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„Hau den Lukas!“ „Denn Recht muß doch Recht bleiben“ (Psalm 94/15)

Die Vorwürfe sind heftig. Sie reichen vom Honorar-Abrechnungsbetrug über Urkundenfälschung bis hin zur Vernichtung von Beweismaterial. Schöne Ultraschallfos landeten – nach Angaben eines Doktors – im Müll.

Die Beteiligten an diesem Szenario können sich sehen lassen: Ärzte und das „Lukas“ in Bünde, Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover.

Starker Tobak! Und das ausgerechnet in der Stadt des blauen Dunstes mit seiner traditionsreichen, aus Tabakblättern zusammengerollten Genussindustrie.

Verursacht wurde der Skandal von einem Sturz auf’s Knie beim Spielen mit ‚nem Filzball in „Wenner’s Tennistreff“ an der Industriestrasse 52 in Hiddenhausen. Den darauf folgenden Nervenkitzel vergißt Friedhelm Tiemann (damals 73), Sportler im „BTC“ (Bünder Tennis Club), Träger der „Silbernen Ehrennadel“ für 25jährige Mitgliedschaft, nicht mehr auf dem zum kümmerlichen Rest zusammengeschmolzenen Lebensweg.

 

7 x 365 Tage Martyrium, Qual und Pein. 7 Jahre Schmerzen, Kummer, Ärger, Wut. Wer will so sein Dasein fristen?

„Eine völlig unnötige Knie-Operation hat mir meine Lebensqualität genommen und meine Gesundheit zerstört. Diabetes, Asthma, das hatte ich alles gut im Griff. Aber jetzt?

Mich quälen Beuge- und Spannungsschmerzen in dem kaputten Gelenk. Äußerlich ist das Knie durch die Fummelei optisch auch noch völlig verunstaltet worden. Ich kann keinen sportlichen Betätigungen mehr nachgehen. Meine Hobbys Tennisspielen und Radfahren habe ich drangegeben.

Ich leide unter enormer psychischer Belastung „dank“ schmerzhafter Einschränkungen meines Aktionsradius’. Die reduzierten Bewegungsmöglichkeiten sorgten darüber hinaus für eine außerordentliche Verschlechterung meiner Atemwegserkrankung.

Beim Treppensteigen und Hinunterlaufen höre ich die Engel im Himmel singen.

Bei jedem kleinen Spaziergang weiß ich nicht, ob ich lieber sterben oder weiterleben soll. Der Grad meiner Behinderung beträgt ganz sicher 25%“.

Er habe alles richtig gemacht, schrieb der Skalpellbenutzer aus dem Krankenhaus.

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„Und woher kommen dann meine Qualen?“ fragte sich der Geschnittene vom Opfertisch.

Die Antwort steht in der Akte GA-00852-2012-GUT-B-Dr.T der „Gutachterkommission für ärztliche Haftpflichtfragen“ bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe Gartenstrasse 210-214   48147 Münster.

Darin heißt es, ein nach zweifacher Punktion (Anm.: Entnahme von Flüssigkeit aus einer Körperhöhle durch Einstich mit einer Hohlnadel) entlasteter Bluterguss sei wieder nachgelaufen. Der Arzt hätte den Patienten daraufhin in’s „Lukas“ geschickt mit der Bitte „um eine operative Revision“ (Anm.: Wiederholung oder Erweiterung des zuvor durchgeführten Eingriffs), mit der der angestrebte Behandlungserfolg erzielt werden sollte.

Es kam aber nicht zur Wiederholung der Punktion, sondern zu einer Knieoperation auf bloßen Verdacht. Schnippschnapp wurde gemacht auf die alleinige Vermutung hin, es könnte ein Sehnenriß vorliegen (Quadricepssehnenteilruptur). Möglich ist sowas. Denn durch das gegensätzliche Überdrehen des Unterschenkels kommt es schnell zur Überdehnung und zu Bänderrissen. Dadurch werden oft umliegende Blutgefäße verletzt, wodurch ein Bluterguss entsteht.

