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„In einer einzigen Brandnacht verlor ich alles, was ich besaß. Weil ich dumme Kuh meine Hausratversicherung gekündigt hatte“.

Die Angst geht um. Hunderttausende stellen sich die bange Frage: „Wie komme ich mit meinem Geld klar?“ Vieles verteuert sich rasant. Steuern, Sozialabgaben, Strom, Wasser, Müll, Aufwendungen für die Gesundheit. Der Rotstift wird angesetzt. „Wo kann ich sparen?“

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Helga Huber (34) entschied sich für Einschnitte bei ihren Versicherungen. „In meiner Wohnung brennt es nie. Da passe ich schon auf“, sagte sie sich und kündigte ihre Hausratversicherung.

 

„Ich glaubte das guten Gewissens machen zu können, denn das Gebäude war ja durch den Hausbesitzer gegen Sturm-, Leitungswasser-, Hagel-, Regen- und Feuerschäden abgesichert“.

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Heute weiß Frau Huber: „Sparen ist gut – sparen am verkehrten Ende kann in den Ruin führen“. „Ich besitze nur noch das, was ich auf dem Leib trage. Und – Gott sei’s gedankt – mein größtes Gut, mein eigenes Leben und das Leben meiner Kinder Isabella (6) und Christian (4)“. Die drücken ihre Mama ganz fest. 

 

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„Es war nicht Geiz“, versucht die geschiedene Alleinerziehende ihre Sparsamkeit zu erklären. „Es war  Existenzangst. Die veranlasste mich, die Hausratversicherung nicht zu verlängern. Denn das Geld ist bei mir knapp. Mein Ex zahlt weder für mich, noch für die Kinder einen Cent Unterhalt.

 

In der Nacht, in der mich ein prasselndes Geräusch aus dem Tiefschlaf schreckte, versuchten ab 02:20 Uhr 104 Feuerwehrleute mit 5 Löschfahrzeugen zu retten, was fast aussichtslos war. In den 5-Zimmern im 1. Stockwerk war das nichts mehr. Die Wohnungseinrichtung und das hölzerne Treppenhaus wurden ein Raub der Flammen.

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Nur die Wohnung des Hausbesitzers im Erdgeschoss wurde nicht ganz so arg in Mitleidenschaft gezogen. Unversehrt blieb aber auch die nicht. Feuer- und Rauchschäden waren das eine, Schäden durch Löschwasser das andere“.

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Oben bei Helga Huber verbrannte alles. Vom Aktenordner bis zur Zehnagelfeile, vom Haarspray bis zur Seidenbluse. Zerberstende Fensterscheiben ließen in den umliegenden Häusern die Bewohner nach draußen und auf die Balkone eilen.

 

„Ein Wunder, dass wir mit dem Leben davongekommen sind“, erzählt die 34jährige schaudernd. Ihre beiden Kinder erlitten einen Schock. Sie wurden gleich am nächsten Tag von Verwandten zu einem Erholungsurlaub auf ihren Bauernhof geholt.

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In dieser Zeit wurden der Brandschutt entfernt, Fenster und Türen erneuert, die Fußböden renoviert und die völlig zerstörten Wände und Decken neu verputzt.  „Bezahlen kann ich das nur mit einem Kredit“, schildert Helga Huber ihre finanzielle Lage.

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Für Neuanschaffungen fehlt Geld. Sie und die Kinder schlafen auf von Nachbarn geschenkten Matratzen auf dem Fußboden.  „Von dem, was ich als Putzfrau und an den Wochenenden als Kellnerin verdiene, kaufe ich nach und nach Kleidung und Möbel. Ich werde viele Jahre brauchen, damit wir es wieder so schön wie vor dem Feuer haben“.

 

Die Brandursache war rasch geklärt. Vor dem Zubettgehen gegen 23 Uhr heizte Helga Huber in einem kleinen antiken Ofen, den sie auf einem Flohmarkt erstanden hatte, das Wohnzimmer noch einmal kräftig ein. Und genau dort in der Ecke, wo das gusseiserne gute Stück stand, nahm die Katastrophe ihren Anfang. Funkenflug setzte zunächst den Teppichboden in Brand, bevor die Flammen auf das  Inventar der guten Stube und von dort auf den Flur, Bad, die Küche und die beiden Schlafzimmer übergriffen.

