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Schockierende Einzelheiten vom Kahle Wart-Mord: „Der Killer meiner Tochter schenkte mir regelmäßig Apfelmus! Er wollte so gern mein Schwiegersohn werden”.

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Hier spricht zum 1. Mal Opfer-Mutter Christine Klein (50) über Details, die noch keiner kennt. Über die Gefühlskälte des Mord-Regisseurs Dirk Isermann (42) aus Ennigloh. Der ganz heiß darauf war, ihr Schwiegersohn zu werden. Der Kinder mit ihrer Tochter Christine (28) zeugen wollte. Der ihr bei jedem Besuch eine Tüte Zucker mitbrachte. Und: „Der schenkte mir ständig Apfelmus, sogar noch, als er mein Kind längst auf dem Gewissen hatte! Wenn ich dran denke, dreht sich mir der Magen um!“

 

 

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Sie wünscht das keiner Mutter, was sie durchgemacht hat! „Als ich mein Kind vermisste, stand auf einmal ständig deren neuer Freund Dirk Isermann bei mir auf der Matte mit Apfelmus und Zuckertüten in den Händen. ‚Weil du das doch immer so gern isst’, sagte er zu mir. ‚Na ja’, antwortete ich, ‚das kann ich mir schon noch selber kaufen. Warum schenkst du mir denn soviel davon?’ Er lachte und meinte, er sei sehr sozial eingestellt und wollte mir ’ne Freude machen. Wir sprachen dann in meiner Wohnung darüber, wo meine Christine wohl sein könnte. Er zuckte mit den Schultern. ‚Weiß auch nicht’, antwortete er, und erzählte mir Gruselgeschichten über Serben und Türken. ‚Mit denen treibt sie’s! Deine Tochter hat es faustdick hinter den Ohren. Die ist wenig wählerisch. Ich habe sie am 21. Mai vor’m Autohaus Schnieder abgesetzt, seit dem ist Funkstille’.

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Ich guckte den Dirk ungläubig an, musste schlucken. Am Montag, 16. Mai, hatte ich Christine das letzte Mal gesehen. Sie war fröhlich, er hatte ihr gerade Klamotten aus dem Takko-Markt geschenkt, Blusen, T-Shirts, Jeans“, erinnert sich die Mutter.

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Nach 5 Tagen klingelte er wieder und empfahl ihr ‚Guck mal im Internet unter Kahle Wart-Mord. Die Polizei hat im Wiehengebirge eine Frauenleiche gefunden. 400 Meter von der Stelle, wo schon mal ein ermordetes Mädchen lag!’

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„Ich hatte beinahe im Stundentakt versucht, meine Tochter über’s Handy zu erreichen, aber sie meldete sich nicht. Wie auch? Das Handy lag in einem Acker an der Weser. Am 31. Mai kam die Polizei zu mir und ich erfuhr, dass die verbrannte Frauenleiche meine Christine war.  Bald darauf wurde der Apfelmusspender als ihr Mörder verhaftet. Ich glaub’ das heute noch nicht! Der hat doch noch Wochen zuvor bei mir um die Hand meiner Tochter angehalten! Die wollten heiraten. Sprachen über Hochzeit und über Kinder kriegen!

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Jetzt ist Christine tot. Mein beinahe-Schwiegersohn ihr Killer! Er sitzt mit seiner Komplizin, einer Freundin, die er schon lange vor Christine kannte, lebenslang im Gefängnis. Ich hätte ihm mehr gegönnt: Sicherungsverwahrung nach 15 Jahren Haft oder wenigstens die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Das hätte ihm noch mal 5 Jahre gebracht, so dass er einen Entlassungsantrag nicht, wie üblich, nach 15, sondern erst nach 20 Jahren im Knast hätte stellen dürfen. Schade, so viel Milde! 

  

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Diese Kaltherzigkeit! Ahnungslos nahm ich seine Geschenke entgegen und stellte die in den Vorratsschrank. Als ich die Wahrheit erfuhr, hab’ ich alles in den Müll geschmissen. Ich danke Gott, dass ich von dem Zeug nicht einen Löffel voll gegessen habe. Mir würde sonst jetzt noch speiübel!“ Die Reinemachefrau, die bei der Diakonie putzt schüttelt sich, als könne sie so das Gewesene ungeschehen machen.

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Leise erzählt sie weiter: „Stellen Sie sich vor, der Isermann wäre wirklich mein Schwiegersohn geworden! Viel hat daran nicht gefehlt, denn meine Tochter stand auf ihn! Die liebte ihn aus tiefstem Herzen. Dabei war sie wohl nur eine von vielen seiner Häschen, die er mit seinem Charme erlegte“.

