Ihre spektakuläre Zeitung

Unfassbar:
Die 12jährige Melanie warnte ihre Mutter:
„Dein Freund vergewaltigt mich seit Monaten!“
Mama lachte – und dann geschah das Unglaubliche:
„Meine Mutter heiratete meinen Vergewaltiger“

„Ich wurde als Kind vom Freund meiner Mutter ein Dreivierteljahr vergewaltigt. Am schlimmsten aber war, dass ich alles meiner Mama erzählte und die dann nicht mit mir zur Polizei, sondern mit meinem Vergewaltiger zum Standesamt ging! Ich war über die Hochzeit und das Verhalten meiner Mutter so schockiert, dass ich zu meiner Oma flüchtete. Großmutter und ich gaben dann eine Strafanzeige auf. Mit meiner Mutti – damals war ich 12 – habe ich sofort gebrochen“. Melanie (27) stehen heute noch die Schweißperlen auf der Stirn, wenn sie über ihr Kindheitserlebnis berichtet.

Ihr Peiniger kam vor Gericht- und mit 5 Jahren Haft unverständlich billig davon. Obwohl Psychologen im Prozess aussagten, Melanie würde nie in ihrem Leben glücklich werden. Nie einen Mann lieb haben können. Nie fähig sein, eine gut funktionierende Partnerschaft aufzubauen.

 

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Doch das Mädchen gab sich nie auf und beweist es jetzt: „Es geht aus eigener Kraft! Mein vier Jahre älterer Freund Victor hilft mir bei der Vergangenheitsbewältigung. Seine Liebe heilt alle Wunden“, strahlt sie. Bei diesen Worten wiegt sie Calvin-Vico im Arm, „das süßeste Baby auf der ganzen Welt! Ist der Junge nicht wunderbar?“ lacht die junge Mutter und tippt mit dem Zeigefinger auf sein rosarotes Näschen. „Du und dein Papa sind mein Lottogewinn“, flüstert sie zärtlich dem 1 ½ jährigen ins Ohr.

Melanies Tragödie fing nach der Scheidung ihrer Eltern an. Ihre Mutter wollte nicht alleinerziehend bleiben und gab ein Heiratsinserat in einer Zeitung auf: „Suche liebevollen Partner fürs Leben“. Von den 32 Antworten gefiel ihr der Brief von Manfred Braun (39) am besten. Sie lud ihn ein.

Wen sich Petra Koschmieder (32) damals in ihre Wohnung geholt hatte, erfuhr sie bald. Denn ihre 12jährige Tochter Melanie war zur Oma geflüchtet. Der Grund: Der neue Mann in Mamas Leben war kein Glücksgriff, sondern ein gemeiner Vergewaltiger!

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Er verging sich an dem Kind immer dann, wenn die Mutti bei der Arbeit im Blumenladen war. Die Großmutter erschien mit Melanie bei der Polizei. Strafanzeige, Verhaftung, Prozess. Da kam raus: Manfred Braun war schon 2 x vorbestraft! Er hatte wegen Vergewaltigung und Körperverletzung sowie wegen versuchter Vergewaltigung insgesamt 8 ½ Jahre im Gefängnis gesessen.

Nicht zu glauben: trotzdem hielt Melanies Mutter zu dem Verbrecher und bezichtigte ihr eigenes Kind der Lüge! Die Richter glaubten aber dem Opfer und verurteilten den Angeklagten zu 5 Jahren Haft. Was im Gerichtssaal zur Sprache kam, hat Melanies Mama nicht entsetzt und auch nicht fassungslos gemacht. Die rief mit Tränen in den Augen nach der Urteilsverkündung dem Vergewaltiger hinter her: „Ich liebe dich! Ich halte zu Dir. Ich hasse meine Tochter!“.

Vorher hatte der Vorsitzende Richter kopfschüttelnd gesagt: „Die zierliche, brünette Frau ist diesem Mann hörig. Seine Taten hat sie verdrängt. Das Leid und die Qualen ihrer Tochter will sie nicht wahrhaben. Ebenso wenig ist sie bereit, sich mit dem Vorleben ihres Mannes auseinanderzusetzen.

Der Angeklagte hat nicht nur Petras Tochter vergewaltigt, er ist sogar vorbestraft! Er hat wegen Vergewaltigung einer 19jährigen zweieinhalb Jahre verbüßt. 33 Tage nach der Entlassung aus dem Gefängnis ist er über eine schwangere 23jährige hergefallen und hat auch die vergewaltigt. Dafür bekam er sechs Jahre Haft. Dieser Gewalttäter ist eine Gefahr für die Allgemeinheit“.