Der Sehnenriß war jedoch längst ausgeschlossen worden. Auf Bildern einer Kernspintomographie, die 16 (!) Tage vor dem mit einem Schnittmesser bewaffneten Hineinmarschierer auf den Kriegsschauplatz vom gesamten Operationsfeld in der „Radiologische Diagnostik Dr. Michael Imort“   Am Kokturkanal 2   32545 Bad Oeynhausen hergestellt worden waren! Der Befund lautete: „ Keine Rupturzeichen“. Ganz deutlich ist das zu sehen.

Anm.: Ruptur, lat. ruptura, Zerreißung, Durchbruch. In der Medizin: die Zerreißung oder der Riss eines inneren Organs.

Die Fragen, die das Herz des Kniegeschädigten heute immer noch bewegen, setzten schon 18 Stunden vor den Skalpellschnitten ein:

„Warum hat mich der Heilkundige aus dem „Medizentrum am Elsebogen“ Nordring 17-21 32257 Bünde überhaupt in’s „Lukas“ geschickt? Hatte der Weißkittel die Befürchtung, bei seinen Punktionen was falsch gemacht zu haben?“

Ein Piekser in’s Knie stellt nämlich immer ein Risiko dar. Wird die Nadel an der falschen Stelle eingeführt, kann es zur Verletzung von wichtigen Gelenkkomponenten kommen. Oder zu neuen Blutungen, die wiederum einen Bluterguss auslösen.

Der Medizinmann hat, wenn er mit dieser Angst lebte, freilich die für sich richtige Entscheidung getroffen: Er übertrug die Verantwortung für das weitere Wohl und Wehe des Patienten nämlich geschickterweise an seinen Fachkollegen im 1056 Meter entfernten Krankenhaus.

Dabei ging es dem Unpäßlichen seit der 2. Punktion schon viel, viel besser! „ Die blutige Flüssigkeit war bei der 1. um 110 ml, bei der 2. um weitere 60 ml minimiert worden. Ich hatte keine Schmerzen mehr, und wurde trotzdem losgeschickt. Nachvollziehen konnte ich das damals nicht.“

Heute schon. Denn der Rekonvaleszent war und ist Privatversicherter. Da bringt jede Beratung (20,11 Euro) bares Geld; Ultraschalluntersuchung (26,81); Zinkleimverband (13,41), Punktion (21,45), Abstrichabnahme (5,36), Kompressionsverband (12,74), Venenblutentnahme (4,20), Symptombezogene Untersuchung (10,72), Injektion (5,36), Drainage (5,36), Sonographie eines Organs – Knie – (26,81), Kalt- und Heißpackung (3,67), Gangschule (8,39), Glukose (8,04), Großer Schienenverband bei Wiederanlegung (13,41), Visite (9,38), Zweitvisite (6,70), vorl. Entlassungsbericht (5,36), Krankheits- u. Befundbericht (17,43) und und und.

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Eine Kuh, die man melken kann, läßt doch keiner so schnell von der Weide.

Es sei denn, man will gute Beziehungen pflegen und einem Kollegen was Gutes tun. Ihn teilhaben lassen an einem hingefallenen Patienten, aus dessen Wunde Milch und Honig fließen.

Die Leute, die ihn mal als vor Gesundheit Strotzenden gekannt haben, müssen heute zweimal hinschauen, um in dem Dahinschleichenden den fitten Deutsch- und Geschichtslehrer vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wiederzuerkennen, der einst vor Aktionismus sprühte.

Aus Höxter, wo er unterrichtete, kehrte er in seine Geburtsstadt an der Else zurück. Als Oberstudienrat war er Beamter auf Lebenszeit, gehörte dem höheren Dienst an und mit einem Gehalt nach Tarifgruppe A 14 (zwischen 4.400,00 – 6.000,00 Euro) zu den Gutbezahlten im Lande wie Akademischer Oberrat, Chefarzt, Pfarrer oder Zweiter Konrektor.