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Was für Gedanken schwirren dieser Opfer-Mutter durch den Kopf! „Woher wusste dieser skrupellose Mensch, dass meine Christine nur 400 Meter von der Stelle im Wiehengebirge gefunden worden war, wo am 10.05.’92 schon mal eine Frauenleiche entdeckt wurde? Damals war es die 17jährige Sandra Zimmermann aus Bad Salzuflen. Heute wird mir ganz schwindelig bei der Vorstellung, dass in meiner Wohnung ein Lustmörder ein- und ausging, der mir Apfelmus und Zuckertüten in die Hand drückte. Mit denselben Händen, an denen das Blut meiner Christine klebt! Vielleicht auch das von Sandra! Trotz intensivster Fahndung konnte ihr Mörder bis heute nicht gefunden werden“.

 

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„Wir sind wieder intensiver dran“, so ein Sprecher der Bielefelder Mordkommission zu www.boulevard-buende.de. „Die Akte war aber sowieso nicht abgelegt. Bei Morddelikten sind wir stets hellwach und am Ball”.

 

Heißt der Killer Isermann? Der sich am liebsten nach Feierabend bei Imperial, heute Miele, wo er bis zum Tag seiner Festnahme 20 Jahre beschäftigt war, zu Hause die Fernsehsendung „XY… ungelöst“ anschaute. Ihn faszinierte die Bildschirm-Jagd nach Schwerverbrechern. „Diese Sendung zog ihn so in seinen Bann“, vermutet die Vorsitzende des Schwurgerichts Bielefeld, Jutta Albert (58), „dass er Christine Müllers Tod geplant haben könnte, um endlich mal selbst in seiner Lieblingssendung XY die Hauptrolle des Gesuchten zu spielen“. 

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Christines Mutter schlägt die Hände vor’s Gesicht. „Unvorstellbar, so ein Tatmotiv!“ ruft sie aus. „Damit der Mörder meiner Tochter im Fernsehen die Polizeijagd nach sich selbst verfolgen kann, hat er mein Kind umgebracht?“ Die Mutter erhebt sich schwer atmend aus dem tiefen Wohnzimmersessel, geht 5 Schritte bis zur Balkontür, öffnet sie weit. Sie braucht frische Luft, sonst zerreißt ihr diese irre Version das Herz. Minuten später steht sie vor der dunkelbraunen Schrankwand aus Nussbaumholz. Sie greift ins Regal und zieht ein eingerahmtes Bild hervor, das oben links mit einem schwarzen Trauerband geschmückt ist. „Mein Lieblingsfoto“, haucht die Mama und küsst die Stirn unter Glas. „Du wirst immer in meinem Herzen sein“, verspricht sie ihrer toten Christine.  

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Jeden Prozesstag saß die Mutter  im Schwurgerichtssaal 6 Meter entfernt Auge in Auge direkt dem Mörderpärchen gegenüber. Sie hörte genau hin, als die Richterin 55 Minuten lang das Urteil „lebenslange Haft für beide Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes“ begründete.

 

 

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Jutta Albert ist seit ’95 Strafrichterin in Bielefeld. Sie hat schon einiges an Dramen und Herzenskälte in den Sälen des Justizgebäudes erlebt. „Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, was Menschen anderen antun können, es ist schlimm“, wandte sie sich an den Sohn einer Schneiderin und eines Schneiders, der im Elternhaus oben ein Zimmer bewohnte, „wie Sie sich, Herr Isermann, verhalten haben. Sie benutzten Ihre Freundin zum Morden. Obwohl nur Sie ganz allein ein Interesse am Tod Ihrer neuen Geliebten hatten, legten Sie selbst nicht Hand an beim Töten. Für die Durchführung des arglistigen Verbrechens bedienten Sie sich einer Helferin, der Mitangeklagten“.

 

 

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Das war Christiane Milde aus Schieder! Sie war 15, als sich ihre Eltern trennten. Seit dem litt sie unter dem Verlust von familiärer Geborgenheit, Zuwendung, Liebe. Sie schaffte weder einen Schulabschluss, noch eine berufliche Ausbildung. Sie schlug sich mit Sozialhilfe durch. Sie versuchte es zwar mal als Zeitungsausträgerin. Das frühe Aufstehen war ihr jedoch lästig, so dass sie den mit 400,- EURO vergüteten Job schnell wieder verlor.