Und warum dann trotzdem nur 5 Jahre Haft? „Weil ihm der Psychiatrische Sachverständige eine günstige Sozialprognose gestellt hat mit den Worten, dieser Angeklagte sei mit einer Therapie heilbar“, meinte der Richter.

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Melanies Mama erzählte nur Gutes über den Täter: „Seine Hand gibt mehr als sie nimmt. Er hat mich mit Geschenken überhäuft, mir Pullover und Kleider gekauft, die ich nur aus dem Katalog kannte“,  beschrieb sie als Zeugin „die schönste Zeit meines Lebens“ – die Zeit mit ihm!

„Er hat die Wohnung renoviert, elektrische Leitungen neu verlegt und alles hübsch eingerichtet“, hob sie hervor „Ich hatte ein richtiges Kuschelnest zum erstenmal in meinem Leben!“

Dass sie für ihre verirrten Gefühle gehasst wird,  spürte sie jeden Tag. Auf den Straßen in ihrer Heimatstadt ließ sie sich geduldig beschimpfen und wie eine verlauste Hündin verjagen! „Die Leute spuckten vor mir aus!“ Sie hatte keine Freunde mehr. „Alle haben sich von mir zurückgezogen, sogar meine eigene Mutter! Hass schlug mir entgegen. Überall nur blanker Hass.“

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Auch der Täter kochte vor Wut. Die entlud sich, als ihn Petra im Gefängnis besuchte. „Ich werde zur Tötungsmaschine“, hat er gesagt. „Der Richter soll auf dem Friedhof schon mal Probe liegen“, tobte Manfred Braun im Besucherraum der Haftanstalt. „Selbst vor dem Teufel habe ich keine Angst: Ich bin der Teufel!“

Was antwortet eine Frau auf solche Sätze? „Es ist nur die Verzweiflung in ihm! Ich habe ihn angefleht, sich gut zu führen“, sagt sie. „Ich hoffte, dass er zu mir nach Hause darf, wenn er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt hat!“

In der Zelle bat sie ihn: „Vergiss deine Rache! Führ dich gut! Sieh zu, dass du eher rauskommst! Denk an mich – und an die Kinder!“ Von Manfred Braun hat Petra den vier Monate alten Pascal. Das Baby nahm sie stets mit ins Gefängnis. Auch ihr Sohn aus erster Ehe, der 14jährige Sven, lebt bei ihr. Melanie, die vergewaltigte Tochter,  floh dagegen zur Großmutter.

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„Der arme Manfred“ sagte Petra damals, und weiter: „Ich bin sein einziger Halt. Er hatte von Frauen die Nase voll. Ich war sein letzter Versuch“. Wie sieht ihr Leben heute aus? „Meine Schwiegereltern halten zu mir“, sagt sie schüchtern. „Sie kauften Babywäsche für Pascal. Ich bekomme Sozialhilfe. Damit muss ich irgendwie über die Runden kommen.

Damals hatte Manfred Angst, dass ich ihn verlasse. Das war zunächst völlig abwegig. ‘Nie werde ich dich aufgeben!‘ habe ich ihm versprochen und niemals an Scheidung gedacht. Dann wäre ich ja auch wieder alleine gewesen. ‚Da warte ich lieber fünf Jahre, bis du wieder in Freiheit bist‘, habe ich zu ihm gesagt.

Bis kurz vor seiner Entlassung hat sie tatsächlich auf ihn gewartet! Aber dann nahm sie den Vergewaltiger ihrer Tochter doch nicht wieder bei sich auf. Obwohl ihre Tochter Melanie schon längst fortgezogen war.

Der war ja von den Seelenforschern prophezeit worden, sie würde „nie die wahre Liebe erfahren. Dafür hat sie zu sehr gelitten. Außerdem wird sie das Verhalten der eigenen Mutter, die sie als Lügnerin abstempelte,  als Trauma verfolgen. Eine echte partnerschaftliche Beziehung kann sich nie aufbauen, weil das Missbrauchsopfer immer von seiner Vergangenheit eingeholt wird, wenn es um die Themen Männer, Zärtlichkeit, Liebe, Hochzeit, Kinder kriegen geht“.

Schlechte Voraussetzungen also für einen Start ins Leben!

Doch Melanie kämpfte! Sie gab nie auf. Sie wuchs bei der Oma heran, machte eine Lehre, lebt mit dem vier Jahre älteren Victor schon lange  zusammen. Der kennt das dunkelste Kapitel aus der Vergangenheit seiner Freundin. Er gibt ihr Halt und Geborgenheit.

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„Mein Traumprinz“, lacht sie aus vollem Herzen. Dabei blicken ihre braunen Augen den Schlosser funkensprühend an. Sie umfasst seine Hüften, drückt ihn fest an sich und gibt dem einen Kopf größeren Liebsten einen Kuss auf den Mund. Und noch einen. Und noch einen.