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„In Panik griff ich nach Wassereimern, um die Flammen zu löschen“, schildert die Frau www.boulevard-buende.de  die Ereignisse aus der Sonntagnacht, die ihr Leben radikal veränderte. Bei den Löschversuchen setzte sie ihr eigenes und das Leben ihrer Kinder auf’s Spiel. „Denn nur mit Mühe konnte ich durch den Giftrauch und durch die Feuersbrunst noch deren Zimmer erreichen und Isabella und Christian aus den Betten reißen. Wir sind dann hustend und stolpernd noch ins Erdgeschoß entkommen, von da nach draußen gerannt“.

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Ein Mieter, der oben unter’m Dach im 2. Stockwerk schlief, hatte keine Chance mehr, durch’s Treppenhaus zu flüchten.  Er schrie gellend um Hilfe. Nachbarn schleppten eine Leiter heran, so dass sich der 41jährige Simon Lopitsch im letzten Augenblick in Sicherheit bringen konnte. Mit einer schweren Rauchvergiftung wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Er überlebte.

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Helga hat es in ihrem Leben nie einfach gehabt. Als Abenteurerin verließ sie ihre Heimat nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre Richtung Mittelamerika. Sie wurde in Guatemela sesshaft. Dort lernte sie Günther (35) kennen, Diplom-Ingenieur. Sie lebte zehn Jahre mit ihm zusammen, bevor sie ihn mit 30 heiratete. 12 Monate später folgte die Scheidung. Helga kehrte in ihre Heimat zurück.

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Heute denkt sie: „Wäre ich in Zentralamerika geblieben, hätte ich mir und meinen Kindern das ganze Elend erspart“. Gemeinsam mit ihrem damaligen Traumpartner führte sie das Speiserestaurant „Lafontana“ in dem Ort Panajachel in 1.500 m Höhe am Atitlán-See. Eine betörend schöne Landschaft mit grünen Vulkanen ringsherum, bunten Märkten, auf denen Indianerinnen in ihren schmucken Trachten Obst und Gemüse verkaufen.

 

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„Das „Lafontana“ lief gut“, erzählt Helga voller Wehmut. Die Einheimischen fanden Gefallen an der italienischen Küche mit „frutta de mare“, unseren ausgewählten Meeresfrüchten, den vielen Nudelgerichten und den schmackhaften Fleischspeisen. Unsere gefragtesten Spezialitäten waren Filet in Rotweinsoße, Fisch an Dill, Fondueabende mit frischem Fisch von der Küste und Riesengarnelen. Ich wechselte mich mit Günther im Service und in der Küche ab. Der Stress war letztendlich zu groß“, zieht Frau Huber Bilanz. „Wir hatten uns beruflich zuviel an den Hals geladen. Das Privatleben blieb auf der Strecke“.

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Nach der Rückkehr in die Heimat fand sie eine preiswerte Wohnung im Haus von Alwin Ebke (38). „Ich musste noch einmal ganz neu beginnen“. In ihrem erlernten Beruf kam sie nicht unter. „Ich war ja auch viel zu lange raus“. Und als Köchin? „Ich bekam Angebote, aber nur im Schichtdienst. Aus Rücksicht auf meine Kinder ging das nicht“. Sie fand eine Stelle als Putzfrau in Büros, nahm diese Tätigkeit jedoch erst an, nachdem sie mit ihrem Vermieter die Aufsicht ihrer Kinder geregelt hatte. Alwin arbeitet von 6 bis 14 Uhr in einer Metallfabrik. Während seiner Abwesenheit betreut seine Schwester Helga (40) Isabella und Christian.

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„Alles war wunderbar geregelt“, berichtet die sparsame Mutter, „und alles hätte ich heute noch fest im Griff, wenn nicht dieses schreckliche Feuer gewesen wäre. Ich bin an allem Schuld, meine Unüberlegtheit hat uns in die Katastrophe geführt. Aber ich musste doch jeden Cent 2 x umdrehen…! Irgendwo habe ich einfach sparen müssen. Ich hab’s am verkehrten Ende getan“.

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Möbel, Kleidung, Bargeld, Dokumente, alles ist weg. Bei nicht wenigen Menschen geht diese Angst um, dass er der Nächste in die Röhre-Gucker sein könnte, weil er seine Ausgaben an der falschen Stelle zusammengestrichen hat.

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Helga Huber weiß: „Es gibt viele, die es so machen wie ich, sie haben wegen Geldmangels ihre Versicherungen aufgekündigt. Mein Erlebnis sollte jedoch alle zur Umkehr, zur Einsicht und zur Vorsicht mahnen“.

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