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7 Jahre waren sie und Dirk ein Liebespaar. Dann wollte er Abwechslung, Sex mit ’ner anderen. Dabei hing Christiane doch so an ihm! Er war für sie die große Liebe. Intellektuell lebte sie in seinem Schatten. Er betrog sie, begann am 16. März ’11 das Abenteuer mit Christine. Ihre Mutter weiß: 

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„Sie lernten sich auf der Geburtstagsfeier des Bruders der Milde kennen. Sie trafen sich heimlich zum Sex. Ab Anfang April kreuzten sie regelmäßig bei mir auf, redeten von Heirat, Kinder kriegen und dass sie nach Berlin ziehen wollen. Das war die Zeit der mörderischen Geschenke, Apfelmus und Zuckertüten“.  

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Christine war bei Dirk nur Zweitfrau. Ihrer Mutter erzählte sie, wie Herr Isermann sein Doppelspiel lange Zeit verbergen konnte: „Der erzählte der Milde, er gehe mit einer alten Bekannten zum Essen, ins Kino, ins Schwimmbad. Irgendwann hat die das aber nicht mehr geglaubt, und Dirk hat ihr reinen Wein eingeschenkt. Der war mit Christine sogar mal auf einer Spritztour in Leipzig“. 

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„Sie waren es, der dann beschloss, die neue Freundin sollte aus Ihrem Leben verschwinden. Auf einmal waren Ihnen zwei Frauen zuviel“, rief Richterin Albert dem Angeklagten zu. „Die Tötung erforderte ein gehöriges Organisationstalent. Sie kümmerten sich um alles. Sie besorgten den Opel Kleintransporter. Sie besorgten 2 Paar Gummihandschuhe. Sie ordneten an, dass sich Ihre Komplizin unter Decken im Laderaum des Autos versteckte. Sie fuhren zur Wohnung des Opfers und lockten Christine Müller unter einem Vorwand Samstag Abend, 21.05.’11 gegen 22 Uhr auf den Beifahrersitz“, so die Feststellung des Schwurgerichts.

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Das Mörderpärchen fuhr auf einen Parkplatz an die Weser, „um die Christine da in den Fluss zu schubsen“, sagte die Angeklagte. „Weil da aber an dem schönen warmen Abend noch viele Leute unterwegs waren, brach Dirk dieses Vorhaben ab und wir fuhren 20 Kilometer Richtung Nordwesten auf einen Wanderparkplatz“. Ziel war die „Kahle Wart“ in Oberbauerschaft, die Straße führt dort über den Wiehengebirgskamm hinunter nach Blasheim. Christine sah ihren Freund erstaunt an, als der anhielt. Der lächelte: „Komm, wir gehen zum Kofferraum. Ich habe ein Geschenk für Dich“.

 

 

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Neugierig öffnete die 28jährige die Klapptür. In dieser Sekunde hechtete die 100 Kilo schwere Christiane Milde der viel schmächtigeren, 65 Kilo leichten Christine entgegen. Beide stürzten zu Boden. „Die korpulente Angeklagte kniete sich auf die Brust des Opfers. Der Angeklagte reichte ihr Handschuhe, die zog sie an und begann mit dem Würgen. Als sie aufhörte, schrie das Opfer um Hilfe und flehte Herrn Isermann an, sie leben zu lassen. Doch der befahl‚weiter machen, weiter machen, die geht sonst zur Polizei!’ Da nahm Christiane Milde Laub vom Waldboden und stopfte es Christine in Luftröhre und Mund“.

 

 

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Regungslos sah sich Dirk Isermann das Todesdrama an. Als sich das Opfer nicht mehr rührte, ging er zum Auto und kam mit einem 5 Liter-Benzinkanister zurück. Sie schleiften die Leiche tiefer in den Wald hinter eine rotweiße Wegeschranke. Er öffnete den Kanister, leerte ihn über der Toten aus – und hielt inne. Bevor er nach dem abgebrochenen 1. Streichholz einen Anzündversuch mit dem 2. machte, zog er der Leiche die Schuhe aus. „Die sind noch gut“, lachte er Christiane an, „die schenken wir Deiner Mutter“.

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Die, Susanne Milde (56), kam nicht mehr in den Genuss des Geschenks. Zwar reinigte Christiane die schwarzweißen Schuhe noch in der Waschmaschine, aber vor der Weitergabe an die Mama standen Beamte der Mordkommission vor der Tür. Die 32jährige wurde festgenommen und legte ein detailliertes Geständnis ab.

