem Landwirtsspross Johann Elbe. Längst sind die 1652 Einwohner des Dorfes stolz auf „unser Schloss“, mit deren Grundsteinlegung Johann im Alter von 24 Jahren begann. „Das mit dem Stolzsein war nicht immer so“, berichtet die redseligere Ludmilla über die Anfangsjahre.

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Belächelt haben sie ihn, „diesen Verrückten“, als der Tischlergeselle mit den Planierungsarbeiten auf dem elterlichen Grundstück begann. „Das klappte nur, weil ich meinem Vater vorgeschwindelt hatte, die Landwirtschaft zu modernisieren“, erzählt Johann Elbe, noch immer ein wenig geplagt von Gewissensbissen. „Papa, hab‘ ich zu ihm gesagt, wenn wir mit unserem Viehzeug überleben und wettbewerbsfähig sein wollen, dann muß der alte Kuhstall weg. Ich setz’ was Neues hin“. Der Senior willigte ein, ahnte jedoch nicht, was sein Sohn im Schilde führte.

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Im Beruf hat’s Johann Elbe „nur“ bis zum Tischlergesellen gebracht. Aber wie viele verschiedenartige, berufsfremde, phantastische Meisterwerke schuf er an und in seinem Schloß!

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Mutter Stephanie (81) und Vater Johann, der mit 69 starb, erlebten kopfschüttelnd mit, was der Sohn auf ihrem Grund und Boden in die Höhe wachsen ließ: nach Feierabend, in den Ferien, an den Wochenenden und bis spät in die Nacht hinein verfolgte er sein tollkühnes Ziel! Wenn’s knüppeldicke kam, packten schon mal 2, 3 Freunde mit an, schleppten Findlinge oder schweres Gerät. „Aber das war die Ausnahme“, beobachteten die Globasnitzer, deren anfängliche Abneigung in Hochachtung umschlug

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Alles atemberaubende Schöpfungen! Als Maler, Bildhauer oder Baumeister, genau, wie seine großen Vorbilder Leonardo da Vinci und Michelangelo, entstanden unter seinen Händen Fresken und Gemälde, mit Fries verzierte Außenfassaden und Innenräume, diese wunderhübschen waagerechten Streifenfelder mit figürlichem oder ornamentalem Schmuck.

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Der Herr auf „Schloß Elberstein“ wagte sich sogar an Frescomalereien, bis zum 19. Jahrhundert die wichtigste Form von Wandgemälden (italienisch fresco: frisch). In Wasser aufgelöste Farbe wird auf feuchten Kalkputz aufgetragen und geht beim Trocknen mit diesem eine feste Verbindung ein.

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 Johanns Eltern waren anfangs ärgerlich, weil sie sicher waren, daß ihr Sohn niemals seine „blöde Idee vom Schloßbau“ realisieren könne. Auch die Nachbarn waren dieser Meinung und hatten deshalb nichts gegen die Baupläne. Sie waren sicher: „Der reißt den ganzen Krempel eines Tages wieder ab! Das Ding ist einfach ’ne Nummer zu groß!“ Als die ersten Schloßtürme auf den Grundmauern in die Höhe wuchsen, rissen sie noch ihre Witze: „Lieber ein Schloß im Dorfzentrum als noch ’nen stinkenden Viehstall“.

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Nach und nach verschlug’s jedoch allen die Sprache, auch Ludmilla. „Du hast ’nen Knall“, meinte sie während der emsigen Bauerei, als Johann nur noch in seiner eigens für den Schloßbau eingerichteten Werkstatt anzutreffen war. Für Kino, Theaterbesuche, Bergwandern oder für’s Baden in einem der schönen Seen rundum fand der Mann keine Zeit. Er schnitzte, malte, formte, schweißte, schmiedete, polsterte oder trieb sich auf den Hinterhöfen von Abbruchfirmen rum, von wo er eines Tages Bleiverglasungen entsorgter Kirchenfenster mitbrachte. „Kulturgut, das ich vor der Vernichtung gerettet habe“, erzählt Johann Elbe stolz.

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Wer die Schnitzereien in den schweren Eichentüren sieht, mag nicht glauben, daß es sich dabei um echte Handarbeit des Johann Elbe handelt, und nicht etwa um restaurierte Türen vergangener Jahrhunderte. Den Sölker Marmor im Foyer und im Treppenhaus hat er selbst geschnitten und verlegt. Die Galerie, die Putten, Fenstersimse, alles wurde von ihm in handgearbeiteten Silikonkautschukformen aus Gips, Marmormehl und Weißzement gegossen.