Ja, er konnte schöne Pläne machen „für die Zeit danach“. Sich freuen auf herrliche Jahre nach der Pensionierung mit Reisen, Wandern, die Welt erkunden.

Dann war es soweit. Der Rentenalltag nahm ihn voll in Anspruch. „Nur noch genießen“, lautete sein Credo.

Eine Weile klappte das gut. Bis zu jenem Dienstagmorgen vor sieben Jahren, als er auf dem Operationstisch im „Lukas“ landete, über sich die viel gerühmten, vermeintlich begnadeten Hände eines Professors. Die gelenkigen Finger des „Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin“ fackelten nicht lange. Ritscheratsche lag das Knie mit ein paar zackig geführten Schnitten geöffnet vor ihm.

In diese unvorhergesehene Situation gekommen war der Ruheständler (mit dem Drang, sich voller Freude regelmäßig zu bewegen), nach einem Ausrutscher auf dem Granulatboden während eines Spiels im „Tennistreff“. Der Sturz verursachte Schmerzen, das Knie schwoll an. Es wurde an Ort und Stelle eisgekühlt und am nächsten Morgen von einem Fachmann im „Medizentrum“ begutachtet. Der stellte ein handtellergroßes Hämatom fest, Druck- und Beugeschmerz.

Je 1x an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurde punktiert.

Dem vorgestern noch Schmerzgepeinigten ging es schlagartig prima. „ Ich fühlte mich wie neugeboren“.

Die „vorzügliche Besserung“ wollte er sich 20 Tage nach Behandlungsbeginn vom Arzt bescheinigen lassen. „Ich bin halt so“, sagt Herr Tiemann. „Ich hefte Wichtiges in einer Akte ab. Andere schreiben Tagebücher“.

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Anstatt seine Bestätigung zu bekommen, erlebte der Patient eine Überraschung. „Ich saß auf dem Flur, wo ein ständiges Kommen und Gehen herrschte. Plötzlich setzte sich mein Doktor neben mich und flüsterte, er hätte mit dem Chefarzt für Orthopädie im Krankenhaus telefoniert. Der erwarte mich bereits am Nachmittag. ‚Melden Sie sich in der Notfallambulanz’, nuschelte er noch, stand auf – und weg war er. Verschwunden in einem der vielen Sprechzimmer“.

Himmelherrgottsakra, was sollte er denn in der Klinik? Reine Vorsichtsmaßnahme?

Nein, das konnte nicht sein!

Denn wegen der Befürchtung, der Rentner könnte sich bei dem Sportunfall eine noch größere Verletzung im Quadriceps (Anm.: vierköpfiger Oberschenkelmuskel oder vierköpfiger Unterschenkelstrecker) zugezogen haben, hatte sein Arzt bereits 9 Tage vor der 1. Punktion eine Kernspintomographie in der Radiologie Dr. Imort in Bad Oeynhausen anfertigen lassen. Das Ergebnis war äußerst beruhigend:

„Es gibt keine Rupturzeichen“. Also keinen Riss der Sehne des großen Beinstreckers, der durch plötzliches Abbremsen bei einer forcierten Kniebeugung entstehen kann.

Friedhelm Tiemann wankte zwischen Zweifel und Sorge. Würde er sich nicht in’s „Lukas“ begeben und sein Gesundheitszustand verschlechtert sich, was dann? Er sah große Probleme auf sich zukommen. „Meine private Krankenversicherung würde mich auf allen Folgekosten sitzen lassen. Das konnte ich nicht riskieren“.