 

 

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Richterin Albert schockiert: „Was für eine verachtenswerte Gesinnung! Das habe ich noch nicht erlebt, einer Ermordeten die Schuhe ausziehen, um sie zu verschenken“.  

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Das Schwurgericht Bielefeld verurteilte beide Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft. „Es war ein heimtückisches Verbrechen. Das Opfer hatte keine Chance, lebend zu entkommen. Es war stockdunkle Nacht, es war mitten im Wald, kein Mensch weit und breit, um sie herum nur die beiden Mörder, das nächste Haus viele hundert Meter entfernt. Es gab keine Fluchtmöglichkeit. Es war gemeinschaftlicher Mord. Sie beging die Tat, er bereitete alles vor“. 

 

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Christines Mutter: „Der Mörder meiner Tochter hat auch den Mord an der Kindergartenhelferin Sandra Zimmermann begangen“.

 

 

Fast 2 Monate blieb die seit dem 15. März ’92 verschwunden, bis sie am 10. Mai an der „Kahle Wart“ entdeckt wurde. Über 400 Spuren wurden überprüft, zusätzlich 1636 Opel Ascona und Opel Kadett. In so ein Fahrzeug war das Mädchen nach Zeugenangaben gegen 18 Uhr an der B 239 in Herford eingestiegen. Andere sprachen von einem roten Mercedes. Wo ihr Rucksack und ihr rechter Schuh geblieben sind, weiß man bis heute nicht.

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„Keiner ist mehr davon überzeugt als ich, dass Herr Isermann auch in diesem Fall der Mörder ist“, glaubt Christine Klein.

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“Ich habe aus Liebe ein Wunder vollbracht. Wenn du nicht kämpfst, hast du schon verloren!“ weiß Ines Räper (50) aus leidvoller Erfahrung.

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Was für eine wahnsinnig starke Frau! 11 Jahre lang kämpfte die Floristin Ines Räper (50) für ihren gelähmten Freund gegen dessen ehemaligen Chef und die allmächtige Bau-Berufsgenossenschaft. Der Zimmermann Bernhard Solms (49), der durch die Schuld eines Arbeitskollegen aus 9 Meter Höhe vom Dach eines Neubaus gestürzt war, verlor seinen Prozess vor dem Sozialgericht. Wegen des Dachsturzes wollte er eine Verletztenrente haben. Zwar wurde ihm die in 1. Instanz verweigert, aber seine Freundin schaffte doch noch ein Wunder: Ihr schwerverletzter Freund, den sie als gesunden Kraftstrotz kennen lernte, dem sie unerschütterlich die Treue hält, bekam nicht nur die Anerkennung der Pflegestufe 1, sondern dank Ines vom Landessozialgericht eine 30 %ige Zusatzrente!

 

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Der Arbeitsunfall vom Donnerstag im August um 07:36 Uhr veränderte das Leben des Zimmerermeisters Bernhard Solms schlagartig. Weil sein Chef verschwieg, dass er von einem ungesicherten Dach gestürzt war! Der Boß gab im Krankenhaus an, Solms sei im Betrieb von einem 3 Meter hohen Regal gefallen.

 

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Jahrelang fielen Richter und medizinische Gutachter darauf rein. Nach der Prozessniederlage gegen die Berufsgenossenschaft BAU wollte Solms entnervt aufgeben, doch seine Freundin kämpfte sich auf eigene Faust durch ein Dickicht von Lügen – und schaffte aus Liebe Unglaubliches!

 

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Sie ermittelte, dass sich der Unfall bei der Errichtung des Dachstuhls auf einem abseits gelegenen Rohbau ereignet hatte und keiner seiner 3 Arbeitskollegen den Notarzt rief. Deshalb: Der auf der Baustelle anwesende Firmenchef spielte selbst den Krankenwagenfahrer und transportierte seinen schwer verletzten Betriebsleiter im Privat-PKW (!) zum Krankenhaus. In der Unfallaufnahme gab er an, der Mitarbeiter sei im Betrieb verunglückt. Die Wahrheit behielt er für sich: Solms arbeitete auf dem Neubau ohne Sicherungsvorkehrungen wie Fangnetz oder Gerüst! Ist für den Chef ja auch billiger.

