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„Das Geständnis“ – mit einem zum Himmel stinkenden Beigeschmack

Erinnern Sie sich an Peter (*14.08.1971) aus Kirchlengern? Einer von acht Hauptdarstellern in unserer Geschichte „Fifty Shades of Grey“, den 4 Richterinnen und 1 Staatsanwältin nach einem Sex-Test bei seiner vier Jahre jüngeren Gattin Liane, Mutter seiner vier Kinder, nach 14 Jahren Ehe als Vergewaltiger hinter schwedischen Gardinen schmachten lassen wollten? Nein? Dann genießen Sie die Story mal in vollen Zügen und googlen Sie unter

„Vergewaltigung Fehlurteile Bünde“ oder „Bünde Rechtsanwältin Elisabeth Hoffmann – Gallhoff“. Nach der Lektüre werden Sie kopfschüttelnd sagen: „Was es nicht alles gibt!“

Zuerst bekam der als Futter in die Trichter der Justizmühlen von Advokatin EHG gekippte Schlingel richtig was vom Schöffengericht Herford auf die Rübe. Satte 2 Jahre und 8 Monate wegen versuchter Nötigung, Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung. Puuuhhh, das war schon was für einen, der noch nie ein Kittchen von innen gerochen hat!

24 Wochen und sechs Tage später sollte er nach dem Willen des Berufungsgerichtes, dem Landgericht Bielefeld, und dem innerlichen Applaus der siegestrunkenen Justiziarin EHG mal eben 1.500,00 Euro Geldstrafe hinblättern. Plus 2 Jahre und 7 Monate lang als Häftling die abwechselungsreiche Kost in einer Staatspension kennenlernen.

Darüber war der Verknackte natürlich alles andere als glücklich. Also legte er durch den Bielefelder Strafrechtsexperten Dr. jur. Holger Rostek (der bringt als Methusalem unter den Profis vor dem Kadi immer noch so manchen Staatsanwalt und Richter in’s Schwitzen, obwohl er munter und topfit in der Birne stramm auf die 80 zumarschiert, (Telefon: 0521 – 964120, Fax: 0521 – 9641219), Revision beim OLG Hamm ein.

Die dort beschäftigten Studierten brauchten nicht lange, um Fehler im letzten Urteil aufzuspüren. Sie packten den unausgegorenen Krempel wieder in einen Pappkarton und ließen die Schnitzer-Entscheidung nach dem Verursacherprinzip zum Zwecke einer umgehenden Mängelbeseitigung über die A 2 80 km Richtung Osten transportieren. Ihr Befehl lautete unmissverständlich: Der schleierhafte Schnickschnack wird bittschön akkurat ohne Lapsus neu verhandelt.

Quasi wie bei einer Versteigerung ( Zum Ersten: Schöffengericht Herford. Zum Zweiten: Landgericht Bielefeld. Zum Dritten: Oberlandesgericht Hamm. Zum Vierten: Landgericht Bielefeld ) sollte nun für immer und ewig dem Schabernack mit Aussage gegen Aussage ein Ende bereitet werden. So jedenfalls, wie Peters Aktivitäten im Feuchtgebiet zwischen den Oberschenkeln seiner damaligen Frau strafrechtlich bewertet worden seien, gehe es bei allem, was Recht ist, nun wirklich nicht.

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Für eine Champagnerdusche wie nach einem Sieg auf dem Treppchen in der Formel 1 war es trotzdem noch zu früh. Denn Peter wusste: 940.000 Angeklagte wurden 2015 verurteilt. Nur in 27.000 Fällen gab es einen Freispruch. Er war mit der erfolgreichen Revision an seiner Schuldbefreiung aber ganz nah dran. Anscheinend hatte sich die Investition von 15.000,00 Euro und ein paar Zerquetschten sowie Säcken voller blank- und bloß liegender Nerven gelohnt. Die vielen Piepen hatte er sich im Verwandten- und Freundeskreis für seine Verteidigung – zuerst eine Anwältin, danach zwei männliche Rechtsgelehrte – zusammengepumpt.