„Er ist mein ganz privater Psychiater“, sagt die Briefträgerin ernst. Mit Victor hat sie die Rollen getauscht: er ist Hausmann und Babysitter, sie verdient die Brötchen.

„Mit ihm kann ich über alles reden. Er hört nicht nur zu, sondern versucht mir Hilfe und Antwort zu geben, wenn mich mal was bedrückt. Er hat mir wahnsinnig beigestanden und tut es noch“.

Mutterschaftsurlaub? „Ach, ich doch nicht“, winkt sie ab. „Ich muss unter Leute, brauche meinen Job, Ablenkung. Victor ist gern Babysitter und liebt Hausarbeit“. Er steht daneben und nickt. „Mir gefällt, wie es bei uns läuft“.

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Auf einer Geburtstagsfeier bei einer Freundin sah sie ihn. Seitdem ging ihr Victor nicht aus dem Kopf!

Sie verbrachte Stunden im Bad, ging noch einmal zum Friseur und rief danach einen Bekannten an, der mit auf der Fete gewesen war: „Du, Maik, der Victor hat aus Versehen mein Kosmetiktäschchen mitgenommen. Da ist auch meine Armbanduhr drin. Wenn du zu ihm fährst, nimmst du mich mit? Du weißt doch, wo er wohnt“.

Zwei Stunden später stand sie vor seiner Tür. „Duuu…?“ rief er überrascht aus, zog sie an sich und küsste sie wie selbstverständlich. Sie schlang ihre Hände um seinen Hals und erwiderte seine Zärtlichkeit. „Von da an war uns klar,  wir gehören zusammen“, erzählt Victor.

Gleich nach Melanies 18. Geburtstag bezogen sie eine Neubauwohnung in einem Mehrfamilienhaus.

3 Zimmer, Küche, Bad, großer Korridor, blauer, flauschiger Teppichboden im Wohnbereich, pflegeleichtes PVC in der kleinen, behaglichen, modernen Küche. Naturholzmöbel und viele Blumen. Das große Aquarium mit Barschen und Welsen braucht viel Pflege.

„Heute sind wir zu dritt“,  lacht sie, schmust mit Calvin, der bei seiner Geburt 3.480 Gramm auf die Waage brachte und 52 Zentimeter groß war. Er hat die braunen Haare seiner Eltern geerbt. Nach 4-stündigen Wehen war er da.

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Viele Jahre hat Melanie Koschmieder ihrer Mutter nicht verzeihen können. Wenn sie sich zufällig über den Weg liefen, wechselte das Mädchen die Straßenseite, versteckte sich in einem Hinterhof oder Hauseingang. „Ich wollte nicht mit Mama sprechen“, sagt sie. „Weil sie mir damals nicht geglaubt hat und trotz meiner Warnungen meinen Vergewaltiger geheiratet hat. Damit hat sie in mir alles kaputt gemacht. Mit meinen Zensuren brach ich in der Schule ein. Erst nach Herrn Brauns Verurteilung ging es mir besser. Ich schaffte den Realschulabschluss, die mittlere Reife“.

An einem Geburtstag ihres 10 Jahre jüngeren Bruders Sven betrat sie zum ersten Mal in Begleitung ihrer Großmutter das „Haus der Qualen“.  „Ich tat es meinem Bruder zuliebe, nicht für Mama. Zwischen uns war eine Wand, die ich nicht überwinden konnte. Victor war es, der später mit mir zu ihr  fuhr und uns beide versöhnte“.

Da hat die Mutter zum 1. Mal gesagt, dass sie alles bereut. Den Worten hatte sie Taten vorausgehen lassen. Sie war zu einer Rechtsanwältin gegangen mit dem Auftrag, die Scheidung vom Vergewaltiger ihrer Tochter beim Amtsgericht einzureichen.

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Heute versteht sie sich selbst nicht mehr: „Ich war blind vor Liebe, habe Manfred alles geglaubt“.

Melanie hat ihrer Mama verziehen.

„Es gibt trotzdem eine Hemmschwelle, die Herzlichkeit fehlt und die Sehnsucht, sie in den Arm nehmen zu können und ihr zu sagen, ‘Mama ich habe dich lieb’. Leider ist drinnen in mir alles zerbrochen, das ist nie mehr zu reparieren“.

Nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten fährt die Tochter zur Mutter hin. „Mehr geht nicht“, sagt sie.

In ihrem privaten Glück schwebt Melanie auf Wolke sieben: „Victors Liebe hat meine schreckliche Vergangenheit besiegt“, freut sie sich.

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Zigarren- und Banderolenstadt, als „Fairtrade Town“ und als Radfahrer-Eldorado.