 

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Alle hielten dicht, bis Ines Räper wie die legendäre Miss Marple als Privatdetektivin zu rotieren begann. Sie gab nie auf, opferte ihr Erspartes, ihre Witwenrente für teure Ermittlungen. Sie verkaufte sogar ihre große Leidenschaft, ihr liebstes Hobby, ihre berufliche Existenz, den gut gehenden Blumenladen, um für und mit dem pflegebedürftigen Freund die besten Ärzte aufzusuchen, Gutachter und juristische Medizinschadenexperten bezahlen zu können. Nach einer Reihe von Niederlagen und bitteren Tränen gelang ihr schließlich das sensationelle Finale!

 

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Unfallopfer Solms erinnert sich an den Unfalltagmorgen: „Ich stand auf dem obersten Balken des Dachstuhls. Plötzlich spürte ich einen heftigen Schlag von hinten. Ich verlor den Halt, stürzte in die Tiefe. Einer meiner Kollegen hatte vom Erdboden aus einen Kran mit Holzbalken am Haken bedient. Die zentnerschwere Last krachte mir in den Rücken“.

 

 

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Am Spätnachmittag erwachte er im Krankenhaus aus dem Koma. Nach 12 Tagen wurde er entlassen. Angeblich war nur ein Rückenwirbel gebrochen gewesen. Ein fataler Irrtum! Schmerzgepeinigt ließ er sich während einer Wochenendreise nach München in einer dortigen Klinik untersuchen.

 

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Die Ärzte entdeckten  drei nicht behandelte, zerbrochene Rückenwirbel! Blitz-OP, er blieb 3 Wochen stationär, es folgten 6 Wochen Reha. Als erwerbsunfähig wurde er entlassen. Der Kampf gegen die Berufsgenossenschaft begann. Die behauptete, die Verletzungen hätten nichts mit einem Sturz zu tun, sondern seien Folge einer 6 Jahre zuvor durchgeführten Bandscheibenoperation.

 

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Es ging um eine Menge Geld! Solms wollte nämlich von der BG-BAU Verletztenrente, berechnet von der Höhe des Lohnes, den er heute als gesunder Zimmerermeister bekäme, ca. 5.000,- EURO monatlich (30 % Rente davon: 1.500,- EURO). Die BG weigerte sich, hätte es lieber gesehen, wenn der Kläger 903,- EURO Arbeitsunfähigkeitsrente von der BfA erhält.

 

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Das Sozialgericht glaubte nicht dem Gutachten des Institutes, das die Verletzungen eindeutig einem Sturz aus größerer als nur 3 Meter Höhe zuordnete. „Wenn’s nach mir gegangen wäre, hätte ich nicht weiter gemacht. Gegen die übermächtigen Trickser der Berufsgenossenschaft fühlte ich mich chancenlos“, so Solms.

 

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Er unterschätzte jedoch die starke Frau an seiner Seite! Ines, die er erst 5 Monate vor dem Unfall kennengelernt hatte. Hinter ihr lagen 2 Fehlgeburten, jeweils im 4. Monat, und der Krebstod ihres 19 Jahre älteren Mannes Günter.

 

 

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Diesen drei Tragödien ihres Lebens folgte mit Bernhard die vierte, er kam als Pflegefall nach Hause. Sie verkaufte sofort ihren Blumenladen, um nur noch für ihren Freund dazusein. „Er ist hilflos wie ein kleines Kind“, gibt sie seinen Zustand preis.

 

 

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Sie fuhr zigtausend Kilometer, auch zu dem Haus, wo das Unglück geschah. Sie erfuhr vom Bauherrn Stefan Grohmann (42), was passiert war. Sie ermittelte, dass dem der komplette Dachstuhl von Bernhards Firmenchef geschenkt worden ist. „Damit über Bernhards Absturz Stillschweigen gewahrt wurde und die Unfallstelle in den Betrieb verlegt werden konnte. Wenn da ein Arbeiter vom Regal fällt, ist er selber Schuld. Stürzt er hingegen von einem ohne Baugerüst und Fangnetze gesicherten Rohbau, ist der Chef dran“.

 

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Nach dieser Enthüllung ließ Solms früherer Arbeitgeber aus Angst vor weiteren Enthüllungen von seinem Anwalt erklären, dass er „zum Zeitpunkt des Unfalls an der Baustelle war“. Scheibchenweise kam nun die Wahrheit ans Licht! Der Boss gab auch zu, den Krankenwagenfahrer gespielt zu haben. 

 

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Ein Sprecher der Berufsgenossenschaft äußerte sich auf Anfrage von www.boulevard-buende.de schockiert: „So ein krimineller Fall ist mir noch nie zu Ohren gekommen. Dieser Chef gehört hinter Gitter.“

 

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Ines Enthüllungen reichten dem Landessozialgericht! Das verwandelte Solms Niederlage aus der unteren Instanz in einen großartigen Sieg und verurteilte die BG Bau zur Zahlung einer Verletztenrente als Folge des Unfalls. Ausdrücklich wurde die Revision nicht zugelassen.