Der Fight um Gerechtigkeit, das musste der nicht Vorbestrafte erst noch lernen, ist fürwahr ein lukratives Geschäft. Kompetente Fürsprecher halten – natürlich nur gegen Vorkasse – beide Hände oder gleich als Bargeldtresor ihren Aktenkoffer auf.

Nieten dieses Gewerbes, die sich als Schachfiguren kampflos im Gerichtssaal von Richtern, Staatsanwälten und eloquenten, sich mächtig in’s Zeug legenden Nebenklagebevollmächtigten hin- und herschieben sowie das Mundwerk zukleistern lassen, bekommt man als Angeklagte(r) an allen Ecken und Enden zu Ramschpreisen. Wie im Sommerschlussverkauf.

Was Peter nicht wusste: Die Revision ist ein weithin überschätztes Beschwerdemittel im festen Glauben, ein fehlerhaftes Urteil locker zu seinen Gunsten abändern oder sogar völlig kippen zu können.

Aber: Ist eine Revision erfolgreich, dann ist damit noch gar nichts gewonnen!

Im Gegenteil. Der Gewinner hat sich sämtliche Richter dort zu Feinden gemacht, wo er verurteilt worden ist. Wo jetzt anstelle der vom Revisionsgericht vor’s Schienbein getretenen Rechtsverdreher andere, neue, sich mit der Materie zu beschäftigende Kollegen im selben Gericht über die Missetaten, laut Anklageschrift, oder über das Wohlverhalten des Beschuldigten, laut Verteidigung, befinden müssen.

„Na, dem Giftzwerg werden wir schon zeigen, was die gewonnene Revision für ihn bedeutet“, wird in der Kantine bei Schnitzel und Pommes oder einem Teller voll Biogemüse oder einem Cappuccino zum Himbeerkuchen zwischen den neuen und den alten Richtern ein lebhafter Gedankenaustausch betrieben. Es gilt, dem Sprichwort von der Krähe, die der anderen kein Auge aushackt, neues Leben einzuhauchen und denen da in Hamm mal zu zeigen, wie es mit dem Recht im Justizzentrum am Teutoburger Wald aussieht. Da wird nicht einfach hingenommen, dass der Kollegin, mit der man nach Feierabend Tennis spielt, oder dem Kollegen, mit dem gemeinsame Konzert- und Theaterabende verbracht werden, ein Urteil um die Ohren fliegt.

Das Ergebnis so einer Kantinen – Plauderrunde, zu der sich auch noch die Staatsanwältin hinzugesellt, kann dann wie folgt aussehen:

Peter, der angebliche Vergewaltiger, wird ein paar Tage nach der Zusammenkunft „zu einem wichtigen Gespräch“ in’s Büro seines Verteidigers gebeten. Der sagt zu dem nur das Allerbeste für sich Hoffenden: „Mir liegt ein Angebot vor. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft verzichten auf eine Haftstrafe, wenn Sie ein Geständnis ablegen. Sie gestehen also das, was Sie bisher vehement bestritten haben, die Vergewaltigung Ihrer Frau. So erkaufen Sie sich Ihre Freiheit. Der Richter wird Sie zwar verurteilen, aber Sie kommen mit Bewährung davon“.

Peter wusste nicht, was er zu hören kriegte. „Und wenn ich dem Deal nicht zustimme? Was passiert dann?“

„Ganz einfach“, legte der Anwalt die Stirn in Falten. „Sie werden für zwei Jahre und einen Monat in’s Gefängnis gesteckt“.

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Peter rutschte im Ledersessel tiefer und starrte geistesabwesend auf den Boden. „Eine Strafaussetzung zur Bewährung“ hörte er Dr. Rostek wie von Ferne weiterreden, „kommt vom Gesetz her nur in Betracht bei einer Verurteilung bis zur Obergrenze von zwei Jahren. Zwei Jahre und keinen Tag mehr wird die Staatsanwältin beantragen. Sind Sie nicht einverstanden, plädiert sie für eine höhere Strafe. Wandern Sie in den Knast, werden Ihnen sofort die Söhne aus dem Haus geholt. Mit dem Umgangsrecht für Ihre zwei Töchter, die Sie alle vierzehn Tage Freitagmittags vor der Schule abholen und Montagmorgens wieder hinbringen, ist es dann ebenfalls vorbei“.