Dem Verdatterten schossen aber auch solche Gedanken durch den Schädel: „Das rezidivierende (Anm.: wiederkehrende) Hämatom ist durch die beiden Punktionen um insgesamt 170 ml geschrumpft, und ich habe überhaupt keine Beschwerden mehr. Der restliche Bluterguss baut sich vielleicht von selber ab bei Einsetzung konventioneller Heilmethoden wie dem Anlegen eines Kompressionsverbandes und der Einnahme eines entzündungshemmenden Medikaments. Was soll da im Krankenhaus mit mir veranstaltet werden?“

„Eine operative Revision (Anm.: Erweiterung des zuvor durchgeführten Eingriffs = Punktion) durchführen“, erfuhr er dort. Im Bericht an die Gutachterkommission der Ärztekammer in Münster schreibt der „Lukas“- Operateur:

„Bei der Untersuchung fand sich „ein mandarinengroßes Hämatom des oberen Patellapols (Anm.: oberer Teil der Kniescheibe) in Höhe des Vastus medialis (Anm.: ein Kopf des vierköpfigen Oberschenkelmuskels). Das Hämatom bzw. die Bursa (Anm.: Schleimbeutelentzündung) wurde ausgeräumt und zur Untersuchung eingeschickt. Ergebnis: Chronisch granulierende Bursitis mit Blutungsresiduen“ (Anm.: Überreste einer früheren Blutung).

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Friedhelm Tiemann: „Seit der Schnipselei in meinem Knie habe ich dort eine rasant fortschreitende Gonarthrose (Anm.: unheilbare chronische Erkrankung des Kniegelenks = Arthrose = häufigste Abnutzungserscheinung des Gelenks), Verklebungen des Gewebes, Patella Verlagerung durch ungleichen Zug der Sehnen, Schmerzen durch Narbenbildung“.

Er reagierte stinksauer. Kontaktete 16 (!) Rechtsanwälte. Die meisten lobten sich selbst als „Fachanwalt für Medizinrecht“. Schickten unverzüglich eine Vollmacht, „arbeiteten“ sich dann angeblich in den Fall ein, ließen aber die Finger von einer Klage und brachten stattdessen für ihre Lesetätigkeit die Kostenrechnung „nach der Gebührenordnung für Rechtsanwälte“ auf den Weg . Mehr als 8.000,00 Euro mußte er für die Suche nach „Denn Recht muß doch Recht bleiben“ berappen.

Nur eine einzige Kanzlei hob sich mit einem vierseitigen Schriftsatz positiv aus dieser Absahnclique hervor: die Rechtsanwälte Gellner & Collegen in 33415 Verl. RA Heiko Partenheimer schrieb an den „Sehr geehrter Herr Professor“ in’s „Lukas“ Bünde:

Der Eingriff ist unter der Verdachtsdiagnose einer Quadricepssehnenruptur durchgeführt worden“. Im Befundbericht einer MRT des linken Knies am 09.01. (16 Tage vorher) sei eindeutig vermerkt, dass kein Riss der Sehne bestanden hat. „Im übrigen war das linke Knie unseres Mandanten vor dem Eingriff wieder absolut beschwerdefrei.

Durch die OP ist unser Mandant erheblich beschädigt. Das Knie ist äußerlich deformiert. Die Kniescheibe rückt immer mehr nach links heraus.

Eine ärztliche Aufklärung hat nicht stattgefunden. Das Aufklärungsformular hat unser Mandant blanko unterschrieben in einem Zustand, als er bereits durch die OP-Prämedikation (Anm.: Medikamentengabe) sediert war“. (Anm.: Die medikamentöse Vorbereitung einer Narkose mit einem Sedativum (Anm.: Wirkstoff) zur Beruhigung; Sedierung = Dämmerschlaf zwischen Betäubung und Narkose).

Das Aufklärungsformular reichte eine Krankenschwester mit einem Stapel weiterer Papiere, beispielsweise dem Behandlungsvertrag, zur Unterschrift. Eine Unterzeichnung am OP-Tag wäre ohnehin verspätet, so dass auch unter dem Gesichtspunkt keine rechtswirksame Einwilligung erteilt worden ist.