 

 

 

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Endlich bekommt das Unfallopfer nach 11 Jahre langem Kampf mit Gutachten und Gegengutachten, den seine Ines für ihn führte, das ihm zustehende Geld. Bis zuletzt wurde der arme Mann von der Berufsgenossenschaft verunglimpft, er sei  vor dem Unglück psychisch krank gewesen, hätte Suchtprobleme gehabt und neige zum Suizid.

 

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„Diesen unerträglichen Verhöhnungen erteilten die Richter eine Abfuhr“, freut sich Ines Räper heute und liest dieses aus dem Urteil vor: „Von Bedeutung ist, das die Qualität der nach dem Unfall gegebenen psychischen Beschwerden vor dem Unfallereignis nicht vorkam. Der Unfall war die Ursache dafür, dass Bernhard Solms ab diesem Zeitpunkt psychisch auffällige Verhaltensweisen in der vorliegenden Art entwickelt hat.

 

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Er leidet seit dem Unfall an Höhenangst und einem chronifizierten depressiven Syndrom, die in dieser Form vor dem Unfall nicht bestanden. Es kommt außerdem zu schweren Schlafstörungen mit nächtlichen Albträumen, in denen er von der Vorstellung heimgesucht wird, in ein schwarzes Loch zu fallen. Weiterhin leidet er seit dem Unfall an starken körperlichen Schmerzen.

 

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Sein bisheriger Lebensentwurf, der vorwiegend auf der Anerkennung und Steigerung des Selbstwertgefühls durch berufliche Leistungen beruhte, ist seiner Grundlage beraubt. Nach dem Unfallereignis ist eine psychiatrische Störung mit der Diagnose  ‘Anpassungsstörung längere depressive Reaktion’ aufgetreten”. 

 

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„Endlich rehabilitiert“, freut sich der Gelähmte. Dabei blickt er dankbar auf zu der Frau, die dieses Wunder aus Liebe fertig brachte.  

 

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Verbrannt, verunstaltet, aber voller Lebensmut! „Du bist der Richtige für mich“, lachte die Krankenschwester den Patienten an – und entführte ihn auf’s Standesamt!

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Krankenschwester Bärbel aus Lübbecke ist mit 70 so vernarrt, wie Anfang 20 in der 1. Stunde ihrer Liebe: Sie küsste einen verbrannten, entstellten Patienten in ein neues Leben – feiert bald mit ihm den 50. Hochzeitstag!

 

 

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Sie rettete Manfred (68) aus einem Tal der Hoffnungslosigkeit, und ihr Herz pocht vor Freude wie schon bei der allerersten Begegnung. „Liebe kann nicht schöner sein“, strahlt sie über’s ganze Gesicht.

 

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Am 17.12.’60 wurde Augenoptiker-Lehrling Manfred – damals 17 – Opfer der schlimmsten Flugzeugkatastrophe in der Geschichte Münchens. Eine Convair 340 in Richtung Norfolk (England) streifte mit der linken Tragfläche den Turm der St.-Pauls-Kirche. 52 Menschen starben in einem riesigen Flammenmeer, 4.000 Liter Treibstoff explodierten mitten in der Stadt. 

 

 

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Manfred kam gerade von der Arbeit und stand auf der Plattform einer Straßenbahn. Sekunden später hing seine Haut in Lappen vom Körper, keine Überlebenschance, glaubten alle. Doch es geschah ein Wunder! Völlig entstellt wurde der Scheintote nach 36 (!) Operationen binnen 5 Monaten aus der Klinik entlassen. Als er dann nach 4 Jahren zu einem Chirurgen fuhr, um sein Aussehen verbessern zu lassen, begegnete er einer Krankenschwester. Das war Bärbel, die holte ihn in ein wunderbares Leben zurück, heiratete ihn und schenkte ihm 2 Kinder.

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„Normalerweise gehört  meine Armbanduhr längst auf den Müll, die ist hin, das Lederband verkohlt, die Zeiger bewegen sich nicht mehr“. Manfred hält das zugrunde gerichtete, einstmals gute Stück in seiner rechten Hand. Mit den verkürzten fünf Fingern seiner linken nestelt er an dem zerstörten Zeitmesser herum. „Die Uhr“, erklärt er nachdenklich, „blieb um 14:09 Uhr stehen. Das ist der Grund, warum ich sie  nie wegwerfen werde“.