Schlucken, tief Luft holen, vor Wut rot anlaufen – und das Angebot annehmen. Obwohl Peter wusste, dass sich die Freispruchquote bei Sexualdelikten in den letzten zwei Jahrzehnten beinahe verdoppelt hat, ließ er sich angesichts dieses Freizeitangebotes auf kein Abenteuer ein. Dem Landgericht Bielefeld und der Staatsanwaltschaft wurde folglich signalisiert:

„Ja, so machen wir’s. Das Schaulaufen kann losgehen“.

Mit dieser in Deutschland hinter den Kulissen Justitiars üblichen List wurde das Publikum dann ebenso verarscht wie die Lokalpresse (Neue Westfälische 25.03.2017, Seite Bünde: „Wenn der Ehemann zum Täter wird“), weil der Angeklagte zum Erstaunen aller Zuhörer sofort am 1. von fünf angesetzten Prozesstagen Ja und Amen zu allem sagte.

Bis zu dem Augenblick hatte Peter natürlich nie und nimmer darauf gehofft, dass das „Opfer“, dem wie allen lügenden und echten in einer Anklageschrift stets ein Vertrauensvorschuss eingeräumt wird, zu Kreuze kriecht und die furchtbaren Beschuldigungen gegen ihn freiwillig zurückzieht.

Ihm war stattdessen sehr wohl bekannt, dass sich die Justiz nach besten Kräften immer bemüht, angeklagte Vergewaltiger wenigstens vorübergehend aus dem (Geschlechts) -verkehr zu ziehen. In diesem Fall lag die Möglichkeit doppelt und dreifach deshalb in der Luft, weil das „Opfer“ nach eigenen Angaben unter einer „posttraumatischen Belastungsstörung leidet, die bis heute anhält“. Als Bestätigung präsentierte es sogar einen vom Doktor handsignierten Zettel.

Kaum zu glauben: Wegen der bis fünfeinhalb Jahre (!) zurückliegenden, nicht gesühnten Ereignisse, konnte Liane „mit der „erforderlichen Trauma – Therapie noch nicht beginnen.“ Sagt sie.

Aber, was für ein Glück! Nun war der Tag der Trauma – Aufarbeitung endlich da! Im Gerichtssaal, nicht beim Therapeuten. Denn:

Der Verteidiger trug das „Geständnis“ des Angeklagten vor. Zur Enttäuschung des „Opfers“ kam es freilich nicht über Peters Lippen: „Wir geben zu, dass es zu einem Übergriff gekommen ist“.

Das Wort „Vergewaltigung“ fiel nicht.

Der Richter zum Angeklagten: „Ist das Ihre Erklärung?“ Peter : „Ja, das ist meine Erklärung“.

Rechtsanwältin Elisabeth Hoffmann-Gallhoff, Lianes seelische und juristische Händchenhalterin, kriegte sich nicht mehr ein: „Das ist doch kein richtiges Geständnis! Vor allem keine Entschuldigung bei meiner Mandantin…“

Das war zuviel! Johannes Wiemann (60), Vorsitzender der 6. Kleinen Strafkammer, der sich gedanklich schon mit seinen Freizeithobbys beschäftigen kann, wenn er sich in absehbarer Zeit in den Ruhestand verabschiedet, verlor die Contenance, pardon: die Fassung. „Verehrte Frau Nebenklägerin. Wir sind hier nicht in irgendeinem Amtsgericht auf dem Lande! Wir befinden uns im Landgericht Bielefeld!“ haute er mit seiner respektablen Faust auf die Tischplatte vor sich, so dass die Akten wie bei einem Erdbeben wackelten.

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Mit diesem richtungweisenden Gefühlsausbruch zeigte er eindrucksvoll an, wer im Saal was wie zu beurteilen hatte.