Die Eintragungen in dem Aufklärungsbogen sind derart unleserlich, dass unser Mandant ohnehin diese nicht hätte lesen können. Auch bei intensivstem Bemühen ist insbesondere die tatsächlich durchgeführte OP in Form der Entfernung eines Schleimbeutels überhaupt nicht vermerkt“.

(Anm.: Später aber mit 49,60 Euro abgerechnet worden nach Ziffer 2405 GOÄ, der Gebührenordnung für Ärzte).

24 Stunden später schickte der Angegriffene diese Erwiderung:

„Die Indikationsstellung war korrekt, die Aufklärung zeitgerecht und ausführlich. Somit war die OP vollkommen regelkonform, so dass weder der Vorwurf eines Behandlungsfehlers noch eines Aufklärungsmangels zutrifft“.

Dass er das Knie öffnete „unter der Vorstellung, dass nach einem drei Wochen zuvor erfolgten Sportunfall beim Tennisspielen eine noch größere Verletzung im Quadriceps vorliegen könnte“, davon schrieb er nichts.

Genau das steht aber als Diagnose im Krankenblatt Nr. 52032520, hingekritzelt am Aufnahmetag 24.01. morgens früh um 06:00 Uhr: „V.e. Quadricepssehnenruptur“.

Friedhelm Tiemann: „Hier stand offensichtlich nicht das Bestreben im Vordergrund, dem Patienten zu helfen, sondern sich finanziell zu bereichern.“

Einen betagten Privatversicherten nach Strich und Faden ausnehmen, ist wahrlich keine schlechte Idee.

Genau diesen Verdacht unterstreicht die Radiologie Herford durch Dr. Stefan Baus in einem Brief: „Bezüglich der Meniskusstrukturen bestehen keine Rupturzeichen. Der Einschätzung eines Riss der Quadricepssehne des Oberschenkelmuskels stimme ich nicht zu“.

Weshalb hat ihn denn dann trotzdem der Arzt aus dem „Medizentrum am Elsebogen“ aus seiner Obhut entlassen und in’s „Lukas-Krankenhaus“ abgeschoben?

Tiemann legt die Stirn in Falten: „Vielleicht bekam der eine Fangprämie? Müssen ja keine Piepen geflossen sein, ein schönes Abendessen tut’s auch“.

Ein Gutachter, Dr. Jens Richter vom Marienhospital Gelsenkirchen, beantwortete den Vorwurf des Beschwerdeführers aus Bünde gegenüber der Ärztekammer Westfalen/Lippe in Münster, die durchgeführte OP sei nicht indiziert, sondern ganz und gar überflüssig gewesen, lapidar mit einem Satz:

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Rückblickend hat sich die Ruptur zwar nicht bestätigt, der Eingriff hat aber den traumatischen Bursa-Schaden behoben“.

Der verarschte Patient: „Und erhebliche andere irreparable Schäden verursacht.“

(Anm.: traumatischer Schaden = Schädigung, Verwundung, Verletzung lebenden Gewebes durch äußerliche Gewalteinwirkung).

Ein Blick in die Krankenakte des „Medizentrum“-Heilkundigen beweist: Er wußte, dass es keinen Sehnenriß im Knie gab!

Beweis:

04.01. Sturz; 05.01. Diagnose „Hämatom“, Behandlung mit Zinkleimverband; 09.01. MRT in der Radiologie Dr. Imort; 10.01. Besprechung der MRT-Bilder im „Medizentrum“, der Arzt sieht sie sich an und sagt: „Keine Ruptur“; 13.01. Kompressionsstrumpf Klasse 1 AG; 17.01. Punktion 110 ml blutig; 18.01. Punktion 60 ml blutig, Kompressionsverband gewickelt; 23.01. Überweisung in LKH; 24.01.-31.01. stationär dort; 03.02. Fädenziehen im „Medizentrum“, Flüssigkeitsansammlung Koagel (Anm: extravasales Blutgerinnsel von lateinisch extra = außen und lateinisch vas = Gefäß) im Knie; 08.02. Flüssigkeitsansammlung lateral (Anm.: seitlich); 10.02. massiver Erguß, Bursa präpatellaris (Anm.: großer Schleimbeutel vor der Kniescheibe); 17.02. rückläufiger Erguß, 60 Stück Voltaren Dispers (Tabletten entzündungshemmend); 05.03. Serom (Anm.: Flüssigkeitseinlagerung deutlich rückläufig).