 

 

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Exakt um 14:09 Uhr des 17.12.’60 veränderte sich der Alltag des ehemaligen Druckereibesitzers dramatisch. Manfred Koch war schlagartig mitten drin im Chaos eines Flugzeugabsturzes!

 

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40 % seiner Haut im Gesicht, an den Beinen, an den Händen verbrannten. Die furchtbaren Spuren des Unglücks sind nach wie vor an ihm zu sehen. Ein Schönheitschirurg in Lausanne operierte ihm sensationell gut die total verkrüppelte linke Hand wieder gebrauchsfertig. Die legt er am liebsten um die Schulter seiner Frau, die sich damals in ihn im Klinikum verliebte.

 

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„Ich machte eine Lehre zum Augenoptiker, hatte Feierabend und fuhr mit der Straßenbahn nach Hause. Die Linie 10 am Hauptbahnhof erwischte ich in letzter Sekunde. Sie war schon abgefahren, ich rannte ihr nach, sprang auf die Plattform. Hätte ich bloß auf die nächste gewartet…“

An der Martin-Greif-Staße war die Fahrt zu Ende. „Ein  ohrenbetäubender Knall, dann überall Flammen“, erinnert sich Manfred Koch. „Ich dachte zuerst an einen Zusammenstoß mit einem Tankwagen. Ein Flugzeug sah ich nicht“.

 

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Es war ein zweimotoriges, in München-Riem gestartet, mit 12 amerikanischen Studenten an Bord. Eine Minute nach dem Abheben fiel der linke Motor aus. Bei Nebel in 150 m Höhe wollte der Pilot umkehren. Das Flugzeug legte sich in eine Rechtskurve, streifte mit der linken Tragfläche den Turm der St.-Pauls-Kirche, stürzte ab, der ausfließende Treibstoff verwandelte die Kreuzung Bayerstraße/Martin Greif-Straße in eine einzige Feuerhölle.

 

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„Ich wälzte mich auf dem Gras, neben einem Beet,  steckte meinen Kopf in Büsche, weil ich überall brannte und die Haare so zischten. Ich klopfte mir die Flammen aus der Hose. Meine Haut hing in Fetzen von den Händen. Irgend jemand lud mich in’s Auto, fuhr mich zum Krankenhaus „Links der Isar“, erzählt Manfred. Nach und nach registrierte er, wieviel Glück im Unglück er hatte. „Ein Sitzplatz in der Bahn, da wäre ich nicht lebendig rausgekommen - wie die anderen“. 52 Menschen starben. Monatelang stand Manfreds Leben auf der Kippe, er verlor 20 Kilo Körpergewicht. 

 

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Auf der Station arbeitete Bärbel, die ihre Krankenschwesternausbildung in der Pflegevorschule in Bethel begann, das Examen im Kreiskrankenhaus Lübbecke ablegte, ein Jahr im Klinikum Minden arbeitete, danach im Nordstadt-Krankenhaus Hannover auf der Neurochirurgie. Anschließend ging‘s nach München in eine Privatklinik. „Eines Tages kam Herr Koch zur Tür herein“, erzählt lächelnd die Frau mit den blauen Augen und dem einst dunkelbraunen lockigen, nun in vornehmes grau verwandelten Haar. „4 Jahre nach dem Unglück sah ich ihn zum 1. Mal. Er unterzog sich einer Nasenoperation, blieb eine Woche bei uns“.

 

 

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Schwester Bärbel interessierte sich sofort für den „immer lustigen, gut aufgelegten Patienten. Weil der nie den Kopf hängen ließ, sein schlimmes Schicksal annahm und das Beste aus allem machte. Das imponierte mir, denn da kannte ich ganz andere Leute“.

 

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Nach der Verlegung vom 2-Bett- in ein Einzelzimmer kamen sie sich näher. „Obwohl er immer noch sehr entstellt ausschaute, erzählte er unbefangen von seinem Unglück“, berichtet Bärbel. Sie beobachtete, dass seine Psyche schwer angeschlagen war. „Er trank, wollte seine Depressionen im Alkohol ertränken“. Schwester Bärbel begriff, dass Manfred Zuspruch und Zuwendung brauchte. Aus der Sympathie für ihn erwuchs eine wunderbare Liebe.

