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„The Show must go on!“

Das tut sie ganz sicher Samstag, 10. November 2018, für die 49 von der Nazi – Diktatur ermordeten Juden unserer Stadt. Schließlich jährt sich die Tragödie dann zum 80. Male.

Dann heißt es wieder sich in Schale werfen. Ernste Miene machen. Rednern in Hochform zuhören. Kranzschleifen zurechtzupfen. Instrumenten und Solisten lauschen. Farbenfrohes aus ‚ner Gärtnerei in Demut auf Pflastersteine legen.

Abgeordnete der „Initiative 9. November Bünde“, Redekünstler der Stadtverwaltung, Sprecher der ortsansässigen Schulen werden – wie immer an diesem Gedenktag – mit markigen Worten glänzen am Mahnmal gegenüber vom Marktgymnasium. Schön geflochtene Kränze werden im 60 Grad Winkel am Memorial aus Granit angelehnt. Bunte Blumen placiert.

 

 

Und dann!

„Nie wieder!“

„Nie wieder darf sich der Antisemitismus in Deutschland ausbreiten!“

„Nie wieder darf Judenhass bei uns salonfähig werden!“

„Nie wieder darf passieren, was am 10. November 1938 in dieser Stadt passiert ist“.

Dies Eingeübte werden Ausgewählte runterleiern. Oder so was Ähnliches.

Genauso war es letztes Jahr.

„Nie wieder!“ laute der Auftrag für die zukünftige Generation.

„Nie wieder!“ solle durch regelmäßige Veranstaltungen in unseren Köpfen bleiben, mahnte der Direktor der Realschule Bünde – Mitte bei der Gedenkfeier 2017.

Starke Worte auf einer anrührenden Veranstaltung.

Sechs Monate später: Die inhaltsreichen Sätze sind nur noch Schall & Rauch. Jeder sieht es. Denn die einst schnieke Dekoration des Denkmals am Marktplatz ist vom Schimmel befallen. Vom Winde verweht. Durch Regen, Schnee und Frost zur Müllhalde verkommen.

Optisches zum Herzzerreißen! „Nie wieder!“

Ein ehrenvoller Umgang mit Opfern der NS – Verbrecher von vor 80 Jahren, die Erinnerung an das Abfackeln der Synagoge an der Eschstraße, sieht weiß Gott anders aus.

Der Anblick des Gedenksteins lässt alle erschaudern. Großen Worten folgen nicht mal kleine Taten. Forsche Reden sind wunderbar. Zupackende Handlungen besser. Der Schandfleck ist ein unerhörter unerträglicher geschmackloser beschämender nicht auszuhaltender Beitrag der Veranstalter zum Thema Antisemitismus.

Bitte „Nie wieder!“

 

Guck mal. Geht doch! 73 Stunden nach der Veröffentlichung war alles blitzblank.

 

Unser Motto:

Der Wahrheit die Ehre.

Dem Lumpen den Pranger.

Dem Schwachen unsere Hilfe.

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Zigarren- und Banderolenstadt, als „Fairtrade Town“ und als Radfahrer-Eldorado.