Jedenfalls hinterließ der Niederschlag Wirkung. EHG ging in Deckung. Die Vertreterin der Nebenklage sagte keinen Piep mehr.

Nach fünfstündigem Hin und Her und einer erquicklichen Mittagspause wurde das allen Prozessbeteiligten längst bekannte Urteil verkündet:

Der 45jährige in Bünde geborene, in Kirchlengern mit zwei älteren Schwestern im Elternhaus aufgewachsene, nicht vorbestrafte Peter – sein Vater ist gelernter Schlosser, war bis zur Rente bei der Feuerwehr tätig, seine Mutter ist Schneiderin – bekam die verabredeten 2 Jahre auf Bewährung. Dazu, so ist „Opfer“ Liane noch zufriedener, 900,00 Euro Geldstrafe, die er in 75,00 Euro – Monatsraten abstottern darf.

Außerdem darf sich Peter körperlich betätigen. 200 Stunden Sozialarbeit muss er zum Wohle der Allgemeinheit leisten. Das DRK Bünde nahm ihn freudig auf, denn ein Fahrzeug- und Gartenpfleger wird immer gebraucht. Eine sexuelle Gefahr für die Mitarbeiterinnen, die vom „Vergewaltiger“ ausgehen könnte, befürchten die Rotkreuzler nicht. Denn sie kennen ihn schon seit Jahr und Tag als ehrenamtlich tätigen Ehrenmann.

Von seinen 1.800,00 Euro netto, die er als Techniker verdient, bezahlt Peter 400,00 Euro Unterhalt für seine bei der „vergewaltigten“ Mutter lebenden Töchter. Vom Rest leben er und seine zwei bei ihm wohnenden Söhne.

Peters Bewertung des juristischen Kuhhandels?

Sein bester Freund Nico (47) spricht: „Eine supergute. Obwohl er verurteilt worden ist, zieht er, wie er mir sagte, den Hut vor Richter Wiemann. Der arbeitet seit 26 Jahren im Landgericht Bielefeld und hat die Verhandlung souverän und fair geleitet. Peter gab er nie das Gefühl, dass der ein Schwerverbrecher ist.

„Zu solchen Richtern“, sagte er mir auf dem Nachhauseweg – ich habe die Verfahren in Herford und in Bielefeld als Zuschauer verfolgt – „geht man als Angeklagter gern hin“.

Den Herrn Wiemann hätte er sich am liebsten schon im ersten Prozess gewünscht. Auch Staatsanwältin Dr. Holzmann. Beide hätten ihn hochanständig und achtbar behandelt. Im Gegensatz zur voreingenommenen, neunmalklugen Richterin Alea Blöbaum und Staatsanwältin Anke Schnadt . Diese zwei, aber auch später in Bielefeld Richterin Schlingmann, hätten ihm sofort nach Verhandlungsbeginn klargemacht, er solle besser seine Klappe halten, weil ihm sowieso nix geglaubt würde. Dort stand – nach Peters Meinung – seine Verurteilung von Anfang an fest.

Warum er den Kuhhandel trotzdem mitgemacht hat, ist doch klar! Soll er noch mal bei seinen Freunden betteln gehen und Kohle für den Nachweis seiner Unschuld zusammenkratzen? Nein, hat er zu mir gesagt, jetzt ist Ende. Ich unterschreibe und gestehe alles, damit ich endlich meine Ruhe habe“.

Kumpel Thorsten (41) verrät: „Selbstverständlich hat sich Peter auch Gedanken darüber gemacht, warum ein Gericht so ein abstruses Arrangement vorschlägt. Er kam zu dem Ergebnis: wenn er sich auf die Geheimabsprache einläßt, ist das nicht nur gut für ihn – auch für’s Gericht! Denn mit dem Abschluss so eines Nichtangriftspaktes entgeht es einer neuen Revision. Ein Spielchen, das jeder Angeklagte nach jeder Verurteilung bis zum Exzess ausreizen kann – wenn er dafür genügend Kleingeld hat“.

 

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