 

Die vielen Narben störten ihn mehr als sie. Natürlich sind die Spuren des Unglücks auch heute noch über seinen ganzen Körper verstreut, die Brandwunden an der Stirn nicht wegradiert. Es war Bärbel, die den Anfang machte, sich mit ihm verlobte und ihm das Versprechen abrang, mit dem Trinken aufzuhören. „Was brauchst du Alkohol? Jetzt hast du mich!“

 

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„Einen schöneren Engel konnte mir der Himmel nicht schicken“, strahlt Manfred Koch. 50 Jahre sind sie 2015 verheiratet. Am Tag der Deutschen Einheit feiern sie ihren Hochzeitstag. Die Bilder ihrer Trauung sind beiden allgegenwärtig: „Eine Märchenhochzeit“, schwärmt Manfred. „Von so was Schönem hatte ich immer geträumt“, lächelt Bärbel. Sie sind Eltern  zweier Töchter, Ulla (41) und Angelika (40).

 

 

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Besonders dankbar ist Manfred Koch einem Schweizer Spitzenchirurgen in Lausanne, der sich vor einem halben Jahrhundert als einziger Operateur an einen komplizierten Eingriff wagte - mit sensationellem Erfolg: die Finger seiner linken Hand konnten nicht mehr geöffnet und nicht mehr gestreckt werden. Die Hand blieb zur Faust geballt, weil sich durch die Explosionshitze die Sehnen zurückgebildet hatten. „An diese Hand ging keiner ran. Als mir ein Arzt den Tip gab, es in Lausanne zu versuchen, ließ ich mir das nicht zweimal sagen“.

 

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Mit Bärbel fuhr er im Herbst ’64 dort hin, als Verlobte! „Der Arzt schaute mich an und meinte bloß, was er zuerst korrigieren solle, meine rechte Gesichtshälfte oder meine Hand. Ich war sprachlos, weil ich dachte, an meinem Gesicht gibt’s nix mehr zu verbessern. Natürlich antwortete ich sofort, er möge zunächst mein Gesicht operieren“.

 

 

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Das OP-Team arbeitete 8 Stunden daran. „Sie zogen mein rechtes Augenlid nach unten, bastelten einen neuen rechten Nasenflügel, der ganz fehlte. Sie korrigierten die Lippe. Viele Monate fuhr ich immer wieder zu ihm an den Genfer See“.

 

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Endlich kam die Hand an die Reihe. Von jedem Finger wurde soviel im Mittelstück abgeschnitten, bis die verkürzten Sehnen wieder die Fingerspitzen erreichten. Der Chirurg verzichtete sogar auf’s Honorar, nachdem sich Manfred Kochs Krankenkasse weigerte, die Kosten zu bezahlen mit dem Hinweis darauf, dass dies alles auch viel preiswerter in Deutschland hätte durchgeführt werden können. Auf einem Ärztekongress wurde der Mann, der in der Katastrophe seines Lebens die große Liebe fand, als Paradebeispiel dafür präsentiert, was in der plastischen Chirurgie alles möglich ist.

 

 

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Manfreds Leben heute? Ohne regelmäßiges Eincremen verhärten die Narben und schmerzen. Seinen Beruf musste er aufgeben. 1967 kam er in der Druckerei seines Onkels unter, absolvierte erfolgreich eine Reprofotografen-Lehre. 1981 übernahm er selbst die Druckerei. Seine beste Kraft im Betrieb wurde na, wer schon? Krankenschwester Bärbel, seine Ehefrau! 7 Jahre prozessierte er um Schadenersatz und Schmerzensgeld bis zum BGH. Am Ende bekam er lächerliche 13.000,- EURO! Was für ein Hohn!

 

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Wenigstens bekam er überhaupt was! Lesen Sie hierzu mal in www.boulevard-buende.de  die Geschichte: “Die warten doch nur darauf, dass ich mir den Strick nehme! Hoffentlich nicht Allianz versichert.” (Die Story finden Sie durch Anklicken des Links RSS FEED).

 

 

 

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Beide sind Rentner, leben nur noch für sein und Bärbels Hobby, Golfen, Schwimmen, Ski-Langlauf, Radfahren, Bergwandern. „Wir genießen nun auch viel öfter die kulturellen Möglichkeiten einer Großstadt mit Kino- und Theaterbesuchen“.

 

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Die Stadt München zog aus dem Unglück weitreichende Konsequenzen: es war Anlass dafür, dass die Bayerische Staatsregierung den Bau eines neuen Flughafens weit weg von der City plante und im Erdinger Moos, nordöstlich der Stadtgrenzen, mit dem Franz-Joseph-Strauß-Airport realisierte.

 

 

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