Der „Lukas“ – Professor ließ, obwohl seine Diagnose auf dem Krankenblatt für den Patienten von Station 5 B falsch war, von der „HonorarAbrechnungs GmbH“ Bahnhofstrasse 44   71409 Schwaikheim für seine getane Arbeit (Operationsbeginn 11:21 Uhr, Ende 11:50 Uhr) die Rechnung Nr. 05575 – 002172 ausstellen über 889,37 Euro. 50% kassierte er, 50% der Krankenhausträger.

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Das ist die gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung „Lukas-Krankenhaus GmbH“ unter Leitung des Dipl. Psychologen Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei (Vorsitzender), Roland von der Mühlen (Geschäftsführer), Chirurg Dr. Ulf Schmerwitz (Ärztlicher Direktor), Martina Waldeyer (Pflegedirektorin).

Zusammengestrichen wurden die 889,37 zwar von einem Prüfer der „Debeka Krankenversicherung“ Abt. L-KV-WE (Bernstrasse 1 30013 Hannover) in Position 2006 GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) um 16,90 Euro (2 x 8,45 für Wundbehandlung), weil im Entlassungsbericht „eine komplikationslose Wundheilung“ angegeben worden ist.

Gekürzt wurde die Gesamtsumme auch noch um die Positionen 2112 GOÄ über 198,41 Euro und 2257 GOÄ über 107,25 Euro für Knochenaufmeisselung oder Nektrotomie. Denn beide Angaben sind nicht im OP-Bericht enthalten und daher nicht abrechenbar.

Die Kohle war jedoch schon überwiesen worden, denn die „Debeka“ ging von der Ehrlichkeit des Bünder Chefarztes aus.

Nicht ohne Grund. Schliesslich lautete der Name seines Arbeitgebers 127 Jahre lang „Verein Evangelisches Krankenhaus Bünde“ bis zur Umbenennung in eine gGmbH im Dezember 2017. Anscheinend hatten jedoch christliche Tugenden wie Ehrlichkeit und Loyalität, die innere Verbundenheit und deren Verhalten gegenüber den Patienten, keine Gültigkeit. Dafür Charakterlosigkeit und Gier.

Letztgenannte Leidenschaft ist nix Neues. Die trieb Zigtausende schon im Jahr 1896 nach Dawson City am rechten Ufer des Yukon an der Mündung des Klondike Rivers. Der beginnende Goldrausch im Wilden Westen, 240 km südlich des Polarkreises, lockte sie an. Keiner der Edelmetallwäscher wußte freilich morgens, ob sich seine kraftraubende Suche nach dem wertvollen Bodenschatz am Abend bezahlt gemacht haben würde.

Da war unser „Lukas“-Chefarzt viel, viel besser dran. Der wetzte sein Skalpell ohne jedes Risiko und wußte ganz genau: wenn er das Knie des Patienten Tiemann öffnet und mal kurz reinkuckt, macht es klingelingeling in seinem Portemonnaie. Er wird danach um einige Hunderter reicher sein.

Gedacht, getan. Knie auf, Knie zu. Rechnung raus, Zaster kam. Denn die Körperteile-Versicherer unterlagen hinsichtlich der Hochanständigkeit des Geldempfängers einer fatalen Fehleinschätzung, wie sie im Schreiben mit der Service-Nr. 4310779.8 zugeben mußten:

„Bei Vorlage der Rechnung haben wir den Ansatz der einzelnen Gebührennummern nicht überprüft und ausgehend vom gesamten Rechnungsbetrag erstattet. Wir verzichten auf eine Rückforderung der zuviel gezahlten Versicherungsleistung“.