Wenigstens für die Parkettböden hat er sich bestimmt einen Fachmann ins Schloß geholt? „Gott bewahre, nein“, berichtet Ludmilla. „Für 2 Zimmerböden hat Johann 4 Kilometer Leisten zerschnitten und die Einzelteile wie ein Puzzle zusammengefügt“. In seiner Werkstatt zeigt Schloßbauer Johann, wie’s gemacht wird: „Ich verwende nur Hartholz, Nußbaum, Eiche, Ahorn, Esche oder Zwetschge, das mir die Bauern bringen. Hart muß es sein, damit es beim Begehen nicht nachgibt“, erklärt der Fachmann.

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14.000 (!) Teile benötigte er für 2 Zimmerböden. Die Muster fügt er nach alten Überlieferungen aus Fachbüchern zusammen. Intarsienböden, auf denen vor Jahrhunderten Kaiser und Könige lustwandelten.

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Wie verbringt „Prinzessin Milli“ die Tage im Märchenschloß mit ihm? „Mit viel Arbeit“, sagt sie mit einem Anflug von Traurigkeit, fängt sich aber schnell und fügt lachend hinzu: „Um halb zehn am Abend muß ich ihn aus der Werkstatt holen, sonst würde er die ganze Nacht durcharbeiten. Denn natürlich ist unser Schloß noch nicht fertig“.

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Zum ersten Mal spürt Johann Elbe nach mehr als 4 Jahrzehnten Bauerei – im Januar 2012 wurde er 60 – „dass mir am Ende meines Lebens vielleicht einige Jahre fehlen könnten. Mein Ischias macht mir zu schaffen. Klar, wenn ich die Restarbeiten im Galopp erledigen würde, hätte ich’s in ein paar Monaten geschafft. Ab in den nächsten Baumarkt, einige Quadratmeter Fertigparkett gekauft, damit ginge alles schneller! Aber das wollen Ludmilla und ich nicht. Jeder einzelne Winkel auf Schloß Elberstein soll unsere Handschrift tragen“.

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Fertiggestellt hat er endlich die Bibliothek. Dafür hat er allein 5 Jahre gebraucht. „Aber“, lächelt er, „die ersten Bücher stehen schon drin“. Was wohl? „Architektur vergangener Jahrhunderte“, schmunzelt Ludmilla.

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„Prinzessin Milli“ unterstützt ihn tüchtig. Sie häkelt die Blumengestecke, bemalt mit Sachverstand und Fingerfertigkeit die selbstgegossenen Putten. Sie sorgt für’s leibliche Wohl, kümmert sich um Saat und Ernte von Speisemais, Kartoffeln, Salat und Tomaten, macht Nudeln selbst. Im Dorf tauscht sie die Eier der schloßeigenen Hühner beim Bäcker gegen Zucker und Mehl. Fleisch holt sie vom Bauern, zahlt dafür mit selbstgebackenem leckerem Brot.

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„Geld ist knapp auf Schloß Elberstein“, lächelt Ludmilla. „Denn alles, was der Hans verdient, brauchen wir für unser Schloß“. Ein Traum, den beide nicht mehr missen möchten, auch wenn schon die ersten Reparaturen fällig sind. „Kürzlich wurden die Teerpapp-Schindeln vom Dach entfernt, die hatten durch Sturm, Hitze, Eiseskälte, Regen und Schnee arg gelitten. Alles wurde komplett mit aus Ton gebrannten Dachziegeln erneuert“, zeigt Johann Elbe hoch hinauf. „Das war ein Kraftakt“, meint er.

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 www.tankcenter-halstenberg.de

„Trotzdem“, sagt er, „wollen Ludmilla und ich mit niemandem tauschen. Wir sind glücklich in unserem Märchenchloss der Liebe“.

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Besuch des 8. Weltwunders

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Täglich führen Johann Elbe und „Prinzessin Milli“

 Besucher von 09 – 17 Uhr durch Schloß Elberstein.

 

Telefonische Terminabsprache unter 0043-4230-667.

 

Übernachtungsmöglichkeit gibt es direkt nebenan beim Kirchenwirt

 Doppel-Zimmer, Ü/F p.P 25,00 EURO

 Telefon 0043-4230-212.

 

 Wer’s vornehmer haben möchte, kann 12 km vom Schloß entfernt

in St. Kanzian am Klopeiner-See buchen.

Hotel Alte Post (0043-4239-22260)

 Ü/F p.P. 23,00 – 61,00 EURO

 

Strandhotel Orchidee (0043-4239-2170)

HP p.P. 40,00 – 58,00 EURO

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www.heemeyer.com