Na, da wird sich ja die Versichertengemeinschaft freuen, wenn sie so leichtfertig um ihre Beiträge beschissen wird! Freiwillig rückten jedenfalls weder der Schnipsler, noch die „gemeinnützige Gesellschaft“ mit ihren 312 Klinikbetten auch nur einen Cent heraus.

Ehrenwert und reputabel verhielt sich dagegen Dr. O. Ulrich Huser, zu dem Zeitpunkt Chef der „Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin“. 275,95 Euro listete er auf für eine vollständige körperliche Untersuchung, Dauertropfinfusion von mehr als sechs Stunden, Kombinationsnarkose, Gasanalyse, Oxymetrische Untersuchung im Aufwachraum, Blutgasanalyse u.v.a.m. Es gab nichts zu beanstanden, alles war korrekt.

Von der Staatsanwaltschaft Bielefeld (Az.: 446 292/14) läßt sich das nicht behaupten. Die bewies, vertreten durch Staatsanwalt Veit Walter (sieht aus wie 41), eine atemberaubende medizinische Fachkompetenz in rasant kurzer Zeit. Ohne einschlägiges Studium.

Dieser von Steuerzahlern meilenweit über der Hartz IV – Schallmauer am Leben gehaltene „Ermittler“ (verdient in der Besoldungsgruppe R 1 mit 38 Jahren 4.257,94 Euro, mit 48 kriegt er 5.309,91. Zum Schluß in R 8 gibt’s 8.706,05) brachte es innerhalb von sage und schreibe nur 8 (!) „Arbeits“ tagen schon am 10.09. (Mittwoch) fertig, die von Friedhelm Tiemann am 28.08. (Donnerstag) per Post losgeschickte „Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung und Betruges“ gegen den Operateur im „Lukas“ in’s Reich der Phantasie zurückzuverweisen. Weil: „Der geschilderte Sachverhalt fällt unter keine strafrechtliche Vorschrift. Die Einleitung von Ermittlungen kommt deshalb nicht in Betracht“.

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Da schimpfe noch einer auf unsere Beamten und den Behördenapparat, die seien faul, lahmarschig oder schlampig bei der Aufarbeitung komplexer Sachverhalte.

Was ist anscheinend schon dabei, wenn ein Humanmediziner in einem Knie herumfuhrwerkt auf der Suche nach einem Sehnenriß, den es gar nicht gibt? Und weshalb soll sich der Geldschlürfer nicht für diese „Arbeit“ 36,2% mehr einer Rechnungssumme gemeinsam mit dem Krankenhausträger unter den Nagel reißen, um die er die Assekuranz eines Privatversicherten betrogen hat?

Alles Kleinkram, wie man sieht.

Herr Walter hat aber auch weiß Gott genug anderes Zeug zu erledigen. Wie den Fall eines 40jährigen, der seinem elf Jahre älteren Trinkkumpan vor’m „kik“-Textildiscounter am Sennestadtring in einem weit draußen, südlich der A2 gelegenen Stadtteil Bielefelds, mit fünf brutalen Faustschlägen das Gesicht zertrümmerte und ihn als Schwerstpflegefall zu Boden schickte. Der Bedauernswerte erlitt Einblutungen in die Augen- und Nasennebenhöhle sowie eine lebensgefährliche Hirnblutung. Er kann nicht sprechen, sich nicht bewegen.

Dagegen ist das beschädigte linke Knie eines Herrn Tiemann Pipifax!

Ebenso im Vergleich mit dem wesentlich spannenderen Ereignis, das sich vor’m „Tanzclub Living-Room“ an der Feilenstrasse in der Bielefelder Innenstadt morgens früh um 02:30 Uhr abspielte, und das auf Herrn Walters Schreibtisch landete. Nach der Auseinandersetzung mit einem 27jährigen während der „Polnischen Nacht“ in der Disco konnte für den 50 Jahre alten Gegner nur noch ein Leichenwagen angefordert werden.

Ankläger Walter hatte auch mit diesem blutrünstigen Thema alle Hände voll zu tun. Da ist kein Platz für das Gejammere eines alten Opas aus Bünde über dessen Schmerz- und Gehprobleme.

Aufmerksame Zeitungleser wissen längst: Veit Walters Name wird als Top-Wühlmaus innerhalb der Verbrecherszene ständig in den Medien genannt!

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So nach einer Novembernacht, in der gegen 00:46 Uhr eine 16jährige in Vlotho ihre Eltern mit einem Messer attackierte. Die Mutter (40) wurde schwer verletzt. Der Vater (59) starb. Eine 10köpfige Mordkommission ermittelte in enger Zusammenarbeit mit, na, mit wem wohl? Mit Staatsanwalt Walter das blutige Geschehen. Das Mädchen wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu 9 Jahren Haft verurteilt.

Das sind Straftaten, für die sich Investitionen kostbarer Arbeitszeiten lohnen. Darum: Schon während der Ermittlungen, erst so richtig aber bei der Präsentation einer Anklage kommen Burschen vom Schlage eines Walter groß raus. Mit fetten Schlagzeilen, saucoolen Fotos und so. Da ist man(n) wer! Nicht nur draußen in der Öffentlichkeit, wo Schauergeschichten die Reputation eines solchen Mörder- und Totschlägernimrods in den Himmel heben. Sogar im eigenen Laden – wie in der Gerichtskantine beim Schlückchen Buttermilch neben dem Biß in ein Salatblatt – zieht er die neidischen Blicke karrieregeiler Kolleginnen und Kollegen auf sich.

„Mensch, der hat’s geschafft!“

Ein Friedhelm Tiemann, der sich seit dem Kontakt mit dem Schnittwerkzeug eines Chirurgen nur noch unter Qualen voranschleichen kann, ist bei all den blutbesudelten Schicksalen, die Herr Walter fristgerecht verhackstücken muß, nicht der Rede wert.

Der Geschädigte ist jedenfalls von Walter & Co bedient:

„Meine zwei Wochen nach der absolut sinnlosen Knieoperation einsetzenden und bis zum heutigen Tage andauernden intensiven Bemühungen um eine juristische Aufarbeitung meines Falles haben sieben Jahre nichts gebracht. Außer, dass ich total zermürbt und als inzwischen Achtzigjähriger mit meinen Kräften am Ende bin“.

Dabei hatte er sich „Hau den Lukas!“ zu Beginn seiner Auseinandersetzung mit den „Götter in Weiß“ einfacher vorgestellt.

Selbst für „Hau den Lukas!“ auf ‚nem Jahrmarkt langt heute sein Stehvermögen nicht mehr.

Der Kraftmesser zählt zum Urgestein magischer Momente auf jeder Kirmes seit Tiemanns Kindertagen. Bei dieser Attraktion schlägt der Teilnehmer mit einem Hammer auf ein gefedertes Polster. Der wuchtig durchgeführte Hieb läßt einen Metallkörper hochsausen. Wer ganz oben den Endpunkt 500 kg auf der Messlatte erreicht, darf dann schon mal ein Fass aufmachen.

Der um ein gutes Stück Lebensqualität betrogene, von Ärzten und Juristen bitter enttäuschte Bünder, ist weit entfernt von Freudensprüngen auf Volksfesten mit Trödelbuden und Lachkabinetten.

Nicht nur „Hau den Lukas!“ hat für ihn jede Anziehungskraft verloren. Auch um das gleichnamige Krankenhaus macht er einen großen Bogen, obwohl es nur 180 Schritte um die Ecke von seiner Wohnung liegt.

„Denn Recht muß doch Recht bleiben“. Friedhelm Tiemann glaubt seit seinem Knie -Desaster nicht mehr alles, was in der Bibel steht.

Martina Gerdes

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